Montag, 8. April 2013

Femen 2

Momentan entwickeln sich einige Dinge schneller als ich lesen, denken und schreiben kann.
Vor einigen Tagen hatte ich aufgrund einer Aktion der Femen gegen einen Politiker mal meinem Unmut Luft machen müssen (wie vorher schon einige Blogger ebenfalls), da legen die Damen nach. Heute war es der russische Präsident der von einer barbusigen Demonstrantin der Femen attackiert und beleidigt wurde. Der Mann, für den ich keinerlei Sympathie übrig habe, nahm die Sache mit Humor und, wie die gesamte Welt, mit einer großen Portion Sexismus. Nackte Frauen, die kreischend auf eine Gruppe hochrangiger Politiker zueilen lösen nur beim Sicherheitspersonal
Schweißausbrüche aus. Auf den Fotos der ersten Momente sieht man breit grinsende Herren, eine erschreckte Kanzlerin und spurtende Personenschützer.Wäre es ein (halbnackter oder angezogener) Mann gewesen, hätte die Reaktion mit Sicherheit anders ausgesehen.

Zumindest aber geht es bei aller Infantilität der Aktion und Unflätigkeit der Worte hier um Politik. Naja, grob zumindest. Das zu den Durchsuchungen der NGOs (Nichtregierungsorganisationen) in Russland von der Kanzlerin Kritik und von der ARD eine Stellungsnahme Putins erfolgte hat m.E. deutlich mehr Aussicht auf Erfolg als die Konfrontation mit einer Halbnackten.
In diesem Artikel über die Hintergründe von Femen wird zwar behauptet, die Politik spiele schon keine große Rolle mehr in den Femen-Demos, aber auch wenn diese Aussage wiederlegt wurde, so bleiben die übrigen Fragwürdigkeiten.

Am Ende des letzten Femen-Artikels schrieb ich, dass ich diesen Frauen wenigstens Mut anerkennen könnte, wenn sie in Mekka ihre Methode anwenden würden. Nun haben sie den "International Topless Jihad Day, ich möchte sagen, aufgeführt. Dabei demonstrierten sie auch vor der Ahmadiya Moschee in Wilmersdorf. Das ist die älteste Moschee in Deutschland und gilt im allgemeinen als relativ liberal, wie auch die Ahmadiya-Gemeinde eher als Opfer von radikalen Sunniten und Schiiten bekannt sind, auch wenn selbst von ihnen mitunter inakzeptable Fehltritte zu vernehmen sind. Es ist daher wieder die Wahl derjenigen, von denen man weiß, dass sie sich nicht wehren werden, um sie zu bedrängen und konfrontieren. Es gibt genug Moscheen in Deutschland, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden und als radikal gelten. Eine solche hätte den Protest getrost verdient. Als in Bonn Mohammedkarrikaturen vor einer Moschee gezeigt wurden, attackierte ein Teil der Gegendemonstration die trennden Polizisten im Versuch, an die Demonstranten zu gelangen. Ein erheblicher Teil der deutschen Medien schob den Demonstranten eine Mitschuld durch Provokation in die Schuhe. Es wäre zumindest eine Erkenntnis gewesen, wie die Darstellung der bisher gehätschelten Femen ausgesehen hätte, wenn die Demo ordnungsgemäß und nicht nur bei den Reportern angekündigt und somit auf muslimische Gegenwehr gestoßen wäre.

Und noch eine Entwicklung. Im Leserkommentar wies mich Bundesbedenkräger, jetzt auf dem Blog
Die Nacht ist vorgedrungen  zu finden, auf eine Gegenaktion von muslimischen Frauen hin. Zum Teil finde ich die Aktion durchaus gerechtfertigt. Es gibt Muslima, die einen liberalen, aufgeschlossenen Islam erfahren. Die ihr Leben gestalten dürfen, wie sie es möchten, mit oder ohne Kopftuch, ganz wie es ihnen passt. Diese Frauen brauchen wirklich keine Demos. Und keine, auch nicht die Unterdrückten brauchen einen Protest von Frauen, die sich mit nackten Tatsachen Medienaufmerksamkeit erkaufen um angeblich für Frauenrechte zu streiten.
Auf der anderen Seite kommen Meldungen wie diese "Kritik an Scharia-Räten in Großbritannien" ständig und aus aller Welt. Einen Satz wie "Islam ist meine Befreiung" kann ich daher nur als sehr zynischen und verblendeten Einspruch empfinden.


Pirincci 2

Nicht selten wird dem Blog "Achse des Guten" eine ganze Reihe von moralischen, mitunter sogar justiziellen Fragwürdigkeiten unterstellt. Seine Autoren werden zum Teil offen als Mitschuldige für x-beliebige Straftaten benannt, so etwa H.M. Broder als geistiger Anstifter Breiviks.
Das ist natürlich Quatsch, üble Nachrede und Ausdruck starker Antipathie. Ich lese den Blog sehr gerne, denn dort kommen Menschen zu Wort, die sonst in den Medien nur in Ausnahmefällen eine Stimme erhalten. Die Themen die sie besprechen werden von einigen Parteien und ihrer Anhänger als Blasphemie verstanden. So etwa die Frage ob es den Klimawandel wirklich gibt und falls ja, ob er menschengemacht ist. Oder Kritik an Europa und seinen Institutionen.
Vor kurzem hat der Autor Akif Pirincci einen Text eingestellt, der sich "Das Schlachten hat begonnen" nannte. Darin führt er aus, dass er glaubt eine Evolutionsentwicklung wahrzunehmen, die sich in den eingewanderten bzw. von diesen gezeugten Totschlägern und Vergewaltigern manifestiert. Zu diesem Text schrieb ich meinerseits ein paar Worte, in denen ich sagte:
(...)
Da habe ich mich wohl geirrt. Sein Artikel führte zu einem Einspruch, welchen er selbst wie gewohnt recht ungeschliffen und teilweise in sehr beleidigendem Tonfall erwidert. Mit diesem Text spricht er allerdings auch die Medien- und Politikhaltung zu besagtem Problem an.
Diesen Text finde ich zutiefst zwiespältig. Einerseits muss ich ihm recht geben, wenn er anführt, dass die geforderten Beispiele i.d.R. nicht nachvollziehbar publiziert werden. Es fehlen bei solchen Tätern Angaben wie Name, Herkunft und wie man in Deutschland über Motive und Einstellungen urteilt hat die leider verstorbene Richterin K. Heisig einmal veröffentlicht. Auf der anderen Seite kommt er ohne die Nennung von konkreten Beispielen gar nicht, mit dem Verweis auf die Vertuschung ohne wenigstens Nährerungszahlen anzugeben nicht weiter, ruiniert eher den Versuch, diese Problematik offen zu diskutieren.
Gegen Pirincci führt heute Radio Bremen zudem einen, zumindest unter Katholiken und Gamern (Computerspielern) weit bekannten Professor an. Christian Pfeiffer, Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen. Seine Arbeit wird zwar regelmäßig von Kollegen, Opferverbänden und Fachleuten der Bereiche kritisiert bis abgelehnt, seiner Medienwirksamkeit hat dies bislang zu keinem Abbruch verholfen. Diesen dann gleich zweifach als Gegenbeweis anzuführen entspricht fast Pirinccis Beweisführung. Auch die dort behauptete Rückläufigkeit ist schwer zu glauben. Gerne wird behauptet, heute würde man nur eher etwas davon lesen, in absoluter Abwertung der Presse der letzten Jahrzehnte. Das dabei bei berichteten Fällen i.d.R. die besagten Daten und Fakten eben nicht genannt werden spricht eine genau gegenteilige Sprache. Wie viele Delikte heute gar nicht mehr angezeigt oder aufgenommen werden, wie welche Straftat bewertet wird ist dieser Tage dagegen steter Kritikpunkt.
Der Artikel selbst steht Pirincci in wenig nach. Zu behaupten, jeder der pro Pirincci argumentiere sei entweder dessen Fan oder rechts ist schon eine unverzeihliche Verallgemeinerung. Dann aber einen contra Pirincci-Eintrag auf dessen Facebook-Seite
Wobei auch einzelne Anhänger entsetzt waren:
Akif, das hast Du jetzt nicht wirklich auch noch gemacht, oder...?!? Unfassbar... Man sollte Dir nicht nur FB sondern das Internet an sich verbieten. (...) Deine hier 20 Dir huldigenden Anhänger mögen Dir ein starkes Gefühl geben und Du Dir anerkennend auf die Schulter klopfen.
als Zeichen zu werten, es handele sich um einen Pirincci-Fan dem dieser zu weit ging ist schon Hellseherei und exakt das, was er in seinem Text bereits anprangerte.
Der Typ geht also tatsächlich Facebook-Kommentaren nach und nennt das Arbeitszeit.

Für mich unfassbar ist der Hinweis, dass man ja selbst wüßte, dass bestimmte Migrantengruppen deutlich auffallen unter den Gewalttätern, dies aber sofort mit sozialen Problemen entschuldigt. Als würden Mexikaner, Chinesen, Vietnamesen, Nigerianer und Angolaner nicht mit exakt den gleichen Problemen kämpfen, ohne eine derartige Auffälligkeit zu entwickeln. Auch die Frage, wie die zunehmende Zahl an türkisch- und arabischstämmigen Jungen Männer bei herausragender Kriminalität trotzdem "drastisch sinkende" Zahlen korrespondieren bleibt unangesprochen und ungeklärt. Auch kein Wort über die jüngst öffentlich gewordenen Versuche, Statistiken zu verheimlichen oder zu beschönen. Und so richtig passen die Meldungen welche aktuell so eingehen nicht zur Behauptung.

Auf der Achse des Guten gibt es unterdessen zwei weitere Reaktionen. Eine von H.M. Border und eine von Tobias Kaufmann. Während Broder die Meinungsfreiheit verteidigt und auf Beispiele für Pirinccis Thesen verweist ist Kaufmann in gerechten Zorn verfallen ob des Generalangriffes auf die Medien, welche er zu lesen vermeinte. Das P. mit seinen Bemerkungen den Hauptanteil deutscher Medien meint, der sich laut einer Studie von Prof. M. Lünenborg politisch links bis weit links einordnet und nahezu gleichlautend über fast die gleichen Ereignisse berichtet ist ihm nicht in den Sinn gekommen, herauslesen konnte er es offensichtlich auch nicht. Auch das P. auf eine Entwicklung hinweist statt ein bereits ablaufendes Endzeitdrama hinzuweisen lässt Kaufmann nicht gelten.

Bleibt nur festzustellen: ich habe mich geirrt. Sein Migrationshintergrund hat Pirincci nicht vor dem "Nazi"-Vorwurf, vor Goebbels- und 9/11-Antisemitismus-Vergleichen geschützt.

Sonntag, 7. April 2013

Zwei Meldungen

In den letzten zwei Tagen gab es zwei Meldungen. Natürlich gab es hunderte mehr, aber diese zwei sind mir (übel) aufgefallen.  Das waren "Muslimischer Mob prügelt acht Buddhisten tot" und "Tote bei Gewalt zwischen Muslimen und Christen".
Nicht nur, dass eine auffällige Gemeinsamkeit bei beiden Meldungen gibt, auch der Tenor der Überschriften bzw. der Meldungen selbst ist beachtlich.
Wer die Lage der Christen, insbesonderer der größten Konfession, der Kopten, mitverfolgt hat wird sich vielleicht auch an das Maspero Massaker erinnern. Damals hatte das Militär friedlich gegen die zunehmende Christenverfolgung Demonstrierende angegriffen und mindestens 25 getötet sowie hunderte verletzt. Gleichzeitig meldete das Staatsfernsehn, Kopten hätten Militärangehörige getötet und alle "aufrechten Muslime" seien aufgerufen diesen Aufstand zu beenden. Ein Aufruf dem nach Augenzeugenberichte viele nur zu gerne folgten. Für dieses Massaker wurden zwei Soldaten zu zwei Jahren, ein weiterer zu drei Jahren Haft verurteilt, alle anderen verfahren bislang eingestellt oder verzögert.
Auch sonst sind die Kopten in Ägypten einer permanenten Verfolgung ausgesetzt. "Kleine" Übergriffe sind bereits Alltag geworden. Schon jetzt sitzen nicht wenige Christen wegen Blasphemie im Gefängnis. Obwohl Kirchen mittlerweile wiederholt angegriffen und belagert wurden, bspw. hier, hier und hier. Auch bei der aktuellen Meldung haben die aufgebrachten Muslime eine Kirche belagert, die Gewalt fand nicht nur "bei einer Kirche" statt.
Es gäbe noch hunderte solcher Meldungen, die sich vornehmlich nicht in unseren Medien wiederfinden, aber ein Eindruck von der Lage in Ägypten kann schon durch diese wenigen gewonnen werden.
Und da meldet die Welt, es habe eine Auseinandersetzung gegeben. Einen Kampf zwischen Christen und Muslimen. Und ebenso wird berichtet, es habe eine Auseinandersetzung zwischen Buddhisten und Muslimen in Indonesien gegeben, bei dem die wenigen Buddhisten getötet und verletzt wurden, während von den mindestens hundert Muslimen 15 verletzt wurden.
Während bei den Meldungen aus Ägypten die oben genannten Übergriffe und Zustände kaum oder gar nicht gemeldet werden, schon gar nicht bei der jüngsten Meldung, wird dem Bericht aus Indonesien eine Erklärung über Ausschreitungen gegen Muslime in Birma angefügt. Eine, wie im Birma-Konflikt mittlerweile üblich, sehr kurze und einseitige Erklärung. Man muss schon suchen, um den Ursprüngen der Auseinandersetzung in unseren Medien zu begegnen. Anders als in Ägypten, Pakistan oder Indonesien handelt es sich hier nicht um erfundene Vorwürfe sondern um reale Übergriffe, welche die Buddhisten dazu brachte zur Gewalt zu greifen. Anders als bei der Christenverfolgung in islamischen Ländern sind hier die mutmaßlichen Opfer nicht unbeteiligt an der Eskalation. Gerne berichten unsere Medien, dass Buddhisten Muslime auf die Strassen zerren und hinrichten. Warum in den Krankenhäusern dann aber bemerkenswert oft eher Buddhisten mit entsprechenden Verletzungen und Todesursachen eingeliefert werden thematisiert die Presse ebensowenig, wie die hohe Zahl buddhistischer Todesopfer.
Gleichzeitig wird die Darstellung der Birmanesen, es handele sich bei der betreffenden Volksgruppe um Einwanderer aus Bangladesh in Frage gestellt. Nicht erläutert wird aber, dass auf der anderen Seite der bangladesischen Grenze exakt das Gleiche passiert. Und ein anderes Nachbarland Birmas, Thailand, hat an seiner Südgrenze, der Grenze zum islamischen Malaysia mit den gleichen Problemen zu kämpfen.
Wie gesagt, man erfährt von diesen Vorgängen in deutschen oder europäischen Medien relativ wenig. Was bedeutet dies für jenes Bild, das Artikel wie die beiden erstgenannten uns vorgeben?


Demokratische Ordnung

Es ist schon eine Weile her, aber im Schulunterricht lernte ich die Gewaltenteilung kennen. Bis heute halte ich die Unterscheidung der Legislativen und der Exekutiven aufgrund der Tatsache, dass Bundestag und Bundesrat im Grunde ja eine recht deutliche "Schnittmenge" besitzen, für problematisch. Was aber einfach zu erkennen bleibt ist der Unterschied der beiden zur Judikative. Die Rechtsprechende hat momentan keinen allzuguten Ruf. Nicht wenige Stimmen kritisieren sie als trägen, überbürokratischen und befangen urteilenden Staats- und Landesapparat.
Zur Ehrenrettung: jüngst urteilte in Düsseldorf ein Vertreter der Judiskative, dass, entgegen den Beteuerungen des Angeklagten und seiner Anwälte, ein Einstechen auf eine Arbeitsamtvermittlerin mit mitgebrachten großen Messern eindeutig ein beabsichtigter Mord war, dem das Opfer hilflos ausgeliefert war.
Ein anderer Prozess macht unterdessen Schlagzeilen, bevor er begonnen hat. Der NSU-Prozess bewegt Deutschland, auf jeden Fall aber seine Presse. Meist wird schlicht gemeldet: die türkischen Medien erhielten keinen Platz, darum herrsche, nach Ansicht der Berichtenden, verständliches Unmut. Dieser Unmut hat sich nach vielen Beschwerden nun in einer Klage der Zeitung Sabah verfestigt.
Nur wenige Medien schaffen es auch zu berichten, wie die Plätze überhaupt vergeben worden waren. Dazu gehört das ZDF Nachrichtenformat "heute". Dort heisst es:
Das Oberlandesgericht hatte die 50 Presseplätze nach der Reihenfolge der Bewerber vergeben. Dabei gingen viele internationalen und alle türkischen Medien leer aus.
Ich finde, dies ist es wert, auseinander genommen zu werden, um die Fakten einzeln zu beleuchten.

1. Es stehen 50 Presseplätze zu Verfügung.
2. Das Gericht hat diese Plätze nach der Anmeldung vergeben.
3. Viele internationale Medien haben keinen Platz erhalten.
4. Kein türkisches Medium hat einen Platz erhalten.

Das Verfahren: "wer zuerst kommt, malt zuerst" ist bei allen gängigen Präsentationen üblich und stellt, zumindest in meinen Augen, dass unbeinflußbarste Verfahren dar. Nun ist es mir ein Rätsel, warum die Türkei, die, wie alle derzeitigen Stimmen und die Logik sagen, aufgrund der Herkunft der meisten Opfer ein verständliches und brennendes Interesse an der Verhandlung haben, nicht sofort nachdem klar wurde, wo verhandelt wird sich einen Platz reservierten. Zum Hörer zu greifen und sich verbinden zu lassen ist kein Kraftakt, geschweige denn kompliziert.
So waren halt 50 andere Prozessbeobachter schneller. Bislang habe ich keine Angaben gefunden, welche internationalen Medien es geschafft haben, den Widrigkeiten der Zeit zum Trotz einen Platz zu ergattern.
An der Stelle könnte man nun sagen: so what? Der Prozess findet in der Republik Deutschland statt, einem Land welches sich für seinen Verbündeten Türkei ein Bein ausreisst, Millionen von dessen Bürgern aufgenommen und mit Arbeit, Bildung und einer Perspektive versorgt hat. Vor einem Gericht, dass durch 50 Prozessbeobachter dabei überwacht wird, was und wie es verhandelt. In einem Prozess, der eine fast unüberschaubare Zahl an Zeugen geladen hat und fast 60 Anwälte der Anklage sehen wird. Was soll schlimm daran sein, dass die Zeitungen eines Landes nicht live dabei sein werden?
Da die Türkei aber bei wenigstens zwei Wohnungsbränden mit Opfern türkischer Abstammung Deutschland sein Misstrauen ausgesprochen hat und eigene Ermittlungen zur Kontrolle der deutschen Ergebnisse veranlasste könnte man die Aufregung, die sich auch durch türkische Regierungskreise und -äußerungen zieht, als eindeutigen Ausdruck der Missachtung werten.
Statt dessen greifen aber Legislative, vor allem aber die Exekutive die Vertreter der Judikative heftig an. Heute war es der SPD-Politiker Gabriel, der dem Gericht vorwarf, borniert zu sein.
Was sich da abspielt ist eine Posse und die Verantwortlichen machen Deutschland in aller Welt zum Gespött. Was wäre bei uns los, wenn deutsche Medien in der Türkei von einem Prozess ausgeschlossen würden, bei dem islamistische Terroristen eine Killerserie gegen Deutsche verübt hätten?" Dem SPD-Chef zufolge kann es "doch nicht so schwer sein, noch drei Stühle in den Gerichtssaal zu stellen". Gabriel bot zugleich an, dass die SPD-Zeitung "Vorwärts", die einen Platz vom Gericht zugeteilt bekam, diesen abgeben würde.
 Nun könnte, nein sollte man die Ermordung von Tilman Geske erwähnen. Der Mitarbeiter eines Bibelverlages war in der Türkei 2007 von fünf Tätern zusammen mit zwei türkischen Konvertiten und Mitarbeitern überfallen, gefesselt, grausam und über längeren Zeitraum gefoltert und verstümmelt und schließlich getötetet worden Die Täter wurden am Tatort festgenommen. Bis heute gibt es keine Verurteilung aber eine ganze Reihe von zeitlicher Verschleppung, verschwundener Beweismittel und erst wenig Einbeziehung der Hintermänner. Unsere Medien tun sich hervor, indem sie immer mal wieder "Erfolgsmeldungen" bringen, wie etwa im April 2012 die ARD. Die längst überfälligen Beschwerden, dass, obwohl die geständigen Täter am Tatort überführt wurden, noch kein Urteil gefällt wurde und die Hintermänner durch Gericht und Regierung in ein Dämmerlicht getaucht werden, bleibt aus. Herr Gabriel aber hätte sich daran erinnern können, als er behauptete, das oben geschilderte Verfahren wäre eine Schande gerade in Bezug auf die türkische Justiz. (Diese verweigerte in letzter Zeit übrigens die Auslieferung diverser in Deutschland gesuchter Gewalttäter, wie etwa dem mutmaßlichen Mörder von Johnny K.)
Denn genau das geschieht dort: nationalistisch-islamistische Mörder werden nicht verurteilt, ihr Hintermänner nicht entlarvt und verurteilt.
Ein Skandalurteil ähnlicher Art erging vor einiger Zeit, als die Täter im Mordfall des armenischstämmigen Journalisten Dink als "Einzeltäter" verurteilt wurden, obwohl es eine Reihe von Beweisen gab, die auf ein Netzwerk bis in Staatsdienste hinwiesen.
Statt dessen bietet Gabriel etwas an, von dem das Gericht bereits vor Tagen sagte, es sei nicht gestattet: der Platztausch. (Damit signalisiert Gabriel nebenbei: unser Nachrichtenblatt ist völlig in der Hand der SPD Oberen - ein guter Grund von diesem Blatt also nicht mehr als Parteipropaganda zu erwarten.)

Dabei wäre alles einfach und ohne Aufhebens lösbar gewesen.
1. Diverse Korrespondeten arbeiten für Nachrichtenagenturen oder mehrere Zeitungen. Einen solchen Mitarbeiter zu finden und auch für die türkischen Medien berichten zu lassen sollte kein Problem sein.
2. Eine der kooperationswilligen Zeitungen hätte einen Mitarbeiter eines türkischen Mediums unter einen zeitlich begrenzten Vertrag nehmen und als Vertreter schicken können.
In beiden Fällen hätte man nichts als positive Signale gesandt.


 Erreicht haben die politischen Stimmen, dass ein Vertreter der türkischen Regierung dabei ist.
Man könnte also sagen: es ist ein politischer Prozess geworden.
Die Regierung und der Bundestag haben die Möglichkeit Gesetzesentwürfe einzubringen, wenn nach ihrer Ansicht Änderungsbedarf besteht. Druck auf Gerichte auszuüben, weil ihnen deren Vorstellung von Öffentlichkeitsarbeit missfällt ist doch eher ein Ausdruck einer anderen Staatsform...

Mittwoch, 3. April 2013

Femen - als Helden verehrt, menschenverachtend in der Tat

Als Femen mir zum ersten Mal in den Nachrichten begegnete, sollte die Fußball WM beworben werden. Dagegen stellten sich einige junge Frauen halbnackt vor Stadien und Regierungsgebäude und prangerten, so jedenfalls das mir damals vermittelte, (Zwangs)Prostitution und Menschenhandel an. So weit, so für mich anerkennenswert. Was danach aber folgte machte mich eher skeptisch bis hin zur aktuellen tief empfundenen Ablehnung dieser Organisation und ihrer Methoden. Mittlerweile bin ich der Überzeugung, dass hier eine radikale und gewaltbereite Sekte heranwächst, die sich existierende Ungerechtigkeiten und Misstände zunutzen macht.

Femenanführerin mit Gefolge und typischem Gruß
Zu dieser Ansicht bin ich bei der Lektüre eines Interviews mit einer der Anführerinnen der Gruppe gekommen. Sie droht darin unverhohlen Gewaltanwendung gegen Männer im allgemeinen, auf Nachfragen gegen bestimmte Personen an. Im auf der Internetseite präsentierten Manifest wird eine religiöse Note eingeführt, indem man einen Verstoß gegen die Ordnung der "Göttin" anprangert. Ein Artikel der Frankfurter Rundschau verweist auf die Methoden der "Ausbildung" und Rekrutierung. Körperliche Ertüchtigung inklusive Kampfsport gehören dazu, ebenso wie die Bezeichung als "Soldatin" und die massen- und medienwirksame Rekrutierung bei Großveranstaltungen auf der Bühne. Zugegeben, die Ausbildung wirkt eher posierlich, die Großveranstaltungen füllen weder den Alexander- noch den Roten Platz, aber was nicht ist...
Und wie sieht es in der Umsetzung aus? Femen arbeitet mit Gewalt, Vandalismus, Drohungen, Desinformation und Inszenierung. All das ist leicht erkennbar und keineswegs, wie oft behauptet wird, von östlichen Medien fälschlich unterstellt.
Ein paar Beispiele:
2012 sägten Femenaktivistinnen in Kiew ein Holzkreuz um. Propagiert wurde, es handele sich um einen Protest gegen die Verurteilung der Pussy-Riot Aktivistinnen, welche in Russland eine Messe in der erst 2000 wiedererrichteten  Christ-Erlöser Kathedrale der russisch-orthodoxen Kirche gestürmt und mit einem Punksong als Protest gegen die Kooperation der Kirche mit Putins Regierung die Religionsfreiheit störten. Schon diese Aktion war mehr als nur ein wenig schlecht gewählt. Denn die Kathedrale war von den Sowjets im Kampf gegen die christliche Religion gesprengt und mit Spendenmitteln erst nach dem Ende der Sowjetunion wiederrichtet worden. Ausgerechnet an diesem Ort eine Messe zu stören sprach von mangelnder Rücksicht.
Dafür belangte der russische Staat die Gruppe, stellte sie vor ein Gericht und verurteilte sie. Jede erhielt zwei Jahre Haft, die sechs Monate in Untersuchungshaft wurden angerechnet. In der Berufung wurde eine der drei Frauen auf Bewährung entlassen. (Zwei Tage nach dem Urteil stürmten in Köln, wie zuvor in Wien, die katholische Kathedrale und störten auch hier die Messe.)
Femen machte daraus scheinbar lebenslange Haft oder gar eine Todesstrafe. Anna Guzol sagte:
Was ist denn ein kleines Stück Holz im Vergleich zu drei verlorenen Leben?
Femen sägte also ein Kreuz um und posierte am Stumpf als der Gekreuzigte. In Kiew, welches bekanntlich nicht in Russland liegt. Das Kreuz war von Katholiken aufgestellt worden. Zum Gedenken der Opfer des Stalinismus. Kurzzeitig versuchte Femen die Bedeutung des Kreuzes zu leugnen, indem sie auf die größere Installation einige Meter weiter verwiesen und von einer Journalistenverschwörung sprachen. Im Interview des DeutschlandRadio stellten Femen-Aktivistinnen dann selbst klar:
Femen-Direktorin Anna Guzol weist solche Anschuldigungen zurück. Femen sei konsequent antireligiös und antikirchlich.

Das Beispiel scheint auch prompt Schule gemacht zu haben, aus einem angeblichen Protest wird reihenweiser Vandalismus.

Mit Vandalismus auch in Museen hat Femen jedenfalls keinerlei Probleme, wie diese rechts abgebildete kostspielige Attacke im Louvre zeigt. Abgerundet durch medienwirksames Posing neben dem angerichteten Schaden inklusive dem "Femengruß".



In einem anderen Fall versuchte eine Aktivistin den Patriarchen der russischen Kirche anzugreifen, wird aber im letzten Augenblick daran gehindert. Auf ihrem Körper steht "Kill Kirill" - tötet Kirill.
Die Gewaltbereitschaft demonstrierten sie jüngst bei einem körperlichen Angriff auf den Europaabgeordneten Brok. Erst hinterher wird zusätzlich bekannt, dass die Anschuldigungen die Femen als Legitimation für die Attacke anführte, frei erfunden waren.
Kirchenhass und Respektlosigkeit
Auch bei Protesten gegen Nazis und Prostitution fordern sie Todesstrafen ("Kill Nazis") und Quälereien ("Burn Fuckers") auf ihren nackten Oberkörpern oder Parolen. Dabei vergleichen sie sich, dankbar von der TaZ aufgegriffen, mit der von Quentin Tarantino erfundenen und verfilmten Killerbande Inglourious Basterds indem sie bei einer NPD Gegendemo sich selbst als Inglourious Breasterds bezeichnen. Die auch bei Touristen berühmte Hamburger Rotlichtmeile verpassen sie als Eingangsparole das wohl berühmteste KZ-Motto. Dabei ist eine der Akteurinnen, die sich stolz auf diese Aktion zeigt, eine CDU Politikerin. Faszinierenderweise ist für die CDU dabei die Mitgliedschaft bei Femen kein Problem.



Inszenierung in Notre Dame
Die katholische Kirche wird von Femen mit besonderer Aufmerksamkeit "beehrt". Zu Weihnachten störte die Gruppe die Gläubigen auf dem Petersplatz, das gleiche wiederholte sie beim Rücktritt des Papstes und bei der Wahl des neuen Heiligen Vaters, zwischendurch sowieso. Das sie dabei die Religionsfreiheit einschränken, das Versammlungsrecht stören und mit den Forderungen "kein Papst" und "shut up" u.a. auch Meinungsfreiheit etc. attackieren scheint in den Medien niemanden so recht zu stören. In Paris feierten die Frauen den Rücktritt des Papstes, indem sie die Kathedrale Notre Dame stürmten, die dortigen Gläubigen belästigten und die ausgestellten Glocken traktierten. Nach dem Rauswurf lärmten und störten sie noch vor dem Gotteshaus.
Femen auf dem Petersplatz während des Angelus


Dabei achten sie darauf, sich als Opfer zu inszenieren. Wer sich die Videoaufnahmen betrachtet, stellt fest, dass sie keine Hemmung haben um sich zu schlagen und zu treten, während die meisten Wachleute oft nur zögerlich zugreifen und sich bemühen, niemanden zu verletzen. Eine Bildserie belegt das wie ich finde recht eindrucksvoll. Darauf ist unter anderem eine Dame zu sehen, die sich bei der WM unter schwedische Fußballfans (inklusive einer Anzahl weiblicher Fans) ihre ohne spärliche Bekleidung vom Leibe reißt und dann inszeniert. Wäre die Welt und insbesondere die Männerwelt wirklich so schlecht wie von Femen behauptet, wäre die Reaktion der versammelten und alkoholisierten Männer wohl anders ausgefallen.
Ob Weltwirtschaftsforum, übertriebene Korrektheit eines Möbelhauses, Berlinale oder französische Justiz, nichts, was nicht den Zorn der Femen-Frauen auf sich zieht oder für ihre Zwecke genutzt wird.
Bei einem Protest in Kiew wird wieder klar, wie durchgeplant die Inszenierungen sind.Wieder ist es eine Kirche, wieder wird medial alles festgehalten. Zur Sicherheit, dass die Bilder im Westen auch verstanden werden sind auch Schilder in Deutsch dabei.
Im Interview wird denn auch von einer "Schuld der christlichen Gemeinschaft" gesprochen. Der Tonfall sollte bekannt vorkommen.
Stets sind entweder die Medien eingeladen oder man bzw. frau sucht sich Orte, an denen sich die Medien bereits befinden. Der Zorn, die Angst und der Verlust der Menschen, die gestört, angegriffen oder angebrüllt werden, die ihrer Religion, ihrem Hobby oder ihrer Arbeit nicht nachgehen können, wird dabei weder von Femen noch von den Medien festgehalten oder gesendet.

Natürlich gibt es eine große Zahl an Dingen, die es lohnt, kritisiert und kontinuierlich abgebaut zu werden. Seien es Zwangsprostitution und Menschenhandel, Genitalverstümmelung, Verschleierung oder Zwangsehen. Auch die Sexualität eines Menschen unter Strafe zu stellen ist in meinen Augen falsch. Das aber fordert die katholische Kirche nicht, ob es die orthodoxe tut entzieht sich meinem Wissen, ich bezweifle es aber.
Vergewaltigung wird in meinem Empfinden viel zu nachlässig, ja geradezu generös gegenüber den Tätern verfolgt und bestraft. Rassismus ist eines der großen Übel unserer Zeit, auch wenn der Focus der Öffentlichkeit leider einseitig zu sein scheint.
Dem aber mit jener Menschenverachtung zu begegnen, wie es Femen unternimmt, Hass und Gewalt als legale Mittel, Gewaltverherrlichung und -androhung als Methoden zu nutzen führt nur zu einer drastischen Verhärtung der Fronten und vermutlich auch über kurz oder lang zur Eskalation.
Dabei zu pauschalisieren und rücksichtlos alles anzugehen, was man für den "Feind" hält zeugt von blinder Wut und Verbitterung.

Und schlussendlich ist es billig, die ständig zur Zielscheibe zu machen, die sich nicht wehren. Wenn Femen nackt bei der Hadsch in Mekka steht würden ich zumindest ihren Mut anerkennen können.

Hat die Liebe gesiegt? Nicht in Innsbruck

Wenn wir uns derzeit einmal in der Welt umsehen, ist die Frage, ob es Frieden und Liebe unter den Menschen geben wird eine eher rhetorische. Nordkorea bricht gerade alle Brücken ab. Dies ist zwar nicht das erste Mal, aber dieses Mal besonders gründlich. Die Truppenbewegungen besonders der USA zeigen einen Alarmzustand.
Nordkoreas einziger Verbündeter China droht mittlerweile seit Monaten unverhohlen den Japanern im Streit um eine unbewohnte Inselgruppe und deren Rohstoffen.
Der islamische Terror findet kein Ende, immer wieder gehen in Bagdad, Kabul, Damaskus, Abuja, Bamako und Islamabad die Meldungen von Terroranschlägen, Entührungen und Ermordungen ein.
In Syrien verschärft sich der Bürgerkrieg Tag um Tag, während unsere Länder über Waffenlieferungen nachdenken.
In diese Situation flatterte die Meldung eines Verbotes von Liebesbezeugungen. Mitten in Europa.
Ich finde das ist ein Fanal.

Dienstag, 2. April 2013

Christentum zu Ostern in den Medien

Ostern ist rum und abgesehen von der Kälte und der sich wieder verstärkenden Finanzkrise  haben die Medien mehrere Artikel über das Christentum verfasst. Zwar war vor allem die katholische Kirche in den letzten Tagen, Wochen und Monaten stark und meist negativ dargestellt in den Medien vertreten, aber zu Ostern hat sich ein wenig getan.
Für mich ein sehr gutes Zeichen sind die vielfältigen Artikel, welche die sich immer weiter verschärfende Christenverfolgung anprangern, nicht selten auch anmahnen, endlich aktiv zu werden. Nicht selten werden die Schuldigen klar oder zumindest hinter einem leichten Schleier der politischen Korrektheit benannt.
Focus

Welt

Tagesanzeiger

DRadio


Das ZDF hat das Kunststück fertig gebracht, eine Sendung zur Christenverfolgung zu produzieren und dabei die "Schuldfrage" in Richtung Christen und Christus verschoben, auch wenn am Ende Christi Gewaltlosigkeit betont wird. Einen guten Teil der Sendung machten denn Blicke auf die Kreuzzüge u.ä. aus, während die aktuelle Lage immer mal wieder relativ sanft angesprochen wird. Die Lage der Christen bspw. in Nordkorea oder in der Sowjetunion wird dabei nicht nur nicht erwähnt sondern bei der Darstellung Schirrmachers über das Christentum als stärkste Religion in einem Land gar nicht beachtet. 45 Minuten Christenverfolgungsdoku, die man besser auf Seiten wie Kirche in Not, via dolorossa oder Open Doors zubringt. Oder mit dem Artikel von Dr. Bordat.

Die ARD hatte ja bereits 2011 ihre Position publik gemacht:

Kann man von einer weltweit wachsenden Christenverfolgung reden?

Übergriffe auf Christen scheinen in der Tat zu wachsen. Aber man sollte vorsichtig sein mit dem Begriff "Christenverfolgung". Ich würde von "Christenverfolgung" nur sprechen, wenn Christen wirklich um Leib und Leben fürchten müssen. Das gilt nicht nur in Nord-Nigeria und Somalia, sondern auch für den Irak und Pakistan. Gerade in den beiden letztgenannten Ländern ist die Perspektive ungünstig. Hintergrund sind hier die USA, die ihre Soldaten aus dem Irak abgezogen haben, womit die Gefahr eines Bürgerkrieges steigt. Und das Verhältnis Washingtons zu Pakistan wird immer miserabler. In beiden Ländern herrscht deshalb ein guter Nährboden für anti-westliche - und das heißt anti-christliche - Vorurteile.
Wenig überraschend denn auch mangelnde Stellungsnahmen dieses Jahr.


Die TaZ schweigt sich nebenbei aus. Sucht man auf ihrer Seite nach Christenverfolgung stößt man auf eine kleine Zahl von Artikeln, welche i.d.R. mindestens ein Jahr alt sind, berühmt geworden ist der Artikel von Bax, welcher schon die Formulierung "Christenverfolgung" ablehnt (und von mir nicht verlinkt wird).


Karfreitag und seine Traditionen und Begehung. Interessant ist dabei, welche Details in Überschrift und Text Beachtung fanden.
Der Focus pauschalisiert eine Äußerung des Papstes in der Überschrift und betont einen Konventionsbruch.
Bild und TaZ vereint in der Frage, ob die deutsche Karfreitagsruhe zeitgemäß, rechtens oder gerecht sei. Während die Bild aber leidiglich ein paar Fakten aufzählt und verschiedene Stimmen relativ unkommentiert zu Wort kommen lässt, weiß die TaZ bereits, das der Karfreitag, oder besser, die Christen, allen Leid zufügen und spricht von Willkür.
RP Online geht unterdessen den wirklich wichtigen Fragen des Lebens auf den Grund. Natürlich dem Geld und der Spritpreisentwicklung. Naja, ganz fair ist das von mir nicht. RP hat noch deutlich mehr Artikel zu bieten, dies zudem in allen Tonlagen. Die Rede des Papstes fand dabei Einzug, regionale Begehung, oder auch Passionswege der ergreifenden Art.
Die Tagesschau der ARD legt zwar in der Überschrift mal wieder merkwürdige Schwerpunkte, der Artikel selbst ist durchaus ... nett, legt aber gleich nach.
Der Stern stellt ein Video online, welches zumindest die Abläufe in Rom halbwegs darstellt, in der Überschrift dem Papst positiv begegnet.


Ostern, seine Bedeutung, seine Geschichte, seine Bräuche, diesjähriges Begehen fanden sich vielfach wieder. Darum nur eine kleine Auswahl der bereits oben zitierten Medien.
Focus
RP Online zum Ersten, Zweiten und Dritten.
Welt

Bemerkenswert ist aber wieder mal der Fokus vieler Berichte auf den Philppinen. Dort lassen sich jedes Jahr viele Gläubige selbst ans Kreuz schlagen, eine Praxis welche die katholische Kirche strikt ablehnt, was aber nur selten erwähnt wird.Wissenschaftlich angezogen, dabei aber vor allem mit Unterstellungen arbeitet dabei das Portal "Humanist News".

Sonstiges in diesen Tagen.

Über den zu Unrecht verfehmten Papst Pius XII. gab es am 30. einen lesenswerten Artikel in der Welt.

Zwar am Mittwoch vor Ostern, aber darum trotzdem in unfeiner Nähe erschien ein Artikel über das Buch "Nonnen von Sant'Ambrogio" von Hubert Wolf. Das Sensationsheischende daran wird der kritische Leser selbst erkennen...


Einen kritischen Artikel von, mal wieder, Alan Posener, fand ich in der Welt. Doch diesmal bekommt nicht (oder nur in Seitenhieben) die katholische Kirche Beachtung, sondern die evangelische Kirche. Lang, wie bei Posener üblich nicht selten polemisch, trotz allem aber aufgrund der vielen Stellungsnahmen sehr interessant.

 Auch die Muslime haben Ostern genutzt. So forderten sie eigene Feiertage, die Lego - Star Wars Reihe stampft aufgrund angeblicher Ähnlichkeit "Jabbas Palast" ein. Just erschien in der Welt ein Artikel über Jesus und seinen Tod aus Sicht des Islam, in welchem christliche Einsprüche als "Polemik" bezeichnet werden, die Bezichtigung des Koran, die christliche Lehre sei eine Verfälschung gar nicht, die Ablehnung der Trintät durch Muslime sehr verständnisvoll beschrieben werden.




Vermutlich habe ich eine Menge Artikel, Berichte und Polemiken verpasst, Vollständigkeit so gut wie ausgeschlossen.