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Dienstag, 12. Juli 2016

FAZ zur Black Panther Bewegung und Rassenthematik

Der Artikel machte auf mit einem Bild von Beyonce während ihres Auftrittes beim Superbowl - eine eigentlich rein zu Unterhaltung dienende Veranstaltung über alle sozialen Grenzen hinweg, die unpolitischer nicht gewesen sein könnte. Zwar hat es auch in der Vergangenheit immer wieder Künstler gegeben, die Anliegen unterbrachten, so etwa Michael Jackson, aber Beyonce politisierte und polarisierte, als sie eine regelrechte Ehrung der gewaltätigen und wegen mehrer Morde in Verruf geratenen Black Panther Bewegung vorspielte, während sie einen Song darbot, dessen Video bereits Rassismus vorwarf, während es selbst rassistische Rollenbilder lieferte.

Also dachte ich mir, dass nun jemand Kritik liefern würde, nachdem diese Black Power Bewegung (die neben Namen auch in Symbol mit der "White Power" Bewegung teilt) nun für eine Reihe von Mordanschlägen und mehrere Tote in den letzten Tagen verantwortlich ist.
Weit gefehlt. Der Artikel beginnt:
Die „Black Panther Party“ sah sich in den sechziger und siebziger Jahren in Amerika im Widerstand gegen weiße Polizeigewalt. 50 Jahre später gehen Afroamerikaner wieder auf die Straße – aus denselben Gründen. Nur mit einem anderen Ansatz.
Neben der Tatsache, dass die Panther Bewegung sich illegal bewaffnete - ein Anliegen, dass Redakteure deutscher Zeitungen normalerweise auf legale Bewaffnungsmöglichkeit zurückführen und verdammen, ist ihre Geschichte wie ihr Personal die von Gewalt und Verbrechen.
Das blendet die FAZ mal eben komplett aus.
Als Schweine wurden die Polizisten in den Karikaturen der Parteizeitung dargestellt und beleidigt. Das hat maßgeblich zum Untergang der „Black Panther“ beigetragen, denn das FBI hatte es sich daraufhin zum Ziel gesetzt, die militante Organisation zu brechen und zu zerstören. Wie genau das gelungen ist, und wieviel ihre Mitglieder selbst dazu beigetragen haben, ist umstritten. Fest steht, dass Ende der sechziger Jahre immer wieder führende Köpfe der Panthers verhaftet oder bei Razzien von Polizisten erschossen wurden. Anfang der siebziger Jahre begann sich die „Black Panther Party“ nach einem internen Machtkampf langsam selbst aufzulösen, seit 1982 gibt es die Partei nicht mehr.
Das die Strukturen der Black Panthers Ende der 70er und den frühen 80ern vermehrt für organisierte Kriminalität genutzt wurden, diese Information fällt für den Schreiber wohl unter den Bereich "umstrittene Gründe für den Untergang". Auch das der "interne Machtkampf" durchaus blutig ausgetragen wurde.

Einer der Gründer der Black Panthers , Huey Newton, wurde wegen Angriffs mit einer tödlichen Waffe zu lediglich sechs Monaten Haft verurteilt, nachdem er mehrfach auf einen anderen schwarzen Mann einstach. Als er im Oktober 1964 freikam, feierte er dies mit Black Panther Mitgliedern. Auf dem Rückweg geriet er in eine Polizeikontrolle. Er wurde identifiziert und die Beamten nahmen ihn vorläufig wegen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen fest, riefen nach Verstärkung, was 1964 deutlich länger dauerte. Bis die Verstärkung da war, lag ein Beamter mit vier Schüssen tot am Bodem, der andere wurde drei Mal getroffen und überlebte verletzt. Newton hatte einen Bauchschuss. Nach seiner, dem überlebenden Polizisten widersprechenden Aussage, hätten die Beamten zuerst auf ihn geschossen und sich dann gegenseitig verletzt.
In erster Instanz zu 15 Jahren wegen eines Tötungsdeliktes verurteilt, wurde diese Strafe wiederrufen. In zwei folgenden Prozessen verhinderte stets mindestens ein Mitglied der Jury eine Einigung der Geschworenen und so mussten die Prozesse ergebnislos abgebrochen werden. Ein vierter Prozess wurde abgelehnt.
Newton reiste nach China, wo die kommunistische Mao Regierung für ihn ein Schaulaufen organisierte und er die höchsten Beamten des Landes außer Mao traf. In seinem Urteil war das maoistische China, wo zu diesem Zeitpunkt mindestens 40 Millionen Menschen umgebracht worden waren, und der in seiner "Roten Bibel" schrieb, dass die Macht aus den Läufen der Gewehre komme, ein "freies und fortschritliches Land unter sozialistischer Regierung". Zu diesem Zeitpunkt schufteten sich vermutlich über 700 000 Menschen in Konzentrationslager zu Tode. Etwa ein Jahr nach seiner Abreise begannen die "Roten Garden" auf Betreiben der Regierung mit  "Säuberungen", die Freidenker und Kritiker zu Freiwild machte. Allein In Bejing (Peking) wurden 1966 100 Lehrer von ihren Schülern ermordet. Meist öffentlich und qualvoll.
Es folgten mindestens ein weiterer Mord und mehrere Gewaltakte, meist unpolitischer Natur, deren Strafverfolgung er sich durch eine Flucht nach Kuba entzog.
Die Strafverfolgung kam durch Einschüchterung und Mordversuche an den Zeugen ums Leben. Der Mordversuch an einer Zeugin konnte eindeutig auf die Black Panthers zurückgeführt werden - diese hatten sich im Haus geirrt, der Nachbar war bewaffnet und erschoss ein Mitglied, dessen Leiche identifiziert werden konnte. Einen weiteren Verwundete er. Dieser konnte Mithilfe eines anderen Black Panthers, Nelson Malloy, in den Reihen der Sanitäter entkommen - der Sanitäter sollte zum Schweigen gebracht werden, überlebte aber und identifizierte seine Angreifer aus den Reihen seiner Bewegung. Newton konnte keine Verbindung nachgewiesen werden und ging so mit seinen Verbrechen frei aus. Er kehrte in die USA zurück. Er starb 1989 eines gewaltsamen Todes, als er nach dem verlassen eines Crack Houses, eines Drogenumschlagplatzes von einem Mitglied einer anderen Black Power Bewegung erschossen wurde.
Obwohl zu seinen Opfern nicht "nur" Polizisten und vor allem Schwarze zählen, wird dieser Gewalttäter seit einigen Jahren als Märtyrer im Kampf für die Rechte der Schwarzen und gegen die Unterdrückung verehrt. Das dies nicht nur unwidersprochen hingenommen sondern teilweise aufgegriffen wurde, führte m.E. mit zur jetzigen Situation. Der 2015 veröffentliche Dokumentarfilm über die Black Panther bspw. spricht zwar einen getöteten Polizisten an - mehr von Newtons dunkler Geschichte jedoch nicht.
Dabei ist Newton nur eines der vielen Beispiele, wie man allein an seinen vielen Handlangern wahrnehmen kann.

Auch beleuchtet sein Leben ein soziales Problem, welches den FAZ Artikel ad absurdum führen, mehr noch, zu einem verlogenen Pamphlet machen.
Die „New Black Panther Party“ hat es sich zum Ziel gemacht, die amerikanische Gesellschaft, in der Schwarze überdurchschnittlich oft Opfer von Polizeigewalt werden, unter genau diesem Slogan zu revolutionieren. Wie schwer es allerdings ist, die Strukturen der amerikanischen Gesellschaft aufzubrechen, zeigt die Tatsache, dass es vor 50 Jahren schon einmal eine „Black Panther Party“ gegeben hat, die damals genau dieselbe politische Agenda hatte.
Überdurchschnittlich ist richtig - denn noch immer sterben mehr als doppelt so viele Weiße durch Polizeigewalt (sowohl gerechtfertigte als auch übertriebene oder kriminelle). Da die schwarze Bevölkerung (insgesamt) nur ca 12 - 14 % der Gesamtpopulation der USA ausmacht, ist das in Relation mehr als zu erwarten, wenn "alles gleich" wäre.
Beweis für Rassismus ist dies jedoch noch nicht, wie Newtons eigene Biographie darstellt.
Denn junge schwarze Männer machen auch unter den Mordopfern ohne Polizeibeteiligung weit mehr als ihren Anteil in der Bevölkerung aus. Die meisten dieser Fälle haben entweder einen Gang-, Drogen- oder Beziehungshintergrund. Dies ist also ein soziales Problem - kein Rassismus.
Unter den bewaffneten Widerständlern gegen Verhaftung machen schwarze junge Männer ebenfalls einen deutlich überdurchschnittlichen Anteil aus - sowohl insgesamt als auch unter den Verhaftungen in den jeweiligen Gruppen (Rasse, Alter, Geschlecht). Das heisst, die Polizisten treffen bei schwarzen jungen Männer weit häufiger auf für sie lebensbedrohliche Gewalt, als bei Weißen, Asiaten, Latinos oder Orientalen.
Unter den Mördern an den schwarzen jungen Männern sind mit überwältigender Mehrheit schwarze junge Männer vertreten. Die Einordung in ein soziales Problem, oft verkürzt als "thug cultur", als "Schläger Kultur" wiedergegeben und in Rap-Songs wie Lifestyle glorifiziert wird offensichtlich.
Dies schlägt sich auch in anderen Verbrechen wieder. So sind von 100 Vergewaltigern 57 weiß aber 27 schwarz - und damit weit mehr als in Relation zu erwarten wären.

Überschreiten wir jetzt die Gruppengrenze stellen wir fest, dass schwarze junge Männer auch über durchschnittlich oft die Täter bei Verbrechen an Weißen sind. Vergewaltigung, Mord, Körperverletzung. Gerade Vergewaltigung und Mord fallen hier auf. Vergewaltigung, die sonst eher im eigenen Umfeld und zumindest im eigenen ethischen Umfeld stattfindet sieht weit über die Proportion hinaus viele Übergriffe auf weiße Frauen durch schwarze Männer. Wie in allen diesen Bereichen ist es schwer aktuelle und verläßliche Zahlen zu finden, aber es scheint, dass bis zu einem Drittel der weißen Opfer von Vergewaltigung zu diesen durch schwarze Täter wird.
Umgekehrt sind unter den schwarzen Opfern von Vergewaltigung "lediglich" zwischen 20 und 5% durch weiße Täter angegriffen worden. (Die große Bandbreite spiegelt die stark variierenden Angaben wieder, die ich fand. Den extremsten Angaben, nämlich 0% schenke ich keinen Glauben).

Auch die FAZ weiß, dass es eben nicht nur schwarze trifft, schreibt dies auch, aber ignoriert dann alle anderen Möglichkeiten.
Natürlich gibt es nicht nur Polizeigewalt gegen Schwarze. Laut Recherchen der Zeitung „Washington Post“ wurden allein 2015 in Amerika 990 Menschen von Polizisten getötet. 494 waren Weiße, 258  Afroamerikaner. Das sind 26 Prozent aller Fälle. Dabei machen Schwarze nur 13 Prozent der amerikanischen Bevölkerung aus – sie sind also überdurchschnittlich von Polizeigewalt betroffen.

Und bevor nun jemand einen anderen Hintergrund hineinliest: ich halte dies wie mehrfach gesagt, für ein soziales Problem. Die "black community", die schwarze Gemeinschaft in den USA kämpft gegen innere Probleme - oder vielmehr, sie kämpft nicht. Der ausgeschiedene Präsidentschaftskandidat Ben Carson sprach es mehrfach an. Eine Gesellschaft, in der die Mehrheit der Kinder von ihren Vätern verlassen und ignoriert werden, in der Kriminelle verehrt und die Selbstreflektion lediglich in der Opferrolle besteht, kann nicht gesunden.
Die eigenen Probleme werden auf andere, in diesem Fall die Weißen projeziert um jemanden, nicht sich selbst, verantwortlich machen zu können. Es gibt viele aufrechte Schwarze in den USA, die gegen diese Haltung, diesen Teufelskreis angehen - aber ihre Bewegung wird weder bejubelt noch befördert. Im Gegenteil.
Newton ist dafür ein Beispiel. Ein starker Hang zur Gewalt und die Vermeidung jeglicher Verantwortung für seine Taten, trotz hoher Intelligenz. Da ist das Wiederaufleben kein Beweis für die Stabilität von rassistischen Strukturen.

Die oben angesprochene Doku wird ebenfalls als "Beleg" zitiert, ebenso wie andere Dokumente der "black history". Was nicht angesprochen ist, dass diejenigen, die dort ihre Angst ausdrücken zu Opfern von Polizeigewalt zu werden weit mehr Angst vor ihren "Mitstreitern" hätten haben sollen.
Mindestens ebensoviele Black Panther starben durch die Hand ihrer "Brüder" oder rivalisierender Schwarzer, wie durch die Polizei. Angesichts der Tatsache, dass die Black Panther aktiv gegen die Polizei vorgingen oder diese bewaffnet bedrohten oder stalkten spricht das eigentlich genau das Gegenteil.

Völlig verlogen oder ahnungslos dann dieser Absatz
Die Fälle von Eric Garner, Michael Brown und Alton Sterling und die gängige Erklärung der Polizeibehörden, man habe gedacht, der Verdächtige sei bewaffnet und wolle gar nach seiner Schusswaffe greifen, zeigen, dass Coates zumindest ansatzweise Recht hat.
Eric Garners Fall wurde von einer gemischten Grand Jury abgelehnt. Hintergrund dieses Vorfalles war, dass der mehrfach im Knast gewesene Kleinkriminelle mal wieder beim Dealen mit Zigaretten erwischt wurde - zwar kein schweres Verbrechen, aber ein verbreitetes Vergehen, welches die Stadt geahndet sehen will, um ihre von Kioskbetreibern erhobene Tabaksteuer nicht zu riskieren und die damit verbundene "Eindämmung des Rauchens" betreiben zu können.
Eric Garner, ein riesiger Mann mit extremen Körpermaßen, widersetzte sich der Festnahme. Er zog seine Hände aus dem Griff der Polizei und fuchtelte mit den Armen herum, während er zunehmend lauter wurde. Ein Beamter setzte einen Polizeigriff ein, den er nicht hätte benutzen dürfen. Dieser allein war aber nicht das Problem. Garner wurde von einem dutzend Krankenheiten geplagt, die meisten davon aus seiner Fettleibigkeit geboren. Dazu kamen Asthma und ein Herzproblem.
Die neben den ausführenden Beamten stehende Supervisorin, also Chefin vor Ort, war ein weiblicher, schwarzer Seargent. Auch diese sah das Vorgehen gerechtfertigt.
Garner, der am Boden lag, klagte laut und deutlich mehrfach, dass er nicht atmen könne. Obwohl dieser Kontext Gegenstand vieler schwarzer Witze ist, so ist lautes Rufen mit der Behauptung nicht atmen zu können für Beamte, die jeden Tag bei Festnahmen gesundheitliche Klagen zu hören bekommen erstmal nicht glaubhaft. Erst, als Garner zu kolabieren drohte und seine Rufe wirklich erbärmlich klangen, ließ man bereitstehende Sanitäter zugreifen - die ebenfalls Zweifel an der Echtheit hatten.
Garner verstarb an einer Kombination verschiedener Probleme, u.a. einem Asthma-Anfall, Herzrythmusstörungen und einem erhöhten Stress-Pegel. Der Gerichtsmediziner trug ins Protokoll ein, dass am Hals Quetschungen zu finden waren, die zum Tode "beitrugen".
Die einzige Gewalt gegen Garner, war der besagte Griff, der lediglich dazu diente, ihn, den Widerständler, zu Boden zu ringen angesichts einer bedrohlichen Situation.
Der Beamte erhielt wegen seines unerlaubten Griffes eine disziplinarische Maßnahme, der Fall wurde berühmt und eine Grand Jury verhandelte, ob es zur Anklage gegen die Beamten kam.

Michael Brown, der kurz vor seinem Tod einen kleinen Laden beraubte, griff einen Polizeibeamten an, versuchte ihm die Waffe zu entwenden und schlug ihn. Nach Aussage des  Polizisten bedrohte er ihn. Brown, der u.a. in Gangster-Rap-Songs mit seiner Gewaltbereitschaft geprahlt hatte, wurde erschossen, als der Beamte den Eindruck hatte, er würde erneut auf ihn einstürmen. Die Autopsieergebnisse können so gelesen werden. Die ersten Zeugenaussagen aus der schwarzen Gegend, in der dies geschah entsprachen entweder dieser Darstellung oder wurden als komplett erlogen entlarvt - so etwa die seines Komplizen und Freundes, der aussagte, er hätte sich mit erhobenen Händen hingekniet und wäre aus nächster Nähe von hinten exekutiert worden.
Egal wie die letzten Sekunden waren - den vorherigen Teil auszulassen und Brown als unschuldiges Opfer unnötiger Gewalt darzustellen ist verlogen.

Der letzte genannte Fall ist noch gar nicht behandelt worden. Die Ermittlungen laufen noch, Zeugenaussagen werden noch immer gesammelt. Bislang ist klar: die Beamten handelten nicht profesionell und Sterling selbst leistete Widerstand. Alles andere wird noch zu klären sein - aber nicht für den Journalisten, der bereits alles genau einzuordnen vermag.

Während also die Relation der Kern der These des polizeilichen Rassismus ist so wird alles andere an Statistiken und Daten gepflegt ignoriert.
Heute suchen viele Polizisten und afro-amerikanische Aktivisten einen anderen Weg. Es wird auf Repräsentation in der Politik und in der Polizei gesetzt, die Stadt Ferguson bekam etwa nach dem Tod Michael Browns durch Polizeikugeln ihren ersten schwarzen Polizeichef, Delrish Moss. Auch der Polizeichef von Dallas, David Brown, ist Afroamerikaner. Informationen des amerikanischen Justizministeriums zufolge sind inzwischen etwa zwölf Prozent aller lokalen Polizeibeamten schwarz, zwischen 1987 and 2013 hat sich der Anteil fast verdoppelt.
12% aller Polizeibeamten sind also schwarz. Auch nur eine Sekunde darüber nachzudenken, was dies für Verantwortung und Umsetzung in Sachen Rassismus bedeuten würde, das kommt nicht in den Sinn. Vielfach haben sich Kollegen und schwarze Chefs hinter Beamte gestellt, die des Rassismus gezichtigt wurden - das ist keine Meldung wert. Aber ein LA Beamter, der Amok läuft und dabei die Familie eines anderen Beamten ermordet und damit droht, dies weiter zu betreiben - der wird mit Verständnis behandelt und sein Anliegen als gerecht.

Im Gegensatz zu der „Black Lives Matter“-Bewegung werden sie als rassistische, gewaltbereite Organisation porträtiert, die mit der Polizei auf Konfrontationskurs geht, schreibt die „Washington Post“.
Ob das stimmt, ist schwer zu beweisen. Die neuen Panthers reagieren nicht auf Presseanfragen und geben sich als mysteriöse Untergrund-Kämpfer.
Hier wird es nun lächerlich. "Black Power" Rufe und eine geballte, erhobene Faust sind auch bei der neuen Bewegung Symbolik. Wer das nicht als rassistisch einzustufen vermag, der sollte sich auch bei "White Power" und dem gleichen, in weiß gehaltenen Symbol zurückhalten oder sich gleich "Heuchler" auf die Stirn tätowieren.
Beides sind rassistische Bewegungen, durch und durch. Das gilt in meinen Augen etwas abgemildert auch für die BLM Bewegung. Zahllose Mitglieder und zahllose Demonstrationen stehen hierfür als Zeugen bereit, in denen Vorurteile und Pauschalisierungen, Phrasen und unbewiesene Verschwörungstheorien kursieren.
Die FAZ singt unterdessen ein Loblied auf BLM und die originallen Panthers, verweist auf die Witwe Newtons. Kein Wort über dessen kriminelles Leben oder die zum Schweigen gebrachten Zeugen und Helfer.

Der ganze Artikel blendet den Teil der Geschichte aus, der aus Helden Banditen macht. Er blendet die Seite aus, die den angeblichen Rassismus in ein anderes Licht rückt.
Keine Frage, WARUM es mehr Kontrollen gibt - man will es bereits wissen.
Im streben, ein "Guter" zu sein, ein "social justice warrior" wird als erstes Faktenwissen bekämpft. Unehrlich und traurig.

Ich hoffe sehr, dass sich nun mehr Ohren finden, die jenen Schwarzen zuhören, die erstmal die inneren Probleme lösen. Allein an einem Wochenende in der Stadt Chicago sterben im Schnitt mehr schwarze Jugendliche durch Gewalt schwarzer Jugendlicher (meist Gangrivalität) als durch die Polizei an der gesamten Ostküste im Verlauf eines Halbjahres.
Wenn "schwarze Leben zählen" - wieso dann nicht die kleinen Mädchen, die in ihren Häusern durch schwarze Gangmitglieder tödlich verletzt werden, während sie in einem "drive by shooting" mit vollautomatischen Waffen draußen vorbeirasen und versuchen einen Rivalen zu töten...

Mittwoch, 10. Februar 2016

Beyonces Gewaltverherrlichung und Aufruf zu den Waffen

Der Superbowl ist für die deutschen Medienschaffenden und einen großen Teil unserer Bevölkerung ein steter Quell der Verwunderung und auch des Humors. Da steht ein ganzes Land einen Abend lang Kopf, nichts geht mehr, weil zwei Teams die Landesmeisterschaft in einem Spiel austragen, dass so von Pausen und Werbung durchdrungen ist, dass der Sport selbst nur noch Nebensache scheint. Oben drauf wird das Ereignis von einer Show eingerahmt, die das Wort Superlative zu klein erscheinen lässt. Wer singt die Nationalhymne, welche Superstars treten in der Pausenshow auf, welche Choreographie wird geboten und welche Marken machen die beste Werbung.
Das wir mit unserem Fußball zwar einen immerhin 45 Minuten dauernden Spielfluß aber sonst auch ein oft völlig befremdliches Brimborium betreiben und unsere Superstars ebenso bezahlt und vergöttert werden wie die NFL-Athleten - die aber nach einer relativ kurzen Karriere i.d.R. gesundheitlich völlig am Ende sind, wird dabei ausgeblendet. Ist ja auch nichts dagegen zu sagen, dass an jedem zweiten privaten Fahnenmast statt der Nationalfahne o.ä. die Farben des Lieblingsvereines wehen...

Umso erstaunlicher ist die Berichterstattung der Medienlandschaft zum diesjährigen Superbowl. Nicht, weil dieser der 50. ist und sein Jubiläum so richtig begehen lässt. Oder weil zwei Mannschaften antreten, die nicht gerade die typischen Vertreter des Endspieles und die bestfinanzierten der Liga sind.  Sondern weil zwei konstante Elemente unserer Berichterstattung aufeinander fielen.
Zum einen besagtes, fremdartiges Event und zum anderen die Rassenunruhen. Während die Proteste über die mangelnden Nominierungen von schwarzen Schauspielern für die Oscars immer wieder auftauchen, ist das, was in der Halbzeitshow passierte erst jetzt, nachdem Offizielle in den USA Kritik äußerten auch bei einzelnen Journalisten in unserem Land einen genaueren Blick wert. Oder besser, einen nichtkritischen genaueren Blick.

Was passierte denn?
Nachdem zu Beginn der Veranstaltung Lady Gaga die Nationalhymne sang, sollte Coldplay den Hauptakt in der Pause geben. Eingeladen wurden allerdings auch Beyonce und Bruno Mars als "guest acts" - also als Nebendarsteller. Beyonce hatte wenige Tage zuvor ihren Song "Formation" veröffentlicht. Zu diesem lieferte sie ein Video voller politischer Aussagen, wenn man es freundlich ausdrücken will. So steht sie auf dem Dach eines im Wasser versinkenden Polizeiwagens in New Orleans während "stop shooting us" als an die Wand gesprühte Botschaft eingeblendet wird - eine Ansage die sich auf die Behauptung bezieht, US Polizisten würden per se ohne Grund auf schwarze Männer schießen. Der Text preist, was sie als "typisch schwarz" ansieht. Sie zeigt deutlich, dass sie mit der "Black Lives Matter" Bewegung zusammenarbeitet und einer Meinung ist. Diese Bewegung ist u.a. mitverantwortlich für Unruhen in Ferguson, Baltimore und vielen anderen Städten. Dutzende von Videos zeigen ihre Aktivisten, wie sie rassistische Beleidigungen gegen Polizeibeamte ausstoßen, öffentliche Einrichtungen, Strassen und Ämter besetzen. Eines ihrer Mitglieder eröffnete das Feuer auf einen Polizeibeamten, Joseph Cameron Ponder, während dieser versuchte für ihn und seine Familie, inklusive zweier Kinder, ein Hotelzimmer zu organisieren, nachdem er bei einer Routinekontrolle festgestellt hatte, dass sein Führerschein abgelaufen war. Nachdem er den jungen Beamten vor den Augen der Kinder ermordet hatte, floh er in einen nahegelegenen Wald, wo er Stunden später bei einem Schusswechsel mit der Polizei tödlich verletzt wurde.
Ein führendes Mitglied, Shaun King, entpuppte sich als Weißer, der lediglich aufgrund der Vorteile so tat, als sei er wenigstens zur Hälfte schwarz.
Zu verschiedenen Gelegenheiten veröffentlichten Aktivisten Videos, die bspw. "die Jagdsaisson auf Polizisten ist eröffnet" als Inhalt wählten. Lediglich Shaun King wurde bislang von der Organisation verstoßen.
Diese Organisation, die u.a. "hands up, dont shoot" als Slogan skandiert, der auch von Beyonce während der Halbzeitshow genutzt wurde, betrachtet auch zwei Jahre nach den Ereignissen von Ferguson, den Tod von Michael Brown als Mord - obwohl mittlerweile sowohl der Raub im Vorfeld, der Angriff auf den Beamten und die anschließende Szenerie ermittelt und analysiert wurden und zugunsten des Beamten sprechen.
Auch das einer seiner Bekannten, Tyrone Harris, nachweislich am ersten Jahrestag eine Waffe zog und auf Beamte schoß, was sich als fatale Handlung herausstellen sollte, ficht den Ruf der Bewegung nicht an - addierte aber einen Namen auf deren Liste der "Unschuldigen".
Kein Wort der Distanzierung auch zum zweifachen Polizistenmörder Ismaaiyl Abdullah Brinsley. Dieser sendete noch eine Nachricht, in der er rassistische Rache ankündigte, bevor er erst seine Freundin, die ihn aufzuhalten versuchte schwer verletzte und anschließend Wenjian Liu und Rafael Ramos während einer Pause in ihrem Fahrzeug erschoß. Der NY Bürgermeister, DeBlasio, der sogar noch während dieser Vorgänge seine Polizei des rassistischen Vorgehens beschuldigte, erfuhr eine Weile des Widerstandes von Seiten der Beamten, die ihm mangelnde Unterstützung oder sogar Förderung der gegen die Polizei gerichteten Gewalt vorwarfen.

Ich könnte jetzt noch eine Weile so weitermachen, aber um es kurz zu fassen, Beyonce hat schon vor dem Superbowl ihre Anti-Polizei, pro Black Lives Matter Haltung klar gemacht. In ihrem Video ist auch von "Diversität" nichts zu sehen. Schwarze Sänger, Statisten und Tänzer - davon allerdings jede Menge. Die einzigen Weißen sind in "anti riot" Ausrüstung gekleidete Beamte (dafür ist von diesen keiner schwarz - als wäre die Polizei rassistisch weiß). Vor diesen tanzt ein schwarzer Junge in einem schwarzen Hoodie. Die Szene wird erst aufgelöst, als er vor ihnen demonstrativ die Hände hebt  und sie es ihm gleich tun - besagte "hands up, dont shoot" Referenz.

Schon im Video bilden die Tänzerinnen ein X als Bestandteil des Namen Malcolm X, eines führenden Mitgliedes der Nation of Islam, welche die Weißen und das Christentum für die Sklaverei allein verantwortlich machte und im Islam die Befreiung und Erlösung sah und ebenfalls Gewalt als legitimes Mittel betrachtete. So wurden christliche Namen beim Eintritt abgelegt und muslimische Gewählt. Kein Mitglied hatte je die berechtigte Kritik von Historikern akzeptiert, dass es immerhin mehr Sklaven in islamischen Staaten gab und die Vorfahren der Afro-Amerikaner durch muslimische Sklavenjäger in blutigen Überfällen eingefangen und zur Küste transport worden waren.

In der Show aber setzte Beyonce noch einen drauf. Sie trat mit einer großen Formation an ausschließlich schwarzen Backgroundtänzerinnen auf. Sie wie auch ihre Tänzerinnen waren alle in Kostüme gekleidet, die an die Uniformen der Black Panthers, einer radikalen und gewalttätigen Organisation, die sich zuerst einen Namen machte, als sie bewaffnet hinter Polizeiwagen herfuhr, um "die Wächter zu bewachen" ("policing the police").
Über dieses Vorgehen wurde die Situation landesweit immer gereizter, bis ein Black Panther Mitglied einen Beamten bei einer Verkehrskontrolle tötete und einen weiteren Verletzte.
Kurz darauf inszenierte ein Chapter, also eine Ortsgruppe, einen Hinterhalt mit dem Ziel eines Schusswechsels mit der Polizei. Bei diesem wurden zwei Beamte verletzt, ein Black Panther Mitglied getötet und ein weiteres verletzt.
Ab hier ging es Schlag auf Schlag. Immer wieder gab es Schusswechsel oder Verhaftungen, etwa wegen Vergewaltigung. Dazu brachen bewaffnete Kämpfe zwischen Ortsgruppen aus, mitunter auch mit der nationalen Organisation.
Zwar gingen auch FBI und manche Polizei nicht zimperlich vor, es kam sogar zu einer offensichtlichen Ermordung, aber die Organisation bestand weiterhin.
Aus den ehemals hohen Zielen, etwa dem Kampf gegen Drogen und Hunger, wurde nach und nach zunehmende Machtgier und Korruption. Verwicklung in Drogengeschäfte und gewaltsamer Einfluß auf lokale Wahlen kosteten sie mehr und mehr Unterstützung, bis sie in den frühen 80ern regelrecht "ausstarb".

Diese Gruppe und diesen Menschen galt also Beyonces Gruß und an ihre "Arbeit" erinnerte sie u.a. mit dem für die Organisation typischen Gruß.
Nach "Nipplegate" wurde die Liveübertragung des Superbowls um einige Sekunden verzögert, so dass die Sender eingreifen können, wenn etwas unvorhergesehenes passiert. Der blanke Rassismus und die Anti-Polizei Haltung von Beyonce gehörte offenbar nicht dazu.
Die meisten unserer Reporter waren nicht in der Lage, die gezeigten Elemente, die Aktivistin Beyonce und den Text des Songs in Einklang zu bringen und festzustellen, was da vorging, und mutmaßten eher eine Referenz an Michael Jackson - und konnten damit nicht weiter entfernt liegen. Oder sie feierten die "gute Stimmung" usw.
Man stelle sich mal vor, in Zimbabwe würde eine Burenband (ja ich weiß, die gehören eher zu Südafrika, aber so ist leichter zu verstehen was ich meine) auftreten, ausschließlich mit weißen Künstlern und Tänzern usw. und würden darüber singen, wie brutal die Enteignung und Verhaftungswelle an Weißen wäre und dabei den Gruß der "White Power" Bewegung zeigen und die Uniform der britischen Kolonialtruppen tragen. Obwohl hier mehr Substanz in den Anschuldigungen liegen würde, die gewählten Symbole würden einen Aufschrei verursachen - auch in Europa, dass sich einen feuchten Dreck um die Vorgänge in Zimbabwe kümmert.

Und hier, bei einem der prominentesten und meistgesehenen Ereignisse wird dies umgekehrt praktiziert - und nichts kommt an. Im Gegenteil, jegliche Klage wird sofort ins "rechte Lager" verbannt.

Wenn es in den USA zu Rassenunruhen kommen sollte, dann ist es solche Ignoranz und wiedermal übertriebene Toleranz, die daran maßgeblich Anteil hat und den wir auch in unserem Land immer wieder vorfinden.
Ein erschossener schwarzer Junge ist Schlagzeile - auch wenn er hinter der Bezeichnung "unbewaffnet" eine Spielzeugwaffe trug, welche als solche nicht zu identifizieren war.
Eine schwarze Aktivistin, die "black power" Zeichen geben darf und einer mörderischen Vereinigung huldigt, während sie die Polizei in einen großen Beschuldigungstopf wirft - das ist cool...