Als Katholik ist man einiges gewohnt und manches akzeptiert man ohnehin - selbst als Konservativer.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Kirchen sich anbieten als Diskussionspodium und dergleich zu dienen - auch wenn ich dann für bestimmte Vorkehrungen in Sachen Sakristei, Kreuz, Heiligenfiguren usw. bin.
Die Kirche steht in der Welt.
Allerdings sehe ich das anders in Bezug auf, ich formuliere es mal salopp, heilige Ort. Solche von hoher Bedeutung, Wichtigkeit oder besonderem Hintergrund. Lourdes, Grabeskirchen und natürlich der Petersdom (auch wenn die gesonderte Nennung eigentlich unnötig ist...) sind für mich Orte, für die rein weltliches keine Rolle spielen sollte. Die Verquickung von weltlich und geistlich hat unserer Kirche viel Schaden zugefügt, viel Porzellan zerbrochen, welches uns heute gerne vorgehalten wird. Und die Kirche wurde dadurch schuldig an manchem Leid - etwas, dass nie hätte passieren dürfen.
Die Diskussionen rund um die Position der Kirche drehen sich mittlerweile meistens um den "Zeitgeist", dem sie sich anpassen solle. Die Unterscheidung, die Trennung zwischen weltlich, politisch und religiös, theologisch, kirchlich ist dabei von hoher Bedeutung.
Natürlich muss die Kirche den Menschen zum verantwortungsvollen Umgang mit seiner Umwelt, seinen Menschen, der Natur auffordern. Und natürlich sollte auch jeder Kleriker bis hin zum Papst seine persönliche Haltung und Meinung haben und äußern dürfen, welche Probleme es gibt, woran sie seiner Meinung nach liegen und wie sie zu lösen sind.
Aber gerade das Thema Klimarettung und Umweltschutz ist derzeit mehr ein politisches und gesellschaftliches Eisen, welches die Kirche als solche mit großer Zurückhaltung und dem Verweis auf den verantwortungsvollen Umgang beantworten sollte - und nicht voll hinein in die geladene und teilweise gewalttätige Auseinandersetzung mittragen sollte.
Aus der Sicht des Historiker ist die Aufregung über den Klimawandel ein echtes Affentheater. Klimaschwankungen sind normal, kleine Eiszeiten hatten wir vor wenigen Jahrhunderten noch in Europa, die Römer hatten eine Wärmezeit inklusive blühendem Nordafrika und der Mensch täte schlicht gut daran, sich auf derartiges vorzubereiten, statt im arroganten Glauben zu verharren, er könne das Wetter bestimmen.
Derzeit aber spielt vor allem unser heiliger Vater in dieser Aufregung eine vielbachtete Rolle. So schickte er Schuhe nach Paris, wie tausende anderer auch, als Zeichen des Protests. Das dieser Versand und Aufwand wohl wenig klimaneutral ablief... geschenkt. Die Protestler aber trampelten (unbeabsichtigt aber auch unbeachtet) bspw. die Mahnmale für die eine Woche zuvor ermordeten Opfer des islamischen Terroranschlages nieder. Schon da wäre mehr Abstand oder Kritik in meinen Augen wichtig gewesen.
Vor Monaten schon gab es die Enzyklika zum Thema Umwelt.
Und jetzt wird der Petersdom im Rahmen der Festivitäten zum Heiligen Jahr mit Tierbildern angestrahlt. Es beginnt mit dem Motto des heiligen Jahres: Misericordes sicut pater - mitleidig / barmherzig wie der Vater. Es folgen nach Sternschnuppenregen vor Vollmond und einem Meer aus Kerzen eine mehrfach gespiegelte weiße Taube, deren Flügschlag klingend begleitet wird.
Dann folgen Landschafts- und Tierbilder. Mehrmals Affen, Tiger, Schmetterlinge, Quallen usw. Dazwischen sind auch mal Menschen verschiedenster Kultur zu sehen.
Aus künstlerischer Sicht eine sehr anschauliche und handwerklich gute Vorstellung. Die Schöhnheit unserer Welt ist in manchen Bilder greifbar.
Die dahinter stehende Botschaft und die dabei gewählten Bilder sind aber für den Ort, zumindest in meinen Augen, unpassend. Im Netz vervielfältigen sich spöttische Memes, Photoshopbilder die das ganze freundlich mitlachend oder zutiefst beleidigend auf den Arm nehmen.
Einer dieser Beiträge fragte bspw. wann der gehörnte Ziegenkopf projeziert werde.
Kein Staatsakt, kein Drama und durchaus ambivalent zu beurteilen, diese Veranstaltung. Ich hätte mir aber mehr Seriösität, mehr Würde, mehr Zurückhaltung gewünscht. Und weniger "Vatikan-Show für Nichtkatholiken".
Aber ich bin zum Glück weder Papst noch verantwortlich.
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Mittwoch, 9. Dezember 2015
Dienstag, 19. März 2013
Inauguration
Heute erhielt unser neuer Papst (u.a.) seinen Ring. Ich habe via Livestream von Radio Vatican an der Messe teilgenommen. Nebenbei, es war meine erste "multimediale" Messe.
Den Eindruck, welchen diese Messe und unser neuer Papst hinterließen kann ich nur mit einer Gesichtsbewegung beschreiben: ich habe viel gelächelt. Die Würdigung, die er seinem Vorgänger durch mehrmalige Verweise und Erwähnungen zukommen ließ fand ich beruhigend. Ich hatte nicht daran gedacht, dass der heutige Josefstag auch dessen Namenstag ist. Umso schöner der Hinweis.
Vielleicht bilde ich es mir ein, aber man sah dem Heiligen Vater seine Abneigung gegen die Verehrung seiner Person an, etwa wenn die Kardinäle sich vor ihn knieten oder seinen Ring küssen wollten.
Der Kommentator hat jedenfalls seine Arbeit sehr gut gemacht, auch wenn ich mehrmals auf Originalton stellen musste, um beim Gebet, dass ich mich bemühe auf Latein zu lernen, das Original hören zu können. Seine Hinweise, jeder Papst habe seine eigene Note geprägt fand ich passend, seine Erläuterungen zum zeremoniell oft sehr hilfreich, gerade als jemand, der viel erst wieder lernen muss und dem sein kleines Taschenmessbuch nicht immer weiterhelfen kann.
Die Predigt wiederum fand ich sehr ermutigend. Hüten, bewahren, als Thema. Vielleicht war dies ja auch an all jene von uns gerichtet, die große Veränderungen befürchten.
Die Veränderungen, soweit ich das beurteilen kann, hielten sich in Grenzen und waren für mich entweder passend, wie die Anwesenheit der Marienstatue, oder verständlich, wie die Ausgabe der Kommunion nicht mehr durch ihn selbst. Immerhin konnten ja stets nur wenige diese Ehre empfangen.
Ich jedenfalls warte jetzt ein wenig hoffnungsvoller auf seine Anleitung und mit viel mehr Sympathie.
Den Eindruck, welchen diese Messe und unser neuer Papst hinterließen kann ich nur mit einer Gesichtsbewegung beschreiben: ich habe viel gelächelt. Die Würdigung, die er seinem Vorgänger durch mehrmalige Verweise und Erwähnungen zukommen ließ fand ich beruhigend. Ich hatte nicht daran gedacht, dass der heutige Josefstag auch dessen Namenstag ist. Umso schöner der Hinweis.
Vielleicht bilde ich es mir ein, aber man sah dem Heiligen Vater seine Abneigung gegen die Verehrung seiner Person an, etwa wenn die Kardinäle sich vor ihn knieten oder seinen Ring küssen wollten.
Der Kommentator hat jedenfalls seine Arbeit sehr gut gemacht, auch wenn ich mehrmals auf Originalton stellen musste, um beim Gebet, dass ich mich bemühe auf Latein zu lernen, das Original hören zu können. Seine Hinweise, jeder Papst habe seine eigene Note geprägt fand ich passend, seine Erläuterungen zum zeremoniell oft sehr hilfreich, gerade als jemand, der viel erst wieder lernen muss und dem sein kleines Taschenmessbuch nicht immer weiterhelfen kann.
Die Predigt wiederum fand ich sehr ermutigend. Hüten, bewahren, als Thema. Vielleicht war dies ja auch an all jene von uns gerichtet, die große Veränderungen befürchten.
Die Veränderungen, soweit ich das beurteilen kann, hielten sich in Grenzen und waren für mich entweder passend, wie die Anwesenheit der Marienstatue, oder verständlich, wie die Ausgabe der Kommunion nicht mehr durch ihn selbst. Immerhin konnten ja stets nur wenige diese Ehre empfangen.
Ich jedenfalls warte jetzt ein wenig hoffnungsvoller auf seine Anleitung und mit viel mehr Sympathie.
Donnerstag, 14. März 2013
Meine "habemus papam" Stunde
Habe gerade den gleichnamigen Eintrag bei Herrn Alipius gelesen und finde die Idee sehr nett, darum schließe ich mal an.
Meine Frau hatte Notdienst und war daher fast 37 Stunden auf den Beinen. Eine Kollegin hatte dazu noch Dank des Wetters und des mangelnden Umgangs unserer Mitbürger einen Unfall gehabt, und so musste meine Frau für sie einspringen und deren Job heute noch mit erledigen. Da lasse ich sie, zumal bei dem Unwetter nicht fahren und hole sie lieber ab. Da wir ja auch erst Tag zwei des Konklave hatten, rechnete ich auch nicht damit, dass es schon vorbei wäre, also ließ ich das Radio aus (ich mag die Musik da eh nicht) und besprach mit meiner Frau lieber, wie es ihr geht und was sie noch schnell von mir zu essen bekommen möchte, bevor sie schlafen geht.
Vor dem essen horchte ich noch kurz auf die Glocken unserer Kirche, da war aber nichts, obwohl wir fast 20 Uhr hatten.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe mich an den PC gesetzt um die Tagesnachrichten zu lesen und da schlugen mir bereits mehrere Artikel entgegen. Zuerst dachte ich mir, die veräppeln mich, so schnell? Aber es stimmte, kurze Gegenkontrolle, da rief meine Frau auch schon "livestream".
Franziskus heißt also der neue Papst. Mir war klar, worauf er sich bezieht und was dies an programmatischer Aussage beinhaltet. Gefiel mir sehr, nicht zuletzt als Hundebesitzer und Vogelfreund.
So schnell?
Da stand er dann auch schon, bereits mitten in der Ansprache. Auf den ersten Blick sympathisch, eine einfache Soutane, sehr zurückhaltend, gefiel mir.
So schnell?
Beim Ave Maria nuschelte er und ich glaube kurz verstummte er auch. Das gefiel mir nicht, aber natürlich weiß ich nicht warum. Aufregung, Sprachschwierigkeiten, Gesundheit?
So schnell? Na, Gottes Wille.
Nebenbei schnell Infos einholen. Leider gehören weder spanisch noch portugiesisch zu meinen Sprachschatz, die Primärquellen sind mir also leider verschlossen geblieben. Aber ein Jesuit ist er. Super! Den Orden der Societas Jesu schätze ich sehr.
So schnell? Gottes Wille!
Während ich die Infos an meine Frau weitergebe meint sie, ich wirke geschockt. Nunja, nicht wegen dem neuen Papst, über den weiß ich zu wenig. Vieles was mir gefällt, vieles das ich nicht weiß - aber das Nuscheln sorgt mich.
Da bittet er um ein Gebet für sich, bevor er den Segen erteilt. Das erinnert mich sehr an seinen Vorgänger und lässt mich lächeln. Demut, Bescheidenheit. Dann der Segen, ein "Gute Nacht", sehr menschlich. Das wars schon.
Aber die Schnelligkeit, mit der die Wahl getroffen wurde...
Trotzdem, ich bin froh, einen neuen Papst zu sehen und sollte Gott und unseren Kardinälen vertrauen. Ein neuer Mann am Ruder in dieser schweren See.
Meine Frau hatte Notdienst und war daher fast 37 Stunden auf den Beinen. Eine Kollegin hatte dazu noch Dank des Wetters und des mangelnden Umgangs unserer Mitbürger einen Unfall gehabt, und so musste meine Frau für sie einspringen und deren Job heute noch mit erledigen. Da lasse ich sie, zumal bei dem Unwetter nicht fahren und hole sie lieber ab. Da wir ja auch erst Tag zwei des Konklave hatten, rechnete ich auch nicht damit, dass es schon vorbei wäre, also ließ ich das Radio aus (ich mag die Musik da eh nicht) und besprach mit meiner Frau lieber, wie es ihr geht und was sie noch schnell von mir zu essen bekommen möchte, bevor sie schlafen geht.
Vor dem essen horchte ich noch kurz auf die Glocken unserer Kirche, da war aber nichts, obwohl wir fast 20 Uhr hatten.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe mich an den PC gesetzt um die Tagesnachrichten zu lesen und da schlugen mir bereits mehrere Artikel entgegen. Zuerst dachte ich mir, die veräppeln mich, so schnell? Aber es stimmte, kurze Gegenkontrolle, da rief meine Frau auch schon "livestream".
Franziskus heißt also der neue Papst. Mir war klar, worauf er sich bezieht und was dies an programmatischer Aussage beinhaltet. Gefiel mir sehr, nicht zuletzt als Hundebesitzer und Vogelfreund.
So schnell?
Da stand er dann auch schon, bereits mitten in der Ansprache. Auf den ersten Blick sympathisch, eine einfache Soutane, sehr zurückhaltend, gefiel mir.
So schnell?
Beim Ave Maria nuschelte er und ich glaube kurz verstummte er auch. Das gefiel mir nicht, aber natürlich weiß ich nicht warum. Aufregung, Sprachschwierigkeiten, Gesundheit?
So schnell? Na, Gottes Wille.
Nebenbei schnell Infos einholen. Leider gehören weder spanisch noch portugiesisch zu meinen Sprachschatz, die Primärquellen sind mir also leider verschlossen geblieben. Aber ein Jesuit ist er. Super! Den Orden der Societas Jesu schätze ich sehr.
So schnell? Gottes Wille!
Während ich die Infos an meine Frau weitergebe meint sie, ich wirke geschockt. Nunja, nicht wegen dem neuen Papst, über den weiß ich zu wenig. Vieles was mir gefällt, vieles das ich nicht weiß - aber das Nuscheln sorgt mich.
Da bittet er um ein Gebet für sich, bevor er den Segen erteilt. Das erinnert mich sehr an seinen Vorgänger und lässt mich lächeln. Demut, Bescheidenheit. Dann der Segen, ein "Gute Nacht", sehr menschlich. Das wars schon.
Aber die Schnelligkeit, mit der die Wahl getroffen wurde...
Trotzdem, ich bin froh, einen neuen Papst zu sehen und sollte Gott und unseren Kardinälen vertrauen. Ein neuer Mann am Ruder in dieser schweren See.
Glauben, Vertrauen, Liebe.
Freitag, 1. März 2013
Jetzt ist es raus....
...das Gesamtwerk "Kriminalgeschichte des Christentums" von Karlheinz Deschner. Es erscheint gerade der 10. und damit letzte Band dieser schreienden Anklage. Mehr ist es aber auch nicht.
Die ersten Bände begegneten mir während meine Studiums, zu einer Zeit also, in der ich mit Glaube und Kirche noch nicht viel anfangen konnte. Was aber der Impuls, die Absicht und die Methode des Autors war, konnte ich damals bereits herauslesen. Er machte es einem auch nicht schwer.
Schon auf den ersten Seiten des ersten Bandes hatte er erklärt: ich mache die Spielregeln!
Darunter fiel etwa die Chance, ihn zu widerlegen. Dies ginge nur, so schrieb er, wenn man beweise dass die von ihm genannten Fakten nicht stimmten. Nachgewiesene Auslassungen seinerseits würden nicht als Beleg gelten.
Nun ist es mit der Geschichte aber so, dass ein Zitat, Ereignis oder Fakt nicht ohne seinen Kontext verstanden werden kann. Einfacher gesagt, die Frage nach dem "warum?" stellt sich jedesmal. Deschner hingegen gibt von Anfang an eine Begründung vor und zählt dann alles auf, was zu seiner Begründung passen könnte, ohne genauer hinzusehen.
Ein Beispiel soll das Problem veranschaulichen. Der Fürst A hat mit seinem Schwert (im Schlafzimmer - für alle Cluedo - Spieler) den Fürsten B erschlagen.
So erläutert und dargestellt ist dies ein Verbrechen, ein Mord.
Erfahren wir dann aber, dass der komplette Quellentext erläutert wie es dazu kam, könnte sich die Sache anders darstellen. So ertappte laut dem angesprochenen Text Fürst A den Fürsten B bei einem Schäferstündchen mit seiner (also des Fürsten A) Frau.
Nun klingt dies zwar nach einem Grund, aber den Mann zu erschlagen bleibt auch dann ein Verbrechen, zumindest nach unseren heutigen und hier geltenden Vorstellungen und Werten.
In der Zeit und Kultur, in der die Schilderung spielt, war dies vielleicht anders. Hätte Fürst A nicht gehandelt wäre er vielleicht in den Augen seiner Leute nichts mehr wert gewesen, er hätte nicht nur seine Frau sondern auch seine Existenzgrundlage verloren.
Dann gibt es aber einen zweiten Quellentext, der den gleichen Sachverhalt schildert. Dort heisst es im Unterschied: der nichtsahnende Fürst A stolperte in seinem Schlafzimmer über seinen Nebenbuhler, der ihn daraufhin sofort angriff.
Und schon haben wir auf der einen Seite einen Fall von Notwehr, auf der anderen einen Mord. Und wenn wir jetzt den Fachleuten noch die Chance geben sich zu äußern, wird es richtig kompliziert.
Die Archäologen haben an den Überresten des Fürsten B keine Spuren eines gewaltsamen Todes feststellen können, was bei der engeren Bekanntschaft mit dem falschen Ende des Schwertes von Fürst A doch zu erwarten wäre.
Und die Historiker haben schon lange dargelegt, dass die Kohärenz der beiden Quellen korrumpiert ist, sowohl die innere als auch die äußere, während der erstgenannte Text mehrere Jahrzehnte nach dem zweitgenannten entstanden war und diesen wohl als eine der Quellen nutzte....
"Kohärenz - korrumpiert?" fragt jetzt vielleicht der ein oder andere. Ich möchte nicht mit langen Erklärungen langweilen, was ich sagen will: man kann nicht einfach jeden Bericht, jeden Text nehmen und eins zu eins für bare Münze nehmen oder gar verkaufen. Das weiß auch Deschner, er äußert es in Bezug auf kirchliche Texte häufig. Aber wann immer er einen Text findet, der auf einen Mord o.ä. durch Christenhand hinweist übernimmt er ihn ohne die für einen Historiker notwendige Quellenkritik. Hin und wieder traut er sich zu einem kritischen Ton, aber im Ganzen bleibt es bei der Übernahme aller Texte, die das liefern, was er ausdrücklich im ersten Band als sein Ziel äußert.
Und wie oben beschrieben, werden manchmal einfach die Bezüge, der Kontext, weggelassen, so dass der Sinn des dort stehenden nicht mehr zu erkennen ist. Bei Deschner werden dann angebliche Beweise für seine Anklage daraus.
Womit wir zur Auslassung kommen. Obwohl es um das Christentum im Ganzen geht, zielt er mit seinen Beispielen meistens auf die katholische, später auf alle Kirchen ab und seine Anhänger verstehen dies auch so, liest man die Kommentare sowohl der Laien als auch der Rezensenten in den Medien.
So berichtet er in Band 7:
Verallgemeinerung
Deschner selbst nennt seine Methode "Generalisierung", durch welche er versucht, eine Gemeinsamkeit herauszuarbeiten, die dann etwas typisches, einen Charakterzug des Behandelten offenbart. Einfacher ausgedrückt: wenn jemand jeden Tag alle paar Minuten seine Hände wäscht, dann kann man, der modernen Psychologie folgend, von einer Neurose ausgehen, einem sogenannten Waschzwang.
Deschner jedoch betrachtet nicht jeden Tag und fragt auch nicht nach, ob die Hände schmutzig waren. Er listet minutiös, und dieser Fleiß ist gleichzeitig das wirklich Bewundernswerte, jedes Waschen auf, das ihm unterkommt.
Er unterschlägt dabei aber, um weiter bei der Metapher zu bleiben, dass solche Neurosen nicht grundlos entstehen noch versucht er, den Grund selbst zu finden. Bei seiner Betrachtung bleibt gleichsam die Frage: warum wurden die Hände gewaschen außen vor oder werden von ihm von vorneherein als grundlos dargestellt. Erfährt man etwa, dass der Beobachtete Chirurg ist, aus Berufsgründen bereits oft die Hände wäscht bzw. reinigt? Das die Belastung diesen Menschen nervlich so zugrunde richtet, dass eine Neurose entstand? Erfährt man, dass es Phasen gibt, in denen er die Neurose besiegt und zum Vorschein kommt, dass es kein Charakterzug von ihm ist? Nein.
Und so verfährt er, den Vergleich verlassend, mit dem Christentum. Positive Entwicklungen, Ereignisse, Bestrebungen oder auch nur Charakterzüge der behandelten Personen findet man nicht oder sofort mit einer Reihe von Unterstellungen "widerlegt".
Widerlegt
Immer wieder liest man in Diskussionen zwischen Deschner-Anhängern und Kritikern, bis heute sei kein Wort von Deschner widerlegt worden.
Das ist grundsätzlich falsch. Natürlich wurde er bereits in diversen Punkten widerlegt. Zumeist nicht nach seinen Spielregeln, die nur anerkennen, wenn ein dargestelltes Ereignis als falsch entpuppt würde.
Aber auch dafür gibt es Beispiele. So äußert er in seiner Leseprobe zu Band 3 leicht einsehbar
Ausgelassen hat er zudem, warum der Kaiser diese Bestätigung erließ. Dabei hätte er die Synode von Elvira aus dem Jahre 305 nennen müssen, in der die Rechte, heute würde man sagen "Menschenrechte" der Sklaven durch Geistliche eingefordert wurden. So wurde das Töten eines Sklaven dort unter allen Umständen als Verbrechen klassifiziert. Die Kirche bestrafte dies während der Kaiser lediglich darauf Bestand, dass Besitzer im Recht waren, solange dies mit den "regulären Züchtigungsmethoden" geschah.
Zwar behält Deschner mit dem Fakt Recht, dass jene frühen Christen nicht sofort die Abschaffung der Sklaverei forderten und durchsetzten, aber seine Darstellung, es wäre genauso schlimm wenn nicht schlimmer geworden ist nachweislich falsch. Schon allein die Anzahl der Sklaven verringerte sich in den Jahrzehnten nach Konstantin deutlich.
Und warum diese Diskrepanz zwischen Geistlichen und dem ersten christlichen Kaiser? Auch diese Frage lässt Deschner unbeantwortet, begnügt sich damit, auf Konstantin zu zeigen und den "Christen" anzuklagen. Nur unwesentlich später klagt er, zu Recht, an, dass das Christentum versuchte seine Ansichten und Werte dem Rest der Gesellschaft aufzudrücken. Welche Folgen ein kaiserliches Verbot der Sklaverei für die damalige Gesellschaft gehabt hätte sind größtenteils Spekulationen, dass es den Konflikt zwischen Polytheisten und Christen aber angeheizt hätte ist unzweifelhaft.
Damit sind wir bei der Inkonsequenz Deschners. Was er bei Christen verurteilt verteidigt er bei Nichtchristen. Während er am Beispiel der Sklavenhaltung die Eskalation fordert verurteilt er sie an anderer Stelle. So führt der den Kaiser Trajan, seinerzeit als "optimus princeps" gelobt, als Beispiel an. Dieser habe die Versklavung von Waisenkindern verboten, während in christlicher Zeit dies genau anders gewesen sei.
Faszinierend, dass Deschner ausgerechnet jenen Kaiser nennt, der zur Feier seines Sieges über die Daker, welche er bei der Gelegenheit auslöschte, die Überlebenden, darunter sicher auch Waisen, versklavte, tausende Paare Gladiatoren gegeneinander antreten ließ und Tierhatzen, sogenannte venationes, über Tage veranstaltete. Gladiatoren waren zwar oft Freiwillige unter Vertrag, oft genug aber eben auch Sklaven und versklavte Kriegsgefangene, die sicherlich nicht wild darauf waren, zur Belustigung der Zuschauer um ihr Leben zu kämpfen um am Ende das Urteil des Veranstalters abzuwarten. Ganz zu schweigen von den Hinrichtungen zur Mittagszeit oder den zehntausenden Tieren, die gegeneinander oder auf ausgebildete Kämpfer gehetzt wurden. Dies unterschlägt Deschner mal wieder, obwohl spätestens die Kinderversklavung der Daker im Gegensatz zu seiner Behauptung steht.
Forsetz. folgt.
Die ersten Bände begegneten mir während meine Studiums, zu einer Zeit also, in der ich mit Glaube und Kirche noch nicht viel anfangen konnte. Was aber der Impuls, die Absicht und die Methode des Autors war, konnte ich damals bereits herauslesen. Er machte es einem auch nicht schwer.
Schon auf den ersten Seiten des ersten Bandes hatte er erklärt: ich mache die Spielregeln!
Darunter fiel etwa die Chance, ihn zu widerlegen. Dies ginge nur, so schrieb er, wenn man beweise dass die von ihm genannten Fakten nicht stimmten. Nachgewiesene Auslassungen seinerseits würden nicht als Beleg gelten.
Nun ist es mit der Geschichte aber so, dass ein Zitat, Ereignis oder Fakt nicht ohne seinen Kontext verstanden werden kann. Einfacher gesagt, die Frage nach dem "warum?" stellt sich jedesmal. Deschner hingegen gibt von Anfang an eine Begründung vor und zählt dann alles auf, was zu seiner Begründung passen könnte, ohne genauer hinzusehen.
Ein Beispiel soll das Problem veranschaulichen. Der Fürst A hat mit seinem Schwert (im Schlafzimmer - für alle Cluedo - Spieler) den Fürsten B erschlagen.
So erläutert und dargestellt ist dies ein Verbrechen, ein Mord.
Erfahren wir dann aber, dass der komplette Quellentext erläutert wie es dazu kam, könnte sich die Sache anders darstellen. So ertappte laut dem angesprochenen Text Fürst A den Fürsten B bei einem Schäferstündchen mit seiner (also des Fürsten A) Frau.
Nun klingt dies zwar nach einem Grund, aber den Mann zu erschlagen bleibt auch dann ein Verbrechen, zumindest nach unseren heutigen und hier geltenden Vorstellungen und Werten.
In der Zeit und Kultur, in der die Schilderung spielt, war dies vielleicht anders. Hätte Fürst A nicht gehandelt wäre er vielleicht in den Augen seiner Leute nichts mehr wert gewesen, er hätte nicht nur seine Frau sondern auch seine Existenzgrundlage verloren.
Dann gibt es aber einen zweiten Quellentext, der den gleichen Sachverhalt schildert. Dort heisst es im Unterschied: der nichtsahnende Fürst A stolperte in seinem Schlafzimmer über seinen Nebenbuhler, der ihn daraufhin sofort angriff.
Und schon haben wir auf der einen Seite einen Fall von Notwehr, auf der anderen einen Mord. Und wenn wir jetzt den Fachleuten noch die Chance geben sich zu äußern, wird es richtig kompliziert.
Die Archäologen haben an den Überresten des Fürsten B keine Spuren eines gewaltsamen Todes feststellen können, was bei der engeren Bekanntschaft mit dem falschen Ende des Schwertes von Fürst A doch zu erwarten wäre.
Und die Historiker haben schon lange dargelegt, dass die Kohärenz der beiden Quellen korrumpiert ist, sowohl die innere als auch die äußere, während der erstgenannte Text mehrere Jahrzehnte nach dem zweitgenannten entstanden war und diesen wohl als eine der Quellen nutzte....
"Kohärenz - korrumpiert?" fragt jetzt vielleicht der ein oder andere. Ich möchte nicht mit langen Erklärungen langweilen, was ich sagen will: man kann nicht einfach jeden Bericht, jeden Text nehmen und eins zu eins für bare Münze nehmen oder gar verkaufen. Das weiß auch Deschner, er äußert es in Bezug auf kirchliche Texte häufig. Aber wann immer er einen Text findet, der auf einen Mord o.ä. durch Christenhand hinweist übernimmt er ihn ohne die für einen Historiker notwendige Quellenkritik. Hin und wieder traut er sich zu einem kritischen Ton, aber im Ganzen bleibt es bei der Übernahme aller Texte, die das liefern, was er ausdrücklich im ersten Band als sein Ziel äußert.
Und wie oben beschrieben, werden manchmal einfach die Bezüge, der Kontext, weggelassen, so dass der Sinn des dort stehenden nicht mehr zu erkennen ist. Bei Deschner werden dann angebliche Beweise für seine Anklage daraus.
Womit wir zur Auslassung kommen. Obwohl es um das Christentum im Ganzen geht, zielt er mit seinen Beispielen meistens auf die katholische, später auf alle Kirchen ab und seine Anhänger verstehen dies auch so, liest man die Kommentare sowohl der Laien als auch der Rezensenten in den Medien.
So berichtet er in Band 7:
"Eröffnet wurde das Inquisitionsgericht durch eine Anrufung des Heiligen Geistes, und auch vor der Urteilsverkündung betete man. Das Urteil freilich war, sogar bei großem Zweifel, jeder Nachprüfung durch staatliche Gerichtshöfe entzogen. Diese fungierten nur als ausführende Werkzeuge der kirchlichen, deren Sentenzen sie «blindlings» (coeca obedientia), «mit geschlossenen Augen!» (oculis clausis) zu vollstrecken hatten."
Hier wimmelt es vor Fehlern, welche der geneigte Leser bei Lektüre von Fachliteratur wie etwa "Die Inquisition: Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit" von Gerd Schwerhoff leicht nachlesen kann. Am auffälligsten sind aber die Auslassungen. Deschner schreibt von "staatlichen Gerichtshöfen". Deren Existenz etwa bei Einrichtung der Inquisition Anfang des 13. Jh. ist allerdings keineswegs so klar, wie Deschner hier vorgibt. Die Hohe Gerichtsbarkeit oblag zumeist den Fürsten. Waren Fürst und Bischof bspw. eine Person ist die Frage nach einem staatlichen Gerichtshof bereits irreführend. Neu ist auch seine Behauptung, "staatliche Gerichtshöfe" hätten die Urteile ausgeführt. Zwar oblag die Vollstreckung in weltlichen Händen, dazu wurden die Verurteilten diesen übergeben. Diese jedoch mit einem Gerichtshof gleichzusetzen ist sachlich falsch.
Verallgemeinerung
Deschner selbst nennt seine Methode "Generalisierung", durch welche er versucht, eine Gemeinsamkeit herauszuarbeiten, die dann etwas typisches, einen Charakterzug des Behandelten offenbart. Einfacher ausgedrückt: wenn jemand jeden Tag alle paar Minuten seine Hände wäscht, dann kann man, der modernen Psychologie folgend, von einer Neurose ausgehen, einem sogenannten Waschzwang.
Deschner jedoch betrachtet nicht jeden Tag und fragt auch nicht nach, ob die Hände schmutzig waren. Er listet minutiös, und dieser Fleiß ist gleichzeitig das wirklich Bewundernswerte, jedes Waschen auf, das ihm unterkommt.
Er unterschlägt dabei aber, um weiter bei der Metapher zu bleiben, dass solche Neurosen nicht grundlos entstehen noch versucht er, den Grund selbst zu finden. Bei seiner Betrachtung bleibt gleichsam die Frage: warum wurden die Hände gewaschen außen vor oder werden von ihm von vorneherein als grundlos dargestellt. Erfährt man etwa, dass der Beobachtete Chirurg ist, aus Berufsgründen bereits oft die Hände wäscht bzw. reinigt? Das die Belastung diesen Menschen nervlich so zugrunde richtet, dass eine Neurose entstand? Erfährt man, dass es Phasen gibt, in denen er die Neurose besiegt und zum Vorschein kommt, dass es kein Charakterzug von ihm ist? Nein.
Und so verfährt er, den Vergleich verlassend, mit dem Christentum. Positive Entwicklungen, Ereignisse, Bestrebungen oder auch nur Charakterzüge der behandelten Personen findet man nicht oder sofort mit einer Reihe von Unterstellungen "widerlegt".
Widerlegt
Immer wieder liest man in Diskussionen zwischen Deschner-Anhängern und Kritikern, bis heute sei kein Wort von Deschner widerlegt worden.
Das ist grundsätzlich falsch. Natürlich wurde er bereits in diversen Punkten widerlegt. Zumeist nicht nach seinen Spielregeln, die nur anerkennen, wenn ein dargestelltes Ereignis als falsch entpuppt würde.
Aber auch dafür gibt es Beispiele. So äußert er in seiner Leseprobe zu Band 3 leicht einsehbar
"(...) und anno 332 wird das Recht, Sklaven während des Prozesses zu foltern, erteilt."Damit ist ein Beispiel für alle negativen Methoden Deschners gelegt. Sein Fakt hier behauptet, der christliche Kaiser habe hier ein neues Gesetz erlassen, dass die Folter erlaube. Dies erweckt den Eindruck, dies sei eine neue Entwicklung. Ist es jedoch nicht. Bereits seit der griechischen Antike werden Zeugenaussagen von Sklaven nur unter Folter akzeptiert. Richtig gelesen: Zeugenaussagen. Kein Wort eines Sklaven, sei er Angeklagter, Be- oder Entlastungszeuge, wurde geglaubt, wenn es nicht unter Folter gesprochen wurde. Dies ist leicht nachzulesen, etwa bei Lykurgos oder in der Fachliteratur, bspw. hier. Falsch ist also, es sei ein neuer Erlass. Es handelte sich hierbei um eine Bestätigung bestehender Gesetze.
Ausgelassen hat er zudem, warum der Kaiser diese Bestätigung erließ. Dabei hätte er die Synode von Elvira aus dem Jahre 305 nennen müssen, in der die Rechte, heute würde man sagen "Menschenrechte" der Sklaven durch Geistliche eingefordert wurden. So wurde das Töten eines Sklaven dort unter allen Umständen als Verbrechen klassifiziert. Die Kirche bestrafte dies während der Kaiser lediglich darauf Bestand, dass Besitzer im Recht waren, solange dies mit den "regulären Züchtigungsmethoden" geschah.
Zwar behält Deschner mit dem Fakt Recht, dass jene frühen Christen nicht sofort die Abschaffung der Sklaverei forderten und durchsetzten, aber seine Darstellung, es wäre genauso schlimm wenn nicht schlimmer geworden ist nachweislich falsch. Schon allein die Anzahl der Sklaven verringerte sich in den Jahrzehnten nach Konstantin deutlich.
Und warum diese Diskrepanz zwischen Geistlichen und dem ersten christlichen Kaiser? Auch diese Frage lässt Deschner unbeantwortet, begnügt sich damit, auf Konstantin zu zeigen und den "Christen" anzuklagen. Nur unwesentlich später klagt er, zu Recht, an, dass das Christentum versuchte seine Ansichten und Werte dem Rest der Gesellschaft aufzudrücken. Welche Folgen ein kaiserliches Verbot der Sklaverei für die damalige Gesellschaft gehabt hätte sind größtenteils Spekulationen, dass es den Konflikt zwischen Polytheisten und Christen aber angeheizt hätte ist unzweifelhaft.
Damit sind wir bei der Inkonsequenz Deschners. Was er bei Christen verurteilt verteidigt er bei Nichtchristen. Während er am Beispiel der Sklavenhaltung die Eskalation fordert verurteilt er sie an anderer Stelle. So führt der den Kaiser Trajan, seinerzeit als "optimus princeps" gelobt, als Beispiel an. Dieser habe die Versklavung von Waisenkindern verboten, während in christlicher Zeit dies genau anders gewesen sei.
Faszinierend, dass Deschner ausgerechnet jenen Kaiser nennt, der zur Feier seines Sieges über die Daker, welche er bei der Gelegenheit auslöschte, die Überlebenden, darunter sicher auch Waisen, versklavte, tausende Paare Gladiatoren gegeneinander antreten ließ und Tierhatzen, sogenannte venationes, über Tage veranstaltete. Gladiatoren waren zwar oft Freiwillige unter Vertrag, oft genug aber eben auch Sklaven und versklavte Kriegsgefangene, die sicherlich nicht wild darauf waren, zur Belustigung der Zuschauer um ihr Leben zu kämpfen um am Ende das Urteil des Veranstalters abzuwarten. Ganz zu schweigen von den Hinrichtungen zur Mittagszeit oder den zehntausenden Tieren, die gegeneinander oder auf ausgebildete Kämpfer gehetzt wurden. Dies unterschlägt Deschner mal wieder, obwohl spätestens die Kinderversklavung der Daker im Gegensatz zu seiner Behauptung steht.
Forsetz. folgt.
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