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Montag, 8. August 2016

Des Papstes Wort zum Islam und der Gewalt

Der Grund, warum ich die Äußerung des Papstes, man sollte den Islam nicht mit Gewalt in Verbindung bringen, erst jetzt aufgreife, ist, neben meinem akuten Zeitmangel, die bisherige Berichterstattung. Mitunter sagte der Heilige Vater etwas, und die Medien kürzten, fassten zusammen oder berichteten eine stark abgeänderte Version. Ich wollte abwarten, ob solcherlei auch hier vorlag. Kath.net hat eine Mitschrift und ein Video mit O-Ton veröffentlicht.
Ich mag es nicht, von islamischer Gewalt zu sprechen, denn jeden Tag, wenn ich die Zeitungen durchblättere, sehe ich Gewalttaten, hier in Italien: da ist der, der seine Freundin oder seine Schwiegermutter tötet, und das sind gewalttätige katholische Getaufte. Würde ich von islamischer Gewalt sprechen, müsste ich dann auch von katholischer Gewalt sprechen?Nicht alle Muslime sind gewalttätig. Das ist wie ein Obstsalat, in den Religionen gibt es die Gewalttätigen. Etwas ist wahr: in fast allen Religionen ist da immer ein kleines fundamentalistisches Grüppchen. Auch wir haben das. Und wenn der Fundamentalismus dazu kommt, zu töten – man kann mit der Zunge töten, das sagt der Apostel Jakobus, nicht ich, und man kann mit dem Messer töten – es ist nicht richtig, den Islam mit Gewalt zu identifizieren. ...Ja wir können sagen, das der sogenannte ISIS ein islamischer Staat ist, der sich gewalttätig präsentiert, weil er uns als seinen Personalausweis zeigt, wie sie die Ägypter abschlachteten. Aber das ist ein kleines Grüppchen, man kann nicht sagen, es ist nicht richtig zu sagen, dass der Islam terroristisch ist.
Es ist also anzunehmen, dass diese Worte wirklich so gesprochen wurden.
Es schmerzt mich in der Seele, das Oberhaupt unserer Kirche solche Worte verlieren zu hören. Das ihm Versöhnung und Miteinander zentrale Anliegen sind und er lieber zu Frieden und Liebe aufruft, als zu Gewalt und Rache ist selbstverständlich und tief in unserer Religion und Konfession begründet.
Aber diese Relativierung um eine andere Religion ist mit nichts zu beschönigen. Es ist eine Relativierung. Der Begriff "islamische Gewalt" ist zwar recht weit gefasst, beinhaltet aber neben Eroberungszügen und Massenmorden auch den aktuellen Terror.

Würde ich von islamischer Gewalt sprechen, müsste ich dann auch von katholischer Gewalt sprechen?
Die Strategie auf eine Kritik an einem Zustand mit dem Verweis auf mögliche Kritik am Kritiker oder ihm nahestehenden Personen bzw. Umständen zu reagieren, ist altbekannt, kam aber für mich von unserem Papst völlig unerwartet.
Im Zusammenhang mit dem Islam bzw. allem Nichtchristlichem oder -katholischem ist es allerdings eine bekannte Ablenkung. "Was ist mit den Kreuzzügen? Gibt es nicht auch christliche Terroristen? Schon den Irlandkonflikt vergessen? Das waren alles Christen."
Oder, wenn es weiter greifen soll:
"In Myanmar werden Muslime verfolgt. Es sterben viel mehr Menschen an allergischen Reaktionen. Auch Deutsche verüben Verbrechen / morden / töten ihre Familien" usw. usf.

All dem ist gemein, dass man Äpfel mit Handgranaten vergleicht. Und auch unser Papst geht hier so weit. Verbrechen, welche von Christen bzw. Katholiken verübt werden gibt es in der Tat. Und niemand kommt auf den Gedanken, die Taten der Mafia, der mexikanischen Drogenkartelle oder irgendeines Familienvaters, der einen sog. erweiterten Suizid begeht, klein zu reden. Aber anders als die Terroristen gibt es von solchen Menschen keine Berufung auf unsere Religion. Eine katholische Mutter, die ihre Kinder tötet kann sich in NICHTS auf das Christentum berufen. In unseren dunkelsten Stunden gab es keine Rechtfertigung. Im Gegenteil, in der Diskussion um Abtreibung ist vielen Gegnern nicht bewusst, dass auch die katholische Kirche das Wohl der Mutter im Notfall vorzieht und eine Abtreibung erlaubt, wenn ihr Leben in Gefahr ist und durch die Abtreibung gerettet werden kann. Das dies nicht bekannt ist, liegt an der Tatsache, dass wir Leben wertschätzen.
Unsere Märtyrer sterben für den Glauben - aber ohne jemandem zu schaden. Sie opfern sich. Sie gehen in den Tod und akzeptieren ihr Schicksal. Im Islam sind die Schahid auch jene, die im Kampf oder dem Bemühen die "erklärten Feinde" zu töten. Daher die Selbstmordattentäter. Daher das verbreitete Wissen um den sofortigen Einzug ins Paradies und die dortigen Belohnungen. Darum die Angst einiger Märtyrer vor Verstümmelung ihrer Genitalien - denn die Zeichen der Selbstopferung gelten als Eintrittskarte und bleiben dort erhalten.... so zumindest einige Texte der sunna, der islamischen Religionslehre.
Wie der Papst darauf kommt, dies zu vergleichen ist nicht nachzuvollziehen.
Vielleicht meinte er aber eher die alltägliche islamische Gewalt. Also die Unterdrückung der Frau in Form von Entmündigung, Zwangsheirat und ehelicher Gewalt. Wie weit unser Heiliger Vater im Islam gebildet ist, weiß ich nicht zu beurteilen. Ich habe es nicht studiert, sondern lediglich Koran, ahadit und die ein oder andere Abhandlung gelesen sowie einen historischen Vergleich. Ich kann spielend Diskussionen innerhalb der Umma, der islamischen Gemeinschaft, im Internet nachlesen (sie werden an verschiedenen Orten in verschiedenen Sprachen geführt, also ist arabisch zum Glück nicht unbedingt nötig) und ich kann verschiedene Stellungsnahmen und Publikationen von Imamen und Gemeinschaften durchlesen.
In der Tat finden sich da eben auch jene, auf die wir Rücksicht nehmen wollen und müssen - die Moderaten. Diese haben selbstredend eine völlig andere Meinung als die Radikalen. Aber selbst unter diesen gibt es eine erstaunliche Bandbreite. So einig sich die meisten bspw. sind, dass man seine Frau schlagen darf, wann und wie dies zu geschehen hat ist teilweise heiß diskutiert.
Wie also das Oberhaupt der katholischen Kirche eine theologische Debatte des Islam entscheiden will, ist mir wiederum ein Rätsel. Und dies tut er, wenn er uns diese klare Botschaft vermittelt.
"Was ihr seht, hört und lest ist nicht richtig. Wenn solcherlei passiert, dann hat es nichts damit zu tun."

Was mich zum weiteren Kreis führt. Kreuzzüge, Inquisition und Hexenverfolgung. Diese drei Vorwürfe bekommt man als Christ, vor allem als Katholik ständig zu hören, sobald es um Gewalt und / oder Geschichte geht. Hat dies alles dann auch nichts mit dem Christentum zu tun? Während ich bei der Hexenverfolgung in der Tat konsequent auf die Haltung der Kirche durch die Jahrhunderte verweise, so kann ich doch die Taten der Puritaner genausowenig leugnen, wie den Aufruf des Papstes in Clermont. Wie man diese Dinge bewertet ist eine andere Sache, aber eine generelle Verbindung kann man erstmal nicht leugnen. Und sollte man auch nicht - denn sonst kann man nicht lernen und nichts ändern.

Natürlich sind bereits viele Interpreten auf den Plan getreten, welche die Äußerung des Papstes auf diese oder jene Ebene schieben und umständlich interpretieren. Was mich sehr fasziniert, denn sonst ist man sich einig, dass der Papst das unternimmt und spricht, was ihm am Herzen liegt. Wieso dann nicht in diesem Fall?
Eine völlig unpassende Relativierung und Schutzbehauptung, theologisches Wissen welches so den Erfahrungen völlig widerspricht.
Ob Lepanto, Wien, Otranto, Konstantinopel, Tour, Poitiers, Alexandria, Jerusalem oder immer wieder die Küsten Europas - friedlich war die Expansion des unter einer Fahne mit Krummschwert heranpreschenden Islam nicht. Sein Prophet befahl zahllose Hinrichtungen und kommandierte selbst über 40 Feldzüge, wie Islamwissenschaftler wie Tilman Nagel in ausführlichen Biographien und Fachwerken ausbreiten und erst seit wenigen Jahren auch von sog. Populisten aufgegriffen wird.
Stellt man diesen "Propheten" neben Christus, so könnte der Widerspruch zueinander und zur Aussage unseres Papstes nicht größer sein. Wie soll dann die Frucht daraus dem nicht entsprechen?

Umfragen und Studien quer durch Europa ergeben immer wieder ein ziemlich ähnliches Bild. Die Mär von der kleinen Minderheit von Gefährlichen passt nicht so richtig. Sprechen Medien und Politiker gerne von einigen Wenigen oder Hunderten, so präsentieren die Studien eine Zustimmung zur Scharia, dem Kalifat, der auch gewaltsamen Ausbreitung des Islam in Prozenten von 15 bis 30% unter der Bevölkerung. Die Frage nach der Sympathie mit Muslimen, die nach Syrien in den Krieg ziehen lag bei 20% - und nach dieser Veröffentlichung wurde sofort relativiert. So versuchte es die BBC mit Kritik an der Umfrage. Sie merkte an, dass in den vier Antwortmöglichkeiten (große Sympathie, Sympathie, Keine Sympathie, Keine Ahnung) das Wort "Jihadi" nicht vorkam und somit missverständlich sei. Eine fadenscheinige Argumentation um die Glaubwürdigkeit zu untergraben. Die Zahl der Muslime, die nach Syrien zieht, um auf der Seite der "Freien" oder "Rebellen" zu kämpfen ist zum einen verschwindend klein und praktisch in niemandes Gedanken verankert und zum anderen sind auch Al Nusra und manche andere "Rebellengruppe" nichts anderes als Islamisten. Nur eben auch verfeindet mit dem IS.
In diese Reihe der Apologeten (und ich bin mir des ursprünglichen Titels bewusst) reiht sich unser Oberhaupt ein. Vergessen die Opfer, vergessen die Eroberung, vergessen die Fatwas, ignoriert die ewiglangen theologischen Begründungen welche die Muslimbruderschaft, Hamas, Al Quaida und auch der IS herausgeben.
Es hat nichts damit zu tun, und jeder der etwas anderes behauptet muss damit leben mit einem Vergewaltiger verknüpft zu werden, der katholisch Getauft ist...

Dies wäre mal eine Rede gewesen, für die ich wirklich gerne eine ausführlichere Stellungsnahme gelesen hätte....


Nachtrag: nach den wenigen Minuten, die der Beitrag steht bekam ich bereits die erste Anschuldigung alle Muslime in einen Topf zu werfen. Also mal wieder:
Weder sezte ich alle Muslime mit ihrer Religion gleich, noch schreibe ich über irgendwelche Maßnahmen, die ohne Ansehen des Individuums vorgehen. Im Text verwende ich Zahlen, Daten und verweise auf moderate Muslime. In anderen meiner Texte verweise ich auf Muslime, denen wir dringend zuhören sollten und dazu beitragen müssen, diese als Vorbilder der islamischen Gemeinde zu installieren.
In keiner Weise werfe ich alle Muslime in einen Topf. Allerdings bin ich gegen Relativierung, Verharmlosung und Kleinrederei - und liefere dazu Fakten. Den Kommentar veröffentliche ich genau darum nicht (abgesehen von den Vorwürfen bestand er nur als Beleidigungen).

Sonntag, 21. Februar 2016

Von Päpstlichen Wänden und deutschen Brücken

Der Heilige Vater hat mal wieder eines dieser Interviews gegeben, welches mich mit offenem Mund vor meinem Schreibtisch sitzen lässt. Donald Trump so sagte er, sei kein Christ (nach anderer Übersetzung, "es sei nicht christlich, wenn jemand nur Mauern baue und keine Brücken"), weil Christen keine Mauern sondern Brücken bauten. Damit wolle er aber nicht in die amerikanische Politik mischen / er sei froh kein politischer Mensch zu sein. Vor der Wahl.
Als Pontifex Maximus - sicher eine plausible Argumentation. Irgendwo.
Historisch-sachlich gesehen ist es unwahr und unsinnig. Es klingt halt schön, das mit Mauern und Brücken.
Nicht so sehr das mit "kein Christ sein." - falls er das so gesagt hat. Und so titeln erwartungsgemäß manche Zeitungen: "Papst exkommuniziert Trump." Nun ist Trump m.W. Presbyterianer und kein Katholik, somit dürfte selbst das ihn nicht kümmern. Aber das Oberhaupt unserer Kirche ging ja weiter. Der Heilige Vater, welcher mit seinem Satz auf Versöhnung und Miteinander hinauswollte, der vor kurzem das Oberhaupt des Iran mit freundlichen Worten und "offenem Herzen" empfing obwohl dieser Homosexuelle, Vergewaltigungsopfer, Konvertiten hinrichten lässt und in seinen Worten Trumps Tiraden wie ein Aufruf zum Gruppenkuscheln aussehen lässt (zurecht regt sich Henryk Broder hier darüber auf), eben dieser Papst spricht einem Menschen sein Christsein, mindestens sein christliches Handeln ab.

Er stellt voran, dass er keinen Einfluß nehmen will - aber als geistiges Oberhaupt auch der US Katholiken ist ihm bewusst, dass so eine Äußerung eine klare Ansage an eben diese potentiellen Wähler ist. Er nimmt Einfluß. Oder er versucht es zumindest, denn die meisten lateinamerikanischen US Bürger, welche ja die Mehrheit der Katholiken dort stellen, werden ihn ohnehin nicht wählen - aber vielleicht einige der "Iren" und "Franzosen" unter ihnen.

Vatikanisches Museum von außen. Quelle:viel-unterwegs.de
Aber was ist nun mit Brücken und Mauern? Mal abgesehen davon, dass Mauern im Laufe der Christentumsgeschichte sehr wohl gebaut wurden, existierten und mehr als einmal als sehr nützlich
empfunden wurden - Mauern haben Tore. Diese erfüllen die gleiche Funktion wie Brücken. So wie wir Flüsse umleiten und einfrieden, an seinen Seiten Flutschutzwälle (ein naher Verwandter der Mauer) errichten, so bauen wir Brücken um überzusetzen und andere zu uns zu lassen. So wie wir die Tore einer Mauer verschließen können und
Engelsburg - eigentlich ein Grab, lange befestigter Wohnsitz des Papstes
manchmal müssen, so können wir Brücken sperren oder einreißen, wenn es sein muss.
Ich halte nicht viel von Trump, seiner Rhetorik und seine geäußerten Überzeugungen kaufe ich ihm z.T. nicht ab. Aber für seine Rhetorik gegenüber Schutzversuchen gegen illegale Einwanderung ihm seine Christlichkeit abzusprechen...
Nebenbei: Clinton, Bush und Obama haben alle drei ihren Anteil an der Befestigung der Grenze und dem Ausbau der Überwachungsanlagen. Alles keine Christen über den Bau der Zäune?
In Israel ist das mit der Christlichkeit ja eine Minderheitenangelegenheit - aber eine Mauer wurde dort auch gebaut. Seitdem ist die Zahl der Anschläge (bis zur aktuellen Messerattackenwelle) dramatisch zurückgegangen und damit auch die Zahl der Todesopfer. Ist das eine schlechte Sache?
Und eine zweite Mauer spielt bis heute eine zentrale Rolle - eine der Mauern des Tempels, die berühmte Klagemauer.
Ohne Mauern wäre Konstantinopel früher, wäre Wien schon beim ersten Mal, wäre Europa in der Folge, und am Ende wäre der Vatikan gefallen. Gut möglich, dass es dann heute gar keinen Katholizismus mehr gäbe, oder dass unser heutiges Christentum in dieser Form gar nicht mehr existieren würde.

Vielleicht meinte er es anders als er es sagte. Allerdings habe ich den Satz im Zusammenhang mit dem Heiligen Vater schon so oft in so vielen Zusammenhängen gehört, dass er seinen Effekt verliert.
Vielleicht war die Übersetzung übertrieben.

Wenn es ihm um Brücken ginge, warum mauert er hier? Um Sun Tzu zu bemühen: eine öffentliche Kritik an einem Anführer wird nicht fruchten, aber unter vier Augen kann manches Wort das Herz berühren.

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Affentheater in Rom

Als Katholik ist man einiges gewohnt und manches akzeptiert man ohnehin - selbst als Konservativer.
Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn Kirchen sich anbieten als Diskussionspodium und dergleich zu dienen - auch wenn ich dann für bestimmte Vorkehrungen in Sachen Sakristei, Kreuz, Heiligenfiguren usw. bin.
Die Kirche steht in der Welt.
Allerdings sehe ich das anders in Bezug auf, ich formuliere es mal salopp, heilige Ort. Solche von hoher Bedeutung, Wichtigkeit oder besonderem Hintergrund. Lourdes, Grabeskirchen und natürlich der Petersdom (auch wenn die gesonderte Nennung eigentlich unnötig ist...) sind für mich Orte, für die rein weltliches keine Rolle spielen sollte. Die Verquickung von weltlich und geistlich hat unserer Kirche viel Schaden zugefügt, viel Porzellan zerbrochen, welches uns heute gerne vorgehalten wird. Und die Kirche wurde dadurch schuldig an manchem Leid - etwas, dass nie hätte passieren dürfen.

Die Diskussionen rund um die Position der Kirche drehen sich mittlerweile meistens um den "Zeitgeist", dem sie sich anpassen solle. Die Unterscheidung, die Trennung zwischen weltlich, politisch und religiös, theologisch, kirchlich ist dabei von hoher Bedeutung.

Natürlich muss die Kirche den Menschen zum verantwortungsvollen Umgang mit seiner Umwelt, seinen Menschen, der Natur auffordern. Und natürlich sollte auch jeder Kleriker bis hin zum Papst seine persönliche Haltung und Meinung haben und äußern dürfen, welche Probleme es gibt, woran sie seiner Meinung nach liegen und wie sie zu lösen sind.
Aber gerade das Thema Klimarettung und Umweltschutz ist derzeit mehr ein politisches und gesellschaftliches Eisen, welches die Kirche als solche mit großer Zurückhaltung und dem Verweis auf den verantwortungsvollen Umgang beantworten sollte - und nicht voll hinein in die geladene und teilweise gewalttätige Auseinandersetzung mittragen sollte.
Aus der Sicht des Historiker ist die Aufregung über den Klimawandel ein echtes Affentheater. Klimaschwankungen sind normal, kleine Eiszeiten hatten wir vor wenigen Jahrhunderten noch in Europa, die Römer hatten eine Wärmezeit inklusive blühendem Nordafrika und der Mensch täte schlicht gut daran, sich auf derartiges vorzubereiten, statt im arroganten Glauben zu verharren, er könne das Wetter bestimmen.
Derzeit aber spielt vor allem unser heiliger Vater in dieser Aufregung eine vielbachtete Rolle. So schickte er Schuhe nach Paris, wie tausende anderer auch, als Zeichen des Protests. Das dieser Versand und Aufwand wohl wenig klimaneutral ablief... geschenkt. Die Protestler aber trampelten (unbeabsichtigt aber auch unbeachtet) bspw. die Mahnmale für die eine Woche zuvor ermordeten Opfer des islamischen Terroranschlages nieder. Schon da wäre mehr Abstand oder Kritik in meinen Augen  wichtig gewesen.
Vor Monaten schon gab es die Enzyklika zum Thema Umwelt. 
Und jetzt wird der Petersdom im Rahmen der Festivitäten zum Heiligen Jahr mit Tierbildern angestrahlt. Es beginnt mit dem Motto des heiligen Jahres: Misericordes sicut pater - mitleidig / barmherzig wie der Vater. Es folgen nach Sternschnuppenregen vor Vollmond und einem Meer aus Kerzen eine mehrfach gespiegelte weiße Taube, deren Flügschlag klingend begleitet wird.
Dann folgen Landschafts- und Tierbilder. Mehrmals Affen, Tiger, Schmetterlinge, Quallen usw. Dazwischen sind auch mal Menschen verschiedenster Kultur zu sehen.

Aus künstlerischer Sicht eine sehr anschauliche und handwerklich gute Vorstellung. Die Schöhnheit unserer Welt ist in manchen Bilder greifbar.
Die dahinter stehende Botschaft und die dabei gewählten Bilder sind aber für den Ort, zumindest in meinen Augen, unpassend. Im Netz vervielfältigen sich spöttische Memes, Photoshopbilder die das ganze freundlich mitlachend oder zutiefst beleidigend auf den Arm nehmen.
Einer dieser Beiträge fragte bspw. wann der gehörnte Ziegenkopf projeziert werde.
Kein Staatsakt, kein Drama und durchaus ambivalent zu beurteilen, diese Veranstaltung. Ich hätte mir aber mehr Seriösität, mehr Würde, mehr Zurückhaltung gewünscht. Und weniger "Vatikan-Show für Nichtkatholiken".
Aber ich bin zum Glück weder Papst noch verantwortlich.



Dienstag, 26. März 2013

Magdi Cristiano Allam ist aus der Kirche ausgetreten

Die Schlagzeile ging zuerst durch italienische Medien, bei denen Sig. Allam zum Teil auch gearbeitet hat. Ich muss zugeben, ich habe vorher von ihm nie etwas gehört, daher war ich bei der Lektüre des Artikels und bei den Kommentaren auf diversen Blogs dazu eher verwirrt. Leider treten jeden Tag Menschen aus der Kirche aus, bislang war dies eher kein Grund, darüber großartig zu berichten (außer natürlich "kirchenkritisch").
In diesem Fall aber geht es um einen Journalisten, Autoren und Politiker ägyptischer Abstammung und islamischer Erziehung, der sich erst vor wenigen Jahren offen und damit unter Lebensgefahr taufen ließ. Das er in Italien dazu ein berühmter Mann ist und noch obendrauf vom Heiligen Vater Benedikt XVI. höchstpersönlich in der Osternacht getauft worden ist verschärft die Bedrohung für ihn, wie beispielhaft die Einstufung dieser Taufe als feindseeliger Akt gegen den Islam durch Yusuf al-Qaradawi zeigt. (Wem der Name nichts sagt: dieser gilt unter sunnitischen Muslimen als einer der führenden islamischen Gelehrten.)

Papst Johannes Paul II. küsst den Koran
Nun ist Sig. Allam also ausgetreten, weil er es unerträglich, gefährlich und religionsabgewandt findet, wie sich die katholische Kirche und insbesondere die Päpste gegenüber dem Islam verhalten (haben). Er bezieht sich dabei darauf, dass Papst Johannes Paul II. den Koran geküsst hat und Papst Benedikt XVI. in der Blauen Moschee gen Mekka gewandt betete, noch dazu in einer Haltung die Christen nicht unbedingt mit dem christlichen Gebet assoziieren.
Papst Benedikt XVI. betet in der Blauen Moschee

Man merkt dem Text vermutlich meine Haltung diesbezüglich an. Ich bin da ganz bei Sig. Allam. Auch ich finde diese, als Gesten des Miteinander und der Versöhnung gedacht Handlungen als ein paar Schritte zu weit. Das liegt nicht zuletzt daran, dass ich den Islam eben nicht als "vom gleichen Gott" inspiriert empfinde, ein Gebet an diesen für eben nicht ein Gebet an Gott sein kann. Das liegt auch daran, dass diese Gesten auch nach Jahrzehnten einseitig sind. Christen dürfen nicht nach Mekka, christliche Priester dürfen keine Predigten in Moscheen halten, wie es in einigen islamischen Ländern um die Christen bestellt ist kann jeder bei Open Doors oder Kirche in Not nachlesen. Es sind nicht Christen, die Heiligtümer der Muslime heute noch entweihen, zerstören, verbieten oder in eigene Gotteshäuser umwandeln, wie es gerade mit der Hagia Sophia von Nicäa und bald mit der von Istanbul geschieht.
Ich finde, ein Politik der ausgestreckten Hand von unseren Päpsten ist richtig und wichtig. Dabei aber bestimmte Grenzen nicht zu überschreiten und selbst Forderungen wie vollständige Anerkennung der Christen, Juden und Andersgläubigen zu stellen ist mindestens ebenso wichtig. Das ist eines der Dinge, die ich an der Kirche, der auch ich angehöre, zu kritisieren habe. Wer verteidigt unseren Glauben und unsere Brüder, wenn selbst die Päpste das Buch ehren, in dem zu Mord und Totschlag an uns aufgerufen wird. 
Um wie viel mehr muss dies einen Menschen erschrecken, der vor genau dieser Gewalt, dieser Intoleranz unter Einsatz seiner eigenen Sicherheit und der seiner Familie flieht und zu der großen Alternative sich bekehrt. Welche Enttäuschung und welche Angst muss da vorherrschen. Wie muss es wirken, dass in der Kirche, deren Märtyrer, die für ihren Glauben gestorben sind, der Papst durch das Tragen von roten Schuhen gedenkt, mittlerweile sogar Taufen von Konvertiten heimlich geschehen, und dies nur von wenigen offen bekannt und publik gemacht wird.

Jetzt kommt, wie so oft, das ABER: entweder glaubt man, was man im Credo betet, oder eben nicht. Die Kirche hat in der Vergangenheit Fehler begangen, bis hin zu besagtem Mord und Totschlag. Dabei litten dann Christen und Nichtchristen. Dies wusste Allam sicher, als er eintrat, und wie alle wirklich Gläubigen sah er diese Fehler, sah die Reue der Kirche und der Katholiken dafür und nahm es hin. So sollte er auch mit Fehlern die jetzt gerade geschehen umgehen. Sie bereuen und versuchen, etwas daran zu ändern, indem er sich in den Gemeinden, durch Wort und Schrift äußert.
Außerdem ist es nicht ganz so einseitig, wie es auf den ersten Blick scheint. Zwar ist die katholische Kirche dabei, die bloße Hand ins Maul des Löwen zu stecken, aber das keineswegs blind. Erst im Dezember 2012 hat der gleiche Papst, der in der Blauen Moschee betete, die 800 Märtyrer von Otranto heilig gesprochen, oder besser, die Dokumente dazu unterzeichnete, während sein Nachfolger dies vollzog. Johannes Paul II. hielt 1982 in Santiago di Compostela, der Grabstätte des heiligen Jakobus, eine Rede, in der er an die Wurzeln Europas erinnerte. Jakobus wird auch als Heiliger der Reconquista verehrt und trägt u.a. den Beinamen "Maurentöter".
Papst Franziskus am Grab des hl. Pius V.
Unser neuer Papst Fanziskus hat als eine seiner ersten öffentlichen Handlungen das Grab des heiligen Papst Pius V. besucht. Auch dies kann man als eine Aussage werten, denn dieser Papst hat sich der starken und wachsenden islamischen Bedrohung seiner Zeit entgegen gestellt und gilt als einer der Gründer der Heiligen Liga.
Dies mag angesichts eines Kusses vielleicht nicht so einprägsam sein, aber auch dies sind klare Aussagen. Es liegt an der katholischen Gemeinde, wie es bewertet und was es besonderer Beachtung schenkt. Als Christen sind wir der Liebe und dem Frieden verpflichtet. Die Schwierigkeit, dies nicht nur zu vermitteln sondern mit einem aggressiven Gegenüber zu leben ist groß. Statt auszutreten sollte man sich lieber bemühen, Feindseeligkeit aufzuzeigen und den Opfern zu helfen. Und beten, dass die Vermittler einen Weg finden, die Feindseeligkeit zu beseitigen.



Dienstag, 19. März 2013

Inauguration

Heute erhielt unser neuer Papst (u.a.) seinen Ring. Ich habe via Livestream von Radio Vatican an der Messe teilgenommen. Nebenbei, es war meine erste "multimediale" Messe.
Den Eindruck, welchen diese Messe und unser neuer Papst hinterließen kann ich nur mit einer Gesichtsbewegung beschreiben: ich habe viel gelächelt. Die Würdigung, die er seinem Vorgänger durch mehrmalige Verweise und Erwähnungen zukommen ließ fand ich beruhigend. Ich hatte nicht daran gedacht, dass der heutige Josefstag auch dessen Namenstag ist. Umso schöner der Hinweis.
Vielleicht bilde ich es mir ein, aber man sah dem Heiligen Vater seine Abneigung gegen die Verehrung seiner Person an, etwa wenn die Kardinäle sich vor ihn knieten oder seinen Ring küssen wollten.
Der Kommentator hat jedenfalls seine Arbeit sehr gut gemacht, auch wenn ich mehrmals auf Originalton stellen musste, um beim Gebet, dass ich mich bemühe auf Latein zu lernen, das Original hören zu können. Seine Hinweise, jeder Papst habe seine eigene Note geprägt fand ich passend, seine Erläuterungen zum zeremoniell oft sehr hilfreich, gerade als jemand, der viel erst wieder lernen muss und dem sein kleines Taschenmessbuch nicht immer weiterhelfen kann.
Die Predigt wiederum fand ich sehr ermutigend. Hüten, bewahren, als Thema. Vielleicht war dies ja auch an all jene von uns gerichtet, die große Veränderungen befürchten.
Die Veränderungen, soweit ich das beurteilen kann, hielten sich in Grenzen und waren für mich entweder passend, wie die Anwesenheit der Marienstatue, oder verständlich, wie die Ausgabe der Kommunion nicht mehr durch ihn selbst. Immerhin konnten ja stets nur wenige diese Ehre empfangen.
Ich jedenfalls warte jetzt ein wenig hoffnungsvoller auf seine Anleitung und mit viel mehr Sympathie.

Freitag, 15. März 2013

Zwei Seelen...

wohnen derzeit in meiner Brust. In der einen jene, die sich über die Bescheidenheit und Demut des neuen Papstes freut wie ein kleines Kind. Ein großer Mensch braucht keine vergoldeten Stäbe und hermelinbesetzten Umhänge.
Auf der anderen die besorgte Stimme der Tradition, der die ausgefeilte Symbolik, bspw. ein roter Mantel mit weißem Kragenbesatz ebenso liebt, wie die Rückbesinnung bspw. auf die tridentinische Messe.
Ich bete, dass jenes mit diesem vereinbar sein wird, und dieser Papst den Weg dorthin findet.

Donnerstag, 14. März 2013

Meine "habemus papam" Stunde

Habe gerade den gleichnamigen Eintrag bei Herrn Alipius gelesen und finde die Idee sehr nett, darum schließe ich mal an.
Meine Frau hatte Notdienst und war daher fast 37 Stunden auf den Beinen. Eine Kollegin hatte dazu noch Dank des Wetters und des mangelnden Umgangs unserer Mitbürger einen Unfall gehabt, und so musste meine Frau für sie einspringen und deren Job heute noch mit erledigen. Da lasse ich sie, zumal bei dem Unwetter nicht fahren und hole sie lieber ab. Da wir ja auch erst Tag zwei des Konklave hatten, rechnete ich auch nicht damit, dass es schon vorbei wäre, also ließ ich das Radio aus (ich mag die Musik da eh nicht) und besprach mit meiner Frau lieber, wie es ihr geht und was sie noch schnell von mir zu essen bekommen möchte, bevor sie schlafen geht.
Vor dem essen horchte ich noch kurz auf die Glocken unserer Kirche, da war aber nichts, obwohl wir fast 20 Uhr  hatten.
Lange Rede, kurzer Sinn: ich habe mich an den PC gesetzt um die Tagesnachrichten zu lesen und da schlugen mir bereits mehrere Artikel entgegen. Zuerst dachte ich mir, die veräppeln mich, so schnell? Aber es stimmte, kurze Gegenkontrolle, da rief meine Frau auch schon "livestream".
Franziskus heißt also der neue Papst. Mir war klar, worauf er sich bezieht und was dies an programmatischer Aussage beinhaltet. Gefiel mir sehr, nicht zuletzt als Hundebesitzer und Vogelfreund.

So schnell?

Da stand er dann auch schon, bereits mitten in der Ansprache. Auf den ersten Blick sympathisch, eine einfache Soutane, sehr zurückhaltend, gefiel mir.

So schnell?

Beim Ave Maria nuschelte er und ich glaube kurz verstummte er auch. Das gefiel mir nicht, aber natürlich weiß ich nicht warum. Aufregung, Sprachschwierigkeiten, Gesundheit?

So schnell? Na, Gottes Wille.

Nebenbei schnell Infos einholen. Leider gehören weder spanisch noch portugiesisch zu meinen Sprachschatz, die Primärquellen sind mir also leider verschlossen geblieben. Aber ein Jesuit ist er. Super! Den Orden der Societas Jesu schätze ich sehr.

So schnell? Gottes Wille!

Während ich die Infos an meine Frau weitergebe meint sie, ich wirke geschockt. Nunja, nicht wegen dem neuen Papst, über den weiß ich zu wenig. Vieles was mir gefällt, vieles das ich nicht weiß - aber das Nuscheln sorgt mich.

Da bittet er um ein Gebet für sich, bevor er den Segen erteilt. Das erinnert mich sehr an seinen Vorgänger und lässt mich lächeln. Demut, Bescheidenheit. Dann der Segen, ein "Gute Nacht", sehr menschlich. Das wars schon. 
Aber die Schnelligkeit, mit der die Wahl getroffen wurde...
Trotzdem, ich bin froh, einen neuen Papst zu sehen und sollte Gott und unseren Kardinälen vertrauen. Ein neuer Mann am Ruder in dieser schweren See.

Glauben, Vertrauen, Liebe.


Mittwoch, 13. März 2013

Habemus Papam

Wir haben wieder einen heiligen Vater. Ich muss gestehen, ich stehe ob der Geschwindigkeit der Wahl ein wenig unter Schock und harre gespannt. Ich bete für ihn das er die Kraft habe, die zu erwartenden Widrigkeiten durchzustehen.

Daher zwei Stücke, die ich hier als passend empfinde



Freitag, 8. März 2013

Konklave

Am Dienstag, dem 12.03.2013 beginnt das Konklave zur Wahl des neuen Heiligen Vaters.
Ich kann es kaum erwarten endlich weißen Rauch aufsteigen zu sehen.

Donnerstag, 28. Februar 2013

Vorbei

Jetzt ist es vorbei. Der Papst, der mit dafür verantwortlich ist, dass ich zurück in den Schoss der katholischen Kirche fand, ist nicht mehr Papst.
Ich muss gestehen, als er Papst wurde und in Köln sich "vorstellte", da war ich erst beim vorsichtigen Wiederfinden meines Glaubens. Und ich habe ihn und das Aufhebens damals nicht verstanden, sogar ein wenig belächelt. Aber das hat sich geändert, als ich Anfing, seine Reden zu lesen. Und das wiederum tat ich, weil in der Presse so viel Negatives berichtet wurde. Also wollte ich mir ein eigenes Bild machen, mich informieren aus erster Hand. Ich habe ihm mitunter nicht zustimmen können, etwa wenn er eine Annäherung an den Islam versuchte oder einem gewissen Kaiser widersprach, aber was die Wertschätzung von Leben, des Menschen insbesondere angeht, da fand ich ihn stets prägnant auf den Punkt gebracht.
Auch die Werte der Kirche vermochte er mir wieder näher zu bringen, mir zu erklären, wie es sich nun eigentlich verhält. Oft im völligen Gegensatz zu dem, was "draußen" so kurisert.
Darunter war mitunter etwas, dass ich durchaus noch lustig fand. Wenn etwa der Heilige Vater auf eine bestimmte Weise lächelte, dann sah er in der Tat ein wenig dem Schauspieler ähnlich, der in Maske den Impertor in der Science Fiction Saga "Star Wars" gegeben hatte. Ihm das aber negativ anzukreiden sprach Bände über die TaZ, die dies als große Titelseite zeigte.
Unvergesslich wird mir das Bild bleiben, wie er beim Friedenstreffen von Assissi 2011 inmitten der von ihm eingeladenen Vertreter jeder Religion saß und den Dialog suchte, etwas das bspw. bei der geradezu bösartigen Nachbetrachtung der Amtszeit durch Präses Schneider völlig ausgeblendet wurde.
Während von den Orthodoxen über die Juden bis zu einzelnen muslimischen Vertretern das Lob über die Ökumenebemühungen unseres Papstes nicht abrissen war es ausgerechnet der Vorsitzende einer Kirche die wie keine andere die Spaltung feiert und Luther verklärt, der kein gutes Haar an dem Vertreter lassen wollte, der die katholische Kirche in eine neue Größe geführt hat.
In Europa mögen die Menschen den Glauben verlieren und die Kirchen verlassen, nebenbei bei den Protestanten deutlich stärker als bei den Katholiken. Aber die übrige Welt steht zur Kirche. Ungeachtet der Reden der Europäer von der "weltfremden" Kirche, die sich nicht dem "Zeitgeist anpasse" wächst überall sonst in der Welt die Gemeinde. Für mich ist dies eher noch als die Verklärung von Kolonialismus ein Zeichen westlicher Arroganz und Eurozentrik.

Umso bewegender die Abschiedsrede von Kardinal Meisner. Er sprach mir dabei aus voller Seele.
Jetzt ist der Text viel länger geworden, als ich wollte.
Ich meinte: vielen Dank, Heiliger Vater. Für mich warst Du ein herausragender Papst, ein toller Geistlicher, ein vorbildlicher Christ und ein bewundernswerter Mensch, der all die Schmähungen und (z.T. absichtlichen) Falschdeutungen nicht verdiente. Und auch wenn Du "nur" in den Ruhestand gehst, empfinde ich einen Verlust, als wäre ein bedeutsamer Mensch in meinem Leben gestorben.
Ich wünsche Dir Glück und Frieden auf dem letzten Abschnitt Deines Pilgerweges.

Und verzeih mir das vertrauliche Du, es soll Liebe und keine Respektlosigkeit ausdrücken.