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Mittwoch, 11. Mai 2016

Pressekodex und das Schweigen

Im Nachklang der Massenbelästigung und -vergewaltigung an Silvester in Köln und vielen anderen Stellen wurde der Presse wie der Polizei, Politik und Justiz vorgeworfen, "zu schweigen". Oder, ausführlicher, Informationen entweder nicht zu melden, weiterzugeben, zu unterschlagen  bzw. zu verschweigen. Besonders die Presse wehrte sich und eine Diskussion entbrannte um den Pressekodex, welcher gebietet, Herkunft, Religion usw. nur dann zu nennen, wenn dies im Kontext zur Meldung relevant ist.
Nun sind aber weder Kontext noch Relevanz klar definiert, und so darf unsere schreibende Gilde munter selbst bestimmen, was wann wie relevant ist. So weit, so problematisch. Würde man dies bis zum Ende verfolgen und die heutigen behaupteten Maßstäbe und Werte anlegen (modernes Geschlechterbild, Migrationsfreundlichkeit usw.) so würden Meldungen sich zukünftig so lesen:
"Ein Mensch schlug einen anderen Menschen von hinten nieder und trat mit weiteren Menschen auf den am Boden liegenden ein, bis dieser Mensch an seinen Verletzungen verstarb."

oder eben
"Unter zweiwörtrigen Rufen stach ein Mensch auf andere Menschen ein, tötete dabei einen Menschen."

Denn nur so würde sichergestellt, dass keine Information, die für irgend ein Anliegen pauschalisiert werden kann(!), in die Hände anderer geriete. Das ist angeblich das Anliegen.
Bestimmte Informationen scheinen aber nicht darunter zu fallen und werden entsprechend genutzt.
So sind die Geschlechtsangaben scheinbar kein Problem - denn, so lernen wir in der dritten Welle des Feminismus pausenlos, Gewalt und Kriminalität ist männlich. Natürlich ist damit, auch das lernten wir dank genau der gleichen Feministinnen, der weiße Mann gemeint. Der Europäer, der US-Amerikaner, der Kanadier und Australier.
Das führt dazu, dass Feministinnen in westlichen Ländern nunmehr von "rape cultur" salbadern dürfen, ohne dafür die gleiche Erfahrung machen zu müssen wie jene, die den Orientalen eine solche zusprechen. Im anglo-amerikanischen Raum gibt es sogar eine solide Bewegung, die fordert, Jungs zu "lehren, nicht zu vergewaltigen" - als würde dies bislang nich
Auch das Alter wird gerne mitgegeben. Wenn in der JVA Wuppertal ein Häftling den anderen wegen eines Kartenspieles erwürgt, dann erfahren wir selbstredend deren Alter (18 und 20) und am Ende der Berichterstattung, die sich vorwiegend mit der JVA und nicht mit Täter und Opfer beschäftigt, auch deren Inhaftierungsgrund. Wer also in Richtung einer bestimmten, markant vertretenen Altersgruppe losziehen will, kann sich die Informationen jederzeit aus der Zeitung besorgen. Wie verläßlich solche Eindrucke und Daten aus den Zeitungen sind, das bewies ja vor einigen Jahren die TAZ (mit besagtem Oktoberfestzitat) und jüngst eine Reihe von Zeitungen, die irgendwelche Leute zu Wort kommen ließen, ohne deren Behauptungen zu überprüfen - sei es das "rape cultur" Festival Oktoberfest oder die "Sportmordschützen" mit ihren kruden Thesen und Verdrehungen.

Das die Unterschlagung, Verzeihung, die Auslassung von Informationen irgendeinen anderen Grund haben kann, als die Wirkung von Meldungen zu manipulieren, der Bevölkerung also zu erklären, was sie zu über die Dinge, welche man ihnen zeigt, zu denken hat, dies darf getrost bezweifelt werden.
Es kann also nicht um Wahrheiten gehen, sondern um Denkweisen, mitunter um Ideologie.
Letzteres drängt sich auf, betrachtet man die getroffene Wortwahl genauer. Namen werden entfremdet - dies gebietet angeblich mitunter der Persönlichkeitsschutz. Dann steht dort oft etwas von "Benjamin K." oder Sebastian N." - nur ist dies nicht der Austausch von typischen Namen mit ähnlichen typischen Namen und somit sind wir nicht mehr im Bereich der Auslassung und des Persönlichkeitsschutzes, sondern in der Entfremdung und Bevorzugung einer Gruppe, wenn aus Mohammed, Ahmed, Nasril oder Ochuko dann kein Abuyami, Samir, Mahmut usw. gemacht wird. Denn hier wird die Herkunft nicht nur nicht genannt, sondern es wird so getan, als handele es sich um jemanden anderer Herkunft.

Die typische, mittlerweile vom Bürger durchschaute Methode ist die der freundlichen Umbenennung. So wird aus einem Syrer, Türken, Algerier einfach ein "Südländer" - ein Begriff, der bescheuerter und schwammiger kaum sein könnte.
Oder "junge Männer" - wie jüngst in Bad Godesberg, als ein 17jähriger ermordet (und von den Rettungskräften reanimiert) wurde. Die Täterbeschreibungen lassen gepflegt aus, welchen Typ man sucht - lediglich einer habe "dunklere Haut" und bei zweien scheint die fließende Beherrschung der deutschen Sprache erwähnenswert.

Mit einer dreisten Falschbehauptung wurden wir heute wieder konfrontiert, und sie ist das reale Gegenstück zum zweiten oben genannten "gereinigten" Bericht. In einem Vorort von München stürmte ein Mann mit einem Messer und dem bekannten islamischen Ausruf auf den Lippen auf die nichtsahnenden Passanten. Er erstach einen 54jährigen Mann während er brüllte "Ungläubiger, du musst jetzt sterben" und verletzte mehrere andere, bevor er überwältigt werden konnte.
Die Meldung der FAZ ist beispielhaft, besonders in einer bestimmten Formulierung für die Reaktion der Medienwelt.
Am S-Bahnhof Grafing bei München hat ein Mann offenbar wahllos auf Pendler eingestochen. Der mutmaßliche Täter ist ein 27 Jahre alter Deutscher. Die Polizei prüft einen möglichen islamistischen Hintergrund der Tat.
Die FAZ hat sich seit Sonntag mit mehreren Artikeln um den Islam verdient gemacht. Ich habe vier Artikel geschafft, in denen mir erklärt wurde, dass Deutsche keine Muslime kennen und darum nichts über den Islam wissen können, dass der Islam eine große Integrationskraft sein kann, dass der Islam völlig missverstanden wird, sich derzeit reformiere, die Mehrheit der Muslime friedliche Menschen seien die Terror ablehnen und das der religiöse und der politische Islam trennbar sind.
Da ist es nur ein weiterer Eindruck, wenn jemand, der den Rufen und Taten nach ins Bild dessen passt, was wir in England und Frankreich der letzten zwei Jahre mehrfach erlebten (bspw. zum Jahrestag des Charlie Hebdo-Massakers) direkt (mal wieder) für geistig verwirrt erklärt wird und in den Medien ausdrücklich als "Deutscher" bezeichnet wird. Mittlerweile schwirren mehrere Behauptungen durchs Netz, die anderes vermuten lassen und auch die Polizei äußert sich selbst nicht eindeutig, auch auf Nachfragen nicht, was bislang stets einen Schluss zuließ.

Und kaum ist die Leiche des Opfers abtransportiert, kaum die Rufe des Mörders kolportiert, da tritt Ayman Mazyek, der Opferankläger Nr. 1 der Republik vor die Presse und meint sich beschweren zu müssen, weil sofort ein "unbegründeter Generalverdacht" fallen gelassen würde - natürlich gegen den Islam. Wenn die heutigen Muslime sich gerne mit den Juden im 3. Reich vergleichen, da würde ich gerne wissen, womit sie solche Konferenzen und Statements in der damaligen Zeit vertreten sehen, angesichts der i.d.R. frei erfundenen Vorfälle, die seinerzeit die extra gegründete Hetzpresse füllte...



Kurzum, der Pressekodex ist in dieser Sache nicht zu rechtfertigen, aggiert angesichts der überlicherweise durch die Presse gelieferten Informationen rassistisch, sexistisch und voreingenommen wenn man die Worte streng auslegt und angesichts der gelieferten Desinformation ist die Sache eigentlich bereits im Bereich der Propaganda angekommen. Man mag mich dafür der Übertreibung bezichtigten, ich lausche gerne den Gegenargumenten.

Will man den Pressekodex erhalten, so muss streng definiert werden, was "relevante Informationen" sind - und sie auch aus allen anderen Berichten raushalten.

Dienstag, 10. Mai 2016

Mordversuch auf 17jährigen in Bonn, Christen bedroht und angegriffen, Gedenkfeiern gestört

Bonn war mal Bundeshauptstadt, war mal eine schönsten und kulturellsten Städte des Landes. Eine hohe Zahl an Schlössern und "Schlösschen", der alte Pater Rhenus welcher sich in Wurfweite vom Stadtzentrum dahinschlängelt und eine relativ intakt gebliebene Baustruktur vergangener Jahrhunderte und Jahrzehnte, die das Auge sehr erfreuen kann.
Eine gewisse Eitelkeit, das Brüsten mit Beethoven, der inhaltsleere Verweis auf die sakralen Bauwerke, die aus althistorischer Sicht dank politischer Wilkür zur Peinlichkeit verkommene 2000 Jahrfeier (es gibt immer noch kein Jahr 0!) waren die unangenehmeren Seiten - als nichts, womit man nicht leben könnte.
In den letzten ca. 10 Jahren hat sich Bonn aber tiefgreifend verändert. Ganze Stadtteile sind ab bestimmten Uhrzeiten "nur noch auf eigene Gefahr" zu betreten. Generell nicht mehr allzu sicher, aber dank völlig verfehlter Personalführung (auch hier ist die Politik wieder verantwortlich, lokale wie landespolitische Arroganz und Ignoranz) fehlt es an Präsenz in den Nächten.
So ist es nicht verwunderlich, dass nach dem lange Zeit als Selbstmord ausgegebenen Mord (und mittlerweile eingestelltem Verfahren) an einem jungen Jurastudenten vermutlich in der Folge seiner Intervention bei einer Drogengeschichte nun eine brutale, unprovozierte Attacke erfolgte.
Auch der Fall des indische Austauschstudent passt, welcher bei der Bonner Polizei angab, von Islamisten gestoppt und zur Konversion aufgefordert worden zu sein um dann bei der Verweigerung schwer an der Zunge verletzt zu werden. Natürlich wurde nach seiner Abreise dann behauptet, der geschilderte Vorgang sei zweifelhaft.
 Und nun wurde eine kleine Gruppe junger Leute, zwei Jungen (17 und 18) und ein Mädchen (17) von einer Gruppe angepöbelt, ließ sich, wie gelernt, nicht provozieren nur um zu erleben, wie drei aus der sie beleidigenden Gruppe ihnen hinterher gingen und den 17jährigen von hinten niederschlugen um am Boden weiter auf ihn einzuprügeln und -treten. Auch die beiden anderen wurden verletzt. Erst mehrere Zeugen konnten die Angreifer verscheuchen aber nicht festhalten. Die gerufenen Rettungskräfte mussten den Jungen vor Ort wiederbeleben, sein Zustand ist bis zur Stunde lebensbedrohlich, es gibt auch Tage nach dem Vorfall keine Entwarnung. Selbst wenn er es überleben sollte, gebe es Gott, so wird die Attacke ihn körperlich wie psychisch auf ewig zeichnen.
Gefahndet wird nach einem jungen mit "dunklem Hauttyp", bei zwei von den Tätern hielt man es nötig anzufügen, dass sie fließend deutsch sprächen. Alle drei haben schwarze und lockige Haare...
Bei diesen Beschreibungen ist auffällig, welche Worte NICHT fallen.

Viele Menschen, inklusive der Polizei, reagieren erstaunt. Brutale Übergriffe dieser Art kennt man doch eigentlich gar nicht, denkt dabei eher an Rostock oder andere ostdeutsche Städte die man schnell und einfach mit Rassismus und Rechtsradikalismus in Verbindung bringen kann. Nicht nur, dass Solingen solcherlei in Westdeutschland bot - diese Art der Gewalt ist eben nicht ausschließlich eine Sache weißer, nationalistischer und fremdenfeindlicher Rechtsradikaler. Sie existiert in allen Lagern, unter allen Nationen, Völkern und Hautfarben. Die Versteifung unserer Gesellschaft auf die eigenen Radikalen und die geradezu zwanghafte Leugnung der Tendenz zu solchen Dingen unter einer unangenehm hohen Zahl unserer Migranten und deren Nachfahren kostet Menschen Gesundheit und Leben.

Aber selbst dann... So griff die AntiFa inWien(!) mit großem Aufgebot heute eine winzige Gedenkveranstaltung für die von einem längst zur Abschiebung bestimmten Afrikaner ermordete 54jährige Putzfrau Maria E. an, deren Tod nicht nur brutal sondern auch völlig ohne jeden Anlaß erfolgte.
Egal wer es veranstaltet, eine Gedenkstelle anzugreifen, an der ein Mensch mit einer Eisenstange  (oder mit irgendwelchen Methoden) ermordet wurde, das ist derart infam...

Und auch die nächste Meldung passt zu der Haltung wie die Faust aufs Auge. Zwar waren die Teilnehmer der aktuellen Umfrage in der Zahl recht klein, aber die Auswertung passt zu dem bislang gezeichneten Bild durch Zeugenaussagen und Anzeigen. In unseren Flüchtlingsunterkünften, wo wir nicht nur einfach Schutzbedürftige sondern schlicht jeden der kommt unterbringen müssen, werden Christen diskriminiert und verfolgt. Insbesondere Konvertiten. Von ihren muslimischen "Mitflüchtlingen" ebenso, wie vom Securitypersonal, welches häufig einen ähnlichen Hintergrund aufzuweisen hat.
Bis zu Morddrohungen (und in Einzelfällen Mordversuchen und realen Morden) geht diese Sache.

Suchen Sie eine sichere Umgebung? Nicht in Deutschland, nicht in Bonn. Verteidigen dürfen wir uns nicht, wir könnten es ja übertreiben. Dafür werden die Zustände schön geredet, solange es geht.



Freitag, 6. Mai 2016

Ein ereignisreicher Tag in der bunten Republik

Diese Himmelfahrt werde ich so schnell nicht vergessen. Derzeit hagelt es bei uns ein Problem nach dem anderen, und das unmittelbar vor der Geburt meiner nächsten Tochter.
Und just heute stellte ich fest, dass mein Rasenmäher aus der Gartenlaube gestohlen wurde. Jemand (und es müssen mehr als einer gewesen sein, denn das Ding war wirklich schwer) drang in den Garten meiner Familie, sprengte das Schloss ab und stahl meinen Rasenmäher (und andere Dinge). Ich warnte die unmittelbaren Nachbarn - und eine Stunde später klingelte einer der etwas entfernteren Nachbarn um mich zu fragen, ob ich evtl. etwas gehört hätte - sein Rasenmäher sei gestohlen worden.
Bei uns wurde schon mehrfach versucht, einzubrechen. Ein Versuch geschah während unserer Anwesenheit, bei voller Beleuchtung und Musik während der Renoverierungsphase in der Nacht.

Doch dabei endet es nicht. Ich rief die Polizei an (nicht den Notruf, eine im Netz zu findende Telefonnummer für die Region). Die Dame meinte, da müsste ich mit der Nummer des Rasenmähers zur Wache. Nun war ich schon etwas miefig, weil ich als Geschädigter nun auch noch mehr Aufwand hatte - um zu erfahren, dass im Umkreis von rund 30 km keine Wache besetzt sei, und ich in die nächste Großstadt fahren müsste.
Ab da fühlte man sich bereits nicht mehr beschützt, das Gewaltmonopol verkommt zu einem Witz.
Aber auch damit nicht genug. Eine Viertelstunde vor zwei Uhr, die Nerven haben sich langsam etwas beruhigt, höre ich ein Motorengeräusch näher kommen. Nun wohnen wir in der Ausweichschneise eines Flughafens und hören öfter Luftfahrzeuge, in der Nähe ist eine Ausbildungskaserne der Bundespolizei, also hin und wieder auch Helikopter. Aber diesmal war es sehr viel näher, lauter, beständiger. Das dröhnen ließ die Scheiben vibrieren und kurz darauf war es draußen "heller". Meine Frau und mein Kind wurden wach - vielen Dank dafür.... - und machten große, ängstliche Augen. Ein Blick nach draußen - mindestens drei Polizeihelikopter standen über unserem Dorf, niedriger Flug und mindestens einer von ihnen leuchtete mit einem Scheinwerfer IN die Wohnungen und Häuser. Auch unser Dachfenster und die großen Gartenfenster wurden illuminiert. Mittlerweile ist (jetzt im Moment) die ganze Strasse wach, in fast allen Häusern ist Licht zu sehen. Die meisten Anwohner sind Senioren und um zwei Uhr in der Nacht eher nicht aktiv...

Nach ca. 10, vielleicht auch 15 Minuten flogen die Helikopter weiter. Und wir sitzen hier mit dem Gefühl: die suchen jemanden - und bei drei Maschinen ist das kein harmloser Zeitgenosse. Keine Meldung, keine Mitteilungen, keine Beamten vor Ort. Lediglich dieses Szenario wie in einem schlechten Film.
Und ich werde diese Nacht aus Sorge um meine Familie kein Auge zu tun. Drei Runden um alle Fenster und Türen zu kontrollieren habe ich nun hinter mir.

Und ich vermute mal, egal was vorlag, es wird nicht in den Zeitungen erscheinen...

Dienstag, 15. März 2016

Zwei Tage, zwei Morde in Deutschland

Vom Gefühl her waren es Meldungen, die nur gering über "Massenunfall auf der A61" lagen.
Eine 21jährige Besucherin einer Hochzeit wurde auf dieser erschossen. Der Täter konnte flüchten, die Anwesenden Gäste lieferten sich eine Massenschlägerei, angesichts hunderter Gäste musste ein größeres Polizeiaufgebot anrücken und auch 35 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ob die Hochzeit eine muslimische, yezidische oder christliche war, findet sich nirgendwo, allerdings hat der polizeiliche Pressesprecher von einem Verdacht kultureller Differenzen gesprochen.
Die Tatwaffe, scheinbar eine illegal besorgte Pistole, wurde am Tatort zurück gelassen, der Täter ist mittlerweile per Haftbefehl ausgeschrieben.

In Berlin ist heute im Berufsverkehr ein Auto durch einen Sprengsatz zerstört und der Fahrer getötet worden. Über das Opfer ist das Alter und ein Migrationshintergrund bekannt, sonst nichts. Die Polizei geht von einem Anschlag im Rahmen eines Kampfes zwischen organisierten Kriminellen aus.
Als in Richtung Banden, Mafia u.ä.

Was beide Fälle verbindet, ist der scheinbar geringe Nachrichtenwert. Es sind keine Aufmacher, die investigativen Journalismus, umfangreiche Berichte, Meinungsbeiträge, Interviews, Stellungsnahmen etc. nach sich ziehen. Dabei ist eine Bombe, die mitten im Berufsverkehr hochgeht durchaus nicht Alltag in Deutschland und dürfte wohl nach diversen Schießereien in den letzten Wochen zwischen Bandenmitgliedern eine neue Eskalationsstufe sein. Kolateralopfer werden da in Kauf genommen.

Allen Waffengesetzen zum trotz sind innerhalb von zwei Tagen Menschen ermordet worden, mit Waffen bzw. Mitteln, die ihre Täter nach Gesetzeslage gar nicht erlangen dürfen und die es nach der gepredigten Lehre von "schärfere Gesetze und Verbote bedeuten Sicherheit" nicht mal auf den Schwarzmarkt geschafft haben dürften. Haben sie aber scheinbar doch.

Angeblich ist Deutschland so sicher wie nie zuvor - dabei sind Sprengsätze, die in der Öffentlichkeit detonieren schon seit vielen Jahren nicht mehr vorgekommen - wohl aber in den letzten Jahren vermehrt Versuche.

Und schließlich: kulturelle Differenzen gibt es nicht. Man muss sich etwas reiben, aber das ist es auch. Wer sich die gefassten oder angenommen Täterstatistiken ansieht, kommt da zu einem anderen Ergebnis als derjenige, der lediglich die bereinigten Verurteiltenraten sieht - und selbst die sind alles andere als so wunderbar, wie es gerne behauptet wird.

Es gilt nach wie vor: weniger eigene Agenda, mehr Fakten- und Realitätsbezug und wir könnten Probleme aktiv angehen und Lösungsansätze entwickeln. Solange aber nach möglichst einfachen Mustern gesprochen wird, welche die eigenen An- und Absichten wiederspiegeln, wird es nur schlimmer und schlimmer.
Mal sehen, ob frischer Wind in der Politik daran nun etwas ändert. Zeit wäre es.


Donnerstag, 19. November 2015

Waffen - Glauben, Fakten und Kriminalität

Eines der häufigsten Gegenargumente gegen weniger strenge Waffengesetze ist die Behauptung, Kriminelle kämen dann leichter an Waffen. Heutzutage wird dies auch über Terroristen behauptet.

Aber was steckt denn hinter dieser Behauptung?
Deutschland hat seit den RAF-Anschlägen der 70er Jahre ein "strengeres" Waffengesetz, welches sich nach den Amokläufen von Erfurt und Winnende nochmal verschärfen ließ. Dabei waren bereits die Waffen der RAF illegal beschafft und geschmuggelt und auch der Erfurter Schütze musste tricksen und hatte das Glück, dass die Behörde auf die gemeldete Inaktivität des "Sportschützen" nicht reagierte und auch dessen Dokumentenfälschung nicht auffiel, mit der er sich eine Waffe besorgte, die er nicht besitzen durfte.
Kurz gesagt: selbst wenn es leichter ist, legal an Waffen zu kommen, ziehen es Kriminelle vor, sich illegal zu versorgen.

Und dabei können sie in einen riesigen Topf greifen. Heute geht man in der BRD von offiziell bis zu 20 Millionen illegaler Waffen aus. Natürlich nur eine Schätzung - und eine illusorische oben drein. Als die besagte erste Waffenrechtsverschärfung erfolgte wurden quasi über Nacht 20 Millionen Schusswaffen in deutschen Haushalten illegal. Davon wurden in den folgenden Jahren mittels Amnestieprogrammen aber nur ca. zwei Millionen eingesammelt.
Während der Wiedervereinigung blühte der Schwarzmarkt mit Waffen der abziehenden SU-Truppen. Hinter vorgehaltener Hand oder in der Anonymität des Netzes wird von automatischen Waffen zu Spottpreisen gesprochen. Kurz darauf boomte der Schwarzmarkt dank des Yugoslawienkrieges - und das ist bis heute so. Der kürzlich in Bayern gestoppte IS Sympathisant hatte acht AK 47 bzw 74 aus Montenegro dabei.
Man darf also ohne Zweifel annehmen, dass wir weit über 20 Millionen illegale Schusswaffen im Land haben - und diese stehen 5,5 bis 7 Millionen legalen Waffen in den Händen von ca. 3 Millionen zivilen Sport- und Jagdschützen gegenüber.

Nachdem im Januar der Angriff auf Charlie Hebdo bereits mit Kriegswaffen (Sturmgewehre und einer RPG, ein Granatgeschoss mit Raketenantrieb) erfolgte, machten Polizei und Medien mal den Test und waren selbst schockiert. Innerhalb weniger Stunden waren vom Sturmgewehr über Maschinenpistolen kleine Mengen an Schusswaffen zu bekommen - sowohl in Frankreich als auch in Deutschland. Journalisten staunten schon vor drei Jahren, dass man in Berlin "über 1000 Euro für eine Kalaschnikov zahlen muss". Nicht nur, dass diese Waffen für Zivilisten gar nicht zu bekommen sind - diejenigen, die mit viel Zeit und Geld als Sportschützen oder Jäger eine Langwaffe, also ein Gewehr, erwerben dürfen, welches nur jeweils einen Schuss abgeben kann zahlen für ihre Waffen dann noch einmal deutlich mehr. So kostet die zivile Version des G36 mindestens 1500 Euro - den behördlichen Aufwand ebensowenig mitgerechnet, wie das Geld welches man für den vorgeschriebenen Safe und die Transportmaterialien aufwenden muss.

Die Folge daraus wäre: wenn Irre und Kriminelle an Waffen kommen wollen, so ist das für sie bereits kein Problem und eine Legalisierung würde es ihnen nicht erleichtern - nur die potentiellen Opfer in die Lage versetzen sich zu wehren.
Und die Beispiele für solche Ereignisse sind vorhanden. Meist hören wir allerdings nur in spektakulären Fällen, wie im Januar und November aus Paris davon. Davor und dazwischen gab es bereits, ich verweise nochmal auf meine Liste, mehrere Anschläge und stets waren die Mörder gut bewaffnet - meist weit besser als die Polizei. Sturmgewehre sind in Frankreichs Bandenkriegen mittlerweile Dauergäste.
Selbst im fernen Schweden tauchen sie mittlerweile in beängstigender Regelmäßigkeit auf. Etwa bei einem Juwelierraub in der kleinen Stadt Södertälje vor zwei Jahren - direkt neben einer Polizeiwache. Es war vermutlich Glück und nicht bessere Ausrüstung oder Ausbildung, die alle Beamten unverletzt ließ und einen der Angreifer zu Boden schickte. Oder im März diesen Jahres bei einem Mord in einem Restaurant mit über einem dutzend Verletzter neben zwei Toten.
So ist dieser Terror der französischen Polizei nicht neu. Schon 2009 wurde über fast schon militärische Aktionen inklusive der passenden Bewaffnung gegen die Polizei in den Vororten berichtet - und ignoriert.

Halten wir also fest: Terroristen von Islamisten über die Mörder der NSU haben genausowenig Probleme an Waffen zu kommen wie Kriminelle oder solche Geisteskranken, die planen einen Mord zu begehen.
Dabei greifen sie i.d.R. auf jene Waffen zurück, die unter gar keinen Umständen für Zivilisten legal sind, und deren Legalisierung nicht mal gefordert wird. Oder sie nutzen Alltagsdinge wie Autos und Schnellkochtöpfe. So geschehen beim Königinnentag 2009 in Holland, letztes Jahr zu Weihnachten in Frankreich und kurz danach in Graz und im September in Bern.


In den letzten Tagen wurde jege Menge Waffen der Islamisten sichergestellt, vor wenigen Monaten präsentierten die Beamten stolz Waffenlager der organisierten Kriminalität in Deutschland, Anfang des Jahres waren es in Dänemark und Frankreich bereits mehrere Waffenfunde.
Statt sich zu fragen: warum wurden die bislang so "selten" genutzt, wird behauptet, weitere Gesetzesverschärfungen würden an den Funden bereits illegaler Waffen etwas ändern und unsere völlig überlastete Polizei wieder in die Lage versetzen Bürger in ganz Deutschland zu schützen.
Für mich ist das ein gut verpackter aber grober Täuschungsversuch.
Nochmal: Kriminelle, Terroristen und Soziopathen haben bereits Waffen oder kommen dank völliger Ignoranz gegenüber den Gesetzen spielend an Schusswaffen.
Der einzige, der dumm aus der Wäsche kuckt, ist der Gesetzestreue. Entweder, weil er viel Aufwand und Geld investieren muss, um sie zu Hause in einem dicken Safe liegen zu haben oder weil er Gewalt ohne jeden Schutz ausgesetzt wird.