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Donnerstag, 21. Juli 2016

Mit dem Terror leben

Eine Phrase, oder besser, einige Varianten, dominieren die "Expertenmeinungen". Man dürfe sich dem Terror nicht unterwerfen.
Dem stimme ich restlos zu - aber scheinbar verstehe ich den Satz völlig anders.
Die Terroristen versuchten, unseren Alltag zu zerstören. Uns von unserer Lebensgestaltung abzubringen. Das dürften wir nicht zulassen. Wir sollten weitermachen, wie bisher, um es ihnen richtig zu zeigen.

Wer wirkliche Abneigung gegen Schimpfworte pflegt, überspringt bitte den folgenden Satz.
So eine gequirrlte, hirnlose, verkopfte, lebensfremd-gepamperte Scheisse zu verbreiten grenzt an fahrlässige Tötung.

So, mir gehts besser - ich habe das heute mehrfach laut vor mich hingeflucht. Meine nächste Beichte wird etwas länger...

Im ernst: die Absicht der Terroristen ist erstmal: zu töten und verletzen. So viele und so grausam und so medienwirksam wie möglich. Darauf folgt die Absicht, mit diesen Akten zum einen ihrem Auftrag zu wollen - den Kampf zu den Ungläubigen zu bringen, in das "Haus des Krieges", das "dar al-Harb".
Zum anderen aber auch zu signalisieren: wir haben die Macht. Wir können euch töten und wir werden euch töten. Wer nicht dem relativierenden, verfälschenden Unsinn in Radio und TV lauscht, nicht die Meinungsjournalisten in den Zeitungen liest sondern sich die Botschaften anhört, welche die Terroristen selbst versenden, der weiß, um was es ihnen geht. Ein klares Ziel. die Ausdehnung des Kalifats, die Bekehrung aller die sich bekehren lassen zum Islam, die Herrschaft der Scharia und der Tod aller, die sich nicht bekehren lassen.
Es ist völliger Schwachsinn zu behaupten, den Terroristen ginge es darum, dass Kevin Sorglos nicht mehr ins Bataclan nach Paris fährt oder der 14. Juli nicht mehr gefeiert würde. Natürlich will man diese Dinge auch loswerden, aber über die Herrschaft und nicht über den Terror. Der ist Teil asymetrischer Kriegsführung - in ihren Augen.

Bei uns wird betont, dass es keine absolute Sicherheit geben kann, man sich aber bemühe. Wie dies dann endet, zeigten uns prompt die Terroristen. Aus Angst, ein Stadion könnte, wie seinerzeit die Olympiade in München, live vor den Kameras zum Schauplatz eines Anschlages werden, wie im November in Paris geplant und in Deutschland vermutlich knapp verhindert, wurde ein riesiges Sicherheitsaufgebot aufgefahren.
In Nizza und den meisten anderen Städten wurde wenige Tage nach Ende der Veranstaltung dann der Nationalfeiertag begangen und die Sicherheitsvorkehrungen waren bestenfalls makulatur. Mit dem bekannten tödlichen Ausgang.
Die Polizei fordert mehr Beamte, die Innenminiserien schaffen Sonderheiten und Abteilungen. Und trotzdem kann es keine absolute Sicherheit geben. Die letzten Jahre haben das gezeigt. Wir verdrängen und vergessen um uns nicht klar zu machen, wie oft es schon geknallt hat.
Die Gewerkschaften betonen, dass man die Beamten nicht rund um die Uhr verheizen kann, die Innenrevisionen haben diverse Male bereits Radikale in den eigenen Reihen entlarvt.
Die Völkerwanderung hat nun doch manchen Terroristen ins Land gebracht, obwohl stets behauptet wurde, dem sei nicht.

In meinen Augen würde "wir ergeben uns nicht" bedeuten, wir lernen uns zu wehren. Wir fokussieren uns auf unsere Werte und Errungenschaften. Und fokussieren bedeutet, wir sehen es und wir verteidigen es. Sowohl gegen Angriffe als auch gegen Missbrauch. Bestes Beispiel wäre unser Asylwesen. Unsere Errungenschaft war hier das Menschenrecht, ausgeübt am Individuum. Jeder wurde als solches begrüßt, aufgenommen und überprüft. In einem stetigen Prozeß dieses Verfahren zu verbessern, menschenwürdiger zu machen. 2015 haben wir dies aufgegeben und ein Pauschalurteil verhängt. Turnhallenweise wurden echte Flüchtlinge mit Menschen zusammen gepfercht, die sich nur bessere Lebensumstände wünschen, viele davon am besten ohne Arbeit und auf Kosten anderer. Und zusammen mit "Flüchtlingen", denen der IS zwar zu Radikal war - aber nur, weil er auch sie aus irgendwelchen Kleinigkeiten aufs Korn nahm. Sonst teilen sie viele der Ansichten und leben sie auch aus. Mit Kinderschändern und Menschen die glauben, das man Mädchen nicht früh genug an einen Mann vermitteln kann.

Wehren, dass hieße für mich, die Bevölkerung vorzubereiten. Wie in Israel, wo der Terror zum Leben gehört und Beschützer nie viel weiter als einige dutzend Meter weg zu sein scheinen. Wo sich Menschen verteidigen dürfen und von klein auf beigebracht bekommen, wie man sich verhält. Bei einer Explosion, bei einem Alarm, bei einer Attacke. Ob Israel oder die USA, die Bürger haben das Recht sich zu wehren und üben dies auch aus. Jene, die es tun, stehen besser da, egal wie sehr an den Statistiken rumgefälscht und -interpretiert wird.
Ein bestimmter Teil unserer Politiker gerät in Panik und schwadroniert von Selbstjustiz, wenn die Bürger den letzten Strohhalm der Selbstverteidigung ergreifen und sich den "kleinen Waffenschein" geben lassen, um Schreckschusswaffen und Sprühgeräte mit sich führen zu dürfen, die einen Taschendieb abschrecken, aber gegen Terroristen und Bandenterror völlig nutzlos sind.

Mit dem Terror leben lernen, dass heisst Selbstverteidigung, Vorbereitung, Schutzmaßnahmen und Ausbildung. Wir werden wieder mehr Retter brauchen, die bei einem Anschlag den Verletzten helfen können. Wir werden Menschen brauchen, die ihre Ortskenntnis nutzen, um Fliehenden zu helfen.
Die Menschen müssen wieder lernen, ihre Umgebung im Auge zu behalten und Auffälligkeiten zu registrieren und ruhig melden zu können, ohne Panik auszulösen oder selbst zu erliegen.
Der Täter vom Frankfurter Flugplatz wurde von den unbewaffneten Soldaten überwältigt. Der Thalys-Terrorist wurde von urlaubenden amerikanischen GIs und einem mutigen Helfer zu Boden gebracht und entwaffnet. Der Täter von Nizza wurde von einem mutigen Mopedfahrer zum Anhalten gebracht. Der Kopenhagener Täter wurde von einem Sicherheitsmann in seinem tun behindert, als dieser die Menschen rettete und dafür sein Leben opferte.

In Texas waren es private, schwer bewaffnete Sicherheitsleute, die eine volle Wagenladung Islamisten stoppten.
Der Würzburger Täter traf durch einen für ihn unglücklichen Zufall auf ein SEK, die Täter von Paris mordeten bis nach Stunden die Polizei stürmte. Der entkommene Täter musste von einem Einsatzkommando Wochen später aus den Reihen seiner Sympathisanten abgeholt werden.

Den Bürgern zu vertrauen, wie man es mit den Völkerwanderern wagt, und ihnen die Verantwortung für ihr Leben zu lassen wäre ein Anfang. Das die Staaten versagt haben, das ist kaum noch zu leugnen. Nicht angenommene Notrufe, lange Anfahrtszeiten der Polizei, Kostenübertragung bei "Fehlalarmen" selbst anderer, Überalterung, Überarbeitung, Überlastung, Unfähigkeit, mangelnde Vorbereitung und Planung usw. usf .... diese Polizei kann nur noch aufnehmen, aber nicht mehr schützen, was ohnehin immer schon die schwierigste Aufgabe war.
Wir müssen unser Leben ändern. Denn es wird nicht aufhören. Egal wie oft die Presse mitteilt, der IS liege am Boden, er tut es nicht. Er ist in Nigeria, in Libyen, Yemen, Somalia, Irak und Syrien aktiv und sehr lebendig. Seine Attentäter verüben einen Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo, der jüdische Supermarkt, Thalys, die ermordete junge Tänzerin, der Novemberanschlag, das vor den Augen des Kindes abgeschlachtete Polizistenpaar, der Flughafenanschlag, Kopenhagen, Würzburg, der Angriff eines jungen Mädchens mit einem Messer auf einen Polizisten, Nizza usw. usf. Und das sind nur die letzten einer langen Reihe.
Muß das öffentliche Leben erliegen? Darf es das? Beide Male: Nein. Aber die Sorglosigkeit ist vorbei. Man kann seine Kinder nicht mehr Abends allein vom Konzert nach Hause laufen lassen (Godesberg als ein Beispiel von vielen). Jedem wildfremden die Tür aufzumachen empfiehlt sich nicht. Schon lange warnen sogar die Ersthelferkurse davor, allein auf dunkler Strasse anzuhalten. Vor allem als Frau.
Die wenigsten Menschen sind in der Lage extreme Situationen heute noch einzuschätzen. Im Bataclan legten sich die Opfer zum größten Teil auf den Boden, ergaben sich den Terroristen. Mit den bekannten Folgen.
Das ist keine Erpressung der Terroristen, es geht nicht um Geld, Freilassungen oder Politik. Sie wollen unser Leben. Alles aufgeben müssen wir nicht - aber ein wenig ändern müssten wir schon. Damit wenigstens mehr von uns und unseren Kindern eine Chance erhalten, die großartigen Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, freie Religionswahl, freie Partnerwahl und körperliche Selbstbestimmung zu erleben und nicht in Zuständen wach zu werden, wie sie in den meisten der ca. 55 islamischen Staaten herrschen.

Freitag, 20. Mai 2016

Waffengesetze schützen Kriminelle

Unsere aktuellen Waffengesetze sollen verhindern, dass Waffengewalt in Deutschland herrscht.
Wer die Nachrichten der letzten Wochen aufmerksam verfolgte hat mehrere Schiessereien zwischen Rockerbanden und orientalischen Familienclans zu lesen bekommen - der Plan funktioniert also nicht.
Dabei kam es auch zu verletzten Passanten, da teilweise wild in die Landschaft geschossen wurde, ohne Gedanken an Unbeteiligte.
Das nicht Schlimmeres passierte war lediglich Glück und weder unseren Gesetzen, unseren Gesetzeshütern oder dem Zustand unserer Gesellschaft geschuldet.
Nun hat ein Mann polizeiliche Ermittlungen zu erdulden und möglicherweise sogar eine Anklage wegen des Verstoßes gegen die Gesetze, die ihm u.U. eine schlimmere Strafe einbringen kann, als die Kriminellen, denen er begegnete. Was war passiert?

Die Polizei in Hagen hat Ermittlungen gegen einen 35 Jahre alten Mann aufgenommen, der eine Frau mit einer Schreckschußwaffe vor fünf Angreifern verteidigte. Die 36jährige gab an, nach der Rückkehr aus einem Krankenhaus von den Angreifern „grundlos geschlagen sowie an den Haaren gerissen“ worden zu sein, teilte die Polizei mit. Die Frau wurde dabei leicht am Hinterkopf verletzt.Im Zuge dessen war der Zeuge der Attackierten zu Hilfe gekommen. „Er rannte mit einer Schreckschußwaffe in der Hand aus der Wohnung und schoß in die Luft. Daraufhin sind die Männer in mehrere Richtungen geflüchtet“, teilte die Polizei mit.

Zwar ist der Erwerb einer Schreckschusswaffe legal, sie außerhalb der eigenen Wohnung oder Geschäftsräume bzw. umfriedeten Gartenanlage zu "führen", also bei sich zu tragen oder gar zu benutzen ist verboten, so man keinen "kleinen Waffenschein" beantragt und bewilligt bekam.
 Der Mann tat, was die Politiker fordern: einzuschreiten und Courage zu zeigen, wenn Unrecht geschieht. Hier aber tat er dies mit einem zwar angemessenen und vermutlich auch nötigen Mittel - mit bloßen Händen wäre er wohl nur ein weiteres Opfer der Gruppe geworden - aber eben einem verbotenen.

Und das ist es, was strenge Waffengesetze letztlich bewirken. Die Unfähigkeit sich und andere zu verteidigen.
Waffengesetze sollen Menschen davor schützen, durch Waffeneinsatz zu schaden zu kommen.
In diesem Fall schaden die Gesetze einem Menschen, der mit einer Waffe einen anderen vor Schaden bewahrte.

Es wäre wirklich an der Zeit, die eigene Einstellung in Europa sachlich und tief zu diskutieren, statt nach jedem Terroranschlag blinden und sinnlosen Aktionismus walten zu lassen...

Freitag, 8. Januar 2016

Selbstverteidigungstipps - "gut gemeint"... Ist wohl das Motto des Jahres.

Jetzt geht es los. Frau Reker gab den Startschuss und jetzt machen es alle "besser".
Die Welt bringt einen guten Hinweis und einen saudummen Beitrag in Videoform.
Zuerstmal wie man es nicht macht.
Man erzählt keinen Frauen, wie man sich verteidigen soll, indem man noch kurz die politische Botschaft unterbringt. Die interviewte junge Frau habe schon brenzlige Situationen erlebt. Diese erzählt denn auch, sich offensichtlich das Strahlen gerade so verkneifend, wie eine "Gruppe deutscher junger Männer", denn das muss betont werden in Deutschland, deutsche ! junge Männer, nicht wie in den Märchen aus Köln sondern die wirklich schlimmen, also diese Typen kamen pöbelnd und rempelnd entgegen und versuchten den Arm um sie zu legen.
Sie ist diese Männer dann mit dem im Video gezeigten und erlernten losgeworden.
Wir lernen zwei Dinge zu Beginn: a) deutsche Täter! und b)die kleine, junge Frau konnte sich dank Techniken einem Angriff wie in Köln nur halt anders erwehren...

Gezeigt wird: Armlänge Abstand, vernehmlich Stopp sagen. Und wenn das nicht hilft: um Hilfe brüllen. Selbstverständlich auch der Hinweis: die meisten Täter würden bei kleinster Gegenwehr aufgeben.
Alles richtig - aber das ist nicht das, worüber wir hier sprechen. Das sind vor allem die unerwünschten Annäherungsversuche im Büro oder auf der Feier, das sind Grapscher, die Belästiger und nur sehr eingeschränkt Vergewaltiger und eigentlich nie die Stalker, mit denen wir es bisher zumeist zu tun hatten und die einzeln, vielleicht auch mal in kleiner Gruppe auftreten. Sozusagen die "alte" Version. Die Berichte aus Köln und viele andere die aktuell in die Schlagzeilen kommen, das sind aber andere Welten, andere Täter, andere Probleme. Die beiden Minderjährigen Mädchen die in Weil am Rhein mit vier jungen Syrern gefeiert haben als Beispiel, vermutlich nicht ohne all die tollen Berichte über Toleranz und die wunderbaren Menschen denen wir mit offenen Armen helfen können. Um dann stundenlang von diesen Typen vergewaltigt zu werden.  Auch ihr Fall brauchte Tage um endlich publik gemacht zu werden.
Da helfen diese Tipps ebensowenig, wie auf jenem Kölner Platz.

Nur nochmal zur Erinnerung: SO SAH DAS IN KÖLN AUS.
Die Frau hat nicht einen mm Platz sich irgendwohin zurückzuziehen. Ihr Körper ist eingeklemmt zwischen Männern, die auch ihre ausgestreckten Arme zwischen sich verkeilen oder weit über Schulterhöhe festhalten. Ihr Gesicht ist nur kurz zu sehen, aber sie schreit aus vollem Hals um Hilfe und in schierer Panik.
Genützt hat es ihr nichts. Das ihr nicht noch mehr passierte, war eher der Bereitschaft der Täter irgendwann abzulassen geschuldet als ihrer Selbstverteidigungskraft, der Polizei oder sonstwem.

 Weiter geht es in dem Video mit einigen Selbstbefreiungstipps - hier aus Win Chun u.ä. Kampfsportarten. Der Nachteil an solchen Techniken ist jedoch: die muss man üben, üben, üben.Unter Anleitung, denn einmal eintrainierte Fehler können schwere Verletzungen zur Folge haben. Und das unternehmen nur sehr, sehr, sehr wenige. Kommt es zu einer Selbstverteidigungssituation streigt der Stresspegel und die Reflexe übernehmen. Das können Schockstarre, der reine Fluchtinstinkt, instinktive Selbstverteidigungsversuche oder eben eintrainierte Maßnahmen sein.

Die Reporterin hechelt dann noch in die Kamera, das 84% der Angreifer sich bereits von leichter Gegenwehr abwehren lassen. Kritiker solcher Statistiken weisen auf zwei Dinge hin: wir haben eine unglaublich hohe Dunkelziffer und die Definition von Angreifern und ernst gemeinten Übergriffen ist nicht einheitlich geregelt. Gerade die Zahl der wirklich vergewaltigt Frauen, die keine Anzeige erstattet ist ziemlich hoch. Faktoren wie Angst, Scham und die Erwartung einer demütigenden Prozedur nach der anderen mit einer hohen Chance keine Verurteilung oder nur geringe Strafen zu erreichen halten viele Opfer davon ab. Wie viele sich davon so gewehrt haben wie in dem Video oder wie viele nicht mal eine Chance dazu erhielten ist nicht fassbar. Eine Gleichung mit so vielen unbekannten und frei definierbaren Variablen kann keine klaren Zahlen herausbringen.

Und das ist das perverse an solchen Hilfe-Videos und Tipps. Sie erwecken den Eindruck, mit den bislang bekannten Mitteln und Methoden könne man sich selbst schützen. Das ist oft genug nicht der Fall und in dem hier diskutierten Moment erst recht nicht. Selbst eine Schreckschusspistole hätte hier keinen Nutzen mehr gehabt. Die beschworenen "Gruppen" als Schutz haben ja versagt - denn die Gruppen der Angreifer waren übermächtig.
Hier dazu noch vermischt mit der politisch korrekten Botschaft. Warum gerade junge Frauen und Journalistinnen sich momentan einen Abbrechen die Lage anders darzustellen und zu begreifen als sie ist...

Der Hinweis, der etwas taugt ist ein Artikel mit der Überschrift "(...) die Gefahren beim Einsatz von Pfefferspray". Er verweist auf die Selbstgefährdung und Alternativen.Ohne jetzt weiter auf den Artikel einzugehen, hier ein paar Hinweise von mir.



Allgemein: wer sich auf ein Selbstverteidigungsmittel verlässt, der muss dies stets und stets griffbereit bei sich führen. Frauen neigen dazu, alles was sie dabei haben in die Handtasche zu schmeißen, meist mit der Begründung, man habe keine Taschen an der Bekleidung.
In den Handtaschen verschwindet es meist auf "ich such mal schnell" raus. Für viele Sorten der Sprays gibt es mittlerweile kleine Holster. Es ist zwar ein Mehraufwand, diese jedesmal an den Gürtel zu friemeln, aber wenn man sich es erst angewöhnt hat, gehört es dazu.
Auch Selbstverteidigungsmittel sind kein Garant für Sicherheit. Gerade Mittel, die auf einen Vorrat zurückgreifen, sei es Spray, Elektrizität oder Munition, sind gegen größere Gruppen ebenfalls von begrenzter Wirkung. Dazu kommen rechtliche Einschränkungen, die uns das deutsche Gesetz dank zahlreicher Verschärfungen auferlegt.
Prüfen Sie darum genau, welches Mittel Sie sich zulegen oder was Sie trainieren wollen.
Bei Sprays gilt das, was auch für Besitzer des kleinen Waffenscheins, also für das lizensierte Tragen einer Schreckschusspistole in der Öffentlichkeit gilt: öffentliche Veranstaltung darf man nicht mit Waffen, auch nicht mit Selbstverteidigungswaffen besuchen. Den Frauen aus Köln hätte es also nichts genutzt. Sie hätten gleich gegen das Waffengesetz verstoßen.


Sprays

Allgemeines: Wenn Abwehrspray eingekauft werden soll, dann bitte auf "Pfefferspray" achten und die Rückseite lesen, bestimmte Details mit dem Verkäufer besprechen, ich komme gleich nochmal darauf. Finger weg von CS Spray, ehemals als "Tränengas" bekannt. Dagegen ist ein erstaunlich hoher Anteil der Bevölkerung von Haus aus "immun" und es ist in der Tat möglich, eine gewisse Gewöhnung herzustellen. Es hat noch weitere Nachteile, aber ich will hier nicht langweilen.

Warnhinweis: Pfeffersprays sind nicht für den Einsatz gegen Menschen zugelassen. Sie sind nur zur Tierabwehr gedacht. In einer angemessenen Notwehrsituation kann aber auf eine Anklage verzichtet oder eine entsprechende Anklage negativ beschieden werden. Aber lieber vor Gericht verteidigen als im Krankenhaus versorgen oder im Sarg begraben lassen.
Kaufhinweise:
Größe: Achten Sie beim Kauf auf die verschiedenen Sorten von Sprays. Es gibt die Dosen in verschiedenen Größen und Abgabeformen sowie mit verschiedenen "Sicherungen".
Kleine Dosen haben i.d.R. 4 oder 5 Sekunden Sprühdauer. Das ist unter Stress und in Bewegung sehr wenig. Größere Dosen werden jedoch schnell unhandlich. Sie entscheiden, was sie bevorzugen.

Sprühart: es gibt vier Arten von Pfefferspray: Strahl (jet), Nebel (fog) oder Schaum (foam) bzw. Gel, die sich dann wiederum weiter aufteilen. Strahl und Nebel kommen als Spray daher, d.h. ähnlich wie beim Duftzerstäuber entsteht eine halb flüssige, halb gasartige Substanz. Der Strahl konzentriert dabei die Materie etwas stärker, erreicht so eine höhere Distanz, Bedarf aber auch genaueres Zielen. Beim Aufprall auf das Ziel zerstäubt er wieder etwas. Die Reichweite wird meist mit ca. 5 m angegeben, zielt man höher geht es auch noch etwas weiter, aber i.d.R. ist hier weniger mehr.
Man muss zielen und dafür gibt es keine Hilfe an den Geräten. Da man auch eher nicht übt ist auch hier die größe der Flasche ein Problem.

Der Nebel dagegen kommt schon sehr breit gefächert, ähnlich wie aus einem Parfümflakon der alten Schule, aus dem Dosierungskopf. Daher muss man nur grob die Richtung halten. Die Reichweite ist dafür etwas kleiner als beim Strahl und wird i.d.R. mit 3 oder 4 m angegeben. Dabei ist die Wolke, wie auch in geringerem Maße der Strahl, Windabhängig. Bei Gegenwind werden Sie definitiv selbst getroffen werden. Versuche haben gezeigt, dass ein auf Sie zustürmender, massiger Mensch auch eine nicht unerhebliche Menge der Wolke mit sich bringt und auf 3 m sie in Mitleidenschaft ziehen kann.

Bei beiden besteht also die große Gefahr, selbst etwas davon abzubekommen. Beim Jet passiert dies vor allem, wenn das Ziel zu nah ist oder der Wind ungünstig weht. Beim Nebel passiert dies schon mit einer stark erhöhten Wahrscheinlichkeit.

Der Schaum ist ähnlich wie der Nebel darauf ausgelegt, sich auszufächern. Das macht nur noch ein grobes Zielen nötig. Mit einer ähnlichen Reichweite wie der Nebel und nur geringfügig weniger als der Strahl trifft der Schaum dann das Ziel, verteilt sich dort in der Konsistenz von Teig oder Löschschaum. Nachteil ist hier: die Materie wird kaum eingebracht. Trifft man keine Schleimhäute (also in die Augen, die Nase, den Mund) ist die Wirkung deutlich geringer und verzögert, denn sie muss über Kontakt erfolgen. Die Wahrscheinlichkeit ist aber durch die automatische Verteilung relativ gering.

Das Gel ändert seine Konsistenz und wird sehr schnell flüssig. Der Erfolg ist dann eher wie bei den alten Wassersprühern, mit denen man Blumen bzw. deren Blüten und Blätter benässt. Dadurch ist die besagte gefährliche Wolke schnell im Wortsinn verflüssigt und weniger Eigengefahr besteht. Je nachdem wie eng der Abgabestrahl gestellt ist, muss hier aber wieder sorgfältiger gezielt werden, bei verminderter Reichweit gegenüber dem Strahl.

Sicherungen und Benutzung:  Mittlerweile haben viele Hersteller bestimmte Sicherungen verbaut, damit die Flasche nicht versehentlich oder vorzeitig geleert wird. Die Systeme unterscheiden sich, ebenso wie die Anbringung und Form des "Abzuges". Schauen Sie sich verschiedene Formen an, mit welcher Sie am besten umgehen können.

Einschätzung im Zusammenhang mit dem Kölner Fall: die Frauen wurden schnell in eine dichte Menge von Angreifern gedrängt, waren nach allen Seiten in der Bewegung gehemmt, nach den Schilderungen und Videos hatten sie nichtmal freien Zugang zu ihrer eigenen Kleidung oder Taschen. Außerdem standen sie auf engstem Raum mit den Angreifern - hätten sie also nach Beginn des Angriffs zu dieser Art Selbstverteidigung gegriffen, so wären sie selbst davon betroffen gewesen - wenn sie die Kartuschen überhaupt hätten erreichen können.

Kubotan / Tactical Pen
Diese beiden Selbstverteidigungsmittel finde ich sehr praktisch.
Kubotan
Zweiteres ist ein Stift in einer speziellen Hülle, der sich auf den ersten Blick nur unwesentlich von einem normalen Schreiber unterscheidet. Beide dienen dazu, die eigenen Schläge auf kleine Druckpunkte zu fokusieren. Dadurch wird einerseits auch die Energie schwacher Schläge besser auf den Angreifer übertragen und zum anderen dessen Nerven angesprochen, wo sie sonst vermutlich kaum bemerkt würden. Es muss nicht mal ein Schlag sein. Aufsetzen, Druck ausüben und der Gegner verspürt Schmerzen. Griffe können damit ohne größeres Training gelöst werden. Wer aber damit auch trainiert wird eine sehr effektive Verteidigungswaffe darin finden, die zudem legal ist, aufgrund der Form am Schlüsselbund, am Handy oder an einem Stretchband stets griffbereit gehalten werden kann.

 Aufgrund der Form ist der Kubotan auch nur schwer zu verlieren oder zu entwenden, wenn er erst in der Faust gehalten wird.
Aber Vorsicht, in der hier im Bild gezeigten spitzen Form kann er auch recht schnell den Schädelknochen schädigen. Wenn Sie dort oder gegen die Kehle vorgehen, sind sie sehr schnell im Bereich des Notwehrexzesses, also der unangemessenen Selbstverteidigung.

Einschätzung im Zusammenhang mit dem Kölner Fall: ob diese in Köln etwas genutzt hätten, wage ich als Fan dieser Artikel zu bezweifeln. Auch sie hätten ja erstmal erreicht werden müssen - wobei hier das "in die Hand nehmen" weit unproblematischer ist, als bei den Sprays. Die Bereitschaft sich zu verteidigen kann hier schneller und unauffälliger erfolgen. Aber wie viele mit sowas rechneten ist da eine andere Frage. 
Auch war die Zahl der Angreifer, man muss es immer wieder schreiben, überwältigend. Die Zahl der Hände somit riesig. Und ob mit den "Nadelstichen", welche man aufgrund der enge als einziges anwenden könnte dauerhafte Erfolge erzielt werden können in dieser Atmosphäre ist fraglich.


Schreckschusspistole
Um diese Verteidigungswaffe führen zu dürfen, muß man einen kleinen Waffenschein beantragen und entsprechend ein Holster oder ähnliche Transportmittel nutzen. Für Frauen ist dies oft sehr unpraktisch, es gilt aber wie bei den Sprays: man kann sich daran gewöhnen.
Allerdings gilt die oben erwähnte Einschränkung nach §42 des Waffengesetzes: auf öffentliche Veranstaltungen darf man selbst dann keine Waffe mitführen.
Für diese Pistolen gibt es neben nur knallender Munition auch CS, Pfeffer und CS mit Licht Munition. Diese haben sich auf kurze Distanz zwar als relativ effektiv erwiesen, aufgesetzte Schüsse mit der Knallmunition können aber bereits schwere oder sogar tödliche Verletzungen herbeiführen.
Der Knall ist laut, je nach gewählter Munition und Waffe. Man kann sich also auch selbst damit beinträchtigen und für die Gaswolken gilt das oben unter Sprays geschriebene. Die Reichweite ist ebenfalls sehr begrenzt, dafür meist in Wolkenwirkung auf wenigstens ein bis vier m mehr.


Einschätzung im Zusammenhang mit dem Kölner Fall: es gilt das Gleiche wie bei den anderen Mitteln. Die Frauen hätten sie rechtzeitig aber nicht zu früh zur Hand haben müssen, bevor sie mitten im Pulk steckten.  Dazu kommt aber, dass die körperliche Nähe bei einem oder gar mehreren abgegebenen Schüssen bei allen Beteiligten zu Schäden geführt hätte. Der Knall hätte vermutlich ein Knalltrauma zur Folge gehabt, und aufgrund der Enge wäre wohl auch jemand zu dicht an der Mündung gewesen..



Über scharfe Schusswaffen brauchen wir nicht zu reden. Schon die Schreckschusspistolen werden vermutlich von vielen als Militarisierung und Aufrüstung empfunden, als Einschränkung von Sicherheit und Selbstbestimmung. Umso mehr scharfe Schusswaffen, für die am Ende ohnehin das gleiche gilt, für Schreckschusspistolen - nur mit noch strengeren Auflagen und dem Verbot sie zu führen (bis auf sehr, sehr wenige Ausnahmen die einen Waffenschein erhalten).
Die einzigen sinnvollen Verteidigungswaffen waren Schlagstöcke und Schusswaffen der Polizei. Ersteres setzten diese in einigen wenigen Fällen ein, letzteres nicht.


Bitte diesen Text nicht falsch verstehen. Ich will Frauen und körperlich schwächere Männer nicht entmutigen. Gegen die bekannten Typen von Sexualstraftäter gibt es mit den momentan legalen Mitteln und Möglichkeiten echte Chancen sich zu verteidigen, wenn auch alles andere als eine Garantie. 
Aber gegen das, was in Köln passierte, da konnte nur der Staat oder eine große, ausgerüstete und ausgebildete Bürgerwehr vorgehen. Erstere hat versagt (kein Vorwurf an die eingesetzten Polizisten) und letztere gibt es nicht, werden sogar als Bedrohung verstanden. Das ist eben alles andere als das, was es in Deutschland bereits gab.


 

Sonntag, 22. November 2015

EU-Waffenrechtsverschärfung als Antwort auf den Terrorismus und eine Petition dagegen

Die EU hat in Reaktion auf die Anschläge von Paris nur fünf Tage danach eine Reihe von Vorschlägen als Maßnahmen gegen solche Terrorakte und die vermeintlich leichte Verfügbarkeit dabei eingesetzter Waffen verabschiedet. Dabei wurde betont, dass der im Thalys im Oktober gescheiterte Terrorist eine AK benutzte, die er aus Einzelteilen zusammen gesetzt hatte. Diese soll er angeblich via Internethandel in Europa bestellt haben.
Davon ist der Öffentlichkeit bislang nichts bekannt, vielmehr ist in den Nachrichten und offiziellen Meldungen zu lesen, dass die Waffen in Belgien auf dem Schwarzmarkt besorgt wurden - wie die Mehrheit der bis dahin benutzten AKs und Raketenwerfer.
Dabei soll das Vorhaben innerhalb von wenigen Monaten in Gesetze der jeweiligen Mitgliedsstaaten umgesetzt sein - wobei die übliche Frist drastisch eingeschränkt wird. Es soll schnell gehen - nicht demokratisch.
Sie es drum. Die aktuellen Vorschläge laufen nicht darauf hinaus, die ohnehin in Europa verbotenen Kriegswaffen (vollautomatische Waffen fallen in (fast?) allen europäischen Staaten unter das Kriegswaffengesetz, d.h. sie sind bis auf im militärischen und polizeilichen Bereich völlig verboten, ohne jede Ausnahme) besser oder schneller aufspüren und verfolgen zu können. Nein, die Maßnahmen treffen ausnahmslos wiedermal die Waffenbesitzer, die sich nach Recht und Gesetz anmelden.
Zu den Maßnahmen zählen:
  1. Ein Verbot bestimmter halbautomatischer Schusswaffen.
  2. Strengere Regeln für den Umgang mit Signal- und Starterpistolen, von denen ein Gefahr durch Umbau ausgehe.
  3. Strengere Regeln für den Verkauf an Sammler, um den Weiterverkauf an Kriminelle zu unterbinden.
  4. Strengere Regeln für den Handel und Besitz von deaktivierten, also unbrauchbar gemachten Schusswaffen. Faktisch sollen solche aus der Kategorie A verboten werden.
  5. Verknüpfung bestehender nationaler Waffenregister und Austausch der Informationen über Waffenkäufer.
  6. Strengere Regeln im Internethandel um den Kauf von Schusswaffen, Waffenteilen und Magazinen im Internet zu verbieten.
  7. Gemeinsame Markierungsregeln, um die Rückverfolgung zu vereinfachen.
Zur Erläuterung: Halbautomatisch bedeutet, dass bei jedem betätigen des Abzuges ein Schuss abgegeben wird. Im Gegensatz zu vollautomatisch. Dort wird solange geschossen, wie der Abzug gedrückt bleibt.


Diese Planung bestand zu einem Teil bereits im April dieses Jahres, wurde nun aber wieder hervorgezaubert und eindeutig mit den Anschlägen verknüpft.
Auch wenn Sie, geneigter Leser, nichts mit Schusswaffen am Hut haben oder diese neuen Regeln plausibel finden, bitte ich Sie, mir ein paar Erwiderungen zu den Punkten zu erlauben.

zu 1. Die von den Terroristen benutzten Waffen, seien es die Anschläge auf Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt, Kopenhagen, Thalys oder eben erneut Paris fanden unter Verwendung von völlig verbotenen und auf keinem Weg legal zu erhaltenen vollautomatischen Waffen statt.Nicht eine oder zwei, sondern dutzende solcher Waffen wurden verwendet oder in den folgenden Razzien aufgefunden. Inklusive Sprengmittel - die ebenfalls absolut verboten sind.
Die Annahme, man könnte also durch Verbote irgendeiner Art diese Anschläge verhindern ist aufgrund der Tatsache, dass es ja bereits entsprechende Verbote gibt einfach nur hirnrissig.
Außerdem bezieht sich das Verbot auf Waffen, die dabei keine relevante Rolle spielten. Halbautomaten finden sich heute vor allem im Sport, den Behörden und der Jagd. Das Verbot würde also lediglich den Sport (und Sammler) treffen und den Jägern das Leben noch schwerer machen.
Terroristen und Kriminelle, das beweisen sämtliche Statistiken, die nicht einfach alle Daten in einen Topf (Schusswaffen verursachen dies und jenes) werfen, sondern auch mal schauen, wie hoch der Anteil der legal erworbenen und besessenen Schusswaffen an Verbrechen und Terror ist, diese Statistiken also beweisen, dass Terroristen und Kriminelle sich schneller, einfacher und besser über den Schwarzmarkt versorgen - und dies auch umsetzen.
Die Rechtschaffenen werden entwaffnet und den bösen Jungs ein Vorteil verschafft. Wie schon in Paris müssen sie sich keine Sorgen um Gegenwehr machen.

zu 2. Wie wir ja wissen, finden die meisten Verbrechen mit umgebauten Signalpistolen und Starterrevolvern statt.... hier gilt das gleiche wie unter 1. Das ist reiner Aktionismus, der mit der Realität in keiner Weise in Verbindung steht.

zu 3. Sammler in Europa müssen sich, wie alle anderen Waffenbesitzer auch, registrieren, bzw. ihre Waffe. Deren Seriennummern werden mit den Namen der Sammler verknüpft. Sollte er sie privat weiterverkaufen muss er, m.W. in allen Ländern Europas, dies melden. Geschieht mit der Waffe ein Verbrechen und er hat sie verkauft ohne das zu melden steht die Polizei bei ihm auf der Matte. Ganz ohne neue Gesetze. Dann gibt es so oder so Ärger.

zu 4. Unbrauchbar gemacht Waffen sind genau das. Unbrauchbar. Wichtige Teile sind nicht mehr zu benutzen. So werden Löcher in den Lauf gebohrt und der Verschluss verschweisst oder verplombt. Da man an diese wichtigen Teile, mindestens aber an einen neuen Lauf nicht kommt, da der Handel damit in Europa ohnehin bereits Verboten oder unter strengsten Auflagen steht, ist die Sache eine reine Augenwischerei. Wenn es hier Lücken gibt, so sind die in einzelnen Landesgesetzen - da muss nicht die Gesamtheit verboten oder nahezu unmöglich gemacht werden. Auch ist mir bisher kein Fall bekannt, in welchem Terroristen solch eine Waffe benutzt hätten - wozu auch. Sie bekommen funktionierende und vollständige AK47 / 74 massenhaft ins Land geschmuggelt.

zu 5. Waffenregister zu verknüpfen ist der einzige sinnvolle Punkt in der Liste - der generelle Austausch von Informationen über Käufer hingegen ist nach meinem Denken eher etwas, dass einer richterlichen Anordnung Bedarf.

zu 6. Wie gesagt gibt es hier bereits relativ strikte Regeln. Sie funktionieren bisher gut und sind in den vergangenen Vorkomnissen ebenfalls nicht Teil des Problems gewesen.

zu 7. Bisher werden Seriennummern erfasst und beim Kauf zusammen mit dem Namen des Käufers vermerkt bzw. registriert. Wenn die nationalen Register sich verknüpfen, dann ist die Thematik bereits erledigt. Hier wird nur so getan, als habe man noch Nützliches beschlossen.


Bei der Aktion handelt es sich um pursten, reinsten Aktionismus einer Fraktion, die Sportschützen, Jägern und Sammlern das gleiche Schicksal angedeihen lassen will, wie zuvor bereits solchen, die Willens waren sich und ihr Umfeld zu verteidigen - das Verbot.
Ein großer Teil des modernen Schießsportes, vielleicht sogar die Mehrheit, setzt auf halbautomatische Schusswaffen. Seit Jahrzehnten. Diese Waffen tauchen extrem selten einmal bei Verbrechen auf. Sie haben aber auch gar nichts mit dem Terrorismus unserer Tage zu tun.
Daher meine Bitte: auch wenn Sie selbst kein Schütze sind aber verstehen, dass es Menschen gibt die damit einen Sport ausüben oder generell einem Hobby frönen und diese Menschen für etwas bestraft werden, dass sie gar nicht getan haben, dann unterzeichnen Sie bitte die Petition.
Sollten Sie selbst Luftgewehr oder Einzellader schießen, bitte ich Sie, zeigen Sie Solidarität. Auch wenn Sie es diesmal noch nicht trifft, sollten es Ihnen doch nicht gleichgültig sein, wenn solcher blinde Aktionismus andere trifft. Und bedenken Sie: beim nächsten Mal könnten Sie es sein.

>>>>>>>>>>Hier der Link zur Petition<<<<<<<<<<<<<.
Sie können auch Unterschreiben und ihre Unterschrift wird nicht öffentlich gezeigt.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Aufmerksamkeit und sollten Sie Verständnis haben auch dafür.
Aber natürlich ein riesiges Danke schön und vergelt es Gott an alle Unterzeichner.

Samstag, 21. November 2015

Betend den Gang der Geschehnisse zu erwarten - darf ein Christ sich verteidigen?

Der Papsttreue Blog hat einen meiner Artikel besprochen. Dazu komme ich später nochmal.
Darunter jedoch meldete sich ein Andreas zu Wort:

Ich glaube dass der o. g. Artikel und vor allem die Schlussfolgerung nicht mit dem Christentum kompatibel sind. Gibt nicht die Bergpredigt den Rahmen für den Umgang mit Feinden?
Ich glaube das der Christ nichts anderes tun kann, wenn der Terrorist sein Haus betritt, als mit seiner Familie niderzuknien und betend den Gang der Geschenisse zu erwarten.
Wer kann mich auf Basis der heiligen Schrift eines besseren belehren?

Ist das wirklich so? Muss man phlegmatisch hinnehmen, seine Familie und sich selbst abschlachten zu lassen, womöglich vorher noch zuzusehen, wie Frau und Töchter, wie man aus Syrien hört des öfteren auch die Söhne vergewaltigt werden?
Die Aufforderung, anhand der Bibel zu widerlegen um "Vereinbrkeit mit dem Christentum" zu beweisen, finde ich fragwürdig. Denn dort findet sich auch nichts von "kniet euch nieder, seht euren Liebsten und Nächsten in ihrem Leid zu und dann empfangt einen grausamen Tod" - was Andreas aber scheinbar aus der vehementen Aufforderung Frieden zu halten und zu suchen ableitet.
Reichlich Gelegenheit hatten Paulus und Petrus so etwas zu schreiben, denn die Urchristen wurden verfolgt, und zwar gnandenlos. Die Hinrichtungen waren vor allem eines: grausam. Hier hätten Paulus und Petrus Lehren können: so ist das, nehmts hin und wehrt euch nicht. Das taten sie nicht. Und dennoch hat sich die Urgemeinde kaum (!) gewehrt - es hätte ihnen auch nichts genutzt. Sie wurden zu Märtyrern. Das aber wiederum ist nirgendwo von Jesus oder seinen Jüngern gefordert worden. Er ist das Lamm, er war vorherbestimmt einen grausamen Tod für uns zu sterben, nicht andersherum.

 Daher verweigere ich mich vorerst, und liefere in den ersten Abschnitten den Teil, der Katholiken von Protestanten unterscheidet (oder unterscheiden sollte). Neben dem Wort steht die Tradition, die Lehre.
Was also hat der Katechismus so zu sagen.

"1909 Zum Gemeinwohl gehört schließlich der Friede, das heißt die Dauerhaftigkeit und Sicherheit einer gerechten Ordnung. Es setzt somit voraus, daß die Autorität durch rechte Mittel die Sicherheit der Gesellschaft und deren Glieder gewährleistet. Es begründet das Recht auf persönliche und kollektive Selbstverteidigung."


Und unter Notwehr:
2263 Die Notwehr von Personen und Gesellschaften ist keine Ausnahme vom Verbot, einen Unschuldigen zu töten, also einen willentlichen Mord zu begehen. „Aus der Handlung dessen, der sich selbst verteidigt, kann eine doppelte Wirkung folgen: die eine ist die Rettung des eigenen Lebens, die andere ist die Tötung des Angreifers" (Thomas v. A., s. th. 2-2, 64, 7). Nur die eine Wirkung ist gewollt, die andere nicht.2264 Die Liebe zu sich selbst bleibt ein Grundprinzip der Sittenlehre. Somit darf man sein eigenes Recht auf das Leben geltend machen. Wer sein Leben verteidigt, macht sich keines Mordes schuldig, selbst wenn er gezwungen ist, seinem Angreifer einen tödlichen Schlag zu versetzen:„Wenn jemand zur Verteidigung des eigenen Lebens größere Gewalt anwendet als nötig, ist das unerlaubt. Wenn er die Gewalt aber mit Maß zurückstößt, ist die Verteidigung erlaubt ... Es ist zum Heil nicht notwendig, auf den Akt des maßvollen Schutzes zu verzichten, um die Tötung des anderen zu vermeiden; denn der Mensch ist mehr gehalten, für das eigene Leben als für das fremde Leben zu sorgen" (Thomas v. A., s. th. 2-2, 64, 7).2265 Die Notwehr kann für den, der für das Leben anderer oder für das Wohl seiner Familie oder de Gemeinwesens verantwortlich ist, nicht nur ein Recht, sondern eine schwerwiegende Verpflichtung sein.
Was die katholische Kirche also zur Selbsverteidigung zu sagen hat, ist somit klar. 
Ja, das geht.
Aus Sicht unserer Kirche muss sich also niemand hinknien und hoffen, dass es schnell geht (und i.d.R. enttäuscht werden). Ich hoffe, bereits an dieser Stelle Andreas abgebracht zu haben, die Angehörigkeit zum Christentum zu bezweifeln, wenn es denn schon die Kirche nicht tut sondern das Gegenteil.

Aber zur Bibel: ich bin wahrlich kein Bibelkenner noch Theologe - vielleicht finde ich es daher immer ein wenig vermessen, wenn mir jemand, den ich nicht kenne oder von dem ich weiß, dass für ihn das gleiche gilt zum Bibelzitateduell auffordert.
Aber schon als kleine Junge fielen mir zwei Dinge auf und verhafteten:
Und siehe, einer aus denen, die mit Jesus waren, reckte die Hand aus und zog sein Schwert aus und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm ein Ohr ab. 
Matthäus 16,51 
Er zog sein Schwert. Das kommt jetzt nicht aus dem Nichts. Jesus muss es gesehen oder wenigstens gewusst haben. Und er hat seine Jünger nicht angewiesen, es zu zerstören. In der antiken Welt der Gewalt und in einer Gesellschaft, der Gewalt und Krieg nicht fremd waren (s. AT - ich hoffe, ich muss hier nicht die vielen, vielen Hinweise auf sanktionierte Gewalt wiederholen), trugen die Jünger Jesu offensichtlich auch Waffen mit sich. Keine Kleinigkeit im römischen Judäa.
Aber damit nicht genug:
(...) denn wer das Schwert nimmt, der soll durchs Schwert umkommen. Oder meinst du, daß ich nicht könnte meinen Vater bitten, daß er mir zuschickte mehr denn zwölf Legionen Engel?
Matthäus 26,52 
Für das Szenario: wir stehen mitsamt unserer Familie kurz vor der Exekution ist dies relevant. Das Argument lautet nicht: "sich wehren ist böse". Es lautet, wer das Schwert nutzt, stirbt dadurch. Wer in den Lauf eines Gewehres blickt wird auf die Aussage: du darfst dich nicht verteidigen, weil derjenige, der zur Waffe greift durch diese umkommt etwas irritierend finden. 
Der nachgestellte Satz macht deutlich: der Jünger verteidigt nicht sich, sondern Jesus - und Jesus will nicht verteidigt werden. Er verweist auf seine eigene Wehrhaftigkeit, die er aber angesichts des vorgesehenen Verlaufes nicht nutzt.
Der nicht zitierte Satz lautet: "Steck dein Schwert weg".
Nicht "wirf es weg" oder "zerstöre es" oder "du verstößt gegen meine Lehren und bist hiermit aus dem Kreis meiner Schüler hinausgeworfen". Und dabei hatten sie das Thema Schwerter ja bereits im Kreis der Jünger. 



Und er sprach zu ihnen: So oft ich euch ausgesandt habe ohne Beutel, ohne Tasche und ohne Schuhe, habt ihr auch je Mangel gehabt? Sie sprachen: Niemals. Da sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, desgleichen auch die Tasche; wer aber nichts hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Denn ich sage euch: Es muß noch das auch vollendet werden an mir, was geschrieben steht: "Er ist unter die Übeltäter gerechnet." Denn was von mir geschrieben ist, das hat ein Ende. Sie sprachen aber: HERR, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er aber sprach zu ihnen: Es ist genug
           Lukas 22:35
Die Stelle ist nicht unumstritten und wird pazifistisch eher interpretiert als: die Jünger haben falsch gelegen und der Kauf der Schwerter war nicht, was Jesus meinte. Daher die knappe Antwort. Ich sehe das anders, denn für mich sind die Worte: "Nehmt eure Beutel oder verkauft eure Kleidung und kauft ein Schwert" kaum als Gleichnis zu erkennen und schon gar nicht ohne den sonst üblichen Rahmen.
Ich verstehe die Reaktion eher als die des Mitleides mit seinen Jüngern, als die der Frustration des Menschen Jesus über das Schicksal seiner Gefolgschaft.
Die hatte er an anderer Stelle bereits verkündet:
 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.
Matthäus 10,34
 Bei Lukas wird Zwietracht als Kontrast zum Frieden genannt. In beiden Fällen ist aber die Zukunft eindeutig: kein Friede - aber auch keine Aufforderung zur Selbstopferung, genauwenig wie zur gewaltsamen Übernahme. Zu Extremen wird hier nicht aufgefordert - lediglich festgestellt, dass die Realität der Zukunft nicht friedlich sein wird.
Nicht zu vergessen, dass er auch nie etwas gegen den Schutz der eigenen Besitztümer sagte - also Maßnahmen gegen Einbrecher und Kriminelle im Sinne des Selbstschutzes.  
Das sollt ihr aber wissen: Wenn der Hausvater wüßte, welche Stunde der Dieb kommen wollte, so würde er ja wachen und nicht in sein Haus brechen lassen.
Matthäus 24:43

Die Passage lohnt auch weiter zu lesen, denn was dem zu unrecht brutalen Knecht passiert wenn der Herr nach Hause zurückkehrt passt so unkritisiert sondern als normal hingestellt ebenfalls nicht zum "nehmts hin" Fatalismus.

Und zu guter letzt: wer sich etwas mit Geschichte oder christlich-jüdischer Theologie auseinander setzt, wird auf die Problematik der Übersetzung stoßen - und das gilt auch für die 10 Gebote. Das sechste Gebot wird zu deutsch, unser Dank dafür an Herrn Luther, mit "Du sollst nicht töten" übersetzt. In der Tora steht jedoch "Morde nicht!". Ohne die Wortklauberei moderner Juristen zu bemühen dürfte hier der Unterschied auffallen. Auch das hebräische kennt das allgemeinere "töten", welches bspw. das Schlachten von Vieh, Töten im Kampf oder Notwehr u.ä. beinhaltet. Mord hingegen ist genau das. Kein Duell, keine Hinrichtung eines Verurteilten.


Wie gesagt, ich bin kein Theologe und ob ich mit meinen Interpretationen richtig liege, sei dahingestellt. Ich verzichte auf die in Kirchenschriften zu findenden Verweise auf den Respekt gegenüber dem eigenen Leben und der Nützlichkeit für andere als Hintergrund der Notwehr.
Für mich steht dank Katechismus und besagter Stellen fest: ich muss weder mich umbringen lassen, noch bei tatenlos zusehen.
Und ich bin als Christ alles andere als verpflichtet, den Weg der Märtyrer zu gehen. Diese haben meine tiefste Verehrung, mein staunendes Bewundern (so sie freiwillig diesen Weg gingen) und mein tiefstes Mitleid. Aber ich weiß: ich werde mich ihnen nicht zugesellen. Ich bin dafür einerseits zu feige und andererseits sehe ich mich zu sehr in der Verantwortung meiner Familie gegenüber. 
Und ehrlich gesagt: Familienväter, die nicht aufstehen und versuchen ihre Kinder und ihre Frau zu retten.... naja, lassen wir das.

Donnerstag, 19. November 2015

Waffen - Glauben, Fakten und Kriminalität

Eines der häufigsten Gegenargumente gegen weniger strenge Waffengesetze ist die Behauptung, Kriminelle kämen dann leichter an Waffen. Heutzutage wird dies auch über Terroristen behauptet.

Aber was steckt denn hinter dieser Behauptung?
Deutschland hat seit den RAF-Anschlägen der 70er Jahre ein "strengeres" Waffengesetz, welches sich nach den Amokläufen von Erfurt und Winnende nochmal verschärfen ließ. Dabei waren bereits die Waffen der RAF illegal beschafft und geschmuggelt und auch der Erfurter Schütze musste tricksen und hatte das Glück, dass die Behörde auf die gemeldete Inaktivität des "Sportschützen" nicht reagierte und auch dessen Dokumentenfälschung nicht auffiel, mit der er sich eine Waffe besorgte, die er nicht besitzen durfte.
Kurz gesagt: selbst wenn es leichter ist, legal an Waffen zu kommen, ziehen es Kriminelle vor, sich illegal zu versorgen.

Und dabei können sie in einen riesigen Topf greifen. Heute geht man in der BRD von offiziell bis zu 20 Millionen illegaler Waffen aus. Natürlich nur eine Schätzung - und eine illusorische oben drein. Als die besagte erste Waffenrechtsverschärfung erfolgte wurden quasi über Nacht 20 Millionen Schusswaffen in deutschen Haushalten illegal. Davon wurden in den folgenden Jahren mittels Amnestieprogrammen aber nur ca. zwei Millionen eingesammelt.
Während der Wiedervereinigung blühte der Schwarzmarkt mit Waffen der abziehenden SU-Truppen. Hinter vorgehaltener Hand oder in der Anonymität des Netzes wird von automatischen Waffen zu Spottpreisen gesprochen. Kurz darauf boomte der Schwarzmarkt dank des Yugoslawienkrieges - und das ist bis heute so. Der kürzlich in Bayern gestoppte IS Sympathisant hatte acht AK 47 bzw 74 aus Montenegro dabei.
Man darf also ohne Zweifel annehmen, dass wir weit über 20 Millionen illegale Schusswaffen im Land haben - und diese stehen 5,5 bis 7 Millionen legalen Waffen in den Händen von ca. 3 Millionen zivilen Sport- und Jagdschützen gegenüber.

Nachdem im Januar der Angriff auf Charlie Hebdo bereits mit Kriegswaffen (Sturmgewehre und einer RPG, ein Granatgeschoss mit Raketenantrieb) erfolgte, machten Polizei und Medien mal den Test und waren selbst schockiert. Innerhalb weniger Stunden waren vom Sturmgewehr über Maschinenpistolen kleine Mengen an Schusswaffen zu bekommen - sowohl in Frankreich als auch in Deutschland. Journalisten staunten schon vor drei Jahren, dass man in Berlin "über 1000 Euro für eine Kalaschnikov zahlen muss". Nicht nur, dass diese Waffen für Zivilisten gar nicht zu bekommen sind - diejenigen, die mit viel Zeit und Geld als Sportschützen oder Jäger eine Langwaffe, also ein Gewehr, erwerben dürfen, welches nur jeweils einen Schuss abgeben kann zahlen für ihre Waffen dann noch einmal deutlich mehr. So kostet die zivile Version des G36 mindestens 1500 Euro - den behördlichen Aufwand ebensowenig mitgerechnet, wie das Geld welches man für den vorgeschriebenen Safe und die Transportmaterialien aufwenden muss.

Die Folge daraus wäre: wenn Irre und Kriminelle an Waffen kommen wollen, so ist das für sie bereits kein Problem und eine Legalisierung würde es ihnen nicht erleichtern - nur die potentiellen Opfer in die Lage versetzen sich zu wehren.
Und die Beispiele für solche Ereignisse sind vorhanden. Meist hören wir allerdings nur in spektakulären Fällen, wie im Januar und November aus Paris davon. Davor und dazwischen gab es bereits, ich verweise nochmal auf meine Liste, mehrere Anschläge und stets waren die Mörder gut bewaffnet - meist weit besser als die Polizei. Sturmgewehre sind in Frankreichs Bandenkriegen mittlerweile Dauergäste.
Selbst im fernen Schweden tauchen sie mittlerweile in beängstigender Regelmäßigkeit auf. Etwa bei einem Juwelierraub in der kleinen Stadt Södertälje vor zwei Jahren - direkt neben einer Polizeiwache. Es war vermutlich Glück und nicht bessere Ausrüstung oder Ausbildung, die alle Beamten unverletzt ließ und einen der Angreifer zu Boden schickte. Oder im März diesen Jahres bei einem Mord in einem Restaurant mit über einem dutzend Verletzter neben zwei Toten.
So ist dieser Terror der französischen Polizei nicht neu. Schon 2009 wurde über fast schon militärische Aktionen inklusive der passenden Bewaffnung gegen die Polizei in den Vororten berichtet - und ignoriert.

Halten wir also fest: Terroristen von Islamisten über die Mörder der NSU haben genausowenig Probleme an Waffen zu kommen wie Kriminelle oder solche Geisteskranken, die planen einen Mord zu begehen.
Dabei greifen sie i.d.R. auf jene Waffen zurück, die unter gar keinen Umständen für Zivilisten legal sind, und deren Legalisierung nicht mal gefordert wird. Oder sie nutzen Alltagsdinge wie Autos und Schnellkochtöpfe. So geschehen beim Königinnentag 2009 in Holland, letztes Jahr zu Weihnachten in Frankreich und kurz danach in Graz und im September in Bern.


In den letzten Tagen wurde jege Menge Waffen der Islamisten sichergestellt, vor wenigen Monaten präsentierten die Beamten stolz Waffenlager der organisierten Kriminalität in Deutschland, Anfang des Jahres waren es in Dänemark und Frankreich bereits mehrere Waffenfunde.
Statt sich zu fragen: warum wurden die bislang so "selten" genutzt, wird behauptet, weitere Gesetzesverschärfungen würden an den Funden bereits illegaler Waffen etwas ändern und unsere völlig überlastete Polizei wieder in die Lage versetzen Bürger in ganz Deutschland zu schützen.
Für mich ist das ein gut verpackter aber grober Täuschungsversuch.
Nochmal: Kriminelle, Terroristen und Soziopathen haben bereits Waffen oder kommen dank völliger Ignoranz gegenüber den Gesetzen spielend an Schusswaffen.
Der einzige, der dumm aus der Wäsche kuckt, ist der Gesetzestreue. Entweder, weil er viel Aufwand und Geld investieren muss, um sie zu Hause in einem dicken Safe liegen zu haben oder weil er Gewalt ohne jeden Schutz ausgesetzt wird.



Dienstag, 17. November 2015

Leben schützen - Zeit der Waffen

Wie schützen wir uns, was rettet uns vor Terroristen und Amokläufern?

 Die Konzerthalle Bataclan in Paris wurde von drei mit automatischen Waffen gerüsteten Terroristen gestürmt. Diese schossen von Beginn an um sich. Nach der derzeitigen Darstellung erreichten 20 Minuten (!) nach Beginn des Massakers zwei Beamte, ein Kriminalkommisar und sein Fahrer, die Halle und stürmten sofort. Entweder eine sehr mutige Tat, oder sie wussten nicht, was sie erwartet - oder beides.
Mit ihren Handfeuerwaffen erschossen sie einen der Täter, die beiden anderen gaben daraufhin Halle und Eingangsbereich auf, und zogen sich auf die Empore zurück. Für die zu diesem Zeitpunkt noch lebenden Geiseln wurde so Zeit gewonnen und ein Fluchtweg eröffnet.

Gleichzeitig zog eine bislang unbekannte Zahl, man geht von zwei bis vier weiteren Tätern aus, durch die Vergnügungsmeile von Paris und eröffnete das Feuer auf Cafe- und Restaurantbesucher, die in Panik versuchten durch die geraden und schmalen Gassen zu entkommen.

 
Elsalaska fragt in ihrem Kommentarbereich, wie man sich als unbewaffneter Zivilist gegen so etwas wehren kann, ihr Gesprächspartner gibt die Antwort: unbewaffnet gar nicht.
Dem kann ich mich nur anschließen. Wer keine Schusswaffen oder nur Schreckschusswaffen besitzt und führen darf, wird sich nicht wehren können, sondern sein Heil nur in der Flucht suchen können. Ich sage bewusst suchen.
Die Täter hatten überlegene Feuerkraft mit ihren militärischen Waffen. Das zwang die beiden ersten Beamten ihren heroischen Versuch zu zweit die Lage zu retten aufzugeben. Aber sie hatten etwas erreicht. Wie viele Leben sie damit gerettet haben, wird wohl nur zu schätzen sein.
In den vorherigen 20 Minuten und für diejenigen, die noch immer in Reichweite der Terroristen weitere zwei Stunden und 40 Minuten leiden und sterben mussten, ist das kein Trost. Erst dann stürmte die Polizei und tötete die beiden übrigen Massenmörder.
Schon eine bewaffnete Security, wie in Israel oder den USA möglich, hätte viel bewirken können. Von einer Verzögerung, welche koordinierte Flucht für die Besucher bedeutet hätte bis hin zur Beendigung des Anschlages unmittelbar nach Beginn sind die Szenarien denkbar.
Umso mehr kann eine bewaffnete Bevölkerung leisten. Vom Anschlag im Januar gibt es Videos von Anwohnern, die von nahegelegenen Dächern zusehen mussten, wie ein am Boden liegender Polizist ermordet wird und die Terroristen noch eine Weile umherstolzieren, auf die unbewaffneten Beamten die herbeigeilt kamen das Feuer eröffneten. Die Positionen der Filmenden wären für Gegenwehr mit Langwaffen perfekt gewesen. Aber sie hätten sich selbst und die Anwohner in ihrem Haus in Gefahr gebracht.
Anders beim aktuellen Anschlag oder im jüdischen Supermarkt im Januar. Die Terroristen sind nicht an Feuergefechten interessiert, sie wollen keinen Kampf. Sie wollen morden. Das ist ihr Ziel und darauf werden sie trainiert. Ob Mohammed Merah oder die Hebdo Mörder, in der direkten Konfrontation verloren sie die Nerven.

Israel gibt uns dieser Tage eine Reihe von Beispielen. Dort werden seit Wochen willkürliche Anschläge auf Sicherheitsbeamte aber auch Zivilisten und Kinder verübt. Die Wahl der Waffen ist hierbei der Alltagsgegenstand Messer. Die israelische Bevölkerung ist aber durch Krieg und Terror gezeichnet, und so gibt es sehr viele Sicherheitsbeamte, private Security, Militär aber eben auch bewaffnete Zivilisten. Und diese sind auf zahllosen Überwachungsvideos der letzten Wochen zu sehen, wie sie Attentäter kurz nach Beginn des Anschlages außer Gefecht setzen.
Und ja, es gibt auch den Fall, dass ein Mann niedergestochen wurde, der Täter seine Waffe nahm und damit das Feuer eröffnete. Kurz darauf wurde er selbst erschossen.

Feuerwaffen verhindern keine Attentate, denn sie ändern nichts an den Tätern. Sie sind auch kein Garant für Sicherheit oder das eigene Überleben. Kommt man nicht dazu die Waffe zu benutzen, wird ohne Deckung oder allgemein überrascht, verhält sich nicht richtig, zögert wegen Hemmungen, macht Fehler, versteht den Umgang nicht oder hat einfach Pech, dann ist man den Mördern doch ausgeliefert.
Aber Schusswaffen bieten eine Chance. Eine Chance sich zu wehren, die Bösen wenigstens aufzuhalten und vielleicht sogar auszuschalten.
Einer allein hat gegen drei Terroristen natürlich ebenfalls keine Chance - aber hätten die Security und 2% der Besucher eine Schusswaffe gehabt, dann wären über 30 Bewaffnete auf 3 Terroristen gekommen.
Vermutlich hätten sie dann nicht so viele Menschen umbringen können - oder sich gleich ein leichteres Ziel gesucht.

Wer Nachrichten liest wird nun einwenden: in den USA ist das der Fall, und doch gibt es dort Amokläufe.
Das stimmt - aber in Relation sind die Amokläufe dort nicht häufiger, als bei uns mittlerweile Terroranschläge wie jüngst in Paris. Dazu bitte einmal meine Liste ansehen.
Zum anderen geschehen diese Anschläge in den USA fast immer in sogenannte "gun free zones". Das sind Orte an die entweder vom Gesetzgeber oder vom privaten Besitzer / Betreiber vorgeschrieben keine Schusswaffe gebracht werden darf. Die (weit weniger als geglaubten) legalen Schusswaffenträger in den USA müssen also ihre Pistolen oder Revolver (und in seltenen Ausnahmen Gewehre) entweder zu Hause lassen oder, so das Areal nicht bereits den Parkplatz mit einschließt, im Auto einschließen.
Zu diesen Zonen zählen militärische Anlagen (hätten Sie es gewusst? Sei Bush jnr. dürfen Soldaten im Kasernengelände privat keine Waffen tragen, selbst wenn sie lizensierte Träger sind), Schulen, Colleges, Kirchen, Friedhöfe, Ikea... Fällt ihnen etwas auf? Das sind wirklich genau die Orte, an denen die Massaker passieren. Als in Pearl vor einigen Jahren ein junger Mann mordete, wurde er vom Vizedirektor gestoppt. Dieser musste nicht mal schießen. Er zeigte ihm lediglich seinen Revolver und schon gab der Täter auf. Im Jahr 2007 erschoss Jeanne Assam einen Massenmörder in einer Kirche - sie war dort entgegen den üblichen Regeln als bewaffnete Security eingestellt. Statt dutzender Tote, wie im Fall des Virginia Tech Massakers, blieb es bei drei getöteten Opfern - was immer noch schlimm genug ist.

Fälschlicherweise wird, auch von der derzeitigen US Regierung immer wieder behauptet, dass US Bürger legal Schusswaffen kaufen können, führe zu solchen Massakern. Das ist Unsinn. In Europa sind vollautomatische Schusswaffen nicht legal für Zivilisten zu bekommen. Die Terroristen stört es nicht. Mit absolut winzigem Aufwand kommen sie an Kriegswaffen, inklusive Bomben und Raketenwerfern. Mit dieser Ausrüstung können sie selbst gepanzerten Fahrzeugen gefährlich werden.
Die Gesetze halten sie nicht auf. Das können nur Menschen tun - und diese müssen sich bewaffnen dürfen.
Hätte ich die Wahl mich wehrlos abknallen zu lassen oder wenigstens die Chance mich zu wehren - ich würde die Chance bevorzugen. Ich bin Christ - aber ich bin kein Märtyrer und ich will auch keiner werden.




Die Einwände über Kriminalität, Waffengewalt, Unfälle und Suizid behandele ich in gesonderten Beiträgen. Ich würde mich freuen, wenn Sie dran blieben und die Thematik diskutieren.