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Freitag, 22. Juli 2016

Nicht angezeigte Vergewaltigungen der Silvesternacht

Von Politikern, Medienschaffenden und "Feministinnen" verharmlost und als "Grapscherei" bezeichnet, haben sich erst nach und nach, durch das Vorbild einiger tapferer Opfer und Protestierenden und von der dann in den unabhängigen Medien aufgenommen Empörung und Berichterstattung mehr und mehr Frauen, Mädchen und ihre Partner sich gemeldet um die sexuelle Belästigung und Räubereien anzuzeigen. Hunderte waren es am Ende.
Beschwichtigend wurde immer wieder darauf verwiesen, dass es "lediglich" zu einer einzigen Vergewaltigung gekommen sei.
Wie es aussieht gab es aber mehr - und gemessen daran, wie das alles ablief, wie viel Courage die Opfer der Belästigung schon brauchten, wie viel Hass ihnen zum Teil entgegen schlug um "dem Rassismus" zu begegnen, kann ich nur ahnen, was die beiden jungen Frauen empfinden beim Gedanken, dass ihnen widerfahrene anzuzeigen.
Zwei Mädchen sind in der Menge vor dem Kölner Hauptbahnhof zu Boden gedrückt und nahe beieinander vergewaltigt worden. Eines der Mädchen wurde wohl Schwanger und ließ anonym die Schwangerschaft abbrechen, was die Tragödie noch vergrößert.
Das ist kein Vorwurf in die Richtung des Mädchens. Was sie durchleiden muss, ist unvorstellbar. Ich bin strikt gegen Abtreibung, aus Glauben, Überzeugung und Menschlichkeit. Darum ist für mich hier ein weiteres Leben zum Opfer der Vergewaltiger geworden, ein Leben beendet worden.
Wir wissen nur wegen dieses Opfers von den beiden Vergewaltigungsopfern. Mein Gefühl sagt mir, es waren nicht die einzigen.

Was in mir bei der Lektüre der Schilderung vorgeht, wage ich nicht zu schreiben.
Den beiden Mädchen und dem Leben ohne Chance gelten mein Mitgefühl und mein Gebet.
Ich hoffe, beide haben Menschen, denen sie sich anvertrauen konnten und die ihnen beistehen.

Donnerstag, 21. Juli 2016

20. Juli.

Gestern war wieder der Jahrestag, den ich mir nach Weihnachten (und noch vor Ostern und meinem eigenen Geburtstag) als erstes gemerkt habe. Der Jahrestag des misslungenen Attentates auf Hitler.
Der Name Stauffenberg ist vielen bekannt, war dieser Frontveteran mit seinen vielen Verkrüppelungen (so nennt man es, das ist keine Bewertung des Menschen) doch der ausführende Attentäter.
Namen wie Oster, Brauchitsch und Boeselager sind weniger bekannt, und doch waren dies alles Militärs, die vor oder während des Krieges Hitler zu stoppen - aus den unterschiedlichsten Motiven. Sie alle hätten möglicherweise manches Leid verhindern können.
Haben sie nicht. Entweder wurden sie verraten, ihr Plan scheiterte oder war zu halbherzig.

Heute ist der militärische Widerstand als solcher völlig vergessen und Militär bedeutet in den Herzen vieler nichts anderes als Nazi oder Handlanger.
Gerade die Vorgänge in der Türkei sollten da zum Nachdenken anregen. So aktuell war das Thema lange nicht und so ähnlich wie die Bahnen in unserem Lieblingsurlaubsland sind brennt es unter den Nägeln aufzustehen wie in einem Horrorfilm und zu rufen: Geh dort nicht lang!

Aber so ist es nicht. Der Tag bedeutet vielen, wenn nicht den meisten Deutschen nichts oder wird zu eigenen Zwecken instrumentalisiert.
Wie der Papsttreue schrieb: als man von Stauffenberg erschoß starb er mit einem "Es lebe das Heilige Deutschland" auf den Lippen.
Wir werden heute erschossen, überfahren und in die Luft gesprengt mit einem "das hat überhaupt nichts mit gar nichts zu tun".
Was für Zeiten. Purer Wahnsinn.

Mit dem Terror leben

Eine Phrase, oder besser, einige Varianten, dominieren die "Expertenmeinungen". Man dürfe sich dem Terror nicht unterwerfen.
Dem stimme ich restlos zu - aber scheinbar verstehe ich den Satz völlig anders.
Die Terroristen versuchten, unseren Alltag zu zerstören. Uns von unserer Lebensgestaltung abzubringen. Das dürften wir nicht zulassen. Wir sollten weitermachen, wie bisher, um es ihnen richtig zu zeigen.

Wer wirkliche Abneigung gegen Schimpfworte pflegt, überspringt bitte den folgenden Satz.
So eine gequirrlte, hirnlose, verkopfte, lebensfremd-gepamperte Scheisse zu verbreiten grenzt an fahrlässige Tötung.

So, mir gehts besser - ich habe das heute mehrfach laut vor mich hingeflucht. Meine nächste Beichte wird etwas länger...

Im ernst: die Absicht der Terroristen ist erstmal: zu töten und verletzen. So viele und so grausam und so medienwirksam wie möglich. Darauf folgt die Absicht, mit diesen Akten zum einen ihrem Auftrag zu wollen - den Kampf zu den Ungläubigen zu bringen, in das "Haus des Krieges", das "dar al-Harb".
Zum anderen aber auch zu signalisieren: wir haben die Macht. Wir können euch töten und wir werden euch töten. Wer nicht dem relativierenden, verfälschenden Unsinn in Radio und TV lauscht, nicht die Meinungsjournalisten in den Zeitungen liest sondern sich die Botschaften anhört, welche die Terroristen selbst versenden, der weiß, um was es ihnen geht. Ein klares Ziel. die Ausdehnung des Kalifats, die Bekehrung aller die sich bekehren lassen zum Islam, die Herrschaft der Scharia und der Tod aller, die sich nicht bekehren lassen.
Es ist völliger Schwachsinn zu behaupten, den Terroristen ginge es darum, dass Kevin Sorglos nicht mehr ins Bataclan nach Paris fährt oder der 14. Juli nicht mehr gefeiert würde. Natürlich will man diese Dinge auch loswerden, aber über die Herrschaft und nicht über den Terror. Der ist Teil asymetrischer Kriegsführung - in ihren Augen.

Bei uns wird betont, dass es keine absolute Sicherheit geben kann, man sich aber bemühe. Wie dies dann endet, zeigten uns prompt die Terroristen. Aus Angst, ein Stadion könnte, wie seinerzeit die Olympiade in München, live vor den Kameras zum Schauplatz eines Anschlages werden, wie im November in Paris geplant und in Deutschland vermutlich knapp verhindert, wurde ein riesiges Sicherheitsaufgebot aufgefahren.
In Nizza und den meisten anderen Städten wurde wenige Tage nach Ende der Veranstaltung dann der Nationalfeiertag begangen und die Sicherheitsvorkehrungen waren bestenfalls makulatur. Mit dem bekannten tödlichen Ausgang.
Die Polizei fordert mehr Beamte, die Innenminiserien schaffen Sonderheiten und Abteilungen. Und trotzdem kann es keine absolute Sicherheit geben. Die letzten Jahre haben das gezeigt. Wir verdrängen und vergessen um uns nicht klar zu machen, wie oft es schon geknallt hat.
Die Gewerkschaften betonen, dass man die Beamten nicht rund um die Uhr verheizen kann, die Innenrevisionen haben diverse Male bereits Radikale in den eigenen Reihen entlarvt.
Die Völkerwanderung hat nun doch manchen Terroristen ins Land gebracht, obwohl stets behauptet wurde, dem sei nicht.

In meinen Augen würde "wir ergeben uns nicht" bedeuten, wir lernen uns zu wehren. Wir fokussieren uns auf unsere Werte und Errungenschaften. Und fokussieren bedeutet, wir sehen es und wir verteidigen es. Sowohl gegen Angriffe als auch gegen Missbrauch. Bestes Beispiel wäre unser Asylwesen. Unsere Errungenschaft war hier das Menschenrecht, ausgeübt am Individuum. Jeder wurde als solches begrüßt, aufgenommen und überprüft. In einem stetigen Prozeß dieses Verfahren zu verbessern, menschenwürdiger zu machen. 2015 haben wir dies aufgegeben und ein Pauschalurteil verhängt. Turnhallenweise wurden echte Flüchtlinge mit Menschen zusammen gepfercht, die sich nur bessere Lebensumstände wünschen, viele davon am besten ohne Arbeit und auf Kosten anderer. Und zusammen mit "Flüchtlingen", denen der IS zwar zu Radikal war - aber nur, weil er auch sie aus irgendwelchen Kleinigkeiten aufs Korn nahm. Sonst teilen sie viele der Ansichten und leben sie auch aus. Mit Kinderschändern und Menschen die glauben, das man Mädchen nicht früh genug an einen Mann vermitteln kann.

Wehren, dass hieße für mich, die Bevölkerung vorzubereiten. Wie in Israel, wo der Terror zum Leben gehört und Beschützer nie viel weiter als einige dutzend Meter weg zu sein scheinen. Wo sich Menschen verteidigen dürfen und von klein auf beigebracht bekommen, wie man sich verhält. Bei einer Explosion, bei einem Alarm, bei einer Attacke. Ob Israel oder die USA, die Bürger haben das Recht sich zu wehren und üben dies auch aus. Jene, die es tun, stehen besser da, egal wie sehr an den Statistiken rumgefälscht und -interpretiert wird.
Ein bestimmter Teil unserer Politiker gerät in Panik und schwadroniert von Selbstjustiz, wenn die Bürger den letzten Strohhalm der Selbstverteidigung ergreifen und sich den "kleinen Waffenschein" geben lassen, um Schreckschusswaffen und Sprühgeräte mit sich führen zu dürfen, die einen Taschendieb abschrecken, aber gegen Terroristen und Bandenterror völlig nutzlos sind.

Mit dem Terror leben lernen, dass heisst Selbstverteidigung, Vorbereitung, Schutzmaßnahmen und Ausbildung. Wir werden wieder mehr Retter brauchen, die bei einem Anschlag den Verletzten helfen können. Wir werden Menschen brauchen, die ihre Ortskenntnis nutzen, um Fliehenden zu helfen.
Die Menschen müssen wieder lernen, ihre Umgebung im Auge zu behalten und Auffälligkeiten zu registrieren und ruhig melden zu können, ohne Panik auszulösen oder selbst zu erliegen.
Der Täter vom Frankfurter Flugplatz wurde von den unbewaffneten Soldaten überwältigt. Der Thalys-Terrorist wurde von urlaubenden amerikanischen GIs und einem mutigen Helfer zu Boden gebracht und entwaffnet. Der Täter von Nizza wurde von einem mutigen Mopedfahrer zum Anhalten gebracht. Der Kopenhagener Täter wurde von einem Sicherheitsmann in seinem tun behindert, als dieser die Menschen rettete und dafür sein Leben opferte.

In Texas waren es private, schwer bewaffnete Sicherheitsleute, die eine volle Wagenladung Islamisten stoppten.
Der Würzburger Täter traf durch einen für ihn unglücklichen Zufall auf ein SEK, die Täter von Paris mordeten bis nach Stunden die Polizei stürmte. Der entkommene Täter musste von einem Einsatzkommando Wochen später aus den Reihen seiner Sympathisanten abgeholt werden.

Den Bürgern zu vertrauen, wie man es mit den Völkerwanderern wagt, und ihnen die Verantwortung für ihr Leben zu lassen wäre ein Anfang. Das die Staaten versagt haben, das ist kaum noch zu leugnen. Nicht angenommene Notrufe, lange Anfahrtszeiten der Polizei, Kostenübertragung bei "Fehlalarmen" selbst anderer, Überalterung, Überarbeitung, Überlastung, Unfähigkeit, mangelnde Vorbereitung und Planung usw. usf .... diese Polizei kann nur noch aufnehmen, aber nicht mehr schützen, was ohnehin immer schon die schwierigste Aufgabe war.
Wir müssen unser Leben ändern. Denn es wird nicht aufhören. Egal wie oft die Presse mitteilt, der IS liege am Boden, er tut es nicht. Er ist in Nigeria, in Libyen, Yemen, Somalia, Irak und Syrien aktiv und sehr lebendig. Seine Attentäter verüben einen Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo, der jüdische Supermarkt, Thalys, die ermordete junge Tänzerin, der Novemberanschlag, das vor den Augen des Kindes abgeschlachtete Polizistenpaar, der Flughafenanschlag, Kopenhagen, Würzburg, der Angriff eines jungen Mädchens mit einem Messer auf einen Polizisten, Nizza usw. usf. Und das sind nur die letzten einer langen Reihe.
Muß das öffentliche Leben erliegen? Darf es das? Beide Male: Nein. Aber die Sorglosigkeit ist vorbei. Man kann seine Kinder nicht mehr Abends allein vom Konzert nach Hause laufen lassen (Godesberg als ein Beispiel von vielen). Jedem wildfremden die Tür aufzumachen empfiehlt sich nicht. Schon lange warnen sogar die Ersthelferkurse davor, allein auf dunkler Strasse anzuhalten. Vor allem als Frau.
Die wenigsten Menschen sind in der Lage extreme Situationen heute noch einzuschätzen. Im Bataclan legten sich die Opfer zum größten Teil auf den Boden, ergaben sich den Terroristen. Mit den bekannten Folgen.
Das ist keine Erpressung der Terroristen, es geht nicht um Geld, Freilassungen oder Politik. Sie wollen unser Leben. Alles aufgeben müssen wir nicht - aber ein wenig ändern müssten wir schon. Damit wenigstens mehr von uns und unseren Kindern eine Chance erhalten, die großartigen Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, freie Religionswahl, freie Partnerwahl und körperliche Selbstbestimmung zu erleben und nicht in Zuständen wach zu werden, wie sie in den meisten der ca. 55 islamischen Staaten herrschen.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Bürokratische Aufforderung an Islamisten (Satire)

Liebe Islamisten,
wenn Sie gedenken einen Anschlag zu vollziehen bitten wir Sie, zukünftig ein notarielles Bestätigungsschreiben Ihres Kalifen, Propheten oder sonstigen namentlich bekannten religiösen Führers oder Staates bei sich zu haben, welcher Sie als Terrorist mit islam(ist)ischer Grundlage für den Anschlag ausweist. Das Original oder eine beglaubigte Kopie sind während des Anschlages bei sich zu führen. Aufgrund der Gefahr, dass dieses Dokument beschädigt oder zerstört wird, während Sie sich in die Luft sprengen, erschossen werden oder verbrennen ist außerdem die Vorlage des Originals inklusive einer abzugebenden Kopie auf einer Polizeiwache wenigstens 24 h vor der Tat Pflicht.
Wir bedanken uns für Ihr Verständnis. Es liegt nicht an Ihnen, es liegt an den Vollpfosten unserer Medienwelt und Regierungen, dass Beweise und Bekenntnisse nicht mehr ausreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre zukünftigen Opfer

Künast und der Terror

So schnell nach Nizza hatte ich es nicht erwartet, aber richtig überrascht hat es mich nicht. Ein weiterer Anschlag. Mindestens fünf Menschen sind verletzt worden, vier davon schwer. Alles Mitglieder einer Touristenfamilie aus Hong Kong. Ich wünsche ihnen wenigstens körperlich völlige Genesung. Wie die anderen 14 Zugfahrer, werden auch sie einen Schock und ein Trauma haben, welches sie für lange Zeit, möglicherweise für immer begleiten wird. Solche Taten hinterlassen nicht nur körperliche Verletzungen. Die Angst, die Panik, das Entsetzen, gerade wenn noch die eigenen Kinder, die eigene Familie niedergestochen wird. Das Gefühl der Hilflosigkeit, die Konfrontation mit solcher Wut und völligem Mangel an Mitleid.
Wir Deutschen, wir Europäer leben als Normalbürger schon lange in einer absoluten Sicherheitszone. Zwar kann jeden von uns plötzlich ein Unfall ereilen, ein Herzinfarkt kann unser Leben beenden oder ein Krimineller kann es auf uns absehen. Aber die Mehrheit kommt durchs Leben ohne erfahren zu müssen, wie es ist, um sein Leben kämpfen zu müssen. Sowohl im übertragenen Sinne, denn es gibt, weisen Staatsmännern und Gott sei Dank, noch soziale Netze, die verhindern, dass Menschen auf der Strasse verhungern (erfrieren ist aufgrund nun überfüllter Aufnahmeeinrichtungen nicht mehr auf die Verweigerung von Hilfe zurück zu führen), als auch im eigentlichen.
Erstaunlich sind in dem Zusammenhang die Meldungen von unseren Schulen. Obwohl die Gewalt um sich greift, regelrechte Banden auf den Schulwegen lauern, sind unsere Kinder mehr und mehr durch "Deeskalations- und Anti-Gewalt-Lektionen" gelenkt und nicht mehr in der Lage, Widerstand zu leisten.
Da ist die Wortmeldung von Künast, ihres Zeichens eine der Kult- und Leitfiguren der Grünen, regelrecht bezeichnend.
Tragisch und wir hoffen für die Verletzten. Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!
 Mit einem kurzen Satz (gut, Twitter bietet nicht viel Raum - aber auch kein Limit an Tweets) wird das Leid der Opfer des Terroranschlages auf "na mal sehen ob da was Schlimmes dabei war" Niveau gesenkt und ein obligatorisches "Hoffe es geht euch gut" daraus gemacht. Ihr Fokus liegt dort, wo er auch vorher lag. Nach derzeitigem Wissensstand gehört der junge Mann zu den vielen "Flüchtlingen". Der Gruppe also, deren Wohlergehen Künast im letzten Jahr am Herzen lag und derentwegen jeder Einwurf, jede Kritik, jedes Bedenken in die rechtsradikale und fremdenfeindliche Ecke gestellt wurde. Zusammen mit den meisten führenden Politikern lehnte auch Künast den Verweis auf eine verschlechterte Sicherheitslage ab und die Frage nach dem Wohl der Bürger wurde als populistisch abgetan, mit Verweisen auf Menschenrechte und das Wohl der Flüchtlinge überlagert.

Selbst als nach dem Anschlag in Paris im November letzten Jahres, eine gefühlte Ewigkeit her, klar wurde, dass ein großer Teil der Flüchtlinge falsche Angaben gemacht hatte (so wohl auch der Würzburger Täter, dessen unglaubhafte Angaben bzgl. des Alters erst im Licht der Kameras diskutiert werden), sich nicht an die Auflagen hielt und mindestens drei der Terroristen als solche im Flüchtlingsstrom nach Europa gekommen waren, etwas das ranghohe Sicherheitsbeamte vorher als "ohne Hinweis und darum unwahrscheinlich" bezeichnet hatten, wurde die Diskussion dieses Problemes abgelehnt.

Das Leid der realen Flüchtlinge und Hilfesuchenden unter den "Flüchtlingen" wird ebenfalls bis heute kleingeredet. Wie es den Christen und Atheisten, Homo- und Transsexuellen, wie es Frauen, Kindern und vor allem kleinen Mädchen in den Heimen ergeht, kommt immer wieder in einzelnen Artikeln und Berichten nach oben - eine Reaktion der Politik und der großen Fraktion der "kein Mensch ist illegal" Fraktion blieb aus.

Aus dieser bevorzugten Position heraus also aggierte der Täter von Würzburg. Wie auch in Nizza versucht nun die Medienwelt und die Politik mit der Phrase "das Motiv ist völlig unbekannt" erstmal den sich aus der Erfahrung aufdrängenden Verdacht auf einen islamistischen Anschlag beiseite zu stellen. Hintergrund hier ist wohl die doch nicht so große Ferne von Islamismus und Islam - oder die Angst, die eigenen Leute würden zu Mistgabeln und Fackeln greifen, um willkürlich Muslime zu lynchen...
Peinlich wurde die Haltung mit jeder fortschreitenden Stunde. Eine IS Flagge tauchte auf - der penetrante Hinweis auf das "selbst gemalt" kann von mir nur als ein weiterer Versuch angesehen werden, Zweifel zu sähen und das Motiv wie die Verbindung nicht zum IS laufen zu lassen.
Ein Bekennervideo wird auf einer IS Plattform gefunden und der Inhalt ist eindeutig.
Ebenso ein handschriftlicher Brief.
Auf dem Mitschnitt eines Notrufes ist eindeutig der Ruf "Allahu Akhbar" zu hören (bevor Frau Sorge vom Cicero wieder aktiv wird).
Der IS bekennt sich zum Anschlag. Das in den Medien erstmals seit vielen, vielen Jahren wieder "beansprucht" wurde, ist ebenfalls ein deutlicher Hinweis auf die verwandte Haltung von Künast und der Medienwelt. Gibt es Grund zu zweifeln? Gibt es noch andere islamistische Gruppen, die in Europa so erfolgreich Anschläge durchführen? Hat der IS nicht bewiesen, dass er es vermag? Haben seine Anhänger nicht genug Willen, Hinterlist und Argwohn demonstriert?

In seinen Zweifeln nach dem Motiv der Täter von Nizza und Würzburg beruft man sich auf Amokläufer und Einzeltäter. Zumindest letzteres haben wir in den letzten Jahren gesehen. Der Mörder vom Frankfurter Flughafen der unbewaffnete US Luftwaffensoldaten ermordete (2011), die Täter welche den Soldaten Lee Rigby (2013) mitten in London, nur wenige hundert Meter von seiner Kaserne den Kopf abschnitten vor den Augen entsetzter und ungläubiger Passanten, der Schütze von Kopenhagen (2015), Mohammed Merah (2012),  usw. usf.
Allerdings haben wir auch eine Reihe von Tätern, die sich dem IS verschrieben haben und dies entweder offen bekannten oder durch ihre Taten ausdrückten. Die diversen Anschläge, in denen "Einzeltäter" mit Fahrzeugen in Menschenmengen fuhren und anschließend die Zeugenaussagen bzgl. des Schlachtrufes ignoriert oder in Zweifel gezogen wurden um die Theorie der "Geisteskranken" zu verbreiten seien hier ebenso genannt, wie der Mörder des Polizistenpaares in Frankreich vor wenigen Wochen oder der Anschlag im Thalys.

Was mich ziemlich stuzig macht, ist, dass diese Leugnung eigentlich die Lage schlimmer darstellt. Wären es alles Einzeltäter, so könnte man keinen Kausalzusammenhang mit dem IS und seinem "Missbrauch des Islam" treffen - und der Verdacht müsste sich in der Tat ausweiten. Die Phrasen rund um einen "friedlichen Islam" müssten dann erst recht unter Vorbehalt analysiert und die Haltung jedes Einzelnen müsste in Frage gestellt und kontrolliert werden.
Dem begegnen die Politiker wie unser Innenminister mit dem Hinweis auf "Amoktaten" und den Versuchen, die Motive der Tat durch diffuse Definitionen verschwimmen zu lassen. Da wird dann auch die "politische Motivation" eingebracht. Das der Täter von Besatzung und Kriegsopfern sprach, wird hier als Kern dargestellt. Dass diese Kriege lange vorbei sind, die Truppen abgezogen und der Täter selbst betont, dass hier kein Akt des Freiheitskampfes stattfindet sondern ein perfider Mix aus religiösem Krieg und Rache, wie er bereits in den ahadit, den Lebens"weisheiten" rund um Mohammed gelehrt wird - Nebensache, wenn man nicht zugeben muss, was man nicht zugeben will.

Und auch andere Stimmen nun erneut mit ein in den Chor, man dürfe nicht vorschnell schließen - egal wie viele Beweise noch auftauchen.
Künast nun, um zurück zu kommen, steht stellvertretend für diese, in Ermangelung eines anderen Wortes für eine mittlerweile feste Gruppierung dieser Art, Kaste an Relativierern, Verleugnern und Beschuldigern.
Beschuldiger? Zu der besagten Denkweise gehört eine überkritische Selbstreflektion. Man entschuldigt den Täter und nimmt die Verantwortung des Individuums auf sich - oder besser, die eigene Gesellschaft. Gemobbt, Fremdenhass, Frustration durch Alltagsrassismus, mangelnde Integration, schlechte Lehrer, (natürlich nicht selbstverschuldetes) Versagen in der Schule / Ausbildung und natürlich keine Arbeit. Ganz zu schweigen von "racial profiling" und "Polizeigewalt". Nicht, dass es dergleichen nicht gäbe, aber als Vorwurf taucht es überwältigend öfter auf, als in der Realität. So ist die Tatsache, dass die Bundespolizei, welche bspw. illegale Einreisen verhindern soll, besonders häufig auch Menschen mit erkennbarer Herkunft von anderen Kontinten kontrolliert - vor allem aber eben von Kontinten deren Bewohner häufiger illegal im Land sind, keine Form von Rassismus sondern von Lebensrealtität. Wenn nach fünf Raubüberfällen durch Männer im Umkreis weniger km die Polizei vermehrt Männer anhält und kontrolliert würde auch niemand über Sexismus klagen.
Und so unterirdisch ist auch Künast Auslassung zu den Schüssen der Beamten. Nicht nur, dass ihr das Wohlbefinden der Einheimischen und Beamten offensichtlich am Allerwertesten vorbei geht - denn der Täter griff auf seiner Flucht noch eine weitere Frau an, bevor er sich auf die Beamten versuchte zu stürzen, sie wartete weder nähere Informationen ab (der Tweet wurde mitten in der Nacht veröffentlicht, während man noch auf Einzelheiten wartete), noch demonstrierte sie auch nur die geringste Ahnung von dem, worüber sie schrieb.
Ihre Sorge, ihre Kritik galt vor allem dem des Täters. Eines Mannes, der eine ganze Familie mit Axt und Messer niederschlug. Der in einer Bahn urplötzlich und ohne erkennbaren Grund zu morden versuchte - auf eine möglichst grausame und brutale Weise.
Sie unterstellt, dass die Polizei grundlos oder zumindest vermeidbar tötete - ohne daran zu denken, wie sehr es die Beamten mitnehmen dürfte, einen Menschen erschießen zu müssen.
Sie behauptet, man hätte so schießen können, dass der Mann verhaftet hätte werden können. Und demonstriert damit, dass sie (wie auch ich) nichts über die Situation vor Ort wußte und erst recht keine Ahnung vom Schusswaffengebrauch hat. Eine Frau, die sich engagiert, dass alle Schusswaffen verboten werden und sonst absolut nichts über diese Werkzeuge weiß.

Zwar herrschte Empörung über ihren ersten Tweet und der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei wurde in einem n-TV Interview erfreulich deutlich, ebenso wie andere Schreiber. 
Aber das war es dann auch. Mehr wird nicht passieren.  Im Gegenteil. Andere schließen sich an und Künast legt nach. Es gehe immerhin um den Rechtsstaat, in dem jeder Schuss untersucht würde. Das stimmt - und bedarf dazu keiner Aufforderung und keines Kommentars einer Bundestagsabgeordneten. Das geschieht in der gesamten westlichen Welt automatisch. Polizisten die jemanden im Dienst erschiessen werden bezahlt beurlaubt und die dafür zuständige Abteilung untersucht den Vorfall. Sollte es sich um einen Mord, einen Unfall, Fahrlässigkeit oder irgend etwas anderes als Notwendigkeit handeln, werden danach Schritte eingeleitet. Das führt dazu, dass viele Beamte die Schusswaffe gar nicht als Option wahrnehmen, denn "man steht immer mit einem Bein im Knast". Künast heuchelt da noch Verständnis und behauptet, sie sehe, wie schwer die Arbeit der Polizei ist, auch mit Blick auf den Schusswaffeneinsatz. Eine unglaubwürdige Äußerung angesichts ihrer Reaktion.
Noch einen drauf setzt Jakob Augstein, der gleich noch twittert, dass es sich wohl um eine Hinrichtung durch die Beamten gehandelt habe, die damit "Gerechtigkeit" herstellen wollten.


Das Ganze ist beispielhaft für den Zustand unserer Gesellschaft. Die Opfer werden bestenfalls am Rande bedacht, die Täter werden zu entschuldigten Opfern umdeklariert, diejenigen, die sich wehren oder gar andere verteidigen müssen sich hinterher einem sozialen Tribunal stellen.
Und die Islamisten stehen am Rand und fragen sich, was sie noch tun müssen, um von allen als Gefahr und Bedrohung wahrgenommen zu werden.

Freitag, 24. Juni 2016

Brexit - Seh ich über jede Schwelle doch schon Wasserströme laufen

Der Zauberlehrling Goethes glaubt, mit den ihm zur Verfügung stehenden Fähigkeiten seine Arbeit schneller und besser erledigen zu können und beschwört Mächte. Die machen zu Beginn ihre Arbeit, schnell aber machen sie die Lage schlimmer und schlimmer. Egal was der Lehrling versucht, er wird der Lage nicht mehr Herr, macht sie nur noch schlimmer.
Die EU kann man in diesem Licht sehen. Geschaffen mit guten und hehren Zielen auf der Basis einer wahrhaft noblen Idee. Die Vereinigung der Völker Europas. Das dabei riesige, sich selbst verwaltende und Unsummen verschlingende Strukturen geschaffen wurden, ein Verwaltungs- und Bestimmungswahn einsetzte war zwar ein Wasserschwall, der die Bevölkerung in Unmut versetzte und in den letzten Jahren auch ein paar halbherzige Versuche zur Abstellung dieser Probleme beschwor, aber mehr eben nicht.
Spätestens mit dem Debakel in Griechenland (welches zwar noch immer andauert, aber irgendwie keine Aufmerksamkeit mehr findet), deutlich spürbaren Terror in Europa und der Flüchtlingskrise aber, mit dem damit verbundenen politischen Rechtsruck verschiedener Länder und den daraus erfolgenden Beleidigungen und offenen Drohungen aus Brüssel wird aus Unmut Wut und Verzweiflung. Ja, sogar Panik.
Die politischen Führer, Cameron, Hollande, Merkel, Juncker usw. reagieren ähnlich wie der Schüler des Zauberers. Scheinbar ohne nachzudenken wird gesprochen und gehandelt. Die eigene Bevölkerung wird ebenso beschimpft (auch wenn mancher dies nicht wahrhaben will oder kritische Stimmen gleich pauschal aburteilt), wie jenen Regierungen der neuen politischen Bewegung sofort antidemokratisches Verhalten vorgeworfen wird.
Bestes Beispiel ist unser Verhalten gegenüber Polen. Während unsere Medien fast unisono berichten (oder eben auch nicht), Meldungen und Wortwahl sich oft verblüffend gleichen, ÖR-Sender sogar Wahlkampfdebatten sich in ihrer Zusammensetzung von Politikern (oder besser, ihren Chefs und Ministerpräsidentinnen) bestimmen lassen, Publizisten wie Broder von Politikern wie Roth aus Talkshows ausgeladen werden und Publikationen in Opposition zu ihrer Politik von "nicht hilfreich" bis "Hetze" öffentlich bewerten, während ein nicht unerheblicher Teil unseres öffentlichen Lebens immer deutlicher kontrolliert und moralisch bewertet wird, protestieren unsere "gewählten" Vertreter gegen das neue polnische Mediengesetz, weil dies der Regierung zu viel Einfluß auf die (öffentlich-rechtlichen) Medien in ihrem Land in die Hand gäbe.

In England, nicht in Großbritannien, wie der Begriff "Brexit" impliziert, ist diese Haltung nun belohnt worden. Die Menschen haben Angst. Wirtschaftlich aber auch rein existenziell. Das Land hat eine Reihe von Skandalen hinter sich, in denen Migranten aber auch die "Machthaber" eine bedeutende Rolle spielten und Vertuschung die Sache noch weiter verschlimmerte. Als Beispiele seien die Vergewaltigungs- und Missbrauchskandale durch muslimische Männerbanden und Medienschaffende der BBC genannt. Beide wurden gedeckt. Die einen von Lokalpolitikern und Polizei im Namen "höherer Werte", die anderen durch Beteiligung und Beziehung zu ranghohen Persönlichkeiten der Politik und Medienwelt.
Die Debatte kurz vor dem Ausstieg hat diesen Eindruck des Landeszustandes wohl verfestigt. So urteilte ein Mann mit pakistanischem Migrationshintergrund nach einer "townhall" Debatte (ein Format, bei dem sich ein Politiker einer Gruppe von Menschen verschiedenster politischer Haltungen stellt) mit Cameron, dass seine bisherige offene Haltung verkehrt gewesen sei, und nun, zur Erhaltung der Werte und der Kultur, die Grenzen erstmal eine Weile dicht gemacht werden müssten - wegen der ausweichenden und teilweise missachtenden Antwort Camerons auf seine Frage.
Nochmal: ein Unterstützer Camerons wurde durch eine eigentlich zuspielende Frage bzw. deren mangelhafter Beantwortung zum Gegner.

Wen wundert da die heutige Lage und das Wahlergebnis wirklich?
Die Frage lautet nun, fließt das Wasser weiter? Deutschland hatte nach dem Atomausstieg nach Fukushima gehofft, das eigene Handeln werde Vorbild für den Rest der Welt werden. Mit gegenteiligem Erfolg. Frankreich und andere Länder investieren wieder mehr in Atomkraft, uralte Meiler die schon längst hätten vom Netz gehen sollen bleiben wegen des gestiegenen Bedarfs, der besseren Einkünfte am Netz.
Der Ausstieg Britanniens hingegen (den Schotten und Nordiren nicht mitverantworten) könnte genau der Zauberspruch gewesen sein, der die Dämme ansticht und damit zum brechen verurteilt.
England war eine der Zahlernationen in der EU. Wirtschaftlich gut positioniert trug sie zur finanziellen Stabilität bei. Angesichts der Lage in Irland, Portugal, Spanien, Italien und natürlich vor allem Griechenland ein wichtiges Gegengewicht.
Die nun entstehende Lücke werden Länder wie die Niederlande, Belgien, Schweden, Dänemark und natürlich Deutschland ausfüllen müssen. Das dürfte den Kritikern in diesen Ländern neuen Zulauf bescheren und nebenbei die Struktur der EU selbst belasten.
Auch hat die Bevölkerung anderer Länder nun ein Beispiel bekommen, was Demokratie bedeutet: die Stimme des Volkes anzuhören. Zu fragen: was wollt Ihr, deren Vertreter wir sind?
Ich bin jedenfalls gespannt, ob weitere Länder folgen in der Abstimmung über den Verbleib in der EU.
Falls ja, wage ich zu orakeln. Mehr Austritte werden erfolgen und das leider völlig verkorkste Gebilde EU fällt erst sehr langsam und dann sehr plötzlich zusammen. So schlimm und gefährlich dies sein kann - ein Neuanfang könnte auch die Chance beinhalten, es besser zu machen. Erst einmal die Nationen zu vereinen, bevor man sich in gegenseitige Verpflichtungen und einen unüberschaubaren, durch und durch bürokratischen Dschungel begibt.
Ich glaube jedoch nicht, dass solch ein Neuanfang mit den momentan Regierenden möglich wäre. Cameron hat scheinbar den gleichen Gedanken.

Dienstag, 21. Juni 2016

Politik und Gewalt

Es ist erst wenige Tage her, da wurde die englische Abgeordnete des House of Commons Jo Cox von einem Rechtsradikalen mit einer selbstgebauten Pistole erschossen der anschließend noch auf sie einstach.
Der Schock über diesen Mord an einer jungen Mutter wegen ihrer Politik und politischen Aktivitäten sitzt tief und der Vergleich zum Anschlag auf die heutige Kölner Bürgermeisterin Reker drängt sich auf.
An diesem Wochenende kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein 20jähriger Brite versuchte auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump die Waffe eines Polizisten zu ziehen um den Politiker zu erschießen. Er hatte am Tag zuvor gelernt, wie man eine Waffe handhabt. Zwar ist dieser Mordversuch sehr dilettantisch und von Anfang an zum scheitern verurteilt, aber er gehört in die aktuelle Reihe von Gewalt in der Politik. Es ist auch nicht der erste Versuch, mit Gewalt an Trump heranzukommen.
Hier in Deutschland sieht es nicht viel anders aus. Ich will an dieser Stelle auch nicht meine Meinung kundgeben, wer hier Verantwortlich oder welche Seite eher aktiv ist.
Es geht schlicht um eine bemerkenswerte Tatsache. Wir sind weg von Ohrfeigen, faulen Eiern und Buhrufen. Torten und nackte Brüste erscheinen mittlerweile ebenfalls fast schon überholt und können bestenfalls auf führende Linke oder in Kombination noch journalistisches Interesse erwecken.
Die blanke Gewalt mit dem Ziel zu verletzen oder zu töten zieht ein. Sprengsätze an Parteibüros, Kopfsteine die gezielt auf Personen geworfen oder geschlagen werden, Messerangriffe, Schüsse.
In den USA, in England, in Frankreich und in Deutschland.
Was sagt das über unsere "freie Gesellschaft", unsere viel zitierten "Werte", die Sicherheit und Demokratie, für die wir uns so gerne auf die Schultern klopfen?
Was sagt das über die Richtung, in der wir uns bewegen?

Sonntag, 5. Juni 2016

Heuchler im Amt

Es gibt eines ganze Reihe von Politikern, die mich regelrecht abstoßen. Von deren Charakter und Zielen ich derart angewidert bin, die ich für derart egozentrisch, arrogant und mit einer unsäglichen Hybris ausgestattet halte, dass mich die kalte Wut überkommt.
Jäger, Minister des Inneren in NRW gehört, wie regelmäßige Leser wissen, definitiv dazu. Schwesig ebenso. Beide rufen zum "Kampf gegen" auf, zum Kampf gegen Rechts (eine politische Richtung und nicht identisch mit Rechtsradikalen - wie "links" nicht gleichbedeutend mit Kommunist, Stalinist, Linksradikal oder AntiFa ist...), gegen Rassismus (also den Rassismus gegen Nicht-Deutsche, gegen Deutsche wird er verleugnet) und gegen Gewalt (außer gegen die Gruppen, gegen die man zum Kampf aufruft und natürlich auch die Polizei) auf. Dabei werden sie auch aktiv, streichen Gelder die im Kampf gegen anderen Radikalismus gedacht sind als gegen Rechts, stampfen Werbematerial gegen Islamismus ein, wenn sich Muslime beleidigt äußern (wann ist das nicht der Fall?), versprechen immer wieder die Verbesserung von Polizei- und Sozialbehörden, nur um diese dann doch wieder im Regen aber mit mehr Aufgaben stehen zu lassen usw. usf.
Ein besonders gefährlicher Mensch ist in meinen Augen in den letzten zwei bzw. bald drei Jahren in eine besondere Machtposition gekommen: Heiko Maas. Unser Justizminister hat sich mit Versuchen, Zensur als "Reaktion auf die Vorkomnisse von Köln in der Silvesternacht" und "modernes Geschlechterbild" einzuführen in meinen Augen ebenso positioniert, wie mit ständigen unsachlichen bis beleidigenden und unterstellenden Äußerungen oder der Einrichtung einer (privatwirtschaftlichen) Kommission, welche "Hasssprache" ausfindig machen und der Verfolgung übergeben soll.
Das letzte Mal, als "Beauftragte" unterwegs waren, um Menschen auf den Mund zu schauen, sie zu melden und dann strafrechtlich belangen zu lassen war ein Staat an der Macht, der seine Bürger wegen "Fluchtversuchen" abknallen ließ - und davor einer, der sowieso bereit war, jeden zu ermorden.
Mit beiden möchte man normalerweise nicht verglichen werden. Maas scheint das nicht zu kümmern.
Mehr Sorgen macht er sich wegen "vorschneller Verdächtigungen" und "unzulässiger Verknüpfungen". Nach besagter Nacht an Silvester, als aus ganz Deutschland gleichlautende Meldungen, Zeugen- und Opferaussagen eintrafen, da stellte er sich hin, und äußerte:
(....) Maas warnte davor, aus den Vorfällen Rückschlüsse auf die Gesetzestreue von Migranten zu ziehen. (....)
Auch sei es "schlicht falsch", zwischen den Exzessen in Köln und dem Flüchtlingszuzug einen Zusammenhang zu sehen (...)
Seine Kompetenz bewies er damals schon, als er von der "schnellen Abschiebung der Täter" sprach, und kurz darauf zurückrudern musste. Bis heute ist das nicht eingetreten und scheinbar auch nicht möglich. In der Tat sind die ersten Täter mit milden Strafen bereits wieder unterwegs.

Jetzt aber hat Maas mal wieder gezeit, wie geheuchelt seine Sorge um "Vorverurteilung" und "Pauschalisierung" wirklich ist. Und die Medien spielen fleißig mit.
Aktuell habe er eine Morddrohung in Form einer 9mm Patrone im Briefkasten erhalten. Kein Journalist fragt, wie das möglich sei, werden unsere Politiker doch i.d.R. ziemlich gut bewacht und gerade unser Justiz- und Innenministerien werden ja nicht müde zu erklären, wie sich der Bewohner Deutschlands doch verbunkern solle, angesichts der Zunahme an Einbrüchen und im Falle der persönlichen Bedrohung.
Keine Kamera, kein Sicherheitsbeamter hat gesehen, wie jemand an den Briefkasten ging?

Die FAZ macht gemeinsam mit Maas daraus folgenden, von mir nicht veränderten Absatz:
In den Briefkasten seiner Privatwohnung habe jemand „eine Neun-Millimeter-Patrone“ geworfen.

Die Täter kommen laut Maas aus der rechten Szene: „Vor allem Pegida, AfD, NPD und was es sonst noch in der rechten Ecke gibt. Das ist der Teil der Gesellschaft, der sich auch sonst in Fremdenfeindlichkeit und Rassismus ergießt.“
Der zuständige Journalist äußert durch diese Textsetzung die Behauptung, dass man wisse, wer die Patrone eingeworfen habe und wieso. Ohne, dass man Ermittlungsergebnisse präsentiert.
Wer sich die Flut von Artikeln zu diesem Thema, angefangen bei der Stellungsnahme in der BILD, durchliest kann erkennen, dass die Äußerung nicht auf die Patrone allen gezielt war, sondern auf die Flut von Beleidigungen und Drohungen, die Maas derzeit erhält. Das diese zweifellos vorwiegend bis ausschließlich von Rechtsradikalen, Fremden- und Verfassungsfeinden kommen, vermutlich mit einer nicht zu verschweigenden Anzahl schlicht frustierter Menschen, liegt auf der Hand.
Im Fall der konkreten Bedrohung wie der allgemeinen Zuschriften sofort bestimmte und überschaubare Gruppen zu nennen und zu beschuldigen ist hingegen weit über das hinaus, was Maas noch im Januar als rechtsstaatliches Verhalten definierte.

 Kein einziger der Journalisten kommt seinem beruflichen Ethos nach und stellt die vor allem gegen die AfD gezielten Äußerungen des Ministers in Frage oder der Tatsache gegenüber, dass selbst die FAZ erst vor kurzem darüber berichtet hat, wie massiv die Gewalt gegen genau jene Partei wurde, die der Minister hier in der Verantwortung nennt. Wenn also der Anstieg der Gewalt, welcher laut Behörden auf der linksradikalen Seite weitaus dramatischer ist nur den besagten Parteien und Bewegungen anzulasten sei, dann entsteht eine Diskrepanz zur Realität, die ausschließlich auf den Charakter und die Ziele des Justizministers zurückzuführen sind und ihm jegliche Ehrlichkeit und Objektivität absprechen.

Auch kommt nicht ein Reporter auf die paradoxe Ironie des folgenden Absatzes:
"Ich bin seit 20 Jahren in der Politik, so viel Rohheit wie heute habe ich nie erlebt", sagte Maas der Bild am Sonntag. "Das, was geschrieben und geschickt wird, ist unterirdisch und voller Hass." Er erhalte "Morddrohungen mit Ort, Datum, Uhrzeit". Massiv zugenommen hätten die Attacken, nachdem er die islamfeindliche "Pegida"-Bewegung als eine Schande für Deutschland bezeichnet habe.
 So viel Rohheit wie heute hat er noch nicht erlebt, nachdem er selbst, als Minister und "Vorbild" in die unteren Schubladen sprachlicher Möglichkeiten griff...
Wäre Maas ein zurückhaltender, bescheidener und wortgewandter Gentlemen, so würde ich seinen Protest akzeptieren. So aber kommt er mir wie sein verstorbener Parteikollege Herbert Wehner vor, der, oft sehr kreativ, pöbelte und randalierte, was das Zeug hergab - auch dieser war im Einstecken nicht so gut, wie im Austeilen. Allerdings war er m.W. nicht so frech, große Bevölkerungsteile so zu behandeln, wie Maas es unternimmt.

Und weil man es ja aussprechen (oder schreiben muss): die Drohungen sind nichts harmloses, sind nicht ok oder "selbstverschuldet". Jemandem zu drohen geht gar nicht - von niemanden an niemanden. Die Polizei findet hoffentlich den "Patronenspender". Und ebenso hoffentlich lernt auch Maas irgendwann, dass er nicht so viel anders vorgeht, wenn er die Meinungsfreiheit auf den Müll wirft und Menschen pauschalisiert und beleidigt.

Montag, 9. Mai 2016

Volker Beck wieder im Amt - Verantwortungsgefühl ist was für Bürger ohne hohes Amt

Volker Beck wurde mit Drogen erwischt. Ob er sie für sich selbst oder für andere bei sich trug, spielt für mich dabei erstmal keine Rolle.
Er zeigte sich zuerst uneinsichtig ("ich warb immer für eine liberale Drogenpolitik"), dann reuig und gleichzeitig verleugnend ("die waren nicht für mich, aber ich habe einen Fehler gemacht").
Er trat aus allen parteipolitischen Ämtern zurück "um die Partei vor Schaden zu bewahren") - nicht aber von seinen Ämtern in der Bundes- bzw. Lokalpolitik. Hier interessierte ihn potentieller Schaden nicht die Bohne.
Nunmehr ist er nach einer Vergleichszahlung und einigen Wochen "Auszeit" aus der Parteipolitik wieder in alle Ämter eingesetzt. Nachdem sich eine große Zahl an Politikern (auch anderer Parteien) für ihn aussprachen.
Fataler geht es nicht. Das Signal oder besser die Signale, welche hier gesendet werden, lautet: Drogen sind halb so wild, Politiker kratzt nicht die Bohne, was den kleinen Bürger hart treffen kann und scheinheillige Reue reicht völlig - selbst wenn man vorher klar gemacht hat, dass man nicht findet, etwas falsch gemacht zu haben.
Und für jene die genauer hinsehen: Parteienpolitik ist das einzige, das zählt. Nicht für das Volk, für die eigene Partei und Position arbeiten unsere Politiker.

Da sitzt jemand in einer der wichtigsten und bestimmendsten Einrichtungen unseres Landes, wird mit Drogen erwischt und bis auf ein paar Euro passiert nichts.
Ein Autofahrer, Sportschütze, Pilot, Polizist, Rettungssänitäter usw. die sich derart überführt finden haben nicht die Chance mit einer halbherzigen bis verlogenen Entschuldigung und der Sympathie der eigenen Kreise ihre Verantwortung zu behalten. Im Gegenteil, bei den meisten führt ein Verstoß zu ernsten Konsequenzen, bei den Sportschützen zum Verlust der "Zuverlässigkeit" (ein gummiartiger Begriff, der dazu dient, den Charakter eines Menschen in die Erlangung eines Rechtes einfließen zu lassen) - und somit zum Verlust seines Sportgerätes.

Volker Beck sitzt da in etwas viel gefährlicherem. Einzelne Autofahrer, Sportschützen, Polizisten usw. können unter Drogen einem oder mehreren Menschen Schaden und viele traumatisieren.
Ein Politiker in unserem Parlament kann Entscheidungen mitbestimmen, die für Millionen Folgen haben und diese schädigen, ja sogar umbringen können. Das zählt nichts?

Donnerstag, 5. Mai 2016

Erdogan - der Führer der Türkei

Heute wurde publik gemacht, dass der Ministerpräsident der Türkei nach einem Machtkampf und einer gestrigen Aussprache mit Erdogan sein Amt als Vorsitzender der islamischen AK-Partei räumen wird. Laut Medienberichten bedeutet dies, er muss auch als Ministerpräsident zurücktreten, da seine Partei die Besetzung dieses Amtes nur dem Vorsitzenden der Partei gestattet.
So weit, so deutlich genug, was Erdogan angeht. Allerdingsn neigt ja bsppw. auch unsere Kanzlerin dazu, Konkurrenten in der eigenen Partei ins Abseits zu drängen.
Aber es kommt noch dicker. Warum haben sich Davutoglu und Erdogan zerstritten?
Die AKP will die Verfassung der Türkei ändern um dem Präsidenten, also Erdogan, mehr Machtbefugnisse einzuräumen.
Wer jetzt Sorge trägt, dass die Demokratie und Freiheit in der Türkei bedroht ist - der kommt zu spät.
Schon die letzte Wahl wurde von Beobachtern nicht mehr als frei und unbefangen bewertet, der Wahlkampf war von Schließung, Besetzung und Übernahme verschiedener Medien und Sender gezeichnet. Seitdem hat sich dies drastisch verschärft.
Schon 2014 hatte ein Gesetz der Regierung, also Erdogan, stärkeren Zugriff auf die Justiz, namentlich Richter und Staatsanwälte eingeräumt. In der Folge sind mehrere Festnahmen und Verurteilung von unliebsamen Journalisten und Militärs erfolgt während bspw. der Prozess gegen die Mörder des Missionars Geske und zweier türkischer Konvertiten zu platzen droht (oder besser, schlicht nicht weitergeführt wird). 
Parlamentssitzungen laufen mittlerweile fast wie Kämpfe ab. Bei Abstimmungen verhindern AKPler auch mal gerne, dass die politischen Gegner überhaupt zur Abstimmung antreten können, indem sie den Saal blockieren.
Was gerade passiert ist nichts anderes als 1934. Die Zentralisierung der Macht auf eine Person, Personenkult, Messias-Komplex. Was Erdogan dann daraus macht, ob die bestehende Diskriminierung Andersgläubiger, von Juden und Kurden weiter wächst, ob er weiterhin kriegerisch auftreten wird und sogar vor Invasionen nicht zurückschreckt, das wird die Zukunft zeigen.
Jeder Verweis auf "er wurde aber gewählt" und "so schlimm ist er nicht" zwingt mich auf die Haltung der Welt in den Jahren 34 bis 39 zu verweisen. Auch der deutsche "Führer" ist nicht sofort mit der Tür ins Haus gefallen, sondern hat sich gesteigert - und kam durch Wahlen und die Aktionen gewählter "Volksvertreter" an die doppelte Macht.

Nie wieder ist eine Phrase aus Deutschland, denn exakt so wie damals kann es bei uns nicht mehr passieren. Wenn aber extrem ähnliches im Ausland passiert, dann sollten all jene, welche die Phrase so sehr schätzen vielleicht hellhörig werden.

Mittwoch, 4. Mai 2016

Merkels "Überzeugung"

Unsere Kanzlerin und "ich mach was ich möchte" Herrscherin hat ein Interview gegeben, in welchem sie darlegte, wie man die AfD-Wähler abholen wolle.
Nach Monaten der Beleidigungen, der Verdächtigungen und der Pauschalurteile über Partei und Wähler stellte sie sich nun vor ein Gymnasium und sprach in die Kamera, dass man seine Werte besser vorstellen solle. Daraufhin nannte sie ein paar ihrer Werte - u.a. dass man nur "gemeinsam" im 21. Jh. seine Ziele in Europa verfolgen könne.
Das ist die gleiche Kanzlerin, die ohne Absprache mit anderen Staaten die Politik der offenen Tür erkärte und für fast ein dutzend Länder eine gravierende Entscheidung traf - die sie zu keinem Zeitpunkt überdachte oder auch nur besprach. Mehrfach wies sie Diskussionswünsche und Kritik eindeutig zurück und setzte Die jede Maßnahme anderer Staaten um der Völkerwanderung Herr zu werden zu kritisieren bereit war - insbesondere aber Ungarn.
Die Kanzlerin, die nicht einen "gemeinsamen Weg" betonte, sondern andere Staaten in der Pflicht sieht, die Folgen ihrer Entscheidung mit zu tragen - ob sie wollen, oder nicht.
Es ist die gleiche Kanzlerin, die keinen Finger bewegt, um Griechenland bei der massiven Zahl an Personen zu helfen, welche diese aufnehmen und versorgen müssen.
Es ist die Kanzlerin, die ihre Kritiker erst ignorierte und dann beschimpfen und denunzieren ließ.

Das ausgerechnet diese Frau nun von "gemeinsam" spricht...

Sonntag, 24. April 2016

Freiheiten die es bald nicht mehr gibt

Eine zivilisierte Gesellschaft leistet sich einiges, was letztlich auf ungeschriebenen und geschriebenen Gesetzen beruht. Freiluftkonzerte etwa, welche den Menschen kulturellen Hörgenuß anbieten sollen, können nur funktionieren, wenn sich niemand entschließt, in Hörweite seinen Ghettoblaster voll aufzudrehen oder eine große Grillparty im Hintergrund zu schmeißen, welche die Besucher des Konzertes mit Lärm, Geruch und visuellen Eindrücken daran hindern sich zu entspannen.

In rappelvollen S-Bahnen ist gegenseitige Rücksichtsnahme ebenfalls ein wichtiger Faktor. Alten oder Behinderten einen Sitzplatz einzuräumen, Müttern mit Kinderwagen beim betreten und verlassen der Bahn (oder des Bahnhofes) zu helfen, sich nicht gegenseitig mit Rauch und der eigenen Musik zu stören - es geht kaum ohne. Alles andere läuft auf Streit und letztendlich soziale Trennung hinaus. Wer es sich leisten kann, pfeifft dann früher oder später auf Konzerte und Bahnen und schafft sich seinen eigenen Raum.
Ähnlich ist es auch beim Sport. Der Breitensport ist abhängig von Menschen, die ihre Freizeit opfern, i.d.R. unentgeldlich, um als Veranstalter, Aufsichten, Schiedsrichter und Versorger das alltägliche Training aber auch die Turniere, Wettkämpfe und großen Ereignisse zu organisieren und abzuhalten.
Natürlich denkt man derzeit in Europa bei Breitensport ausschließlich an Fußball, bestenfalls noch an Handball ein Eishockey. Die Damenvolleyballmannschaften (eine der ästethischsten Sportarten und das meine ich keineswegs anzüglich) bspw. kämpfen gegen ein Mannschaftssterben, da ihnen die Sponsoren fehlen.  Und das ist dann schon die Profiliga...

Präsent werden andere Sportarten höchstens durch Großveranstaltungen, wie etwa die großen Fahrradrennen, bei denen die Tour de France die Profi - und Marathonläufe wie in Köln oder London sind für jedermann offen.
Derartige Langläufe sind aber im Sommer eine außergewöhnliche Belastung für den Körper (man erinnere sich an das sagenumwobene Ende des vermutlich erfundenen "ersten Marathonläufers") und man muss sich gut vorbereiten und während des Laufes sehr genau auf den Körper achten. Auch der Flüssigkeitshaushalt ist dabei von geradezu lebenswichtiger Bedeutung. Dehydrierung während eines solchen Laufes kann schwere Schäden verursachen.
Darum ist es üblich, wie auch bei anderen derartigen Sportarten, dass großzügig Flüssigkeit und bestimmte "Speisen" angeboten werden, die im Passieren aufgenommen und zu sich genommen werden können. Man kennt die Bilder. Plastikbecher mit Wasser oder anderen Getränken, kleine Melonenstücke u.ä. werden von Sportlern im vorbeihuschen an und in sich genommen, die Reste dann an den Strassenrand geworfen.
Das ist für die Sportler "kostenlos" bzw. in den Teilnehmergebühren mit drin (je nachdem).
Dieses Wochenende fand der Londoner Marathon statt. Und da gab es einen unschönen Zwischenfall.
Die kostenlos bereitstehenden Getränke wurden geplündert. Die berichtenden Nachrichten schenken sich mal wieder die Nennung der Tätermerkmale...
Nun ist Wasserklau wohl Mundraub - und hätten die Menschen gefragt, man hätte mit Sicherheit niemanden verdursten lassen. Aber was man im Video zu sehen bekommt, ist alles andere als "Bedürfnisstillung".

Wenn man nun also nichts mehr offen hinstellen kann, ohne Gefahr zu laufen, von einer ganzen Bande geplündert zu werden - immerhin ist das nicht irgendein Hinterhofevent, sondern die Laufstrecke einer der größten Veranstaltungen seiner Art - dann wird es über kurz oder lang weniger und weniger Menschen und Firmen geben, die sich beteiligen.

Der "restliche" Sport wird ohnehin regelrecht platt gemacht. Nicht nur mangelnde Förderung und Aufmerksamkeit, die auf die 22 Personenspiele fokusiert wird, sondern rücksichtslose Politik und Ausnutzung ohne jede Scham erdrücken das sportliche Leben.
Bonn ist ein gutes Beispiel. Fast jede Sporthalle, ob Schule oder Sportpark, wurde in Flüchtlingsheime umgewandelt. Die Menschen, die sich über die diskussionslose Absprache ihrer Freiheit, für die sie durch Steuern und Beiträge zahlten und zahlen,  nicht unbedingt freuten und versuchten verhalten zu protestieren, werden ignoriert oder man spricht ihnen die Menschlichkeit einfach ab.
So etwa in der Bürgerversammlung zu diesem Thema im Januar. Gekommen waren Betroffene, Interessierte, Besorgte. Ihnen wurde erklär, dass weitere Hallen "enteignet" würden, im Sinne, dass sie öffentliches Eigentum seien und die Nutzung kurzerhand ausgesetzt wird. Verträge und Gewohnheitsrechte etc. spielten dabei dann kaum eine Rolle.
Als die Bürger sich darüber zu regen begannen, wurde ihnen von der Integrationsbeauftragten erklärt:
„Zu uns kommen nicht Nummern, sondern Menschen, die wir möglichst anständig unterbringen und versorgen müssen. Lassen Sie uns besonnen bleiben.“
Das auch auf der anderen Seite Menschen sitzen, und diese doppelt und dreifach zahlen, schaffen und bereitstellen dürfen - aber für jede Kritik an der Situation, für die Aberkennung ihrer Rechte und Lebensgestaltung ihrerseits abgemahnt werden, dass ist der Beauftragten nicht zu vermitteln.
Und so las sich auch der letzte Absatz seinerzeit.
Die Betreuung und Versorgung der Menschen auch mit drei Mahlzeiten müsse stehen, der Wlan-Empfang für den Kontakt mit den Familien im Kriegsgebiet, der Sicherheitsdienst rund um die Uhr und die Reinigung der Sanitäranlagen. „Bisher klappt das in allen Bonner Unterkünften hervorragend.“ Wer genau in die drei nächsten Hallen einziehe, wollte eine Frau wissen. Die Stadt erfahre erst zwei Tage vor Anreise, wer komme, sagte Tilgen. „Es sind aber überwiegend alleinstehende Männer.“ Was ein Stöhnen im Publikum auslöste.
Die Bereitstellung von Wlan zum Kontakt mit Verwandten im Kriegsgebiet - daran ist so viel störender Unsinn festzustellen, dass es schmerzt solcherlei im ernst gesprochen und geschrieben zu sehen.
Und das mit den alleinstehenden Männern, ein durchgehendes Phänomen, wurde erst abgestritten und nunmehr schöngeredet. Und da diese Versammlung im Januar war, wurde auch direkt angemerkt, die hätten "anderes im Kopf" - nach dem Motto, Pauschalisierung ist nur in eine Richtung schlecht, und was andere denken und wissen darf immer positiv vorweg "gewusst" werden...

Wenn Sie also das nächste Mal lesen, dass deutsche Kinder und Jugendliche zu unsportlich sind - fragen Sie mal warum und nehmen nicht an, dass diese Menschen keinen Spaß an der Bewegung oder einem Sport welcher Art immer hätten.

Dienstag, 12. April 2016

Wer rührt denn da am Grundgesetz?

Das Grundgesetz ist sowas wie das Heilige Worte, die Bibel, Torah, Koran und alle anderen heiligen Schriften in einem - jedenfalls hatte man bislang den Eindruck. Verfassungstreue, das ist es, was man Politikern, Vereinen, Bürgern und Einwanderern abverlangt - naja, bis Ministerin Schwesig die gerade abgeschaffte Einseitigkeit dieses Verlangens, nämlich das auch Bezieher finanzieller Mittel aus der Staatskasse im Kampf gegen Rechts (also zumeist Linke) sich zur Verfassung bekennen müssen, wieder abschaffte.
Ich, der ich mich zur BRD, seinem GG und seiner öffentlichen Ordnung bekenne und dereinst auch treu gedient habe, stelle nun fest, dass für Politiker dieser Schwur absolut null Bedeutung zu haben scheint.
Denn darin befinden sich neben Gesetzen und schönen Worten auch unsere Werte und, dies vor allem, die Erfahrung zumindest der ersten Jahre deutscher "Demokratie". Und die Erfahrung, dass Wissen derjenigen, welche die "Verfassung" der BRD entwarfen.
Einer der Grundsätze ist es, die Bundeswehr nur im absoluten Notfall, im Ausnahmezustand im inneren einzusetzen. Gemeint sind damit natürlich Hilfen wie Flutkatastrophen und der Kriegszustand mit einem Feind, welcher einmarschiert.
Wie WELT berichtet, wird nun laut darüber nachgedacht, wie dies denn zu ändern sei, denn:
Charakter und Dynamik gegenwärtiger und zukünftiger sicherheitspolitischer Bedrohungen" machten aber "Weiterentwicklungen erforderlich, um einen wirkungsvollen Beitrag der Bundeswehr zur Gefahrenabwehr an der Grenze von innerer und äußerer Sicherheit auf einer klaren Grundlage zu ermöglichen
Sollte das keine Ente sein, und ich zweifle nicht eine Sekunde daran, dass unsere Regierung zu diesem Schritt fähig wäre, dann wird die Armee bald im Inneren einsetzbar. Nicht, dass diese derzeit eine Bedrohung wäre oder ein "Staat im Staate" darstellen würde - aber die ideologischen Umbaumaßnahmen finden schon statt.
 Man sollte meinen, der "nie wieder" Staat wüßte es besser und die Politiker wären sich darüber bewusst, dass es eine Schnapsidee ist, die Verteidigung nach außen zur Bekämpfung eines versteckt operierenden Feindes plötzlich nach innen zu verlegen, um in der eigenen Bevölkerung nach diesen Feinden Ausschau zu halten - denn das ist die "neue Bedrohung" (die keineswegs so neu ist).
In der Tat hatten wir dieses Szenario (mehr oder weniger). Als in der Weimarer Republik der linke Spartakusaufstand begann, ließ man die "Freikorps" von der Leine. Nicht nur der Name klingt militärisch, die meisten Mitglieder waren ehemalige oder aktive Soldaten und Offiziere.Der Aufstand wurde niedergeschlagen, allerdings unnötig blutig und mit manchem Schnellverfahren, die Zahl der Unschuldigen die erschossen wurden konnte nie ermittelt werden.

Vielleicht kennt der ein oder andere den Film Ausnahmezustand (Originaltitel "The Siege"). Darin fällt ein Satz durch den von Bruce Willis gespielten General:
"Die Armee ist ein Breitschwert, kein Skalpell." 
und später wird etwas platt hinzugefügt
"Die Armee ist nicht so etwas wie eine große, grüne Polizeieinheit".

Ich selbst bin Militarist. Ich beschäftige mich einen großen Teil meines Lebens mit dem Militär, Armeen, ihrer Geschichte und ihren Einsätzen und Kriegen. Und gerade darum bin ich absolut gegen den Einsatz der Armee als Hilfspolizei. Zur Unterstützung bei Katastrophen ist sie oft er einzige Retter und wenn alle Stricke reißen und die Gesellschaft droht zusammen zu brechen, etwa in einem Bürgerkrieg oder nach einer umfassenden Katastrophe kann (!) sie mit Sicherheit der Retter sein.
Frankreich und Belgien nutzen ihr Militär zur Bewachung von Objekten und Regionen. Der Erfolg davon ist höchst zweifelhaft. Die Soldaten sind dafür i.d.R. nicht ausgebildet, die Interaktion mit der Bevölkerung liegt bei der Polizei. Statt also die Zahlen der Polizei massiv aufzustocken und somit extra für derartige Zwecke ausgebildetes Personal bereit zu stellen, wird einfach eine große Zahl junger Männer bereit gestellt, die zwar auch eine Uniform tragen, aber eben nicht auf Profiling, Kontrollen in einem zivilen Sinn und andere naheliegende Fähigkeiten gedrillt oder erfahren sind.

Was also soll diese Maßnahme? Falls es stimmt.


Donnerstag, 7. April 2016

Kulturzensurrätin Merkel

Unsere Kanzlerin wird dieser Tage vermehrt mit ihrer DDR Vergangenheit in Einklang gebracht. Offiziell hatte sie dort wenig mit dem Regime zu tun, nach eigener Aussage war sie lediglich im Bereich der Kultur als Referentin tätig und niemals Mitglied der SED.
Das sie innerhalb des damaligen Systems, welches mit Zuckerbrot und Peitsche arbeitete, an renomierten Stellen lernen, studieren und arbeiten durfte, dass sie ein Studium ablegte, welches sich zudem durch eine den marxistischen Kommunismus preisende Arbeit zu legitimieren hatte (die sich heute nicht mehr finden lässt, ebensowenig wie die Angabe über ihren Tätigkeitsbereich) - natürlich spricht dies nicht zwangsläufig für eine Mitarbeit am System. Aber für Konformismus, Opportunismus, Mitläufertum. Sie hat das getan und erbracht, was von ihr erwartet wurde oder sie weiterbrachte.
Nach dem Ende der DDR klingt das aus ihrem Munde anders. Aber es gibt Zeugen. Gerd Langguth, mittlerweile leider verstorbener Politikwissenschaftler und seinerzeit selbst Politiker innerhalb der CDU, schrieb eine Biographie, erschienen 2005, in der er u.a. alte Studienkollegen (man will das kumpelhaftere Kommilitonen lieber nicht auf die Fingerspitzen nehmen) zu Wort kommen und glaubhaft versichern, sie sei Sekretärin für Agitation und Propaganda gewesen.
Nun stehen Aussagen gegen Aussage und so wurde das Thema nicht vertieft.
Mittlerweile ist auch die Überraschung des Umfeldes, welches Langguth berichtete, verklungen. Dieses hatte angenommen, sie würde zu den Grünen gehen, da sie am ehesten mit deren Zielen und Werten übereinstimmte. Statt dessen ging es erst zum DA (Demokratischer Aufbruch) und als dieser bedeutungslos in der CDU aufging, da wechselte sie bequem in dessen Reihen und stieg schnell auf - vom Politneuling zur Ministerin.

Wer diese Informationen vergleicht mit dem, was Merkel heute unternimmt oder eben nicht, der hat keine andere Möglichkeit als eine Schublade zu öffnen - allerdings die Wahl, welche.
Ist Merkel eine Opportunistin erster Güte, die sich bestens darauf versteht, genau dort aufzuspringen und hier zu rufen, wo es etwas zu holen gibt? Oder ist sie ein U-Boot, jemand, der von Anfang an darauf aus war, dem Konservatismus zu schaden, indem man ihn nach und nach abbaut und versenkt?
So abstrus, paranoid und verschwörungstheoretisch letzteres klingt - gemessen an ihren heutigen Handlungen ist zweiteres durchaus möglich. Wie sonst lässt sich erklären, dass die Kanzlerin des Landes so auf die Fahne des eigenen Landes reagiert?

Und wie lässt es sich mit dem Gerede von Demokratie und Meinungsfreiheit, von Toleranz und Miteinander vereinbaren, dass sie, angefangen von der Rezension des Sarrazin-Buches als "nicht hilfreich" obwohl sie es noch gar nicht gelesen haben konnte, bis hin zum jüngsten "Satire"Beitrag des ZDF, für den sie sich in vorauseilendem Gehorsam bei den Türken entschuldigt als Kanzlerin in die Kunstwelt unserer Republik aktiv eingreift?
Eingreifen? Sind doch nur Worte!  
Mal abgesehen davon, dass "nur Worte" heute in sämtlichen Lebensbereichen einer Kontrolle unterliegen, verboten werden, ungern gehört werden oder für Lohn und Brot sorgen (Stichwort Genderismus), ist ein Wort eines Menschen in Führungsposition eben nicht "nur ein Wort".
Wenn der Chef sagt "sowas mögen wir hier nicht", so ist dies keine Anweisung, kein Verbot, keine Order. Und trotzdem kann man davon ausgehen, dass zumindest ein Teil sich daran hielt.
Als die Vorsitzende des SWR Rundfunkrates äußerte, würde man die AfD einladen, so erschiene sie nicht zur Diskussionsrunde vor den Wahlen, da hörte man auf die Chefin und Ministerpräsidentin und lud die AfD aus - statt zu sagen: tja, dann kommste eben nich - deine Entscheidung.
Und wenn die Kanzlerin die Republik wissen lässt, dass ein Beitrag, der sich Mühe gibt Informationen zu sammeln und zu verbreiten "nicht hilfreich" sei, auch wenn sie nicht sagt, warum eigentlich und es logischerweise ohne Kenntnis des Inhaltes auch nicht kann, dann signalisiert sie damit etwas.
Dies hat sie in dieser Woche gleich zwei Mal getan. Einmal mit Schweigen. Als Erdogan das HB-Männchen gab (und in Washington gleich noch einen drauf legte - von unserer "Qualitätspresse" gelinde heruntergespielt) und ein Lied der Sendung Extra-3 verboten sehen wollte, da schwieg sie vielsagend.
Als aber Böhmermanns infantiles Schmägedicht herauskam, da gings los - nur leider eben in die falsche Richtung. Der Beitrag war peinlich und niveaulos. Das ZDF hat ihn zu Recht einkassiert (leider erst hinterher statt vorher) - aber das nachtreten aus Berlin ist mindestens ebenso erbärmlich, undemokratisch, unwürdig, unangebracht und zahllose "un-s" mehr.

Die letzten Wochen wurde viel diskutiert, ob Christen die AfD wählen dürfen oder nicht. Meine Antwort ist die Frage: dürfen Demokraten noch die etablierten Parteien wählen?
Ich behaupte: nein.
Wählt die Grauen Panther, die Hundepartei, die Partei bibeltreuer Christen, das Zentrum, die AfD oder weiß der Kuckuck. Aber wählt nicht mehr SPD, CDU, CSU, Grüne, Linke, FDP oder Piraten. Sie alle haben ausführlich bewiesen, dass Dialog und Diskussion, Miteinander und Toleranz nur Schlagworte sind, mit denen ungewünschte Meinungen, Haltungen, Inhalte und Fakten über Bord geworfen werden, während sich die Mannschaft selbst feiert.
Vielleicht liegen diejenigen richtig, die behaupten, alles sei halb so wild und werde sich finden, wenn wir uns nur anstrengen. Ich glaube das nicht und bin bereit darüber zu diskutieren und Fakten, Zeugen und Opfer vorzubringen, die das Gegenteil beweisen. Gäbe es wirklich Meinungsfreiheit, gäbe es wirklich Demokratie wäre dies kein halbkrimineller Akt, für den ich zum Freiwild der AntiFa, der Journalisten und der rabulistischen Politiker würde.
Ja, das klingt gejammert und ja, auch das klingt wieder nach Paranoia. Aber wann hat ein Bundespräsident zum letzten Mal Menschen, die illegal seit Jahren Häuser besetzen, die Mietern renovierter Wohnungen Hundekot und Knallfrösche in den Briefkasten stopfen und jedes Jahr aufs Neue Polizisten verletzen als "Pack" bezeichnet und wie steht es mit den seit über einem Jahr wöchentlich friedlich (!) Demonstrierenden von Dresden?
Wann ist das letzte Mal jemand für das Tragen eines Che- oder Stalin-T- Shirts gefeuert worden? Aber allein die Marke der Rechtsradikalen reichte, um einen Bus-Fahrer rauszuwerfen?
Christus und Maria zu verhöhnen findet regen Anklang bei jeder anti-kirchlichen Demo, vom Papstbesuch bis zum Marsch für das Leben - ohne harsche Worte der Politik und regide Antworten der Polizei. Aber wehe, es geht um Karrikaturen über Mohammed. Da rennt der NRW Innenminister den Gerichten trotz Belehrung über das Grundgesetz die Türen ein.

Und an der Spitze thront entweder die dümmste Landesherrin aller Zeiten (das beinhaltet manchen Monarchensproß aus engstem Familienkreis), die skrupelloseste Opportunistin aller Zeiten oder eine sozialistische Saboteurin. Man mag es sich aussuchen. Ich jedenfalls schwanke zwischen den Möglichkeiten hin und her.

Montag, 28. März 2016

Journalisten von zeitversetzten Verlusten überrascht

Es gibt so ein paar Dinge, an die man sich so sehr gewöhnt hat, dass nicht mehr darüber nachgedacht wird. Dazu gehört bspw. das technische Überlegenheitsgefühl. Was können wir nicht alles, was haben wir nicht alles, was haben wir nicht alles erreicht. Wir. Naja, eigentlich nicht wir, sondern einzelne Personen die oft aus bestimmten Berufsgruppen stammen. Penicilin? Ein Bakteriologe bzw. Mediziner. Der erste Computer? Ein Ingenieur usw. Machen Sie mal den Selbsttest - könnten Sie die Gegenstände, die Sie täglich nutzen, also Handy, Ofen, Mikrowelle, Auto, S-Bahn, Sicherungskasten (ja, den brauchen Sie täglich) selbst bauen und reparieren? Ich persönlich verstehe bis heute nicht, warum ich auf einer Seite in eine nicht gespannte Schnur hineinreden kann und hunderte von km entfernt versteht ein anderer Mensch nicht nur jedes Wort sondern auch den Klang meiner Stimme und der Emotionen darin.
 Weniger technisch ist aber der Zusammenhang zwischen Leben und Tod. So sind die Meldungen über Opferzahlen kurz nach den jeweiligen Anschlägen lediglich Aufnahmen des Momentes. Als nach dem Novemberanschlag in Paris hunderte von Menschen verletzt eingeliefert wurden, bemühten sich die offiziellen Stellen und Medien die Zahl der Toten nicht zu dramatisieren. Sachlich und ruhig wurde berichtet, dass die meisten Opfer in der Musikhalle Bataclan gestorben seien, hingerichtet. Auf den Strassen war ein Fluchtversuch drin, und darum die fatalen Zahlen weit geringer... Insgesamt also 130 wurden umgebracht und 352 verletzt. Was allerdings nicht kolportiert wurde, war, dass von den Verletzten viele lebensgefährlich verletzt waren und die moderne, für uns alltäglich gewordene Medizin sie nicht aufgab. Die Ärzte kämpften. Wie viele Opfer dann aber an den Folgen starben oder ob tatsächlich alle 92 schwer Verletzten schon wenige Tage völlig außer Gefahr waren - ich habe keine Informationen darüber gefunden.

Und so ist das Erstaunen des FAZ Artikels über die gestiegene Opferzahl von Brüssel eigentlich eine Selbstentblößung. Vier weitere Opfer der Schrapnellbomben sind im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen.
Denn bei aller Berichterstattung haben sie es nicht verstanden: das Leid, das der Terror bringt, ist nicht die nur die Angst vor weiteren Anschlägen und vor allem einer Überreaktion von Staat oder Gesellschaft. Es ist ein sehr direktes Leid. Verletzungen wie im Krieg. Waffen die darauf ausgelegt sind, größtmöglichen Schaden, größtmögliches Leid zu verursachen und Tod zu verstreuen. Wer eine Bombe mit keinen Metallteilen bestückt, damit diese in alle Richtungen verteilt werden und Menschen hunderte kleiner und großer Verletzungen beibringen, die alle schrecklich sind, der will damit genau dieses Böse erreichen.
Und so gut unsere Technik ist - sie kann vielleicht verhindern, dass die meisten Verkehrsunfälle tödliche Folgen haben - aber vor diesen Waffen muss sie dennoch viel häufiger als bekannt selbst aufgeben.
Wenn also die Stimmen unserer Gesellschaft schon am Abend nach der Tat vor "Aufgabe der Freiheit" warnten und andere die Anschläge kleinredeten indem sie vor dem "Nutzen der Populisten" warnten - dann quälten sich und starben zu diesem Zeitpunkt in den Krankenhäuser immer noch Opfer genau dieses "Einzelfalles". Und es wäre verdammte Journalistenpflicht gewesen, es nicht bei einer Zahl zu belassen, sondern dran zu bleiben und die Opfer zu ehren.

Und wo wir bei Opfer ehren sind: das gilt für die Anschläge in Nigeria, Somalia, Jemen und natürlich auch für Lahore in Pakistan. Es ist peinlich, dass jede größere Zeitung in regelrechten Serien über eine deutsche Partei und ihre Mitglieder berichtet, jedes noch so unwichtige Detail, jede noch so nebensächliche Kontrastimme in eigenen Artikeln umsetzt - aber ein gezielter Anschlag eines muslimischen Religionslehrers in einer der Terrorbrutstätten der Welt auf einen Kinderspielplatz auf dem vornehmlich Kinder und Mütter der in Pakistan stark verfolgten und diskriminierten Minderheit der Christen mit jeweils einem kleinen Seitenartikel zu bedenken - unmittelbar nach der Kreuzigung eines katholischen Priesters, der Ermordung von Nonnen, Pflegern und Altersschwachen die samt und sonders nicht mal eine Meldung wert waren, das ist so erbärmlich, wie es nur geht.
Unsere Medienlandschaft ist zur reinen Interessensvertretung verkommen, die sachliche und informative Berichterstattung ist nicht mal mehr Ansatzweise als Ziel zu erkennen.

Das machte auch Frau Misoga aus den Tagesthemen in einem Brief an Herrn Broder deutlich. Dieser hatte nachgefragt, wieso sie es für nötig erachtete, die AfD als "selbsternannte Alternative" zu bezeichnen - immerhin sei jede Namensgebung der Parteien selbst gewählt. Gerade unter konservativen Christen steht das C der CDU ja ebenfalls stark zur Debatte...
Ihre Antwort sagt alles über ihren Journalismus, über die Qualität der öffentlichen Berichterstattung, was man wissen muss.
Habe den Namen der Partei in diesem Fall buchstäblich wörtlich genommen, da es in dem folgenden Filmbeitrag darum gehen sollte, welche politischen ALTERNATIVEN die Alternative für Deutschland in ihrem Programm entwirft. Zu verspielt für Sie? Ich fand´s ganz gut.

Liebe Leser, wollen Sie sich informieren, was in der Welt und vor allem in der deutschen Politik vor sich geht? Tun Sie sich einen Gefallen. Hören Sie Feindsender. Welche das sind? Erschließen Sie das bitte selbst. Immerhin war seinerzeit ja auch das hören der BBC mit den Volksempfängern verboten.

Mittwoch, 23. März 2016

"Mehrheit der Terroropfer sind Muslime" und "Minderheit ist radikal"

Es hat wieder eingesetzt. Die Beruhigungslitanei der Politik und Medien. Die Beschwichtigungsrhetorik derjenigen, die Probleme lieber verschweigen und keinreden als sie anzugehen.
Einer der jetzt wieder beliebten Sätze lautet: "Die Mehrheit der Terroropfer sind Muslime". Diese Aussage ist einerseits richtig, die absolute Mehrheit der Anschläge die als Terrorismus wahrgenommen werden tötet oder verletzt Muslime. Angeführt wird dieses Argument aber zum einen, um jede Kritik moralisch in Frage zu stellen. Wie kann man die Opfer anklagen? Haben Sie nicht schon genug mitgemacht? Wie kann man Kritik am Islam üben, wenn Muslime selbst leiden?
Zum anderen aber ist es auch ein moralischer Zeigefinger. Wieso jammert ihr? Die paar Toten Christen sind doch nichts im Vergleich zu dem, was den Muslimen passiert. Terror in Europa ist nichts im Vergleich zu dem, was andernorts passiert.
So richtig die grundlegenden Informationen sind - sie sind nur ein Teil und ändern ihren Charakter, wenn andere dazu kommen.

I. Opferbestimmung

So ist die Frage nach dem warum eigentlich aufdringlich und doch ignoriert. Warum werden vor allem Muslime Opfer?

1. Wer verübt die Anschläge, woher kommen sie? 
Der Terror, der angeblich nichts mit dem Islam zu tun haben soll, findet natürlich dort die meisten Anhänger, wo die meisten Gläubigen seiner Lehre leben. Eurozentrisch berichtet unsere Presse natürlich gerne, wie viele IS-Soldaten aus welchem europäischen Land kommen. Dabei sind Pakistan, Türkei, Tschetschenien, Saudi-Arabien, Indonesien usw. usf. ebenfalls "Soldatenspender" - und das nicht zu knapp.
Im September 2015 wurde geschätzt, das ca. 30 000 Ausländer für den IS kämpfen. Darunter die größten Kontingente kommen aus dem angeblich moderaten Tunesien, Türkei, Marokko, Jordanien usw.
Diese Länder haben alle tausende von Kämpfern an den IS verloren - nicht im Kampf sondern weil diese für ihn zu den Waffen greifen.
Auch die Sympathie und Vehemenz mit der aus unserer Sicht "radikalem Gedankengut" begegnet wird ist bei weitem nicht so niedrig, wie immer behauptet, dazu aber unten mehr.
Das in dieser Atmosphäre, bei dieser Zusammensetzung mehr passiert, dürfte gerade jene nicht überraschen, die bereits die kleinsten erkennbaren Ansätze (zu Recht oder nicht) von Rassismus und Nationalismus als Alarmsignal bezeichnen.
Erschreckend ist dabei die hohe Teilnehmerzahl aus Ländern wie Frankreich, England, Belgien und Russland - in Relation zu den dortigen muslimischen Gemeinden ein dramatisches Warnsignal.

2. Wo passieren diese Anschläge auf Muslime? 
Pakistan, Afghanistan, Indonesien, Somalia, Nigeria, Elfenbeinküste, Mali, Sudan, Türkei usw. Neben dem unter 1. angeführten Bevölkerungskomplex gilt: diese Länder sind, was die innere Sicherheit angeht nicht unbedingt die bestausgerüsteten und bestausgebildeten Nationen. Es ist also leichter, einen Anschlag auszuüben.
Angesichts der hohen Zahl an vereitelter Anschläge in Europa in Relation zur Größe unserer muslimischen Gemeinde stehen wir aber keineswegs so viel besser da, was die Absichten und Versuche angeht. Das dies penetrant verleugnet wird, ist ebenfalls als Absichtserklärung zu lesen.

3. Warum werden sie verübt, was für einen Hintergrund haben sie?
Wer sich wirklich mit dem Islam auseinander setzt, stößt auf zwei Gruppen von "Feinden". Die Andersgläubigen (ihrerseits unterteilt in Schriftgläubige und Ungläubige) und die Kafr, die Ketzer.
Die Kafr werden als die größeren Feinde angesehen, wenn es um das Individuum oder Staatsinterna geht. Sie verstoßen als Muslime gegen den Islam, gegen den Willen Allahs und gegen Mohammeds Offenbarungen. Hier liegt ein Verbrechen vor. Säkulare oder wirklich moderate Muslime zucken mit den Schultern und beziehen sich auf einen Koranvers, in dem die Bestrafung Allah überlassen wird.
Ein sehr großer Teil der Muslime weltweit zählt nicht dazu.
Prägnante Beispiele sind die dauerhaften Konfessionskämpfe. Wie es zwischen Sunniten und Schiiten aussieht, das hat Marco Gallina in seinem Löwenblog vor wenigen Wochen angerissen. Die Ahmadiyya werden gleich von beiden verfolgt und ermordet. Fälle aus Indonesien, in denen sich spontan Mobs zusammenfanden, um Mitglieder dieser Konfession vor den Augen von Polizisten tot zu prügeln und die Leichen durch die Strassen zu schleifen oder sich verteidigende Mitglieder nach erfolgreicher Gegenwehr gegen solch einen Mob auch noch zu langen Haftstrafen verureilt werden, machen hierzulande leider selten die Runde, obwohl die Täter selbst stolz Videos ins Netz laden, welche die Tat zeigen.
Den Ahmadiyyas muss man lassen: sie gehören zu den friedlicheren Konfessionen des Islam - keineswegs aber zu den vorurteilsfreien.
Die Aleviten wiederum haben ihre eigene Geschichte in der Türkei - ein geben und nehmen, aufgrund des Minderheitenstatus meist ein einstecken.

Fazit:
Es sind also religiöse, demographische und staatliche Gründe, warum angeblich vor allem Muslime zu Opfern werden. Eigentlich ist das Argument aus dieser Perspektive eher ein weiterer Kritikpunkt am Islam, der die Auseinandersetzung damit bestärken und nicht beenden sollte - aber wer die meisten Informationen weglässt, der wird dies natürlich nicht eingestehen wollen.

Zum anderen gilt: Nur, wer "Terror" ausschließlich in den Opferzahlen von Bombenanschlägen und Massenschießereien zählt, wird zum Schluß kommen, dass vor allem Muslime Opfer werden.
Die Minderheiten in nahezu allen islamischen Ländern erleben einen alltäglichen, oft staatlichen Terror. Vom Verbot ihrer Religion bis hin zu immer wieder geschehenden, unverfolgten Entführungen und Zwangsislamisierungen bzw. der Unterwerfung unter die Scharia.
Wer sich die Statistiken der verfolgten Christen ansieht, kommt auf dutzende Millionen von Menschen, die einem Terror ausgesetzt sind, der ihre Leben vernichtet. Manchmal direkt durch brutale Morde, manchmal indirekt durch das, was ihren Familien, vor allen den Frauen, Schwestern,  Töchtern angetan wird.

Wer glaubt, die Sprecher sind sich dieser Dinge nicht bewusst, der ist löblich naiv. Diese Sätze sind rhetorische Mittel, Ziele zu verfolgen und arbeiten mit der Praxis des Verschweigens, Verleugnens und Lügens.


II. Sympathie und Radikalität in der muslimischen Welt

Ich habe mich ja bereits im letzten Beitrag dazu geäußert, wie wenig von Seiten der muslimischen Gemeinden an Handfestem, am wirklich eindeutig Sicht-, Spür- und Messbarem kommt.
Nach dem letzten Parisanschlag organisierte der Zentralrat der Muslime zwar eine Mahnwache, die wurde allerdings gleich mit gegen Islamophobie gedeutet, es kamen so bescheiden wenige Teilnehmer, dass auf der Bühne mehr Betrieb an Politprominenz herrschte als im Publikum an Muslimen und am Ende sollten die Parteien die ganze Sache noch bezahlen - immerhin war es scheinbar auch ihre Idee. Das Signal war also das genau Gegenteilige - eure Toten sind und eure Angst ist uns völlig egal.
Angesichts von immer noch reichlich fließenden Spenden für Terrornetzwerke, von dutzenden "radikaler" Moscheen und Prediger, von tausenden von in den Krieg ziehenden muslimischen Europäern, von sich wieder intensivierenden Kämpfen innerhalb der islamischen Welt (Stichwort Jemen) muss man schon ziemlich verblendet sein, um die Behauptung, die Radikalen seien statistisch irrelevant und die absolute Mehrheit sei gegen den Terror und die Gewalt weiterhin zu verbreiten.
Ben Shapiro, ein Redner, Anwalt und scharfer Kommentator mit libertärer Ausrichtung aus den USA hat dazu ein Video gemacht, dass sich mit den wirklichen Statistiken auseinander setzt und zu einem völlig anderen Schluss kommt.
Wenn ich die Zeit finde, werde ich demnächst eine Übersetzung davon hochladen. Wer bis dahin Verständnisprobleme hat, bitte melden. Es ist keine Schande eine Fremdsprache nicht zu beherrschen.

Mindestens 680 Millionen Radikale oder Unterstützer von Radikalen. Diese sind nicht alle darauf aus, Christen, Europäer, oder Nicht-Muslime zu töten. Aber ihre Glaubens- und Wertewelt ist vereinbar, oft identisch mit jenen, die sich in U-Bahnen in die Luft sprengen und dabei Unschuldige aller Altersstufen, jeden Geschlechts und jeglicher Werte in den Tod oder das Trauma reißen.

Wer sich nun mit Geschichte auseinander setzt, sei es der NSDAP oder den Bolschewiki in Russland, den Faschisten in Italien, den Franquisten in Spanien, den Maoisten in China usw. usf. der findet sehr ähnliche Datenlagen. Nirgendwo kommt die "direkte Unterstützung an die "absolute Mehrheit", aber überall gab es einen soliden, wenn auch mitunter "klein" wirkenden Teil von Anhängern.
Es ist für die Außenwirkung wie die Folgen also bspw. wesentlich wichtiger, wie stark der Widerstand ist. Der Wille, etwas zu tun. Und angesichts der verschiedenen Gelegenheiten, bei denen Maßnahmen in diesem Lande abgelehnt, kritisiert und totgeredet wurden, kann ich da kaum etwas erkennen.
Das liegt, um es nochmal zu betonen, nicht daran, dass es keine Muslime gäbe, die ihn hätten (Necla Kelek, Hamed Abdel-Samad, Bassam Tibi uvm.) - aber die "Toleranzbesoffenen" (man sehe mir diese kleine Beleidigung bitte nach, der Frust muss raus) verhindern Hand in Hand mit den Radikalen unter den Muslimen, dass sie zu einer breiten Bewegung gelangen können.

Wenn sich daran nichts ändert, wird es zu spät sein. Macht einen kritischen Muslim zum Chef einer anerkannten Dachorganisation. Gebt ihm oder ihr Personenschutz und erkennt diese Organisation an. Sie sollte die einzige sein, die Moscheen erlaubt, Prediger zulässt und Islam an den Schulen verwaltet. Der Gebetsräume an Unis überwacht und und und.
Nicht Ditib, nicht Salafisten, nicht der Zentralrat der Muslime. Alle drei haben ihre eigenen radikalen Tendenzen. Teilweise offen, teilweise leicht versteckt.
Ich vermute aber, wir ziehen jetzt die Appeasementpolitik durch, bis es zu spät ist. Mir graut vor dem, was da kommt.



Dienstag, 15. März 2016

Zwei Tage, zwei Morde in Deutschland

Vom Gefühl her waren es Meldungen, die nur gering über "Massenunfall auf der A61" lagen.
Eine 21jährige Besucherin einer Hochzeit wurde auf dieser erschossen. Der Täter konnte flüchten, die Anwesenden Gäste lieferten sich eine Massenschlägerei, angesichts hunderter Gäste musste ein größeres Polizeiaufgebot anrücken und auch 35 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Ob die Hochzeit eine muslimische, yezidische oder christliche war, findet sich nirgendwo, allerdings hat der polizeiliche Pressesprecher von einem Verdacht kultureller Differenzen gesprochen.
Die Tatwaffe, scheinbar eine illegal besorgte Pistole, wurde am Tatort zurück gelassen, der Täter ist mittlerweile per Haftbefehl ausgeschrieben.

In Berlin ist heute im Berufsverkehr ein Auto durch einen Sprengsatz zerstört und der Fahrer getötet worden. Über das Opfer ist das Alter und ein Migrationshintergrund bekannt, sonst nichts. Die Polizei geht von einem Anschlag im Rahmen eines Kampfes zwischen organisierten Kriminellen aus.
Als in Richtung Banden, Mafia u.ä.

Was beide Fälle verbindet, ist der scheinbar geringe Nachrichtenwert. Es sind keine Aufmacher, die investigativen Journalismus, umfangreiche Berichte, Meinungsbeiträge, Interviews, Stellungsnahmen etc. nach sich ziehen. Dabei ist eine Bombe, die mitten im Berufsverkehr hochgeht durchaus nicht Alltag in Deutschland und dürfte wohl nach diversen Schießereien in den letzten Wochen zwischen Bandenmitgliedern eine neue Eskalationsstufe sein. Kolateralopfer werden da in Kauf genommen.

Allen Waffengesetzen zum trotz sind innerhalb von zwei Tagen Menschen ermordet worden, mit Waffen bzw. Mitteln, die ihre Täter nach Gesetzeslage gar nicht erlangen dürfen und die es nach der gepredigten Lehre von "schärfere Gesetze und Verbote bedeuten Sicherheit" nicht mal auf den Schwarzmarkt geschafft haben dürften. Haben sie aber scheinbar doch.

Angeblich ist Deutschland so sicher wie nie zuvor - dabei sind Sprengsätze, die in der Öffentlichkeit detonieren schon seit vielen Jahren nicht mehr vorgekommen - wohl aber in den letzten Jahren vermehrt Versuche.

Und schließlich: kulturelle Differenzen gibt es nicht. Man muss sich etwas reiben, aber das ist es auch. Wer sich die gefassten oder angenommen Täterstatistiken ansieht, kommt da zu einem anderen Ergebnis als derjenige, der lediglich die bereinigten Verurteiltenraten sieht - und selbst die sind alles andere als so wunderbar, wie es gerne behauptet wird.

Es gilt nach wie vor: weniger eigene Agenda, mehr Fakten- und Realitätsbezug und wir könnten Probleme aktiv angehen und Lösungsansätze entwickeln. Solange aber nach möglichst einfachen Mustern gesprochen wird, welche die eigenen An- und Absichten wiederspiegeln, wird es nur schlimmer und schlimmer.
Mal sehen, ob frischer Wind in der Politik daran nun etwas ändert. Zeit wäre es.


Montag, 14. März 2016

Eine Haller Reaktion auf eine Wahl

In Halle sei es, so die Meldung, zu einer "spontanen" Demonstration gekommen. "Organisiert" sei die Zusammenkunft von ca. 240 Menschen, die nicht von der Polizei aufgelöst wurde, vom Bündnis "Halle gegen Rechts".
Erstmal: wenn etwas organisiert wird, dann ist es kaum spontan. Spontan ist etwas, das plötzlich angegangen wird. Da stellt sich einer hin und protestiert und just in diesem Moment vorbeikommende Passanten entschließen sich ohne vorherige Absprache oder Kontakt sich daneben zu stellen. Das ist hier offensichtlich nicht passiert. Es wurde "organisiert". Rundschreiben, möglicherweise im Vorfeld geplante Aktion.
Wer aber ist nun Das "Bündnis Halle gegen Rechts"?

Ich kopiere mal.

Arabisches Haus e.V. | Arbeit und Leben e.V. | Begegnungs- und Beratungszentrum  "Lebensart" e.V. | BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Halle (Saale) | Deutsch-Israelische Gesellschaft | DGB - Sachsen - Anhalt Süd | DIE LINKE Halle | DKP Halle | Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Stadtrat der Stadt Halle (Saale) | Freiwilligen-Agentur Halle-Saalkreis e.V. | Friedenskreis Halle e.V. | Grüne Hochschulgruppe Halle | Grüne Jugend Halle | Hans-Böckler Stipendiatengruppe Halle | Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen-Anhalt | Ideal e.V. | IG Metall Halle | IG Metall Jugend | Islamische Gemeinde Halle | Jusos in der SPD Halle | Kinder- und Jugendrat Halle | Linksjugend (´soid) Halle (Saale) | OUTLAW - Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe Bereich Sachsen-Anhalt | Postkult e.V. | Radio Corax e.V. | Reformhaus Halle e.V. | Solidaridad e.V. | SPD-Stadtverband Halle (Saale) | SPI GmbH | Streetwork-Fanprojekt Halle | VdN / BdA | Verdi Sachsen-Anhalt Süd | Projekt YouthPOOL| Amnesty International Hochschulgruppe Halle | Roter Stern Halle | Freundeskreis Roter Stern Halle | ca. 90 Einzelpersonen

Halten wir fest, ein paar muslimisch- arabische Organisationen, die SPD mit verschiedenen ihrer Organisationen, die Grünen desgleichen, die Kommunistische Partei (sie wissen schon, die Lenin- und Stalinverehrer), die Gewerkschaft DGB und verschiedene Stiftungen und Vereine.
Wieder zeigen Altparteien, wie lebensfremd, arrogant und anti-demokratisch sie geworden sind.
Es fand eine Wahl statt. Eine Partei die ihnen nicht gefällt, ein Konkurrent, wurde mit vielen Stimmen bedacht.
Und dagegen gehen sie jetzt gemeinsam mit anderen auf die Strasse.
Das Signal: ihr wählt falsch, und wenn wir könnten wie wir wollten...

Antidemokraten in Aktion. Spalter der Gesellschaft.
Es wurde gewählt. Jetzt wird dagegen demonstriert. Kindisches Verhalten. Die haben nicht so gewählt, wie sie sollten.

Mit am Schlimmsten ist die Teilnahme der Amnesty-Gruppe. Amnesty will sich als neutraler Beobachter von Verstößen gegen die Menschenrechte anbieten. Indem sie sich mit in einem politisch aktiven Bündnis befinden, ist es mit der Neutralität bereits vorbei - aber in einem Bündnis das sich antidemokratisch zeigt....

AfD in drei Bundesländern im Landtag

Noch ist es nicht amtlich, aber in allen drei Bundesländern ist die AfD im Landtag, in zwei davon mit deutlich über 10% der Stimmen, in einem mit beinahe einem Viertel aller abgegeben Stimmen.
Grund zum feiern für alle Einwanderungs- und Altparteienkritiker?
Ich weiß es nicht. Die Partei ist nun zum erstenmal groß in der Politik vertreten und hat wohl kaum die erfahrenen Leute, die alle diese Posten auch wirklich besetzen könnten.
Auch will keine Partei bislang mit ihnen zusammen arbeiten.
Was also können diese Leute ausrichten? Nicht viel, aber sie können sich beweisen oder sich demontieren, wie es die Piraten vor einiger Zeit taten.
Nun können sie zeigen, wie "rechts" oder eben nicht sie sind, und ob beim nächsten Mal wieder solch eine Stimmenflut angebracht sein wird.

In meinen Augen war diese Wahl ein Signal an Merkel, Gabriel, Maas, Schwesig uvm. Dämonisiert nicht eure Bevölkerung, beschimpft nicht eure Wähler, nehmt uns ernst und hört uns zu. Ihr seid für uns da, nicht wir für eure Projekte.
Das die Wähler der AfD quer aus aller Wählerschaft kommen, zeigt dies in meinen Augen sehr gut.

Ich glaube nicht, dass die Politiker der Altparteien dies noch lernen werden, also gibt es nur wenige Szenarien, wie es nun weiter geht.
Ich fände es ideal, wenn die AfD konservative, rechte Politik machen würde, ohne dabei zu nahe an die Rechtsradikalen zu rücken. Wenn sie alle Kritiker als Lügner entlarvt, indem sie eben nicht menschenverachtend agiert sondern überlegt, mit Sinn und Verstand. Bestenfalls sogar christlich. Vielleicht kann sie das, vielleicht nicht. Jetzt haben wir auf jeden Fall die Chance, es herauszufinden.

Sonntag, 13. März 2016

Anti-Flüchtlingsdemo in Berlin?

Tausende von Menschen, so die Nachrichten, haben in Berlin gegen die Flüchtlingspolitik demonstriert. Die Bilder der Medien zeigen verschiedene Fahnen, vom Freistaat Sachsen und der BRD bis hin zu den Fahnenideen des deutschen Widerstandes 1944 und dem Balkenkreuz mit Sprüchen der gleichen Ära darauf. Gerade die letzteren Fahnen, zusammen mit (fast oder ganz) kahlrasierten Schädeln dürften ein ziemlich deutliches Statement der Betreffenden abgeben.
Umso mehr erstaunt es dann manchen, doch sehr bürgerlich wirkende Menschen, ganz normale Familien und augenscheinlich durchschnittliche Bürger in der Demonstration wieder zu finden. Wer sich die Videos aufmerksam ansieht, bemerkt auch manchen Blick solcher Teilnehmer zu den Erstgenannten. Diese wirken m.E. irritiert, besorgt, teils abgestoßen, manchmal aber auch interessiert, gleichgültig usw.
Vermutlich haben sich diese Leute nie träumen lassen mal als "Rechte" zu gelten oder mit wirklichen Rechtsradikalen in einer Demo zu laufen. Vielleicht bereuen sie es auch oder sehen diese plötzlich anders. Man kann in die Köpfe der Menschen nicht hineinsehen.
Was aber diese Situation beinhaltet, ist eines: hätte unsere Politik und Medienwelt nicht grandios versagt und gemeinsam mit der AntiFa gnadenlos jeden kritischen oder verängstigten Menschen in einen Topf mit Rassisten und Fremdenfeinden geworfen, wäre solch eine Mischung heute noch genauso selten, wie vor sieben, acht oder neun Jahren.
Wenn sich Bürger genötigt sehen, Radikale zu dulden, weil diese nötige Handlungsenergie und Aufmerksamkeit bringen, dann ist der nächste Schritt nicht mehr weit - Schuld daran sind aber jene Verantwortliche, die sie in diese Ecke gedrängt haben und ihnen nicht zuhörten, als sie zivil einen würdigen Dialog führen, einen Protest vorbringen wollten.