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Freitag, 25. März 2016

Keine Öffentlichkeit dem Zentralrat der Muslime und Fr. Gisouf aus dem Bundestag

Es hat sich ja rumgesprochen. Auf die jüngsten Terroranschläge in Brüssel, dem neuesten Blutbad einer langen Serie in Europa, hat Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime eine Pressemitteilung veröffentlicht. Diese scheint wohl identisch mit der gewesen zu sein, welche der Zentralrat im November nach den Anschlägen von Paris veröffentlichte. Und mit identisch ist gemeint: es wurde nicht einmal der Name des Ortes oder das Datum ausgetauscht.


Cemile Gisouf
Damit ist eine Signalwirkung verbunden. Ironischerweise hält diese Mitteilung in einem Interview mit Cemile Giousouf, derIntegrationsbeauftragten der CDU im Bundestag als Beispiel für den "Aufschrei der Muslime" her. Dieser Aufschrei ist jedoch nicht mehr als ein leises Gähnen der Langeweile, als Mazyek bzw. sein Pressesprecher die Erklärung einfach rüberkopierte und nicht einmal selbst las.
Die darin geäußerte Solidarität, die Trauer, das Mitgefühl werden völlig unglaubwürdig. Heuchelei - so wie es die AfD Vorsitzende den vielen Twitterbildmitfühlern vorwarf. Es geht Mayzek oder dem ZdM nicht um die Opfer, nicht um Frieden, nicht um Sicherheit, nicht um die allgemeine Gesellschaft und Europa. Es geht ihnen einzig und allein um den Islam. Ihren Islam. Das wird durch den Inhalt des zweiten von zwei Absätzen im Schreiben deutlich - auch ohne Wiederholung. Das Schlimme an der Sache, so der Inhalt, ist nicht der Terror, sind nicht die vielen Opfer, sind nicht die Verluste, die Traumata - es ist die "Vereinnahmung des Islam" und die "pseudo-religiösen Begründungen".

Das war auch andernorts so. Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo und den koscheren Supermarkt 2015 in Paris waren es der ZdM aber natürlich vor allem die örtlichen, pariser Verbände, die zur Solidarität mit Muslimen aufriefen - als seien sie und nicht Zeichner und Juden abgeschlachtet worden. Was war wurde irrelevant - was schlimmstenfalls sein könnte wenn man sich darauf konzentrierte was da passierte, das war relevant.
Das Schauspiel wiederholte sich. In Paris wie in Berlin positionierten sich junge Leute mit Schildern wie "ich bin Muslime, umarme mich gegen den Hass" - und die Leute taten dies - als würde es die Ermordeten wiederbeleben, die Verletzten heilen, die Trauernden trösten, den Islam reformieren, die zugrundeliegende Lehre ausradieren.
Was passierte waren umgehend weitere Anschläge und Versuche.

Aber zurück zum Thema. Sehr plump und doch unglaublich (im wahrsten Wortsinn) erfolgreich wird hier die Opferrolle eingenommen, die wirklichen Opfer an den Rand gedrängt und innerhalb eines Tages vergessen gemacht. Es sollte nicht verwundern, wenn dies weitere Ressentiments schafft, statt alte zu überwinden - allerdings nur bei jenen, die sich ansehen, was da passiert und nicht toleranzgeifernd drauflosakzeptieren.

Umso mehr, wenn Pressemeldungen als "Aufschrei" verkauft werden sollen.
Kurz aber noch folgender Vermerk: Frau Gisouf merkt kritisch an, dass die Stellungsnahmen der DITIB wie des ZdM nicht in den ÖR Nachrichten verlesen wurden. Nicht nur, dass dies absolut unüblich ist (auch Stellungnahmen der Kirchen werden idR nicht verlesen, besprochen oder gar erwähnt...), es wäre im Falle des besagten Kopierens wohl auch ein Schuss ins eigene Bein gewesen.
Lieber sollte sie dankbar sein, dass dieser Fehler nicht aufgegriffen wurde - warum auch immer.
Denn Skandale dieser Art, auch wenn es nur ein kleiner ist, SIND Nachrichten.
Gebetsmühlenartige Erklärungen hingegen...

Ein wenig selbstkritisch sollte die junge Frau vielleicht mit "ihrer" Gemeinde umgehen.
Warum kommen diese Reaktionen in der Öffentlichkeit nicht an?
Ich glaube, dass die muslimischen Gemeinden insgesamt noch keine so professionelle Medienarbeit leisten. Auf der anderen Seite ziehen Journalisten eher Experten heran und befragen sie zu den Motiven – auch weil sie nicht wissen, wer eigentlich für die Muslime spricht. Da gibt es auf beiden Seiten noch Luft nach oben.
 Medienarbeit leisten die Verbände ausgesprochen gute. Wie viele Skandale, vom "Schweinefleisch macht schwul" bis zum aktuellen, haben sich muslimische Gemeinden geleistet? Darunter jede Menge radikaler Ereignisse, wie die Scharia-Polizei, Angriffe auf Polizisten oder die Behauptung, ein Architekt hätte Kreuze in den Beton "gefärbt". Und absolut nichts davon bleibt hängen. Das ist erstklassige Öffentlichkeitsarbeit - wenn auch hinter den Türen.
Was die Menschen diese "Schreie" nicht wahrnehmen lässt, ist: es sind keine und wenn sie es wären, wären sie unglaubwürdig.
Nochmal: bei der Berliner "Mahnwache" des Zentralrates hätten Muslime "mit den Füßen demonstrieren" können, wie ernst ihnen die Ablehnung der Gewalt und die Solidarität mit Opfern und Gesellschaft ist. Es kamen aber kaum welche. Aus der Schweigeminute wird eine 10sekündige Redepause. Und der Zentralrat sagte danach nicht: immerhin haben wir versucht ein Zeichen zu setzen - sondern: war eure Idee, also zahlt ihr die Zeche.
Und bei manchem wird das Verhalten vieler Muslime, vor allem von Kindern und Jugendlichen vom letzten Jahr noch in Erinnerung haften. Da wurden die Schweigeminuten für die Opfer in Frankreich an unzähligen Schulen gestört, Lehrer beschimpft, die Täter bejubelt. Und selbst muslimische Polizisten und Soldaten machten da mit.
Und wer könnte die Zehntausenden vergessen, die im Sommer 2014 in den meisten deutschen Großstädten gegen Israel protestieren? Nicht nur zeigten hier fast ausschließlich Muslime wirklich "Solidarität" (mit Hamas und Co.), leider auch Antisemitismus und Vorurteile. Teilweise mittels Polizelautsprechern. Was an Reaktion darauf folgte ist verglichen mit dem, was die AfD oder andere mittlerweile jeden Tag zu spüren bekommen ein Witz. Die Verbände jedenfalls regten keinen Finger um darauf zu reagieren.
Wenn die taz dann ausführlich beschreibt, dass ja immerhin 10.000 Menschen in Berlin zur Mahnwache gekommen seien und man ja nicht wissen könne, wer von ihnen Muslim gewesen sei, dann erwähnt sie dabei nicht die sonst mögliche Mobilität der Muslime, wenn es um Proteste oder Wahlkampf geht.
Frau Gisouf geht sogar so weit zu behaupten, dass Muslime sowas gar nicht kennen würden.

In Deutschland gibt es fast keine Nazi-Demo ohne Gegen-Demo. Bei salafistischen Kundgebungen erlebt man das nicht. Warum ist das so? 
Ich glaube, da gibt es - leider noch - unterschiedliche Traditionen. Auf der einen Seite äußern sich die Muslime gegen Extremismus, aber dass man sich selbstbewusst auf die Straße stellt, ist selten.
Selten und keine Tradition sind für Frau Gisouf die Ausreden. Ich vermute, sie glaubt es. Erdogan-Wahlkampf (der immer auch mit dem Islam argumentiert) bewegt in Deutschland zehntausende - und wären die Hallen größer vermutlich noch mehr. Pro wie Contra.
Wann immer es in der Levante knallt - die Strassen füllen sich.
Als vor acht Jahren der Marokkaner Salih L. zusammen mit Freunden zwei junge, deutsche Männer (mit Migrationshintergrund) berauben will, sticht einer in Notwehr tödlich zu. Der Fall ist von Anfang an klar, die Beweise, die Zeugenaussagen usw. sind wasserdicht.
Tagelang, über Wochen, gehen trotzdem nordafrikanische, palästinensische und türkische Jugendliche
auf die Kalker Strassen und demonstrieren lautstark und unter den sorgenvollen Blicken der Polizei. Sie wollen den "Mörder".

Keine Tradition? Kein Bewusstsein? Keinen Mut zur Demonstration der eigenen Ansichten, der eigenen Haltung?
Und ob. Diese ist nur nicht mit dem identisch, was die viel veröffentlichten Stimmen gerne hätten. Frau Gisouf täte gut daran, keine Entschuldigungen zu suchen. So macht sie nämlich auch den eigentlich unterschreibbaren Teil ihres Interviews unglaubwürdig.

Wenn sich Extremisten auf das Religionsbuch berufen, um Terrorakte zu begehen, dann können es sich die Muslime nicht so leicht machen und sagen, das habe nichts mit ihrer Religion zu tun. (...) Dazu muss man aber auch zugeben: Ja, es hat auch etwas mit dem Islam zu tun.
Allerdings hatte sie dies durch den Kontext ohnehin schon getan.
Die Radikalisierung bis hin zur Vorbereitung so eines Massakers geschieht doch nicht in den Gemeinden, sondern in den dschihadistischen Netzwerken, die Jugendliche über soziale Medien anwerben. Dann werden sie radikalisiert und mit Aufträgen ins Kriegsgebiet oder zu Anschlägen geschickt
(...)
Letztlich wird ihr Buch missbraucht, um Menschen zu töten und Terror zu verbreiten. Man muss ganz selbstbewusst sagen: Die Botschaft des Islam ist eine andere, aber hier werden Botschaften aus dem Kontext gerissen, um Menschen zu radikalisieren.
(....)
 Die Opfer des weltweiten Terrorismus sind ja meist Muslime. An die täglichen Anschlagsmeldungen aus dem Irak, Afghanistan oder Somalia haben wir uns ja fast gewöhnt. Ich weiß nicht, ob es unter den Flüchtlingen Menschen gibt, die so etwas planen. Es wäre auch illusorisch, zu glauben, das seien alles nur Leute, die Gutes wollten. Aber: Die, die Anschläge in Europa verübt haben, waren alle hier sozialisiert. Ebenso, wie die rund 700 Extremisten, die nach Syrien gegangen sind. Viele sind sogar deutschstämmig.


Nicht nur, dass diese Aussagen sich selbst widersprechen und die wirren Gedanken eines noch nicht mal ausgereiften oder fähigen Geistes zu sein scheinen, der wilde Phrasen mischt und wiederholt.
Es ist auch viel Unsinn dabei.
So findet die Radikalisierung sehr wohl auch in den Gemeinden statt. Wer glaubt, dass die muslimischen Gemeinden nicht über die Tendenzen anderer Gemeinden bescheid wissen und sehr wohl mitbekommen, wenn eines ihrer Mitglieder auch dorthin geht oder sich ganz abwendet, dazu aber schweigen, auch den Behörden gegenüber, der hat wirklich noch in irgendeinem Gemeindewesen hingehört.

Wenn sie zum einen sagt, man muss zugeben, dass dies sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun hat, um dann zu wiederholen, dass der Islam missbraucht wird und gar keine solchen Tendenzen habe - dann müsste ihr selbst auffallen, dass sich dies widerspricht.

Das Thema "meist Muslime als Opfer" hatte ich erst kürzlich ausführlicher besprochen. Dieser Unsinn ist kein Zeichen von Anerkennung, Respekt und Integration sondern von umgekehrtem Rassismus. Das passt auch zu dem Hinweis, dass mancher Dschihadist "deutschstämmig" ist - allerdings zum Islam konvertierte, was sie über der Abstammungslehre die sonst tabu ist, glatt vergisst.
Auch die Tatsache, dass wir bereits wissen, dass einige der Attentäter als Flüchtlinge getarnt waren und sie dies glatt  leugnet bewertet die Rede wie die Frau.
Es wäre daher angebracht, sie würde erst noch ein wenig lernen, lesen und reifen. Vielleicht kann sie sich dann für eine Richtung entscheiden. Aber bitte nicht im Bundestag.


Und weil es sonst keinen mehr zu kümmern scheint, hier ein Hinweis auf die Opfer des Anschlages. Die Liste stammt von dieser Seite und wird bis dato regelmäßig aktualisiert. Es handelt sich lediglich um die bekannten Namen. Die Zahl der unidentifizierten Toten und Verletzten ist bis zur Stunde groß.


Bislang identifizierte Tote:
Fabienne Vansteenkiste
Adelma Tapia Ruiz
Leopold Hecht
Olivier Delespesse

 Requiescat in pace.

Vermisste Personen
David Dixon
Andre Adam
Sascha Pinczowski
Alexander Pinczowski
Stephanie Shults
Justin Shults
Loubna Lafquiri
Sabrina Fazal
Johanna Atlegrim
Aline Bastin
Berit Viktorsson
Fabienne Vansteenkiste
Patricia Rizzo
Raghavendra Ganeshan
Bart Migom
Janina Pansewicz
Berit Viktorsson
Liesbet Samyn
Jenny Garcia Scintu Waetzmann
Frank Deng
Yves Cibuabua

Verletzte und bis zur Stunde um ihr Leben kämpfende:
 Christopher Delcambe
Karen Northshield
Sebastian Bellin
Danielle Adam
Mason Wells
Richard Norby
Joseph Empey
Fanny Clain
Nidhi Chaphekar
David Crunelle
Lennie Wagemans
Katleen Brusselmans


Bislang konnte ich nicht herausfinden, wer die tote Mutter bzw. ihr kleines Kind auf ihrem Körper ist. Falls jemand diese Information findet, bitte mir mitteilen.
Meine Gedanken und Gebete sind mit den Toten, Verletzten, Ringenden und ihren Angehörenden. Ich bete auch, dass sich meine Wut endlich legen möge.


Randnotiz: Obama, der Präsident der in Folge der Massenmörder in den USA mit Wuttränen in den Augen am Pult stärkere Waffenkontrolle forderte, ließ sich von den Anschlagsmeldungen nicht stören und genoß einen Tanzabend, bei dem er selbst u.a. als Tangotänzer in Erscheinung trat.
Mitgefühl ist heute extrem selektiv. Und das meine ich auch als Selbstkritik.

Montag, 18. Januar 2016

Rückkehr zur Verschleierung von Straftaten

Es geht wieder los. Ein Kommentator auf Cicero hat folgende Meldung vom 14.1. verlinkt:
Reutlingen (ots) - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Stuttgart und des Polizeipräsidiums Reutlingen
Esslingen.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart und die Kriminalpolizeidirektion Esslingen haben nach einem ungewöhnlichen Vorfall am frühen Donnerstagmorgen in einem Esslinger Wohnhaus im Stadtteil Kennenburg Ermittlungen gegen einen 42-jährigen afghanischen Staatsangehörigen wegen des Verdachts des Wohnungseinbruchsdiebstahls, des Hausfriedensbruch, und der Körperverletzung eingeleitet. Der bereits seit längerer Zeit im Umfeld der Familie wohnhafte 42-Jährige war mittels eines entwendeten Schlüssels gegen vier Uhr in das Wohnhaus einer Familie eingedrungen und hatte sich unmittelbar in das Zimmer der 14-jährigen Tochter begeben. Als das Mädchen aufwachte und um Hilfe schrie, wurde der Vater auf das Geschehen aufmerksam. Nach einer Rangelei konnte er den 42-Jährigen überwältigen und bis zum Eintreffen der Polizei festhalten, die ihn vorläufig festnahm. Bei der Auseinandersetzung wurde niemand verletzt.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist es zu keinen sexuellen Übergriffen oder körperlichem Kontakt seitens des Beschuldigten gekommen. Das genaue Motiv ist noch unklar. Eigenen Angaben zufolge fühlte sich der Beschuldigte allein und suchte Kontakt zu der Familie. Er räumte ein, bereits einmal im Gebäude der Familie gewesen zu sein und dort auch Alkoholika und den Hausschlüssel entwendet zu haben. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen und Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt und ist zwischenzeitlich in einem anderen Stadtteil untergebracht. (jh)

Wer den Artikel umgekehrt liest, also von unten nach oben, erhält folgenden Ablauf.
Der 42jährige Afghane war in der Wohnung der Familie. Da nicht anders vermerkt und aufgrund der Angabe, der habe Kontakt zu genau dieser Familie gesucht, scheint dies einvernehmlich passiert zu sein. Also vermutlich auf Einladung.
Bei dieser Gelegenheit hat der Mann laut Artikel Alkohol und einen Schlüssel gestohlen. Einen Schlüssel stiehlt man nicht aus Zufall.
Was der Artikel nicht beantwortet und somit doch beantwortet: hatte der Mann dabei einen Eindruck von der Wohnung erhalten? Also wo das Bad, wo das Schlafzimmer der Eltern und das der Tochter ist?
Vermutlich nicht als Grundriß - aber eine etwaige Vorstellung, wie laut er klopfen, klingen oder rufen muss, um vor der Tür, im Wohungsflur oder im Wohnzimmer bemerkt zu werden, dürfte er erhalten haben. In meinen Augen ist es nicht unwahrscheinlich, dass er auch bemerkte, wo die Jugendliche ihr Zimmer hatte (Jugendzimmer sind nicht nur Schlafzimmer, wie die meisten von uns vielleicht noch wissen werden).
Er verschaffte sich also tief in der Nacht, wenn alle im Bett lagen Zugang. Er ging schnurstracks in das Schlafzimmer der Tochter, nicht in das ihm wohl bekannte Wohnzimmer oder die Küche, wo sich verkaufbare Gegenstände und Wertsachen aufgehalten haben dürften. Er nahm keinen Kontakt auf und ging nicht zu den Eltern - er ging in das Schlafzimmer der 14jährigen Tochter. Unmittelbar - wie selbst die Meldung gesteht.
"Als das Mädchen aufwachte" - wie das geschehen ist, wird zwar nicht gesagt, aber natürlich wird betont, es sei zu keinem sexuellen Übergriff oder körperlichem Kontakt gekommen, zumindest "seitens des Beschuldigten". Sein Motiv ist somit unklar, behauptet die Staatsanwaltschaft zusammen mit der Polizei.
Das Mädchen hat also völlig unnötig um Hilfe geschrien, der Vater griff aus falsch verstandener Sorge ein und bis auf eine kleine "Rangelei" ist auch gar nichts passiert.

Ein fremder Mann dringt in tiefer Nacht gezielt in das Zimmer eines Mädchen ein. Die "Rangelei" wird wohl ein handfester Kampf gewesen sein und die beiden "Unverletzten" haben am Ende u.a. eine Körperverletzung im Protokoll - mit dem Afghanen als Täter.
Das Mädchen, welches in tiefster Nacht einen wildfremden Mann in seinem Zimmer vorfindet und um Hilfe schreit wird das wohl anders sehen.
Und da wir in den letzten Tagen bei Pauschalverurteilungen deutscher (oha) Menschen die sich bspw. empört über Köln, Reker und ähnliches äußerten, sich jetzt in Angst Selbstverteidigungsmittel kaufen oder gemeinsam mit anderen eigene Nachbarschaftswachen aufstellen nicht zu knapp von unseren lieben Politikern versorgt wurden, will ich nun auch mal eine solche anbringen.
Wäre der Täter ein weißer, deutscher Mann mit 42 Jahren, so wäre die Meldung völlig zu Recht in einem anderen Ton geschrieben worden. Ich mag mich irren. Es gibt schon seit Jahren Justizskandale, völlig ohne den Hintergrund zu beachten - aber dieser hier hat im Kontext der aktuellen Vorgänge etwas, das nur ein Wort einer Mundart richtig wiedergibt: ein Gschmäckle.



Wie es geht und wie es nicht geht kann die Morgenpost (MoPo) demonstrieren.
So berichtet sie über einen Somalier, der eine 10jährige auf einem Schulhof erfolgreich ansprach, sie zum Telefontausch und einem Treffen überreden konnte. Scheinbar berauscht von so viel Erfolg wurde er noch am Ort zudringlich, berührte sie intim und küsste sie. Das 10jährige Mädchen "ging weg" und berichtete ihrer Mutter davon. Der Mann wurde dann anhand der ausgetauschten Daten und des wohl einseitig so gesehenen Stelldicheins  ermittelt, festgenommen und wieder laufen gelassen.

Der Artikel beantwortet viele Fragen nicht, die ein guter Journalist stellen würde. So etwa, wieso das Mädchen so vertrauensseelig gegenüber einem völlig Fremden war (mal völlig abgesehen von der Hautfarbe und Sprache). Wieso sexueller Missbrauch ein Vergehen und keine Straftat darstellt und ob da nicht andere Möglichkeiten bestehen - denn das dieser Mann offensichtlich auf Sex aus war und eine 10jährige als probaten Partner ansah sollte Anlaß zur Mutmaßung geben, dass sich dies wiederholt.
Immerhin, und allein darum ist dieser Artikel auf der positiven Seite: er nennt die Herkunft des Täters und seinen Status - er sucht Schutz in unserer Gesellschaft.

Die Liste des "wie es nicht geht" ist allerdings ungleich länger und geht eben über die offenen Fragen hinaus.
So wurden gleich vier Mädchen im Intimbereich begrapscht, als sie in einem Schwimmbad in Flensburg auf eine Gruppe junger Afghanen trafen. Diese bedrängten, belästigten, berührten und beleidigten sie. Die Mädchen, zwischen 14 und 16, wandten sich mutigerweise an den Bademeister (wer Opfer sexueller Gewalt kennt, der weiß wie viele aus Angst nichts unternehmen, was kein Vorwurf sein soll). Dieser wiederum informierte die Polizei - das gleiche Spiel wie in Köln oder bei dem oben zitierten Fall. Festnahme, Identitätsfeststellung, Freilassung.

Die MoPo berichtet zwar über den Fall - nicht aber über die Herkunft der Täter. Immerhin meldete die Polizei diese.

Etwas stärker wird die Debatte im nächsten Fall unterdrückt - der wenistens keine sexuelle Straftat enthält. Schlimm genug, es geht um Gewalt gegen und vor Kindern.
In Hamburg Wilhelmsdorf spielten der FC Bingöl und der FC Bergedorf 85 gegeneinander. Es handelte sich um die E Jugend - also Kinder. Eine Schiedrichterentscheidung führte zu einem Wutbausbruch, dieser mündete in Schlägen gegen Kinder durch einen Bergedorfer Vater und schließlich eine Prügelei mit 20 Beteiligten, inklusive dem Trainer von Bingöl.
Die MoPo berichtet so ausführlich wie möglich - bis zum Angriff durch den Bergedorfer Vater. Dazu noch ein Symbolbild von absolut rein symbolischem Charakter und das war der Bericht.
Wer sich die beiden Mannschaften ansieht, bekommt doch etwas mehr Infos. Es handelte sich wohl um die 4. E-Jugend-Mannschaft von Bergedorf die scheinbar eine eigene Seite hat, diese Mannschaft selbst aber nicht präsentiert. Augenscheinlich ist der Verein vorbildlich um Integration bemüht und in seiner Jugendarbeit sehr erfolgreich. Dabei scheint zumindest bei zwei Spielerinnen auch das Geschlecht keine Rolle zu spielen.
Der FC Bingöl war durch mich nur mit einer Facebookseite aufzuspüren. Allerdings war er nicht das erste Mal in den Schlagzeilen. Das Hamburger Abendblatt bezeichnet ihn als "kurdischen Verein" - was auch mit dem Namen und seinen associates, also seinen Verbundenen, zusammen passt. Der Artikel ist nunmehr fast 6 Jahre alt, und verweist auf zwei Gewaltvorfälle während eines Erwachsenenspieles. Dabei gingen die Anhänger des kurdischen gegen solche eines türkischen Vereines vor. Zwr liegt dies nun sechs Jahre zurück - aber die Thematik dürfte doch Zusammenhängen.
Einzelheiten über die Vereine, den aggressiven bergedorfer Vater und die Vorgänge vor der Tat wären von Interesse gewesen. Und Sache von 10 Minuten (zudem bezahlter) Recherche.

Auch die Nation oder "Rasse" (erneut oha) der "Südländer" (oder sogar nur "südländisches Erscheinungsbild - also Finnen mit dunkler Haut, arabischem oder türkischem Akzent und schwarzen Haaren) wächst bei der MoPo weiterhin.
Gleich mehrere Fälle sexueller Gewalt, von denen ich hier zwei exemplarisch ausgewählt habe, sind in den letzten Tagen zu vermelden - und die Täter sind dem Zwischenzeilenleser schnell klar, denn der Code taugt spätestens seit Silvester gar nichts mehr.
Ob es einen nicht-sexuellen Hintergrund des Überfalles von vier Männern  auf eine Joggerin gibt, bei der diese Misshandelt und mit einem Messer im Gesicht verletzt wurde ist auch zwei Tage nach der Tat bei der MoPo nicht zu erfahren. Auch sonst nichts...

Etwas konkreter ist der Fallbericht über die Tat von sieben "Schwarzhaarigen" (kein Scherz, das steht in diesem Artikel als einziges durchgehendes Merkmal). Ein Tourist wird auf dem Weg zu seinem Hotel von eben dieser Gruppe brutal attackiert. Er scheint sich erfolgreich gewehrt zu haben, denn sie bedrohen ihn mit einem Messer, worauf der sich von seinem Geld trennt.

Die Dinge, pardon, die Täter beim Namen zu nennen ist nicht die Sache der Morgenpost. Die MoPo gehört zur DuMont Mediengruppe, und hier besteht eine 50%ige Eignerschaft zur SPD "Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft.

MoPo Leser wissen weniger - und wollen es auch so.