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Montag, 16. Januar 2017

Der Koran im christlichen Gottesdienst

Eine Phrase wird dieser Tage oft und in leichter Variation immer und immer wieder preisgegeben.
Es geht dabei um die Gleichsetzung von Islam und Christentum, von Koran und Bibel, vom christlichen Gott und der Dreifaltigkeit mit dem islamischen Allah.
Nun bin ich, wie oft betont, kein Theologe und halte mich auch nicht für sehr bewandert oder berufen, mich zu komplexen Themen dieses Bereiches zu äußern, aber das dies Wunschdenken von Menschen ist, denen es weniger um Gottesverehrung als ein friedliches Miteinander geht, ist für mich offensichtlich. Und nur wenige Stunden Recherche liefern einen schier endlosen Strom schwer bis unwiderlegbarer Argumente.
Nun kann man als Katholik, als weißer Deutscher (selbst mit einem innereuropäischen Migrationshintergrund) darüber so viel diskutieren wie man will, am Ende landet man auf der persönlichen Eben und wird schlicht mit dem Vorwurf der Vorurteile, des Rassismus, der Islamophobie und vielen weiteren Verunglimpfungen bedacht.
Immer mal wieder aber demonstrieren Muslime, welche für den Dialog (ein)stehen sollen ziemlich eindeutig, wie es denn nun bestellt ist um die Vereinbarkeit der beiden großen Weltreligionen. So diesmal in Glasgow.
Als Zeichen der eigenen Toleranz und des Wunsches nach Miteinander hatte man dort für den Gottesdienst zur Epiphanie, zur Erscheinung des Herrn, eine Muslima geladen aus dem Koran vorzulesen, was für mich durchaus fragwürdig genug wäre. Zur Mission eines anderen Glaubensbekenntnis an einem der höchsten Feiertage aufzurufen...

Diese dachte sich, es sei wohl angebracht, an jenem Feiertag in einer christlichen Kirche zu demonstrieren, was der Islam über Jesus so lehrt. Grundsätzlich bin ich dafür sogar dankbar, denn es sind solche Passagen (und sie hat nicht vorgelesen, was der Koran und Islam zur Kreuzigung und der Wiederauferstehung zu lehren haben), die deutlich machen, wie verlogen oder unwissend die oben genannten Vergleiche eigentlich sind. Aber in der Situation entspricht das natürlich einer gezielten Provokation. Sie hätte auch gleich den Altar oder das Kreuz entweihen können.
Madinah Javed, so der Name der Muslima, las dabei aus der Sure 19. Dabei geht es insbesondere um die Verse 30 bs 36, in denen der Neugeborene Jesus im Koran zu seiner Mutter und den Umstehenden spricht. Stellt man die Geburt des Herrn aus der Bibel und aus dem Koran nebeneinander, so scheint der Koran gezielt widersprechen zu wollen und dies mit einer Wundergeschichte, die so noch nie berichtet worden war. Jesus soll also gesagt haben, er sei der Prophet Allahs und wenige Sätze später:
Dies ist Jesus, Sohn der Maria - (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind
Es geziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: "Sei!" und es ist.
"Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist ein gerader Weg."  
                                                                                                                                            Sure 19 Vers 34 und 35

Diejenigen, die anderes behaupten als das Jesus nicht Sohn sondern lediglich Knecht und Geschaffener Gottes sei lägen falsch und wären vom Weg abgekommen. Laut Koran sagt der Neugeborene Jesus dies noch in der Krippe - bevor also "alle Welt verkündet" bekommt, wie es im christlichen Glauben heisst. Dieser Moment, nach der Geburt, ist jener, den wir Christen in unseren Krippen und im Krippenspiel selbst unseren Kindern sichtbar machen. Es ist eine kleine Gruppe Eingeweihter. Die drei Weisen, ein paar Hirten, der Engel und die Tiere des Stalles wie der Hirten stehen dort zusammen. Ob man dies glauben mag oder nicht ist nicht mein Thema - es ist die Provokation der Stelle im Koran. Im 7. Jh.enstanden, im 8. oder 9. Jh. standartisiert wird hier der zu dem Zeitpunkt bekannte und etablierte christliche Darstellung gezielt widersprochen und, noch wesentlich bedeutender, der Kern der christlichen Lehre, die Bedeutung und Herkunft Jesus Christus wird in Abrede gestellt.


Viele können heute nicht nachvollziehen, was dies bedeutet. Die fundamentalen Lehren, welche in der westlichen Hemisphäre heute als sakrosankt gelten gestatten den Menschen kein Nachempfinden in diesem Punkt. In einer Zeit, in der viel Aufhebens um die Rücksichtsnahme auf Muslime in Sachen Speise- und Kleidungsgebote gemacht wird, in der Sharia-Polizei ungeahndet seine Gesetze in Moscheeumfeld durchdrücken darf, ist keine Empathie und kein Verständnis für grundsätzliche Glaubenslehren und -befindlichkeiten des Christentums da. Selbst bei Personal der Kirchen.
Hier hatte der Probst der Kathedrale St. Mary eben jene Einladung ausgesprochen und im Programm die erst arabisch gehaltene Lesung abgenommen - über welche hinaus die Studentin dann weiter zitierte zu den ungewünschten aber eben essentiellen Passagen.
Hat also die Muslima provoziert? Ja, natürlich. Sie hielt sich nicht an die Vereinbarung, welche ein falsches Bild der Zusammengehörigkeit hätte zeichnen sollen. Sie hat bewusst in einer christlichen Kirche an einem christlichen Feiertag während einer christlichen Messe vor christlichen Gläubigen die grundlegende Lehre des Christentums abgelehnt und seine Gläubigen als Verirrte dargestellt.
Die Teilnahme war also verlogen und ehrlich in einem.
Verlogen reagierte nun auch der Probst, (very) Reverend Holdsworth. Der ließ der BBC gegenüber ausrichten:
But since then he had witnessed a "storm of abuse" from "10,000 'Christan' voices claiming to know what happened here that night."

He said: "I would not have wished the week that I have had on anyone. The international hue and cry about our Epiphany service was not something anyone here was seeking.
"Our aim and the aim of all involved was to bring God's people together and learn from one another - something that did, beneath the waves of the storm happen, and continues to happen.
"Nobody at that service that night could be in any doubt that we proclaimed the divinity of Christ and preached the Gospel of God's love.
"All of this raises questions about how we live in a globally connected world but I cannot believe that moderate churches in the West should follow a policy of appeasement towards those who are Islamophobic and particularly not towards the recently invigorated far-right media."
Knapp übersetzt, er sehe sich: "(...) seitdem einem Sturm des Missbrauchs durch 10 000ende "christlicher" Stimmen ausgesetzt, die behaupten zu wissen, was in jener Nacht passiert sei.(...)
Es ist das Ziel gewesen, Gottes Gemeinschaft zusammen zu bringen und die Menschen voneinander lernen zu lassen - etwas das ungeachtet des Proteststurmes passiert ist und weiterhin passiere.
Niemand der in jener Nacht da gewesen sei, könne bezweifeln, dass wir die Göttlichkeit Christi verkündet und das Evangelium von Gottes Liebe gepredigt haben.
All das erhebt Fragen über unser Zusammenleben in einer globalisiert verbundenen Welt, aber ich kann nicht glauben, dass moderate Kirchen im Westen der Appeasment Politik in Richtung jener die islamophob sind und insbesondere jener der erstarkten rechts-außen Medien folgen sollten."

Weiterhin ließ er wissen:
such readings have happened a number of times in the past in this and in other churches and have led to deepening friendships locally, to greater awareness of the things we hold in common and to dialogue about the ways in which we differ.
"Solche Lesungen sind schon mehrere Male in der Vergangenheit in dieser und in anderen Kirchen vorgekommen und führten zu einer vertieften lokalen Freundschaft, zum vergrößerten Bewusstsein von Dingen, die wir gemeinsam haben und zum Dialog über die Wege, in denen wir uns unerscheiden."
Ganz eindeutig hat der Mann beschlossen, die Missachtung der Studentin in seinen Betrachtungen außen vor zu lassen und sich in der Sache mehr seinen politischen und sozialen Überzeugungen als seinen Glaubensverpflichtungen hinzugeben.

Ein mittlerweile im Ruhestand befindlicher Reverend, hatte die Sache öffentlich kritisiert und verlangt, dass der Verantwortliche, also Holdsworth zur Rechenschaft gezogen werden muss. Denn dieser muss ja die ganze Sure gekannt haben, die er zuließ und die er scheinbar bewusst nicht vollständig rezitiert sehen wollte. Reverend Michael Nazir-Ali fand dabei für die Verlesung des Korans als Teil des Gottesdienst bereits eine klare Einordnung.

Davon aber mal abgesehen ist es hier in Deutschland kein Stück besser. Von Beschimpfungen übelster Art, die, anders als im Falle des Islam nicht als "Hetze" oder gar "Störung des öffentlichen Friedens" abgelehnt werden sondern von Berliner Richtern auch noch legalisiert bis hin zu GEZ finanzierter Schönrederei, die auf dem gleichen Niveau und mit dem gleichen Ziel abläuft, wie jener Prozess der zu der Situation in Glasgow führte.

Kurzum: Europa hat mit seinem Glauben gebrochen. Inklusive so vieler, die sich noch immer im Glauben wähnen, während sie sich lediglich einen Aspekt herauspicken und die zentralen Lehren, ja die Gottesverehrung selbst außen vor lassen. Es gäbe viel zu tun für die Hirten unserer Tage. Den Menschen nahe zu bringen, dass ein Gottesdienst genau das ist und eben nicht ein "Treffen alter Menschen zur Modenschau" oder alternativ "Kinderbespaßung mit Musik in gediegener Atmosphäre" wäre solch ein Ding.
Es beginnt mit dem Glaubensbekenntnis. Wer nicht dahinter steht, der möge bitte, mit dem Segen aller Beteiligten, weiter ziehen und sich suchen, was zu seinem Glaubensbild passt. Und wer nicht willens ist, die Ablehnung dieses Bekentnisses als solche zu erkennen und zu benennen, der sollte sch vielleicht nicht als Führer und Hirte der Gemeinschaften einsetzen.

Linksammlung:
St. Mary's Cathedral, Glasgow

idea Artikel
BBC Artikel - natürlich kleinredend 
Atikel des Blaze Magazin
Analyse des Orientdienstes der betreffenden Koranstelle




Mittwoch, 10. August 2016

Deutsch-Iraner war an der Waffe trainiert , Ansbach und Würzburger Terroristen hatten IS Kontakt - Überraschung...

Wenn es noch einen Anstoß bedurfte unserer regionalen wie bundesweiten Presse kein Geld mehr für ihren Informationsservice zu geben, dann haben wir ihn nun vorliegen. Tagelang bzw. wochenlang wurde uns nach den Anschlägen und Massenmorden vorgebetet, was wir zu denken bzw. nicht zu denken haben.
Jeder Gedanke, die Anschläge oder Meldungen von Gewalttaten und Explosionen könnten durch Islamisten begangen sein wurde als "Vorurteil" und als "vorschnell" abgeurteilt.
Als die Identitäten der Täter bekannt wurden, durfte ihre Abstammung bzw. Herkunft auf keinen Fall zu irgendeiner gedanklichen Verbindung mit Terror, dem Islam oder unserer aktuellen Politik dienen.
Jeder, der anderes verlautete "spielte Rechtspopulisten in die Hände" oder war selbst ein Rassist, Populist oder Nazi. Mindestens aber Fremdenfeind.
Die Bekenntnisse des IS zu dreien der Anschlägen wurde lächerlich gemacht und während man betonte, dass man nicht glauben könne, dass dies Terroristen waren wurde auf ihre angebliche oder reale psychische und religiöse Schwäche hingewiesen. Diese Stimmen wurden zwar leiser, verschwanden aber nicht, als man Flaggen des IS, Bekennerschreiben und schließlich sogar Bekennervideos auf einer Plattform des IS fand.
Einen Tag nach der Tat aber war der Täter von München bereits ein Rechtsradikaler mit der Betonung auf "deutsch" in "deutsch-Iraner".
Am 25.7. benutzte Roman Grafe den Münchner Amoklauf um Legalwaffenbesitzer unter dem Titel "Des Massenmörders bester Freund" für einen Amoklauf mit einer illegalen Schusswaffe verantwortlich zu machen und allerhand Halb- und Unwahrheiten in die FAZ zu bringen.

Ich verlinke diese Dinge nicht. Sie können unter den betreffenden Schlagwörtern als Artikel leicht gegoogelt werden. Blätter wie Zeit, TaZ und Süddeutsche sind regelrecht voll von Berichten darüber, wieso es sich nicht um Anschläge und Terroristen gehandelt habe, sondern um bedauernswerte Geisteskranke und Benachteiligte die keinen Ausweg mehr gesehen hätten.

Am Ende steht es nun fest. Die Täter von Würzburg und Ansbach ebenso wie der Massenmörder von Nizza und die Priestermörder aus der Normandie wurden vom IS als "ihre Schahid", also Märtyrer, bezeichnet und mittlerweile konnten Kontakte bzw. Mitgliedschaft in Terrorzellen nachgewiesen werden. Im Fall des Ansbachers ist herausgekommen, dass er die Bombe nicht als Selbstmörder zünden sollte, sondern weitere Attacken begehen sollte. Er hätte die Explosion filmen sollen, das Material wäre dann ausgeschlachtet worden. Der Plan ging hinten und vorne nicht auf, weil eine gute Security und die verfrühte Detonation es verhinderten.
Scheinbar sind die Ermittler aber nur kurze Zeit nach den Anschlägen auf einige Beweise und Informationen gestoßen, welche für die Einordnung bedeutend sind und längst die Titelseiten dominieren sollten. Nicht nur, dass sowohl der Würzburger als auch der Täter von Nizza Helfer im jeweiligen Land hatten, sie wurden mittels einer offenbar bestens funktionierenden und ziemlich offen arbeitenden Logistik aus Saudi-Arabien unterstützt und angeleitet.
Wie oft in den letzten Monaten sogenannte Experten erklärten, die Anschläge von Paris und Brüssel seien Verzweiflungstaten des im sterben liegenden IS gewesen, weiß ich nicht zu schätzen. Die Radikalen würden mittlerweile aufgrund der guten Abwehrarbeit unserer Polizei nun auf "einsame Wölfe" setzen, die keinen Kontakt und keine Planung bräuchten. Fakt ist offensichtlich das Gegenteil. Ziemlich offen, in Videochats, in Chaträumen von Videospielen, auf Twitter und Co. kommunizieren die Terroristen miteinander. Problemlos sind in den letzten Jahren offensichtlich mehr als drei dutzend Terroristen ins zentrale Europa gekommen - und das sind jene, die aktiv wurden und nach denen, so sie noch leben, gefahndet wird.
Und das vor den Augen der gleichen Regierungen und Behörden, die eine Denunziationsagentur erschaffen, geleitet von einer ehemaligen IM der Stasi, um "Hassrede" aus dem Netz zur Anzeige bringen - natürlich nur einseitig. Bislang ist kein einziger der teilweise heftigen Ausfälle bspw. gegen die katholische Kirche, das Christentum oder den deutschen Staat zur Anzeige gebracht worden, und wenn Einwanderer über Juden oder Hindus oder Kurden schreiben, scheint dies auch niemanden zu stören. Eine ganze Witzeseite auf die ich kürzlich stieß besteht nur aus beleidigenden, herabwürdigenden und entmenschlichenden Kurdenwitzen. Die Namen und Pseudonyme der Einsteller deuten dabei auf einen Ausdruck der aktuellen Lage in der Türkei.

Ehrlichkeit und Vollständigkeit in der Berichterstattung
Bislang hat es nicht eine einzige Nachrichtenagentur geschafft, eine komplette Auflistung aller Anschläge, Attentate und Morde  von Islamisten in Europa seit 2001 zu veröffentlichen. Immer fehlen die meisten gescheiterten Versuche und fast immer fehlen alle, wirklich immer die meisten Anschläge, bei denen es wenige Tote zu beklagen gab - so etwa die Ermordung einer jungen Tänzerin bei der Vorbereitung eines Anschlages auf eine katholische Kirche in Frankreich kurz nach Charlie Hebdo. Die gesamte Reihe von Anschlägen mit Fahrzeugen, die in Menschenmengen raste wurde bislang geschlossen als "nicht terrorbezogen" ausgelassen. Trotz der plausiblen Einordnung in die Kategorie, die wir nun in Nizza erlebten.

Das der Terror als solcher in den jüngsten Ereignissen so lange abgestritten wurde nach einer mittlerweile selbst nach politisch korrekter Reinigung unglaublich langen Liste geglückter Anschläge in den vergangenen Jahren, dass man die Bekenntnisse des IS sogar versuchte lächerlich zu machen, obwohl sie bislang keine bekannte Geschichte von "fremden Federn" vorweisen kann ich nur in einer  Richtung verstehen. Es gibt keine neutrale Berichterstattung im Sinne der Information über Ereignisse mehr.  Eine solche Form von lenkender, manipulierender Presse muss es sich gefallen lassen, mit den Medien der DDR und des Nazi-Reiches verglichen zu werden. Denn das ist sie. Ereignisse, die in das gewünschte Bild passen werden unkritisch und ungeprüft aufgegriffen und aufgeblasen (bspw. die zahllosen Geldfunde durch Flüchtlinge, die vermeintlichen Fluthelfer, für die bereits in Sicherheit gebrachtes Hab und Gut wieder in überschwemmte Häuser geschleppt wurde, damit die Bilder inszeniert werden konnten, der NPD Politiker, welcher von Busfahrern gerettet wurde, während diese Flüchtlinge transportierten und sich dann mit hämischer Schadenfreude konfrontiert sah, über die Schlagzeile "NPDler durch Flüchtlinge gerettet").

Diejenigen, die noch immer von "vorschnellen Urteilen" oder "Vorurteilen" sprechen, wenn es zu Anschlägen kommt, haben offensichtlich ihren Verstand verloren. Ein Vorurteil ist eine Meinung, die man sich im Vorfeld durch Stereotypen und eigene, meist negative Haltung bildet. Wer aber nach den Anschlägen der letzten Wochen, Monate und Jahre nun bei weiteren Anschlägen, Explosionen und brutalen Morden zuerst auf einen islamischen Terrorangriff schließt, der tut dies aus der Erfahrung, aus der Routine der jüngeren Vergangenheit. Schlimmstenfalls könnte man von einem pawlowschen Reflex sprechen. Der Hund wurde beim läuten der Glocke gefüttert. Am Ende erwartet er sein Futter, wenn die Glocke läutet. Wenn uns eine Explosion in einem Flughafen gemeldet wird, besteht die Möglichkeit eines Gaslecks oder einer Kerosinexplosion. Wie oft kam dies in Relation zu islamischen Anschlägen in den letzten Jahren vor?
IRA, ETA, RAF und Co. haben sich in den letzten Jahren sehr ruhig gezeigt. Rechtsradikale haben, vom NSU einmal abgesehen, keine spektakulären Anschläge in den letzten Jahren verübt. Wegen dem NSU ist er aber eine Möglichkeit - auf dem zweiten Platz, dicht zusammengequetscht mit Linksradikalen, die ebenfalls manche Bombe gelegt und manchen Mordversuch verübt haben. Der einzige "aktive Konkurrent" auf dem Feld der offen zur Schau gestellten Gewalt ist die organisierte Kriminalität. Autobomben, drive by shootings, Hetzjagden mit Schusswaffen, spektakuläre Morde und Bomben in Restaurant und Pubs hatten wir einige - aber nicht eine in der Größenordnung des Anschlages in Brüssel oder dem Massaker von Paris. Und auch der Amokfahrer in Nizza passt nicht in das Profil der Mafia, wenn er wahllos und ohne Möglichkeit der Selektion durch eine Menge rast, umkehrt und noch mehr Opfer verfolgt.
Die ersten Berichte aus München gaben Augenzeugenaussagen weiter, nach denen mehrere Männer mit Langwaffen morden würden - auch dies passt eher zum modus operandi der Terroristen und wäre die Wiederholung von Paris gewesen. Darum waren so viele Menschen, auch ich, zuerst überzeugt, einen weiteren Anschlag in unmittelbarer Folge auf jenen von Würzburg zu erleben. Am Ende ist es ein Amoklauf eines gemobbten Schülers in psychiatrischer Behandlung und mit Migrationshintergrund. Und hier spricht es gerade FÜR die Deutschen, dass wir nicht sofort eine Verbindung zu dem Mord vor wenigen Monaten herstellen, als ein junger Iraner eine zufällig ausgewählte junge Frau in Berlin vor eine einfahrende U-Bahn stößt. Denn so typisch scheint dieses Verhalten dieser Gruppe von Menschen nicht zu sein. Wiederholen sich solche Taten von Iranern in einem überschaubaren Zeitrahmen, so wird sich dies ändern. Nicht als "Vorurteil" und nicht aus Fremdenhass. Das ist die Logik, die dem "nicht vorschnell urteilen" eines großen Teils unserer Bevölkerung gegenübersteht.
Und natürlich gibt es Fremdenhasser, Rassisten und eine ganze Reihe völlig überreizter und verängstigter Menschen, die sich nicht beschützt fühlen, die nach München und ohne Blick auf den Berliner Mord gegen Einwanderer aus dem Iran im speziellen, aus dem Orient im weiteren oder gegen alle im weitesten Sinne Stellung beziehen und diese in Verbindung bringen.
Diese sind aber das andere Extrem, während die "hat nichts mit XY zu tun", "nicht verallgemeinern" und "Vorurteile und Fremdenhass stehen hinter jeder Mutmaßung in diese Richtung" auf der anderen Seite des Spektrums liegen. Die Mitte muss auf beide Seiten achten, um irgendwann Probleme zu lösen und nicht ständig neue zu schaffen.


Aber zu den Details aus München:
Der Attentäter von München, dem die Presse zuspricht ein Rassist und Rechtsradikaler gewesen zu sein, weil er sich als stolzen Arier bezeichnet und mit 300 Schuss im Rucksack nach der Erzählung unserer Presse noch viel mehr hätte töten können (soll sagen, ALLE seine getöteten Opfer wären gezielt ausgewählt), hat seine Tat über ein Jahr lang vorbereitet. So setzte er eine falsche Facebookseite auf, mit der er vermeintliche Opfer an den Ort des Verbrechens lockte. Er besorgte sich über das Darknet eine Waffe und ausreichend Munition.

Die Waffe - ein Wunschmärchen
Besondere mediale Aufmerksamkeit bekommt die Bewaffnung des Müncher Amokläufers, darum muss ich hier etwas genauer darauf eingehen. Dies erscheint vielleicht unnütz oder langweilig, ist aber nötig zum besseren Verständnis.

Die Waffe war eine Glock, welche auch zahllose Behörden und Sicherheitsdienste als preiswerte und zuverlässige Dienstwaffe nutzen. Unter Sportschützen in Deutschland wird sie bspw. etwas stiefmütterlich behandelt, während sie "costumized", also mit viel Zubehör und durch Handwerker gefertigter Individualisierung in den USA viele Fans hat. Anders als Roman Grafe in seinem Beitrag in der FAZ schreibt, ist sie für die betreffenden Sportschützen in Deutschland nicht die erste Wahl, obwohl sie im Preis und erwerbbaren Zubehör unschlagbar ist. Auch in Sachen Bedienung und Präzision gibt es durchaus bessere Modelle - die aber teurer sind. Marken wie SIG Sauer, CZ und Tanfoglio liegen hier vorne. Diese aus Deutschland auf dem Schwarzmarkt zu bekommen dürfte schwer bis nahezu unmöglich sein, denn der bald durch die EU Gesetzesänderung beendete, überwachte und regulierte Privathandel unter Sportschützen ist hier rege. Man bekommt selbst abgenutzte und schadhafte Modelle oft nur wenig unter dem Neupreis, welcher bei allen genannten Marken relativ hoch ist und beim doppelten der Kosten für eine Glock beginnt. Sportschützen sind beim privaten Handel dabei sehr penibel, denn wenn die Waffe nicht ordnungsgemäß an einen Berechtigten (i.d.R. einen anderen Sportschützen) abgegeben wird, so bemerkt dies die Polizei i.d.R. zeitnah. Der Handel läuft nämlich auch über deren Tisch. Eintragung und Austragung in die Besitzkarte kann nur die Behörde vornehmen. Die Suggestion, ein deutscher Sportschütze wäre hier der Täter und sowas wäre ein typisches und öfter auftretendes Problem lenkt die Aufmerksamkeit dorthin, wo die Journalisten ohnehin eine Agenda verfolgen. Es gibt nur eine winzige handvoll Journalisten, die dem Schießsport und den Schützenvereinen Verständnis entgegen bringen. Die Mehrheit möchte ein völliges Verbot umgesetzt sehen und sieht weder die Freiheit der Schützen noch den Sport als Gegenargument ein.
Und so wird natürlich auch der Verweis auf die letzten größeren Amokläufe mit Schusswaffen gelegt. Erfurt (2002) und Winnende (2009). Es wundert nicht, wie schnell die Medien von einer "Besessenheit" des Mörders für seine Vorgänger berichtete und über Literatur dazu. Genauer ging es um "Amok im Kopf", ein 2009 erschienenes Buch, welches sich vor allem mit "school shootings" auseinander setzt und eine relativ spekulative, weil ohne Zugriff auf die Täter und deren medizinische Unterlagen selbst erfolgende post-mortem Analyse, die zum Schluss kommt, dass die Morde hätten verhindert werden können, wenn man die Geisteskranken der Schuldigen anhand ihrer Signale früher erkannt hätte.
Die These zu diskutieren reizt mich, aber im moment ist wichtig daran, dass der Schütze von München hier keine Anleitung fand. Die darin aufgezeigten Morde sind völlig anders abgelaufen, als seine Tat. Seine Planung ist im zeitlichen Aufwand zwar durchaus vergleichbar, nicht aber in der Interaktion mit seinen Opfern in Form einer gestellten Falle.
Der Wunsch, eine Querverbindung zu den deutschen Massenmördern ziehen zu können, weg von islamischen Terroristen, ist scheinbar größer, als die Fakten (u.a. die Tatsache, dass Winnende keinen bedeutenden Einzug in das besagte Buch mehr hatte, weil es im gleichen Jahr erschien, und der Autor sich seinem Berufsethos verpflichtet fühlte zu recherchieren - es ist also keine "Anleitung", wie mitunter behauptet).

Die Fähigkeiten im Umgang mit der Waffe
So ist auch wenig überraschend, was die Presse gemeinsam mit der Politik zu keinem Zeitpunkt thematisierte. Vielleicht auch aus jenem besagten eindeutig mangelndem Sachverstand, wie ich hinzufügen muss. Der Umstand, dass der junge Mann extrem gut mit der Waffe umgehen konnte.
Als ich seinerzeit mit 19 Jahren das erste Mal an scharfe Waffen gelassen wurde, die nicht auf dem Jahrmarkt auf 1 m Entfernung Keramiksternchen platzen lassen konnten  (wenn man genau traf), war ich nervös und aufgeregt. Zahllose Male hatten wir die Waffe zerlegt und zusammengesetzt. Theorie gebüffelt. Trockenübungen vollzogen. Und dann lag ich da und hatte ein Gewehr in den Händen. Wie bei fast allen Rekruten war das Ergebnis eher mäßig. Die ersten Schüsse sogar sehr schlecht. Mehrfach verfehlte ich. Mit der Pistole wurde es noch schlimmer. Zwar war dieDistanz mit 20 bzw. 25 m relativ groß, aber das Ziel bewegte sich nicht und abgesehen von wartenden Kameraden hatte ich keinen Druck. Und trotzdem ging der größte Teil meiner Schüsse zuerst vorbei.
Dies wurde erst durch Training besser.
Viele Jahre später wurde ich zum Sportschützen, und nach dieser langen Pause wiederholte sich das Erlebte. Wenn ich traf, war es meist nicht exakt dort, wohin ich gezielt hatte, und zwei Schüsse oder gar mehr dicht nebeneinander auf die Scheibe zu bekommen (ein sogenanntes Trefferbild) war eine Herausforderung. Von fünf oder zehn in schneller Folge konnte ich nicht mal träumen. Das hat gedauert und noch heute ist es an manchen Tagen schlechter als an anderen. Dann bekam ich eine andere Waffe - und brauchte erstmal wieder einige Zeit, bis ich mit ihr so umgehen konnte, wie mit ihrer Vorgängerin.
Diese Einsicht gebe ich, um die Herausforderung des Schießens zu vermitteln. Ich gehe davon aus, dass nur ein kleiner Teil meiner Leser eigene Erfahrung an der Waffe hat.
Umso erstaunlicher war es, als die Daten über den Täter bekannt wurden. Ein 19jähriger, mit einer illegal besorgten Pistole aus leichtem Verbundstoff (die Glock ist, wie viele Dienstwaffen eine "Plastikwaffe", die hauptsächlich aus Polymeren bestehen und damit sehr leicht ist, was die Kontrolle der Waffe bei mehreren Schüssen schwieriger macht) und trotz schneller Schussfolge und vermutlich hohem Adrenalinspiegel sehr viele Treffer auf sich schnell bewegende und z.T. relativ kleine Ziele, die Opfer, verzeichnete. Zu einem großen Teil auch noch tödlich oder lebensgefährlich.
Nun kam heraus, dass sein Vater mit seinem Sohn während einem Urlaub im Iran im letzten Jahr Schießübungen unternahm. Ob dies die einzige Gelegenheit des Trainings war, wage ich zu bezweifeln, aber es bleibt abzuwarten, was die Ermittlungen noch ans Licht bringen.
Damit ist auch klar, dass weiterhin Beziehungen zum Iran bestehen. Denn Verfolgte dürfen bei einer Rückkehr in den Iran eher die Inhaftierung fürchten (wie bspw. derzeit eine Iranerin mit britischer Staatsbürgerschaft) als sich gemütlich zu einem Waffentraining zu begeben und meiden darum i.d.R. einen Familienurlaub in der alten Heimat.

Ist das nicht einer Beachtung in der Diskussion über Hintergründe wert - zumindest einer Zurückhaltung in Sachen "deutscher Rechtsradikaler"? Scheinbar ebensowenig, wie die Tatsache, dass sein Mitwisser ein Afghane war...

Auch in Ansbach, Nizza, Würzburg und London
Wie oben bereits angesprochen: auch bei den Tätern der besagten Anschläge kommt nach anfänglicher Leugnung oder erstaunlichen weil sonst selten gehörten Forderungen nach Geduld für die Ermittlungen heraus, dass es islamische Terroristen waren, die Taten nicht mit Geisteskrankheit in Zusammenhang stehen und durchaus gelenkt und koordiniert waren.
Also genau das, was die gescholtenen Kritker vermuteten. Lediglich München und der Mord eines Syrers an einer jungen Polin ragen mit anderen Motiven heraus - was die eigentliche Diskussion und Beweiskette aber nicht beendet.
Die Terroristen haben sich erfinderisch gezeigt und alles mögliche für ihre Mordtaten benutzt. Neben Sprengstoffen und Schusswaffen wie in Paris, Brüssel, Kopenhagen, Orlando und Ansbach (Kriegswaffen, inklusive RPGs), Messern und Macheten wie in der Normandie, Paris, London, auch Fahrzeuge in Nizza, geplant in Deutschland und meiner Meinung nach und Gastanks Saint Quentin Fallavier (und Sydney Police Station im letzten Monat).
Gehen wir weiter zurück, finden wir ähnliches Vorgehen auch bei einem Anschlag auf Glasgow Airport, Graz usw. Auch Flugzeuge (9/11) und Gift (Anschlag in Spanien) kamen schon zum Einsatz.

Wie sich unsere Politiker da auf europäische Sportschützen stürzen können und dies nicht allgemein als billiger Aktionismus auf Kosten gesetzestreuer Bürger verstanden wird, ist peinlich für alle Beteiligten.
Fast ebenso peinlich wie die Entschuldigungsversuche. Mancher Experte erklärte uns bspw. dass der Täter von Nizza kein gläubiger Muslim gewesen sei und darum als Fanatiker ausscheide. Neben der Tatsache, dass im Laufe der Zeit ein Doppelleben aufgedeckt wurde, welches einen doch recht gläubigen Menschen hinter der Fasade des Kleinganoven offenbarte haben diese Experten eines nicht verstanden. Der Islam ist mitunter recht rigoros in den Dingen, die Menschen nach dem Tode in die Hölle verbannen. Es gibt keine Beichte und Sühne wie im Katholizismus und keine Garantie durch Gott wie im Christentum allgemein. So ist es nicht verwunderlich, wenn gerade Menschen mit krimineller Vergangenheit oder  "den westlichen Verlockungen Erlegene" sich als besonders fanatisch erweisen und schnell radikalisieren. Denn den Schahid, den islamischen Märtyern wird der Einzug ins Paradies garantiert. Ob dies exakt so in der islamischen Theologie zu begründen ist, sei dahingestellt, aber es wird den Terroristen von ihren geistigen Führern vermittelt. Nicht erst seit dem IS. Auch PLO und ihre Nachfolger, Hamas und Fatah haben so argumentiert. Ebenso die Muslimbruderschaft und Al Quaida. Ob Boko Haram und Dschandschawid, al Schabaab und Abu Saayaf so ihre Anhänger motivieren ist mir nicht bekannt, aber es spricht vieles dafür.
Sich also hinzustellen und zu behaupten: dieser Mann hat früher Handtaschen geklaut und Drogen konsumiert und kann darum kein islamischer Terrorist sein, weil er nicht gläubig war, erscheint weltfremd. Denn gerade diese können sich dadurch in ihren Augen die vielleicht einzige Chance erbomben.
Immer wieder wird auch argumentiert, dass die Radikalen meist keine Ahnung vom Islam haben. Kommt diese Behauptung von Nichtmuslimen finde ich sie arrogant und überheblich. Ich behaupte, die Meisten, die solche Dinge sagen, haben weder das sahih muslim noch das sahih bucchari gelesen und nur ein kleiner Teil den Koran. Ihre Auseinandersetzung mit dem Islam beläuft sich in er Regel auf die Lektüre von Interview, Stellungsnahmen und Gesprächen.
Davon aber an anderer Stelle mehr.

Was wir nun brauchen ist eine Rückkehr der neutralen Berichterstattung. Nur so kann sich die Bevölkerung ein eigenes Bild erstellen. Wer darauf beharrt, dass die Wahrheit in einem neuen 1938 endet, der hat entweder ein sehr deutliches und unterdrücktes Bild der Wirklichkeit oder absolut kein Vertrauen in die Deutschen - und nur nicht in diese, somit ein rassistisches Motiv.
Ich vertraue darauf, dass neutrale Berichterstattung die Meinung negativ beeinflußen würde - daraus aber Politiker und Organisationen gezwungen würden endlich einen wirklich ehrlichen und offenen Diskurs anzugehen, der am Ende produktiv sein würde. Weder würden alle Probleme verschwinden oder der Terrorismus ganz beendet, aber man würde beides reduzieren, statt es zu verstärken, wie es momentan der Fall ist.


Vielen Dank an die Leser, die bis hierhin durchgehalten haben.

Montag, 8. August 2016

Des Papstes Wort zum Islam und der Gewalt

Der Grund, warum ich die Äußerung des Papstes, man sollte den Islam nicht mit Gewalt in Verbindung bringen, erst jetzt aufgreife, ist, neben meinem akuten Zeitmangel, die bisherige Berichterstattung. Mitunter sagte der Heilige Vater etwas, und die Medien kürzten, fassten zusammen oder berichteten eine stark abgeänderte Version. Ich wollte abwarten, ob solcherlei auch hier vorlag. Kath.net hat eine Mitschrift und ein Video mit O-Ton veröffentlicht.
Ich mag es nicht, von islamischer Gewalt zu sprechen, denn jeden Tag, wenn ich die Zeitungen durchblättere, sehe ich Gewalttaten, hier in Italien: da ist der, der seine Freundin oder seine Schwiegermutter tötet, und das sind gewalttätige katholische Getaufte. Würde ich von islamischer Gewalt sprechen, müsste ich dann auch von katholischer Gewalt sprechen?Nicht alle Muslime sind gewalttätig. Das ist wie ein Obstsalat, in den Religionen gibt es die Gewalttätigen. Etwas ist wahr: in fast allen Religionen ist da immer ein kleines fundamentalistisches Grüppchen. Auch wir haben das. Und wenn der Fundamentalismus dazu kommt, zu töten – man kann mit der Zunge töten, das sagt der Apostel Jakobus, nicht ich, und man kann mit dem Messer töten – es ist nicht richtig, den Islam mit Gewalt zu identifizieren. ...Ja wir können sagen, das der sogenannte ISIS ein islamischer Staat ist, der sich gewalttätig präsentiert, weil er uns als seinen Personalausweis zeigt, wie sie die Ägypter abschlachteten. Aber das ist ein kleines Grüppchen, man kann nicht sagen, es ist nicht richtig zu sagen, dass der Islam terroristisch ist.
Es ist also anzunehmen, dass diese Worte wirklich so gesprochen wurden.
Es schmerzt mich in der Seele, das Oberhaupt unserer Kirche solche Worte verlieren zu hören. Das ihm Versöhnung und Miteinander zentrale Anliegen sind und er lieber zu Frieden und Liebe aufruft, als zu Gewalt und Rache ist selbstverständlich und tief in unserer Religion und Konfession begründet.
Aber diese Relativierung um eine andere Religion ist mit nichts zu beschönigen. Es ist eine Relativierung. Der Begriff "islamische Gewalt" ist zwar recht weit gefasst, beinhaltet aber neben Eroberungszügen und Massenmorden auch den aktuellen Terror.

Würde ich von islamischer Gewalt sprechen, müsste ich dann auch von katholischer Gewalt sprechen?
Die Strategie auf eine Kritik an einem Zustand mit dem Verweis auf mögliche Kritik am Kritiker oder ihm nahestehenden Personen bzw. Umständen zu reagieren, ist altbekannt, kam aber für mich von unserem Papst völlig unerwartet.
Im Zusammenhang mit dem Islam bzw. allem Nichtchristlichem oder -katholischem ist es allerdings eine bekannte Ablenkung. "Was ist mit den Kreuzzügen? Gibt es nicht auch christliche Terroristen? Schon den Irlandkonflikt vergessen? Das waren alles Christen."
Oder, wenn es weiter greifen soll:
"In Myanmar werden Muslime verfolgt. Es sterben viel mehr Menschen an allergischen Reaktionen. Auch Deutsche verüben Verbrechen / morden / töten ihre Familien" usw. usf.

All dem ist gemein, dass man Äpfel mit Handgranaten vergleicht. Und auch unser Papst geht hier so weit. Verbrechen, welche von Christen bzw. Katholiken verübt werden gibt es in der Tat. Und niemand kommt auf den Gedanken, die Taten der Mafia, der mexikanischen Drogenkartelle oder irgendeines Familienvaters, der einen sog. erweiterten Suizid begeht, klein zu reden. Aber anders als die Terroristen gibt es von solchen Menschen keine Berufung auf unsere Religion. Eine katholische Mutter, die ihre Kinder tötet kann sich in NICHTS auf das Christentum berufen. In unseren dunkelsten Stunden gab es keine Rechtfertigung. Im Gegenteil, in der Diskussion um Abtreibung ist vielen Gegnern nicht bewusst, dass auch die katholische Kirche das Wohl der Mutter im Notfall vorzieht und eine Abtreibung erlaubt, wenn ihr Leben in Gefahr ist und durch die Abtreibung gerettet werden kann. Das dies nicht bekannt ist, liegt an der Tatsache, dass wir Leben wertschätzen.
Unsere Märtyrer sterben für den Glauben - aber ohne jemandem zu schaden. Sie opfern sich. Sie gehen in den Tod und akzeptieren ihr Schicksal. Im Islam sind die Schahid auch jene, die im Kampf oder dem Bemühen die "erklärten Feinde" zu töten. Daher die Selbstmordattentäter. Daher das verbreitete Wissen um den sofortigen Einzug ins Paradies und die dortigen Belohnungen. Darum die Angst einiger Märtyrer vor Verstümmelung ihrer Genitalien - denn die Zeichen der Selbstopferung gelten als Eintrittskarte und bleiben dort erhalten.... so zumindest einige Texte der sunna, der islamischen Religionslehre.
Wie der Papst darauf kommt, dies zu vergleichen ist nicht nachzuvollziehen.
Vielleicht meinte er aber eher die alltägliche islamische Gewalt. Also die Unterdrückung der Frau in Form von Entmündigung, Zwangsheirat und ehelicher Gewalt. Wie weit unser Heiliger Vater im Islam gebildet ist, weiß ich nicht zu beurteilen. Ich habe es nicht studiert, sondern lediglich Koran, ahadit und die ein oder andere Abhandlung gelesen sowie einen historischen Vergleich. Ich kann spielend Diskussionen innerhalb der Umma, der islamischen Gemeinschaft, im Internet nachlesen (sie werden an verschiedenen Orten in verschiedenen Sprachen geführt, also ist arabisch zum Glück nicht unbedingt nötig) und ich kann verschiedene Stellungsnahmen und Publikationen von Imamen und Gemeinschaften durchlesen.
In der Tat finden sich da eben auch jene, auf die wir Rücksicht nehmen wollen und müssen - die Moderaten. Diese haben selbstredend eine völlig andere Meinung als die Radikalen. Aber selbst unter diesen gibt es eine erstaunliche Bandbreite. So einig sich die meisten bspw. sind, dass man seine Frau schlagen darf, wann und wie dies zu geschehen hat ist teilweise heiß diskutiert.
Wie also das Oberhaupt der katholischen Kirche eine theologische Debatte des Islam entscheiden will, ist mir wiederum ein Rätsel. Und dies tut er, wenn er uns diese klare Botschaft vermittelt.
"Was ihr seht, hört und lest ist nicht richtig. Wenn solcherlei passiert, dann hat es nichts damit zu tun."

Was mich zum weiteren Kreis führt. Kreuzzüge, Inquisition und Hexenverfolgung. Diese drei Vorwürfe bekommt man als Christ, vor allem als Katholik ständig zu hören, sobald es um Gewalt und / oder Geschichte geht. Hat dies alles dann auch nichts mit dem Christentum zu tun? Während ich bei der Hexenverfolgung in der Tat konsequent auf die Haltung der Kirche durch die Jahrhunderte verweise, so kann ich doch die Taten der Puritaner genausowenig leugnen, wie den Aufruf des Papstes in Clermont. Wie man diese Dinge bewertet ist eine andere Sache, aber eine generelle Verbindung kann man erstmal nicht leugnen. Und sollte man auch nicht - denn sonst kann man nicht lernen und nichts ändern.

Natürlich sind bereits viele Interpreten auf den Plan getreten, welche die Äußerung des Papstes auf diese oder jene Ebene schieben und umständlich interpretieren. Was mich sehr fasziniert, denn sonst ist man sich einig, dass der Papst das unternimmt und spricht, was ihm am Herzen liegt. Wieso dann nicht in diesem Fall?
Eine völlig unpassende Relativierung und Schutzbehauptung, theologisches Wissen welches so den Erfahrungen völlig widerspricht.
Ob Lepanto, Wien, Otranto, Konstantinopel, Tour, Poitiers, Alexandria, Jerusalem oder immer wieder die Küsten Europas - friedlich war die Expansion des unter einer Fahne mit Krummschwert heranpreschenden Islam nicht. Sein Prophet befahl zahllose Hinrichtungen und kommandierte selbst über 40 Feldzüge, wie Islamwissenschaftler wie Tilman Nagel in ausführlichen Biographien und Fachwerken ausbreiten und erst seit wenigen Jahren auch von sog. Populisten aufgegriffen wird.
Stellt man diesen "Propheten" neben Christus, so könnte der Widerspruch zueinander und zur Aussage unseres Papstes nicht größer sein. Wie soll dann die Frucht daraus dem nicht entsprechen?

Umfragen und Studien quer durch Europa ergeben immer wieder ein ziemlich ähnliches Bild. Die Mär von der kleinen Minderheit von Gefährlichen passt nicht so richtig. Sprechen Medien und Politiker gerne von einigen Wenigen oder Hunderten, so präsentieren die Studien eine Zustimmung zur Scharia, dem Kalifat, der auch gewaltsamen Ausbreitung des Islam in Prozenten von 15 bis 30% unter der Bevölkerung. Die Frage nach der Sympathie mit Muslimen, die nach Syrien in den Krieg ziehen lag bei 20% - und nach dieser Veröffentlichung wurde sofort relativiert. So versuchte es die BBC mit Kritik an der Umfrage. Sie merkte an, dass in den vier Antwortmöglichkeiten (große Sympathie, Sympathie, Keine Sympathie, Keine Ahnung) das Wort "Jihadi" nicht vorkam und somit missverständlich sei. Eine fadenscheinige Argumentation um die Glaubwürdigkeit zu untergraben. Die Zahl der Muslime, die nach Syrien zieht, um auf der Seite der "Freien" oder "Rebellen" zu kämpfen ist zum einen verschwindend klein und praktisch in niemandes Gedanken verankert und zum anderen sind auch Al Nusra und manche andere "Rebellengruppe" nichts anderes als Islamisten. Nur eben auch verfeindet mit dem IS.
In diese Reihe der Apologeten (und ich bin mir des ursprünglichen Titels bewusst) reiht sich unser Oberhaupt ein. Vergessen die Opfer, vergessen die Eroberung, vergessen die Fatwas, ignoriert die ewiglangen theologischen Begründungen welche die Muslimbruderschaft, Hamas, Al Quaida und auch der IS herausgeben.
Es hat nichts damit zu tun, und jeder der etwas anderes behauptet muss damit leben mit einem Vergewaltiger verknüpft zu werden, der katholisch Getauft ist...

Dies wäre mal eine Rede gewesen, für die ich wirklich gerne eine ausführlichere Stellungsnahme gelesen hätte....


Nachtrag: nach den wenigen Minuten, die der Beitrag steht bekam ich bereits die erste Anschuldigung alle Muslime in einen Topf zu werfen. Also mal wieder:
Weder sezte ich alle Muslime mit ihrer Religion gleich, noch schreibe ich über irgendwelche Maßnahmen, die ohne Ansehen des Individuums vorgehen. Im Text verwende ich Zahlen, Daten und verweise auf moderate Muslime. In anderen meiner Texte verweise ich auf Muslime, denen wir dringend zuhören sollten und dazu beitragen müssen, diese als Vorbilder der islamischen Gemeinde zu installieren.
In keiner Weise werfe ich alle Muslime in einen Topf. Allerdings bin ich gegen Relativierung, Verharmlosung und Kleinrederei - und liefere dazu Fakten. Den Kommentar veröffentliche ich genau darum nicht (abgesehen von den Vorwürfen bestand er nur als Beleidigungen).

Mittwoch, 3. August 2016

Islamophob

Ein viel gebrauchtes Wort dieser Tage ist Islamophobie. Es setzt sich aus dem arabischen Wort für Unterwerfung, Hingabe  und dem griechischen Wort für Angst oder Abneigung zusammen.
Jedem Kritiker des Islam, auch wenn er selbst dieser Religion angehört, wird mittlerweile vorgeworfen, dieser "Islamophobie" anzugehören. Zumindest in unserem Land ist damit eine geistige Querverbindung zur "Xenophobie" unterstellt. Der Beschuldigte würde den Islam ablehnen, weil dieser ihm und hier "fremd" sei und von Einwanderern, also von "Fremden" praktiziert würde. Die Erklärung beginnt dann in der Küchenpsychologie zu verschwimmen. Ob nun die "Angst vor allem Fremden und Unbekannten" oder der "Hass auf alles Fremde" oder beide in einer merkwürdigen Verwandtschaft dafür verantwortlich sind, bleibt diffus und so nutzbar für Talkshows und Tagesschauinterviews.

Dabei zeigen ausgerechnet jene, die so lautstark besagte Anschuldigung rufen, sobald jemand zur kritischen Lektüre des Koran auffordert, die eigentliche Bedeutung des Islam.
Mehrere Ausstellungen in den letzten Jahren haben entweder ihre Inhalte verändert oder gleich ganz abgesagt, aus Angst, man würde Muslime beleidigen. Bspw. an einer Volkshochschule in Marzahn (Berlin). Dort hängte der Leiter mehrere Bilder einer Ausstellung ab, die nach seiner Meinung muslimische Schüler seiner Einrichtung hätten abstoßen, verwirren oder ärgern können. Es handelte sich um weibliche Akte. Nach der einsetzenden ungewollten Aufmerksamkeit hängte er sie wieder auf.
Nicht so die Uni Essen. Diese hatte erleben müssen wie einige Zeichnungen des Comics Habibi von einer muslimischen Studentin zerstört werden. U.a. ist in dem Comic die Zwangsehe, die Kinderheirat u.v.m. in aller Deutlichkeit gezeichnet - auch Vergewaltigung. Nach dem Akt der Gewalt wurden nicht etwa Schutzmaßnahmen getroffen und die Studentin von der Uni geworfen und für akademische Wege unwürdig befunden, sondern mit ihr diskutiert und die betreffende Ausstellung dauerhaft entfernt. Man wollte dies aber als Protest FÜR Meinungs- und Kunstfreiheit verkaufen und veröffentlichte die Ankündigung unter der Überschrift "miteinander reden".
Und auch nicht so jüngst das Rathaus von Köpenick. Dort wurden, wie in der VHS in Marzahn, Nacktbilder entfernt um Gefühle zu schonen.

Dabei hatten beide Themen nur am Rande mit Inhalten des Islam zu tun (wenn man nackte Frauen, Gewalt und Sexualität so nennen will...). Deutlicher ist dies bei direkt auf den Islam und seine Heiligtümer zielenden Themen. Selbst wenn diese ebenfalls nur am Rande in einer Ausstellung vorkommen.
Greser&Lenz, die Zeichner der FAZ, hatten etwa letztes Jahr kurz nach dem Angriff auf Charlie Hebdo eine Ausstellung in Hanau angesetzt. Anlaß war eine Preisverleihung an sie. Zuerst hieß es, in der Ausstellung sei keine Mohammedkarrikatur und trotzdem wurde über die Absage berichtet. Dann hieß es, doch, eine Karrikatur sei dabei und es finde statt. Mal wurden die Zeichner dann als mutige Widerständler gegen Zensur und islamische Intoleranz dargestellt um dann wieder als versöhnliche Beschwichtiger aufzutreten. Letztlich scheint es eine einzige Karrikatur zu sein, die zudem aber auch noch Mohammed enthielt - ebenso aber auch Christus. Die Angst zielte zu keinem Zeitpunkt in christliche Richtung, auch nicht auf Atheisten, Buddhisten oder Zoroastrier, sondern gen Muslime. Würde es ihren Unmut wecken? Darum eine voreilige Absage um dann "jetzt er recht" zu verkünden. Natürlich unter Polizeischutz.
Kurz vor der Olympiade in London setzten Bahrain, Katar, Saudi-Arabien u.a. durch, dass ihre Sportlerinnen mit Kopftuch starten durften. Bis dahin undenkbar. Aus Sportlichkeit, aus mangelnder Sexualisierung und aus Sicherheitsgründen waren Schals u.ä. bis dahin verboten. Die einzigen nennenswerten Proteste kamen, und das muss man an dieser Stelle bei aller sonstigen Ablehnung betonen, von der Feministinnengruppe Femen.

"Aus Rücksicht auf unsere muslimischen Gäste / Freunde / Mitbürger / XY..." ist eine mittlerweile oft gehörte oder unausgesprochen Floskel, wenn es um bestimmte Handlungsweisen geht. Da wird zurückgesteckt. Das Essen wird entsprechend zubereitet, auch wenn es vielen mehr nach einem Braten mit Soße oder einem schönen Schweineschnitzel gelüstet, denn nach halal zubereitetetem Kalbsgerichten und Datteln. Kreuze und andere Symbole nicht-islamischer Religionen werden abgehängt. Frauen ziehen brav ein Kopftuch an oder ändern sogar für Anträge und Ausweise die Bilder entsprechend.

Und hier offenbart sich die wahre Islamophobie. Hier ist die wirkliche Angst. Angst vor wütenden oder traumatisierten Muslimen, die nicht in der Lage sein sollen, sich ein Kreuz, eine unverschleierte oder, Allah bewahre, eine nackte Frau sehen zu können, ohne jegliche Kontrolle zu verlieren. Oder der (gerechtfertigten) Angst, dass bestimmte Inhalte zu Gewalt oder gar Terroranschlägen führen können.
Natürlich gibt es Menschen, die den Islam, ohne ihn zu kennen einfach ablehnen. Und? Es handelt sich um eine Religion. Die anti-islamischen Resentiments wachsen nicht, weil es dafür keine Gründe gäbe oder aus mangelnder Auseinandersetzung. Sie wachsen, weil im Namen des Islam gemordet, gefoltert, verstümmelt, vergewaltigt, versklavt, verschleiert, hingerichtet, Grundrechte vorenthalten und vieles weitere wird. Und die Verbände in unserem Land darauf lediglich mit Phrasen und Beschuldigungen reagieren, sich in die Opferrolle setzen, obwohl die Opfer der Taten noch warm in ihrem Blut liegen oder auf die grauenhafte Erfahrung der Hochzeitsnacht warten.
Die meisten Kritiker des Christentums machen es sich keinen Deut schwerer - und noch immer gibt es ein vielfaches an Anschlägen auf Kirchen, christliche Symbolik und Bauten, Priester und öffentlich praktizierende Christen als auf Muslime. Jeder Versuch die Aufmerksamkeit darauf zu lenken oder wenigstens eine gewisse Sensibilität herzustellen wird gnandelos niedergebügelt.
Spricht man darum von Christianophoben? Wird darum nunmehr auf Lärm am Sonntag verzichtet und rückt die Polizei darum bei Großveranstaltungen an christlichen Feiertagen an, um eine Provokation zu verhindern?
Nein, und auch wenn es mich mitunter selbst stört - ich finde das gut so. Die Heuchelei der Karfreitagstänzer geht mir gegen den Strich und die Passivität der Polizei sagt viel über den Staat, unsere Gesellschaft und ihre Bigotterie aus. Aber eine angemessene Reaktion besteht nicht in der Forderung die Ruhe durchzusetzen. Sie besteht darin festzustellen, dass Christen die Ruhe einhalten sollten und miteinander debattieren, wenn einige dies anders sehen. Sie besteht in der Forderung, trotzdem unbelästigt in die eigenen Kirchen und Dombauten zu kommen, angemeldete Prozessionen und Umzüge frei von Störungen und Belästigungen durchführen zu dürfen und zu können sowie keine Ruhestörung erdulden zu müssen, wie an jedem anderen Tag auch. Aber mehr auch nicht. Wenn Atheisten, Buddhisten, Hindus, Spaghetti-Monster-Anhänger an jenem Tag lieber in die Disco wollen oder im Park zum Grillen das Radio ein wenig lauter drehen - deren Sache.

Durch die aktuelle Haltung, die gelebte Islamophobie bei gleichzeitigem Totschlagen aller Kritik am Islam (u.a. mit dem Vorwurf der Phobie) tragen solche Menschen viel mehr zur Veränderung unserer Gesellschaft ins Negative bei, als es ein kleiner Haufen Rassisten je könnte. Diese werden zu Recht von unserer Gesellschaft für solche Äußerungen und Handlungen mit Verachtung gestraft. Leider nur deutsche Rassisten. Die übrigen können sich Dank der oben genannten Haltung bequem einrichten und austoben.
Und so wird aus Angst schnell Ignoranz. Wenn die Medien begeistert berichten, dass der Täter von München ja ein deutscher Rechtsradikaler sei, so ist dies der Versuch die Schuld auf die verachtetsten Bösewichte abzuwälzen und von den eigenen Schützlingen tunlichst abzulenke - ob böse und verantwortlich oder nicht.
Da wird der Satz "Ich bin ein stolzer Arier" aus dem Munde eines deutsch-IRANERS zur nationalsozialistischen, white-power Äußerung. Ohne auch nur eine Sekunde über die Nutzung und Bedeutung des Wortes für einen Iraner zu recherchieren. Denn diese Sekunde würde reichen, um die These zu zerstören. Dabei huldigte man in den 30ern dem Schah als "Licht der Arier" und der Name Iran bedeutet nicht viel anderes als" Land der Arier" bedeuten soll.
Was dies für einen Ausdruck und für das ohnehin angeknackste Vertrauen in unsere Medien bedeutet kann sich jeder vorstellen.
Aber was diese Haltung auch für die Reformer innerhalb des Islam bedeutet, ist nicht schwer zu verstehen. Wenn Bassam Tibi sich in einer Schweizer Zeitung darüber beklagt, dass die deutsche Presse in den vergangenen zehn Jahren nichts von ihm, dem Kritiker der konservativen Theologen und nach innen gewandte Reformer, wissen wollte und nunmehr die Hoffnung auf einen Euro-Islam aufgegeben hat, dann ist dies wortwörtlich eine Anklage gegen die islamophoben Verteidiger des Islam in unserer Kultur. Eine Anklage die längst überfällige Überarbeitung des Islam verhindert zu haben.
Und ich behaupte: aus Angst. Angst vor der Verletzung der Gefühle und der Gewalt der Muslime, Angst vor der eigenen Geschichte, Angst vor den Heimatstaaten, Angst vor der eigenen Person.


Donnerstag, 28. Juli 2016

Gelebte Märchenwelt

Drei Märchen bzw. Geschichten scheinen dieser Tage wahr zu werden - oder müssten dringend den Kleinsten vermehrt vorgelesen werden.
Des Kaisers neue Kleider
Die drei kleinen Schweinchen (man sehe mir die Disney Version nach, ich fand keine andere auf die Schnelle)
 Kleider machen Leute

Alle drei Geschichten sind wohlbekannt und werden oft verfilmt, vorgelesen und vertont. Aber die darin enthaltenen Lehren werden nicht umgesetzt. Darum gehe ich davon aus, dass sie nicht verstanden werden.
Gemein ist allen Dreien die Bedeutung der Taten. Was unternehmen die Menschen gegenüber dem, was sie von sich geben.
Die Betrüger im Märchen um des Kaisers Kleider behaupten, sie seien in der Lage, das beste und schönste an Kleidung herzustellen, dass man sich nur vorstellen könne und darüber hinaus, aber nur Intelligente Menschen könnten es sehen.
Natürlich wird dies auch so verbreitet und nicht etwa als geheimer Intelligenztest genutzt, und so will keiner dumm da stehen. Alle spielen mit und den Betrügern somit in die Hände. Das Märchen endet gut, die Unschuld überzeugt in Gestalt eines Kindes, der Kaiser geht gegen niemanden vor und das Volk unternimmt trotz des Sturkopfes des Kaisers nichts. Am Ende ist der Schaden zwar da - dieser aber längst nicht so schlimm, so scheint es.

In den drei kleinen Schweinchen bauen zwei Schweinchen ihre Häuser aus billigem, schnell zu verarbeitendem Material - und werden von dem nach ihrem Leben trachtenden Wolf obdachlos gemacht. Erst beim dritten Schwein finden sie Sicherheit, der hatte sein Haus mit viel Mühe und Aufwand und unter dem Gelächter der anderen aus Stein erbaut. Beim Versuch trotzdem an seine Beute zu kommen gerät der Wolf in eine Falle und wird von seinen vermeintlichen Opfern getötet.

Kleider machen Leute ist eigentlich eine Verwechslungs- und weniger eine Betrugskomödie. Ein Schneider wird irrtümlich für einen Grafen gehalten. Da er sich kurz vor der Aufklärung der Lage verliebt, lässt er alle in dem Glauben. Weder mangelndes Benehmen noch die unzureichende Sprache spielen angesichts der Verbreitung seiner vermeintlichen sozialen Stellung eine Rolle.
Er wird verraten und flieht. Doch seine Geliebte und Verlobte findet ihn, stellt ihn zur Rede und kämpft für und um ihn. Am Ende geht auch diese Geschichte gut aus, der Schneider beweist aufrechte Gefühle und Talent in seinem Beruf.

Alle Geschichte könnten direkt aus unserer Zeit und unseren Verhältnissen stammen. Der Gruppenzwang - keiner will als Rechter dastehen und die wenigen die trotzdem etwas tun werden entsprechend angefeindet.
Äußerlichkeiten und Gruppenbindung, die trotz mangelnder Eignung für den Stand dazu führen, dass man in Amt und Würde bleibt. Damit meine ich keineswegs nur die Fälle von Anmaßung, wie jüngst bei einer SPD-Abgeordneten. In Politik und Medienlandschaft scheint es oft zu genügen, nach Außen erfahren, intelligent und vorbereitet zu erscheinen - auch wenn man absolut inkompetent, faul, dumm oder verdorben ist - oder gar mehreres bis alles zusammen. Das sich ein Haufen Laien mit lebenswichtigen Dingen unseres Alltages beschäftigt und darüber bestimmt ist das Eine - dass diese aber weder Sorgfalt noch Gewissen an den Tagen legen etwas völlig Anderes.

Und schließlich wird viel Aufhebens gemacht um Gesetze und Behörden zu schaffen, die unser Leben besser machen sollen, aber in Wirklichkeit nichts als Strohhütten  und grob zusammen genagelte Bretterbuden sind. Solche, die lieber auf Nummer sicher gehen wollen und dafür auch bereit sind etwas auf sich zu nehmen werden verlacht. Am Ende wird die Bedrohung  vermutlich so weit gediehen sein, dass die Lachenden sich zu ihren Opfern flüchten. Ob diese ihnen dann helfen (können) wird sich zeigen.

Ein hervorragendes Beispiel ist der Anschlag von München.
Ein deutsch-Iraner lockt nach einem Jahr Planung seine Opfer zu einem McDonalds und erschießt neun Opfer und verletzt mindestens 14 weitere. Er wird gefilmt, u.a. wie er mit einem ziemlich unverblümt redenden Mann über zwei Dächer hinweg streitet. Kurz nach der Tat wird ein junger Afghane verhaftet, der scheinbar über Tat und Vorhaben informiert war.

I. Rechtsextremer

Heute erschien nun in der FAZ die Nachricht, es handelte sich bei dem Täter um einen Rechtsextremisten.
Aha.
Mal sehen, was das bedeuten soll. Nach der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB)
Rechtsextremisten lehnen die freiheitlich-demokratische Grundordnung ab und wollen − auch unter Anwendung von Gewalt − ein autoritäres oder gar totalitäres staatliches System errichten, in dem nationalistisches und rassistisches Gedankengut die Grundlage der Gesellschaftsordnung bilden sollen. 
und weiter
Das rechtsextreme Weltbild ist gekennzeichnet durch Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, völkische Ideologie, Antisemitismus, Geschichtsklitterung, einhergehend mit der Verherrlichung des NS-Regimes und Relativierung bis zur Leugnung des Holocaust, Diffamierung und Ablehnung des demokratischen Rechtsstaats und seiner Institutionen. Nach einer Definition des Bundesverfassungsschutzes ist ''Rechtsextremismus in Deutschland nicht ideologisch homogen. Eine Überbewertung ethnischer Zugehörigkeit und eine gegen den Gleichheitsgrundsatz gerichtete Fremdenfeindlichkeit sind allerdings bei allen Rechtsextremisten festzustellen.'

Der Verfassungschutz bietet etwas ausführlicher an:

 Vielmehr tritt er in verschiedenen Ausprägungen nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Ideologieelemente und mit unterschiedlichen, sich daraus herleitenden Zielsetzungen auf. Dabei herrscht die Auffassung vor, die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Rasse entscheide über den Wert eines Menschen.
Neben diesen Ideologiefragmenten verbindet Rechtsextremisten in aller Regel ihr autoritäres Staatsverständnis, in dem der Staat und das nach ihrer Vorstellung ethnisch homogene Volk als angeblich natürliche Ordnung in einer Einheit verschmelzen. Gemäß dieser Ideologie der „Volksgemeinschaft“ sollen die staatlichen Führer intuitiv nach dem vermeintlich einheitlichen Willen des Volkes handeln.
Unverzichtbare Ideologieelemente für die überwiegende Mehrheit der deutschen Rechtsextremisten stellen der – offen, unterstellend oder verbrämt geäußerte – Antisemitismus und der Geschichtsrevisionismus dar. Letzteres steht für eine ideologisch motivierte Umdeutung historischer Tatsachen, die eine verfälschende Geschichtsbetrachtung propagieren. In den vergangenen Jahren hat das Aktionsfeld der „Islamfeindlichkeit“ als eine moderne Form der Fremdenfeindlichkeit für die rechtsextremistische Szene an Bedeutung gewonnen.

Und nun legen wir diese Merkmale, die selbst das nach linksneigende Laienlexikon Wikipedia anführt, an den Täter aus München an.

- Nationalist. Wissen wir nicht. Sein Vater ist Iraner, bislang haben wir von keinen Fahnen oder Devotionalien gehört, keine Zeugenaussagen und kein Video welches übermäßigen Nationalismus belegen würde
- Antisemitismus. Wissen wir nicht. Das gleiche wie im Fall des Nationalismus.
- Islamfeindlichkeit. Wissen wir nicht. War er selbst Muslim? Nicht bekannt, aber eine naheligende Möglichkeit angesichts der familiären Herkunft. Bleibt aber Spekulation. Bislang wurde nichts über Moscheebesuche bekannt und entsprechende Ausrufe finden sich ebenfalls nicht in den Zeugenaussagen.
- Faschismus. Wissen wir nicht. Aber es kommen Erkenntnisse an die Öffentlichkeit, nach der er Hitler verehrte. Er rühmte sich wohl damit am gleichen Tag geboren worden zu sein. Wie weit er sich mit einem autoritären und omnipräsenten Staat anfreundete ist nicht bekannt.
- Geschichtsrevisionismus. Wissen wir nicht. Auch bei der Pressekonferenz des bayrischen Innenministers Hermann kam dazu keine Information.
- Rassismus. Im Video hört man ihn auf Türken fluchen und sagen, er sei Deutscher und hier geboren. Die FAZ berichtet über Zeugenaussagen, er habe sich als Arier bezeichnet und gegenüber Türken und Arabern darum ein rassistisches Höherwertigkeitsgefühl aufgebaut. Seine Opfer stammen aus Albanien, der Türkei und scheinbar aus Europa (die Herkunft zweier Opfer wird interessanterweise nicht angegeben). Dies wird als Beleg angeführt, er hätte noch mehr Menschen töten können. Ausgelassen wird hier die Herkunft seiner überlebenden Opfer. Diese scheinen nicht zu zählen - auch nicht der Mordversuch an ihnen, denn die FAZ schreibt zynisch:
Für die Annahme, dass S. aus rassistischen Motiven heraus tötete, spricht auch, dass er mehr Menschen hätte umbringen können – er führte 300 Schuss Munition bei sich.
Auch die Betonung seiner Geburt in Deutschland im Abgleich mit den Geburtsorten seiner Opfer scheint die Journalisten, Politiker und Polizisten nicht zu beschäftigen. 
Rassismus ist kein Alleinstellungsmerkmal deutscher Rechtsextremisten (so heilsam dies für manchen Flecken dieser Erde wäre). Im Orient geht es da heiß her. Es folgen Pauschalisierungen - sie sind nicht allgemeingültig sondern beziehen sich auf stark verbreitete Denkweisen - oder besser Gefühle.
Türken hassen Kurden, Armenier, Araber und Israelis. Auch die Palästinenser sind nicht wirklich beliebt. Umgekehrt betrachten viele Araber die Türken mit Abscheu, blicken auf die Perser und Jemeniten herab. Unter Arabern wie den arabischen Nordafrikanern ist "Abu" noch immer verbreitet um Menschen dunkler Hautfarbe zu umschreiben - kürzer gesagt, Rassismus gegen Schwarze ist noch immer verbreitet und konnte während des arabischen Frühlings u.a. bei Lynchkommandos gegen Gastarbeiter beobachtet werden.
Wir wissen außerdem, dass der Täter von München als Mitwisser einen  jungen Afghanen hatte. Und an der Schule seinerseits inbesondere von Türken und Arabern gemobbt wurde. Dies klingt nicht nach dem bekannten ausländerfeindlichen Rassismus deutscher Extremisten.
Die Iraner (ich schreibe bewusst nicht Perser) haben sich auch in Sachen Hitler und Geschichtsrevisionismus hervorgetan. Längst vergessen der eindeutige Ausdruck dessen bei einem Freundschaftsspiel der iranischen gegen die deutsche Fußballnationalmannschaft 2004.
Zwar bemühte sich das deutsche Fernsehn, die speziellen Grüße so wenig als möglich zu zeigen und zu marginalisieren, ab 1:20 aber sind sie deutlich zu sehen.

Sind die Iraner Rechtsextremisten? Oder begegnen sich hier zwei Ideologien in einigen Gemeinsamkeiten, welche sie zu Verbündeten macht? Letzteres darf nicht besprochen werden. Vergleiche mit den Nazis sind außerhalb deutscher Reihen nicht erlaubt. Das machte die ARD klar, als sie im Kommentarbereich zu den Meldungen bzgl. Erdogans derzeitigen Aktion ankündigte, alle Vergleiche zu zensieren.


Angesichts dieses sehr differenzierten Hintergrundes ist die Bezeichnung Rechtsextremist für den Amokläufer von München mindestens so vorschnell, wie der Islamist. Doch gegen den wehren sich deutsche Medien und die "Aufrechten" deutlich, egal wie eindeutig die Sachlage ist.

Und das soll keineswegs die Gewalt- oder Tötungsbereitschaft Rechtsextremer in Frage stellen. Ob NSU, totgeprügelte Einwanderer, Bomben am Oktoberfest oder Brandstiftung an bewohnten Häusern - wir haben genug Beweise gesehen, dass Rechtsradikale zu mehr bereit sind, als erhobene rechte Arme und Revisionismus.


II. Schusswaffenmorde

In Nizza wurde ein LKW benutzt um 84 Menschen zu töten, dutzende weitere zu verletzen. Wie immer bei diesem Hintergrund der Anschläge erfahren wir wenig über das weitere Schicksal der Opfer. Sind alle durchgekommen, werden sie wieder vollständig gesund...?
Schon die Tatsache, dass dieses Tatmittel nicht zum ersten Mal benutzt wurde, sondern es eine ganze Reihe vorhergehender, nicht annähernd erfolgreicher Angriffe mit Fahrzeugen bspw. auf Weihnachtsmärkte gab wird kaum erwähnt und ist nahezu allen Menschen mit denen ich spreche unbekannt.
Die unmittelbar vorhergehende Tat, der Mord an einem Polizistenehepaar vor den Augen ihres kleinen Kindes mit Messer und Beil ist schon verdrängt. Die Bomben vom Flughafen Brüssel und den Tätern von Paris sind zur Nebensache verkommen, ebenso wie Axt und Messer des Würzburger Terroristen. In München wurde eine einzelne Pistole benutzt.
An dieser Stelle muss ich auch erneut auf den obigen Absatz zurückkommen.
Die Gesinnung des Täters könne man auch an den Opfern ablesen.
Für die Annahme, dass S. aus rassistischen Motiven heraus tötete, spricht auch, dass er mehr Menschen hätte umbringen können – er führte 300 Schuss Munition bei sich.
Meines Wissens führte der Täter diese 300 Schuss in seinem Rucksack mit. Je nachdem welche Pistole der Firma Glock bzw. welche Magazine er für diese Waffe besaß, konnte er bis 17 Schuss in die Waffe einführen und hintereinander verschießen. Ob er mehr als ein Magazin besaß und wenn ja, wie viele konnte ich bislang nicht herausfinden. Daher gehe ich von zweien aus. Das heisst, er hatte ca. 34 Schuss, von denen er 17 erst durch ein schnelles nachladen zuführen musste. Jeder, der glaubt, so ein Magazinwechsel sei eine naturgegebene Fähigkeit hat offensichtlich keine Ahnung - zumal unter Stress. Hier ein paar Videos von Profis und Semi-Profis des Schießsportes wie es geht, was man alles beachten muss, und wie es auch schief gehen kann. Bitte beachten: die Ausrüstung dieser Leute ist auf schnelle Magazinwechsel ausgelegt - der Täter von München hatte nichts dergleichen.
Trotzdem gelang es ihm, 9 Menschen, die meisten davon jung und vor ihm fliehend, zu erschießen und mindestens 14 weitere zu verletzen - die meisten vermutlich durch Treffer, darunter mindestens ein Kopfschuss.
Das Video, welches ihn vor dem Schnellrestaurant einfing, zeigt, wie er sehr schnell hintereinander mehrere Schüsse abgibt und davon treffen nach Rekonstruktion mehrere, auch tödlich.
Hatte er nicht mehr als zwei Magazine, so hätte er diese erst wieder befüllen müssen. Ein durchaus aufwendiger Vorgang, der am besten in Ruhe vollzogen wird. Ober dies bei seinem Rückzug vorhatte oder schon tat ist mir nicht bekannt.
Wären alle 300 Schuss in Magazinen gewesen, so hätte er  etwa 18 Magazin gebraucht. In seinem Rucksack wären diese trotzdem nur umständlich zu erreichen gewesen.
Es ist ausgesprochen zynisch, welt- und sachfremd zu behaupten, er hätte trotz der großen Zahl an Munition in seinem Rücksack darauf verzichtet, mehr Menschen umzubringen und dies als Beweis für seinen Rassismus anzuführen.

Die Waffe selbst wird thematisiert und besonders unser ehemaliger Umweltminister Gabriel, der jetzt den Vizekanzler mimt, fordert schärfere Gesetze.
Die Waffe wurde illegal reaktiviert.
Die vorausgehende Deaktivierung erfolgte nicht nach deutschen Maßstäben, die seit mehreren Jahren gelten und irreversibel sind.
Die Waffe wurde illegal über das Darknet besorgt.
Die Munition wurde auf dem gleichen Weg ebenso illegal besorgt.
Auch hier gilt: jemand ohne Ahnung will lediglich so tun, als wäre er besorgt um unser Wohl und würde aktiv. In Wahrheit ist dies nur Aktionismus, der absolut nichts bringt, außer den Legalwaffenbesitzern, die nach allen Polizei- und Geheimdienstberichten keine Gefahrenquelle sind,  das Leben zu erschweren und ihre Freiheit zu beschneiden.
Mehr deutsche Gesetze verhinderten diese Tat bestimmt nicht.

 

III. Islamist? Nicht doch....

In Nizza, Würzburg und Ansbach wurde jedesmal jeder der kurz nach der Tat von Islamisten sprach als islamfeindlicher, vorurteilsbehafteter Rechter dargestellt. Journalisten bemühten sich in allen Fällen Entschuldigungen und andere Motive aufzutun oder sogar zu kreieren. Ob Petra Sorge im Cicero den Schlachtruf des Massenmörders von Nizza versuchte zu leugnen und dabei die Glaubwürdigkeit der Tatzeugen (durch das Trauma selbst Opfer) absprach, Artikel in allen größeren Zeitungen und Zeitschriften über "was wir nicht wissen" oder die vielen Schreiber, welche dem Attentäter von Würzburg selbst nach einer riesigen Latte an Beweisen lieber eine Geisteskrankheit als Ursache unterjubelten nur um unmittelbar darauf durch ein Bekennervideo auf einer IS Plattform als Entschuldiger und Verharmloser entlarvt zu werden. Oder die Versuche u.a. der heute show u.a. durch den #ISbekenntsich die Beanspruchungen des Terrorstaates lächerlich und unglaubwürdig zu machen - nur um in besagte Bekennervideofalle zu laufen und selbst den letzten Rest Glaubwürdigkeit zu verlieren.
Anders als dargestellt beansprucht der IS eben keineswegs alles, was derzeit an Anschlägen passiert. Fast alle von ihm beanspruchten Attentate konnten auch zu ihm zurückgeführt werden. Viele davon durch Bekennervideos. Zum Anschlag von München erfolgte ebenfalls schnell eine Reaktion - aber keine Beanspruchung, sondern "lediglich" Glückwünsche.
Auch die Beschäftigung mit dem IS dabei fällt unter den Tisch. Ich halte die Diskussion rund um die Beanspruchungen darum für eine weitere Ablenkung. Ob islamistisch aus eigener Radikalisierung, ob für Al Quaida, Al Nusra oder eben den IS - der Hintergrund bleibt gleich.
Angesichts der langen Reihe gelungener islamistischer Anschläge in den letzten Jahren ist der zynische Humorversuch der Medien dementsprechend widerliche Ablenkungs- und Entschuldigungspolitik, um sich der Diskussion und den sicherlich ebenfalls aufziehenden extremen Haltungen entgegen zu stellen.
Auch das Credo "das hat nichts mit dem Islam zu tun" war zu hören - allerdings erst als letzte Ausweichsstrategie, wenn die Verleugnung der Morde selbst versagt hatte.
Der youtuber "Kraut and Tea" legt (auf englisch aber mit deutschen Screenshots bzw. in einem leider sehr von Tonproblemen geplagten Gespräch mit einem anderen youtouber) sehr ausführlich dar, wie die lokale Presse nach der Explosion von Ansbach erstmal versuchte, "harmlose" Erklärungen zu finden. Dünger- und Gasexplosion wurden aufgefahren. Auf Twitter hofften unterdessen die Realitätsfremden, dass es sich um einen rechtsradikalen Anschlag gehandelt haben möge.

Soweit also die Verweigerung des Offensichtlichen. Die Presse tritt nackt zur Parade an, das Volk wagt kaum etwas zu sagen, auch wenn es nur allzu deutlich ist, dass der Kaiser ungleidet auftritt.
Lediglich gegen Künast, die MdB, welche der Polizei vorwarf, den sie angreifenden Terroristen nicht "kampfunfähig" geschossen zu haben, traf ein wenig Widerstand.
Natürlich treten auch wieder allerhand Experten auf. Gewandet in die vermeintliche Reputation, ihre Ämter, welche sie ohne jeglichen Eignungsnachweis bekommen konnten oder einfach ihrer Bekanntheit erklären sie uns, wie die Welt funktioniert. Warum wir selbst schuld sind, dass wir unser Leben nicht verändern lassen dürfen, dass jede Angst und jede Äußerung, etwa die von Comedian Mario Barth direkt "fischen am rechten Rand ist".
 Auch hier blamiert sich die Presse gnadenlos. Mario Barth hatte einen Text gepostet. Wer den Komiker kennt, weiß, er behauptet nicht von sich gebildet oder besonders intelligent zu sein. Im Gegenteil. Seine Art ist recht einfach gehalten. Nun schrieb er
Es wird immer schwieriger zu schreiben, wie man etwas empfindet, da man entweder dann ein "Hetzer", ein "Angstverbreiter", ein "Natzi", ein "Publizist" oder ein "Idiot" ist. Ich versuche es trotzdem. Ich verstehe die Welt momentan nicht!!! Unserer Innenminister, der sehr "sympathische" Thomas de Meiziere, sagt so etwas wie"...alles soweit in Ordnung bla bla..." oder so etwas wie "...wenn ich Ihnen alles sagen würde, würde Sie das beunruhigen bla bla" Erst Würzburg, jetzt München, vorher Nizza. Was kommt denn als nächstes?? Ich weiß ich bin eigentlich für Comedy zuständig. Ich werde immer wieder gefragt, ob es auch andere Momente gibt. Ja, dieser!!! Ich bin sprachlos.
Über Form und Rechtschreibung kann man diskutieren (irgendwann werde auch ich meine Text korrektur lesen bevor ich sie absende...) - inhaltlich ist es eine klare Bestandsaufnahme die von der Reaktion seines Kollegen Michael Mittermeiers und der Presse denn auch prompt bestätigt wird.
Mittermeier
 Ich bin auch sehr geschockt von den aktuellen schlimmen Ereignissen der letzten Wochen, und ich teile mit Euch diesen Post von Mario Barth, weil er gut zur Diskussion „Wo sind die Grenzen in der Comedy?“ passt. Nämlich für mich hier! Danke, dass sich Mario selbstlos zur Verfügung stellt – es könnte auch heißen: „Mario Barth deckt sich auf.“ Wie dieser Post geschrieben ist, gespickt mit Best-Of-Besorgte-Bürger-Floskeln, das nennt man Fan-Fischen am billigen Rand. Damit ist er in einer romantischen Linie mit Horst Seehofer: „Es soll keinen Komiker rechts von mir geben.“ (...)
Er rät seinem Kontrahenten u.a. einem Spruch seiner eigenen Marke zu folgen und "die Fresse zu halten".
Er macht also genau das, was Barth beklagt - er macht aus dessen offen geäußerten Gefühlen eine Rechte, eigentlich Rechtsradikale Gesinnung.
Die Presse bejubelt ihn dafür. Die Huffington Post zeigt ihrerseits die Geisteshaltung ihrer Redakteure. Unter dem Titel "Nach Mario Barths Hetz-Post: So genial weist ihn Michael Mittermeier zurecht" bezieht sie Stellung.
Barth "hetzt" und Mittermeier "weist zurecht". Früher hätte eine Belehrung unter Komikern vielleicht eine Debatte darüber ausgelöst, ob dies unter erwachsenen Menschen nicht eine arrogante Haltung wäre - heute ist es Grund zu jubeln, zumindest wenn die "richtige" Meinung vertreten wird.
Das auch Mittermeier nicht faktenfest ist und in all seinem Bemühen Barth als dumm darzustellen selbst neben dem ein oder anderen Fehler im Text dann sich widerspricht und von einer durchtriebenen Marketingstrategie ausgeht - Nebensache.
Mich persönlich stört der mangelnde Widerspruch gegen Mittermeiers Behauptung unser Innenminister kämpfe an vorderster Front. Das ist die wirkliche Menschenverachtung. Die Frontlinie, das ist dort, wo Terroristen Menschen massakrieren. Die Opfer und die potentiellen Opfer, DIE stehen an der Frontlinie. Die Polizisten, die den Terroristen "kampfunfähig schießen" sollen und Wohnungen mit möglichen Sprengfallen stürmen, die damit leben müssen ein Leben genommen zu haben oder selbst dem Tod ins Auge blicken, die durch Ströme aus Blut und über Berge aus Leichen und Verletzten ins Bataclan klettern um gegen Schwerbewaffnete zu kämpfen; Rettungskräfte die ein weinendes kleines Mädchen auf der Leiche seiner Mutter im Brüsseler Flughafen sitzen lassen müssen, während sie denen helfen, denen noch zu helfen ist - DAS sind die Menschen an vorderster Front.
Vor wenigen Tagen wurde ein interner Bericht veröffentlicht, nachdem die Beamten, die das Bataclan stürmten sich übergeben mussten. Die Opfer der Terroristen wurden nicht einfach ermordet. Die Beamten fanden verstümmelte Leichen (Menschen mit schwachem Magen bitte zum nächsten Absatz springen, ich lasse Raum). Die Mörder hatten nicht, wie anfänglich berichtet, sich stundenlang mit Exekutionen aufgehalten. Sie hatten gefoltert. Die Beamten fanden herausgepulte Augen. Männern waren die Geschlechtsteile abgeschnitten und in den Mund gestopft worden. Frauen waren mit scharfen Gegenständen vergewaltig worden oder ihre Genitialien wurden mit scharfen Gegenständen verstümmelt. Darum wurden verschiedene Leichen den Familien nicht übergeben bzw. gezeigt, bevor man sie beerdigte.
Mittermeier (l.) und Barth. Quelle: Focus




Dieses Bild verfolgt mich, seitdem ich davon las. Ich habe Bilder ähnlicher Vorgänge aus verschiedenen Kriegen und den aktuellen Ereignissen in Syrien und Irak gesehen. 
Diese Opfer und diese Beamten, die Sanitäter und die Familien - das sind die Menschen an der Front. Wer das negiert, wer diese Menschen so ignoriert, dem sind Leben in Wirklichkeit egal. Dem geht es um eine bestimmte Klientel, wie den anderen Extremen auch.
Wie sich da jemand hinstellen kann und behaupten, unser Innenminister stünde an vorderster Front ist entweder unglaublich zynisch oder in einer arroganten Weise uninformiert und desinteressiert, dass es mir die Haare zu Berge stehen lässt.
Und damit sind wir bei den Schweinchen. Die Frage nach der Sicherheit wird entweder beantwortet mit "wir dürfen uns durch den Terror nicht unser Leben bestimmen lassen" - der Hütte aus Stroh über "wir müssen die Waffengesetze verschärfen und strengere Kontrollen an öffentlichen Plätzen einführen" - dem Haus aus Holz.
Wie das Haus aus Stein aussieht, dass kann ich nicht genau sagen. Aber das der Eingang dazu aus der ehrlichen Diskussion ohne Verfehmung auf der Basis der Meinungs- und Redefreiheit sein muss, dass weiß ich genau.



Samstag, 23. Juli 2016

Gebt den progressiven Muslimen das Wort

Wie oft betont, habe ich kein Rezept wie wir die dunkle Seite des Islam, wie wir dem islamischen Terrorismus, wie wir den Terroristen los werden können, welches nicht gegen alles woran wir als Christen und Europäer glauben  verstößt. Einzig einige wenige erste Schritte liegen klar vor mir. Das offene Gespräch ÜBER den Islam ohne die mittlerweile etablierten Tabus und Beschimpfungen der Kritiker, die Beseitigung der Sonderstellung als "unantastbar" und als "Rasse".
Und vor allem die Förderung der modernen, der wirklich modernen Muslime. Das sind solche, die zum einen in unserer Wertegemeinschaft angekommen sind, vor allem aber jene, die jene Schattenseite überhaupt sehen, anerkennen und als das eigentliche Problem behandeln. Solche wie Bassam Tibi, Abdel-Hakim Ourghi, Necla Kelek, Hamed Abdel-Samad, Seyran Ates, Güner Yasemin Balci und so viele mehr.
Bassam Tibi warf vor kurzem das Handtuch. Er ist nicht mehr überzeugt davon, jemals einen Euro-Islam erreichen zu können. Ich hoffe, er hat unrecht, aber ich denke, er weiß besser als ich, wie es im inneren der muslimischen Gemeinschaft Europas und dem bemühen der europäischen Staaten aussieht.
Die "Islam-Konferenz" war ein Beispiel dafür. Kritische Stimmen wie die von Kelek wurden von Anfang an von den anderen Verbänden und auch von den vermeintlich aufgeklärten Aushängeschilden des Islam wie Kaddor und Maryam Hübsch verfehmt und bedrängt ohne, dass der Veranstalter, unser Staat, vertreten durch Minister und ranghohe Beamte, dies negativ wertete - im Gegenteil. Die falschen Stimmen bestimmten bald den Ton. Es waren die konservativen Verbände, die den Terror als Problem unserer Gesellschaft und nicht des Islam darstellen, die Betroffenheit bestenfalls heucheln aber in keinster Weise Gegenreaktionen oder wahre Anteilnahme zeigen, welche bestimmten, dass die als reformatorische und sicherheitsrelevante Konferenz bald ohne solche modernen Muslime stattfinden sollte und die Themen sich um die Wünsche der Verbände, nicht mehr um die Sicherheit der Bevölkerung drehen sollte.
Wenn unser Staat anfangen würde, kritischer und konsequenter zu sein, bestimmte Werte eindeutig einfordern würde - ja, es gäbe zu Beginn mehr Reibungen mit bestimmten Kreisen. Besonders die Salafisten würden vermehrt protestieren und vermutlich sich ein Stück weit schneller radikalisieren. Aber nur so könnten wir eine muslimische Gemeinde in Deutschland entstehen lassen bzw. bestärken, die nicht nur die Dinge anders sieht als die Unterstützer religiöser Gewalt, sondern sich auch traut dies zu vertreten und "Kante zu zeigen".
Solange wir aber genau jenen ihre Moscheen fördern, Verbandsstrukturen finanzieren und Plattformen wie Forderungen (nach-)geben, die in Wahrheit nur wenig oder gar nicht anders denken als diese, welche einen florierenden Sklavenhandel betreiben (und machen Sie sich nichts vor, werter Leser, von Zentralafrika über Saudi-Arabien bis ins tiefste Asien hinein existiert die Sklaverei in ihrer ureigenen Form noch) und von einem großen dar al-Islam träumen, solange werden wir nicht einen einzigen Ansatzpunkt finden, irgendetwas zu ändern.Beispiele haben wir genug. Historisch wie aktuell, wie es dann läuft.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Mit dem Terror leben

Eine Phrase, oder besser, einige Varianten, dominieren die "Expertenmeinungen". Man dürfe sich dem Terror nicht unterwerfen.
Dem stimme ich restlos zu - aber scheinbar verstehe ich den Satz völlig anders.
Die Terroristen versuchten, unseren Alltag zu zerstören. Uns von unserer Lebensgestaltung abzubringen. Das dürften wir nicht zulassen. Wir sollten weitermachen, wie bisher, um es ihnen richtig zu zeigen.

Wer wirkliche Abneigung gegen Schimpfworte pflegt, überspringt bitte den folgenden Satz.
So eine gequirrlte, hirnlose, verkopfte, lebensfremd-gepamperte Scheisse zu verbreiten grenzt an fahrlässige Tötung.

So, mir gehts besser - ich habe das heute mehrfach laut vor mich hingeflucht. Meine nächste Beichte wird etwas länger...

Im ernst: die Absicht der Terroristen ist erstmal: zu töten und verletzen. So viele und so grausam und so medienwirksam wie möglich. Darauf folgt die Absicht, mit diesen Akten zum einen ihrem Auftrag zu wollen - den Kampf zu den Ungläubigen zu bringen, in das "Haus des Krieges", das "dar al-Harb".
Zum anderen aber auch zu signalisieren: wir haben die Macht. Wir können euch töten und wir werden euch töten. Wer nicht dem relativierenden, verfälschenden Unsinn in Radio und TV lauscht, nicht die Meinungsjournalisten in den Zeitungen liest sondern sich die Botschaften anhört, welche die Terroristen selbst versenden, der weiß, um was es ihnen geht. Ein klares Ziel. die Ausdehnung des Kalifats, die Bekehrung aller die sich bekehren lassen zum Islam, die Herrschaft der Scharia und der Tod aller, die sich nicht bekehren lassen.
Es ist völliger Schwachsinn zu behaupten, den Terroristen ginge es darum, dass Kevin Sorglos nicht mehr ins Bataclan nach Paris fährt oder der 14. Juli nicht mehr gefeiert würde. Natürlich will man diese Dinge auch loswerden, aber über die Herrschaft und nicht über den Terror. Der ist Teil asymetrischer Kriegsführung - in ihren Augen.

Bei uns wird betont, dass es keine absolute Sicherheit geben kann, man sich aber bemühe. Wie dies dann endet, zeigten uns prompt die Terroristen. Aus Angst, ein Stadion könnte, wie seinerzeit die Olympiade in München, live vor den Kameras zum Schauplatz eines Anschlages werden, wie im November in Paris geplant und in Deutschland vermutlich knapp verhindert, wurde ein riesiges Sicherheitsaufgebot aufgefahren.
In Nizza und den meisten anderen Städten wurde wenige Tage nach Ende der Veranstaltung dann der Nationalfeiertag begangen und die Sicherheitsvorkehrungen waren bestenfalls makulatur. Mit dem bekannten tödlichen Ausgang.
Die Polizei fordert mehr Beamte, die Innenminiserien schaffen Sonderheiten und Abteilungen. Und trotzdem kann es keine absolute Sicherheit geben. Die letzten Jahre haben das gezeigt. Wir verdrängen und vergessen um uns nicht klar zu machen, wie oft es schon geknallt hat.
Die Gewerkschaften betonen, dass man die Beamten nicht rund um die Uhr verheizen kann, die Innenrevisionen haben diverse Male bereits Radikale in den eigenen Reihen entlarvt.
Die Völkerwanderung hat nun doch manchen Terroristen ins Land gebracht, obwohl stets behauptet wurde, dem sei nicht.

In meinen Augen würde "wir ergeben uns nicht" bedeuten, wir lernen uns zu wehren. Wir fokussieren uns auf unsere Werte und Errungenschaften. Und fokussieren bedeutet, wir sehen es und wir verteidigen es. Sowohl gegen Angriffe als auch gegen Missbrauch. Bestes Beispiel wäre unser Asylwesen. Unsere Errungenschaft war hier das Menschenrecht, ausgeübt am Individuum. Jeder wurde als solches begrüßt, aufgenommen und überprüft. In einem stetigen Prozeß dieses Verfahren zu verbessern, menschenwürdiger zu machen. 2015 haben wir dies aufgegeben und ein Pauschalurteil verhängt. Turnhallenweise wurden echte Flüchtlinge mit Menschen zusammen gepfercht, die sich nur bessere Lebensumstände wünschen, viele davon am besten ohne Arbeit und auf Kosten anderer. Und zusammen mit "Flüchtlingen", denen der IS zwar zu Radikal war - aber nur, weil er auch sie aus irgendwelchen Kleinigkeiten aufs Korn nahm. Sonst teilen sie viele der Ansichten und leben sie auch aus. Mit Kinderschändern und Menschen die glauben, das man Mädchen nicht früh genug an einen Mann vermitteln kann.

Wehren, dass hieße für mich, die Bevölkerung vorzubereiten. Wie in Israel, wo der Terror zum Leben gehört und Beschützer nie viel weiter als einige dutzend Meter weg zu sein scheinen. Wo sich Menschen verteidigen dürfen und von klein auf beigebracht bekommen, wie man sich verhält. Bei einer Explosion, bei einem Alarm, bei einer Attacke. Ob Israel oder die USA, die Bürger haben das Recht sich zu wehren und üben dies auch aus. Jene, die es tun, stehen besser da, egal wie sehr an den Statistiken rumgefälscht und -interpretiert wird.
Ein bestimmter Teil unserer Politiker gerät in Panik und schwadroniert von Selbstjustiz, wenn die Bürger den letzten Strohhalm der Selbstverteidigung ergreifen und sich den "kleinen Waffenschein" geben lassen, um Schreckschusswaffen und Sprühgeräte mit sich führen zu dürfen, die einen Taschendieb abschrecken, aber gegen Terroristen und Bandenterror völlig nutzlos sind.

Mit dem Terror leben lernen, dass heisst Selbstverteidigung, Vorbereitung, Schutzmaßnahmen und Ausbildung. Wir werden wieder mehr Retter brauchen, die bei einem Anschlag den Verletzten helfen können. Wir werden Menschen brauchen, die ihre Ortskenntnis nutzen, um Fliehenden zu helfen.
Die Menschen müssen wieder lernen, ihre Umgebung im Auge zu behalten und Auffälligkeiten zu registrieren und ruhig melden zu können, ohne Panik auszulösen oder selbst zu erliegen.
Der Täter vom Frankfurter Flugplatz wurde von den unbewaffneten Soldaten überwältigt. Der Thalys-Terrorist wurde von urlaubenden amerikanischen GIs und einem mutigen Helfer zu Boden gebracht und entwaffnet. Der Täter von Nizza wurde von einem mutigen Mopedfahrer zum Anhalten gebracht. Der Kopenhagener Täter wurde von einem Sicherheitsmann in seinem tun behindert, als dieser die Menschen rettete und dafür sein Leben opferte.

In Texas waren es private, schwer bewaffnete Sicherheitsleute, die eine volle Wagenladung Islamisten stoppten.
Der Würzburger Täter traf durch einen für ihn unglücklichen Zufall auf ein SEK, die Täter von Paris mordeten bis nach Stunden die Polizei stürmte. Der entkommene Täter musste von einem Einsatzkommando Wochen später aus den Reihen seiner Sympathisanten abgeholt werden.

Den Bürgern zu vertrauen, wie man es mit den Völkerwanderern wagt, und ihnen die Verantwortung für ihr Leben zu lassen wäre ein Anfang. Das die Staaten versagt haben, das ist kaum noch zu leugnen. Nicht angenommene Notrufe, lange Anfahrtszeiten der Polizei, Kostenübertragung bei "Fehlalarmen" selbst anderer, Überalterung, Überarbeitung, Überlastung, Unfähigkeit, mangelnde Vorbereitung und Planung usw. usf .... diese Polizei kann nur noch aufnehmen, aber nicht mehr schützen, was ohnehin immer schon die schwierigste Aufgabe war.
Wir müssen unser Leben ändern. Denn es wird nicht aufhören. Egal wie oft die Presse mitteilt, der IS liege am Boden, er tut es nicht. Er ist in Nigeria, in Libyen, Yemen, Somalia, Irak und Syrien aktiv und sehr lebendig. Seine Attentäter verüben einen Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo, der jüdische Supermarkt, Thalys, die ermordete junge Tänzerin, der Novemberanschlag, das vor den Augen des Kindes abgeschlachtete Polizistenpaar, der Flughafenanschlag, Kopenhagen, Würzburg, der Angriff eines jungen Mädchens mit einem Messer auf einen Polizisten, Nizza usw. usf. Und das sind nur die letzten einer langen Reihe.
Muß das öffentliche Leben erliegen? Darf es das? Beide Male: Nein. Aber die Sorglosigkeit ist vorbei. Man kann seine Kinder nicht mehr Abends allein vom Konzert nach Hause laufen lassen (Godesberg als ein Beispiel von vielen). Jedem wildfremden die Tür aufzumachen empfiehlt sich nicht. Schon lange warnen sogar die Ersthelferkurse davor, allein auf dunkler Strasse anzuhalten. Vor allem als Frau.
Die wenigsten Menschen sind in der Lage extreme Situationen heute noch einzuschätzen. Im Bataclan legten sich die Opfer zum größten Teil auf den Boden, ergaben sich den Terroristen. Mit den bekannten Folgen.
Das ist keine Erpressung der Terroristen, es geht nicht um Geld, Freilassungen oder Politik. Sie wollen unser Leben. Alles aufgeben müssen wir nicht - aber ein wenig ändern müssten wir schon. Damit wenigstens mehr von uns und unseren Kindern eine Chance erhalten, die großartigen Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, freie Religionswahl, freie Partnerwahl und körperliche Selbstbestimmung zu erleben und nicht in Zuständen wach zu werden, wie sie in den meisten der ca. 55 islamischen Staaten herrschen.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Bürokratische Aufforderung an Islamisten (Satire)

Liebe Islamisten,
wenn Sie gedenken einen Anschlag zu vollziehen bitten wir Sie, zukünftig ein notarielles Bestätigungsschreiben Ihres Kalifen, Propheten oder sonstigen namentlich bekannten religiösen Führers oder Staates bei sich zu haben, welcher Sie als Terrorist mit islam(ist)ischer Grundlage für den Anschlag ausweist. Das Original oder eine beglaubigte Kopie sind während des Anschlages bei sich zu führen. Aufgrund der Gefahr, dass dieses Dokument beschädigt oder zerstört wird, während Sie sich in die Luft sprengen, erschossen werden oder verbrennen ist außerdem die Vorlage des Originals inklusive einer abzugebenden Kopie auf einer Polizeiwache wenigstens 24 h vor der Tat Pflicht.
Wir bedanken uns für Ihr Verständnis. Es liegt nicht an Ihnen, es liegt an den Vollpfosten unserer Medienwelt und Regierungen, dass Beweise und Bekenntnisse nicht mehr ausreichen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihre zukünftigen Opfer

Montag, 18. Juli 2016

Sorge um Cicero

Petra Sorge, Redakteurin beim Cicero, habe ich bereits thematisiert. Ihre Haltung ist die eines besserwissenden (ja, ich weiß, dass mir dieser Schuh ebenfalls passt), störrischen und von sich selbst als "gutem Menschen" überzeugten Kindes im besten Trotzalter. Diese sehr persönliche Charakterisierung drängt sich mir auf, nachdem ich zahlreiche ihrer Artikel zu lesen bekam.
So schloß sie sich etwa der Haltung an, dass der Erfolg der AfD bei der letzten Wahl in Wirklichkeit eine Wahlschlappe war, weil alle anderen Parteien zusammen immer noch mehr Wähler hätten.
Sie verteidigte auch einen der europäischen Propagandamitarbeiter der Hamas und sprach von neutraler und humanitärer Berichterstattung, bis dieser schließlich mit der Verharmlosung bzw. dem Lob auf die Hinrichtung mehrerer "Kollaborateure" durch die Hamas allgemein auffiel. Nicht nur, dass die Todesstrafe für Handel oder häufige Kommunikation mit Juden bzw. Israelis nicht in Frage gestellt wurde, der grausame Akt wurde als "sozial" bezeichnet, weil die Familien, die Hinterbliebenen, ihres Mannes und Vaters Beraubten, nicht selbst an den Pranger gestellt sondern versorgt wurde.
Die Resolution zum Völkermord an den Armeniern war noch nicht zu Ende beklatscht worden, die Rede Özdemirs in der er betonte, dass es vor allem um unsere Verantwortung an den damaligen Vorgängen ginge noch nicht in den Medien vollständig widergegeben (bis heute übrigens nicht), da schien es Sorge nötig, auf den Massenmord an den Herero und Namba hinzuweisen, der in der damaligen deutschen Kolonie durch deutsche Streitkräfte verübt wurde.
In einem bemerkenswerten Artikel unter der Überschrift "auch Linksradikale genießen Meinungsfreiheit" ging sie ihren Kollegen Kissler an. Stellte die Forderung nach Schließung des Portals "indymedia", auf welchem die gestohlenen Daten, also Namen und Anschriften der Teilnehmer des AfD Parteitages veröffentlicht worden waren - zusammen mit der Aufforderung "Hausbesuche" zu machen, was in vielen Fällen auch geschah, dem Protest Kisslers im Fall Pirincci gleich, dessen Redebeitrag bei Pegida verfälscht und so als Hetze und Mordaufruf wiedergegeben worden war und der daraufhin vom Buchhandel boykottiert wurde, dessen jahrzentealten Katzenkrimis sogar vom Verlag und Rechtehalter zurückgezogen wurden.
Nicht nur ein interessantes Bild von Meinungsfreiheit, sondern angesichts der intensiven Suche des "was hat er wirklich gesagt" im Falle eines 84 Mörders und dutzendfachen Körperverletzers, eines Terroristen auch in Hinsicht auf Princci ein wahrhaft peinliches, ja demütigendes Bild deutscher Schreiberzunft.  Dazu gleich mehr.
Das Referendum zur Ukraine in  den Niederlanden nennt sie "eine Perversion der Demokratie".

Im Rahmen der Silvestervorfälle in Köln und dutzenden anderen deutschen Städten bezog sie ebenfalls Stellung. So stellt sie sich hinter den Pressekodex und behauptet pauschal, das die Nichtnennung der Herkunft zu debattieren völlig unnötig gewesen sei. Und auch sonst waren ihre Positionen und Informationen unvollständig, voreilig und schlecht recherchiert. Den Feministinnen, die ihre Sache plötzlich mit dem Kampf gegen (realen wie vermeintlichen) Rassismus vermengten und unterordneten hielt sie die Stange - immerhin leben wir in Deutschland ja ohnehin in einer "rape culture" und das Oktoberfest ist ein einziger großer Vergewaltigungsmarkt...
Die AfD ist für sie nah bei der NPD, während sie dem SWR für die Ausladung der AfD zu den Sendungen der Vorwahlen als "kluge Entscheidung" betitelt.

Genau diese Frau Sorge also ist es, die sich hinstellt und natürlich aus ihrem Redaktionsstübchen nicht nur dutzende von Menschen mit ihren Nachfragen weitere Arbeit aufbürdet sondern zielgerichtet auf ein bestimtes Ergebnis hin arbeitet. Kern ist dabei die Meldung, man habe den Mörder von 84 feiernden, nichtsahnenden Menschen "Allahu Akhbar" rufen hören. Jenen mittlerweile allseits bekannten Ruf, den Islamisten gerne zu jeder intensiven Gelegenheit von sich geben, der aber letztlich im Islam rituell verankert ist. So wird auch der adhan, der Gebetsruf mit diesen Zeilen ausgeführt - auch für moderate Muslime.
Und schon da hört es im Artikel auch auf. Denn, leicht nachzulesen und zu -recherchieren, der Ruf bedeutet nicht "Gott ist groß", er bedeutet "Allah ist größer". Der Komparativ also, die Steigerung im Verhältnis zu allem und jedem anderen. Eine Kampfansage in sich. Schon diese semantische Grundinformation gelingt den beiden Autorinnen nicht nachzuvollziehen, wohl aber dem ein oder anderen Leser. Eine falsche oder mangelhafte Übersetzung, zumal von zwei wohlbekannten Wörtern die dann auch noch das einzige Thema des Artikels sind - mir wäre das peinlich.
Was folgt ist ein quälend langer Bericht darüber, wie die beiden Frauen versuchen herauszubekommen, woher die jeweiligen veröffentlicher ihre Informationen bekommen. Und obwohl sie "jeden" gedenken anzurufen, bei der ersten Quelle, der DailyMail sind sie nur mit der Herabwertung des Mediums aufgrund des großen Klatschteiles großzügig. Nun ist die DailyMail nun wirklich kein Hort des qualitativen Journalismus, dass Niveau entspricht, bis auf die Quantität des Klatschteiles, aber in etwa deutschem Standart.
Auch die Tatsache, dass dies Sorges einziges Statement zum Anschlag ist, spricht Bände. Da sterben so viele Menschen, noch viel mehr werden verletzt. Darunter Kinder. Und was die beiden Frauen interessiert ist: hat der Täter Allahu akhbar gerufen oder nicht.
Der Artikel endet damit, dass eindeutig Zeugen benannt werden, die den Ruf gehört haben wollen.
Und da endet die Investigation.
Während man dies bis zu jenem offenen und dem gesamten Inhalt widersprechenden Ende liest, drängt sich der Eindruck auf, es geht nur um eine schnell zusammenzufassende Meinung:
Die beiden halten die Verbindung zum islamischen Terrorismus für vorschnell und rassistisch, darum lehnen sie anderslautende Zeugenmeldungen ab.
Auch die Tatsache, dass sich der IS bereits dazu bekannte wird schlicht vom Tisch gefegt. In seiner Absurdität wäre das witzig, wenn es nicht so viele unschuldige Leben gefordert hätte. Da planen, arrangieren und morden diese Terorristen um ein Zeichen zu setzen und Europa in Angst zu versetzen (und natürlich möglichst viele "Ungläubige" zu töten) und dann glaubt man ihnen nicht, wenn sie voller stolz sagen: das waren wir.
Damit ist auch der Titel eigentlich hinfällig - denn selbst wenn, so würden die beiden dies noch immer nicht als Beweis gelten lassen.

Der Artikel ist kein Artikel. Er ist Meinungsäußerung und Gezeter mit einem Anstrich von Journalismus. Es wird sich über mangelnde Recherche und vorschnelle Berichterstattung aufgeregt, während man selbst es bei einem dutzend Anrufen und eMails mit Quellenanfragen belässt. Kein Interview mit dem oder den Zeugen, die betroffenen Beamten und Opferfamilien kommen nicht zu Wort.
Cicero muss sich ernsthaft die Frage gefallen lassen, warum dieser Text, der für eine in Utopien denkende 14jährige als Aufsatz durchgeht aber mehr eben auch nicht, bei ihnen veröffentlicht wird. Und ich stelle angesichts der "Erfolgsgeschichte" und Arbeitsweise von Sorge die Frage, warum sie nicht schon längst wieder auf Jobsuche geschickt wurde. Linke Meinungen müssen im Cicero sein. Es ist ein Debattenmagazin. Aber es sollte eben als Debatte geführt werden, mit allen darin enthaltenen Notwendigkeiten wie plausiblen Argumentationssträngen.