Petra Sorge, Redakteurin beim Cicero, habe ich bereits thematisiert. Ihre Haltung ist die eines besserwissenden (ja, ich weiß, dass mir dieser Schuh ebenfalls passt), störrischen und von sich selbst als "gutem Menschen" überzeugten Kindes im besten Trotzalter. Diese sehr persönliche Charakterisierung drängt sich mir auf, nachdem ich zahlreiche ihrer Artikel zu lesen bekam.
So schloß sie sich etwa der Haltung an, dass der Erfolg der AfD bei der letzten Wahl in Wirklichkeit eine Wahlschlappe war, weil alle anderen Parteien zusammen immer noch mehr Wähler hätten.
Sie verteidigte auch einen der europäischen Propagandamitarbeiter der Hamas und sprach von neutraler und humanitärer Berichterstattung, bis dieser schließlich mit der Verharmlosung bzw. dem Lob auf die Hinrichtung mehrerer "Kollaborateure" durch die Hamas allgemein auffiel. Nicht nur, dass die Todesstrafe für Handel oder häufige Kommunikation mit Juden bzw. Israelis nicht in Frage gestellt wurde, der grausame Akt wurde als "sozial" bezeichnet, weil die Familien, die Hinterbliebenen, ihres Mannes und Vaters Beraubten, nicht selbst an den Pranger gestellt sondern versorgt wurde.
Die Resolution zum Völkermord an den Armeniern war noch nicht zu Ende beklatscht worden, die Rede Özdemirs in der er betonte, dass es vor allem um unsere Verantwortung an den damaligen Vorgängen ginge noch nicht in den Medien vollständig widergegeben (bis heute übrigens nicht), da schien es Sorge nötig, auf den Massenmord an den Herero und Namba hinzuweisen, der in der damaligen deutschen Kolonie durch deutsche Streitkräfte verübt wurde.
In einem bemerkenswerten Artikel unter der Überschrift "auch Linksradikale genießen Meinungsfreiheit" ging sie ihren Kollegen Kissler an. Stellte die Forderung nach Schließung des Portals "indymedia", auf welchem die gestohlenen Daten, also Namen und Anschriften der Teilnehmer des AfD Parteitages veröffentlicht worden waren - zusammen mit der Aufforderung "Hausbesuche" zu machen, was in vielen Fällen auch geschah, dem Protest Kisslers im Fall Pirincci gleich, dessen Redebeitrag bei Pegida verfälscht und so als Hetze und Mordaufruf wiedergegeben worden war und der daraufhin vom Buchhandel boykottiert wurde, dessen jahrzentealten Katzenkrimis sogar vom Verlag und Rechtehalter zurückgezogen wurden.
Nicht nur ein interessantes Bild von Meinungsfreiheit, sondern angesichts der intensiven Suche des "was hat er wirklich gesagt" im Falle eines 84 Mörders und dutzendfachen Körperverletzers, eines Terroristen auch in Hinsicht auf Princci ein wahrhaft peinliches, ja demütigendes Bild deutscher Schreiberzunft. Dazu gleich mehr.
Das Referendum zur Ukraine in den Niederlanden nennt sie "eine Perversion der Demokratie".
Im Rahmen der Silvestervorfälle in Köln und dutzenden anderen deutschen Städten bezog sie ebenfalls Stellung. So stellt sie sich hinter den Pressekodex und behauptet pauschal, das die Nichtnennung der Herkunft zu debattieren völlig unnötig gewesen sei. Und auch sonst waren ihre Positionen und Informationen unvollständig, voreilig und schlecht recherchiert. Den Feministinnen, die ihre Sache plötzlich mit dem Kampf gegen (realen wie vermeintlichen) Rassismus vermengten und unterordneten hielt sie die Stange - immerhin leben wir in Deutschland ja ohnehin in einer "rape culture" und das Oktoberfest ist ein einziger großer Vergewaltigungsmarkt...
Die AfD ist für sie nah bei der NPD, während sie dem SWR für die Ausladung der AfD zu den Sendungen der Vorwahlen als "kluge Entscheidung" betitelt.
Genau diese Frau Sorge also ist es, die sich hinstellt und natürlich aus ihrem Redaktionsstübchen nicht nur dutzende von Menschen mit ihren Nachfragen weitere Arbeit aufbürdet sondern zielgerichtet auf ein bestimtes Ergebnis hin arbeitet. Kern ist dabei die Meldung, man habe den Mörder von 84 feiernden, nichtsahnenden Menschen "Allahu Akhbar" rufen hören. Jenen mittlerweile allseits bekannten Ruf, den Islamisten gerne zu jeder intensiven Gelegenheit von sich geben, der aber letztlich im Islam rituell verankert ist. So wird auch der adhan, der Gebetsruf mit diesen Zeilen ausgeführt - auch für moderate Muslime.
Und schon da hört es im Artikel auch auf. Denn, leicht nachzulesen und zu -recherchieren, der Ruf bedeutet nicht "Gott ist groß", er bedeutet "Allah ist größer". Der Komparativ also, die Steigerung im Verhältnis zu allem und jedem anderen. Eine Kampfansage in sich. Schon diese semantische Grundinformation gelingt den beiden Autorinnen nicht nachzuvollziehen, wohl aber dem ein oder anderen Leser. Eine falsche oder mangelhafte Übersetzung, zumal von zwei wohlbekannten Wörtern die dann auch noch das einzige Thema des Artikels sind - mir wäre das peinlich.
Was folgt ist ein quälend langer Bericht darüber, wie die beiden Frauen versuchen herauszubekommen, woher die jeweiligen veröffentlicher ihre Informationen bekommen. Und obwohl sie "jeden" gedenken anzurufen, bei der ersten Quelle, der DailyMail sind sie nur mit der Herabwertung des Mediums aufgrund des großen Klatschteiles großzügig. Nun ist die DailyMail nun wirklich kein Hort des qualitativen Journalismus, dass Niveau entspricht, bis auf die Quantität des Klatschteiles, aber in etwa deutschem Standart.
Auch die Tatsache, dass dies Sorges einziges Statement zum Anschlag ist, spricht Bände. Da sterben so viele Menschen, noch viel mehr werden verletzt. Darunter Kinder. Und was die beiden Frauen interessiert ist: hat der Täter Allahu akhbar gerufen oder nicht.
Der Artikel endet damit, dass eindeutig Zeugen benannt werden, die den Ruf gehört haben wollen.
Und da endet die Investigation.
Während man dies bis zu jenem offenen und dem gesamten Inhalt widersprechenden Ende liest, drängt sich der Eindruck auf, es geht nur um eine schnell zusammenzufassende Meinung:
Die beiden halten die Verbindung zum islamischen Terrorismus für vorschnell und rassistisch, darum lehnen sie anderslautende Zeugenmeldungen ab.
Auch die Tatsache, dass sich der IS bereits dazu bekannte wird schlicht vom Tisch gefegt. In seiner Absurdität wäre das witzig, wenn es nicht so viele unschuldige Leben gefordert hätte. Da planen, arrangieren und morden diese Terorristen um ein Zeichen zu setzen und Europa in Angst zu versetzen (und natürlich möglichst viele "Ungläubige" zu töten) und dann glaubt man ihnen nicht, wenn sie voller stolz sagen: das waren wir.
Damit ist auch der Titel eigentlich hinfällig - denn selbst wenn, so würden die beiden dies noch immer nicht als Beweis gelten lassen.
Der Artikel ist kein Artikel. Er ist Meinungsäußerung und Gezeter mit einem Anstrich von Journalismus. Es wird sich über mangelnde Recherche und vorschnelle Berichterstattung aufgeregt, während man selbst es bei einem dutzend Anrufen und eMails mit Quellenanfragen belässt. Kein Interview mit dem oder den Zeugen, die betroffenen Beamten und Opferfamilien kommen nicht zu Wort.
Cicero muss sich ernsthaft die Frage gefallen lassen, warum dieser Text, der für eine in Utopien denkende 14jährige als Aufsatz durchgeht aber mehr eben auch nicht, bei ihnen veröffentlicht wird. Und ich stelle angesichts der "Erfolgsgeschichte" und Arbeitsweise von Sorge die Frage, warum sie nicht schon längst wieder auf Jobsuche geschickt wurde. Linke Meinungen müssen im Cicero sein. Es ist ein Debattenmagazin. Aber es sollte eben als Debatte geführt werden, mit allen darin enthaltenen Notwendigkeiten wie plausiblen Argumentationssträngen.
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Montag, 18. Juli 2016
Freitag, 27. Mai 2016
Eine Geschichte von Gewalt und europäischem Fanatismus
Er steht auf der Bühne und wartet auf seinen Takt. Vor ihm die feiernde Menge, neben ihm seine Bandkollegen. Neben und am Rand der Bühne warten Freunde, Manager, Tourbegleiter. Es läuft gut. Mehrere Lieder sind begeistert aufgenommen worden. Bis auf eine verstimmte Gitarre am Anfang kam es zu keinen Problemen.
Ein Geräusch dringt durch den Klang der elektrischen Gitarre und des Schlagzeuges hinter ihm an sein Ohr. Er erkennt es sofort, auch andere der Band. Sein Vater hat es ihm schon als kleines Kind zu Gehör gebracht und erklärt, was zu tun ist.
Er dreht sich um und springt von der Bühne in Richtung des Backstage-Bereiches. Die Tür steht sperrangelweit offen und so läuft er ohne zu zögern zur Umkleide, begleitet von Bandkollegen und auf der Suche nach seiner Freundin.
Währenddessen steht der Gitarrist noch auf der Bühne. Er steht unter Schock. Rufe reißen ihn aus der entsetzten Starre, verursacht durch das, was er gerade sah. Auch er flieht.
Hinter der Bühne begegnet der Sänger einem der Terroristen. Gerade rechtzeitig kann er in den Gang zurückweichen, der Terrorist selbst geht weiter Raum für Raum ab.
Die Band animiert verängstigte Besucher und Mitarbeiter zu fliehen. Suchen dabei Freunde in der Menge.
Die Rede ist von Jesse Hughes und den Eagles of Death Metal. Die Band war in den letzten Jahren eher ein Insider, Fans und Kennern der Szene bekannt. Keine Band mit Hits in den Charts.
Im November letzten Jahres ging dann eine Welle der Sympathiebekundungen ein und ihre Konzerte einige Monate darauf sollten umjubelte Symbole werden. Islamisten hatten das Konzert angegriffen, ca. 90 Menschen abgeschlachtet. Der Ort und Zeitpunkt wurden als Symbol gewertet, als Angriff auf Musik, auf Bands die in extremistischer Sichtweise verboten seien. Umso mehr wurde begrüßt, dass die Band sich nicht unterkriegen ließ. Wieder auf Tour ging. Wow, was sind wir, was sind unsere Werte stark. Unsere Freiheit zu spielen, singen, zeichnen und sagen was wir wollen...
Dann gab Jesse Hughes seine Meinung zu Stift und Papier oder Mikrofon. Er gab mehrere Interviews in denen er seine ureigene Meinung und seine Erlebnisse frei von der Leber plapperte.
Beispiel
Nebenbemerkung: Hughes bricht beinahe in Tränen aus als er berichtet, wie sein Gitarrist, der in der Mitte der Bühne nahe dem Publikum stand sah, wie die ersten Opfer getroffen wurden - "Dinge, die er noch nie im Leben gesehen hatte".
Hughes beklagt, dass die Menschen angesichts des kommenden Todes nicht kämpften oder rannten sondern viele sich hinwarfen oder dachten, durch Unterwerfung überleben zu können.
Da hörte es dann auf mit der Begeisterung.
Die Band, deren Musik durch einen Anschlag beendet werden sollte, wurde nun deshalb von mehreren Konzerten ausgeladen und die ersten Boykottaufrufe laufen durchs Internet.
Was sagte er?
Zuallererst: wer sich zwei Minuten mit der Band auseinandersetzt, der weiß, dass sie eine Indie-Band ist, in deren Reihen sich mehrere Meinungen und Haltungen finden. Hughes aber gehört zur Kategorie der konservativen "Rocker" (nein, die Band spielt kein Metal - auch wenn der Name es impliziert).
Außerdem sagte er selbst, er leide unter PTSD (post traumatic stress disorder). Menschen unter diesem Einfluß werden "normalerweise" als Geschädigte gesehen und ihre Äußerungen aufgrund der psychischen Nachwirkungen mit Nachsicht betrachtet. Außer...
Was also hatte er gesagt und behauptet?
Seiner Aussage nach seien mehrere Sicherheitsleute nicht zur Arbeit erschienen und ein ihm suspekt erscheinender Mitarbeiter der Security hatte deshalb nicht ausgetauscht werden können.
Hughes wirft also eine "Verschwörungstheorie" in den Raum, die u.a. zur Anschuldigung führt, dass die sonst stets verschlossene Backstagetür bei seiner Flucht bereits offen war und bereits Schüsse in diesem besonders gesicherten Bereich fielen.
Für diese Äußerungen hat er sich mittlerweile beim Team entschuldigt, das Bataclan hat aber die Justiz eingeschaltet. Ein erneuter Auftritt der Band dort bei der Wiedereröffnung erscheint somit ausgeschlossen.
Schwerwiegender wurden nun seine geschilderten Eindrücke aufgenommen.
So ist belegt, dass die Terroristen auch in den Backstagebereich kamen - ein Bereich der vom Publikumsareal nicht ohne Schlüssel oder Code betreten werden kann, jedenfalls nicht, solange ein Mensch der Security einfach die Türe schließt.
Auch im Backstage wurden Menschen ermordet, inklusive der Umkleide der Künstler, wo ein einziger junger Mann überlebte, der sich unter der Kleidung der Musiker verkroch.
Zeugenaussagen, Video und die Szenerie belegen, dass die Terroristen nicht auf die Bühne schossen, nicht auf die Künstler zielten, sondern so viele Opfer versuchten herbeizuführen als möglich. Und sie stießen erst auf Widerstand, als ein älterer, hochrangiger Polizeioffizier mit seinem Fahrer hereinstürmte und nach kurzem Schusswechsel, in welchem die beiden hoffnungslos unterlegen waren, sich wieder zurückziehen musste - mit einem achtungserfolg. Was folgte war eine lange Phase, in denen die Mörder tun und lassen konnten, was sie wollten, bis das Gebäude gestürmt wurde. Angeblich ging die Polizei von einer Geiselnahme aus - was eine offensichtliche Schutzbehauptung angesichts massiver Überforderung ist. Anschläge in der Stadt, Berge von Leichen und Verletzten im Eingangsbereich und was jener Offizier zu Gesicht bekam dürften belegt haben, worum es ging.
Wenn also eine Seite aufgrund eines Traumas und der typischen Unklarheit eines nicht ausgebildeten Zeugen und die andere aufgrund eigenen Versagens und politischer Agenda nicht exakt sagen können oder wollen, was passierte, wer ist dann ein Verschwörungstheoretiker?
Es sind jene, die behaupten, es seien Menschen ohne Unterstützung in der muslimischen Gemeinde Frankreichs gewesen, die so etwas taten. Es sind eben genau jene, die nun gegen Hughes vorgehen und pöbeln.
Als Mohammed Merah 2012 mehrere Soldaten, Kinder und ihren Vater ermordete, davon ein Video hochlud wie er einem kleinen Mädchen erst Schmerzen zufügte und ihr dann in den Kopf schoss, weil sie Jüdin war, da gab es eine signifikante Bewegung von Anhängern, die ihm zujubelte, die den Staat als Mörder bezeichnete, weil sich Merah nicht ergab sondern erschossen werden musste als man ihn stellte, die zu seinem Grab pilgern und ihn in Wandschmierereien hochleben lassen.
Als eine Schweigeminute nach den Anschlägen von Charlie Hebdo und dem jüdischen Supermarkt in Paris ausgerufen wurde, waren es muslimische Schüler, Studenten und Lehrer, welche diese Schweigeminute nicht nur störten sondern für Sympathiebekundungen nutzten.
Als nach den Novemberanschlägen Täter flüchtig waren, da gab es dutzende von Unterstützern und hunderte von Moscheen, die durchsucht werden mussten. In einer großen Zahl der Moscheen wurde man fündig - in Form von Propaganda, Anwerbungsmitteln, oft auch Waffen.
Und der letzte Flüchtige wurde von Helfern bis nach Belgien gebracht, und als er dort nach Wochen der Suche verhaftet wurde, da sammelte sich eine Menge und griff die Beamten sogar mit Steinwürfen an.
Es sind JENE Leute, die behaupten, dass es völlig unmöglich sei, dass Muslime sich über die erfolgreichen Anschläge gefreut hätten, die Verschwörungstheorien verbreiten - denn es GIBT diese Radikalen und es sind eben nicht wenige.
Es sind jene, die behaupteten, es gäbe keine Gefahr, dass durch die offenen Grenzen und die Völkerwanderung auch Terroristen nach Europa gelangen und dort leichtes Spiel hätten - nur um dann zu erleben wie drei von sechs Terroristen mit eben diesem Strom von Menschen in Verbindung gebracht wurden.
Es ist völlig richtig zu sagen: es sind aber nicht alle Muslime. Absolut. Man kann nicht losziehen und einfach alle Muslime verhaften oder internieren, weil es solche Terroristen und Terroristenfreunde gibt oder sie vielleicht einige Gedanken teilen. Aber man kann auch nicht die Augen schließen und jeden, der unangenehme Dinge berichtet dämonisieren.
Viel schlimmer ist der Missbrauch der Eagles of Death Metal. Erst wurde ihr Konzert genutzt um Menschen, die eindeutig nicht der wörtlichen Befolgung des Islam angehörten in Scharen niederzumetzeln.
Dann wurden sie als Symbol für die Maxime benutzt "sich vom Terrorismus nicht unterzukriegen, das Leben nicht verändern zu lassen" - als seien vermehrte Sicherheitskontrollen, Milliarden Mehrausgaben und Beamte im Dauerstress ebensowenig Veränderung, wie die plötzliche Zurückhaltung beim Thema Islam und Muslime, bei der Einrichtung von Gremien welche Zensur ausüben, wo eben noch die Meinungsfreiheit und die angebliche Kultur des "alles sagen dürfens" herrschte.
Und jetzt werden sie wieder benutzt, von genau jenen Blockwarten, die alles eben doch dem Terror anpassen und politisieren. Von jenen die bestimmen, was "richtig" und was "falsch" ist, sogar, was die Zeugen und Opfer eines Anschlages erlebten und was nicht.
Hughes ist kein Politiker. Er ist Musiker. Und er hat eine Meinung - zu der nebenbei auch zählt, dass die strengen Waffengesetze Frankreichs im November nicht ein einziges Leben retten konnten.
Genauer sagte er: solange nicht absolut sicher ist, dass alle unbewaffnet sind, sollte jeder bewaffnet sein.
Er ist ein Opfer von Terroristen, der berichtet, was er gesehen hat oder glaubt gesehen zu haben.
Vielleicht stimmt es, vielleicht nicht. Ich war nicht dabei. Einiges klingt unglaublich - aber nichts davon unmöglich.
Solange er auf der Bühne aber Musik macht und keine Politik haben Konzertveranstalter ihn und seine Band verdammt noch mal nicht auszuladen.
Kurz nach den Anschlägen wurde zur Solidarität aufgerufen, zum Kauf des Songs "Save A Prayer" bei Amazon, einem Coversong von Duran Duran, welche alle Einnahmen den Opfern zugute kommen ließen.
Da die Musik bei Youtube eingestellt ist, gehe ich von der Klärung der Urheberrechte aus und verlinke hier erneut auf den Song - denn an meiner Solidarität hat sich nichts geändert.
Ich teile nicht alle Meinungen und Aussagen Hughes oder der anderen Bandmitglieder. Muss ich auch nicht. Aber er hat ein Recht darauf und was jetzt läuft ist genau das, was die Terroristen ebenfalls erreichen wollten. Radikale gibt es eben doch in vielen Formen.
Hier ein Interview mit der ganzen Band
Statt des angeblichen "Jetzt erst recht!" also nun ein "das dürft ihr nicht!" Da gibt es eine große Zahl Menschen, die dem zustimmen - und viele davon versklaven Nichtmuslime und ermorden Häretiker...
Ein Geräusch dringt durch den Klang der elektrischen Gitarre und des Schlagzeuges hinter ihm an sein Ohr. Er erkennt es sofort, auch andere der Band. Sein Vater hat es ihm schon als kleines Kind zu Gehör gebracht und erklärt, was zu tun ist.
Er dreht sich um und springt von der Bühne in Richtung des Backstage-Bereiches. Die Tür steht sperrangelweit offen und so läuft er ohne zu zögern zur Umkleide, begleitet von Bandkollegen und auf der Suche nach seiner Freundin.
Währenddessen steht der Gitarrist noch auf der Bühne. Er steht unter Schock. Rufe reißen ihn aus der entsetzten Starre, verursacht durch das, was er gerade sah. Auch er flieht.
Hinter der Bühne begegnet der Sänger einem der Terroristen. Gerade rechtzeitig kann er in den Gang zurückweichen, der Terrorist selbst geht weiter Raum für Raum ab.
Die Band animiert verängstigte Besucher und Mitarbeiter zu fliehen. Suchen dabei Freunde in der Menge.
Die Rede ist von Jesse Hughes und den Eagles of Death Metal. Die Band war in den letzten Jahren eher ein Insider, Fans und Kennern der Szene bekannt. Keine Band mit Hits in den Charts.
Im November letzten Jahres ging dann eine Welle der Sympathiebekundungen ein und ihre Konzerte einige Monate darauf sollten umjubelte Symbole werden. Islamisten hatten das Konzert angegriffen, ca. 90 Menschen abgeschlachtet. Der Ort und Zeitpunkt wurden als Symbol gewertet, als Angriff auf Musik, auf Bands die in extremistischer Sichtweise verboten seien. Umso mehr wurde begrüßt, dass die Band sich nicht unterkriegen ließ. Wieder auf Tour ging. Wow, was sind wir, was sind unsere Werte stark. Unsere Freiheit zu spielen, singen, zeichnen und sagen was wir wollen...
Dann gab Jesse Hughes seine Meinung zu Stift und Papier oder Mikrofon. Er gab mehrere Interviews in denen er seine ureigene Meinung und seine Erlebnisse frei von der Leber plapperte.
Beispiel
Hughes beklagt, dass die Menschen angesichts des kommenden Todes nicht kämpften oder rannten sondern viele sich hinwarfen oder dachten, durch Unterwerfung überleben zu können.
Da hörte es dann auf mit der Begeisterung.
Die Band, deren Musik durch einen Anschlag beendet werden sollte, wurde nun deshalb von mehreren Konzerten ausgeladen und die ersten Boykottaufrufe laufen durchs Internet.
Was sagte er?
Zuallererst: wer sich zwei Minuten mit der Band auseinandersetzt, der weiß, dass sie eine Indie-Band ist, in deren Reihen sich mehrere Meinungen und Haltungen finden. Hughes aber gehört zur Kategorie der konservativen "Rocker" (nein, die Band spielt kein Metal - auch wenn der Name es impliziert).
Außerdem sagte er selbst, er leide unter PTSD (post traumatic stress disorder). Menschen unter diesem Einfluß werden "normalerweise" als Geschädigte gesehen und ihre Äußerungen aufgrund der psychischen Nachwirkungen mit Nachsicht betrachtet. Außer...
Was also hatte er gesagt und behauptet?
Seiner Aussage nach seien mehrere Sicherheitsleute nicht zur Arbeit erschienen und ein ihm suspekt erscheinender Mitarbeiter der Security hatte deshalb nicht ausgetauscht werden können.
Hughes wirft also eine "Verschwörungstheorie" in den Raum, die u.a. zur Anschuldigung führt, dass die sonst stets verschlossene Backstagetür bei seiner Flucht bereits offen war und bereits Schüsse in diesem besonders gesicherten Bereich fielen.
Für diese Äußerungen hat er sich mittlerweile beim Team entschuldigt, das Bataclan hat aber die Justiz eingeschaltet. Ein erneuter Auftritt der Band dort bei der Wiedereröffnung erscheint somit ausgeschlossen.
Schwerwiegender wurden nun seine geschilderten Eindrücke aufgenommen.
“I saw Muslims celebrating in the street during the attack. I saw it with my own eyes. In real time! How did they know what was going on? There must have been coordination,”Seine Äußerungen werden als Verschwörungstheorien bezeichnet, manches ist nicht in Einklang mit den polizeilichen Ermittlungsergebnissen, anderes scheint nur auf den ersten Blick unmöglich.
So ist belegt, dass die Terroristen auch in den Backstagebereich kamen - ein Bereich der vom Publikumsareal nicht ohne Schlüssel oder Code betreten werden kann, jedenfalls nicht, solange ein Mensch der Security einfach die Türe schließt.
Auch im Backstage wurden Menschen ermordet, inklusive der Umkleide der Künstler, wo ein einziger junger Mann überlebte, der sich unter der Kleidung der Musiker verkroch.
Zeugenaussagen, Video und die Szenerie belegen, dass die Terroristen nicht auf die Bühne schossen, nicht auf die Künstler zielten, sondern so viele Opfer versuchten herbeizuführen als möglich. Und sie stießen erst auf Widerstand, als ein älterer, hochrangiger Polizeioffizier mit seinem Fahrer hereinstürmte und nach kurzem Schusswechsel, in welchem die beiden hoffnungslos unterlegen waren, sich wieder zurückziehen musste - mit einem achtungserfolg. Was folgte war eine lange Phase, in denen die Mörder tun und lassen konnten, was sie wollten, bis das Gebäude gestürmt wurde. Angeblich ging die Polizei von einer Geiselnahme aus - was eine offensichtliche Schutzbehauptung angesichts massiver Überforderung ist. Anschläge in der Stadt, Berge von Leichen und Verletzten im Eingangsbereich und was jener Offizier zu Gesicht bekam dürften belegt haben, worum es ging.
Wenn also eine Seite aufgrund eines Traumas und der typischen Unklarheit eines nicht ausgebildeten Zeugen und die andere aufgrund eigenen Versagens und politischer Agenda nicht exakt sagen können oder wollen, was passierte, wer ist dann ein Verschwörungstheoretiker?
Es sind jene, die behaupten, es seien Menschen ohne Unterstützung in der muslimischen Gemeinde Frankreichs gewesen, die so etwas taten. Es sind eben genau jene, die nun gegen Hughes vorgehen und pöbeln.
Als Mohammed Merah 2012 mehrere Soldaten, Kinder und ihren Vater ermordete, davon ein Video hochlud wie er einem kleinen Mädchen erst Schmerzen zufügte und ihr dann in den Kopf schoss, weil sie Jüdin war, da gab es eine signifikante Bewegung von Anhängern, die ihm zujubelte, die den Staat als Mörder bezeichnete, weil sich Merah nicht ergab sondern erschossen werden musste als man ihn stellte, die zu seinem Grab pilgern und ihn in Wandschmierereien hochleben lassen.
Als eine Schweigeminute nach den Anschlägen von Charlie Hebdo und dem jüdischen Supermarkt in Paris ausgerufen wurde, waren es muslimische Schüler, Studenten und Lehrer, welche diese Schweigeminute nicht nur störten sondern für Sympathiebekundungen nutzten.
Als nach den Novemberanschlägen Täter flüchtig waren, da gab es dutzende von Unterstützern und hunderte von Moscheen, die durchsucht werden mussten. In einer großen Zahl der Moscheen wurde man fündig - in Form von Propaganda, Anwerbungsmitteln, oft auch Waffen.
Und der letzte Flüchtige wurde von Helfern bis nach Belgien gebracht, und als er dort nach Wochen der Suche verhaftet wurde, da sammelte sich eine Menge und griff die Beamten sogar mit Steinwürfen an.
Es sind JENE Leute, die behaupten, dass es völlig unmöglich sei, dass Muslime sich über die erfolgreichen Anschläge gefreut hätten, die Verschwörungstheorien verbreiten - denn es GIBT diese Radikalen und es sind eben nicht wenige.
Es sind jene, die behaupteten, es gäbe keine Gefahr, dass durch die offenen Grenzen und die Völkerwanderung auch Terroristen nach Europa gelangen und dort leichtes Spiel hätten - nur um dann zu erleben wie drei von sechs Terroristen mit eben diesem Strom von Menschen in Verbindung gebracht wurden.
Es ist völlig richtig zu sagen: es sind aber nicht alle Muslime. Absolut. Man kann nicht losziehen und einfach alle Muslime verhaften oder internieren, weil es solche Terroristen und Terroristenfreunde gibt oder sie vielleicht einige Gedanken teilen. Aber man kann auch nicht die Augen schließen und jeden, der unangenehme Dinge berichtet dämonisieren.
Viel schlimmer ist der Missbrauch der Eagles of Death Metal. Erst wurde ihr Konzert genutzt um Menschen, die eindeutig nicht der wörtlichen Befolgung des Islam angehörten in Scharen niederzumetzeln.
Dann wurden sie als Symbol für die Maxime benutzt "sich vom Terrorismus nicht unterzukriegen, das Leben nicht verändern zu lassen" - als seien vermehrte Sicherheitskontrollen, Milliarden Mehrausgaben und Beamte im Dauerstress ebensowenig Veränderung, wie die plötzliche Zurückhaltung beim Thema Islam und Muslime, bei der Einrichtung von Gremien welche Zensur ausüben, wo eben noch die Meinungsfreiheit und die angebliche Kultur des "alles sagen dürfens" herrschte.
Und jetzt werden sie wieder benutzt, von genau jenen Blockwarten, die alles eben doch dem Terror anpassen und politisieren. Von jenen die bestimmen, was "richtig" und was "falsch" ist, sogar, was die Zeugen und Opfer eines Anschlages erlebten und was nicht.
Hughes ist kein Politiker. Er ist Musiker. Und er hat eine Meinung - zu der nebenbei auch zählt, dass die strengen Waffengesetze Frankreichs im November nicht ein einziges Leben retten konnten.
Genauer sagte er: solange nicht absolut sicher ist, dass alle unbewaffnet sind, sollte jeder bewaffnet sein.
Er ist ein Opfer von Terroristen, der berichtet, was er gesehen hat oder glaubt gesehen zu haben.
Vielleicht stimmt es, vielleicht nicht. Ich war nicht dabei. Einiges klingt unglaublich - aber nichts davon unmöglich.
Solange er auf der Bühne aber Musik macht und keine Politik haben Konzertveranstalter ihn und seine Band verdammt noch mal nicht auszuladen.
Kurz nach den Anschlägen wurde zur Solidarität aufgerufen, zum Kauf des Songs "Save A Prayer" bei Amazon, einem Coversong von Duran Duran, welche alle Einnahmen den Opfern zugute kommen ließen.
Da die Musik bei Youtube eingestellt ist, gehe ich von der Klärung der Urheberrechte aus und verlinke hier erneut auf den Song - denn an meiner Solidarität hat sich nichts geändert.
Ich teile nicht alle Meinungen und Aussagen Hughes oder der anderen Bandmitglieder. Muss ich auch nicht. Aber er hat ein Recht darauf und was jetzt läuft ist genau das, was die Terroristen ebenfalls erreichen wollten. Radikale gibt es eben doch in vielen Formen.
Statt des angeblichen "Jetzt erst recht!" also nun ein "das dürft ihr nicht!" Da gibt es eine große Zahl Menschen, die dem zustimmen - und viele davon versklaven Nichtmuslime und ermorden Häretiker...
Donnerstag, 14. Januar 2016
Die militärische Großmacht Türkei schlägt zu
Als ich die Schlagzeilen las, dachte ich ein wenig an Nordkorea. 500 Stellungen des IS will die türkische Armee als Rache für den Bombenanschlag vor der Hagia Sophia angegriffen haben und dabei über 200 Kämpfer des IS getötet.
Neben der erstaunlichen Tatsache, dass von den geschätzten 20 - 30 000 Kämpfern nach den Erfolgsmeldungen aus dem Irak, Russland der Türkei, Syrien und von Seiten der Rebellen eigentlich kaum noch jemand leben dürfte, klingt das in jeder Beziehung gewaltig.
Die Türkei hielt sich in den letzten Jahren erstaunlich zurück- es tauchten vielmehr immer wieder Hin- und Beweise auf, dass Geschäfte getätigt wurden. So wurde u.a. Erdogans Sohn abgelichtet, wie er mit einigen Anführern des IS sprach und sympathisierte (so nennt man es wohl, wenn man sich lachend und schulterklopfend bei einem gemütlichen Tee in kleiner Runde trifft, ohne einen diplomatischen Auftrag vorweisen zu können).
Als Zivilisten direkt vor der Grenze von IS Truppen angehalten und zurück gezwungen wurden griff die Türkei nicht ein.
Als eine Grenzstadt, vor allem von Kurden bewohnt, belagert wurde, musste zäh verhandelt werden, bis kurdische Verstärkungen durch die Türkei durften.
Als die Amerikaner Luftangriffe begannen, mussten sie erstmal zäh mit der Türkei verhandeln und einiges an Geld auf den Tisch legen.
Vor kurzem marschierte die Türkei in den Irak ein - auf kurdisch-assyrischen Boden. Den IS ignorierten sie.
Als eine kurdische Demonstration auf türkischem Boden angeblich durch IS Attentäter in ein Blutbad verwandelt wurde, unternahm die Türkei keinen Angriff oder Racheakt.
Und nun hat ein Selbstmordattentäter vorwiegend Touristen getötet - und die Türkei lässt offensichtlich eine Offensive los, wie es sie seit Korea oder der Ted-Offensive nicht mehr gegeben hat. In Rekordzeit wurden offensichtlich ganze Divisionen in Stellung gebracht, ein Plan ausgearbeitet und losgelegt.
Das meldet jedenfalls die türkische Regierung.
Also Erdogan. Derjenige, der behauptete, Christoph Kolumbus hätte in seinem Logbuch vermerkt, dass er eine Moschee in der Karibik vorfand, als er "Amerika entdeckte"...
Es bleibt spannend, was Assad, Russland und der Irak melden werden.
Neben der erstaunlichen Tatsache, dass von den geschätzten 20 - 30 000 Kämpfern nach den Erfolgsmeldungen aus dem Irak, Russland der Türkei, Syrien und von Seiten der Rebellen eigentlich kaum noch jemand leben dürfte, klingt das in jeder Beziehung gewaltig.
Die Türkei hielt sich in den letzten Jahren erstaunlich zurück- es tauchten vielmehr immer wieder Hin- und Beweise auf, dass Geschäfte getätigt wurden. So wurde u.a. Erdogans Sohn abgelichtet, wie er mit einigen Anführern des IS sprach und sympathisierte (so nennt man es wohl, wenn man sich lachend und schulterklopfend bei einem gemütlichen Tee in kleiner Runde trifft, ohne einen diplomatischen Auftrag vorweisen zu können).
Als Zivilisten direkt vor der Grenze von IS Truppen angehalten und zurück gezwungen wurden griff die Türkei nicht ein.
Als eine Grenzstadt, vor allem von Kurden bewohnt, belagert wurde, musste zäh verhandelt werden, bis kurdische Verstärkungen durch die Türkei durften.
Als die Amerikaner Luftangriffe begannen, mussten sie erstmal zäh mit der Türkei verhandeln und einiges an Geld auf den Tisch legen.
Vor kurzem marschierte die Türkei in den Irak ein - auf kurdisch-assyrischen Boden. Den IS ignorierten sie.
Als eine kurdische Demonstration auf türkischem Boden angeblich durch IS Attentäter in ein Blutbad verwandelt wurde, unternahm die Türkei keinen Angriff oder Racheakt.
Und nun hat ein Selbstmordattentäter vorwiegend Touristen getötet - und die Türkei lässt offensichtlich eine Offensive los, wie es sie seit Korea oder der Ted-Offensive nicht mehr gegeben hat. In Rekordzeit wurden offensichtlich ganze Divisionen in Stellung gebracht, ein Plan ausgearbeitet und losgelegt.
Das meldet jedenfalls die türkische Regierung.
Also Erdogan. Derjenige, der behauptete, Christoph Kolumbus hätte in seinem Logbuch vermerkt, dass er eine Moschee in der Karibik vorfand, als er "Amerika entdeckte"...
Es bleibt spannend, was Assad, Russland und der Irak melden werden.
Was hat Paris (nicht), was hat Frankreich (nicht), was andere (nicht) haben?
Am 7.1. stürmte ein Mann unter dem wohlbekannten Ruf "Allah ist größer" (allahu akhbar) auf französische Polizisten los und versuchte sie mit einer Hieb- bzw. Stichwaffe zu ermorden. Der Versuch endete für ihn tödlich.
Mal abgesehen davon, dass fast zeitgleich in den USA ein IS-Anhänger das Feuer aus einer Handfeuerwaffe auf einen in die Fallen gelockten Polizisten eröffnete, der wiederum schwer verletzt das Feuer erwiederte und darum überlebte, stellt sich doch langsam die Frage, was Frankreich und Paris im speziellen haben oder eben nicht haben, dass sich die Anschläge dort so massiv häufen.
Seit 2012 kommt das Land nicht mehr zur Ruhe, seit dem Angriff auf Charlie Hebdo (dessen Jahrestag ganz zufällig auf den Eingangs erwähnten Angriff fiel) und einen jüdischen Supermarkt in Paris mehren sich die Attacken in Frankreich und auf die Hauptstadt. (Nicht nur, auch der Rest Europas war einem Terrorjahr ausgeliefert.)
Den Anfang machte Mohammed Merah 2012 mit seinen Angriffen auf Juden (oder besser: auf kleine jüdische Kinder und einen Rabbiner) sowie französische Soldaten mit arabischem Migrationshintergrund.
Im Mai des Folgejahres stach ein weiterer muslimischer Attentäter einen Soldaten an einer U-Bahnstation in Paris nieder.
Wieder ein Jahr später, Dezember in Joue-les-Tours. Der Ablauf ist der gleiche wie vor wenigen Tagen: ein Mann stürmt unter bekanntem Schlachtruf eine Polizeiwache, sticht auf drei Beamte ein und wird erschossen.
Zwei Attacken mit Autos werden als Taten von Geisteskranken ausgegeben - ich hege Zweifel an dieser Darstellung.
Dann seit Anfang 2015 ein Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo und der Supermarkt, im April die Ermordung von Aurélie Châtelain im Rahmen eines misslungenen Anschlages, St. Quentin Fallevier im Juni, Thalys-Anschlag im August und schließlich im November wieder Paris. Nur kurz zuvor war ein Attentäter festgenommen worden, der plante eine Marine-Wache anzugreifen und dafür ein großes Arsenal angesammelt hatte.
Und kaum beginnt das neue Jahr, kaum ist der erste Jahrestag da, kaum hat Charlie Hebdo erstmal einen christlichen Gott als Verantwortlichen für die Mordtaten aufs Cover gesetzt, da geht es wieder weiter.
Was hat Frankreich, was Paris, oder hat es nicht, was andere europäische Nationen und Städte haben? Ist es die hohe Zahl an potentiellen Tätern?
Wohl kaum. Die letzten Täter sind u.a. als Flüchtlinge getarnt, den deutschen Aufruf zur Immigration ausnutzend aus Syrien eingereist, wenn es auch in Frankreich lebende oder sogar dort geborene unter ihnen gab.
Ist die Sicherheit, Polizei und Geheimdienste, unfähig? Unwahrscheinlich. Ein nicht unerheblicher Teil der Täter war den Behörden als potentielle Gefährder bekannt, einige standen unter Beobachtung. Mehrere Anschläge, die ich nicht aufgeführt habe oder die mir einfach nicht bekannt sind wurden verhindert. Das wäre wohl nicht möglich, wenn Unfähigkeit vorherrschen würde.
Ist es eine übermäßige Toleranz? Möglich, wenn auch nicht wahrscheinlich. Das Burka-Verbot erregte die deutschen Anderen-Sei-Alles-Erlaubt-Toleranten ziemlich, und unter den letzten Tätergruppen kommt so mancher aus den Nachbarländern Belgien und Deutschland.
Könnte es am Engagement im Ausland liegen? Anders als Deutschland ist Frankreich in mehrere Konflikte mit großen Schritten hineingeeilt. Mali, Libyen und Syrien fallen mir sofort ein. Aber auch Deutschland ist in mehr als nur dem Afghanistankrieg involviert. Somalia ist uns ebensowenig fremd wie Mali, wo wir mit 144 Soldaten vertreten sind. Nachdem wir uns auch in der Türkei lange Zeit positioniert haben, sind wir nun auch beim Kampf in Syrien dabei.
Allerdings sind wir nicht mit derart großen Kräften dabei, wir halten uns vor Ort wie in den Medien eher bedeckt und unsere Presse reitet freundlicherweise auch nicht darauf rum - so dass der Friedensaktivist nicht zu sehr in seiner Weltansicht gestört wird.
Was also ist der Unterschied, der Frankreich solch eine Menge an Anschlägen und Opfern beschert?
Ich habe keine Antwort darauf.
Aber wenn aus unserem Land Schimpf und Schande über die Franzosen ausgebreitet wird, weil sie statt der etablierten Parteien nunmehr LePen und ihre FN wählen, dann wünschte ich mir von denjenigen darauf eine Antwort. Denn ich vermute, diese Frage hängt mit dem geänderten Wahlverhalten zusammen.
Mal abgesehen davon, dass fast zeitgleich in den USA ein IS-Anhänger das Feuer aus einer Handfeuerwaffe auf einen in die Fallen gelockten Polizisten eröffnete, der wiederum schwer verletzt das Feuer erwiederte und darum überlebte, stellt sich doch langsam die Frage, was Frankreich und Paris im speziellen haben oder eben nicht haben, dass sich die Anschläge dort so massiv häufen.
Seit 2012 kommt das Land nicht mehr zur Ruhe, seit dem Angriff auf Charlie Hebdo (dessen Jahrestag ganz zufällig auf den Eingangs erwähnten Angriff fiel) und einen jüdischen Supermarkt in Paris mehren sich die Attacken in Frankreich und auf die Hauptstadt. (Nicht nur, auch der Rest Europas war einem Terrorjahr ausgeliefert.)
Den Anfang machte Mohammed Merah 2012 mit seinen Angriffen auf Juden (oder besser: auf kleine jüdische Kinder und einen Rabbiner) sowie französische Soldaten mit arabischem Migrationshintergrund.
Im Mai des Folgejahres stach ein weiterer muslimischer Attentäter einen Soldaten an einer U-Bahnstation in Paris nieder.
Wieder ein Jahr später, Dezember in Joue-les-Tours. Der Ablauf ist der gleiche wie vor wenigen Tagen: ein Mann stürmt unter bekanntem Schlachtruf eine Polizeiwache, sticht auf drei Beamte ein und wird erschossen.
Zwei Attacken mit Autos werden als Taten von Geisteskranken ausgegeben - ich hege Zweifel an dieser Darstellung.
Dann seit Anfang 2015 ein Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo und der Supermarkt, im April die Ermordung von Aurélie Châtelain im Rahmen eines misslungenen Anschlages, St. Quentin Fallevier im Juni, Thalys-Anschlag im August und schließlich im November wieder Paris. Nur kurz zuvor war ein Attentäter festgenommen worden, der plante eine Marine-Wache anzugreifen und dafür ein großes Arsenal angesammelt hatte.
Und kaum beginnt das neue Jahr, kaum ist der erste Jahrestag da, kaum hat Charlie Hebdo erstmal einen christlichen Gott als Verantwortlichen für die Mordtaten aufs Cover gesetzt, da geht es wieder weiter.
Was hat Frankreich, was Paris, oder hat es nicht, was andere europäische Nationen und Städte haben? Ist es die hohe Zahl an potentiellen Tätern?
Wohl kaum. Die letzten Täter sind u.a. als Flüchtlinge getarnt, den deutschen Aufruf zur Immigration ausnutzend aus Syrien eingereist, wenn es auch in Frankreich lebende oder sogar dort geborene unter ihnen gab.
Ist die Sicherheit, Polizei und Geheimdienste, unfähig? Unwahrscheinlich. Ein nicht unerheblicher Teil der Täter war den Behörden als potentielle Gefährder bekannt, einige standen unter Beobachtung. Mehrere Anschläge, die ich nicht aufgeführt habe oder die mir einfach nicht bekannt sind wurden verhindert. Das wäre wohl nicht möglich, wenn Unfähigkeit vorherrschen würde.
Ist es eine übermäßige Toleranz? Möglich, wenn auch nicht wahrscheinlich. Das Burka-Verbot erregte die deutschen Anderen-Sei-Alles-Erlaubt-Toleranten ziemlich, und unter den letzten Tätergruppen kommt so mancher aus den Nachbarländern Belgien und Deutschland.
Könnte es am Engagement im Ausland liegen? Anders als Deutschland ist Frankreich in mehrere Konflikte mit großen Schritten hineingeeilt. Mali, Libyen und Syrien fallen mir sofort ein. Aber auch Deutschland ist in mehr als nur dem Afghanistankrieg involviert. Somalia ist uns ebensowenig fremd wie Mali, wo wir mit 144 Soldaten vertreten sind. Nachdem wir uns auch in der Türkei lange Zeit positioniert haben, sind wir nun auch beim Kampf in Syrien dabei.
Allerdings sind wir nicht mit derart großen Kräften dabei, wir halten uns vor Ort wie in den Medien eher bedeckt und unsere Presse reitet freundlicherweise auch nicht darauf rum - so dass der Friedensaktivist nicht zu sehr in seiner Weltansicht gestört wird.
Was also ist der Unterschied, der Frankreich solch eine Menge an Anschlägen und Opfern beschert?
Ich habe keine Antwort darauf.
Aber wenn aus unserem Land Schimpf und Schande über die Franzosen ausgebreitet wird, weil sie statt der etablierten Parteien nunmehr LePen und ihre FN wählen, dann wünschte ich mir von denjenigen darauf eine Antwort. Denn ich vermute, diese Frage hängt mit dem geänderten Wahlverhalten zusammen.
Montag, 16. November 2015
Muslime trauen sich - Update 18.11.
Da ich in den letzten Tagen und auch kommend ziemlich kritisch über den Islam und Muslime als Gruppe schreibe, ist es mir wichtig die Gegenbeispiele zu würdigen.
In den letzten Tagen haben sich mehrere Prominente aber auch völlig unbekannte Muslime öffentlich gegen den IS und mitunter auch gegen den Islamismus gewandt. Nicht nur in Lippenbekenntnissen, sondern in direkten Aufrufen an ihre Glaubensbrüder, sich öffentlich gegen den Terror, gegen Gewalt zu bekennen.
Ein Beispiel dafür ist Dr. Taj Hargey, der im englischen Daily Mirror, einer Art BILD Englands sich klar positioniert und die Muslime dafür kritisiert, sich nicht lautstark zu versammeln, gegen die Gewalt und den, in seinen Augen, Missbrauch des Islams aufzubegehren. Er betont, dass es zwar Demos gegen Salman Rushdies Buch gegeben habe, nicht aber in Antwort auf die Anschläge von London 2006. Er ist der Meinung, hätte es solche Proteste der muslimischen Gemeinde in England gegeben, so wäre der Terror heute weit weniger stark verbreitet. Er sagt, der Koran fordere die höchste Loyalität nicht gegenüber dem Islam, sondern Wahrheit und Gerechtigkeit.
Ich stimme ihm in theologischen Dingen nicht zu, aber ich bin weder Muslim noch Theologiegelehrter. Überzeugen könnte mich allerdings nur der Erfolg seiner Forderung. Nichts desto trotz sind es Muslime wie Hargey, die Europa braucht und die gefördert werden sollten.
Husain Haqqani ist ein anderes Beispiel, der sich zu den Anschlägen zu Wort meldete. Er ist der ehemalige pakistanische Botschafter und hat einen Text herausgegeben, in welchem er zwar einen Teil der Schuld für den Terror auf den Westen schiebt, der mit der Moderne den Orient überrollte und so einen anti-modernistischen Impuls auslöste, den wir heute als radikalen Islam erleben. Dabei ist für ihn klar, dass militärisch der Orient bzw. die Muslime keine Chance haben, aus den Konflikten der Vergangenheit aber mehrere terroristische Methoden entwickelten, diese Niederlage nicht eingestehen zu müssen und den Kampf aufrecht zu erhalten.
Seine Forderung ist, dass moderate Muslime mit starken Kampagnen und einer deutlichen Theologie den geistigen Kampf aufnehmen. Es dürfte ihm klar sein, dass die Antwort der Radikalen aus Gewalt bestehen dürfte, aber die Notwendigkeit den "mittelalterlichen Islam" hinter sich zu lassen und eine moderne Version aufzubauen steht für ihn außer Frage.
Wer weitere Beispiele für mutiges Aufstehen findet oder erwähnt sehen will, einfach in den Kommentaren einen Hinweis hinterlassen. Ich freue mich über jeden.
Die Gegner dieser Männer sind aber nicht nur Terroristen sondern auch solche, die offen in Europa den islamischen Staat fordern, debattieren und ihre verharmlosenden Helfer in Politik, zivilem Engagement (wie Pax Christi) und Medien.
So gesehen am Abend der Anschläge in England:
Auch Frau Kelek hat sich mal wieder gemeldet. Ich zitiere einen Absatz aus der NZZ
Off topic Nebenbemerkung: vorgestern habe ich als Meldung im Radio gehört, dass unsere Nationalmannschaft als Vorsichtsmaßnahme die Nacht des Anschlages im Stadion verbrachte. Es wäre ihnen nicht zuzumuten gewesen, in die nicht gesicherten und unbewachten Hotels gebracht zu werden.
Währenddessen sangen die franzözischen Fans stolz und trotzig in dichten Massen in den Gängen des Stadions während sie nach Explosionen evakuiert werden ihre Nationalhymne und stellten noch in der Nacht erste Blumen und Gedenken auf.
In den letzten Tagen haben sich mehrere Prominente aber auch völlig unbekannte Muslime öffentlich gegen den IS und mitunter auch gegen den Islamismus gewandt. Nicht nur in Lippenbekenntnissen, sondern in direkten Aufrufen an ihre Glaubensbrüder, sich öffentlich gegen den Terror, gegen Gewalt zu bekennen.
Ein Beispiel dafür ist Dr. Taj Hargey, der im englischen Daily Mirror, einer Art BILD Englands sich klar positioniert und die Muslime dafür kritisiert, sich nicht lautstark zu versammeln, gegen die Gewalt und den, in seinen Augen, Missbrauch des Islams aufzubegehren. Er betont, dass es zwar Demos gegen Salman Rushdies Buch gegeben habe, nicht aber in Antwort auf die Anschläge von London 2006. Er ist der Meinung, hätte es solche Proteste der muslimischen Gemeinde in England gegeben, so wäre der Terror heute weit weniger stark verbreitet. Er sagt, der Koran fordere die höchste Loyalität nicht gegenüber dem Islam, sondern Wahrheit und Gerechtigkeit.
Ich stimme ihm in theologischen Dingen nicht zu, aber ich bin weder Muslim noch Theologiegelehrter. Überzeugen könnte mich allerdings nur der Erfolg seiner Forderung. Nichts desto trotz sind es Muslime wie Hargey, die Europa braucht und die gefördert werden sollten.
Husain Haqqani ist ein anderes Beispiel, der sich zu den Anschlägen zu Wort meldete. Er ist der ehemalige pakistanische Botschafter und hat einen Text herausgegeben, in welchem er zwar einen Teil der Schuld für den Terror auf den Westen schiebt, der mit der Moderne den Orient überrollte und so einen anti-modernistischen Impuls auslöste, den wir heute als radikalen Islam erleben. Dabei ist für ihn klar, dass militärisch der Orient bzw. die Muslime keine Chance haben, aus den Konflikten der Vergangenheit aber mehrere terroristische Methoden entwickelten, diese Niederlage nicht eingestehen zu müssen und den Kampf aufrecht zu erhalten.
Seine Forderung ist, dass moderate Muslime mit starken Kampagnen und einer deutlichen Theologie den geistigen Kampf aufnehmen. Es dürfte ihm klar sein, dass die Antwort der Radikalen aus Gewalt bestehen dürfte, aber die Notwendigkeit den "mittelalterlichen Islam" hinter sich zu lassen und eine moderne Version aufzubauen steht für ihn außer Frage.
Wer weitere Beispiele für mutiges Aufstehen findet oder erwähnt sehen will, einfach in den Kommentaren einen Hinweis hinterlassen. Ich freue mich über jeden.
Die Gegner dieser Männer sind aber nicht nur Terroristen sondern auch solche, die offen in Europa den islamischen Staat fordern, debattieren und ihre verharmlosenden Helfer in Politik, zivilem Engagement (wie Pax Christi) und Medien.
So gesehen am Abend der Anschläge in England:
Auch Frau Kelek hat sich mal wieder gemeldet. Ich zitiere einen Absatz aus der NZZ
Muslime in aller Welt sind entsetzt darüber, was in ihrem Namen
passiert. Aber sie tun nicht wirklich etwas, um ihren Glauben von der
politischen Ideologie zu befreien. Man distanziert sich nicht von Versen
im Koran, die zu Mord an Andersgläubigen aufrufen.
Es gibt keine Theologie, die die Rolle des Propheten als Kriegsherr
hinterfragt. Weil der Islam alles sein kann, ist er das, was in seinem
Namen geschieht. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Anders gesagt:
Der Islam ist, was er ist, und nicht das, was man über ihn sagt oder
sich von ihm erträumt.
Off topic Nebenbemerkung: vorgestern habe ich als Meldung im Radio gehört, dass unsere Nationalmannschaft als Vorsichtsmaßnahme die Nacht des Anschlages im Stadion verbrachte. Es wäre ihnen nicht zuzumuten gewesen, in die nicht gesicherten und unbewachten Hotels gebracht zu werden.
Währenddessen sangen die franzözischen Fans stolz und trotzig in dichten Massen in den Gängen des Stadions während sie nach Explosionen evakuiert werden ihre Nationalhymne und stellten noch in der Nacht erste Blumen und Gedenken auf.
Samstag, 14. November 2015
Menschen in Paris und anderswo
Nachdem ich mich nun ein wenig ausgesprochen habe, würde ich gerne zurück zu den Menschen aus Paris.
Noch immer wissen viele nicht, was mit ihren Familienmitgliedern ist, und natürlich fürchten sie das Schlimmste. Es gibt eines ganze Reihe von Seiten auf Facebook, Twitter und den meisten sonstigen, gängigen social media auf welchen Verwandte und Freunde ausschau halten und um Nachrichten bitten.
Mich berührt das sehr, und ich hoffe, die Behörden haben bald ein einsehen, und setzen Kräfte ein, die Menschen zu beruhigen und zu informieren.
Für Twitteraccountbesitzer ein Beispiel #RechercheParis
https://twitter.com/hashtag/rechercheparis
Außerdem kommt Frankreich nicht zur Ruhe:
http://www.dailymail.co.uk/news/article-3318523/Five-dead-seven-injured-train-derails-France-ensd-canal.html
Und zu Recht gerade auf Twitter die Mahnung gelesen: In Beirut hat es erst kürzlich ebenfalls einen Terroranschlag mit vielen Toten gegeben. Der Libanon ist weit mehr erschüttert von Terror und Radikalen als wir, jedenfalls noch. Es sollte kein Problem sein, auch diese Menschen mit ins Gebet zu nehmen, ebenso wie die Opfer des Zugunglückes.
An der Stelle möchte ich auch nochmal an die kleine Darina und ihre Eltern und alle anderen Opfer des Anschlages auf das russische Flugzeug über dem Sinai erinnern.
Noch immer wissen viele nicht, was mit ihren Familienmitgliedern ist, und natürlich fürchten sie das Schlimmste. Es gibt eines ganze Reihe von Seiten auf Facebook, Twitter und den meisten sonstigen, gängigen social media auf welchen Verwandte und Freunde ausschau halten und um Nachrichten bitten.
Mich berührt das sehr, und ich hoffe, die Behörden haben bald ein einsehen, und setzen Kräfte ein, die Menschen zu beruhigen und zu informieren.
Für Twitteraccountbesitzer ein Beispiel #RechercheParis
https://twitter.com/hashtag/rechercheparis
Außerdem kommt Frankreich nicht zur Ruhe:
http://www.dailymail.co.uk/news/article-3318523/Five-dead-seven-injured-train-derails-France-ensd-canal.html
Und zu Recht gerade auf Twitter die Mahnung gelesen: In Beirut hat es erst kürzlich ebenfalls einen Terroranschlag mit vielen Toten gegeben. Der Libanon ist weit mehr erschüttert von Terror und Radikalen als wir, jedenfalls noch. Es sollte kein Problem sein, auch diese Menschen mit ins Gebet zu nehmen, ebenso wie die Opfer des Zugunglückes.
An der Stelle möchte ich auch nochmal an die kleine Darina und ihre Eltern und alle anderen Opfer des Anschlages auf das russische Flugzeug über dem Sinai erinnern.
Demente Gesellschaft - oder wie gute Absichten Europa beenden
Vorweg: ich habs satt. Die Heuchelei, die Augenverschließerei, die Lügerei, die Denunziation Andersdenkender und die Ignoranz von Leiden außerhalb des eigenen Fokus.
Ein paar Beispiele:
1. In Paris gab es schon wieder einen Anschlag. SCHON WIEDER. Nicht "erneut", nicht "seit Charlie Hebdo" und nicht "zum zweiten Mal". Es muss heissen: schon wieder. Wieso regt mich das auf und was meine ich?
Ich meine damit zum einen die "Vergesslichkeit", die ich als "gutmenschliche Demenz mit der Absicht des Vergessens dessen, was nicht sein darf" bezeichnen möchte. Seit den Anschlägen auf das WTC am 11.9.2001 hat Europa eine Welle von islamischem Terror gesehen. Und ich schreibe bewusst "islamisch" und nicht "islamistisch".
Für alle, die es nicht mehr wissen, hier eine kurze Liste der letzten Jahre(aus der ich den palestinensischen Terror ebenso wie den tschetchenischen ausklammere, obwohl auch dieser maßgeblich auf Lehren des Islam aufbaut):
11.03.2004 Madrid. In 10 gut abgestimmten Explosionen töteten die muslimischen Terroristen 191 Pendler und Zugnutzer, verletzten weitere 1800 Menschen. Da sich viele nicht darüber im Klaren sind: Verletzungen durch Sprengmittel bedeuten oft Behinderung. Körperteile werden abgerissen oder unbrauchbar gemacht, Trommelfelle reißen, Augen werden beschädigt, Flammen eingeatmet, welche die Lungen dauerhaft schädigen usw. Von den traumatischen Eindrücken, die allen Anschlägen zwar gemein sind, bei Bombenattentaten aber nochmal eine andere Dimension erhalten, mal zu schweigen.
2.11.2004 Amsterdam. Der Künstler Theo van Gogh wurde auf offener Strasse abgeschlachtet, nachdem er ein islamkritisches Video, welches die Behandlung der Frau zum Thema hatte, veröffentlichte.
7.7.2005 London. Vier Selbstmordattentäter sprengen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln in die Luft, töten 52 Menschen und verletzen 700 weitere.
31.07.2006 Zwei Kofferbomben in Zügen vom Kölner Hauptbahnhof detonieren nicht. Ein Konstruktionsfehler verhindert schlimmeres.
18.04.2007 Malatya, Türkei. Fünf Türken dringen in das Zirve Verlagshaus ein, ermorden einen türkischen Priester einer evangelikalen Bewegung, einen Konvertiten seiner Gemeinde und einen deutschen Missionar. Die Täter sollen Zettel mit entsprechenden Geständnissen bei sich gehabt haben. Ein Abteilungsleiter im Justizministerium der Türkei soll als Reaktion auf die Tat gesagt haben, dass Missionsarbeit leider nicht als Straftat angesehen würde.
29.06.2007 London. Zwei Autobomben wurden rechtzeitig entdeckt. Die Täter sollen am nächsten Tag in Glasgow zugeschlagen haben.
30.06.2007 Glasgow. Zwei Attentäter versuchten mit einem mit Propangasflaschen gefüllten Fahrzeug in den Flughafeneingang zu rasen. Ein Sicherheitspoller stoppte sie am Eingang. Fünf Menschen wurden verletzt, einer der Attentäter starb später an seinen Verbrennungen.
4.09.2007 Die "Sauerland-Gruppe" wird vor dem von ihnen geplanten Anschlag verhaftet.
11.12.2010 Stockholm. Ein Selbstmordattentäter ließ zwei Sprengsätze explodieren. Der erste verletzte zwei Menschen leicht. Die Autobombe war mangelhaft konstruiert und darum in ihrem Sprengradius stärker eingegrenzt, als vermutlich geplant.
Der zweite Sprengsatz war eine Sprengweste - von dessen sechs Rohrbomben aber lediglich eine wirklich auslöste und den Träger tötete.
2.03.2011 Frankfurt. Ein 21jähriger bis zur Tat völlig unauffälliger Islamist, Arid Uka, dringt in einen Bus voller US Soldaten am Frankfurter Flughafen ein, erschießt zwei Soldaten und verwundet zwei weitere schwer, bevor seine Waffe eine Ladhemmung aufgrund unsachgemäßen Umganges hat. Er
11.-22.03.2012 Toulouse und Montauban. Der 23jährige Mohammed Merah ermordet sieben Menschen und verletzt fünf weitere. Er zielt auf muslimische Soldaten der französischen Armee und auf Juden. Als er einen Rabbiner und dessen zwei kleinen Söhne erschoss, filmte er sich. Besonders stolz war er bei diesem Angriff auf eine jüdische Schule auf den Mord an einem kleinen Mädchen, dass er an den Haaren festhielt und die Waffe wechselte, bevor er es in den Kopf schoss. Das Video stellte er mit ausdrücklichem stolz online und erhielt dafür manch ekelerregendes Lob. Der Täter liefert sich eine 30stündige Belagerung, an deren Ende er durch ein Fenster zu fliehen versucht und dabei erschossen wird. Seine Familie verklagt Frankreich wegen Mordes und Folter. Sein Grab muss von der Polizei bewacht werden, da es zur Pilgerstätte wurde und mehrmals wurden Wände mit Lobeshymnen auf den Mörder besprüht.
7.05.2012 Bonn. Zwei Beamte werden schwer verletzt, als ein Salafist, Teilnehmer einer Gegendemo, auf sie einsticht. Der Mann erkennt weder die deutsche Polizei noch das Gericht an, wie er bei seinen Verhandlungen aussagt.
10.12.2012 Bonn. Am Bonner Hauptbahnhof wird eine Bombe gefunden.
13.03.2013 Vier Salafisten werden wegen eines geplanten Attentats auf einen Politiker festgenommen. Ihnen wird auch die Bonner Bombe angelastet und weiterer Sprengstoff in ihrem Besitz gefunden.
22.05.2013 London. Zwei nigeriastämmige Konvertiten fuhren den außer Dienst befindlichen Soldaten Lee Rigby vor dessen Kaserne an. Der verletzt am Boden liegende wurden von ihnen vor den Augen dutzender Zeugen mit Messern und einem Hackbeil angegriffen und enthauptet. Die blutbesudelten Täter zerrten den Körper auf die Strassenmitte, unterhielten sich mit Zeugen und erwarteten die Polizei, welche sie angriffen und dabei verletzt wurden.
25.05.2013 Paris. Ein französischer Soldat auf Streifendienst wird an einer Metrostation mit einem Messer angegriffen. Der Angreifer, ein Konvertit, flieht, sobald die beiden Kameraden des Angegriffenen reagieren.
24.05.2014 Brüssel. Ein einzelner Attentäter eröffnet im Jüdischen Museum der Stadt das Feuer. Er tötet drei Menschen an Ort und Stelle, ein weiteres Opfer stirbt später im Krankenhaus. Der 29jährige Mehdi Nemouche wurde in Marseille verhaftet und als Anhänger des IS identifiziert.
20.12.2014 Joue les-Tours, Frankreich. Ein Mann sticht unter "Allahu Akhbar" rufen auf drei Beamte ein, nachdem er in die Wache gerannt kam. Diese erschießen den Angreifer, alle drei bleiben verletzt zurück. Der Mann hieß Bertrand Nzohabonayo und war Konvertit, dessen Facebook-Seite die Flagge des IS zeigt.
21.12.2014 Dijon, Frankreich. Ein Mann, dessen Namen nicht bekannt gegeben wurde, überfuhr unter dem o.g. Ruf 11 Menschen, alle überlebten, wurden aber verletzt. Er wurde vom Innenminister am gleichen Tag für "sehr instabil" erklärt.
22.12.2014 Nantes, Frankreich. Ein weiterer, namentlich nicht genannter Mann fuhr in eine Menschenmenge, verletzte 10 und tötet einen Menschen. Danach versuchte er mit einem Messer Selbstmord zu begehen. Mehrere Zeugen sagte aus, auch von ihm den Ruf gehört zu haben - der Innenminister erklärt den Täter für "unausgeglichen".
7.-9.1.2015 Paris. Eine Serie von insgesamt fünf Anschlägen, u.a. auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einem jüdischen Supermarkt kostet 17 Menschenleben und läßt weit über 20 Verletzte zurück. Die Täter werden am Tatort erschossen.
14.-15.02.2015 Kopenhagen. Omar Abdel Hamid El-Hussein verübt einen Anschlag auf eine Pressekonferenz von Medienleuten und Journalisten. Am Folgetag attackiert er eine Synagoge. Er tötet bei diesen Vorfällen jeweils einen Menschen, verletzt außerdem zwei Polizisten. Die zu seiner Verhaftung angerückten Beamten beschiesst er ebenfalls, worauf er erschossen wird.
Und dies sind nur die europäischen Anschläge. Die weltweite Zahl lässt sich nicht ohne tagelange Arbeit wiedergeben - wöllte ich gründlich sein vermutlich wochenlang. So fragte mancher Nigerianer, warum die Auslöschung eines ganzen Dorfes fast am gleichen Tag wie der Anschlag auf Charlie Hebdo die europäische Medienwelt fast gar nicht berührte oder veranlasste zu berichten.
Wer jetzt also überrascht tut oder von einer "neuen Dimension" oder einem "nun eröffneten Krieg" schreibt, der heuchelt, dass es mich ekelt.
Das gleiche gilt für die "Einzeltäter","Einzeltat" und "Das hat mit dem Islam nichts zu tun" Schreiber und Redner. Diesen Menschen muss ich eine Mitschuld geben. Mitschuld nicht an den Morden - aber daran, dass wir das Problem nicht zu lösen versuchen. Ich würde vorbehaltlos schlucken, was da behauptet wird, wenn die Liste nicht so Elend lang wäre. Wenn die Liste sich nicht auch auf vorhergehende Jahrzehnte und Jahrhunderte verlängern ließe. Wenn es nicht weltweit das gleiche "Spiel" wäre. Oder wenn irgendeine andere Weltreligion eine ähnliche oder auch nur ansatzweise vergleichbare Zahl solcher Täter hervorbringen würde. Wie oft behaupten diese Menschen, das wäre überall so. Ist es nicht. Ja, alle Religionen haben ihre Konflikte, und viele Religionen erleben dunkle Phasen. Aber auch nur genau das. Phasen. Das Christentum wurde zuerst jahrhundertelang verfolgt - und hat nicht ansatzweise etwas aus dieser Zeit aufzuweisen, was dem gerade passierenden Albtraum oder der gewalterfüllten Entstehungsgeschichte des Islam gleicht. Wir hatten unseren Konfessionskrieg und unsere konfesionellen Auseinandersetzungen - vom Konflikt der Arianer mit der Urkirche über die Spaltung der West- und Ostkirche über die Verfolgung der Katharer u.a. Aber wir haben unsere Märtyrer nicht aus dem Töten "Ungläubiger" geboren, sondern aus der kampflosen Hingabe des eigenen Lebens. Unser Ringen nach der Definition eines jus ad bellum, eines Rechtes Krieg zu führen oder eines bellum justum, eines "Gerechten Krieges" ist weit über 2000 Jahre alt und somit älter als das Christentum selbst - während diese Frage im 7. Jh. wie heute scheinbar keine Rolle für den Islam spielt.
Für mich zählt jedes Individuum als solches - aber ich vermisse die muslimischen Individuen, die mit ihren Familien und Freunden, ihren Glaubensgeschwistern in ähnlichen zehn- und hunderttausenden gegen den Terror, das Morden und das Krieg führen im Namen des Islams auf die Strassen gehen, wie im Sommer 2014 gegen Israel. Die Beschwerden, sie nicht wegen des Terrors zu diskriminieren sind größer, als die Beschwerden über den Terror. Die Gelder die fließen um den IS, Al Quaida und Co zu unterstützen scheinen bedeutend größer zu sein, als beispielsweise Hilfsgelder zur Befreiung yezidischer Sexsklavinnen.
Als in Berlin Anfang des Jahres eine "muslimische Mahnwache" gegen den Terror von Paris stattfand, war die Zahl der Anwesenden der betreffenden Gruppe unsäglich peinlich klein. Und die Kosten für Bühne, Technik und Sicherheit bezahlte dann nicht die DITIB oder eine türkische oder islamische Gemeinde, sondern SPD und CDU - am Ende also deren Mitglieder und der Steuerzahler. Sensibilität, ehrliches Bedauern oder Sympathie - das sieht anders.
Und so war nach Charlie Hebdo eine pro-muslimische Solidaritätskundgebung auf dem Marsch - aber die Synagogen und Juden der Stadt erhielten keine derartige Sympathiekundgebung, obwohl sie ja die Opfer zu beklagen hatten. Der Spiegel betonte, wie die Imame zum Frieden aufriefen - um im gleichen Atemzug der Überschrift die Angst vor Generalverdacht eben jener Imame zu betonen. Sollte der Friedensaufruf nicht ohne derartige Hintergedanken und Randbemerkungen auskommen, wenn man sich in der Verantwortung sieht?
So könnte ich noch Stunden weiter machen - und werde das wohl beizeiten auch tun, aber ich hoffe, mein Punkt ist klar: der Islam hat etwas damit zu tun, es sind keine Einzelfälle und Muslime sind hier sehr wohl in der Pflicht zu reagieren - individuell oder in Gemeinschaft. (und ja, es gibt solche, die dies tun. Ihnen sollte der Dank und die Unterstützung der muslimischen Gemeinden gelten und unsere Anerkennung)
2. Die FAZ schrieb "Paris erlebt seinen 11. September." Was für ein Quatsch. Am 11. September kaperten mehrere Terroristen in den USA, einem Land mit enorm hohem Sicherheitsdenken, mehrere Flugzeuge und steuerten sie in das WTC und das Pentagon - in einem weiteren Flieger verhinderten die Passagiere derartiges, indem sie das Flugzeug zum Absturz brachten. Dabei starben Tausende. Zuvor hatte es solche Anschläge "nur" von innländischen Terroristen gegeben (Oklahoma Bombing).
Der Anschlag von Paris ist nicht der erste Anschlag seiner Art, er ist nicht der erste Anschlag der zeigt, dass die Sicherheitsgesetze und -vorkehrungen nicht helfen und er hat bei weitem nicht so viele Opfer auf einmal gefordert.
Derart aber sind die Behauptungen, die derzeit durch die Medien wandern. Da sind wieder die "Experten" die behaupten, die Terroristen seien desillusionierte Kinder, die keine Zukunft und keine Alternative sähen, oder die vom Tod ihrer Mitgläubigen durch die Hand des Westens so traumatisiert seien, dass sie sich zu solchen Taten zum Handeln gezwungen sähen. Dieser Quatsch wird von vielen geglaubt - ohne zu fragen, warum warum dann die Desillusionierten Europäer und Nichtmuslime oder die Opfer des islamischen Terrors sich nicht derart radikalisierten.
Warum gibt es hierzulande zwar viel Aufmerksamkeit für den "christlichen Terror der Kreuzzüge" gibt - aber als der italienische Präsident im Februar an einen zweijährigen jüdischen Jungen gedachte, der bei einem Terroranschlag auf die Große Synagoge von Rom 1982 ermordet wurde und dessen Täter von Griechenland nicht ausgeliefert sondern freigelassen wurde diese berührende Rede nicht mal eine Zeile im deutschen Nachrichtenwald fand, das kann man nicht mehr rational erklären.
Der Vergleich mag hinken - aber vielleicht wird verstanden, worauf ich hinaus will. Wie der Islam in die Levante kam - kein Thema. Hape Kerkeling erklärt uns im ZDF "der Islam kam nach Spanien und ein goldenes Zeitalter brach an" - das davor erstmal dieser unerwähnte und unprovozierte Angriffskrieg tausende und abertausende Opfer kostete und die Bevölkerung aufgezwungen bekam, was sie gar nicht wollte - Nebensache.
Christentum darf man kritisieren und im Namen der Kunst seine Symbole entweihen - beim Islam aber hat die Kunst zu schweigen.
3. Waffen. Ja, richtig, Waffen. Wer die Liste weiter oben einmal durchgeht wird erstaunt feststellen, dass wir einen Anschlag nach dem anderen mit Kriegswaffen erleben. Waffen, die in Europa für keinen Zivilisten legal zu erwerben sind. Nie. Sie unterliegen strengsten Regeln, ihre Produktion und ihr Verkauf werden sogar mitunter von der Politik scharf angegangen, kontrolliert und teilweise auch verboten. Das hindert Terroristen nicht, die Waffen zu bekommen. Anfang des Jahres wurde dann mitunter auch mal die Frage gestellt: wo bekommen die Terroristen die eigentlich her. Die Antwort: auf dem Schwarzmarkt - in wenigen Stunden.
Für jeden Kenner des Themas ist das keine Überraschung. Die Waffen aus Libyen landen Containerweise in Südfrankreich. Die Briten haben seit dem generellen Waffenverbot von 1997 eine regelrechte Importschwemme - zuletzt über kleine Privatflughäfen. Und die Deutschen sitzen auf der Transitstrecke für Waffen aus dem Kosovo, Ex-Jugoslawien und dessen Nachbarn. Nicht zu vergessen die Zeiten des Abzuges der Sowjetarmee. Was da noch schnell an Waffen vertickt wurde, so munkelt man, sei schwerlich zu erfassen.
Allein in Deutschland sollen bis zu 20 Millionen illegale Waffen herumgeistern - freilich eine viel zu kleine Schätzung, sind doch allein 20 Millionen Waffen zu Zeiten des verschärften Waffengesetzes in Folge der RAF illegal geworden, aber nur ca. 2 Millionen wurden abgegeben. Wer glaubt, die übrigen seien verschwunden oder es seien keine neuen dazu gekommen, der muss schon recht gutgläubig sein.
Die Waffengesetze in Europa, von streng wie in England bis relativ locker wie in der Schweiz beziehen sich lediglich auf Pistolen, Revolver und Gewehre die mit jedem Druck auf den Abzug einen einzelnen Schuss abgeben. Diese sind in fast allen Staaten nur mit vorheriger Überprüfung, einem oder mehreren Tests und Qualifizierungen zu bekommen. Bei uns bspw. für Jäger und Sportschützen und, ohne Munition, für Sammler. Bis dahin muss man viel Zeit und Geld investieren. Kriminelle und Terroristen haben es da einfacher. Zumal die besagten Gruppen zwar Waffen besitzen, aber nicht mit sich führen, also dabei haben dürfen (vom Jäger während der Jagd einmal abgesehen).
Die Terroristen wissen also, abgesehen von Polizisten (und selbst da oft nicht, s. England), müssen sie mit keiner bewaffneten Gegenwehr rechnen.
Nachdem wir aber nun so oft gesehen haben, nicht nur durch Islamisten sondern auch durch jemanden wie Breivik und Verrückte wie in Erfurt oder Winnende, wie dies abläuft, uns die Polizei und das Gesetz nicht schützen können, sollten wir da nicht vielleicht mal unsere Haltung überdenken und die Berichte bspw. aus Russland, Mexiko und den USA überprüfen, vergleichen und überdenken?
Ich denke schon - denn zwischen den ersten Schüssen in der Konzerthalle am 13. und dem Eintreffen der Polizei bzw. der Erstürmung des Gebäudes lagen weit mehr als 40 Minuten - eine Zeit, welche die Terroristen sich mit Exekutionen vertrieben. Da hätte ich lieber die Chance, mich zu wehren....
Politik und Gesellschaft sind nicht in der Lage oder Willens eine Lösung zu finden - vielleicht verhindert auch unsere Menschlichkeit, unsere Ethik, Moral oder christliches Bewusststein, eine solche. Vieleicht sollte man dann wenigstens über Wege nachdenken, das Problem wenigstens zu verkleinern.
Ein paar Beispiele:
1. In Paris gab es schon wieder einen Anschlag. SCHON WIEDER. Nicht "erneut", nicht "seit Charlie Hebdo" und nicht "zum zweiten Mal". Es muss heissen: schon wieder. Wieso regt mich das auf und was meine ich?
Ich meine damit zum einen die "Vergesslichkeit", die ich als "gutmenschliche Demenz mit der Absicht des Vergessens dessen, was nicht sein darf" bezeichnen möchte. Seit den Anschlägen auf das WTC am 11.9.2001 hat Europa eine Welle von islamischem Terror gesehen. Und ich schreibe bewusst "islamisch" und nicht "islamistisch".
Für alle, die es nicht mehr wissen, hier eine kurze Liste der letzten Jahre(aus der ich den palestinensischen Terror ebenso wie den tschetchenischen ausklammere, obwohl auch dieser maßgeblich auf Lehren des Islam aufbaut):
11.03.2004 Madrid. In 10 gut abgestimmten Explosionen töteten die muslimischen Terroristen 191 Pendler und Zugnutzer, verletzten weitere 1800 Menschen. Da sich viele nicht darüber im Klaren sind: Verletzungen durch Sprengmittel bedeuten oft Behinderung. Körperteile werden abgerissen oder unbrauchbar gemacht, Trommelfelle reißen, Augen werden beschädigt, Flammen eingeatmet, welche die Lungen dauerhaft schädigen usw. Von den traumatischen Eindrücken, die allen Anschlägen zwar gemein sind, bei Bombenattentaten aber nochmal eine andere Dimension erhalten, mal zu schweigen.
2.11.2004 Amsterdam. Der Künstler Theo van Gogh wurde auf offener Strasse abgeschlachtet, nachdem er ein islamkritisches Video, welches die Behandlung der Frau zum Thema hatte, veröffentlichte.
7.7.2005 London. Vier Selbstmordattentäter sprengen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln in die Luft, töten 52 Menschen und verletzen 700 weitere.
31.07.2006 Zwei Kofferbomben in Zügen vom Kölner Hauptbahnhof detonieren nicht. Ein Konstruktionsfehler verhindert schlimmeres.
18.04.2007 Malatya, Türkei. Fünf Türken dringen in das Zirve Verlagshaus ein, ermorden einen türkischen Priester einer evangelikalen Bewegung, einen Konvertiten seiner Gemeinde und einen deutschen Missionar. Die Täter sollen Zettel mit entsprechenden Geständnissen bei sich gehabt haben. Ein Abteilungsleiter im Justizministerium der Türkei soll als Reaktion auf die Tat gesagt haben, dass Missionsarbeit leider nicht als Straftat angesehen würde.
29.06.2007 London. Zwei Autobomben wurden rechtzeitig entdeckt. Die Täter sollen am nächsten Tag in Glasgow zugeschlagen haben.
30.06.2007 Glasgow. Zwei Attentäter versuchten mit einem mit Propangasflaschen gefüllten Fahrzeug in den Flughafeneingang zu rasen. Ein Sicherheitspoller stoppte sie am Eingang. Fünf Menschen wurden verletzt, einer der Attentäter starb später an seinen Verbrennungen.
4.09.2007 Die "Sauerland-Gruppe" wird vor dem von ihnen geplanten Anschlag verhaftet.
11.12.2010 Stockholm. Ein Selbstmordattentäter ließ zwei Sprengsätze explodieren. Der erste verletzte zwei Menschen leicht. Die Autobombe war mangelhaft konstruiert und darum in ihrem Sprengradius stärker eingegrenzt, als vermutlich geplant.
Der zweite Sprengsatz war eine Sprengweste - von dessen sechs Rohrbomben aber lediglich eine wirklich auslöste und den Träger tötete.
2.03.2011 Frankfurt. Ein 21jähriger bis zur Tat völlig unauffälliger Islamist, Arid Uka, dringt in einen Bus voller US Soldaten am Frankfurter Flughafen ein, erschießt zwei Soldaten und verwundet zwei weitere schwer, bevor seine Waffe eine Ladhemmung aufgrund unsachgemäßen Umganges hat. Er
11.-22.03.2012 Toulouse und Montauban. Der 23jährige Mohammed Merah ermordet sieben Menschen und verletzt fünf weitere. Er zielt auf muslimische Soldaten der französischen Armee und auf Juden. Als er einen Rabbiner und dessen zwei kleinen Söhne erschoss, filmte er sich. Besonders stolz war er bei diesem Angriff auf eine jüdische Schule auf den Mord an einem kleinen Mädchen, dass er an den Haaren festhielt und die Waffe wechselte, bevor er es in den Kopf schoss. Das Video stellte er mit ausdrücklichem stolz online und erhielt dafür manch ekelerregendes Lob. Der Täter liefert sich eine 30stündige Belagerung, an deren Ende er durch ein Fenster zu fliehen versucht und dabei erschossen wird. Seine Familie verklagt Frankreich wegen Mordes und Folter. Sein Grab muss von der Polizei bewacht werden, da es zur Pilgerstätte wurde und mehrmals wurden Wände mit Lobeshymnen auf den Mörder besprüht.
7.05.2012 Bonn. Zwei Beamte werden schwer verletzt, als ein Salafist, Teilnehmer einer Gegendemo, auf sie einsticht. Der Mann erkennt weder die deutsche Polizei noch das Gericht an, wie er bei seinen Verhandlungen aussagt.
10.12.2012 Bonn. Am Bonner Hauptbahnhof wird eine Bombe gefunden.
13.03.2013 Vier Salafisten werden wegen eines geplanten Attentats auf einen Politiker festgenommen. Ihnen wird auch die Bonner Bombe angelastet und weiterer Sprengstoff in ihrem Besitz gefunden.
22.05.2013 London. Zwei nigeriastämmige Konvertiten fuhren den außer Dienst befindlichen Soldaten Lee Rigby vor dessen Kaserne an. Der verletzt am Boden liegende wurden von ihnen vor den Augen dutzender Zeugen mit Messern und einem Hackbeil angegriffen und enthauptet. Die blutbesudelten Täter zerrten den Körper auf die Strassenmitte, unterhielten sich mit Zeugen und erwarteten die Polizei, welche sie angriffen und dabei verletzt wurden.
25.05.2013 Paris. Ein französischer Soldat auf Streifendienst wird an einer Metrostation mit einem Messer angegriffen. Der Angreifer, ein Konvertit, flieht, sobald die beiden Kameraden des Angegriffenen reagieren.
24.05.2014 Brüssel. Ein einzelner Attentäter eröffnet im Jüdischen Museum der Stadt das Feuer. Er tötet drei Menschen an Ort und Stelle, ein weiteres Opfer stirbt später im Krankenhaus. Der 29jährige Mehdi Nemouche wurde in Marseille verhaftet und als Anhänger des IS identifiziert.
20.12.2014 Joue les-Tours, Frankreich. Ein Mann sticht unter "Allahu Akhbar" rufen auf drei Beamte ein, nachdem er in die Wache gerannt kam. Diese erschießen den Angreifer, alle drei bleiben verletzt zurück. Der Mann hieß Bertrand Nzohabonayo und war Konvertit, dessen Facebook-Seite die Flagge des IS zeigt.
21.12.2014 Dijon, Frankreich. Ein Mann, dessen Namen nicht bekannt gegeben wurde, überfuhr unter dem o.g. Ruf 11 Menschen, alle überlebten, wurden aber verletzt. Er wurde vom Innenminister am gleichen Tag für "sehr instabil" erklärt.
22.12.2014 Nantes, Frankreich. Ein weiterer, namentlich nicht genannter Mann fuhr in eine Menschenmenge, verletzte 10 und tötet einen Menschen. Danach versuchte er mit einem Messer Selbstmord zu begehen. Mehrere Zeugen sagte aus, auch von ihm den Ruf gehört zu haben - der Innenminister erklärt den Täter für "unausgeglichen".
7.-9.1.2015 Paris. Eine Serie von insgesamt fünf Anschlägen, u.a. auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einem jüdischen Supermarkt kostet 17 Menschenleben und läßt weit über 20 Verletzte zurück. Die Täter werden am Tatort erschossen.
14.-15.02.2015 Kopenhagen. Omar Abdel Hamid El-Hussein verübt einen Anschlag auf eine Pressekonferenz von Medienleuten und Journalisten. Am Folgetag attackiert er eine Synagoge. Er tötet bei diesen Vorfällen jeweils einen Menschen, verletzt außerdem zwei Polizisten. Die zu seiner Verhaftung angerückten Beamten beschiesst er ebenfalls, worauf er erschossen wird.
19.04.2015 Villejuif & Paris, Frankreich. Aurélie Châtelain wird von einem Terroristen erschossen. Er brauchte ihr Fahrzeug um nach Paris zu fahren, wo er eine Kirche angreifen wollte, kurz vorher aber von Sicherheitskräften gestellt wurde.
26.06.2015 St. Quentin Fallevier, Frankreich. Ein Terrorist nordafrikanischer Herkunft, Yassine Sahli tötet seinen Chef, enthauptet ihn und fährt seinen Kurierwagen in einen Gastank eines örtlichen Energieanbieters. Die anschließende Explosion bleibt entgegen den Erwartungen des dem IS angehörenden Terroristen klein und verletzt lediglich zwei weitere Menschen. Er versucht noch mehrere Tanks zu öffnen um den Brand auszuweiten, wird aber überwältigt.
21.08.2015 Thalys auf dem Weg nach Paris. Ayoub El Khazzani, ein 25 Jahre alter Marokkaner versuchte mit einem Sturmgewehr, einer Pistole, einem Messer und einem Molotov-Cocktail ein Massaker im Zug anzurichten. Er wurde durch das beherzte einschreiten zweier Franzosen und dreier Amerikaner sowie eines Bedienungsfehlers des Gewehres daran gehindert. Er verletzte einen der Franzosen und zwei der Amerikaner, bevor er überwältigt wurde. Sein Anwalt behauptete in seinem Namen, er habe die Waffen lediglich "unter einem Busch gefunden" und wollte nur Geld rauben.
17.09.2015 Berlin. Ein irakstämmiger Mann versucht Polizisten mit einem Messer anzugreifen und wird dabei erschossen.
5.11.2015 Bayrische Autobahn. Bei einer zufälligen Kontrolle wird bei einem Mann aus Montenegro eine Waffensammlung von 8 Aks und mehreren Faustfeuerwaffen sowie große Mengen an Munition gefunden. Es wird ein Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag vermutet.
13.11.2015 Paris. Sieben Angriffe in der Stadt hinterlassen mindestens 128 Tote.
Die Liste ist nicht vollständig. bspw. ist der Fahrer aus Graz, der drei Menschen überfuhr und mit einem Messer bewaffnet unter dem mehrfach erwähnten Ruf versuchte weitere zu verletzen als geisteskranker Gewaltäter eingestuft worden. Die Angriffe in Russland, wie jener auf das Moskauer Theater, den Flughafen oder die Schule von Beslan werden oft auf einen "nationalen Konflikt" geschoben. Dem Stimme ich zwar nicht zu, aber ich versuchte die Liste möglichst nicht kontrovers werden zu lassen.
Sollte ich jedoch ein wichtiges Ereignis vergessen haben, bitte melden.
Wer jetzt also überrascht tut oder von einer "neuen Dimension" oder einem "nun eröffneten Krieg" schreibt, der heuchelt, dass es mich ekelt.
Das gleiche gilt für die "Einzeltäter","Einzeltat" und "Das hat mit dem Islam nichts zu tun" Schreiber und Redner. Diesen Menschen muss ich eine Mitschuld geben. Mitschuld nicht an den Morden - aber daran, dass wir das Problem nicht zu lösen versuchen. Ich würde vorbehaltlos schlucken, was da behauptet wird, wenn die Liste nicht so Elend lang wäre. Wenn die Liste sich nicht auch auf vorhergehende Jahrzehnte und Jahrhunderte verlängern ließe. Wenn es nicht weltweit das gleiche "Spiel" wäre. Oder wenn irgendeine andere Weltreligion eine ähnliche oder auch nur ansatzweise vergleichbare Zahl solcher Täter hervorbringen würde. Wie oft behaupten diese Menschen, das wäre überall so. Ist es nicht. Ja, alle Religionen haben ihre Konflikte, und viele Religionen erleben dunkle Phasen. Aber auch nur genau das. Phasen. Das Christentum wurde zuerst jahrhundertelang verfolgt - und hat nicht ansatzweise etwas aus dieser Zeit aufzuweisen, was dem gerade passierenden Albtraum oder der gewalterfüllten Entstehungsgeschichte des Islam gleicht. Wir hatten unseren Konfessionskrieg und unsere konfesionellen Auseinandersetzungen - vom Konflikt der Arianer mit der Urkirche über die Spaltung der West- und Ostkirche über die Verfolgung der Katharer u.a. Aber wir haben unsere Märtyrer nicht aus dem Töten "Ungläubiger" geboren, sondern aus der kampflosen Hingabe des eigenen Lebens. Unser Ringen nach der Definition eines jus ad bellum, eines Rechtes Krieg zu führen oder eines bellum justum, eines "Gerechten Krieges" ist weit über 2000 Jahre alt und somit älter als das Christentum selbst - während diese Frage im 7. Jh. wie heute scheinbar keine Rolle für den Islam spielt.
Für mich zählt jedes Individuum als solches - aber ich vermisse die muslimischen Individuen, die mit ihren Familien und Freunden, ihren Glaubensgeschwistern in ähnlichen zehn- und hunderttausenden gegen den Terror, das Morden und das Krieg führen im Namen des Islams auf die Strassen gehen, wie im Sommer 2014 gegen Israel. Die Beschwerden, sie nicht wegen des Terrors zu diskriminieren sind größer, als die Beschwerden über den Terror. Die Gelder die fließen um den IS, Al Quaida und Co zu unterstützen scheinen bedeutend größer zu sein, als beispielsweise Hilfsgelder zur Befreiung yezidischer Sexsklavinnen.
Als in Berlin Anfang des Jahres eine "muslimische Mahnwache" gegen den Terror von Paris stattfand, war die Zahl der Anwesenden der betreffenden Gruppe unsäglich peinlich klein. Und die Kosten für Bühne, Technik und Sicherheit bezahlte dann nicht die DITIB oder eine türkische oder islamische Gemeinde, sondern SPD und CDU - am Ende also deren Mitglieder und der Steuerzahler. Sensibilität, ehrliches Bedauern oder Sympathie - das sieht anders.
Und so war nach Charlie Hebdo eine pro-muslimische Solidaritätskundgebung auf dem Marsch - aber die Synagogen und Juden der Stadt erhielten keine derartige Sympathiekundgebung, obwohl sie ja die Opfer zu beklagen hatten. Der Spiegel betonte, wie die Imame zum Frieden aufriefen - um im gleichen Atemzug der Überschrift die Angst vor Generalverdacht eben jener Imame zu betonen. Sollte der Friedensaufruf nicht ohne derartige Hintergedanken und Randbemerkungen auskommen, wenn man sich in der Verantwortung sieht?
So könnte ich noch Stunden weiter machen - und werde das wohl beizeiten auch tun, aber ich hoffe, mein Punkt ist klar: der Islam hat etwas damit zu tun, es sind keine Einzelfälle und Muslime sind hier sehr wohl in der Pflicht zu reagieren - individuell oder in Gemeinschaft. (und ja, es gibt solche, die dies tun. Ihnen sollte der Dank und die Unterstützung der muslimischen Gemeinden gelten und unsere Anerkennung)
2. Die FAZ schrieb "Paris erlebt seinen 11. September." Was für ein Quatsch. Am 11. September kaperten mehrere Terroristen in den USA, einem Land mit enorm hohem Sicherheitsdenken, mehrere Flugzeuge und steuerten sie in das WTC und das Pentagon - in einem weiteren Flieger verhinderten die Passagiere derartiges, indem sie das Flugzeug zum Absturz brachten. Dabei starben Tausende. Zuvor hatte es solche Anschläge "nur" von innländischen Terroristen gegeben (Oklahoma Bombing).
Der Anschlag von Paris ist nicht der erste Anschlag seiner Art, er ist nicht der erste Anschlag der zeigt, dass die Sicherheitsgesetze und -vorkehrungen nicht helfen und er hat bei weitem nicht so viele Opfer auf einmal gefordert.
Derart aber sind die Behauptungen, die derzeit durch die Medien wandern. Da sind wieder die "Experten" die behaupten, die Terroristen seien desillusionierte Kinder, die keine Zukunft und keine Alternative sähen, oder die vom Tod ihrer Mitgläubigen durch die Hand des Westens so traumatisiert seien, dass sie sich zu solchen Taten zum Handeln gezwungen sähen. Dieser Quatsch wird von vielen geglaubt - ohne zu fragen, warum warum dann die Desillusionierten Europäer und Nichtmuslime oder die Opfer des islamischen Terrors sich nicht derart radikalisierten.
Warum gibt es hierzulande zwar viel Aufmerksamkeit für den "christlichen Terror der Kreuzzüge" gibt - aber als der italienische Präsident im Februar an einen zweijährigen jüdischen Jungen gedachte, der bei einem Terroranschlag auf die Große Synagoge von Rom 1982 ermordet wurde und dessen Täter von Griechenland nicht ausgeliefert sondern freigelassen wurde diese berührende Rede nicht mal eine Zeile im deutschen Nachrichtenwald fand, das kann man nicht mehr rational erklären.
Der Vergleich mag hinken - aber vielleicht wird verstanden, worauf ich hinaus will. Wie der Islam in die Levante kam - kein Thema. Hape Kerkeling erklärt uns im ZDF "der Islam kam nach Spanien und ein goldenes Zeitalter brach an" - das davor erstmal dieser unerwähnte und unprovozierte Angriffskrieg tausende und abertausende Opfer kostete und die Bevölkerung aufgezwungen bekam, was sie gar nicht wollte - Nebensache.
Christentum darf man kritisieren und im Namen der Kunst seine Symbole entweihen - beim Islam aber hat die Kunst zu schweigen.
3. Waffen. Ja, richtig, Waffen. Wer die Liste weiter oben einmal durchgeht wird erstaunt feststellen, dass wir einen Anschlag nach dem anderen mit Kriegswaffen erleben. Waffen, die in Europa für keinen Zivilisten legal zu erwerben sind. Nie. Sie unterliegen strengsten Regeln, ihre Produktion und ihr Verkauf werden sogar mitunter von der Politik scharf angegangen, kontrolliert und teilweise auch verboten. Das hindert Terroristen nicht, die Waffen zu bekommen. Anfang des Jahres wurde dann mitunter auch mal die Frage gestellt: wo bekommen die Terroristen die eigentlich her. Die Antwort: auf dem Schwarzmarkt - in wenigen Stunden.
Für jeden Kenner des Themas ist das keine Überraschung. Die Waffen aus Libyen landen Containerweise in Südfrankreich. Die Briten haben seit dem generellen Waffenverbot von 1997 eine regelrechte Importschwemme - zuletzt über kleine Privatflughäfen. Und die Deutschen sitzen auf der Transitstrecke für Waffen aus dem Kosovo, Ex-Jugoslawien und dessen Nachbarn. Nicht zu vergessen die Zeiten des Abzuges der Sowjetarmee. Was da noch schnell an Waffen vertickt wurde, so munkelt man, sei schwerlich zu erfassen.
Allein in Deutschland sollen bis zu 20 Millionen illegale Waffen herumgeistern - freilich eine viel zu kleine Schätzung, sind doch allein 20 Millionen Waffen zu Zeiten des verschärften Waffengesetzes in Folge der RAF illegal geworden, aber nur ca. 2 Millionen wurden abgegeben. Wer glaubt, die übrigen seien verschwunden oder es seien keine neuen dazu gekommen, der muss schon recht gutgläubig sein.
Die Waffengesetze in Europa, von streng wie in England bis relativ locker wie in der Schweiz beziehen sich lediglich auf Pistolen, Revolver und Gewehre die mit jedem Druck auf den Abzug einen einzelnen Schuss abgeben. Diese sind in fast allen Staaten nur mit vorheriger Überprüfung, einem oder mehreren Tests und Qualifizierungen zu bekommen. Bei uns bspw. für Jäger und Sportschützen und, ohne Munition, für Sammler. Bis dahin muss man viel Zeit und Geld investieren. Kriminelle und Terroristen haben es da einfacher. Zumal die besagten Gruppen zwar Waffen besitzen, aber nicht mit sich führen, also dabei haben dürfen (vom Jäger während der Jagd einmal abgesehen).
Die Terroristen wissen also, abgesehen von Polizisten (und selbst da oft nicht, s. England), müssen sie mit keiner bewaffneten Gegenwehr rechnen.
Nachdem wir aber nun so oft gesehen haben, nicht nur durch Islamisten sondern auch durch jemanden wie Breivik und Verrückte wie in Erfurt oder Winnende, wie dies abläuft, uns die Polizei und das Gesetz nicht schützen können, sollten wir da nicht vielleicht mal unsere Haltung überdenken und die Berichte bspw. aus Russland, Mexiko und den USA überprüfen, vergleichen und überdenken?
Ich denke schon - denn zwischen den ersten Schüssen in der Konzerthalle am 13. und dem Eintreffen der Polizei bzw. der Erstürmung des Gebäudes lagen weit mehr als 40 Minuten - eine Zeit, welche die Terroristen sich mit Exekutionen vertrieben. Da hätte ich lieber die Chance, mich zu wehren....
Politik und Gesellschaft sind nicht in der Lage oder Willens eine Lösung zu finden - vielleicht verhindert auch unsere Menschlichkeit, unsere Ethik, Moral oder christliches Bewusststein, eine solche. Vieleicht sollte man dann wenigstens über Wege nachdenken, das Problem wenigstens zu verkleinern.
Anschlagsserie in Paris
Diese Nacht kam es in Paris mal wieder zu islamistischen Anschlägen. Mindestens sechs Ort und bislang (Stand 8:20) allein an einem der Orte, eine Rockkonzert, mindestens 120 Tote. Vermutlich liegt die Zahl der Ermordeten bei etwa 200, die Zahl der Verletzten dürfte drastisch höher sein.
Momentan ergehen sich die Medien eher in Sensationsberichten als sachlicher Berichterstattung, aber einen lesbaren Überblick findet man auf der FAZ
http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/anschlaege-in-paris-frankreichs-11-september-13912093.html
Eine persönliche Bitte: schenkt den "Experten" dieser Stunde kein Gehör. Egal von welcher Seite. Es ist noch nicht bekannt, wer die Männer waren - alle Analysen über "Perspektivlosigkeit die zum Terrorismus führt" oder "Anhänger des IS" sind reine Spekulationen.
Jetzt ist allerdings nicht die Zeit der Kritik, daher möchte ich einfach alle Leser bitten, für die Opfer zu beten und ich möchte all den hilfsbereiten Parisern danken, die trotz der Gefahr über die sozialen Medien anbieten, Touristen oder Anwohnern der Anschlagsorte bei ihnen zu schlafen, sich auszuruhen oder etwas zu sich zu nehmen.
Momentan ergehen sich die Medien eher in Sensationsberichten als sachlicher Berichterstattung, aber einen lesbaren Überblick findet man auf der FAZ
http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/anschlaege-in-paris-frankreichs-11-september-13912093.html
Eine persönliche Bitte: schenkt den "Experten" dieser Stunde kein Gehör. Egal von welcher Seite. Es ist noch nicht bekannt, wer die Männer waren - alle Analysen über "Perspektivlosigkeit die zum Terrorismus führt" oder "Anhänger des IS" sind reine Spekulationen.
Jetzt ist allerdings nicht die Zeit der Kritik, daher möchte ich einfach alle Leser bitten, für die Opfer zu beten und ich möchte all den hilfsbereiten Parisern danken, die trotz der Gefahr über die sozialen Medien anbieten, Touristen oder Anwohnern der Anschlagsorte bei ihnen zu schlafen, sich auszuruhen oder etwas zu sich zu nehmen.
Samstag, 2. März 2013
Erinnerung
Vor genau zwei Jahren wurde in Pakistan der dortige Minister für religiöse Minderheiten, Shahbaz Bhatti ermordet. Die Täter gehören zu den Islamisten, die dort einen enormen Einfluss besitzen und bereits Militärbasen in diesem Atomwaffen besitzenden Land erfolgreich angegriffen haben.
Shahbaz Bhatti war der erste Christ der dort dieses Amt übernahm. Er und seine Familie waren von Anfang an Drohungen, Beschimpfungen und Erniedrigungen ausgesetzt. Sein Tod folgte nur zwei Monate nach der Ermordung Salman Taseer, der sich ebenfalls für die Rechte der Minderheiten einsetzte.
Bei Elsas Nacht(b)revier kommt der Märtyrer noch einmal zu Wort, was mich sehr rührt.
Und die Band Ooberfuse hat ihm einen Song gewidmet und lässt ihn ebenfalls noch einmal zu den Menschen sprechen.
Ich jedenfalls habe heute für ihn und seine Seelig- bzw. Heiligsprechung gebetet. Vielleicht schliesst sich ja jemand an.
Shahbaz Bhatti war der erste Christ der dort dieses Amt übernahm. Er und seine Familie waren von Anfang an Drohungen, Beschimpfungen und Erniedrigungen ausgesetzt. Sein Tod folgte nur zwei Monate nach der Ermordung Salman Taseer, der sich ebenfalls für die Rechte der Minderheiten einsetzte.
Bei Elsas Nacht(b)revier kommt der Märtyrer noch einmal zu Wort, was mich sehr rührt.
Und die Band Ooberfuse hat ihm einen Song gewidmet und lässt ihn ebenfalls noch einmal zu den Menschen sprechen.
Ich jedenfalls habe heute für ihn und seine Seelig- bzw. Heiligsprechung gebetet. Vielleicht schliesst sich ja jemand an.
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