Wer sich die Berichterstattung der sogenannten "Mainstream"-Medien zum Wahlkampf in den USA, zu den jeweiligen Ländernparlamenten hier in Deutschland oder zur Präsidentenwahl in Österreich ansah, der bekam den Eindruck vermittelt, ein Teil der Bevölkerung des jeweiligen Landes würde völlig durchdrehen oder sich radikalisieren, aber die "geistig gesunde" Elite würde eine Lösung für die winzigen Probleme bereithalten.
Dazu gehörten dann, dass die aktuell existierende EU alternativlos das einzig gute und bewährte Allheilmittel sei, die Einwanderung durch Grüne, SPD und CDU gesteuert und zu einem guten Beitrag gewandelt werden kann, den unsere Gesellschaft mit gemeinsamer "Anstrengung" bewältigen würde. In Österreich würde natürlich ein linker Präsident den Frieden sichern, so wie in den USA die "bewährte Politikerin Clinton" eine "rationale Kandidatin" sei, deren "kleine Skandälchen" (Originalton aus einer Talkshow) gnadenlos übertrieben würden.
Und natürlich so manches mehr.
Nicht ein Aufschrei der Angst und des Entsetzens hallte durch die Berichter der ausgewählten Informationen und Meinungen als in Schweden die Regierung, welche eigentlich nicht zustande kam, statt Neuwahlen wegen der guten Ergebnisse der "Rechtspopulisten" entschied, keine Neuwahlen abzuhalten, sondern lieber die reguläre nächste Wahl gleich mit auszusetzen und eine Minderheitenregierung durchzudrücken.
Das gleiche Entsetzen vermisse ich bei der jüngsten juristischen Entscheidung in Großbritannien, den Parlamentariern, stimmberechtigt wie jeder andere Bürger während des Volksentscheides, die Chance zu geben, den Willen des Volkes zu ignorieren. Nicht nur, dass eine demokratisch getroffene Entscheidung damit negiert wird und sich unsere Journalisten und Politiker darüber kein Stück empören, der politischen Kaste wird damit rückschrittlicher Weise ein höherer Stellenwert eingeräumt.
In der Türkei gebärdet sich Erdogan wie ein anderer, allerdings europäischer Schnauzbartträger, quasi in Neuauflage mit winzigen Änderungen in den Details. Panik, Warnungen, Chefkommentare mit deutlichen Worten? Fehlanzeige.
Jetzt wählen vor allem Weiße und darunter vor allem Männer in den USA Trump - und statt zu fragen, was diese dazu bewegt, wird geurteilt. Einseitig. Kein Wort darüber, dass die Rassenspannung unter Bush weit geringer war und durch den letzten Hoffnungsträger gewachsen ist - vor allem bei Polizisten aller Hautfarbe. Diese stehen nun als rassistische Buhmänner da, auch wenn sie selbst schwarz, lateinamerikanischer oder asiatischer Abstammung sind.
Kein Wort über die massive Entlassungswelle der letzten Jahre unter hochrangigen Offizieren aufgrund politischer Differenzen oder die einseitigen Religionsvorschriften im Militär, die öffentliche Gebete für Christen ebenso untersagten (mit Strafandrohungen) wie bestimmte Abzeichen (bspw. Gasdens "Dont tread on me"), aber den muslimischen Soldaten und Sikhs eindeutig religiöse Kleidungsstücke erlaubt.
Kein Wort über die Probleme, die Obamacare bereitet - bspw. die Strafen, die selbst Familienbetriebe und Kleinstfirmen zahlen müssen, wenn sie die vorgeschriebene Abdeckung nicht einhalten - auch, wenn sie sich diese gar nicht leisten können. Und auch die Privathaushalte wurden weit mehr belastet, als vorgesehen. 6,6 Millionen US Haushalte mussten die Sondersteuer zahlen. Gleichzeitig geht das System gerade pleite und hinterlässte riesige Löcher. So stehen bald 1,4 Millionen US Bürger ohne Abdeckung da, weil Obamacare deren Leistungen aus ihrem Programm streicht. Gleichzeitig ist das private Angebot in diesem Bereich quasi nicht mehr existent - denn Obamacare hatte ihnen ja die Geschäftsgrundlage entzogen.
So könnte man fast stundenlang weitermachen, in welchen Bereichen man auch immer will. Wer nicht zu einer der von Obama präferierten Minderheiten gehörte, erlebte in den letzten Jahren, wie ihm im wahrsten Sinne signalisiert wurde: du bist an allem Schuld und darum wirst du nicht nur benachteiligt, wir interessieren uns auch nicht, wenn du leidest. Deine Meinung und deine Menschenrechte sind für uns völlig ohne Belang.
Statt die Wähler zu verteufeln und Millionen von Menschen undifferenziert und letztendlich nach den eigenen Maßstäben rassistisch und sexistisch zu verteufeln, wäre eine faire, ausgewogene Analyse der Zustände angebracht. Es sind nicht alles verrückte Machos. Und auch unter den Latinos ist immerhin ein Drittel der Stimmen an den "weißen Teufel" gegangen. Warum? Wäre interessant von diesen Menschen zu hören, statt von deutschen oder us Journalisten, die glauben, nur sie verstünden die Welt richtig.
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Mittwoch, 9. November 2016
Dienstag, 21. Juni 2016
Politik und Gewalt
Es ist erst wenige Tage her, da wurde die englische Abgeordnete des House of Commons Jo Cox von einem Rechtsradikalen mit einer selbstgebauten Pistole erschossen der anschließend noch auf sie einstach.
Der Schock über diesen Mord an einer jungen Mutter wegen ihrer Politik und politischen Aktivitäten sitzt tief und der Vergleich zum Anschlag auf die heutige Kölner Bürgermeisterin Reker drängt sich auf.
An diesem Wochenende kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein 20jähriger Brite versuchte auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump die Waffe eines Polizisten zu ziehen um den Politiker zu erschießen. Er hatte am Tag zuvor gelernt, wie man eine Waffe handhabt. Zwar ist dieser Mordversuch sehr dilettantisch und von Anfang an zum scheitern verurteilt, aber er gehört in die aktuelle Reihe von Gewalt in der Politik. Es ist auch nicht der erste Versuch, mit Gewalt an Trump heranzukommen.
Hier in Deutschland sieht es nicht viel anders aus. Ich will an dieser Stelle auch nicht meine Meinung kundgeben, wer hier Verantwortlich oder welche Seite eher aktiv ist.
Es geht schlicht um eine bemerkenswerte Tatsache. Wir sind weg von Ohrfeigen, faulen Eiern und Buhrufen. Torten und nackte Brüste erscheinen mittlerweile ebenfalls fast schon überholt und können bestenfalls auf führende Linke oder in Kombination noch journalistisches Interesse erwecken.
Die blanke Gewalt mit dem Ziel zu verletzen oder zu töten zieht ein. Sprengsätze an Parteibüros, Kopfsteine die gezielt auf Personen geworfen oder geschlagen werden, Messerangriffe, Schüsse.
In den USA, in England, in Frankreich und in Deutschland.
Was sagt das über unsere "freie Gesellschaft", unsere viel zitierten "Werte", die Sicherheit und Demokratie, für die wir uns so gerne auf die Schultern klopfen?
Was sagt das über die Richtung, in der wir uns bewegen?
Der Schock über diesen Mord an einer jungen Mutter wegen ihrer Politik und politischen Aktivitäten sitzt tief und der Vergleich zum Anschlag auf die heutige Kölner Bürgermeisterin Reker drängt sich auf.
An diesem Wochenende kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein 20jähriger Brite versuchte auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump die Waffe eines Polizisten zu ziehen um den Politiker zu erschießen. Er hatte am Tag zuvor gelernt, wie man eine Waffe handhabt. Zwar ist dieser Mordversuch sehr dilettantisch und von Anfang an zum scheitern verurteilt, aber er gehört in die aktuelle Reihe von Gewalt in der Politik. Es ist auch nicht der erste Versuch, mit Gewalt an Trump heranzukommen.
Hier in Deutschland sieht es nicht viel anders aus. Ich will an dieser Stelle auch nicht meine Meinung kundgeben, wer hier Verantwortlich oder welche Seite eher aktiv ist.
Es geht schlicht um eine bemerkenswerte Tatsache. Wir sind weg von Ohrfeigen, faulen Eiern und Buhrufen. Torten und nackte Brüste erscheinen mittlerweile ebenfalls fast schon überholt und können bestenfalls auf führende Linke oder in Kombination noch journalistisches Interesse erwecken.
Die blanke Gewalt mit dem Ziel zu verletzen oder zu töten zieht ein. Sprengsätze an Parteibüros, Kopfsteine die gezielt auf Personen geworfen oder geschlagen werden, Messerangriffe, Schüsse.
In den USA, in England, in Frankreich und in Deutschland.
Was sagt das über unsere "freie Gesellschaft", unsere viel zitierten "Werte", die Sicherheit und Demokratie, für die wir uns so gerne auf die Schultern klopfen?
Was sagt das über die Richtung, in der wir uns bewegen?
Donnerstag, 5. Mai 2016
Trump oder Clinton
Momentan fragen mich viele Leute, mit denen ich diskutiere oder die meine Ansichten kennen, ob ich nun zufrieden wäre, da Trump der Kandidat würde (und nunmehr ist), den die Republikaner in den USA als Kandidaten aufstellen.
Meine Antwort lautet: Nein. Ich kann mir keinen größeren Aufschneider vorstellen, keinen widerlicheren Schmutzwerfer, kein solches Großmaul und kaum einen unberechenbareren Menschen als Trump.
Ich hatte auf Carly Fiorina gehofft. Eine vernünftige Frau, die ebenso zuhören kann wie Entscheidungen nach eingehender Beratung treffen. Sie wurde nie laut, nie unverschämt. Sie hat Würde und Verantwortungsbewusststein. Leider ist sie schon in der zweiten Runde ausgeschieden.
Auch mit Ben Carson hätte ich gut leben können. Ein ebenso leise und bescheiden auftretender wie mitfühlender Mensch.
Unter den "wenigen" Kandidaten" der Demokraten gab es keinen und Clinton ist für mich eine Verbrecherin und Lügnerin der schlimmsten und gefährlichsten Sorte.
Auf die Frage, ob ich nun zufrieden bin muss ich antworten: Nein, diesmal habe ich Angst, was aus den USA wird. Sie wählen zwischen Pest und Cholera.
Meine Antwort lautet: Nein. Ich kann mir keinen größeren Aufschneider vorstellen, keinen widerlicheren Schmutzwerfer, kein solches Großmaul und kaum einen unberechenbareren Menschen als Trump.
Ich hatte auf Carly Fiorina gehofft. Eine vernünftige Frau, die ebenso zuhören kann wie Entscheidungen nach eingehender Beratung treffen. Sie wurde nie laut, nie unverschämt. Sie hat Würde und Verantwortungsbewusststein. Leider ist sie schon in der zweiten Runde ausgeschieden.
Auch mit Ben Carson hätte ich gut leben können. Ein ebenso leise und bescheiden auftretender wie mitfühlender Mensch.
Unter den "wenigen" Kandidaten" der Demokraten gab es keinen und Clinton ist für mich eine Verbrecherin und Lügnerin der schlimmsten und gefährlichsten Sorte.
Auf die Frage, ob ich nun zufrieden bin muss ich antworten: Nein, diesmal habe ich Angst, was aus den USA wird. Sie wählen zwischen Pest und Cholera.
Donnerstag, 3. März 2016
Politikertag
Vermutlich kam niemand, der meinen Blog hin und wieder mal gelesen hat auf die Idee, dass ich mit der Überschrift einen Ehrentag für Politiker fordere - und das stimmt.
Politikertag habe ich diesen Mittwoch genannt, weil mir ständig Namen und Bilder von Politikern "gereicht" wurden. Sei es auf youtube, in den Nachrichtenseiten der von mir frequentierten Zeitungen oder beim Gespräch mit meiner Frau.
Natürlich sehen wir gerade sehr interessiert in die USA. Dort finden derzeit die Kandidatenwahlen der Parteien statt. Demokraten und Republikaner bestimmen, wer von ihren Kandidaten denn nun das Rennen zum Präsidenten für sie antreten darf. Bislang liegt der merkwürdige Mr. Trump bei den Republikanern vorne, hat aber durchaus noch "Verfolger", die auch Chancen haben. Meine beiden
Wunschkandidaten sind leider aus dem Rennen. Ich hätte mit Carly Fiorina sehr gut leben können - leider schied sie aber bereits vor einiger Zeit aus. Wer sie nicht kennt: sie war bis 2005 die Chefin von HP und hat der Firma wieder schwarze Zahlen beschert. Ihre Positionen sind konservativ ohne dabei am rechten Rand der USA zu fischen. Ihr Ausscheiden bedauere ich sehr. Sie
war mit eine der vernünftigsten Stimmen.
Nach dem "Super Tuesday", einem Dienstag an dem die meisten US Bundesstaaten auf einmal ihre Kandidaten bestimmen, ist auch Ben Carson nun ausgestiegen. Wer ihn einmal im Original gehört hat, wird vielleicht um seine stille und ruhige Art wissen. Zwar hat er mitunter ein paar merkwürdige Ansichten und stand wegen seiner Sieben-Tags-Adventisten-Konfession ständig in der Kritik. Auf der Haben-Seite stehen allerdings sein Aufstieg dank Bildung aus dem Detroiter Ghetto, trotz und wegen einer depressiven Mutter sowie eine Karriere als Neurochirurg. Auch seine Positionen sind zumeist konservativ und rational. Im Wahlkampf zeigte er sich als hochanständiger Mensch. Als einer seiner Mitarbeiter bei einem Autounfall starb und drei weitere dabei verletzt wurden, pausierte er für mehrere Tage zugunsten der Verletzten und zum Gedenken des Verstorbenen. Mitten im Wahlkampf... Was ihn wohl die Zustimmung kostete war ein Fehler in seiner Biographie und die Selbstbereicherung der Spendensammler seines Teams.
So bleiben Cruz, Rubio und eben Trump. Die Wahlergebnisse des Dienstages (in den USA) zeigen denn auch, dass Trump etwa 10% im Schnitt vor seinem nächsten Verfolger liegt, meist über 30, mitunter über 40%.
Trump wird entweder verehrt oder verachtet. Scheinbar gibt es aber mehr Verehrer als Verachter. Ich
persönlich traue ihm nicht und finde manche Aktion lächerlich bösartig. Würden die Leute ihm dafür nicht zuströmen und man selbst als Verschwörungstheoretiker dastehen, so würde ich annehmen, die Clintons, die mit ihm seit ihrer gemeinsamen Zeit in NY bekannt sind, hätten ihn als jemanden aufgestellt, der auf keinen Fall die neutralen Stimmen kann.
Er hat manche seiner Positionen in den letzten 15 Jahren mehrere Male "hin und her" gewechselt. Vieles von dem, was er von sich behauptet, findet sich in der Praxis nicht wieder. So stellt er sich als Gegner der "social justice warrior" dar (einer Kultur von Menschen, die sich angeblich für Gerechtigkeit einsetzen und dabei vor allem einen ausgeprägten sexistischen Rassismus gegenüber weißen Männern und Opfern von nicht-weißen Kriminellen an den Tag legen). Obwohl er über Staffeln in einer Art CastingShow in der Jury saß, Präsident und Besitzer zahlreicher Unternehmen ist, und breite soziale Kontakte pflegt wobei er reichlich Gelegenheiten hatte, diese "Gegnerschaft" auszuleben, gibt es nicht einen Beweis dafür. Kein Akt, kein Wort irgendeiner Art. Im Gegenteil, verschiedentlich hat er sich im TV mit Ikonen dieser Bewegung solidarisiert.
Dies nur als ein Beispiel von vielen.
Andere seiner Positionen sind so harsch formuliert, dass man wohl kaum glauben kann, was er sagt. Von seinem angekündigten Umgang mit Russland angefangen bis hin zur Behandlung von illegalen Einwanderern und schließlich muslimischen Reisenden.
Auf der Demokratenseite sieht es düsterer aus - obwohl man das kaum glauben kann.
Lediglich Hillary Clinton und Bernie Sanders haben sich real der Wahl gestellt - und dies sowie das Ergebnis sind einer Demokratie unwürdig. Im Schnitt über 70% der Stimmen fielen auf Clinton,
mancherorts über 80%. Das erinnert an die Wahlen unserer Partei, bei der die Deligierten mit DDRhafter Präzision wählen, wer gewählt werden soll und oft einzig und allein aufgestellt ist.
Demokratie geht anders.
Dabei hat Clinton ihre mangelhafte Eignung für das Amt des Präsidenten mehr als bewiesen. Mehrfach wurde sie schwerer Lügen während des Wahlkampfes überführt. So behauptete sie bspw. bei einem Besuch in Bosnien unter Lebensgefahr gestanden zu haben - als tough woman für sie aber kein Problem. Als man berichtete, es hätte diese, von ihr formulierte Situation gar nicht gegeben, formuliert sie es um, weniger dramatisch aber immer noch lebensgefährlich und darum verständlich, warum die Heldin sich da ein wenig vertat - nur war auch die neue Version erstunken und erlogen und minderte die Verdienste und das Willkommen der übrigen Beteiligten.
Noch immer steht der Geheimnisverrat im Raum. Mehrfach hatte sie als geheim klassifiziertes
Material über ihre private, ungesicherte email-Adresse an Freunde, Familie und Bekannte verschickt. Dies leugnete sie zuerst, behinderte gleichzeitig aber die Ermittlungen des Secret Service und des FBIs. Ein Ausschuss des Kongresses stellte sich derart ungeschickt bei der zweitägigen Befragung an, dass sie nahezu unbeschadet aus der Debatte kam. Obwohl Beweismaterial vorgelegt wurde.
Ausreden wie "woher sollte ich wissen, dass diese Informationen geheim waren" halfen ihr dabei.
Auch die Reaktion auf den Angriff auf das Konsulat in Benghazi 2012 zählt zu den Lügereien. Tagelang ließ sie verbreiten, es handele sich nicht um einen geplanten Angriff am Jahrestag von 9/11 sondern eine spontane, wütende Reaktion auf das Video "Innocence of Muslims". Ihre Rolle bei der mangelhaften Sicherheitslage vor Ort (Obamas Politik der offenen Hand hatte sie veranlasst die Wachen abzuziehen bzw. zu verringern und weder von ihr noch vom Präsidenten gab es eine zeitnahe Erlaubnis, bereitstehende Verstärkungen einzusetzen) wird dabei meist sogar noch außer acht gelassen. Der Film 13 hours, der derzeit in den Kinos läuft, von den Beteiligten abgenickt wurde und durch die deutsche Presse zerrissen wird, zeigt ein paar der Fakten (unter schmalzig wirkendem patriotischem Heldensalut).
Dies sind also voraussichtlichdie beiden Kandidaten für das Präsidentenamt - Regen oder Traufe, und man weiß nicht, wer was ist. Außer natürlich der Spiegel - der beauftragt Clinton die Welt zu retten. Und dann passt doch wieder das Sprichwort: den Teufel mit dem Belzebub austreiben.
Die nächste Politikermeldung des Tages: Volker Beck, der Chefkläger der Grünen, der stets mit Begriffen wie Verantwortung, Würde und ähnlichen wichtigem um sich wirf, wurde mit Drogen erwischt. Angeblich Cristal Meth, eine stark süchtig machende, rein chemische, billige und desaströse Droge, die für sehr viel Leid auf der Welt verantwortlich ist.
Volker Becks Reaktion darauf war, alle Grünen-Ämter niederzulegen und darauf zu verweisen, dass er in Sachen Drogen immer für Liberalisierung (also "Entkriminalisierung) stand (ich kanns es mir nicht verkneifen: das galt, folgt man seinem Beitrag in einem entsprechend betitelten Buch, früher auch für "Kinderliebe", besser bekannt als Kindesmissbrauch).
Gemerkt? Aufgrund seines Fehlverhaltens, der verlorenen Glaubwürdigkeit und weil ein Mensch unter Drogeneinfluß nicht rational genug denken kann, um verantwortungsvolle Posten zu
übernehmen, tritt er zurück. Aber nicht von seinem Amt für das Volk als Bundestagsabgeordneter, sondern nur in der Partei. Für die Partei ist er momentan zu gefährlich - aber fürs Volk...
Randnotiz: im wikipedia-Eintrag findet sich zwar das Ende seiner Fraktionstätigkeit 2016 - nicht aber der Grund. Warum man wikipedia wohl als politisch "links" und wissenschaftlich fragwürdig einstuft...
Auf der anderen Seite zeigten sich Glöckner (Kandidatin für das R-P Ministerpräsidentenamt) und Merkel vereint und lachend, Seit an Seit. Die Bindung wurde betont. Das mag nur ein Wahlkampfmanöver sein, aber nach allen richtigen und mutigen Worten Glöckners zu den Kölner Vorfällen, der Flüchtlingspolitik und dem Plan der Regierung wirkt dies auf mich nunmehr wie ein "angekrochen kommen". Die CDU verliert Stimmen und hofft durch die Kehrtwende hin zur barmherzigen Flüchtlingsmutter wohl auf die Trendwende.
Das scheint auch Sigmar Gabriel klar zu sein, der in diesem Länderwahljahr immer wieder auf Distanz zu seiner eigenen Regierung geht. Der Teilzeit-Vizekanzler prangert an, dass die neu verabschiedeten "Pakete" das Gegenteil der "offenen" Politik des letzten Jahres seien. Wer sich nun denkt, dass da jemand schmollen auf die Streberin im Klassenzimmer zeigt um zu petzen, sie habe die Hausaufgaben abgeschrieben, der denkt das Gleiche wie ich.
Und wo wir bei Haus und Gaben sind: Henryk Marcin Broderwurde von Claudia Roth ausgeladen. Also nicht direkt. Sie ließ ausladen. Er war zu einer Talkshowrunde im BR eingeladen worden - und mehr oder weniger am folgenden Tag wieder aus. Claudia Roth hatte dem Sender verdeutlicht: wenn der kommt, dann ich nicht. Und wie im SWR sagte der Sender daraufhin nicht: "erpressen lassen wir uns nicht" (zumal alles was Roth beizutragen hat ohnehin bekannt und schrill ist) und an Broder festhielt, wurde sein Gastspiel verlegt.
Das Bild von Demokratie, Meinungsausstausch, Trennung der Gewalten und Interessen in und vom Staat welches SPD, CDU und Grüne in den letzten Wochen an den Tag legen sollte alle hohlen Phrasen von "nie wieder" als glatte Lüge entlarven und ihre Rufer als Heuchler.
Und so endete dann man Politikertag. Mit der Bestätigung, wie es um diese "Kaste" unserer Gesellschaft steht.
Politikertag habe ich diesen Mittwoch genannt, weil mir ständig Namen und Bilder von Politikern "gereicht" wurden. Sei es auf youtube, in den Nachrichtenseiten der von mir frequentierten Zeitungen oder beim Gespräch mit meiner Frau.
Natürlich sehen wir gerade sehr interessiert in die USA. Dort finden derzeit die Kandidatenwahlen der Parteien statt. Demokraten und Republikaner bestimmen, wer von ihren Kandidaten denn nun das Rennen zum Präsidenten für sie antreten darf. Bislang liegt der merkwürdige Mr. Trump bei den Republikanern vorne, hat aber durchaus noch "Verfolger", die auch Chancen haben. Meine beiden
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| Carly Fiorina |
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| Ben Carson auf seinem Buchcover |
Nach dem "Super Tuesday", einem Dienstag an dem die meisten US Bundesstaaten auf einmal ihre Kandidaten bestimmen, ist auch Ben Carson nun ausgestiegen. Wer ihn einmal im Original gehört hat, wird vielleicht um seine stille und ruhige Art wissen. Zwar hat er mitunter ein paar merkwürdige Ansichten und stand wegen seiner Sieben-Tags-Adventisten-Konfession ständig in der Kritik. Auf der Haben-Seite stehen allerdings sein Aufstieg dank Bildung aus dem Detroiter Ghetto, trotz und wegen einer depressiven Mutter sowie eine Karriere als Neurochirurg. Auch seine Positionen sind zumeist konservativ und rational. Im Wahlkampf zeigte er sich als hochanständiger Mensch. Als einer seiner Mitarbeiter bei einem Autounfall starb und drei weitere dabei verletzt wurden, pausierte er für mehrere Tage zugunsten der Verletzten und zum Gedenken des Verstorbenen. Mitten im Wahlkampf... Was ihn wohl die Zustimmung kostete war ein Fehler in seiner Biographie und die Selbstbereicherung der Spendensammler seines Teams.
So bleiben Cruz, Rubio und eben Trump. Die Wahlergebnisse des Dienstages (in den USA) zeigen denn auch, dass Trump etwa 10% im Schnitt vor seinem nächsten Verfolger liegt, meist über 30, mitunter über 40%.
Trump wird entweder verehrt oder verachtet. Scheinbar gibt es aber mehr Verehrer als Verachter. Ich
| Donald Trump |
Er hat manche seiner Positionen in den letzten 15 Jahren mehrere Male "hin und her" gewechselt. Vieles von dem, was er von sich behauptet, findet sich in der Praxis nicht wieder. So stellt er sich als Gegner der "social justice warrior" dar (einer Kultur von Menschen, die sich angeblich für Gerechtigkeit einsetzen und dabei vor allem einen ausgeprägten sexistischen Rassismus gegenüber weißen Männern und Opfern von nicht-weißen Kriminellen an den Tag legen). Obwohl er über Staffeln in einer Art CastingShow in der Jury saß, Präsident und Besitzer zahlreicher Unternehmen ist, und breite soziale Kontakte pflegt wobei er reichlich Gelegenheiten hatte, diese "Gegnerschaft" auszuleben, gibt es nicht einen Beweis dafür. Kein Akt, kein Wort irgendeiner Art. Im Gegenteil, verschiedentlich hat er sich im TV mit Ikonen dieser Bewegung solidarisiert.
Dies nur als ein Beispiel von vielen.
Andere seiner Positionen sind so harsch formuliert, dass man wohl kaum glauben kann, was er sagt. Von seinem angekündigten Umgang mit Russland angefangen bis hin zur Behandlung von illegalen Einwanderern und schließlich muslimischen Reisenden.
Auf der Demokratenseite sieht es düsterer aus - obwohl man das kaum glauben kann.
Lediglich Hillary Clinton und Bernie Sanders haben sich real der Wahl gestellt - und dies sowie das Ergebnis sind einer Demokratie unwürdig. Im Schnitt über 70% der Stimmen fielen auf Clinton,
| H. Clinton |
Demokratie geht anders.
Dabei hat Clinton ihre mangelhafte Eignung für das Amt des Präsidenten mehr als bewiesen. Mehrfach wurde sie schwerer Lügen während des Wahlkampfes überführt. So behauptete sie bspw. bei einem Besuch in Bosnien unter Lebensgefahr gestanden zu haben - als tough woman für sie aber kein Problem. Als man berichtete, es hätte diese, von ihr formulierte Situation gar nicht gegeben, formuliert sie es um, weniger dramatisch aber immer noch lebensgefährlich und darum verständlich, warum die Heldin sich da ein wenig vertat - nur war auch die neue Version erstunken und erlogen und minderte die Verdienste und das Willkommen der übrigen Beteiligten.
Noch immer steht der Geheimnisverrat im Raum. Mehrfach hatte sie als geheim klassifiziertes
| Bernie Sanders |
Ausreden wie "woher sollte ich wissen, dass diese Informationen geheim waren" halfen ihr dabei.
Auch die Reaktion auf den Angriff auf das Konsulat in Benghazi 2012 zählt zu den Lügereien. Tagelang ließ sie verbreiten, es handele sich nicht um einen geplanten Angriff am Jahrestag von 9/11 sondern eine spontane, wütende Reaktion auf das Video "Innocence of Muslims". Ihre Rolle bei der mangelhaften Sicherheitslage vor Ort (Obamas Politik der offenen Hand hatte sie veranlasst die Wachen abzuziehen bzw. zu verringern und weder von ihr noch vom Präsidenten gab es eine zeitnahe Erlaubnis, bereitstehende Verstärkungen einzusetzen) wird dabei meist sogar noch außer acht gelassen. Der Film 13 hours, der derzeit in den Kinos läuft, von den Beteiligten abgenickt wurde und durch die deutsche Presse zerrissen wird, zeigt ein paar der Fakten (unter schmalzig wirkendem patriotischem Heldensalut).
Dies sind also voraussichtlichdie beiden Kandidaten für das Präsidentenamt - Regen oder Traufe, und man weiß nicht, wer was ist. Außer natürlich der Spiegel - der beauftragt Clinton die Welt zu retten. Und dann passt doch wieder das Sprichwort: den Teufel mit dem Belzebub austreiben.
Die nächste Politikermeldung des Tages: Volker Beck, der Chefkläger der Grünen, der stets mit Begriffen wie Verantwortung, Würde und ähnlichen wichtigem um sich wirf, wurde mit Drogen erwischt. Angeblich Cristal Meth, eine stark süchtig machende, rein chemische, billige und desaströse Droge, die für sehr viel Leid auf der Welt verantwortlich ist.
| Cristal Meth |
| und seine Folgen |
Gemerkt? Aufgrund seines Fehlverhaltens, der verlorenen Glaubwürdigkeit und weil ein Mensch unter Drogeneinfluß nicht rational genug denken kann, um verantwortungsvolle Posten zu
übernehmen, tritt er zurück. Aber nicht von seinem Amt für das Volk als Bundestagsabgeordneter, sondern nur in der Partei. Für die Partei ist er momentan zu gefährlich - aber fürs Volk...
Randnotiz: im wikipedia-Eintrag findet sich zwar das Ende seiner Fraktionstätigkeit 2016 - nicht aber der Grund. Warum man wikipedia wohl als politisch "links" und wissenschaftlich fragwürdig einstuft...
Auf der anderen Seite zeigten sich Glöckner (Kandidatin für das R-P Ministerpräsidentenamt) und Merkel vereint und lachend, Seit an Seit. Die Bindung wurde betont. Das mag nur ein Wahlkampfmanöver sein, aber nach allen richtigen und mutigen Worten Glöckners zu den Kölner Vorfällen, der Flüchtlingspolitik und dem Plan der Regierung wirkt dies auf mich nunmehr wie ein "angekrochen kommen". Die CDU verliert Stimmen und hofft durch die Kehrtwende hin zur barmherzigen Flüchtlingsmutter wohl auf die Trendwende.
Das scheint auch Sigmar Gabriel klar zu sein, der in diesem Länderwahljahr immer wieder auf Distanz zu seiner eigenen Regierung geht. Der Teilzeit-Vizekanzler prangert an, dass die neu verabschiedeten "Pakete" das Gegenteil der "offenen" Politik des letzten Jahres seien. Wer sich nun denkt, dass da jemand schmollen auf die Streberin im Klassenzimmer zeigt um zu petzen, sie habe die Hausaufgaben abgeschrieben, der denkt das Gleiche wie ich.
Und wo wir bei Haus und Gaben sind: Henryk Marcin Broderwurde von Claudia Roth ausgeladen. Also nicht direkt. Sie ließ ausladen. Er war zu einer Talkshowrunde im BR eingeladen worden - und mehr oder weniger am folgenden Tag wieder aus. Claudia Roth hatte dem Sender verdeutlicht: wenn der kommt, dann ich nicht. Und wie im SWR sagte der Sender daraufhin nicht: "erpressen lassen wir uns nicht" (zumal alles was Roth beizutragen hat ohnehin bekannt und schrill ist) und an Broder festhielt, wurde sein Gastspiel verlegt.
Das Bild von Demokratie, Meinungsausstausch, Trennung der Gewalten und Interessen in und vom Staat welches SPD, CDU und Grüne in den letzten Wochen an den Tag legen sollte alle hohlen Phrasen von "nie wieder" als glatte Lüge entlarven und ihre Rufer als Heuchler.
Und so endete dann man Politikertag. Mit der Bestätigung, wie es um diese "Kaste" unserer Gesellschaft steht.
Sonntag, 21. Februar 2016
Von Päpstlichen Wänden und deutschen Brücken
Der Heilige Vater hat mal wieder eines dieser Interviews gegeben, welches mich mit offenem Mund vor meinem Schreibtisch sitzen lässt. Donald Trump so sagte er, sei kein Christ (nach anderer Übersetzung, "es sei nicht christlich, wenn jemand nur Mauern baue und keine Brücken"), weil Christen keine Mauern sondern Brücken bauten. Damit wolle er aber nicht in die amerikanische Politik mischen / er sei froh kein politischer Mensch zu sein. Vor der Wahl.
Als Pontifex Maximus - sicher eine plausible Argumentation. Irgendwo.
Historisch-sachlich gesehen ist es unwahr und unsinnig. Es klingt halt schön, das mit Mauern und Brücken.
Nicht so sehr das mit "kein Christ sein." - falls er das so gesagt hat. Und so titeln erwartungsgemäß manche Zeitungen: "Papst exkommuniziert Trump." Nun ist Trump m.W. Presbyterianer und kein Katholik, somit dürfte selbst das ihn nicht kümmern. Aber das Oberhaupt unserer Kirche ging ja weiter. Der Heilige Vater, welcher mit seinem Satz auf Versöhnung und Miteinander hinauswollte, der vor kurzem das Oberhaupt des Iran mit freundlichen Worten und "offenem Herzen" empfing obwohl dieser Homosexuelle, Vergewaltigungsopfer, Konvertiten hinrichten lässt und in seinen Worten Trumps Tiraden wie ein Aufruf zum Gruppenkuscheln aussehen lässt (zurecht regt sich Henryk Broder hier darüber auf), eben dieser Papst spricht einem Menschen sein Christsein, mindestens sein christliches Handeln ab.
Er stellt voran, dass er keinen Einfluß nehmen will - aber als geistiges Oberhaupt auch der US Katholiken ist ihm bewusst, dass so eine Äußerung eine klare Ansage an eben diese potentiellen Wähler ist. Er nimmt Einfluß. Oder er versucht es zumindest, denn die meisten lateinamerikanischen US Bürger, welche ja die Mehrheit der Katholiken dort stellen, werden ihn ohnehin nicht wählen - aber vielleicht einige der "Iren" und "Franzosen" unter ihnen.
Aber was ist nun mit Brücken und Mauern? Mal abgesehen davon, dass Mauern im Laufe der Christentumsgeschichte sehr wohl gebaut wurden, existierten und mehr als einmal als sehr nützlich
empfunden wurden - Mauern haben Tore. Diese erfüllen die gleiche Funktion wie Brücken. So wie wir Flüsse umleiten und einfrieden, an seinen Seiten Flutschutzwälle (ein naher Verwandter der Mauer) errichten, so bauen wir Brücken um überzusetzen und andere zu uns zu lassen. So wie wir die Tore einer Mauer verschließen können und
manchmal müssen, so können wir Brücken sperren oder einreißen, wenn es sein muss.
Ich halte nicht viel von Trump, seiner Rhetorik und seine geäußerten Überzeugungen kaufe ich ihm z.T. nicht ab. Aber für seine Rhetorik gegenüber Schutzversuchen gegen illegale Einwanderung ihm seine Christlichkeit abzusprechen...
Nebenbei: Clinton, Bush und Obama haben alle drei ihren Anteil an der Befestigung der Grenze und dem Ausbau der Überwachungsanlagen. Alles keine Christen über den Bau der Zäune?
In Israel ist das mit der Christlichkeit ja eine Minderheitenangelegenheit - aber eine Mauer wurde dort auch gebaut. Seitdem ist die Zahl der Anschläge (bis zur aktuellen Messerattackenwelle) dramatisch zurückgegangen und damit auch die Zahl der Todesopfer. Ist das eine schlechte Sache?
Und eine zweite Mauer spielt bis heute eine zentrale Rolle - eine der Mauern des Tempels, die berühmte Klagemauer.
Ohne Mauern wäre Konstantinopel früher, wäre Wien schon beim ersten Mal, wäre Europa in der Folge, und am Ende wäre der Vatikan gefallen. Gut möglich, dass es dann heute gar keinen Katholizismus mehr gäbe, oder dass unser heutiges Christentum in dieser Form gar nicht mehr existieren würde.
Vielleicht meinte er es anders als er es sagte. Allerdings habe ich den Satz im Zusammenhang mit dem Heiligen Vater schon so oft in so vielen Zusammenhängen gehört, dass er seinen Effekt verliert.
Vielleicht war die Übersetzung übertrieben.
Wenn es ihm um Brücken ginge, warum mauert er hier? Um Sun Tzu zu bemühen: eine öffentliche Kritik an einem Anführer wird nicht fruchten, aber unter vier Augen kann manches Wort das Herz berühren.
Als Pontifex Maximus - sicher eine plausible Argumentation. Irgendwo.
Historisch-sachlich gesehen ist es unwahr und unsinnig. Es klingt halt schön, das mit Mauern und Brücken.
Nicht so sehr das mit "kein Christ sein." - falls er das so gesagt hat. Und so titeln erwartungsgemäß manche Zeitungen: "Papst exkommuniziert Trump." Nun ist Trump m.W. Presbyterianer und kein Katholik, somit dürfte selbst das ihn nicht kümmern. Aber das Oberhaupt unserer Kirche ging ja weiter. Der Heilige Vater, welcher mit seinem Satz auf Versöhnung und Miteinander hinauswollte, der vor kurzem das Oberhaupt des Iran mit freundlichen Worten und "offenem Herzen" empfing obwohl dieser Homosexuelle, Vergewaltigungsopfer, Konvertiten hinrichten lässt und in seinen Worten Trumps Tiraden wie ein Aufruf zum Gruppenkuscheln aussehen lässt (zurecht regt sich Henryk Broder hier darüber auf), eben dieser Papst spricht einem Menschen sein Christsein, mindestens sein christliches Handeln ab.
Er stellt voran, dass er keinen Einfluß nehmen will - aber als geistiges Oberhaupt auch der US Katholiken ist ihm bewusst, dass so eine Äußerung eine klare Ansage an eben diese potentiellen Wähler ist. Er nimmt Einfluß. Oder er versucht es zumindest, denn die meisten lateinamerikanischen US Bürger, welche ja die Mehrheit der Katholiken dort stellen, werden ihn ohnehin nicht wählen - aber vielleicht einige der "Iren" und "Franzosen" unter ihnen.
| Vatikanisches Museum von außen. Quelle:viel-unterwegs.de |
empfunden wurden - Mauern haben Tore. Diese erfüllen die gleiche Funktion wie Brücken. So wie wir Flüsse umleiten und einfrieden, an seinen Seiten Flutschutzwälle (ein naher Verwandter der Mauer) errichten, so bauen wir Brücken um überzusetzen und andere zu uns zu lassen. So wie wir die Tore einer Mauer verschließen können und
| Engelsburg - eigentlich ein Grab, lange befestigter Wohnsitz des Papstes |
Ich halte nicht viel von Trump, seiner Rhetorik und seine geäußerten Überzeugungen kaufe ich ihm z.T. nicht ab. Aber für seine Rhetorik gegenüber Schutzversuchen gegen illegale Einwanderung ihm seine Christlichkeit abzusprechen...
Nebenbei: Clinton, Bush und Obama haben alle drei ihren Anteil an der Befestigung der Grenze und dem Ausbau der Überwachungsanlagen. Alles keine Christen über den Bau der Zäune?
In Israel ist das mit der Christlichkeit ja eine Minderheitenangelegenheit - aber eine Mauer wurde dort auch gebaut. Seitdem ist die Zahl der Anschläge (bis zur aktuellen Messerattackenwelle) dramatisch zurückgegangen und damit auch die Zahl der Todesopfer. Ist das eine schlechte Sache?
Und eine zweite Mauer spielt bis heute eine zentrale Rolle - eine der Mauern des Tempels, die berühmte Klagemauer.
Ohne Mauern wäre Konstantinopel früher, wäre Wien schon beim ersten Mal, wäre Europa in der Folge, und am Ende wäre der Vatikan gefallen. Gut möglich, dass es dann heute gar keinen Katholizismus mehr gäbe, oder dass unser heutiges Christentum in dieser Form gar nicht mehr existieren würde.
Vielleicht meinte er es anders als er es sagte. Allerdings habe ich den Satz im Zusammenhang mit dem Heiligen Vater schon so oft in so vielen Zusammenhängen gehört, dass er seinen Effekt verliert.
Vielleicht war die Übersetzung übertrieben.
Wenn es ihm um Brücken ginge, warum mauert er hier? Um Sun Tzu zu bemühen: eine öffentliche Kritik an einem Anführer wird nicht fruchten, aber unter vier Augen kann manches Wort das Herz berühren.
Donnerstag, 28. Januar 2016
Ein Platz für Historiker
Selten äußern sich Historiker derzeit zu den Entwicklungen der Gesellschaft und Politik, die ja unser Berufsstand abgleichen könnte mit den Entwicklungen der Vergangenheit - oder vielmehr unserem Forschungsstand darüber. Mitunter ist das ganz gut so, sind sie ja auch allzu oft instrumentalisiert worden oder haben sich mit einer Sache gemein gemacht und darauf ihre Ergebnis hinarbeiten lassen. Auch heute findet sich dieses Verhalten oft genug.
Auf der anderen Seite sind Historiker wie Demandt und Baberowski dringend nötig, die in einer rein emotionalen Debatte versuchen mit sachlicher Argumentation die Definitionen wieder richtig zu stellen und vor eventuellen Folgen, mittels der Lektionen der Geschichte zu warnen. Oft eher mit kassandrischem Erfolg. Während Zweiterer aber einen offensiven Schritt ging und sein Anliegen in der breiten Öffentlichkeit vertrat, hat ersterer schlicht seine Arbeit im Rahmen eines kaum gelesenen Blättchens tätigen wollen und erst auf die Missachtung der Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens, seiner Zensur (anders lässt sich die geäußerte Kritik die zur Ablehnung führte nicht nennen), einen weiteren Schritt gemacht.
Jetzt hat sich ein anderer Historiker der deutschen Geschichte zu Wort gemeldet. Fritz Stern wird vielleicht dem ein oder anderen Leser bekannt sein, da er die jüngere deutsche Geschichte im Blick hat. Der mittlerweile fast 90 Jahre alte Gelehrte hat bis vor wenigen Jahren immer wieder Gastvorträge und Gastprofessuren in Deutschland gehalten, und wird allgemein als beruhigende Stimme während der Diskussion um die Wiedervereinigung 1989 gehandelt.
Aber er ist auch, dass sagt er selbst von sich, ein sehr emotionaler Mensch, der sich hinreißen lässt zu Schnellschüssen und Verallgemeinerungen. So hatte er nach der Zeit des Nazi Regimes, vor dem er und seine jüdische Familie flüchten mussten bzw. mehrere Mitglied der Familie in den KZs umgebracht wurden, einen generellen Hass auf Deutsche entwickelt.
Auf der anderen Seite ist er auch bereit, diese Sichtweisen in Frage zu stellen - so wich sein Hass durch die Teilnahme an der Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des Attentats auf Hitler am 20.7. 1944 (das sog. Stauffenbergattentat). Dort sah er die zweite Reihe der Opfer der Vergeltung: die Familien und Hinterbliebenen der Verschwörer.
Man kann also sagen, Fritz Stern ist ein sehr menschlicher Historiker, was gerade in der Neuzeit zwar schön zu sehen, fachlich aber mitunter hinderlich sein kann. Umso frustrierender finde ich, dass angesichts der aktuellen und brennenden europäischen Themen (von der Ukraine und Griechenland über die Islamisierung hin zu Flüchtlingen und der EU als moderner Staatenbund) Fritz Stern sich in deutschen Medien zum US Wahlkampf äußert - und dies auch noch recht polemisch.
Nicht, dass ich ihm in dieser Bewertung Trumps widersprechen wöllte. Das entspricht sogar sehr meinem Eindruck - allerdings habe ich kaum Informationen über Trump als jene, die in den Zeitungen und Nachrichtensendern lanciert werden und kenne ihn weder persönlich, noch stehen mir Aussagen aus seinem direkten Umfeld zur Verfügung. Auch von Stern ist mir nicht bekannt, dass er zu den großen Trump Kennern zählen würde, aber sei es drum.
Der Rundumschlag, die "Verdummung der Amerikaner"und diese auch noch als belegt anzusehen ist allerdings eine Polemik, die eines Historikers zumindest auf dieser Ebene unwürdig bleibt. Zumal die Alternativen großteils ebenso erbärmlich abschneiden. Frau Clinton schneidet weder in Sachen Geld, Moral oder Respekt besser ab - vielmehr ist sie auch noch verschiedener Verbrechen verdächtig und Gegenstand von ihr massiv manipulierter Untersuchungen.
Die Bucherfilmung "13 hours", die am 4.2. in die Kinos in Deutschland kommt, thematisiert am Rande auch ihre Rolle beim Terroranschlag auf das Konsulat in Benghazi 2012 zum Jahrestag von 9/11, welchen sie dann als Reaktion auf die Billigproduktion "Innocence of Muslims" verkaufte.
Und diese beiden Kandidaten sind die medial meistbeachteten Vertreter ihrer Parteien - Cruz und Sanders die jeweiligen Alibi-Gegner. Dabei haben bzw. hatten auch beide Parteien sehr vernünftige Stimmen anzubieten und solche die vielleicht in dem ein oder anderen Punkt bemerkenswerte Positionen vertreten, aber insgesamt kompetent bleiben - so wie Obama, den Stern ob seiner Politik feiert.
Und hier gehen unsere Analysen weit auseinander: Stern ist von Obamas kriegsferne begeistert.
Andere Analysen gehen davon aus, dass Obama durch die Drohnen ebenso viel Mord und Leid hervorgebracht hat, wie die üblichen konventionellen Einsätze, sein Abzug aus dem Irak verfrüht und überhastet war, die Lage in Afghanistan den Abzug ebenfalls nicht rechtfertigte, seine Diplomatie der offenen Hand den "arabischen Frühling" mithalf zu einem Winter werden zu lassen, die Tatenlosigkeit in Syrien zur jetzigen Katastrophe beitrug und der Einsatz in Libyen ohne Einsatz von Bodentruppen und einer anschließenden Lösung zu dem Machtvakuum geführt hat, in welches Islamisten und Milizen so erfolgreich hineinstießen.
In Ägypten unterstützte er die Muslimbruderschaft, als diese an der Macht war und ignorierte deren Bestreben in die Verfassung die Scharia einzubringen und Frauen wie Andersgläubige und -denkende weiter zu diskriminieren. Zu seinem Beraterstab zählt mindestens ein Mitglied von CAIR, einer Organisation die von Muslimbrüdern in den USA gegründet wurde und noch immer dementsprechende Kontakte unterhält.
Die Sicherheitsbehörden in den USA mussten unter ihm eine Sprachpolitik erlernen, die schon weit jenseits von political correctness liegt. Obama ist der Präsident, der zwei Wochen nach den Novemberanschlägen von Paris dort stand und einen weiteren Terroranschlag in Kalifornien als Amoklauf darstellte und gegenüber den Medien behauptete: sowas gäbe es nur in den USA.
Wer behauptet, Historiker würden zwangsläufig aus der Geschichte lernen, der vergisst, dass wir auch nur Menschen sind.
Auf der anderen Seite sind Historiker wie Demandt und Baberowski dringend nötig, die in einer rein emotionalen Debatte versuchen mit sachlicher Argumentation die Definitionen wieder richtig zu stellen und vor eventuellen Folgen, mittels der Lektionen der Geschichte zu warnen. Oft eher mit kassandrischem Erfolg. Während Zweiterer aber einen offensiven Schritt ging und sein Anliegen in der breiten Öffentlichkeit vertrat, hat ersterer schlicht seine Arbeit im Rahmen eines kaum gelesenen Blättchens tätigen wollen und erst auf die Missachtung der Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens, seiner Zensur (anders lässt sich die geäußerte Kritik die zur Ablehnung führte nicht nennen), einen weiteren Schritt gemacht.
Jetzt hat sich ein anderer Historiker der deutschen Geschichte zu Wort gemeldet. Fritz Stern wird vielleicht dem ein oder anderen Leser bekannt sein, da er die jüngere deutsche Geschichte im Blick hat. Der mittlerweile fast 90 Jahre alte Gelehrte hat bis vor wenigen Jahren immer wieder Gastvorträge und Gastprofessuren in Deutschland gehalten, und wird allgemein als beruhigende Stimme während der Diskussion um die Wiedervereinigung 1989 gehandelt.
Aber er ist auch, dass sagt er selbst von sich, ein sehr emotionaler Mensch, der sich hinreißen lässt zu Schnellschüssen und Verallgemeinerungen. So hatte er nach der Zeit des Nazi Regimes, vor dem er und seine jüdische Familie flüchten mussten bzw. mehrere Mitglied der Familie in den KZs umgebracht wurden, einen generellen Hass auf Deutsche entwickelt.
Auf der anderen Seite ist er auch bereit, diese Sichtweisen in Frage zu stellen - so wich sein Hass durch die Teilnahme an der Gedenkfeier zum 10. Jahrestag des Attentats auf Hitler am 20.7. 1944 (das sog. Stauffenbergattentat). Dort sah er die zweite Reihe der Opfer der Vergeltung: die Familien und Hinterbliebenen der Verschwörer.
Man kann also sagen, Fritz Stern ist ein sehr menschlicher Historiker, was gerade in der Neuzeit zwar schön zu sehen, fachlich aber mitunter hinderlich sein kann. Umso frustrierender finde ich, dass angesichts der aktuellen und brennenden europäischen Themen (von der Ukraine und Griechenland über die Islamisierung hin zu Flüchtlingen und der EU als moderner Staatenbund) Fritz Stern sich in deutschen Medien zum US Wahlkampf äußert - und dies auch noch recht polemisch.
Der Historiker Fritz Stern sieht den amerikanischen Präsidentschaftsbewerber Donald Trump als Beleg für die Verdummung der Amerikaner. „Trump ist das beste Beispiel von der Verdummung des Landes und von der entsetzlichen Rolle des Geldes. Ein absolut amoralischer Kerl, der mit Geld und Ignoranz protzt“, sagte Stern der dpa.
Nicht, dass ich ihm in dieser Bewertung Trumps widersprechen wöllte. Das entspricht sogar sehr meinem Eindruck - allerdings habe ich kaum Informationen über Trump als jene, die in den Zeitungen und Nachrichtensendern lanciert werden und kenne ihn weder persönlich, noch stehen mir Aussagen aus seinem direkten Umfeld zur Verfügung. Auch von Stern ist mir nicht bekannt, dass er zu den großen Trump Kennern zählen würde, aber sei es drum.
Der Rundumschlag, die "Verdummung der Amerikaner"und diese auch noch als belegt anzusehen ist allerdings eine Polemik, die eines Historikers zumindest auf dieser Ebene unwürdig bleibt. Zumal die Alternativen großteils ebenso erbärmlich abschneiden. Frau Clinton schneidet weder in Sachen Geld, Moral oder Respekt besser ab - vielmehr ist sie auch noch verschiedener Verbrechen verdächtig und Gegenstand von ihr massiv manipulierter Untersuchungen.
Die Bucherfilmung "13 hours", die am 4.2. in die Kinos in Deutschland kommt, thematisiert am Rande auch ihre Rolle beim Terroranschlag auf das Konsulat in Benghazi 2012 zum Jahrestag von 9/11, welchen sie dann als Reaktion auf die Billigproduktion "Innocence of Muslims" verkaufte.
Und diese beiden Kandidaten sind die medial meistbeachteten Vertreter ihrer Parteien - Cruz und Sanders die jeweiligen Alibi-Gegner. Dabei haben bzw. hatten auch beide Parteien sehr vernünftige Stimmen anzubieten und solche die vielleicht in dem ein oder anderen Punkt bemerkenswerte Positionen vertreten, aber insgesamt kompetent bleiben - so wie Obama, den Stern ob seiner Politik feiert.
Und hier gehen unsere Analysen weit auseinander: Stern ist von Obamas kriegsferne begeistert.
Andere Analysen gehen davon aus, dass Obama durch die Drohnen ebenso viel Mord und Leid hervorgebracht hat, wie die üblichen konventionellen Einsätze, sein Abzug aus dem Irak verfrüht und überhastet war, die Lage in Afghanistan den Abzug ebenfalls nicht rechtfertigte, seine Diplomatie der offenen Hand den "arabischen Frühling" mithalf zu einem Winter werden zu lassen, die Tatenlosigkeit in Syrien zur jetzigen Katastrophe beitrug und der Einsatz in Libyen ohne Einsatz von Bodentruppen und einer anschließenden Lösung zu dem Machtvakuum geführt hat, in welches Islamisten und Milizen so erfolgreich hineinstießen.
In Ägypten unterstützte er die Muslimbruderschaft, als diese an der Macht war und ignorierte deren Bestreben in die Verfassung die Scharia einzubringen und Frauen wie Andersgläubige und -denkende weiter zu diskriminieren. Zu seinem Beraterstab zählt mindestens ein Mitglied von CAIR, einer Organisation die von Muslimbrüdern in den USA gegründet wurde und noch immer dementsprechende Kontakte unterhält.
Die Sicherheitsbehörden in den USA mussten unter ihm eine Sprachpolitik erlernen, die schon weit jenseits von political correctness liegt. Obama ist der Präsident, der zwei Wochen nach den Novemberanschlägen von Paris dort stand und einen weiteren Terroranschlag in Kalifornien als Amoklauf darstellte und gegenüber den Medien behauptete: sowas gäbe es nur in den USA.
Wer behauptet, Historiker würden zwangsläufig aus der Geschichte lernen, der vergisst, dass wir auch nur Menschen sind.
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