Montag, 16. Januar 2017

Der Koran im christlichen Gottesdienst

Eine Phrase wird dieser Tage oft und in leichter Variation immer und immer wieder preisgegeben.
Es geht dabei um die Gleichsetzung von Islam und Christentum, von Koran und Bibel, vom christlichen Gott und der Dreifaltigkeit mit dem islamischen Allah.
Nun bin ich, wie oft betont, kein Theologe und halte mich auch nicht für sehr bewandert oder berufen, mich zu komplexen Themen dieses Bereiches zu äußern, aber das dies Wunschdenken von Menschen ist, denen es weniger um Gottesverehrung als ein friedliches Miteinander geht, ist für mich offensichtlich. Und nur wenige Stunden Recherche liefern einen schier endlosen Strom schwer bis unwiderlegbarer Argumente.
Nun kann man als Katholik, als weißer Deutscher (selbst mit einem innereuropäischen Migrationshintergrund) darüber so viel diskutieren wie man will, am Ende landet man auf der persönlichen Eben und wird schlicht mit dem Vorwurf der Vorurteile, des Rassismus, der Islamophobie und vielen weiteren Verunglimpfungen bedacht.
Immer mal wieder aber demonstrieren Muslime, welche für den Dialog (ein)stehen sollen ziemlich eindeutig, wie es denn nun bestellt ist um die Vereinbarkeit der beiden großen Weltreligionen. So diesmal in Glasgow.
Als Zeichen der eigenen Toleranz und des Wunsches nach Miteinander hatte man dort für den Gottesdienst zur Epiphanie, zur Erscheinung des Herrn, eine Muslima geladen aus dem Koran vorzulesen, was für mich durchaus fragwürdig genug wäre. Zur Mission eines anderen Glaubensbekenntnis an einem der höchsten Feiertage aufzurufen...

Diese dachte sich, es sei wohl angebracht, an jenem Feiertag in einer christlichen Kirche zu demonstrieren, was der Islam über Jesus so lehrt. Grundsätzlich bin ich dafür sogar dankbar, denn es sind solche Passagen (und sie hat nicht vorgelesen, was der Koran und Islam zur Kreuzigung und der Wiederauferstehung zu lehren haben), die deutlich machen, wie verlogen oder unwissend die oben genannten Vergleiche eigentlich sind. Aber in der Situation entspricht das natürlich einer gezielten Provokation. Sie hätte auch gleich den Altar oder das Kreuz entweihen können.
Madinah Javed, so der Name der Muslima, las dabei aus der Sure 19. Dabei geht es insbesondere um die Verse 30 bs 36, in denen der Neugeborene Jesus im Koran zu seiner Mutter und den Umstehenden spricht. Stellt man die Geburt des Herrn aus der Bibel und aus dem Koran nebeneinander, so scheint der Koran gezielt widersprechen zu wollen und dies mit einer Wundergeschichte, die so noch nie berichtet worden war. Jesus soll also gesagt haben, er sei der Prophet Allahs und wenige Sätze später:
Dies ist Jesus, Sohn der Maria - (dies ist) eine Aussage der Wahrheit, über die sie uneins sind
Es geziemt Allah nicht, Sich einen Sohn zu nehmen. Gepriesen sei Er! Wenn Er etwas beschließt, so spricht Er nur: "Sei!" und es ist.
"Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr. So dient Ihm! Das ist ein gerader Weg."  
                                                                                                                                            Sure 19 Vers 34 und 35

Diejenigen, die anderes behaupten als das Jesus nicht Sohn sondern lediglich Knecht und Geschaffener Gottes sei lägen falsch und wären vom Weg abgekommen. Laut Koran sagt der Neugeborene Jesus dies noch in der Krippe - bevor also "alle Welt verkündet" bekommt, wie es im christlichen Glauben heisst. Dieser Moment, nach der Geburt, ist jener, den wir Christen in unseren Krippen und im Krippenspiel selbst unseren Kindern sichtbar machen. Es ist eine kleine Gruppe Eingeweihter. Die drei Weisen, ein paar Hirten, der Engel und die Tiere des Stalles wie der Hirten stehen dort zusammen. Ob man dies glauben mag oder nicht ist nicht mein Thema - es ist die Provokation der Stelle im Koran. Im 7. Jh.enstanden, im 8. oder 9. Jh. standartisiert wird hier der zu dem Zeitpunkt bekannte und etablierte christliche Darstellung gezielt widersprochen und, noch wesentlich bedeutender, der Kern der christlichen Lehre, die Bedeutung und Herkunft Jesus Christus wird in Abrede gestellt.


Viele können heute nicht nachvollziehen, was dies bedeutet. Die fundamentalen Lehren, welche in der westlichen Hemisphäre heute als sakrosankt gelten gestatten den Menschen kein Nachempfinden in diesem Punkt. In einer Zeit, in der viel Aufhebens um die Rücksichtsnahme auf Muslime in Sachen Speise- und Kleidungsgebote gemacht wird, in der Sharia-Polizei ungeahndet seine Gesetze in Moscheeumfeld durchdrücken darf, ist keine Empathie und kein Verständnis für grundsätzliche Glaubenslehren und -befindlichkeiten des Christentums da. Selbst bei Personal der Kirchen.
Hier hatte der Probst der Kathedrale St. Mary eben jene Einladung ausgesprochen und im Programm die erst arabisch gehaltene Lesung abgenommen - über welche hinaus die Studentin dann weiter zitierte zu den ungewünschten aber eben essentiellen Passagen.
Hat also die Muslima provoziert? Ja, natürlich. Sie hielt sich nicht an die Vereinbarung, welche ein falsches Bild der Zusammengehörigkeit hätte zeichnen sollen. Sie hat bewusst in einer christlichen Kirche an einem christlichen Feiertag während einer christlichen Messe vor christlichen Gläubigen die grundlegende Lehre des Christentums abgelehnt und seine Gläubigen als Verirrte dargestellt.
Die Teilnahme war also verlogen und ehrlich in einem.
Verlogen reagierte nun auch der Probst, (very) Reverend Holdsworth. Der ließ der BBC gegenüber ausrichten:
But since then he had witnessed a "storm of abuse" from "10,000 'Christan' voices claiming to know what happened here that night."

He said: "I would not have wished the week that I have had on anyone. The international hue and cry about our Epiphany service was not something anyone here was seeking.
"Our aim and the aim of all involved was to bring God's people together and learn from one another - something that did, beneath the waves of the storm happen, and continues to happen.
"Nobody at that service that night could be in any doubt that we proclaimed the divinity of Christ and preached the Gospel of God's love.
"All of this raises questions about how we live in a globally connected world but I cannot believe that moderate churches in the West should follow a policy of appeasement towards those who are Islamophobic and particularly not towards the recently invigorated far-right media."
Knapp übersetzt, er sehe sich: "(...) seitdem einem Sturm des Missbrauchs durch 10 000ende "christlicher" Stimmen ausgesetzt, die behaupten zu wissen, was in jener Nacht passiert sei.(...)
Es ist das Ziel gewesen, Gottes Gemeinschaft zusammen zu bringen und die Menschen voneinander lernen zu lassen - etwas das ungeachtet des Proteststurmes passiert ist und weiterhin passiere.
Niemand der in jener Nacht da gewesen sei, könne bezweifeln, dass wir die Göttlichkeit Christi verkündet und das Evangelium von Gottes Liebe gepredigt haben.
All das erhebt Fragen über unser Zusammenleben in einer globalisiert verbundenen Welt, aber ich kann nicht glauben, dass moderate Kirchen im Westen der Appeasment Politik in Richtung jener die islamophob sind und insbesondere jener der erstarkten rechts-außen Medien folgen sollten."

Weiterhin ließ er wissen:
such readings have happened a number of times in the past in this and in other churches and have led to deepening friendships locally, to greater awareness of the things we hold in common and to dialogue about the ways in which we differ.
"Solche Lesungen sind schon mehrere Male in der Vergangenheit in dieser und in anderen Kirchen vorgekommen und führten zu einer vertieften lokalen Freundschaft, zum vergrößerten Bewusstsein von Dingen, die wir gemeinsam haben und zum Dialog über die Wege, in denen wir uns unerscheiden."
Ganz eindeutig hat der Mann beschlossen, die Missachtung der Studentin in seinen Betrachtungen außen vor zu lassen und sich in der Sache mehr seinen politischen und sozialen Überzeugungen als seinen Glaubensverpflichtungen hinzugeben.

Ein mittlerweile im Ruhestand befindlicher Reverend, hatte die Sache öffentlich kritisiert und verlangt, dass der Verantwortliche, also Holdsworth zur Rechenschaft gezogen werden muss. Denn dieser muss ja die ganze Sure gekannt haben, die er zuließ und die er scheinbar bewusst nicht vollständig rezitiert sehen wollte. Reverend Michael Nazir-Ali fand dabei für die Verlesung des Korans als Teil des Gottesdienst bereits eine klare Einordnung.

Davon aber mal abgesehen ist es hier in Deutschland kein Stück besser. Von Beschimpfungen übelster Art, die, anders als im Falle des Islam nicht als "Hetze" oder gar "Störung des öffentlichen Friedens" abgelehnt werden sondern von Berliner Richtern auch noch legalisiert bis hin zu GEZ finanzierter Schönrederei, die auf dem gleichen Niveau und mit dem gleichen Ziel abläuft, wie jener Prozess der zu der Situation in Glasgow führte.

Kurzum: Europa hat mit seinem Glauben gebrochen. Inklusive so vieler, die sich noch immer im Glauben wähnen, während sie sich lediglich einen Aspekt herauspicken und die zentralen Lehren, ja die Gottesverehrung selbst außen vor lassen. Es gäbe viel zu tun für die Hirten unserer Tage. Den Menschen nahe zu bringen, dass ein Gottesdienst genau das ist und eben nicht ein "Treffen alter Menschen zur Modenschau" oder alternativ "Kinderbespaßung mit Musik in gediegener Atmosphäre" wäre solch ein Ding.
Es beginnt mit dem Glaubensbekenntnis. Wer nicht dahinter steht, der möge bitte, mit dem Segen aller Beteiligten, weiter ziehen und sich suchen, was zu seinem Glaubensbild passt. Und wer nicht willens ist, die Ablehnung dieses Bekentnisses als solche zu erkennen und zu benennen, der sollte sch vielleicht nicht als Führer und Hirte der Gemeinschaften einsetzen.

Linksammlung:
St. Mary's Cathedral, Glasgow

idea Artikel
BBC Artikel - natürlich kleinredend 
Atikel des Blaze Magazin
Analyse des Orientdienstes der betreffenden Koranstelle




Donnerstag, 12. Januar 2017

Dumm, dümmer, deutsche Trumpanik

Die Faz schreibt:
Mexiko steckt schon jetzt in einer tiefen Krise – doch mit Donald Trump als Nachbarn droht das Land endgültig in Agonie zu verfallen.
Der Drogenkrieg in Mexiko hat laut Wikipedia (nicht meine liebste Quelle aber als grober Richtwert vermutlich zutreffend) seit 2006 bislang 185 000 Opfer gefordert. Eine Reihe von Staatsanwälten und Bürgermeistern die sich gegen die Drogenbanden ausgesprochen hatten wurden zum Teil spektakulär ermordet. Auch Minister und sogar kandiderende Politiker wurden ermordet. Hier sei an Gorrostieta Salazar erinnert, eine dreifache Mutter, deren Ehemann bereits ermordet worden war. Sie wurde nach drei gescheiterten Attentaten vor den Augen ihrer jüngsten Tochter entführt, gefoltert und ermordet.
Oder an Marisol V. Garcia, welche 2010 sich als einzige Person bereit erklärte, den vakanten Posten des Polizechefs ihrer Gemeinde zu übernehmen - gerade einmal 21 Jahre alt. Nicht ein Jahr später suchte sie Asyl in den USA, da die Drohungen gegen sie und ihre junge Familie glaubhaft und drastisch waren. Sie erhielt darum vorerst eine befristete Arbeitserlaubnis.

Immer wieder werden Massengräber gefunden, schrecklich entstellte Leichen teilweise in Gruppen auf Autobahnen ausgelegt oder sogar Touristengruppen massakriert. Gefangene Verbrecherbosse brechen spektakulär aus, Anti-Terroreinheiten von Polizei und Militär laufen zu den Drogenbanden über.
All das plagt Mexiko nunmehr über 15 Jahre.
Aber das Trump präsident geworden ist, das hat das Land "in Agonie verfallen" lassen...

Mittwoch, 11. Januar 2017

Obama, einer unter den schlechtesten Präsidenten und Weltmännern

Es wurde in den letzten Monaten viel über den gewählten Präsidenten Trump geschrieben und was seine Wahl bedeutet, was er für eine Politik fahren wird. Meist in düstersten Prognosen. Die Wirtschaft werde einbrechen, die Sicherheit leiden, die US Bevölkerung gegeneinander aufgetzt usw.

Momentan, und das schließt den gesamten Dezember mit ein, befndet sich Obama auf "Abschiedsmodus". Das heisst, er hat nochmal eine große Reise quer über den Globus absolviert, um mit Verbündeten und Handelspartnern zu sprechen. Dazwischen ein ausgiebiger Urlaub.
Mittlerweile hat er eine Reihe von Reden, Artikeln und Essays veröffentlicht, in denen er über sein Erbe und seinen Nachfolger geschrieben und gesprochen hat. Natürlich findet er nur lobende Worte über sich und seine Amtszeit. Besonders lobte er "Obamacare" als ein "neues America". Normalerweise, also bei Putin, Bush oder eben Trump, würde solche Selbstüberschätzung und solches Eigenlob in den deutschen Medien mindestens pikiertes Naserümpfen hervorrufen, aber ich habe wenige Worte dazu gefunden.
Auch sonst schweigt die internationale Presse lautstark zu dem, was man an Taten, Reden und Gesetzen des ersten schwarzen Präsidenten der USA insgesamt zu sehen bekam, wenn es sich nicht als Erfolg verkaufen lässt. Dabei zeigte er gerade in den letzten Wochen nochmal deutlich, wie weit von einem wahren Demokraten und vereinenden Humanisten er entfernt ist.
Der Wahlkampf war schmutzig (und Michelle wie Barak Obama haben dabei kräftig und wortstark mitgemischt - nicht umsonst gilt seine Rede vor 5 Jahren als Grund für Trumps Entscheidung als Kandidat anzutreten) und hatte mehr als einen kleinen Skandal - wobei die politischen Enthüllungen fast samt und sonders auf Seiten Clintons lagen - von einem Tonmitschnitt eines Privatgespräches mit vulgärem Inhalt und einer Reihe von Belästigungsvorworwürfen abgsehen. Letztere sind mittlerweile z.T. Gegenstand polizeilicher Ermittlungen wegen Falschanschuldigung.
Und obwohl Sicherheitsverletzungen und außenpolitisch verantwortlungslose Handlungen Clintons meist mit einem "welchen Unterschied macht es" beiseite gewischt wurden, ist die eigentliche Enthüllung, der Wahlbetrug beim Kongreß der Demokraten, ein solches Problem, dass ein Schuldiger gefunden werden musste. Obama nahm dazu dann prompt die Anschuldigungen der Geheimdienste auf, die bis zur Anhörung gestern nicht mit einem einzigen Beweis unterfüttert wurden, und ließ es zu einem handfesten diplomatischen Zwischenfall kommen, indem er nicht nur in einer Pressekonferenz Putin und dessen Behörden direkt beschuldigte (ohne Beweise vorzulegen) sondern auch noch 35 Russen des Landes verwies. In der Senatsanhörung kündigten die Geheimdienste nun an, einige der Informationen zu veröffentlichen - aber nicht alles. Angesichts der Tendenz der Weltmacht USA sich mit dem erneut expansionistischen Russland zu überwerfen wäre eine vollständige Beweiskette in meinen Augen im Interesse der Öffentlichkeit.

Im Dezember unterschrieb der scheidende Präsident noch in der Nacht der Vorlage durch Senat und Kongress eine kleine Reihe neuer Gesetze. So wird bspw. die Kennzeichnung des Herkunftslandes auf Fleisch nun nicht mehr gesetzlich verlangt. Klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber ein Gesetz mit ausdrücklicher Signalwirkung. Natürlich geht es auch mal wieder um "Anti-Diskriminierung" aber auch um die Wünsche der Industrie. Das Gesetz zur Kennzeichnungspflicht war seit 2002 in Kraft mit einer Übergangszeit, die es ermöglichte, dass erst seit 2009 die meisten Schlachthäuser auch wirklich deklarierten, woher das Fleisch kommt und wo es geschlachtet wurde. Faktisch war das Gesetz und die Kennzeichnung genau das, was Tierschützer und Konsumentenvertreter auch hierzulande fordern. Der Käufer erfuhr, wo das Tier geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde. Alle drei Stufen mussten benannt werden. Natürlich war die Industrie darüber nicht glücklich und versuchte von Anfang an dagegen vorzugehen. Obamas Demokraten haben es ihnen nach über einem Jahrzehnt ermöglicht und er unterzeichnete es. Ein Gesetz, dass eindeutig Mensch und Tier dient, aber der Industrie, die lieber aus Mexiko importierte, wo die "Produktion" aufgrund anderer Tierschutzgesetze deutlich weniger Geld kostet.
Mit in dem Paket war ein "Countering Disinformation and Propaganda Act". Also ein Gesetz zum Kampf gegen Missinformation und Propaganda. Dazu wird eine Anti Propaganda Behörde geschaffen. Ausgerechnet von jenem Präsidenten, der für Versprechen, die er nicht hielt und einen ausgesprochenen Sloganwahlkampf den Nobelpreis erhielt und aus dem Amt scheidet, indem er einem anderen Land ohne Beweise Hacking vorwirft nachdem der NSA Skandal (also das Hacken und Abhören einer Reihe von Alliierten) mittlerweile scheinbar in der wohligen Tiefe der von Vergesslichkeit geplagten journalistischen Aufsicht unterging.
Ausgerechnet von jenem Präsidenten, der zu einem mehrere Jahre alten Bild von Trayvon Martin verkündete, dass er, wenn er einen Sohn hätte, dieser bestimmt wie Trayvon aussehe und handelte. Einem jungen Mann, dem Einbrüche,Diebstahl, Strassenschlägereien, Drogenkonsum und eine Verehrung der "Thug Life" Idole nachgewiesen wurde und der zum Zeitpunkt seines Todes auf einem anderen Menschen saß um diesen wiederholt den Schädel auf den Untergrund zu schlagen, ohne von diesem angegriffen worden zu sein und dessen Hilferufe ignorierend.
Der Präsident, der momentan stolz darauf verweist, die militärischen Aktionen in Afghanistan und Irak reduziert zu haben - obwohl er in Libyen, Syrien, Nigeria, Kamerun, Somalia und Uganda aktiv geworden. Faktisch (!) ist Obama somit militärisch umtriebiger als Bush - und das größtenteils auf Schauplätzen die mit der Politik seines Vorgängers nichts oder nur bedingt zu tun haben und somit nicht auf ihn abzuwälzen sind.
Währenddessen wird Afghanistan von den Taliban erneut überrannt wird und im Irak herrscht einerseits der IS, andererseits gewinnt der Iran an Einfluß.

Womit wir beim Iran-Deal wären. Erst abgestritten ist nunmehr klar, Obama hat nicht nur dem Iran, einer Theokratie mit stark tyrannischen Zügen, offen geäußertem Vernichtungswillen (!) gegenüber Israel und nachgewiesener Terrorunterstüzung gegen in- und ausländische Gemeinschaften Andersglaubender sowie anti-feministischer Politik, den Zugang zu Nukleartechnik offiziell erlaubt und Sanktionen aufgehoben, er spendierte auch über 1,7 Milliarden Dollar. Teilweise wohl als Lösegeld für mehrere US Bürger, die sich in iranischer Hand befanden.
Damit weicht Obama auch von der "Keine Verhandlung mit Terroristen" Haltung ab.
Aber das ist mit der Bergdahl-Affäre bereits bekannt geworden. Bergdahl, ein junger Mann mit eher linkspolitischen Ansichten aus einem links bis anarchistischen Haus, wurde gegen mehrere in Guantanamo inhaftierten Taliban-Führer ausgetauscht. Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, dass er, unzufrieden mit der Politik und dem Engagement in Afghanistan, seinen Wachposten in einem vorgeschobenen Lager der US Armee verlassen hatte (und damit seine Kameraden gefährdete) um zu den Taliban zu gehen. Diese nahmen in Gefangen und hielten in fünf Jahre gefangen. In den Tagen nach seinem Verschwinden, während noch analysiert wurde, was geschehen war, wurden nach Angaben von US Miliärs und unter Leugnung durch die politischen Verantwortlichen, mehrere Soldaten auf den Such- und Rettungsaktionen für Bergdahl getötet.
Diese beiden Tatsachen führen dazu, dass viele Veteranen in den USA Bergdahl als Verräter ansehen, während Obamas Regierung versuchte, ihn als Helden zu stilisieren und seinen Rettungsaufwand zu rechtfertigen. Unter den fünf Taliban, die freigelassen wurden, war bspw. auch Mohammad Fazl, Dieser ehemalige Verteidigungsminister der Taliban wird von der UN als Massenmörder gesucht. Er wird für den Tod tausender Schiiten verantwortlich gemacht.
Die "kein Mann bleibt zurück" Doktrine der US Truppen steht hier gegen den Aspekt der Fahnenflucht, die Bergdahl zur Last gelegt wird. Obama hat sich zwar öffentlich nicht zu einer Haltung bekannt, aber seine direkte Veranlassung und seine indirekt in den Konferenzen geäußerte Haltung ist eindeutig.

Das Schweigen auch eine Haltung ausdrückt, machte er in Sachen Wahlprotest klar. Während er deutliche Worte gegenüber der "tea party" Bewegung fand, welche sich in friedlichen Versammlungen nach seiner Wahl fand, hatte er keine Aufforderung für jene, die nach dem Sieg Trumps ganze Innenstädte verwüsteten übrig. Die Stadt NY sieht sich auch diesen Monat genötigt, massives Polizeiaufgebot rund um den Trump Tower aufzubieten, da die "Anti-Trumps" dort noch immer ihren Protest von Vandalismus bis Drohungen ausweiten. Der Chef der demokratischen Partei sieht sich nicht veranlasst seinen Parteikollegen, den NY Bürgermeister zu veranlassen, eine Sperrzone um die Blocks legen zu lassen und so endlich für Ruhe zu Sorgen.
Im Gegenteil. Im Interview bei seinem Besuch in Berlin machte er sogar deutlich, dass er nicht vorhabe, die gewalttätigen und beleidigenden Protestler aufzufordern, Ruhe zu geben oder wenigstens friedlich zu bleiben. Im Gegenteil schilderte er sie als friedliche und zu Recht protestierende - und nicht als jene, die einen demokratischen Prozess mittels Gewalt und penetranter Anschuldigung in Frage stellen.

Wie auch in Bezug auf die Black Lives Matter Bewegung und den Islam ignoriert er die Gewalt, die Gewaltbereitschaft und die propagierte Ideologie. Bestenfalls nennt er die Täter "Verwirrte" oder "Missbrauchende" oder behauptet, es seien "Einzelfälle". Diese Darstellung behält er natürlich nicht bei, wenn es um weiße Täter geht. So war der Massenmord eines weißen jungen Mannes an schwarzen Kirchgängern für ihn Anlaß erneut auf den Rassismus (unter Weißen) hinzuweisen, der das Land plage. Der Mann wurde gestern zum Tode verurteilt, Unterstützer und Protestler sucht man vergebens. Selbst jene, die sonst gegen die Todesstrafe aufmarschieren sind nur in kleiner Zahl vertreten.
Der Anti-Weiße Rassismus, welcher in den USA sowohl in statistischen Schieflagen in der ethnischen Kriminalverteilung gegenüber Weißen als auch der ermittelten oder gestandenen oder sogar stolz verkündeten Motivation der Täter zu sehen ist, über Totschlag an bosnienstämmigen Autofahrern bis zur Entführung und Folterung eines behinderten jungen Mannes als angeblichem Trump-Supporter oder der Gruppenvergewaltigung einer weißen Studentin als Rache "für 400 Jahre Sklaverei" und als "Kompensation". Letzteres wurde u.a. durch einen Footballer der Universitätsliga begangen, bekam aber keine Abdeckung durch die Mainstreammedien der USA - während der Fall eines stanforder Studenten und Schwimmers für nationale Empörung sorgte und im rassistischen MTV Jahresabschluss als Beispiel benutzt wurde, da der weiße Student und Sportler eine geringere Strafe erhielt. Das auch das Vergehen nicht identisch war interessierte dabei ebensowenig wie die Tatsache, dass auch die "weiße Gemeinschaft" mit wenig Verständnis auf so geringe Strafen bei Sexualstraftaten reagiert.

Obama fand keine Worte gegen jenen Mob, der einen Trump-Wähler Angriff, zusammenschlug, sein Auto stahl und ihn fast zu Tode schleifte.Das hatte er bereits nicht, als im Wahlkampf derartige Ereignisse häufiger auftraten - und wieder kaum Niederschlag in den Medien fanden.
Ganz anders sah dies aus, als nach der Wahl mehrere Menschen meldeten, sie seien ihrerseits von Trump Unterstützern angegriffen worden. Die Huffington Post bspw. überschlug sich vor einer Warnungen über eine "Nationale Epedemie" des "Hasses" durch Trump und seine Anhänger. Das nahezu alle Fälle, die polizeiliche Untersuchungen nach sich zogen bislang ergaben, dass die Geschichten frei erfunden oder überhaupt nicht im Zusammenhang mit Trump standen wird i.d.R. nicht zur Klarstellung oder einer Aufarbeitung der Behauptungen genutzt.

Obama hat die Spaltung der Nation der US-Amerikaner zu verantworten. Die Rassenunruhen sind heftiger und umfassender, als sie es zu seinem Amtsantritt waren. Das liegt nicht daran, dass die Gesellschaft, die sich in einem überwältigenden Erdrutschsieg für einen schwarzen Präsidenten aussprach plötzlich stärker gegen Schwarze eingestellt war. Das lag auch nicht an der falschen Behauptung, dass die Polizei in den USA härter gegen Schwarze vorginge - glaubhafte Studien wie Einzelfälle zeigen sogar das Gegenteil.
Das lag an einem Präsidenten, der sofort jenen beisprang, die eine dunklere Hautfarbe haben, egal wie wenig Informationen vorlagen oder wie sich der Fall weiter entwickelte. Der Fall Trayvon Martin sei als Beispiel erneut genannt.
Das lag an einem Präsidenten, der bei Morden an Schwarzen die Schuld im Rassismus der Menschen suchte, aber bei islamistischen Attentaten zu Differenzierung aufrief und die Schuld der Verfügbarkeit legaler Waffen zuschob.
Das lag an einem Präsidenten, der mehr Zeit beim Golfen verbrachte als sein dafür bereits gescholtener Vorgänger - und dafür keine Kritik erhielt. Das gleiche Missverhältnis an Verhalten und Berichterstattung findet sich bei der Katastrophenbearbeitung. Bush wurde für seine Zurückhaltung nach dem Hurrican Katrina zu Recht schwer kritisiert. Obama machte sich zwar für Haiti nach dem Sturm St. Mathews stark, aber nicht für die Opfer der Lousiana-Flut, die ebenfalls zehntausende traf, mindestens ein dutzend Tote zurückließ und eine Region ins absolute Chaos stürzte. Der gleiche Mann, der seinen Vorgänger dafür kritisiert hatte, nicht zu reagieren unterbrach dafür nicht mal seinen Urlaub.

Es ist dieser Präsident, der angesichts der Vielzahl an tödlichen Hinterhalten auf Polizisten, angesichts von "Wir wollen tote Polizisten" skandierenden BLM Protesten durch NY und noch heftigeren Slogans an anderen Orten nicht eine einzige konzentrierte Aktion, kein klares Signal, ja nicht mal deutliche Worte gefunden hat, sondern der Organisation weiterhin ein Loblied singt.

Obama ist einer der verantwortungslosesten, rassistischsten, verlogensten und selbstverliebtesten Präsidenten, die wir seit dem frühen 20. Jh. erleben mussten. Das schmerzt umso mehr, als so viele von uns, auch ich, bei seinem ersten Amtsantritt von ihm großte Taten auf seine großen Worte erwarteten. Das er nicht wahrgenommen wird als ein Präsident, gegen den Bush wie ein Genie aussieht, liegt an seinen hervorragenden Fähigkeiten in der PR und der Weigerung der US- wie internationalen Presse an seinen Fehlern dran zu bleiben und detailliert zu berichten.
 Statt dessen wurde aus Michelle Obama nicht nur eine "First Lady" wie Jaqueline Kennedy, sondern eine regelrechte Nebenpräsidentin. Und das obwohl sie die hin und wieder sichtbare Missachtung ihres Mannes gegenüber nationalen Symbolen und Gesten des Respektes, die vielen Amerikanern so wichtig sind, deutlich und drastisch zum Ausdruck brachte. Den Respekt der Hymne und Flagge gegenüber verweigerte sie bei vielen Gelegenheiten, soll sogar weit darüber hinaus gegangen sein. Ihr Gesichtsausdruck zeigte nicht selten ein kindlisches "Genervtsein".
Bekannt wurden ihre Sätze, sie sei "niemals stolz gewesen auf dieses Land" und das weiße Haus sei von Sklaven erbaut worden.
Daneben aber steht auch eine "soziale Tätigkeit", die sich keineswegs auf außerpolitischer Ebene abspielte. So initiierte sie aufgrund ihrer Position und mit Hilfe der Macht ihres Mannes ein Programm für Schulessen. Dafür wurden viele Mrd. Dollar pro Jahr mobilisiert. Es sollte "gesundes" Essen sein, als Kontrast zu üblichem Kantinenessen und Fast Food. Werbevideos und Fernsehauftritte in Talkshows wie Ellen halfen ihr zu weiterer Popularität. Gelobt und abgelichtet wie ein Model, und von Designern entsprechend eingekleidet, gilt sie heute als Alternative in kommenden Wahlen - ohne politische Vorbildung.
Dabei war ihr "healthy, hunger free kids act" ein Desaster. Die angeblich hungrigen und schlecht ernährten Kinder haben zu fast 50% das Essen verweigert und damit die Kantine in wachsenden Zahlen gemieden. Sie zahlten lieber andernorts oder brachten sich selbst Nahrungsmittel mit, als die salz- und zuckerarmen "Leckereien", die sich Michelle z.T. selbst erdacht hat in Anspruch zu nehmen. Dadurch entstanden mehr Probleme, etwa schlechtere Bezahlung der Kantinenmitarbeiter, vakante Versorgungsposten da Zulieferer von den Verkaufszahlen nicht leben konnten usw.
Unter dem Hashtag #thanksmichelleobama kann man sich ansehen, warum die Kinder das essen nicht wollen. Lecker ist anders.
Michelles Reaktion war es, Verbote für bestimmte Speisen oder Zutaten zu erlassen, die als Alternativen noch angeboten wurden.

Man könnte meinen, sie hätte damit den kleinen Bruder zum Obamacare ihres Gatten geschaffen. Von den Medien bejubelt und schön geredet, haben beide Programme vielen das Leben erschwert....

Kurzum, Obama geht und das ist gut so. Dass er abei ein paar diplomatische Eier hinterlässt entspricht dem kindischen Gehabe, welches er und seine Familie unter den Augen einer wohlmeinenden Presse in den letzten Jahren immer wieder bewiesen.


Montag, 9. Januar 2017

Der Nikolaus und Kinderehe - und eine Antwort an die "quer" Redaktion

Völlig an mir vorbei ging ein Vorfall aus dem November (oder ich habe ihn verdrängt). In einer bayerischen Kleinstadt feuerte die Bürgermeisterin den dort seit 30 Jahren auf dem lokalen Christkindlmarkt als Nikolaus auftretenden Mann. Grund: er hatte ein Bild der Identitären Bewegung auf Facebook geliked und geteilt. Das Bild gehörte zur Kampagne: „Kinderehe = Kindesmissbrauch - Das Maß ist voll“ dieser Gruppe und richtete sich wohl gegen den Vorstoß einer bestimmten politischen Fraktion deren bekannteste Vertreterin die "Integrationsbeauftrage" Özoguz war, die Kinderehen mancher Einwanderer anzuerkennen und zu Sachverhalt damit zu entkriminalisieren, mindestens aber ein Privileg zu schaffen in einem für die deutsche Mehrheit verabscheuungswürdigen Vorgang.

Daraus entstand scheinbar einige Empörung. Diese drückten einige fragwürdige Gestalten dadurch aus, dass sie Drohungen und schwere Beleidigungen an die Bürgermeisterin schickten - und hier tritt die Redaktion der Sendung "quer" des Bayrischen Rundfunks auf den Plan. Sie widmen diesem letzten Umstand dann prompt 5 Minuten.

Das Format versteht sich eigentlich als eine Art Satiremagazin - gerät aber seit ein oder zwei Jahren mehr und mehr zu einem politkonformen Podium mit humoristischem Ansatz. Regierungskritik habe ich dort jedenfalls in den momentan brennenden Punkten Migrations- und Sicherheitspolitik, Integrationsarbeit und Co. noch nicht gefunden, bzw. lediglich im Sinne, dass die Tore noch nicht weit genug seien und Kritiker gleich verkappte Rassisten (die natürlich dann auch noch verwirrend argumentieren) seien.

Bis dahin fand ich das ärgerlich und hätte vielleicht irgendwann mal darauf Bezug genommen.
Aber irgendwas hat mich bewogen die Kommentare zu überfliegen, die direkt an erster Stelle unter dem Beitrag zu finden waren. Immerhin, nicht deaktiviert...
Und ein Vertreter der quer-Redaktion ließ sich immerhin zu einer Diskussion bewegen, die, teilweise unsachlich, aber immerhin ausgewogen erschien.
Bis die Argumente scheinbar knapp wurde. Was dann erfolgte addierte sich bei mir zu dem eigentlichen Vorgang und Beitrag, und zwangen mich, meinen Frust abzulassen. Hier also die Anwort auf eine Antwort auf einen Kommentar...

"Allein, dass Sie und andere sich so an einer Geschichte aus eine bayerischen Kleinstadt, bei der jemand nicht mehr Nikolaus sein durfte, aufhängen, zeigt ja schon, dass es offenbar keine gravierenderen Fälle gibt, die sie an die große Glocke hängen könnten."
Bis zu dem Satz war es eine Diskussion von Standpunkten. Aber mit jenen Worten haben Sie das Ganze quasi ins lächerliche geführt.
1. Quer, also Sie, haben dieser "Geschichte aus einer bayerischen Kleinstadt" einen fast 5minütigen Beitrag, erstellt aus den Mitteln und gesendet auf einem Kanal der Öffentlich-Rechtlichen Fernsehns, gewidmet - und nutzen nun den provinziellen Charakter des Orts und die lokale Bedeutung des Vorganges um die Aufmerksamkeit von Privatpersonen über diesen Vorfall als Scheinargument gegen die Kommentierenden?
Da wäre Selbstreflektion vielleicht angebracht. Und jetzt bitte nicht behaupten, dass es sich um einen Beitrag über die Aufregung über die Aufregung handelte - die Suche nach der Metaebene macht es nicht besser. Denn Ihrer pseudo-Argumentation folgend müsste man dann dagegenhalten, was es ein Medium wie den BR schert, was ein paar Gewaltphantasten anonym durch die Lande senden - und nicht mal von der Polizei als ernstzunehmende Bedrohung gewertet wird.
2. Die Aufregung bestand, so weit ich das jetzt, der ich diese Operette erst zwei Wochen nach Ihrer hier kommentierten Antwort mitbekomme, darin, dass jemand eine/n ehrenamtliche Funktion / Nebenjob (?) entzogen bekam, die/den er seit Jahrzehnten ohne Vorfälle und strafrechtlich relevante Handlungen und daraus resultierenden Bedenken gegen seine Person seinerseits vollzogen hatte. Bis dahin war dieser Mensch also nie in Frage gestellt worden - erst als es um einen Facebooklike einer Aktion der Identitären Bewegung ging, in der sich diese gegen Kinderehe stellte (so jedenfalls schrieb es der Merkur), war seine Persönlichkeit in Frage gestellt.
Das mögen Sie klein reden wollen, aber hier gibt es mehrere sehr fragwürdige Ebenen.
a) Es ist unerträglich, wie die Übereinstimmung in einer korrekt formulierten, dringenden Sache sofort zur Denunziation und Identifikation genutzt wird. Wenn es nicht mehr möglich ist, mit jemandem in einer Sache wie Ablehnung von Kindesmissbrauch und Kinderehe einer Meinung zu sein, weil diese Person oder Gruppe anderweitig fragwürdig (und das ist das richtige adjektiv einer UNTER BEOBACHTUNG und nicht verurteilten Gruppierung) ist, dann ist Demokratie und Miteinander nicht mehr in Gefahr sondern schlichtweg bereits unmöglich.
(Nebenbei: wenn die Beobachtung wirklich so relevant wäre dürfte niemand, der einen Beitrag von verschiedenen AntiFa Gruppen oder der Partei "Die Linke" likt mehr einen Posten in einem öffentlichen Amt haben - im Zeitalter der Stasi-IMs und Bewerber auf öffentlichen Posten oder im Auftrag des Innenministeriums...)
b) einen einzelnen Artikel oder Beitrag zu liken oder zu teilen als Grundlage für eine komplette Meinungsänderung in Bezug auf eine Person und deren Anstellung zu nehmen ist peinlich und sollte auch in der Redaktion von quer, die sich doch sonst gegen Pauschalisierung und Generalisierung einsetzt zu ernsten Bedenken führen.
Schlimmstenfalls wäre ein klärendes Gespräch, eine öffentliche Distanzierung oder eine Regelung, Politik aus dem Auftreten des Nikolauses herauszuhalten als Reaktion angemessen zu werden. Was zum nächsten Punkt führt:
c) angesichts der Anti-Diskriminierungsgesetze (bspw. Art. 3 Abs 3 GG) und -forderungen, die es verbieten jemandem wegen Hautfarbe, Glaubensbekenntnis, politischer Einstellung usw. benachteiligt werden. Angesichts manigfacher fragwürdiger Äußerungen von Beamten, Politikern, Journalisten und Ehrenämtlern in den sozialen Medien und sonstigen Punkten der Öffentlichkeit handelte es sich hier meines laienhaften Erachtens um eben eine solche Benachteiligung. Darüber zu sprechen und zu diskutieren ist keine Gefährdung der Demokratie und solche Bedenken ins lächerliche zu ziehen diskreditiert lediglich den Clown.
3. Das Nachspiel mit den beiden unterschiedlichen Stellungsnahmen legen Sie befangen aus. Die Bürgermeisterin kann sich nicht irren. Sie ist es, die hier das Richtige unternahm und das Wahre verlautbart. Obwohl bis zu dem zu behandelnden Vorfall nichts den Leumund des Mannes zu mindern scheint, ist seine Äußerung, er sei wegen eines Facebooklikes und -teilens denunziert und ausgeschlossen worden, nicht glaubhaft?
Die Behauptung der Bürgermeisterin, er distanzierte sich nicht von der IB und sei ihr darum zu nah ist nicht einer detaillierten Analyse wert? Beispielsweise ist der Zwang sich von etwas zu distanzieren zu dem man lediglich einen einzigen "Daumen hoch"-click als Verbindung aufzuweisen hat kein Zug, der eher einer Diktatur als einer Dorfbürgermeisterin ansteht?
Nur als Verständnisbeispiel: ich stimme mit vielem, was Alice Schwarzer sagt überein. Trotzdem stehe in keinerlei Verbindung oder Sympathie zu ihr. Lehne eher ab, für was sie steht und wie sie aggiert. Jedenfalls in meinen Augen (!).
Das geht. Und wenn eine Bürgermeisterin dann beschliesst, wegen politischer Anschauungen jemanden von einer Tätigkeit ausszuschließen, die er 30 Jahre anstands- und klagenlos anständig vollzog oder ihm zu einem Bekenntnis zu zwingen, dann ist das ein Skandal. Und wenn Bürger beschließen, dass sie diesen Skandal nicht nur lokal sondern überregional als beispielhaft und ablehnenswert befinden ist
4. weder "quer", dessen Redaktion oder der BR dazu eingesetzt oder befähigt zu befinden, worüber sich der Bundesdeutsche aufzuregen hat. Diese Haltung haben die ÖR-Sender bereits im Mord- und Vergewaltigungsfall von Freiburg unter starker Kritik zurücknehmen müssen. Da wäre quer gut beraten, sich nicht über den Diskurs zu stellen.

Selbstreflektion, liebe Redaktion, ist besonders im Bereich der Satire wichtig. Sonst wird aus dem Spiegel der Gesellschaft ein Zerrbild.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Israel, Palästinenser und die Menschenrechte

Eben kam ein Urteil rein über einen jungen israelischen Sanitätssoldaten, der einen verletzten, am Boden liegenden Terroristen per Kopfschuss tötete. Zum Fall selbst kann ich nichts sagen. Es gibt zwar angeblich ein Video von dem Vorfall, ich habe es aber bisher nicht gefunden. So war ich nicht nur nicht dabei, ich kenne weder Aussagen noch Bildmaterial des Vorganges. Ich kann mir also keine Meinung bilden, ob es sich also um eine ungerechtfertigte Tötung handelt oder es einen Anlaß gab. So wie die FAZ es schildert, scheint es sich in der Tat um einen Mord gehandelt zu haben. Ob es sich so verhielt ist eine andere Frage. Gerade im Umgang mit Berichten und Bildern von und über Palästinenser sollte man vorsichtig sein, da hier ganz massiv betrogen und gefälscht wird. Und das soll nicht heißen, dass hier nicht doch manches Unrecht an Palästinensern geschieht - es heisst aber, dass vieles, wenn nicht der Hauptteil des Berichteten nicht stimmt oder entfremdet wird.
 Wie gesagt, in diesem Fall ist mir nicht klar, um welche Art Fall es sich handelt. Der Soldat wurde wegen Totschlages verurteilt.
Kritiker waren schnell bei der Hand. Es ginge immerhin um Mord. Kaltblütig sei der Verletzte von jenem getötet worden, der ihm helfen sollte.
Selbst wenn wir davon ausgehen, dass dem so war und Kritik am Strafmaß berechtigt ist, so finde ich eines auffällig: die Stimmen jener Kritiker sind nicht zu hören, wenn die palästinensischen Regierungen von Gaza und dem Westjordanland (beide so weit von demokratischer Legitimierung entfernt wie Assad) Menschen hinrichten lässt, die Land an Juden verkauft haben. Oder der Kooperation mit Israel bezichtigt wurden.
Wo sind die Stimmen, die ein Gerichtsverfahren nebst dem Schuldspruch kritisieren, wenn die Familien von Attentätern, die Zivilisten wie Wehrpflichtige ermorden, von den gleichen Offiziellen Gelder und Vergünstigigungen nebst öffentlichen Jubelauftritten bekommen, welche dann den "Siedlungsbau" als terroristischen Akt bezeichnen?

Da sind wir wieder bei der Israelkritik. Muss, darf und kann man Israel kritisieren? Unbedingt. Es ist ein Staat wie Frankreich, Deutschland oder Schweden. Nur sind die Rahmenbedingungen anders.
Israel liegt im permanenten Belagerungszustand. Selbst die "befreundeten" Nachbarn Türkei und Ägypten hängen stets in der Schwebe auf Feindschaft umzuschalten. Pausenlos werden Israelis durch Terror bedroht.
Und dabei hagelt es Kritik. Wer sich das Ungleichgewicht der Berichterstattung, der UN Resolutionen und Anträge ansieht, die sich gegen Israel und seine Handlungen aussprechen im Verhältnis zu bspw. Assad, Saddam, dem Iran oder Kuba, ja sogar Nordkorea und China, der sollte zumindest anerkennen können, dass hier etwas nicht ganz in Relation steht.

Kürzer und auf den Punkt gebracht: Israel verurteilt einen seiner Soldaten wegen der nichtgerechtfertigten Tötung eines Terroristen vor laufenden Kameras wegen Totschlages.
Die Palästinenser spendieren der Familie von kindsmordenden Terroristen Gelder, Wohnraum und, vor laufenden Kameras, öffentliche Verehrung - überlebenden Terroristen auch Unterschlupf und Versorgung.

Wer sich für Menschenrechte einsetzt macht sich unglaubwürdig, wenn dieses getötete Baby weniger bedeutet und Aktionen nach sich zieht, als dieses.


Ein Toast

Ein Toast auf J.R.R. Tolkien. Er hätte heute (3.1.) seinen 125. Geburtstag gefeiert.
Sein Sohn bemüht sich sehr um sein Erbe, auch wenn immer wieder Dinge passieren, wie die Hobbit-Verfilmung von Jackson...

Die Tolkien Society forderte auf, an seinem Geburtstag das Glas auf ihn zu erheben. Leider bin ich, während ich dies schreibe, bereits in den vierten Jänner gerutscht und hoffe er sieht es mir nach. Es ging nicht früher. Trotzdem hebe ich nun ein hier nicht näher ausgeführtes Getränk in seinem Gedenken.

Vielleicht auch ein paar Anregungen dazu.
Hier ein Stück aus der Vertonung durch das Tolkien Ensemble. Es handelt sich um den Marsch der Ents.
Schlechte Tonqualität, aber eine sehr interessante Vorlesung zu Tolkien
Und letztlich der in den letzten Jahren vielbeachtete Aspekt des Weltkriegsteilnehmers.



Montag, 2. Januar 2017

Nafri - der Realitätscheck

Eine Abkürzung geht durch die Medienwelt. Nafri. Steht, je nachdem wen man fragt, für Nordafrikaner, nordafrikanischer (polizeibekannter) Intensivtäter oder für Opfer des als "racial profiling" bekannten Phänomens der Vorverurteilung aufgrund der Hautfarbe.

Hintergrund, das werden die meisten Leser bereits wissen, ist die vor allem in Köln aber auch in Hamburg und andernorts geschehene Massenkontrolle der Polizei, welche vornehmlich Menschen mit einem entsprechenden Hintergrund traf. Vornehmlich, nicht ausschließlich. Das betonen die Polizeipräsidenten mittlerweile. Bis auf den Kölner. Der entschuldigt sich lieber für die Verwendung des zur internen Verwendung gedachten Begriffes "Nafri". Aber das war vom Nachfolger des Beamten, der mit für das Versagen der Behörden in allen Belangen im letztjährigen Desaster verantwortlich war auch nicht anders zu erwarten. Die Kritik behauptet, wie erwähnt, dass hier ein menschenverachtender Begriff verwendet würde - und die Polizei rassistisch vorgegangen sei, als sie bspw. in Köln über 1000 Personen mit meist nordafrikanischem oder arabischen Hintergrund kontrollierte, vielen Platzverweise erteilte, einige in Gewahrsam nahm und am Deutzer Bahnhof eine Gruppe von 300 Leuten anhielt und an der weiterfahrt zur Innenstadt von Köln hinderte.

Es gibt eine Reihe von guten Kommentaren dazu. Einer, in Form eines Fragenkataloges, kommt von der Kunstfigur "Don Alphonso" und trifft es vielfach auf den Kopf. Schon in der Überschrift ist er sich im Klaren, dass seine Kritik als Populismus behandelt werden wird, was aber an der Realität die hinter und in den Fragen hervorkommt nichts ändert.
Der zentrale Punkt aber ist, dass sich, wie vor wenigen Monaten die Parteikollegin Künast, einige stark linkslastige PolitikerInnen herausnehmen, die Vorgehensweise der Polizei ohne irgendeine (!) Kenntnis der Lage vor Ort und ohne die jüngste Vergangenheit irgendwie zu beachten nicht nur besprechen sondern kritisieren, beschimpfen und am Ende diffamieren.
Obwohl alle mittlerweile Wort für Wort nachlesen können, aus welchen Gruppen die Täter vom nunmehr vorletzten Silvester stammten, wie sie vorgingen und was sie taten, implizieren diese "Kritiker", das sei gar nicht geschehen. Obwohl es mittlerweile eine signifikante und endlich auch öffentlich anerkannte Auffälligkeit von Mitgliedern dieser Gruppe  gibt fordern diese Politiker, man solle die Augen schließen.
Es sind die gleichen Politiker, die Fahndungsaufrufe nach flüchtigen Massenmördern stoppen - weil die Fahnung nach einem Nordafrikaner rassistisch sei oder rassistische Resentiments befördere. Es sind die gleichen Täter, die von der Polizei verlangen, einem mit einer tödlichen Waffe auf sie zustürmenden Terroristen im Dunkeln und ohne Kenntnis seines genauen Zustandes "kampfunfähig zu schießen" aber bloß nicht zu töten.
Keiner von diesen "Menschenfreunden" ist in den letzten Jahren auf den Beerdigungen der Opfer ihrer Politik gewesen. Keiner von denen hat sich zu einem Kondolenz- oder Krankenbesuch herabgewürdigt. Auch nicht bei jenen, die aus China, Israel oder selbst auf dem islamischen Raum kamen.

Diese Heuchelei, diese Verantwortungslosigkeit, diese Unfähigkeit und Arroganz führen zu immer stärkerer Ablehnung. Das merken nunmehr auch manche Köpfe bei den Grünen und Linken, und so wurde die Kritik hinterher abgeschwächt oder versucht hinter einem schleimigen Lob zu verstecken.
Was die Beamten davon halten, kann ich nur raten. Aber immerhin einer hat geschildert, warum diese friedliche Nacht nicht eskalierte und dabei eine Situation geschildert, die bis zum Eingreifen der Polizei exakt dem entspricht, was auf der Domplatte am Silvester 2015/2016 geschah, bevor eine überforderte Streife sie fortschickte und sie eine Treppe tiefer dann hunderte Menschen zu Opfern machten.
Er findet dabei auch deutliche Worte. Mittlerweile sind es mehrere dieser Gewerkschaftsführer, die den Mund aufmachen und für ihre Mitglieder einstehen, auch wenn das oft mit unpopulären Wahrheiten verbunden ist.

Ich bedanke mich bei der Polizei und hoffe, die beiden Silvester führen zu einer Veränderung in der Politik und der Gesellschaft. Nicht zuletzt, damit die Beamten nächstes Jahr endlich wieder Mensch sein dürfen und Zeit mit ihren Familien verbringen können, statt der Notnagel und Prügelknabe der "Volksvertreter" und "moralisch Überlegenen".

Für mich bleibt Nafri, von einem Nichtpolizisten benutzt, die Abkürzung für Nordafrikaner und aus Polizistenhand geschrieben ein polizeibekannter Straftäter nordafrikanischer Abstammung. Ich habe damit kein Problem. Wir sind, wer wir sind und wenn es der leichteren Kommunikation und Handlungsweise dient, dann sollte man die Dinge beim Namen nennen dürfen. Ich hätte ebensowenig ein Problem damit, wenn in der Türkei die Polizei einen ähnlichen Begriff für deutsche Touristen hätte. Die Einwanderer in den USA, welches ja immer als goldenes Beispiel genannt wird, kannten sehr wohl die Trennung nach Herkunft und Religion und auch dahinter stehende Diskriminierung und Ausgrenzung, die sich in beiden Weltkriegen nochmal verschärfte. Darüber differenziert zu diskutieren und notwendiges von übertriebenem oder fremdenfeindlichen zu trennen ist uns dieser Tage nicht mehr  gegeben. Hoffen wir, unsere Nachfahren bekommen Ideal und Realität wieder besser unter einen Hut.