Samstag, 18. Februar 2017

Berlins jugendliche "Flüchtlinge"

Eine meiner festen Überzeugungen ist es, dass viele deutsche Politiker an einer milden Form einer geistigen Störung leiden. Das soll nicht beleidigen, es ist lediglich die einzige Erklärung für Reaktionen und Programme, welche einige Politiker an den Tag legen. Vornehmlich gilt dies für Politiker der Grünen, aber auch Linke, SPD und CDU weisen immer mal wieder einen solchen Kandidaten vor.
Diesmal ist es die Berliner Bildungssenatorin Sandra Scheeres der SPD. Diese hat nun, als Reaktion auf höchst deutliche Zahlen, die im Widerspruch zu allen Behauptungen um Friedfertigkeit und Rechtstreue der Asylsuchenden stehen, ein Programm vorgelegt, welches die Jugendkriminalität und -gewalt durch jene Menschen vermindern soll.
Dabei geht es um mehr "therapeutische und soziale Hilfe", welche die Stadt weitere eine Million Euro kosten werden.
Meine Probleme mit dieser Nummer:
1. Die penetrante Behauptung vor allem linker oder "moderater" Politiker, man könne der Kriminalität durch mehr Sozialarbeit begegnen ist längst widerlegt. Ja, es gibt Kriminelle, die nur wegen Lebensumständen auf die schiefe Bahn geraten. Deutschland, Schweden, Norwegen und Holland fahren seit Jahrzehnten Resozialisierungsprogramme und ruhen sich auf den damit erzielten Erfolgen aus. Diese sind aber eben nur in jenen Bereichen zu finden, in denen der Grundsatz zutrifft.
Jemand, der Kinder und Frauen missbraucht, der andere grundlos zusammen schlägt, der seine Tochter oder Schwester aus vermeintlichem Ehrgefühl ermordet, jemand der sich in Banden organisiert die z.T. aus Familienmitgliedern bestehen, jemand, dem eine Chance auf ein besseres Leben als in den Slums von Bangladesh, Kabul oder Islamabad erhält und diese durch Kriminalität vergeltet um die Chancen durch Arbeit und Strebsamkeit auf einen guten Stand zu kommen zu ignorieren - all diese Menschen haben eben in den Erfolgsstatistiken keinen guten Stand, und um einen großen Teil solcher Menschen geht es hier.
Polizei- und Justizvertreter haben schon oft mehr als deutlich die eigentliche Lösung verkündet: schnelle und deutliche Konsequenzen. Erst wenn den Tätern klar wird, dass ihr Handeln ihr Leben verschlechtert oder zumindest die Chancen dafür gut stehen, werden sie Abstand nehmen und auch nach einem Jugendarrest oder gar einer Haft sich trotz Kontakten zum Milieu möglicherweise dagegen entscheiden.
Statt dessen sind Taschendiebstähle, Fahrradklau und Gewalt in Berlin florierende Zweige der Gesellschaft, ebenso wie Bandenkriminalität und die Übernahme ganzer Stadtviertel durch Clans. Das die Politik dann Hand in Hand mit ideologisch wieder gut eingestiegener "Forschung" Statistiken herausgibt, die der Lebensrealität auf der Strasse widersprechen ist ein weiteres Problem auf der Suche nach einer Lösung.

2. Jugendliche. Nachforschungen (diesmal klare Biologie) in England, Dänemark, Schweden und Norwegen haben von den "Jugendlichen" ein ziemlich deutliches Bild ergeben. In England waren es bis zu zwei von drei der Untersuchten, die über oder ganz deutlich über dem 18. Lebensjahr lagen und damit alles, nur keine Jugendlichen oder Kinder mehr waren. Berlin hadert um derartige Verfahren.
Lieber regt man sich in den Medien wie der Taz über die Begutachtung der Genitalien (skundär wie primär) zur Altersfestellung in Hamburg und Bremen auf. Das ist zwar freiwillig und nur ein einziger von einem guten dutzend Untersuchungen zur Bestimmung, darunter Röntgenbilder von Wachstumsfugen etc., aber es klingt halt nach einem guten Aufreger.
Dabei werden dann auch gerne "Zweifel" an der Altersfestellung als Begründung für die Festlegung als Jugendlicher angegeben. Es sind für gewöhnlich die gleichen Vertreter, welche für die Achtung von Sitten und Gebräuchen bis hin zur Kindesehe (wie die Integrationsbeauftragte der SPD so eindrucksvoll demonstrierte) einstehen, die nun ein Drama darum machen, ob der Betroffene (es geht in aller Regel um Männer) nun 16 oder 18 Jahre sei. In Afghanistan bspw. liegt zwar auch die Volljährigkeit bei 18 Jahren - aber die Eingliederung in die Welt der Erwachsenen erfolgt je nach Region deutlich früher.
Es geht also nicht mal so oder so. Entweder unsere Gesetze gelten und die Kultur muss zurück stehen, oder eben nicht. Dann wäre allerdings die Anerkennung und Kinderhilfe fragwürdig.

3. Kosten. Die ca.2 700 "Mufl" in Berlin kosten "irgendwas" zwischen 100 und 200 Millionen pro Jahr. Also rund 40 000 € pro Jahr und Kopf aus den Gelder, die Arbeitsnehmer, Industrielle und Selbstständige von ihrem erwirtschafteten Geld an den Staat (bzw. das Land) abführen oder dieser für Einkäufe und Besitzrechte einkassiert.
Da macht eine Million mehr oder weniger auch kaum noch einen Unterschied.
Allerdings: wenn man kein Geld hat, wie das "arm aber sexy" Land Berlin - woher kommt dann die Million. Das ist natürlich der SPD wie ihrer Politikerin völlig egal.
Gäbe es eine Erfolgsgarantie, würde ich mich der Haltung sogar anschließen. Aber hier geht es um Idealismus und Verblendung. Um Optimismus und Hoffnung die zur Naivität wird. Gebt die Million dem Staat bzw. dem Land für mehr Polizei und mehr bzw. bessere und schnellere Justiz.

4. Kriminell und illegal ist Berlin offensichtlich ganz egal. Deutschlands Kanzlerin diskutiert und vermittelt, dass eine schnellere Abschiebung (oder "Ausschaffung", wie es die Österreicher nennen) von abgelehnten und kriminellen Asybewerbern stattfinden soll. Berlin zählt zu den Widerständlern im Bund, die sich damit nicht nur nicht anfreunden können, sondern sich verweigern.
Unter den betreffenden Flüchtlingen sind es vor allem Afghanen und Nordafrikaner - deren Länder als "sichere Herkunftsorte" gelten. Das mag Manchem nicht gefallen, ist aber der Stand des Gesetzes.
Statt nun also mehr Gelder in die "Schwebe" zu investieren, die durch Duldungsverfahrend und versuche der Berufung den Menschen über Jahre im Ungewissen halten, um doch noch den eigenen Willen über das Gesetz zu hieven, wäre es doch sinnvoller lieber ein "schreckliches" Ende als einen Schrecken ohne Ende zu kreieren.
Denn man ist mit dieser Handlung kein "guter Mensch", kein "mitfühlender Helfer". Man entscheidet sich lediglich, die Bedürfnisse und Wünsche des einen über die vieler anderer zu stellen. Steuerzahler und Opfer der Kriminalität sind ebenso Menschen, deren Leid und Lebensumstände nicht weniger zählen, weil sie nicht aus weit entfernten Ländern unter abenteuerlichen Umständen kommen.

Es gibt also viel, was man tun kann und sollte. Was Erfolge verspricht und dem Allgemeinwohl dient, während des dem Individualwohl in der Regel nicht schadet.
Die Bildungssenatorin hat statt dessen eine aberwitzige und naive Idee, basierend auf einem fixen Gedanken. Nicht nur Autofahrer, Schusswaffenbesitzer und Piloten sollten bei Auffälligkeit untersucht werden dürfen...

Feministin veröffentlicht Dokumentarfilm über Männerrechtsbewegung

Cassie Jay hat sich seit einiger Zeit gefragt, wie sie als Feministin die Männerrechtsbewegung besser verstehen könnte. Sie hat ein heute leider seltenes Experiment gewagt: sie ist mit Vertretern der Männerrechtsbewegung und der Anti-Feministen in Kontakt getreten, hat sich ihre Meinungen und Erklärungen angehört, ihre Daten angesehen und Fakten überprüft. Herausgekommen ist dabei zweierlei: eine stark veränderte Cassie Jay und ein Dokumentarfilm der Feministin.
Dieser heisst: The Red Pill und ist ab März in England und den USA zu sehen. Ob und wann er bei uns herauskommt, kann ich nicht sagen.
Hier ein Trailer (englisch, bei Bedarf übersetze ich gerne):

Mittlerweile ist der Film vor ausgewähltem Publikum gezeigt worden und es gab auch Publikumsdiskussionen. Frau Jay gibt an, auf viel Kritik, Drohungen und Proteste von Feministinnen gestoßen zu sein. So viel, dass auch dies ihre Haltung beeinflußte.
Im Anschluß an eine der Vorführungen gab es ein offenes Podium, also eine Diskussion mit Personen des Filmes (Regisseurin, gezeigte Aktivisten) und Vertretern der Ideologien und Ideen um den Film herum. Dabei waren auch zwei Frauen und ein Transsexueller, die sich als Feminstinnen verstehen (plus Frau Jay).
Die Diskussion ist natürlich auf englisch und leider ohne das wir den Film gesehen hätten, aber ich fand sie trotzdem bemerkenswert. Zu Beginn steht die Anerkennung der im Film gezeigten Probleme und der berührenden Thematik der Suizide und tödlichen Arbeitsplatzunfälle, welche den "priviligierten Männern" völlig unangefochten anzuhaften scheinen. Aber schon bei der ersten Publikumfrage wird deutlich: die Damen und der Transsexuelle behaupten zwar, berührt zu sein, stellen ihre Position aber nicht völlig in Frage, rücken nur auf eine moderate Position. Nicht mehr "alle Männer" sind schuld, nur ein bestimmter Teil. Auch an der miesere der Männer. Als der altgediente Männerrechtler auf dem Podium Themen wie "Aufopferung" und "geschlechterbezogene Bezahlung" mit klaren Worten anspricht, kann man gut die verdrehten Augen seiner feministischen Nachbarin sehen.
Eine sehenswerte Diskussion, mit vielen Höhen und Tiefen.
Ich für meinen Teil harre gespannt auf den Film.

Montag, 13. Februar 2017

Präsident Steinmeier

Da ist es nun geschehen. Deutschland hat seinen 12. Bundespräsident. Frank-Walter Steinmeier. Genau der Mann, der sich nicht nur weigerte, dem US Präsidenten Trump zur Wahl zu gratulieren und damit als Außenminister eine Weltmacht und einen Verbündeten vor den Kopf stößt.
Nicht nur dies, er hat es zudem kaum rational begründet. Seitdem munkelt man auch hierzulande von den Problemen der Fake News, der russischen Hackereinmischung und natürlich der unsauberen Wahlkämpfe wie auch der Zahl der Stimmen des Volkes.
Moment. Wahl der Stimmen des Volkes? Steinmeier ist ja nun unser Präsident der, wenn auch mit deutlich weniger Macht und Befugnissen, keineswegs ausschließlich das Aushängeschild des Staates ist. Durch die Unterzeichnung - oder eben nicht - der vorgelegten Gesetze werden diese erst gültig - oder eben nicht. Begnadigungen von Verbrechern, die in die bundesstaatliche Zuständigkeit fallen sind ebenfalls in seiner Macht. Darum sind bspw. einsitzende RAF Terroristen auch gerne an unsere Präsidenten herangetreten. Und wenn Minister oder Bundesrichter einzuberufen sind, so ist er derjenige, der diese ernennt. Oder sich eben weigert.
Und dieser Posten wird natürlich völlig demokratisch gewählt - vom Volk, also seiner Mehrheit.
Wie die meisten Leser wissen werden, ist das in Deutschland nicht der Fall. Frank-Was-ist-mir-ist-Demokratie-so-wichtig Steinmeier bekam einen Posten, der durch Parteiklüngel und Mauschelei sowie sorgsam durch die Parteien im Bundestag ausgewählten "Volks"vertreter. Die sogenannte "Bundesversammlung" ist dabei längst ein Hohn geworden, denn zwischen der Volksmeinung und den Vertretern der Öffentlichkeit, heute auch gerne "Promis" oder "celebrities" genannt, herrscht wieder eine tiefe Kluft von Lebensrealität und Verständnis, und die Vertreter von Bundes- und Landtagen werden wie gehabt ihrer Parteilinie folgen, und nicht "bestem Wissen und Gewissen".

Auf den Bildern dieser Tage sieht man einen fröhlich strahlenden Steinmeier. Keine Scham, keine Gewissensbisse sind erkennbar - auch wenn ich natürlich nicht in seinen Kopf bzw. sein Herz sehen kann. Ich habe aber gute Gründe zu glauben, dass es dort so aussieht, wie auf der Vorderseite seines Schädels. Freude und Stolz.
Hoffentlich hat er von Letzterem noch so viel, sich nicht selbst zu gratulieren oder die Hand zu geben. Von wegen Demokratie und so.

Freitag, 10. Februar 2017

"Keine unschuldige Stadt" - das "Gedenken" in Dresden - und die Busse

Achtung: am Ende werde ich Bilder aus der zerstörten Stadt Dresden anhängen. Diese zeigen die Opfer, an die es zu erinnern gilt. Die Bilder sind drastisch und eindeutig. Sollten Sie derlei nicht vertragen, scrollen sie bitte nicht weiter als bis zur ersten Bildkante.

Dresden ist eine architektonisch und landschaftlich wunderschöne Stadt - und eine Stadt des Leids, des Missbrauchs.
Über das nunmehr aufgestellte "Denkmal" für den Bürger- und Religionskrieg in Syrien vor der Frauenkirche pünktlich zum Gedenken an die Zerstörung der Stadt und Ermordung bzw. Vertreibung seiner Anwohner habe ich bereits geschrieben. Neu ist die Meldung, die Errichter des Originals seien eine islamistische Kampffraktion gewesen, und nicht die Bürger auf der Suche nach Schutz.

Vor dem Bekanntwerden hatte sich aber der FDP Bürgermeister der Stadt zu Wort gemeldet und verkündet:
Wir sehen immer wieder – und gerade in dieser Zeit – Versuche, Geschichte umzudeuten, Dresden im Opfermythos dastehen zu lassen (...) Dresden war alles andere als eine unschuldige Stadt

Nicht, dass der Missbrauch nicht existierte. Allerdings von beiden Seiten. Die einen überbieten sich mit den Opferzahlen - die anderen fordern, auf nackter Brust geschrieben, den damaligen Befehlshaber dieser verhängnisvollen Angriffe auf, es nochmal zu tun oder danken ihm sogar - ein Dank für die Ermordung Tausender. Während Zweitere aber sogar eine politische Karriere verfolgt und vom Bürgermeister ohne sorgenvolle Worte bedacht weiter agieren darf und wohl die nähe zur AntiFa nicht ablegen wird, so ist der erstere Teil Ziel der Rede des BÜRGERMEISTERS, also desjenigen, der sich vor allem um die Bürger seiner Stadt sorgen sollte. Lebend, ungeboren oder schon verstorben.
Statt dessen denunziert er quasi nachträglich die Stadt als "nicht unschuldig". (Und wälzt dies als Feststellung einer Forschungsgruppe auf die Fachleute ab - was lediglich in Sachen Opferzahlen machbar erscheint)
Das ist wahrhaftig widerlich. Ja, es gibt die Formulierung, die dies wörtlich behauptete ("eine unschuldige Stadt") und man kann sich gerne im historischen Diskurs darüber auslassen, wie dies zu verstehen und wie es gemeint war, wie "unschuldig" heute zu interpretieren ist.
Aber so, wie es der Bürgermeister formulierte legt es Dresden, seiner Bevölkerung und der gesamten Stadt eine Schuld an und stellt die Auslöschung im Flammenmeer quasi als gerechtfertigte Strafe dar. Auch wenn es der Bürgermeister vermutlich nicht so gemeint haben will, dass ist die Konsequenz, die man aus so einer Formulierung ziehen kann. Die Rede war vorbereitet und nicht spontan - also auch ziehen sollte.
Im Zusammenhang mit dem Gedenken an mindestens 25 000 im Bombenhagel und Flammenmeer ermordete Menschen, fast alles Zivilisten und nicht wehrfähige Menschen, ist die Formulierung untragbar. Selbst wenn aus Dresden die Regierung gestellt worden wäre, selbst wenn die in den Krieg gezogenen Männer Kriegsverbrecher wären - ist die Bombardierung dann als Strafe gerechtfertigt?
Nein - und sie war niemals so gemeint. Sie gehörte zum Jahre andauernden Versuch, die Moral der Bevölkerung zu zerbrechen. Im Februar 1945 hatte die Wehrmacht keine Kraft mehr. Was folgte waren Rückzugsgefechte und der Kampf ums Überleben. Bombardierungen der Zivilbevölkerung hatten bis zu diesem Punkt am Kriegsverlauf nichts geändert und es gab keinen Grund anzunehmen, dass der Untergang Dresdens daran etwas änderte.
Davon abgesehen ist die gezielte Tötung von Zivilisten sonst ein rotes Tuch für jeden Politiker und Historiker, der sich angeblich für Menschenrechte und Mitgefühl einsetzt. Das ausgerechnet der Dresdner Bürgermeister dies hier mit seiner Wortwahl hintenan stellt ist unerträglich.

Dafür müssen wir dann fragen: woran nicht unschuldig?  Ist die ganze Stadt schuld, dass die Nazis trotz der gerade keineswegs höheren Stimmenanteile als heutige "Volksparteien" die Macht unter Ausnutzung von Zeitereignissen ergriffen haben? An den Deportationen, als Dresdner Juden verschleppt, gequält und ermordet wurden? Auch jene, die nicht die NSDAP wählten? Die nicht denunzierten oder dabei halfen oder profitierten? Jene, die versuchten zu helfen? Denn auch das gab es. Oder jene, die versuchten nichts von der Welt mitzubekommen, um nicht in Streit gezogen zu werden, Freunde nicht zu verkrätzen und keinen Ärger zu kriegen? Oder jene, die überzeugt waren, dass "Gute und Richtige" zu tun, denn die anderen waren ja von Grund auf Böse und verdienten gar keine Rechte - was so formuliert so merkwürdig vertraut klingt.
Waren die Ungeborenen, die Babies und Kleinkinder, die dort umkamen an irgendetwas schuld?

Vermutlich sind es jene die nicht einschritten, aufstanden, halfen, welche eine Flammenbombardierung verdienten. Denn, das haben wir mittlerweile ja gelernt: Widerstand ist Bürgerpflicht, ist so einfach. Jedenfalls Jahrzehnte nach dem Ende des Regimes und mit großem Rückhalt. Es sind die gleichen Menschen, die sich über Ungerechtigkeiten beklagen, wie den Bürgerkrieg in Syrien mit all seinen Verbrechen aber nichts unternehmen, um das zu beenden, um einzuschreiten, die nicht vor Ort dem IS mit ihren Protesten zeigen, was sie von ihm halten. Es sind jene, die nicht nach Darfur flogen, um den Völkermord dort zu verhindern oder in Mauretanien Sklaven befreien. Es sind die Helden der Pressekonferenzen in Dresden, auf den Strassen von Hamburg und Leipzig, die sich erlauben mangelnde Gegenwehr als Kooperation und Übereinstimmung, mindestens aber Feigheit zu verurteilen und eine ganze Stadt über derlei zu "Schuldigen" erklären und damit statt Opfermythos von einer verdienten Strafe berichten, wenn sie von jenen Tagen im Februar sprechen.

Würden diese Menschen wirklich einfach der Toten gedenken wollen, dann könnten sie dies. Ohne syrische Künstler, ohne Zahlendebatte, ohne moralischen Zeigefinger und ohne politische Agenda von heute gleich welcher Ausrichtung.

Achtung, es folgen nun die Bilder.

Ich möchte dies versuchen. Die Bilder im Anschluss zeigen die Menschen, um die es rund um den "Valentinstag" im Gedenken für Dresden gehen sollte. Es sind Bilder von Toten, umgekommen durch Bomben, Trümmer, Splitter, Flammen, Hitze und Sauerstoffmangel. Es sind dies die gleichen Qualen, die heute in Syrien, Somalia, Sudan, Mali, Nigeria und so unendlich vielen anderen Orten Menschen aus dem Leben befördern - nur in geballter Form und mit einer deutlich höheren Opferzahl.
Diesen Menschen wünsche ich eine friedliche Ruhe und gerechtes Urteil am Ende aller Tage.
Den heute Lebenden wünsche ich, einen Gedanktag an ein Verbrechen auch als solches behandeln zu können - und weder das Verbrechen aufzublähen noch zu verharmlosen oder umzuwidmen, ja die Opfer sogar regelrecht zu überdecken.
Ob 25 000 oder 35 000 Tote ist nicht völlig irrelevant, aber es ist im angesicht des kollektiven Gedenkens erstmal Nebensache. Alle mögen in Frieden ruhen und die letzten Momente des Lebens vergessen können.
Angeblich erst 1947 entdeckter Bunker voller Opfer


Verbrennung von Leichen zur Seuchenverhinderung

Leichenkrematierung






Donnerstag, 9. Februar 2017

Trump, AfD und Boykott

Heute war mal wieder ein der Tage, in denen ich bereits früh am Morgen in den Geschäftsräumen eines Partners gezwungen war, dass Radio anzuhören, welches über die Lautsprecheranlage in allen Räumlichkeiten ausgegeben wurde. Hätte ich Zweifel gehabt, dass ich meine Entscheidung sowas nicht mehr anzuhören korrekt sei, ich hätte sie heute ausgeräumt bekommen. Nicht nur, dass mir am frühen morgen Musik um die Ohren gehauen wurde, die vielleicht in einem Nachtclub zur Partybefeuerung gepasst hätte, es kam auch wieder eine satte Portion: wir sind viel aber nicht neutral - News.
Trump hat einen Tweet über die Tatsache abgesetzt, dass eine Kaufhauskette die Kollektion seiner Tochter aus dem Programm genommen hat. Das wurde angekündigt unter der Rubrik "Trump-Politik". Nun hat der Mann ein Kommunikationsverhalten wie ein frisch verliebter, egozentrischer Teenager der glaubt auch Bilder von seinem Frühstück würden die Welt entzücken. Und das er diesmal für die Angelegenheit den offiziellen Twitter-Kanal des Präsidenten statt seines privaten benutzte kann durchaus kritisiert oder diskutiert werden - aber was daraus gemacht wird, oder besser versucht wird zu machen, ist ein handfester Skandal.
Dabei bleibt eines festzuhalten und wird auch nicht geleugnet: es gibt massiven Druck auf alle Kaufhäuser und Filialen die Produkte von Donald Trump ODER seiner Familienmitglieder verkaufen. Das diese Form sozialer Sippenhaft eine Grenzüberschreitung ist, die einer Demokratie absolut unwürdig ist sollte eigentlich mindestens ebenso deutlich kommuniziert werden.
Da gibt es Boykottaufrufe die mit Begriffen wie "toxic" also "giftig" oder "verseuchend" nicht geizen - und die werden Medienschaffenden der Mainstreammedien interessiert es nicht.

Im aktuellen Fall bestreitet die Kaufhauskette, dass der Rauswurf mit den Demonstrationen oder Boykottaufrufen zu tun habe. Das kann man glauben, muss man aber nicht. Ich persönlich neige dazu, dies ebenso kritisch zu sehen, wie Trumps Äußerungen. Noch Mitte des letzten Jahres hieß es, ihre Kollektion verkaufe sich blendend und darum sei Kritik an den Herstellungsorten China und Vietnam angebracht.
Buzzfeed, also die Unterhaltungsfirma, die auch die "Gold Shower" Episode über Trump verbreitete, obwohl zu dem Zeitpunkt die Ungereimtheiten in dem Bericht aufgefallen waren, hatte noch im Juli 2016 vermeldet, dass die Firma so gute Absätze generiert, dass womöglich bald die 100 Millionen $ Grenze geknackt würde.
Und nun soll das anders sein, die Mode sich so schlecht verkaufen, dass man sie aus dem Programm nimmt - obwohl der Vater gerade Präsident wurde und einiges an kostenloser Werbung zu erwarten war.
Diese, in meinen Augen berechtigten Zweifel an der Darstellung der Firma spielen in der öffentlichen Darstellung keine Rolle. Nicht ein einziger Journalist stellt die Frage: darf der Präsident, wenn gegen ihn und seine Familie zu Protesten und Boykotten aufgerufen wird, wenn Dinge die den Geruch der Agitation tragen nicht als Präsident reagieren? Ist die Nutzung des Twitter-Tweets dann wirklich der Kern der Nachricht? Oder ist es nicht viel mehr die Frage, wie Gegner und Trump miteinander umgehen und klar kommen?


Und passend dazu hat sich heute Beatrix von Storch über den Boykottaufruf der Kölner "Toleranten" berschwert. Von Bernd Stelter über die üblichen Verdächtigen wie "Höhner" hatten diverse Künstler vom Maritim-Hotel gefordert, ihre Räume nicht der AfD zur Verfügung zu stellen. In einer "gemeinsamen Erklärung" wollen sie im Namen der "Weltoffenheit & Toleranz" verhindern, dass die AfD "im Schatten des Domes an der Spaltung unserer schützenswerten Gesellschaft arbeiten kann".
Das sich diese Aussagen im Kern widersprechen, merken die Unterstützer wie Ersteller nicht - und werden darum von der Besagten als "Erbärmliche antidemokratische Gutmenschenfanatiker" beschimpft. Das ist zwar harter Tobak, trifft es aber selbst für mich, der ich die Dame ebenfalls unsympathisch und oft polemisch finde.
Denn ganz offiziell zu und im Namen der Toleranz zu fordern, eine demokratisch legitime Partei aus einer ganzen Großstadt zu verbannen und ein Hotel sogar erpressen zu wollen, dass es unmittelbar vorher den Vertrag bricht ist genau das: erbärmlich und verheuchelt. Wer einer Partei, der im Durchschnitt 15% der aktuellen Stimmen geschenkt wurden als Feind im eigentlichen und aktiven Sinne entgegen tritt und nicht als Wahlkampf- oder inhaltlicher Gegner, der hat mit Demokratie nichts zu tun und spaltet mit einem Aufruf zu demonstrativer Missachtung von Grundrechten und Gesetzen selbst die Gesellschaft.
Und wer dabei den "Schatten des Domes" als Symbol anführt, der hat offensichtlich keine Nächstenliebe für jene, die in eben jenem Schatten ein Symbol für die gewollte Machtlosigkeit des Staates gegenüber migrantischen Sexualverbrechern und Kriminellen sehen, nachdem an Silvester 2015/2016 das bekannte Unglaubliche dort geschah und genau ein Jahr später nur durch massivstes Polizeiaufgebot verhindert wurde.

Es spricht absolut nichts dagegen für sich eine festzulegen, wo man kaufen will. Ich persönlich lehne es ab Apple-Geräte zu kaufen und folglich auch in deren digitalen Angeboten zu stöbern. Zum einen, weil deren Kundenpolitik sich an Steve Jobs "wenn das Gerät nicht funktioniert wenn man es normal hält, dann sollen die Leute es halt verkrampft anders in die Hand nehmen" orientiert und die Geschäftsidee mit dem Wort Monopolismus bestens zusammengefasst werden kann, sondern auch, weil sie mit starken Spenden und Beteiligung an Kampagnen in verschiedenen politischen Fragen mitmischen.
Ich diskutiere darüber auch mit Freunden und Bekannten, mit Mitgliedern von Gruppen die davon betroffen sind schon deshalb, weil sie es vielleicht gar nicht wissen.  Nicht im Leben aber käme ich auf den Gedanken zum Boykott aufzurufen. Die Bilder, in denen Männer in Pluderhosen und braunen Hemden, mit einem Koppelriemen quer über der Brust und einem Tschako auf dem Kopf mit Schildern vor kleinen Läden stehen, deren Fenster beschmiert sind, haben sich fest in meinem Kopf eingebrannt und wiederholten sich in der Neuzeit bereits, wenn es um israelische Ketten oder Produkte ging in der moderne. Das diese Methoden der Nazis unhinterfragt wieder populär werden ist für mich ein Skandal, der durch die Tatsache, dass sie diesmal angeblich gegen Nazis und Rassisten gebraucht werden auch noch eine Tendenz zum Wahnsinn haben.
 Und wenn dann, wie bei Trumps, auch noch deutlich die Sippenhaft dazu kommt ist jeder Leserkommentar, der behauptet, nur so könne man "Zustände wie im 3. Reich" verhindern an Idiotie nicht mehr zu überbieten.

Demokratie, Toleranz und Nächstenliebe leben davon, das Gespräch zu nutzen und Aktionen nur dann zu suchen, wenn absolut kein anderes Mittel mehr zur Verfügung steht, vorhergehende Versuche fehl schlugen und die allgemeingültigen Gesetze gebrochen werden. Absolut nichts von all dem geschieht derzeit - weder in den USA noch bei uns oder der EU. Und trotzdem sehen wir diese Art politischen Aktivismus' aufblühen und wachsen. Unwidersprochen und immer heftiger werdend.
Berkeley, NYU, Harvard und viele andere Plätze der wissenschaftlichen Bildung, Forschung und des freien Meinungsautausches sind zu Orten der Denkverbote und Vogelfreiheit für Konservative und Rechte geworden.

Ein youtuber, Kraut and Tea, hat dies mit einem Verweis auf die unruhige Zeit im Italien der 70er und 80er Jahre ziemlich gut verdeutlicht. Auch damals wurde mit Terror und Entführung und Mord, mit Gewalt gegen Andersdenkende gearbeitet. Bis die so attackierten mehr und mehr Sympathie gewannen und aus der Bedeutungslosigkeit aufstiegen.
Wir können jetzt ähnliches beobachten. Dass die Parteien in Deutschland nach links triffteten und es niemanden störte, dass die Rechten verschwanden und Rechtsradikale in der Bedeutungslosigkeit versanken - das war die Folge der Geschichte und des weitum abgelehnten Fremdenhasses der Letzteren. Aber das sich nun ausgerechnet die Linksextremen und Linksgerutschten genauso verhalten, nur eben gegen andere Ziele, hat die beinah untergegangene Rechte wiederbelebt und leider auch den Rechtsextremen neuen Zulauf beschert - letzteres aber eher nicht auf dem politischen Parkett.

An die Kölner Künstler: Ihr wollt eine Spaltung verhindern? Dann hört auf genau diese zu betreiben. Ihr wollt politisch aktiv sein? Dann geht in die Politik und setzt euch inhaltlich auseinander. Widerlegt mit Fakten und Argumente und nicht mit Boykotten, Plattitüden und Gewaltverharmlosung.

im Schatten des Doms an der Spaltung unserer schützenswerten Gesellschaft arbeiten kann – Quelle: http://www.ksta.de/25686472 ©2017im
im Schatten des Doms an der Spaltung unserer schützenswerten Gesellschaft arbeiten kann – Quelle: http://www.ksta.de/25686472 ©2017
im Schatten des Doms an der Spaltung unserer schützenswerten Gesellschaft arbeiten kann – Quelle: http://www.ksta.de/25686472 ©2017

Freitag, 3. Februar 2017

Berkeley, New York University und Redefreiheit

Hier in Deutschland erleben wir gerade, wie Schritt für Schritt wieder die Meinungs- und Redefreiheit eingeschränkt wird. Bestimmte Themen werden wieder Tabu, Haltungen werden kriminalisiert. Wir sind dabei noch relativ weit am Anfang, aber stetig wachsen die Bemühungen. Ob Lesungen von Autoren der rechten Meinungsrichtung, Protestierende gegen unkontrollierte Grenzen und Massenimmigration oder Professoren mit unbequemen Forschungsergebnissen, öffentliche Auftritte werden schnell erst zur von Gegendemonstranten unter Silvesterkracher- und Steinbeschuss liegenden Tortur und dann zur Grundlage zahlreicher öffentlicher Diffamationen. Wer sich beklagt wird dadurch nur noch zur Heulsuse erklärt.
Aber auch in den USA laufen die Bestrebungen gegen die Redefreiheit trotz des Abtritts von Präsident Obama, der diese Bewegung nicht nur nicht stoppte sondern über den Klee lobte, weiter. Eines der jüngsten Beispiele konnte man an der Universität von Berkeley in Kalifornien erleben. Dort hatte eine Gruppe konservativer Studenten den Redner, Breitbart-Autoren und enfant-terrible Milo Yiannopoulos eingeladen vor jedem, den es interessierte zu sprechen. Dazu mussten sie nicht nur sein Honorar bereitstellen, sondern auch bestimmte Grundbedingungen einhalten. Unmittelbar vor der Veranstaltung verlangte dann die Universitätsleitung einen nicht unerheblichen Geldbetrag als Zusatzleistung für erweiterte Sicherheitsvorkehrungen.
Der Redner ist Engländer, bekennend homosexuell und promiskur. Man sollte meinen, dieser Hintergrund würde ihn vor dem Schlimmsten bewahren. Aber weit gefehlt. Bei einer seiner vorhergehenden Veranstaltungen wurde ein Mann von einem seiner Besucher angeschossen - wie sich nun mehr und mehr herausstellt in Notwehr. Auch an jenem Tag wurden die Möchtegernbesucher des Events von einer linksradikalen Front aus AntiFa, Feministen und BLM-Aktivisten erst abgeblockt und beschimpft und anschließend mit Steinen beworfen und aus "Markern", also Waffen aus dem Paintball Bereich, beschossen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Auf Videos ist auch direkte körperliche Gewalt dokumentiert, wie in Berkeley ebenfalls.
In beiden Fällen trifft die Polizei erst nicht und dann viel zu schwach und zu spät ein, um eine Eskalation zu verhindern. In Kalifornien jedoch wurde die Notbremse gezogen und dem Begehren der Demonstranten nachgegeben: aus Sicherheitsbedenken konnte die Veranstaltung nicht stattfinden, die ein anonymer Spender überhaupt erst möglich gemacht hat. Dafür wurde ein Dieselbetriebener generator angezündet und mehrere Scheiben eines Gebäudes zerschlagen, welches den Namen eines Aktivisten der Free Speech Bewegung trägt.

Eine Rede, die in keiner Weise zur Gewalt aufruft (man kann sich seine oft provokanten aber nie aufwiegelnden, auffordernden Reden auf youtube ansehen) wurde also verhindert.
Ironisch ist es, dass ausgerechnet diese Uni mit einer ähnlichen Haltung bereits 1964 die "Free Speech" Bewegung verursachte, als sie starke inhaltliche und formelle Rahmenbedingungen aufstellte, die es auf dem Campus zu erfüllen galt, um zu Wort kommen zu dürfen oder öffentliche Proteste auf dem Gelände abhalten zu können. Diese Einschränkungen können im Rahmen der Kommunistenverfolgung im vorhergehenden Jahrzehnt und der fortbestehenden Rassendiskriminierung gesehen werden. Dagegen lehnten sich Studenten auf, forderten erfolgreich das Recht ihre Meinungen frei zu äußern, Reden und Rednern einen Platz einzuräumen, auch wenn sie den Ansichten der Universität oder größerer Gruppen entgegen standen. Ebenso ging es um freien Meinungsaustausch und die Freiheit der Lehre und Forschung, nach der Professoren und Dozenten nicht nach politischer Ansicht ausgewählt oder entlassen werden durften und ihre Forschung keine derartigen Einschränkungen erhielt.
So profan vieles für Manchen heute klingt, so war dies seinerzeit keineswegs der allseits anerkannte beste Weg der Forschung - und heute wird dies nur mehr behauptet aber nicht mehr eingehalten, wie Berkeley eindrucksvoll gezeigt hat. Nur etwas um die 50 Jahre hat es die Rede-, Meinungs- und Forschungsfreiheit an den US Unis geschafft zu überleben, bevor sie wieder in den niedergehaltenen Status verfiel, nur diesmal auf die andere Seite verlagert.

Das dies kein Einzelfall ist, zeigt ein Vorfall vom gestrigen Abend. Gavin McInnes sollte eine Rede in den Räumen der Konservativen Studentenvereinigung halten - woraufhin massive Proteste ausbrachen und McInnes mit Pfefferspray attackiert wurde. Auch hier wurden Besucher vom Betreten abgehalten und angegriffen, die Rede selbst immer wieder unterbrochen.

Das hat System und ist mit Vorfällen in Deutschland absolut vergleichbar. Wenn das nun nicht von führenden Politikern linker Ausrichtung massiv verurteilt und auch aktiv bekämpft wird, ist der Fortgang historisch gesehen eindeutig. Hier wird Gewalt ausgeübt und zur "politischen" Bekämpfung Andersdenkender genutzt. Ein friedliches Miteinander sieht anders aus.

Donnerstag, 2. Februar 2017

Dresdner Frauenkirche und der Krieg in Syrien

Wir leben im Zeitalter der "Zeichen", der "Entrüstung" und des Shitstormes. Seit einiger Zeit gehören auch die "Proteste" scheinbar zum Inventar unserer Zivilisation. Es wird aber nicht mehr um die Möglichkeit demonstriert, ausreisen zu können, wenn man will oder als Frau nicht nur nicht wählen sondern auch nicht über sein eigenes Einkommen zu bestimmen und Verträge zu schließen. Wie auch. Alles erledigt. Mittlerweile wird gegen "rape culture" und das Patriarchat demonstriert. Gegen Trump und die Populisten. Natürlich nicht gegen Islamisten oder Linksradikale, aber schon irgendwie so richtig "divers" und so.
Wem das nicht reicht, der kann sich die vielfältigen Ergebnisse deutscher Kunstförderung ansehen, die scheinbar vor allem politische Kunst mit Geld versorgt. In Dresden führte dies dazu, dass der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni drei Busse nahm, sie ausschlachtete und die drei verbliebenen Karosserien aufs Heck stellte. So weit, so gut. Wenn er damit meint die Schrecken eines Bürgerkrieges mit starkem Hang zum Religionskonflikt einzufangen und wiederzugeben, so mag er dies tun.
Laut der dazugehörigen Information der "Kulturpaten Dresden" will er damit einen Sichtschutz imitieren, welcher in Aleppo steht. In dramatischer Beschreibung liest man dort:
Der Tod kommt als tödliche Fracht per Flugzeug oder durch Scharfschützen.
Aus dieser Not heraus haben die Bewohner von Aleppo drei zerstörte Linienbusse, von denen seit Beginn der Kämpfe viele in der Stadt stehen, nebeneinander aufgerichtet, um das Sichtfeld der Scharfschützen ins Viertel und in die Einkaufsstraße zu blockieren. Ein Monument des Widerstandes und des Schutzes ist so entstanden.
Da wäre dann zunächst einmal wieder der "Fake News"-Anteil zu benennen.
Wer sich vor Scharfschützen durch eine Sichtbarrikade schützt leistet damit keinen "Widerstand", er schützt sich und mehr nicht. Das diese "Barrikade" auch wirklich nur ein Sichtschutz ist, ein höchst fragwürdiger dazu, kann jeder aus der vorhergehenden Zeile erlesen.
So sieht es, veröffentlicht vom Time Magazin 2015, aus. Der Sichtschutz ist lückenhaft, die Karrosserien ausgeschlachtet, Befestigungen sind nicht zu erkennen. Das bedeutet, Scharfschützen haben ein vermindertes Sichtfeld, die Busse stoppen keine Projektile und sollten Sprengstoffe eingesetzt, wie sie in Syrien dieser Tage überall zu finden sind, bspw. von einer RPG, einem raketengetriebenen Granatwerfer, dann fallen diese Busse wahrscheinlich ebenso um, wie bei einer Explosion aus einem Flugzeug abgeworfener "tödlicher Fracht".
Es spricht also für Verzweiflung der Menschen, gibt aber sonst keine verlässliche Auskunft über die Lage.

Die Seite der Förderer aber geht noch einen Schritt weiter, als nur über einen Ort zu schreiben, den weder seine Autoren noch Künstler im betreffenden Umstand besucht haben.
Dresden steht wie kaum eine andere Stadt für massiv in der Öffentlichkeit zur Schau gestellte Fremdenfeindlichkeit und Hass gegen das Fremde und gegen jene, die für eine Aufnahme von Flüchtenden plädieren. Auf der anderen Seite gibt es eine von vielen freiwilligen Helfern getragene Willkommenskultur.
 Ich vermute, gemeint ist damit die Pegida-Bewegung. Diese hat sich meines Wissens zwar nie gegen Asylrecht, also die Aufnahme von "Flüchtenden" ausgesprochen, auch hielten Personen arabischer und afrikanischer Abstammung medienwirksam und viel beklatscht Ansprachen, aber "Hass gegen das Fremde"kann man pauschal trotzdem erstmal in den Raum stellen. In seiner plakativen Verallgemeinerung liegt immerhin der Charme der AntiFa offen vor. Hier geht es also nicht nur um ein "Zeichen" zur Erinnerung an den Krieg im Sudan, nein, Somalia, nein, Yemen, auch nicht - ach ja die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung in Nordkorea Syrien! Vorgebracht von einem Mann im wehrfähigen Alter in sicherer Zuflucht in England Deutschland!
Weder haben wir so etwas im Kampf gegen die Kurden in der Türkei erlebt, noch in Bezug auf die Schreckenstaten der Familie Kim in Nordkorea, die immerhin schon einige Jahrzehnte anhalten und solche "nie wieder" Monumente wie Konzentrationslager für Kritiker und Religiöse beinhalten. Im Gegenteil. Organisationen wie die Gesellschaft für bedrohte Völker oder die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte kämpfen einen endlosen und scheinbar aussichtlosen Kampf um die Grausamkeiten die in vielen Ländern dieser Welt passieren der Öffentlichkeit bewusst zu machen. Da diese aber keine Scheu haben auch unbequeme Dinge an- oder auszusprechen, wie die Rolle des Islam oder die Verfolgungs- und Diskriminierungssysteme in islamischen Kulturen während sie für das angebliche Patriarchat keine Zeile frei haben, verlässt man sich lieber auf AI und Co.
Und natürlich wird weiterhin den Sachsen, besonders den Dresdnern der ausgestreckte Finger entgegen gehalten. Auch wenn die meisten Teilnehmer der Pegida-Spaziergänge von auswärts kommen und Dresdner zusammen mit Bussladungen angekarrter Protestler nicht nur verbal dagegen halten. Dafür hat man dann zwar kein Wort, aber immerhin für die vielen Einwohner, die sich in der verordneten Willkommenskultur berufen fühlten.

Was bleibt ist die Absicht des Mahnmales:
Mit der temporären Arbeit „MONUMENT“ möchte Manaf Halbouni an einem zentralen und bedeutsamen Ort in der Dresdner Innenstadt ein weithin sichtbares Zeichen für Frieden setzen, ein Zeichen dafür, dass Schutzsuchende in Dresden willkommen sind.
Der "Deutsch-Syrer" stellt seine Bussimitation eines Sichtschutzes aus einem Kriegsgebiet als Zeichen für Frieden und Willkommen für "Schutzsuchende" auf. Genau vor der Dresdner Frauenkirche, die ihrerseits ein Symbol ist. Eigentlich sogar eine Reihe.
Falls es jemand nicht weiß: die Frauenkirche war und ist wieder eine richtige Kirche der Protestanten. Es wurde also ein Mahnmal für einen Krieg in dem besonders Christen verfolgt und massakriert werden als Sichtschutz vor eine christliche Kirche gestellt.
Und nicht irgendeine. Die Frauenkirche ging in einem der sinnlosesten Gewaltakte des Zweiten Weltkrieges außerhalb der deutschen Kriegsverbrechen und Massenmorde unter. Bomberverbände der Westalliierten hatten die bis dahin verschonte Stadt zum Ziel eines Feuersturmes gemacht und sie im Februar 1945 regelrecht niedergebrannt, wobei durch die ausgeklügelten Bombenkombinationen teilweise 1200 Grad erreicht und Schutzsuchende Menschen von den Flammen regelrecht angesaugt wurden.
Und während das MONUMENT von Ablehnung von Schutzsuchenden durch Dresdner und der Willkommenskultur berichten soll, war es der dafür gewählte Ort Dresden, in dem damals zehntausende Familien, vornehmlich nicht wehrfähige Menschen, aus dem Osten vor der Roten Armee geflohene Schutzsuchende unter- und im Flammenmeer umgekommen waren.
Dabei ist die Frauenkirche dafür ein besonderes Symbol. Sie stürzte am Morgen des 15. Feburars nach langem Brand komplett ein und bildete dabei einen weithin sichtbaren Rauch- und Rußpilz über der Stadt. Das Trümmerfeld blieb Jahrzehnte liegen und wurde in den 60er Jahren von der DDR zur Erinnerungsstädte erklärt.
Womit wir bei der dritten Symbolwirkung sind. Während die meisten Dresdner darauf hofften, aus den Trümmern wieder ihre Kirche zu erbauen, hatte die DDR und deren politische Führung vor Ort andere Pläne, missbrauchte die konservierte Bausubstanz für andere Projekte und bezog eine Wiederrichtung der christlichen Kirche gar nicht in betracht. Somit wurde die Trümmerlandschaft auch zum Symbol für die Haltung der kommunistischen DDR gegenüber dem Christentum und der deutschen Geschichte.
Nach der Wende wurde Dresden "wieder in Schuss" gebracht. Milliarden wurden für Sanierung, Renovierung und natürlich Restaurierung von Zwinger, Frauenkirche und Brücke aufgewendet, wie für vieles andere auch. So erstrahlt die Elbmetropole wieder als eine der schönsten Städte Deutschlands, des wiedervereinten Deutschlands und darf, vielmehr muss, als Symbol für das langsame aber stetige Vereinen der beiden Deutschlands angesehen werden. Das nunmehr besonders die Medienwelt, mehrheitlich nicht im Osten der Republik zu finden, Sachsen erneut, nach einem Vorfall Anfang des Jahrtausends und von Amts wegen bestätigt zu Unrecht, des pauschalen Rechtsradikalismus unterstellt könnte direkt aus den Zeiten des Schwarzen Kanals stammen. Manche Wortwahl erinnert in ihrer Gewaltigkeit und Umkehrung des geistig gesunden Verstandes gegen sich selbst stark an Karl-Eduard von Schnitzler.
Auch hierbei spielte die Frauenkirche zweifach die Symbolrolle. Als Ort der Feierlichkeiten rund um Wiederaufbau, Wiedervereinigung etc. auf der einen, der politischen Entscheidungen auf der anderen Seite.
So verzichtete man darauf, dass Gedenkkreuz für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges neu zu errichten. Zwar haben diese Toten absolut nichts zur deutschen Geschichte nach 1918/19 beigetragen und ihr gewaltsames Ableben in der "Urkatastrophe des 20. Jh." sollte also problemlos und würdiger Weise betrauert werden, aber es symbolisiert natürlich ein ungewolltes Deutschland, einen ungeliebten Teil der Geschichte und Realität und mit seiner ursprünglichen Einweihung 1933 hatte man natürlich einen plausibel klingenden Grund zur Ablehnung.

Und ausgerechnet vor dieses Gebäude stellen Künstler und Paten nun ausgerechnet solch ein Denkmal. Statt Miteinander wird klar: es gibt eine gute Seite und die Böse, und vor Letzteres stellen wir eben die Busse.
Es hätte auch gleich ein Stinkefinger in Gold sein können.