Ein Wort, welches derzeit wieder inflationär benutzt wird lautet "Vorurteile". Auch mir wurde jüngst genau das wiedervorgeworfen, doch dazu später mehr.
Was aber bedeutet das Wort eigentlich. Zuerst natürlich genau das, was es sagt: sich ein Urteil im vorraus zu bilden. Man kennt einen anderen Menschen noch nicht, hat noch keine oder kaum Informationen über den Betreffenden, meint aber genau zu wissen, "was für einer" derjenige ist. Oder man steckt denjenigen aufgrund bestimmter bekannter Umstände, wie Hautfarbe, Herkunft, Religion, Geschlecht oder Behaarungsgrad in eine bestimmte Schublade. Man nimmt an, dass dieses Individuum mit den gleichen Gedankengängen, Ansichten, Vorsätzen, Werten und Hemmungen ausgestattet ist, wie eine (vermeintliche oder reale) Gruppe anderer Menschen.
Natürlich geht das auch mit Gruppen, Gegenständen, Ideen, Konzepten usw. Letztere natürlich ohne Behaarungsgrade.
Zum anderen kann es heute aber auch bedeuten, obwohl man Informationen zur Verfügung hat, die dem eigenen, bereits gebildeten Urteil widersprechen oder es in Frage stellen, bleibt man dabei. Eigentlich unter den Begriff Belehrungs- oder Faktenresistent fallend ist auch dies heute oftmals teil des sogenannten Vorurteils.
Mir sind Vorurteile von einem anderen Blogger vorgeworfen worden, dessen Namen ich hier nicht nenne, um nicht den Eindruck eines flamewars, eines kindischen Wortkrieges zu erwecken. Mir geht es um die Debatte, ihren Verlauf und die Inhalte, nicht um die Personen.
Zum Verständnis: jener Blogger schrieb einen kurzen Beitrag über ein Gespräch, welches er mit einem jungen Mann orientalischer Herkunft und muslimischen Glaubens hatte, welcher ihm versicherte, lediglich eine winzige, einstellige Prozentzahl der Muslime würden den IS gut finden oder unterstützen und alles, was an theologischen Behauptungen für ihre Sache aufgestellt würde, könnte er mit Koranstellen widerlegen.
Leichte Zweifel an diesen Aussagen kamen dem Bloggerkollegen, aber die freundliche Persönlichkeit und der gerade, ehrliche Blick in seine Augen brachten ihn auf seine Seite. So der Blogger selbst und soweit der Text.
Ich ließ mich hinreißen einen Kommentar zu verfassen, in welchem ich zum Ausdruck brachte, dass es in meinen Augen zwei Möglichkeiten gäbe. Die erste: der junge Mann glaubte, was er sagte. Dies würde ihn als einen guten Menschen definieren, der nach meinem Dafürhalten leider ein wenig naiv durch die Welt ginge. Oder zweitens - er hätte gelogen, was ich möglicherweise mit einem bestimmten Prinzip im Islam, der Taqiyya, in Verbindung sah.
Zu ersterer Vermutung, bzw. warum ich ihn für naiv hielte: in seinem Heimatland gibt es eine uralte christliche Gemeinde, welche in den letzten 10 bis 15 Jahren eine dramatische Verschärfung von Diskriminierung und Verfolgunge erleben musste - unerwähnt ließ ich dabei, dass sich dieses Beispiel auf fast alle islamischen Länder spiegeln lässt. In seinem Heimatland gibt es außerdem fast keine Juden mehr - diese wurden nach der Staatsgründung Israels vertrieben, ihr Besitz in Beschlag genommen, die Synagogen zerstört oder, in wenigen Fällen, enteignet. In den folgenden Jahren kam es wiederholt zu Konflikten und Kriegen mit Israel - und als der herrschende Diktator dann eines Tages einen Waffenstillstand vereinbarte, geriet er ins Visier der Kritik und schließlich von Extremisten, die ihn töteten. Diese Extremisten wurden mit einer überwältigenden Mehrheit vor einigen Jahren in der ersten wirklich freien Wahl des Landes gewählt und koalierten mit den Salafisten und anderen Islamisten. Als es zu erneuten Unruhen kam wurde die israelische Botschaft von einem wütenden Mob gestürmt. Auch dem Bloggerkollegen ist bekannt, dass jene gewählte Gruppe mehrheitlich als terroristische Gruppierung betrachtet wird und eine extrem gewälttätige Geschichte hat.
Ich denke, jeder, der sich ein wenig mit Geschichte oder dem Orient auskennt weiß nun, von welchem Land die Rede ist. Ägypten.
Um diese Vorgänge, inklusive dutzender Bombenattentate und Kirchenerstürmungen durch wütende Menschenmengen nicht mitzubekommen, muss ein von dort Kommender schon jeglichen Kontakt abgebrochen haben und auch bei uns die Nachrichten aus dem Land völlig meiden.
Aber zurück zur Diskussion: mir wurde durchaus sachkundig entgegnet, dass die Taqiyya sich lediglich auf lebensbedrohliche Momente beziehe, in denen die Verleugnung des Glaubens das eigene Dasein rettete. Wie dies interpretiert werden kann, darauf verwies ich mit Blick auf den im 12. Jh.n.Chr. verstorbenen islamischen Gelehrten al Ghazali, der die "Bedrohung" sehr weit fächerte. Auch die Tatsache, dass der Koran selbst Listen und Ränke mehrfach als lobenswerte Attribute benennt deutet auf eine andere Auslegungsmöglichkeit hin.
Da ich aber keine grundtheologische Debatte unter Nichttheologen beginnen wollte, beließ ich es bei den Hinweisen und konzentrierte mich darauf zu begründen, warum ich es für möglich hielte, dass die Aussagen des Betreffenden angesichts dessen was in seinem Heimatland passiert naiv oder gelogen erscheinen. Ich brachte Beispiele wie das Maspero Massaker, bei welchem sich die staatlichen Medien dazu hinreißen ließen, "aufrechte ägyptische Muslime" zur Niederschlagung des christlichen Aufruhrs aufzurufen. Ein Aufruf dem, auf den Videos dieser Nacht sichtbar, nicht Wenige folgten.
Ein, leider nicht von meinem Gesprächspartner genutztes, Gegenargument wäre der Hinweis auf jene Muslime gewesen, die am Protestmarsch der Kopten teilnahmen und so ebenfalls zu Opfern wurden, und auf jene Muslime, die den fliehenden Kopten halfen - um genau zu sein einige Mitarbeiter eines anderen, kleinen TV Senders, die viele der vor ihrem Gebäude verletzten Kopten in das Gebäude ließen und versorgten.
An der Stelle hätte sich faktenbasiert über Menschlichkeit und ihre Pauschalisierung diskutieren lassen.
Ein zweites von mir genanntes Beispiel war der Lynchmord an Maryam Sameh George, einer jungen Frau die 2014 von einem sich spontan versammelnden Mob aus ihrem Auto gezerrt, zusammengeschlagen und mit einem Messer mehrfach schwer verletzt wurde. Als Rettungskräfte eintrafen, hatte man die junge Frau in eine Moschee gezerrt und versperrte den Rettern den Weg - was diese offensichtlich nicht übermäßig motivierten Männer daran hinderte, ein Leben zu retten. Auslöser war ein Kreuz gewesen, welches vom Rückspiegel der Frau hing.
Es war nur ein Beispiel von dutzenden der letzten Jahre, und wer sich fünf Minuten mit Kopten unterhält, die genau darum hier Asyl beantragten und oftmals auch erhalten, der erfährt über eine Vielzahl weiterer. Weit mehr, als die doch sehr unvollständige Liste bei wikipedia verrät.
Aber das alles ist nicht neu und, so dachte ich zumindest, weithin bekannt. Die Bilder aus dem Jahr 2005 als tausende von Muslimen zusammen mit Polizisten die St. Georgskirche in Alexandria belagerten (und ja, der Begriff trifft es exakt) gingen vielleicht nicht in jedem Sender um die Welt, aber abgedruckt wurden sie doch.
Die Bombenanschläge, Entführungen und tödlichen Attacken sind seit ebenso vielen Jahren Routine. Nur besonders "erfolgreiche" Anschläge schaffen es allerdings zu Schlagzeilen in der westlichen Welt - davon gab es aber genug. Ich ging auch davon aus, dass die Tatsache, dass sich empörende Kopten sofort vom Staat attackiert werden, verbreitet oder schnell erfahrbar sei.
Spätestens aber mit der Wahl der oben bereits erwähnten Muslimbrüder und ihres Präsidenten Mursi hätte man es bemerken können. Allein im Jahr 2013 gab es über 110 dokumentierte Angriffe auf Kirchen, christliche Schulen und bekannte (nicht zwangsläufig berühmte) wie unbekannte Kopten - viele davon wurden durch hunderte oder gar tausende Anhänger der Muslimbrüder vorgetragen, in einigen haben die Soldaten und Polizisten, die zur Sicherheit postiert waren Fersengeld gegeben, sich dem Mob angeschlossen oder wurden ebenfalls attackiert. Etwa 50 Kirchen wurden in der Folge des 14.08. 2013 angegriffen, viele davon niedergebrannt. Auf die St. Markus-Kathedrale wurden über Tage und Wochen Angriffe verübt. Inklusive Schusswaffengebrauch. Sie ist die wohl bedeutendste koptische Kathedrale in Ägypten (und wohl auch weltweit).
Selbst die Nachrichtenagentur AP berichtete über den Angriff eines Mobs auf eine Franziskanerschule. Bei diesem Anschlag wurden die anwesenden Nonnen als Gefangene vorgeführt und von der wütenden Menge bedroht und gedemütigt. Gerettet wurden sie von einer einzelnen Muslima, die allein für sie aufstand und auf ihren bei der Polizei arbeitenden Sohn verwies. Zwei christliche Frauen die an der Schule arbeiteten hatten nicht so viel Glück.
Als Mursi und seine von einer deutlichen Mehrheit gewählten Muslimbrüder wie salafistischen Verbündeten vom Militär gestürzt wurden, gab es den eigentlich vorher fälligen Aufschrei der Empörung - der stärker wurde, als es die ersten Prozesse gab - die sich just um solche Angriffe drehten. Spätestens hier hätte jeder interessierte Mensch wenigstens Ansätze von dem erfahren können, was in dort passierte.
Und heute? Es hat sich kaum verbessert - lediglich die Legitimierung durch die Regierung fehlt nun.
So wurde eine Messe und Ehrung der Märtyrer, die von IS Anhängern in Libyen an einem Strand mit kleinen Messern enthauptet wurden durch einen wütenden Mob ansässiger Muslime massiv gestört - und am Ende sogar mit Molotov-Cocktails und Steinen beworfen.
Auch individuellere Formen der Verfolgung, wie etwa (versuchte und erfolgte) Enteignung hat sich nicht erledigt. 2014 ein dramatischer und öffentlicher Mord.
So war ich ehrlich erstaunt, als ich als Antwort auf meine beiden genannten Beispiele den Vorwurf erhielt, ich würde so aufgrund meiner Vorurteile gegenüber dem Islam schreiben, einen Menschen verurteilen den ich nicht kenne, und da ein deutscher Freund des Bloggers für eine Stiftung in Ägypten tätig war und nichts dergleichen berichteten konnte, glaube er nicht, dass es dort wirklich so schlimm zuginge, wie ich behauptete.
Und hier schließt sich der Kreis. Die Menschen glauben heute, Vorurteile seien stets nur negativ. Sie können aber auch positiv sein. Nicht positiv im Sinne, dass sie Gutes bewirken, sondern positiv im Sinne, dass man nichts glauben möchte, was das positive oder mindestens neutrale Bild welches man hat zerstört.
Die Zustände sind dokumentiert, die Attacken gefilmt, potographiert, bezeugt und teilweise verhandelt. Die Menschen fliehen und ihr Fluchtgrund ist geprüft und anerkannt. Die Toten wurden aufgebahrt und bestattet. Die Radikalen von Hunderttausenden und Millionen gewählt.
Bitte was gibt es da nicht zu glauben?
Es ist mir unbegreiflich, wie man "Vorurteile" vorwerfen kann, wenn man einen Absatz vorher die Rolle der Muslimbrüder als Terroristen anerkannte und wissen muss, dass diese fast 40% der Stimmen in der 2011/12er Wahl erhielten und die islamischen bzw. islamistischen Parteien insgesamt auf rund 70% der Stimmen der ägyptischen Bevölkerung kamen. Rechnet man die Kopten raus - die wohl sehr unwahrscheinlich für solche Parteien stimmten - wird die Zahl noch dramatischer.
Auch wurden bei verschiedenen Angriffen auf Kirchen Al Quaida oder Al Quaida-ähnliche Fahnen gezeigt und platziert.
Wie dies mit Behauptungen über eine winzige, einprozentige Unterstützerschaft für den IS zusammengehen will, das hätte ich gerne diskutiert.
Auf der einen Seite Extreme zu unterstellen (also mir Blindheit und Böswilligkeit aufgrund von Ablehnung und Unwissenheit) und auf der anderen Seite die Augen zu verschließen - das will mir nicht in den Kopf.
Die Gegenbeispiele für die Behauptungen sind endlos. Der Telegraph titelte vor nicht allzulanger Zeit mit dem Ergebnis einer BBC Umfrage, dass ca. 1/4 der englischen Muslime mit den Mördern von Paris, dem Anschlag auf einen jüdischen Supermarkt und die Redaktion von Charlie Hebdo sowie eine Polizistin, sympathisierten und 40% die Sharia möchten. Nun mag das nicht der IS sein, sondern ihm "nur" verwandte Gruppen - aber ändert das wirklich etwas?
An vielen französischen Schulen wurden die Gedenkminuten für die Opfer der Terrortat gestört, die betreffenden muslimischen Schüler weigerten sich nicht nur die Tat als Verbrechen zu sehen, sondern auch den Ermordeten zu gedenken. Und sie waren damit nicht allein.
Eine Umfrage der ICM fand 16% offener Unterstützer für den IS in Frankreich. Wie hoch die Dunkelzahl ist, kann man nur mutmaßen - und damit vermutlich direkt wieder verdächtigt werden.
Wer sich mal die ein oder andere Stunde Zeit nimmt, um Umfragen und Debatten durchzugehen, der kommt auf ein Bild, dass in jedem Fall weit, sehr weit entfernt ist von einer einstelligen, niedrigen Prozentzahl an Unterstützern und Sympathisanten des Islamischen Staates und seiner Ansichten wie Methoden.
Ja, es gibt sie, die Gegenstimmen. Die Muslime und Muslima, die aufbegehren und ein Recht auf Kritik und Interpretation fordern. Menschen wie Kelek und Tibi. Diese Menschen gilt es zu unterstützen, zu bejubeln und als "welche von uns" anzusehen. Sie werden aber nicht nur von uns kaum unterstützt. Kelek war wohl die umstrittenste Person der "Islamkonferenz". Professor Kalisch, ein Konvertit, verlor aufgrund der Proteste über seine zu wenig konservative Art erst seinen Posten und über die permanenten Angriffe und Drohungen zu guter letzt noch seinen Glauben.
Und es gibt sie, Muslime die zu unserer Botschaft finden, zu Christen werden. Leider müssen sie das selbst in Europa oft heimlich tun. Und eine Heimkehr bedeutet ein sicheres Schicksal, wenn es doch bekannt wird.
Ich schweife ab.
Das Thema der theologischen Untermauerung der Taten des IS oder dessen Widerlegung anhand des Koran - das sehe ich zwar ebenfalls anders, aber würde als Laie mit einem anderen Laien darüber kaum diskutieren, geschweige denn streiten. Lediglich die Breite in welcher der IS seine Ansichten durch die Hand zahlreicher Islamgelehrter in seinen Reihen untermauert gegenüber den etwas dünnen Protestpapieren europäischer Imame darlegt wäre mir einmal eine Diskussion wert - aber nicht auf der Basis mir unterstellter Vorurteile.
Am Ende bleibe ich bei meiner Ansicht. Da ich den betreffenden Mann nicht kenne, kann ich nicht einfach behaupten: er lügt - aber ich behaupte weiterhin, dass dies der Fall sein kann. Denn die Alternative ist: er glaubt, was er sagt und hat all die vielen Fakten und Vorfälle, die Nachrichten und Diskussionen nicht mitbekommen. Wie wahrscheinlich dies ist - das mag nun jeder selbst bewerten und darauf hoffen, es vielleicht eines Tages aufklären zu können.
Was mir selbst bleibt ist der fade Geschmack dieser Diskussion und des Vorwurfes des Vorurteiles, nach der Nennung von Fakten. Ist ein Urteil auf der Basis von Fakten und Ereignissen wirklich durch ein "der war da und hat sowas nicht gesehen" als Vorurteil abzuurteilen? Ich glaube nicht und bedauere den Verlauf der kurzen Diskussion zutiefst. Ich glaube, von dem Wenigen was ich gelesen habe, dass der Blogger ein guter Mensch ist und schlicht versucht auf Gedeih und Verderb das Gute in einer Gruppe von Menschen zu sehen. Aber vielleicht ist das ein Vorurteil. Ich weiß ja fast nichts über ihn.
Mittwoch, 11. November 2015
Heute: Vorurteile
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Freitag, 6. November 2015
Zwei Gewaltwellen, zwei nötige Reaktionen, eine Heuchelei
Die Nachricht ist bei allen größeren Agenturen und Zeitungen zu finden: die Zahl der Anschläge auf Asylantenheime und Migranten hat sich verdreifacht. Das ist schlimm, das ist peinlich, das ist gefährlich und das ist auf vielen Ebenen grundfalsch.
Es ist mir unbegreiflich. Nicht, woher mancher, der so eine Tat begeht kommt. Die Angst, nein, dass Bewusststein an den Rand und beinahe in die Vergessenheit gedrängt zu werden treibt sicher den ein oder anderen an, während andere, Gewalttäter, ohnehin durch Hass und den Willen Schaden zuzufügen durch die Welt gehen. Aber wohin es treibt... Gewalt gegen Sammeleinrichtungen, gegen Gebäude in denen sich manchmal bereits Menschen befinden und letztlich gegen die Menschen selbst.
Damit will man seine Kultur und seine überlegenen Werte verteidigen? Was man damit erreicht, ist Angst und Schrecken unter solchen, die bereits traumatisiert von Krieg, Elend und Flucht sind und deren Zukunft, ihre Haltung zu uns und deren Integrationswillen noch gar nicht fest steht. Wut und Hass unter denen, die ohnehin bereits mit Anspruchs- und Überlegenheitsdenken herkommen. Und den Beweis für die eigene Schlechtigkeit, für jene die der Bevölkerung ohnehin nur das Schlechteste unterstellen und den Kritikern die Menschlichkeit absprechen.
Völlig zu Recht lösen solche Nachrichten also Empörung und Rufe nach dem Rechtsstaat aus. Jeder Kritiker täte gut daran, mit den Behörden zu kooperieren - auch wenn man sich damit nicht von den ungerechtfertigten Vorwürfen wird befreien können.
Verwundert nehme ich allerdings auch zur Kenntnis, dass die Gewalt gegen Christen und konservativ Denkenden zunimmt und hier rein gar nichts passiert - nicht mal ein Medienecho dieser Meldungen. Von den Anschlägen auf verschiedene Familien- und Lebensrechtler wurde ja bereits unter katholischen Bloggern und Agenturen viel geschrieben.
Das diese beiden Probleme dann durchaus auch noch Schnittmengen aufweisen, welche natürlich konsequent geleugnet werden, macht die Sache nochmal dringlicher.
Was hier gerade abläuft, das ist Wahnsinn. Wir haben Menschen, die wirklich Hilfe brauchen und denen wir Hilfe gewähren müssen. Wir haben aber auch solche, die auf Kosten anderer leben oder sich bereichern wollen. Wir haben Menschen, die dankbar sind und solche, die meinen es stünde ihnen zu alle Wünsche erfüllt zu bekommen. Wir haben friedliche und Integrationswillige und wir haben Herrenmenschen, die sich nehmen was sie wollen, inklusive Besitz, Gesundheit und (sexuelle) Selbstbestimmung anderer.
Und auf der anderen Seite haben wir vor Hoffnung und Güte Erblindete, wir haben Menschen mit Hass auf die eigene Kultur und dessen Menschen, wir haben panische, verängstigte Mitbürger und zu guter letzt hassende Deutsche. Derzeit ist es schwer auszumachen, wer überlegt, hilfsbereit aber selbstbewusst argumentiert und agiert.
Wenn nicht bald gehandelt wird, Aktionen zu sehen sind, den Menschen zugehört und geholfen wird - und zwar allen ohne Bevorzugung, dann ist der soziale Friede in diesem Land nicht mehr zu retten oder wiederherzustellen.
Jüngst sagte Merkel über den Balkan, dass zwar derzeit Frieden herrsche, die Spannungen vor Ort aber wieder zunähmen und sich der Friede viel schneller als man es sich vorstellen könne in Kampf verwandeln. Erstaunlich, dass sie diese Gefahr im eigenen Land nicht sieht. Immerhin ist Menschenwürde nichts, was man allein einer Seite zubilligen kann.
Es ist mir unbegreiflich. Nicht, woher mancher, der so eine Tat begeht kommt. Die Angst, nein, dass Bewusststein an den Rand und beinahe in die Vergessenheit gedrängt zu werden treibt sicher den ein oder anderen an, während andere, Gewalttäter, ohnehin durch Hass und den Willen Schaden zuzufügen durch die Welt gehen. Aber wohin es treibt... Gewalt gegen Sammeleinrichtungen, gegen Gebäude in denen sich manchmal bereits Menschen befinden und letztlich gegen die Menschen selbst.
Damit will man seine Kultur und seine überlegenen Werte verteidigen? Was man damit erreicht, ist Angst und Schrecken unter solchen, die bereits traumatisiert von Krieg, Elend und Flucht sind und deren Zukunft, ihre Haltung zu uns und deren Integrationswillen noch gar nicht fest steht. Wut und Hass unter denen, die ohnehin bereits mit Anspruchs- und Überlegenheitsdenken herkommen. Und den Beweis für die eigene Schlechtigkeit, für jene die der Bevölkerung ohnehin nur das Schlechteste unterstellen und den Kritikern die Menschlichkeit absprechen.
Völlig zu Recht lösen solche Nachrichten also Empörung und Rufe nach dem Rechtsstaat aus. Jeder Kritiker täte gut daran, mit den Behörden zu kooperieren - auch wenn man sich damit nicht von den ungerechtfertigten Vorwürfen wird befreien können.
Verwundert nehme ich allerdings auch zur Kenntnis, dass die Gewalt gegen Christen und konservativ Denkenden zunimmt und hier rein gar nichts passiert - nicht mal ein Medienecho dieser Meldungen. Von den Anschlägen auf verschiedene Familien- und Lebensrechtler wurde ja bereits unter katholischen Bloggern und Agenturen viel geschrieben.
Das diese beiden Probleme dann durchaus auch noch Schnittmengen aufweisen, welche natürlich konsequent geleugnet werden, macht die Sache nochmal dringlicher.
Was hier gerade abläuft, das ist Wahnsinn. Wir haben Menschen, die wirklich Hilfe brauchen und denen wir Hilfe gewähren müssen. Wir haben aber auch solche, die auf Kosten anderer leben oder sich bereichern wollen. Wir haben Menschen, die dankbar sind und solche, die meinen es stünde ihnen zu alle Wünsche erfüllt zu bekommen. Wir haben friedliche und Integrationswillige und wir haben Herrenmenschen, die sich nehmen was sie wollen, inklusive Besitz, Gesundheit und (sexuelle) Selbstbestimmung anderer.
Und auf der anderen Seite haben wir vor Hoffnung und Güte Erblindete, wir haben Menschen mit Hass auf die eigene Kultur und dessen Menschen, wir haben panische, verängstigte Mitbürger und zu guter letzt hassende Deutsche. Derzeit ist es schwer auszumachen, wer überlegt, hilfsbereit aber selbstbewusst argumentiert und agiert.
Wenn nicht bald gehandelt wird, Aktionen zu sehen sind, den Menschen zugehört und geholfen wird - und zwar allen ohne Bevorzugung, dann ist der soziale Friede in diesem Land nicht mehr zu retten oder wiederherzustellen.
Jüngst sagte Merkel über den Balkan, dass zwar derzeit Frieden herrsche, die Spannungen vor Ort aber wieder zunähmen und sich der Friede viel schneller als man es sich vorstellen könne in Kampf verwandeln. Erstaunlich, dass sie diese Gefahr im eigenen Land nicht sieht. Immerhin ist Menschenwürde nichts, was man allein einer Seite zubilligen kann.
Donnerstag, 5. November 2015
Ruhet in Frieden
Das letzte Bild von Darina Gromova, 10 Monate alt. Zusammen mit ihren Eltern in Sinai gestorben. Vermutlich ermordet durch eine Bombe oder eine Flugabwehrrakete. Ihr kleiner Körper wurde fast 20 Meilen vor der Absturzstelle gefunden, herausgerissen aus dem Flugzeug.
Meine Tochter ist 8 Monate alt, mein zweites Kind noch gar nicht geboren. Als ich vor wenigen Wochen das Bild eines ertrunkenen Jungen an einem türkischen Strand in allen Zeitungen und Nachrichtensendungen sah, da war ich zornig auf die Eltern, die dieses Kind in solche Gefahr brachten. Gefahr die sie kannten, Gefahr die bereits viele Leben gefordert hatte und Gefahr die vermeidbar war. Ich wurde noch wütender, als mir eine Mitschuld gegeben werden sollte, weil die EU nichts gegen diese Art von Schleusertum unternimmt.
Jetzt sitze ich nur vor dem Bildschirm, kämpfe mit den Tränen, weil eine kleine, junge Familie vermutlich, eher wahrscheinlich umgebracht worden war, als sie sich ein paar schöne Tage machte. Nicht damit rechnete, angegriffen zu werden, weil ihnen alle versicherten, sowas passiere nicht.
Und Wut, weil ihr Tod den gleichen Menschen egal ist. Weil keine Bildwelle auf die Menschen prasselt und die Verantwortung für die Bekämpfung von Terroristen, von dem Gedankengut hinter solchen Anschlägen einfordert.
Ruhe in Frieden, kleine Darina. Ich bete, dass Gott dir die Welt zeigt, auf die du im Bild so staunend blickst. Gebe der Allmächtige, dass deine Eltern sich im ewigen Leben an deinem Lachen erfreuen können.
Was sind doch Hundenichtkenner für schlechte Menschen.
Die Huffington Post hat einen Artikel veröffentlicht, der als vermeintliche Selbstreflektion, der Überprüfung eigener Positionen daherkommt. In Wirklichkeit handelt es sich um einen billigen Trick, der ein schlechtes Gewissen implizieren soll. Was sagt es über einen Menschen aus, der bei der Nennung der Bezeichnung "Afghane" an die Menschen aus Afghanistan denkt, wenn der Zusammenhang Gewalt gegen ein Mädchen ist, während ein Hund gemeint ist?
Das er Nachrichten gelesen hat. Afghanistan, so heisst das Land. Und auch, wenn die Menschen dort sich eher ihren Clans zugehörig sehen als dem Land, so bezeichnen wir sie seit über 14 Jahren, eher über 40 Jahre, als "Afghanen" - im Gegensatz zum "Afghanisten Windhund", der nur gekürzelt als "Afghane" bezeichnet wird und von vielen bspw. mit dem Barsoi verwechselt wird.
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| Afghanischer Richter und Verurteilte |
Das Menschen dieser Herkunft problematisch auf junge Mädchen reagieren können - wer den Fall Malala (ja, ich bin mir ihrer pakistanischen Herkunft bewusst, das Swat-Tal ist aber Taliban Land) oder eine der unglaublich vielen Steinigungen, Lynchmobs und Säureangriffen mitverfolgt hat, oder die Tatsache dass in Afghanistan und Pakistan Mädchen und Frauen die vergewaltigt wurden sich gezwungen sehen ihre Peiniger zu heiraten um nicht ihrerseits ermordet, hingerichtet oder lebenslang eingesperrt zu werden, der kann sich dies nicht nur vorstellen.
Andersherum: was bewirkt, dass die Autorin Hunden unterstellt ins Gesicht zu beißen? Persönlich habe ich seit 30 Jahren Erfahrung mit Hunden und selbst meist zwei Hunde besessen - wie auch momentan. Zwei Vorfälle habe ich in der Zeit erlebt - ein verletzter Hund biß ein Mädchen in den Arm, als diese ihn an der Wunde berührte und als ich ein kleiner Junge war biß ein Wachhund an der Leine in meine Jacke, die ich um meinen Unterarm geschlungen hatte, als ich dicht an ihm vorbeiging.
Dagegen biß meine kleine Cousine den Cocker Spaniel unserer Großeltern, ein geistig Verwirrter biß meinen Schwager in die Hand und meine kleine Tochter liebt es, sich überall festzubeißen, seitdem sie die kleinen Vorderzähnchen hat.
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| Afghanischer Windhund |
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| Barsoi |
Was soll der Artikel also beweisen? Mir beweist er, dass hier bewusst Nachrichten der letzten zwei Jahrzehnte aus Afghanistan aber auch aus Deutschland ausgeblendet wurden, um mit Spiegelfechterei den Kritikern der Völkerwanderung Bösartigkeit zu unterstellen. Und das auf Basis der mangelnden Kenntnisse über Hunderassen, welche den meisten Deutschen zueigen ist. Ich wette, die Autorin würde keinen Blumentopf gewinnen, würde sie ein Quiz über Hundesrassen spielen - aber in ihrem Artikel empört sie sich über andere mit dieser Wissenslücke.
Das ist erbärmlich und verlogen. Gute Absichten rechtfertigen nicht jedes Mittel.
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| Diesen Frauen hilft nur Ehrlichkeit und die Bekämpfung der Probleme |
Mittwoch, 4. November 2015
Zusammenhang den niemand sieht
Es ist erstaunlich, wie oft ich mich dabei ertappe, offensichtliches nicht zu erkennen. So musste erstmal Frau Lengsfeld auf ein mir bereits bekanntes Theaterstück und die gerade passierten Brandanschläge verweisen, um meine Scheuklappen zu öffnen.
Wo sind denn die "Pack" Rufenden, die "Verantwortlichkeit" brüllenden Minister und Journalisten?
Zeit wäre es - oder ist Spaltung das Ziel? Falls ja, es funktioniert bestens. Jedenfalls wenn das Feuer es erleuchtet.
Wo sind denn die "Pack" Rufenden, die "Verantwortlichkeit" brüllenden Minister und Journalisten?
Zeit wäre es - oder ist Spaltung das Ziel? Falls ja, es funktioniert bestens. Jedenfalls wenn das Feuer es erleuchtet.
Die nächste Posse - linksradikale Gewalt gegen Christen für Presse irrelevant UPDATE
In Fortsetzung zur Bewertung unserer aktuellen Medien- und Politikwelt sind nun die katholischen Blogger, oder besser ein katholischer Blogger im Besonderen, betroffen.
Josef Bordat wurde bedroht, weil er einen Brandanschlag (eigentlich zwei) auf ein Fahrzeug einer christlich geprägten Bewegung durch Linksradikale verurteilte. Er hat nun seine Tätigkeit im Netz erstmal eingestellt, um seine Familie und die Mitbewohner in seinem Haus nicht zu gefährden.
An der Stelle fühle ich mich aufgefordert, meinen Dank und Respekt zum Ausdruck zu bringen. Seine Kritik war mehr als berechtigt und nötig und seine Entscheidung, erstmal Deckung zu nehmen ist mehr als verständlich. Lebten wir in einer Welt, in der sich nun die gleichen Personen empört erheben und vehement nach den Verantwortlichen suchen würden, wie in den Fällen der Brandanschläge von anderer Seite, dann wäre dieser Schritt wohl nicht nötig.
Und, angesichts meiner geringen Leserzahl bislang zwar eher unnötig, dies ist der Grund, warum ich nicht mit Klarnamen und Anschrift aktiv bin. Historische Vergleiche sind ja immer so eine Sache - aber die Verhältnisse in der Weimarer Republik, Spanien in den frühen 30ern oder den Zeiten des sozialistischen Umbruchs in Russland haben gezeigt wie schnell es für Kritiker, zumal katholische Kritiker ernst werden kann. Unser Staat und seine Medien machen keine Anstalten gegen diese Pogromstimmung vorzugehen, eher im Gegenteil. Dabei würde bereits die Empörung reichen, die sie dem Wort "Pogromstimmung" entgegen gebracht haben...
Sei es drum, Herr Bordat, vielen Dank für Ihren Einsatz und Mut und ich wünsche Ihnen sichere Zeiten. Auf das wir bald wieder ihre Texte lesen dürfen.
UPDATE: Herr Bordat wurde nun auch noch erpresst. Mit bewundernswertem Mut hat er daraufhin beschlossen, seine vorherige Vorsicht ziehen zu lassen und wieder aktiv zu werden. Dafür meine ganze Bewunderung.
Josef Bordat wurde bedroht, weil er einen Brandanschlag (eigentlich zwei) auf ein Fahrzeug einer christlich geprägten Bewegung durch Linksradikale verurteilte. Er hat nun seine Tätigkeit im Netz erstmal eingestellt, um seine Familie und die Mitbewohner in seinem Haus nicht zu gefährden.
An der Stelle fühle ich mich aufgefordert, meinen Dank und Respekt zum Ausdruck zu bringen. Seine Kritik war mehr als berechtigt und nötig und seine Entscheidung, erstmal Deckung zu nehmen ist mehr als verständlich. Lebten wir in einer Welt, in der sich nun die gleichen Personen empört erheben und vehement nach den Verantwortlichen suchen würden, wie in den Fällen der Brandanschläge von anderer Seite, dann wäre dieser Schritt wohl nicht nötig.
Und, angesichts meiner geringen Leserzahl bislang zwar eher unnötig, dies ist der Grund, warum ich nicht mit Klarnamen und Anschrift aktiv bin. Historische Vergleiche sind ja immer so eine Sache - aber die Verhältnisse in der Weimarer Republik, Spanien in den frühen 30ern oder den Zeiten des sozialistischen Umbruchs in Russland haben gezeigt wie schnell es für Kritiker, zumal katholische Kritiker ernst werden kann. Unser Staat und seine Medien machen keine Anstalten gegen diese Pogromstimmung vorzugehen, eher im Gegenteil. Dabei würde bereits die Empörung reichen, die sie dem Wort "Pogromstimmung" entgegen gebracht haben...
Sei es drum, Herr Bordat, vielen Dank für Ihren Einsatz und Mut und ich wünsche Ihnen sichere Zeiten. Auf das wir bald wieder ihre Texte lesen dürfen.
UPDATE: Herr Bordat wurde nun auch noch erpresst. Mit bewundernswertem Mut hat er daraufhin beschlossen, seine vorherige Vorsicht ziehen zu lassen und wieder aktiv zu werden. Dafür meine ganze Bewunderung.
Sonntag, 1. November 2015
Propaganda oder einfach Unfähigkeit?
Als würde sich beeilt, meinen gestrigen Beitrag zu belegen, erschien heute in der FAZ ein Artikel unter dem Titel "Venus wieder da", welcher einsetzt mit:
Darunter ist das Bild der Szene zu sehen. Also hier kurz zum Vergleich:
Der Text stellt diese beiden Bilder gegenüber, den hinkenden Vergleich mit den privaten Gedanken der Autorin stützend. Die Tatsache, dass Venus nackt, die Syrerin in die Folie gehüllt ist wird sogar besprochen - auf der Basis besagter Gedanken, einer sehr individuellen Vorstellung, welche die Venus vor dem Auge der Autorin in goldenem Umhang wiedergab. Nun ist dies aber nicht nur nicht der Fall und auch nicht herbeiwünschbar, sondern die beiden Frauen sind in keiner Form vergleichbar - und jeder mit einem Kunstbuch über Botticelli oder eben dieses Bild weiß das auch. Die Venus mag zwar auf den ersten Blick schamhaft wirken - wer genau hinsieht merkt aber, dass dies nur ein beiläufiger Eindruck ist. Das ihr gereichte Tuch scheint sie gar nicht wahrzunehmen, und danach zu greifen liegt ihr völlig fern. Die "Hand vor der Scham", wie es die FAZ-Schreiberin vorgibt, liegt in Wirklichkeit locker auf dem Oberschenkel, nur lose das wallende Haar darüber legend. Direkt blickt sie den Betrachter an, nicht verschämt, verschüchtert oder entsetzt sondern selbstbewusst. Die Brüste werden nicht krampfhaft vor dem Betrachter bedeckt sondern lediglich halbherzig und somit auch nur auf einer Seite mit einem Arm bedeckt. Wie zum trotz bleibt die andere aber frei und dem Auge des Betrachters zugänglich.
Die Syrerin trägt dagegen nicht nur den Umgang, sondern verwehrt sich, islamischer Tradition folgend, dem besagten Auge durch ein Kopftuch. Mehr trennende Symbolik, mehr Kleidung (oder dessen Mangel) um den Unterschied zu betonen geht kaum - außer einer Burka. Ihr "scheuer Blick zu Boden" erscheint angesichts des Bildausschnittes möglich - wahrscheinlicher ist aber, dass nasser Fels der im Hintergrund erkennbaren Küste und Entkräftung die Frau zwingen, auf eine Stütze und Umsicht beim Setzen der Füße zu achten.
Es ist mal wieder eine Projektion und ein Versuch etwas "schön" zu reden. Es ist, was es ist. Ein Paar, welches eine gefährliche Seereise auf sich nahm, um in einer völlig fremden Kultur ein neues, vermeintlich besseres Leben zu beginnen. So wie dieses Paar sich ein vermutlich nicht allzu realistisches Bild von Europa gemacht hat, so phantasiert sich die Autorin einen Vergleich mit einem der Urbilder Europas zusammen. Das aber hilft niemandem und trägt allerhöchstens zur Verklärung bei.
Passend zum vorhergehenden Beitrag übrigens auch ein Artikel in der Jungen Freiheit zur Manipulation der ARD unter dem Titel "Das Vertrauen schwindet". Und auch die Welt brachte die Meldung, dass jeder fünfte der Presse nicht mehr vertraut, bzw. sie als Lügenpresse tituliert. Ich habe den Verdacht, es sind mehr.
Eine Frau steigt aus dem Meer, in ein goldenes Gewand gehüllt. Die
„Venus“ von Botticelli? Nein, es ist eine junge Syrerin auf der Flucht.
Darunter ist das Bild der Szene zu sehen. Also hier kurz zum Vergleich:
![]() |
| Gerettete Syrerin in Rettungsfolie |
![]() | ||
| Botticellis Venus |
Der Text stellt diese beiden Bilder gegenüber, den hinkenden Vergleich mit den privaten Gedanken der Autorin stützend. Die Tatsache, dass Venus nackt, die Syrerin in die Folie gehüllt ist wird sogar besprochen - auf der Basis besagter Gedanken, einer sehr individuellen Vorstellung, welche die Venus vor dem Auge der Autorin in goldenem Umhang wiedergab. Nun ist dies aber nicht nur nicht der Fall und auch nicht herbeiwünschbar, sondern die beiden Frauen sind in keiner Form vergleichbar - und jeder mit einem Kunstbuch über Botticelli oder eben dieses Bild weiß das auch. Die Venus mag zwar auf den ersten Blick schamhaft wirken - wer genau hinsieht merkt aber, dass dies nur ein beiläufiger Eindruck ist. Das ihr gereichte Tuch scheint sie gar nicht wahrzunehmen, und danach zu greifen liegt ihr völlig fern. Die "Hand vor der Scham", wie es die FAZ-Schreiberin vorgibt, liegt in Wirklichkeit locker auf dem Oberschenkel, nur lose das wallende Haar darüber legend. Direkt blickt sie den Betrachter an, nicht verschämt, verschüchtert oder entsetzt sondern selbstbewusst. Die Brüste werden nicht krampfhaft vor dem Betrachter bedeckt sondern lediglich halbherzig und somit auch nur auf einer Seite mit einem Arm bedeckt. Wie zum trotz bleibt die andere aber frei und dem Auge des Betrachters zugänglich.
Die Syrerin trägt dagegen nicht nur den Umgang, sondern verwehrt sich, islamischer Tradition folgend, dem besagten Auge durch ein Kopftuch. Mehr trennende Symbolik, mehr Kleidung (oder dessen Mangel) um den Unterschied zu betonen geht kaum - außer einer Burka. Ihr "scheuer Blick zu Boden" erscheint angesichts des Bildausschnittes möglich - wahrscheinlicher ist aber, dass nasser Fels der im Hintergrund erkennbaren Küste und Entkräftung die Frau zwingen, auf eine Stütze und Umsicht beim Setzen der Füße zu achten.
Es ist mal wieder eine Projektion und ein Versuch etwas "schön" zu reden. Es ist, was es ist. Ein Paar, welches eine gefährliche Seereise auf sich nahm, um in einer völlig fremden Kultur ein neues, vermeintlich besseres Leben zu beginnen. So wie dieses Paar sich ein vermutlich nicht allzu realistisches Bild von Europa gemacht hat, so phantasiert sich die Autorin einen Vergleich mit einem der Urbilder Europas zusammen. Das aber hilft niemandem und trägt allerhöchstens zur Verklärung bei.
Passend zum vorhergehenden Beitrag übrigens auch ein Artikel in der Jungen Freiheit zur Manipulation der ARD unter dem Titel "Das Vertrauen schwindet". Und auch die Welt brachte die Meldung, dass jeder fünfte der Presse nicht mehr vertraut, bzw. sie als Lügenpresse tituliert. Ich habe den Verdacht, es sind mehr.
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