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Freitag, 15. Juli 2016

Wieder und wieder und wieder - kranker Terror, kranke Gesellschaft

Natürlich ist es wieder passiert. Wer wirklich davon überrascht ist, der muss so naiv sein zu glauben, dass sich mit unserer bisherigen Verhaltens- und Vorgehensweise irgendetwas ändern oder auf Dauer verhindern lässt.
Und wieder hat es Frankreich getroffen. Diesmal fällt es sogar unseren Medien auf. Wenn auch die FAZ scheinbar mit einem Gedächtnis in der Größe eines Reiskornes gesegnet ist und die Liste erst 2015 beginnt.
Die Tat macht mich betroffen, ängstlich, wütend, mitleidig. Und es ist diese ständige Wiederholung, die mich zermürbt - so unbedeutend dies angesichts des Leides in Nizza und bei den Familien ist.

1. Heuchelei
Mitleid ist ein Wort, dass sich schnell in den Mund oder auf die Finger nehmen lässt. Ich glaube den Journalisten und Politikern nicht und auch den meisten Organisationen und Einzelpersonen nicht. Selbst jene, die vielleicht Mitleid bekommen, wenn sie das Leid anderer erleben, bleiben in Wirklichkeit eher unberührt von dem, was nun in den Medien so detailliert und doch so distanziert berichtet wird.
Alle jene würde ich gerne zwingen, sich das Video anzusehen, welches die Opfer unmittelbar nach der Tat zeigt. Eine Strasse voller Toter und Verletzter. Diese Worte sind bildlich, geben aber nicht wieder, was man zu sehen bekommt, was die Menschen erlebten und eben durchlitten.
Es ist nicht wie in den Filmen. Da liegen nicht einfach Menschen und sind still, atmen nicht mehr und das ist es. Da liegen Menschen, ihre Gliedmaßen sind zerfetzt und liegen in blutigen Klumpen um die ehemaligen Besitzer. Da zucken, stöhnen, schreien Sterbene und Verletzte. Leises Weinen, als wollten diejenigen, die da Tränen vergießen niemand stören, bis man registiert, dass es Verletzte, vielleicht eben auch gerade Sterbende sind. Kleine Kinder sind im Hintergrund in Agonie, Panik und Verzweiflung zu hören. Sie schreien und weinen ebenfalls und man hofft und betet, dass sie nicht zu den Opfern zählen.
Dieses Video MACHT betroffen, selbst wenn man sich eine Distanz angewöhnt hat. Es sich anzusehen, bevor man eines der üblichen Kondolenzschreiben aufsetzt oder eine Betroffenheitsrede schwingt, in denen von "Bedauern" und "Opfern" die Rede ist, nur um direkt anzuhängen, dass man "nicht überreagieren" solle oder trotzdem "differenzieren" müsse.
Hier ein Link zu einem Video. Wer sich oben durchgelesen hat, weiß jetzt wohl, ob er es sich ansehen will und kann oder nicht. Link zum Video - clicken auf eigene Verantwortung.


Andere Videos zeigen, wie die Menschenmenge erst kurz von einem Unfall ausgeht - um dann das sich schnell wiederholende Geräusch auftreffender Körper richtig einzuordnen und in Panik zu verfallen.

 2. Ignoranz und Ablenkung
Statt sich nun aber allen Vorgängen der letzten Jahre zu stellen und rational zusammen zu zählen, wird wieder spekuliert oder ignoriert. So kommt die FAZ, nachdem sie darauf verwies, dass Kritiker die Sicherheitsvorkehrungen Frankreichs für zu lasch hielten, zum Schluss, dass es die hohe Zahl an Radikalen ist, die aus dem Irak-Syrienkonflikt zurückgekommen sind.
Das diese "Rückkehrer" überhaupt erst aus Frankreich aufgebrochen sind ist scheinbar nicht so problematisch, ebensowenig wie die hohe Zahl an Funden während der massiven Durchsuchungen in der Folge des Anschlages vom November. Die Zahlen, die da kursieren sind erschreckend hoch und machen dem Begriff "Minderheit" keine große Ehre.

Die Sicherheitsvorkehrungen zu kritisieren ist legitim - aber geht am Kern des Problems vorbei und will nur so wirken, als ginge es um die Sicherheit der Menschen. Frankreich unternimmt deutlich mehr als jedes andere europäische Land im Kampf gegen den Terror und im Versuch den Islamismus in seinen Grenzen zu stoppen. (Ich erinnere bspw. an die peinliche Nachahmung eines Videos aus den USA, welches England als "Vorbereitung" verkaufte.) Der Ausnahmezustand wurde verhängt, das Militär ist im inneren im Einsatz, die Polizei hat mehrere Sonderkomissionen und Abteilungen und schiebt einen riesigen Berg an Überstunden und Sonderleistungen. Gleichzeitig schrumpft auch ihr Personal.
Sowohl das Militär als auch die Polizei haben Verluste im Kampf gegen Terror zu beklagen. Mohammed Merah tötete 2012 mehrere Soldaten und während des Angriffes auf Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt wurden Beamte getötet, verletzt und beschossen.
Die Kommunikation mag fehlerhaft sein - aber angesichts der starken Einschränkungen, welche gesellschaftliche und juristische Richtlinien den Behörden vorgeben ist die Kritik angesichts der immer wieder aktiv werdenden Terroristen auf den Überwachungslisten lächerlich. Kein Staat mit diesen Einschränkungen kann auf Dauer tausende Verdächtiger rund um die Uhr im Auge behalten. Stichproben und, so man sie mitbekommt, ein genauerer Blick bei Auffälligkeiten - mehr kann ein solcher Staat nicht unternehmen. Alles andere überfordert seine Kräfte und überschreitet die Kompetenzen. Man erinnere sich an die hierzulande geführten Diskussionen um die Dauerüberwachung von Kinderschändern und Vergewaltigern, welche vorzeitig entlassen werden oder die Datenschutzdebatten. Das Burka-Verbot, essentiell zur Personenerkennung und Vermeidung unterkannter Transporte und Schleusungen, ist bei uns schwer in der Kritik und wird in Frankreich nur an wenigen Orten de facto durchgesetzt. Es fehlen sowohl Mittel als auch gesellschaftlicher Rückhalt und Wille.

Und wenn dann die Haltung von Politik, Medien und Gesellschaft auch noch aus Verleugnung und Schönrederei besteht, dann ist jede Prävention undenkbar.
So schreibt die FAZ nicht nur "was wir bisher wissen" sondern auch gleich noch "was wir nicht wissen". Es ist für mich immer etwas besonderes, wenn mir Nachrichten erklären, was ich nicht weiß, wissen kann oder darf.
Und natürlich steht dort im Absatz des Unwissens nichts über die Bezugsquellen seiner Anscheinswaffen, warum er sich keine Echten besorgte (was in Nizza nach allem was man so hört sehr einfach ist)  oder über seine Kontakte.
Was dort steht:
Bisher ist nichts über das Motiv für die Tat bekannt. Präsident Hollande sagte, das ganze Land sei vom islamistischen Terror bedroht. Ob der Täter einen islamistischen Hintergrund hat, ist aber unklar. Der Mann sei nur durch allgemeine Vergehen zuvor kriminell auffällig gewesen, heißt es in französischen Medien unter Berufung auf Ermittler. Der Mann sei den Geheimdiensten nicht als politisch und islamistisch radikalisiert bekannt gewesen, hieß es weiter. 
3. Verleugnung und Schuldzuweisung
Wie auch bei den vergleichbaren Vorfällen der letzten Jahre (ja, dass Personen mit islamischen Migrationshintergrund in Menschenmengen gefahren sind, kam in den letzten Jahren mehrfach vor, vor allem im Rahmen von Weihnachtsmärkten) wird erstmal in Frage gestellt, ob es einen islamisch-religiösen Hintergrund gibt. Selbst wenn die Täter von mehreren Zeugen laut den bekannten Schlachtruf schreien gehört werden, wurden sie bislang am Ende als "Geisteskrank" bezeichnet.
Es ist wohl die Wahl des Mordwerkzeuges, die unsere Politiker und Medienschaffenden dazu bewegt, hier anders zu urteilen, als bei Akten mit Schusswaffen und Sprengstoff.
Angesichts der erfolgreich geschürten Angst vor Schusswaffen wäre eine Panik angesichts von Millionen von Fahrzeugen die spielend leicht in die Hände zu bekommen sind nicht völlig auszuschließen.
Und 84 Tote, 50 Schwerverletzte, dutzende weiterer Verletzte - das ist ein überaus erfolgreicher Anschlag, der sich angesichts des massiven Aufgebotes im November als Fanal herausstellen könnte. Bislang tröstete man sich damit, dass automatische Waffen und Sprengstoff angeblich nicht so leicht zu bekommen wären, was nicht nur falsch ist sondern sich auch als unnötig entpuppt.
Die Terroristen mussten damit umgehen, trainiert sein. Ein Plan musste erarbeitet werden.
Das dies alles nicht so ist, wurde nun bewiesen.
Jedenfalls, wenn die Menschen darüber nachdenken. Sich ein Fahrzeug zu besorgen und in eine Menge zu rasen, jedes Kind kann das. Ganz spontan.
Die EU wird vermutlich in Kürze das europäische Waffenrecht verschärfen. Die Novelle wurde nach den Anschlägen vom November forciert (sie war bereits in Vorbereitung) und trifft ausschließlich gesetzestreue Bürger. Sammler, Jäger und Sportschützen. Nicht ein Terrorist wird davon beinträchtigt werden, nicht eine der benutzten Waffen wäre so von der Nutzung während der Teilnahme betroffen - sie waren bereits illegal. Aber man kann damit die Waffen und nicht die Menschen oder ihre Religion zur Verantwortung ziehen und zeigen, dass man etwas unternimmt.
Selbst die zuständigen Kammern der EU haben die Novelle als unsinnig und irreführend abgelehnt - aber die Vertreter der Linken, die Sozialisten und Grünen Parteien aus Frankreich, England, Italien und den Niederlanden haben es trotzdem durchgesetzt, dass die Überarbeitung fast durch ist.
Aktionismus und Ablenkung. Beruhigungsmittel und ein Wollknäuel für die Bevölkerung. Und diese schluckt die Pille und spielt mit.
In Nizza war es ein LKW und es war angeblich ein mutiger Mann, der versuchte den LKW zu stoppen, der schließlich den Terroristen Mohamed Lahouaiej Bouhlel zum anhalten bewegte und der Polizei den Zugriff durch massierten Beschuss ermöglichte.
 
Statt also zu fragen: was können wir tun, damit nicht bald wieder unschuldige Menschen ihr Leben verlieren, ihre Angehörigen, ihre Gesundheit, debattieren wir lieber wieder darüber, womit dies ja alles auf keinen Fall etwas zu tun hat und das man auch nicht verallgemeinern dürfe.
Wir haben Angst davor, die Rechte einer bestimmten Minderheit einzuschränken.Wir haben Angst vor einer Eskalation nach dem ersten Schritt, was sein könnte und was vielleicht so werden würde, wie es bereits einmal verlief. Und dafür nehmen wir hin, dass die Zustände rapide schlechter werden und Mittlerweile Jahr für Jahr Europäer ihr Leben oder ihre Nächsten verlieren. Wir nehmen nicht nur hin, dass es "no go areas" in unseren Städten gibt, wir demenetieren trotz Verletzten und Videoaufnahmen diese Tatsache. Wir nehmen hin, dass die verletzten Gefühle einer Minderheit unsere Meinungs- und Kunstfreiheit einschränken. Wir nehmen hin, dass im Namen der Toleranz gerade für diese Minderheit Radikale einer anderen Richtung freie Fahrt bekommen, selbst das Gesetz und die Gewalt in die Hand zu nehmen.
Wir nehmen hin, dass wir Milliarden aufwenden müssen, um die Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen zu gewährleisten. Wir nehmen übergriffe auf andere Minderheiten hin und machen dabei lieber unsere hauseigenen Radikalen dafür verantwortlich.
Vor allem aber nehmen wir die Opfer hin. Wir nehmen hin, dass Menschen aus unserer Mitte herausgerissen werden. Wir sehen zu, wie sie versklavt werden, wenn man sie zu einer Ehe zwingt, die sie nicht wollen in der sie einem Mann hörig sein müssen, den sie nicht kennen und der sie nicht liebt. Wir nehmen hin, dass Zugreisende auf herrenlose Gepäckstücke und merkwürdige Geräusche aus der Zugtoilette achten müssen, um nicht zerfestzt, erschossen oder erstochen zu werden.
Das Besucher eines jüdischen Museums unbeweint erschossen werden können.
Das Das Rockkenzerte Todesfallen unserer demilitarisierten Gesellschaft werden.
Wir lesen, dass über 50 Kinder von einem LKW überfahren wurden, wir lesen, dass zwei kleine Kinder während der OP gestorben sind. Wir bekamen ein Video zu sehen, in welchem ein 8jähriges kleines Mädchen, welches gerade den Tod seiner beiden Brüder und des Vaters miterleben musste von ihrem Peiniger, Mohammed Merah, gequält und terrorisiert wird, bevor er ihr aus nächster Nähe in den Kopf schießt und diese Tat als großes Werk preist - weil sie Jüdin war.
Wir nehmen hin, dass sich ein junger Mann nur durch Videos aufgerufen fühlt, eine Pistole zu greifen, in den Bus von US Militärs zu steigen und diese zu erschießen.
Wir nehmen hin, dass Menschen unter qualen der Kopf abgeschnitten wird und behaupten entschuldigend, dies sei "Köpfen wie im Mittelalter".

Es gibt diesen berühmten Absatz. "Als sie die Kommunisten abholten, habe ich geschwiegen, denn ich war kein Kommunist. Als sie die Juden abholten, habe ich geschwiegen, denn ich war kein Jude."
Der Absatz endet mit dem Verweis, dass keiner mehr da war, als der Erzähler selbst abgeholt wurde.
Seit jene Weisheit verfasst wurde, sind wir einen Schritt weiter. Menschen glauben, "nicht zu schweigen", wenn sie jede Kritik am Islam, jedes kritische oder auch harsche Wort in Richtung der Muslime mit scharfem Aktionismus ablehnen.
Dabei schweigen sie dabei nur zu dem, was Menschenleben kostet. Bis es irgendwann sie selbst trifft. Und manchmal selbst dann.
Das macht mich krank.


Wir müssen einen Weg finden, uns zu schützen. Und das geht nur, wenn wir offen und ehrlich diskutieren. Wenn wir unser Utopiedenken als solches erkennen und einordnen. Das dabei Grenzen erhalten bleiben, steht ebenso außer Frage. Sicherheit und Freiheit stehen sich öfter unversöhnlich gegenüber. Aber Sicherheit UND Freiheit zu opfern, das ist so unglaublich, dass es sich selbst Orwell nicht ausdenken hätte können.

Freitag, 29. Januar 2016

Neues zur Vergewaltigung einer Russland-Deutschen und eine Handgrate von Rechts (wegen)

Die 13jährige Elena, welche zuerst angab von einer Gruppe Ausländer entführt und vergewaltigt worden zu sein und in deren Nicht-Vergewaltigung die Staatsanwaltschaft zuletzt gegen zwei junge türkischstämmige Männer ermittelte, soll nun vollumfänglich ausgesagt haben. Die Nacht ihres Verschwindes habe sie bei einem 19jährigen Bekannten verbracht.

Aber die Staatsanwaltschaft bleibt bei den Ermittlungen gegen die zwei jungen Männer.
Für Polizei, Politik und Medien steht nach wie vor fest: hier handelt es sich nicht um das besagte Verbrechen oder Vertuschung.
Als sei die Sache mit dem Sex für eine 13jährige völlig normal und lediglich schlechte Noten schuld an auffälligem Verhalten wie dem Verstecken und einer dicken "Lüge".

Entschuldigung liebe Leute, aber da stinkt etwas zum Himmel. Und wer jetzt, nach zwei Wochen so ein Szenario präsentiert, dabei von abgeschlossenen Ermittlungen spricht und die Arbeit lobt, der hat das Wichtigste am Geschehen nicht mitbekommen...
Und wo, potzblitz, sind die Feministinnen?


Die zweite Meldung dieser Tage: eine "scharfe Handgranate" wurde auf ... ja auf was eigentlich geworfen. Die Radiomeldungen, welche ich vernehmen musste, sprachen alle von einem Anschlag auf das Asylbewerberheim - die FAZ berichtet davon, dass eine Granate in Richtung des Containers des Wachpersonals geworfen worden war. Auffällig auch:
Soko-Chef Rolf Straub äußerte sich zurückhaltend zum Stand der Ermittlungen. Es werde geprüft, ob es sich um eine fremdenfeindliche Tat handele. Aber auch andere Möglichkeiten würden in Betracht gezogen. Befragungen in der Nachbarschaft hätten einige Hinweise erbracht, aber sie seien zu unkonkret, „um auf bestimmte Personen zuzugehen“.
 Als in Bonn am Bahnhof eine Bombe gefunden wurde, Zeugen von einem dunkelhäutigen Mann berichtete und ein Video langbärtige Täter zeigten, da hielt es die Polizei angebracht dem General-Anzeiger zu sagen, man ermittle auch weiterhin auch in die rechte Richtung.
Angesichts von so viel "Ergebnisoffenheit" kann es sich hier natürlich um lediglich neutrale Ermittlungswilligkeit handeln - und ich mag mittlerweile Paranoid geworden sein, aber auch hier passt wieder genug nicht ins vermittelte Bild, auf das vor allem unser Unjustizminister Maas wieder maßlos aufspringt.
Diese Ausmaß der Gewalt ist einfach erschreckend. Die Täter dürfen nicht ungestraft davon kommen
Folgendes finde ich merkwürdig
1.  ob die Granate, die mit Sprengstoff gefüllt war, überhaupt einen Zünder hatte (notwendiges Bauteil um den Sprengstoff zur Explosion zu bringen), ist noch ein Rätsel...
2. die Granate wurde in Richtung des Wachpersonals geworfen, die meisten Medien und Politiker berichten über einen Angriff auf das Asylbewerberheim
3. Zeugenbeschreibungen, aber "nichts Konkretes"
4. eine yugoslawische Granate, verboten nach Kriegswaffenkontrollgesetz und Sprengstoffgesetz

Ich schließe nicht aus, dass Fremdenfeinde (oder sogar Rassisten) wirklich versuchten mit einer illegal beschafften Granate einen Anschlag zu verüben. Das ist angesichts unserer Rechtsradikalen im Lande absolut möglich und durch nichts zu beschönigen.
Bis aber das bewiesen ist, bin ich skeptisch. Denn Gewalt und Bewaffnung sind nicht nur bei einer Seite denkbar und wurden in letzter Zeit eher bei einer der anderen beteiligten Gruppen blutig nachgewiesen. Rechte, die sich so viel Mühe machten und bestimmt Geld ausgaben, um solch ein Mordwerkzeug in die Hände zu bekommen, und die dann nicht "ihr Ziel" angreifen, sondern die Wachleute, obwohl sie offensichtlich die Chance gehabt hätten, das Sprengmittel gezielt in die überfüllte Unterkunft zu werfen - das klingt für mich entweder nicht kohärent oder extrem idiotisch (was ja sein kann).
Ich harre der Ermittlungsergebnisse - ebenso wie im Fall der Schüsse vor mehreren Wochen.


Sonntag, 24. Januar 2016

SPD Mitglieder und 34% "Tolerante"


34% der für eine Umfrage interviewten Personen sagten, sie fänden die Verweigerung der Teilnahme an Gesprächsrunden, an denen Vertreter der AfD eingeladen seien richtig. Die Rheinland-Pfalz-SPD hat Malu Dreyer für ihr Verhalten Standing Ovations gegönnt, Nils Schmid setzte unter tosendem Beifall in Baden-Würtemberg noch einen drauf und beschimpfte die AfD und ihre Anhänger, die NRW Ministerpräsidentin Kraft verweigert nun ebenfalls ihre Teilnahme an Gesprächen.

Erst mein letzter Kommentar dazu beschäftigte sich u.a. mit der Frage, wie eine Gesellschaft, die sich selbst als tolerant, inkludierend, offen, gewaltfrei, demokratisch, freiheitlich und selbstbestimmt sieht, solch eine Haltung an die Macht kommen lassen kann.
Es geht um die "Rechtsradikalität" und den "Rassismus" in der AfD, welchem nach Dreyer "die meisten dieser Menschen" verfallen seien.

Den Kurs, welchen die SPD, ihre Mitglieder als auch die besagten 34% Befragten bereit sind einzuschlagen, kennen wir alle nur zu gut.
Gleichbehandlungs- und stellungsgesetze sowie solche Regeln, das Parteiengesetz und die generelle Regelung unserer parlamentarischen, förderalen Demokratie werden missachtet - weil "diese Menschen" (um es mal pauschalisierend zu spiegeln), SPD, Grüne und ihre Zustimmer, glauben zu wissen, wen man mit einbeziehen muss (also Flüchtlinge, Migranten, aber auch Kriminelle und potentielle wie erkannte islamische und linksradikale Terroristen  ) und wem man seine Grund- und politischen Rechte sowie die Würde aberkennen darf und soll (also alle Andersdenkenden, Christen, Konservative, Rechte, Rechtsradikale und -extremisten sowie rechte Terroristen, außerdem alle Migranten aus benachbarten oder westlichen Ländern, aus Israel, den Toten vor 1950 und allen nichtlinken Toten danach).

Wo die AfD in großen Reden von Ministern und Offiziellen in Verantwortung genommen wird für rechtsradikale Anschläge auf Asylheime, während NGOs und AntiFa der Polizei widersprechende aber von der Öffentlichkeit akzeptierte "Opferlisten" und Definitionen vorlegen, da schweigen die gleichen Kreise zu Ungerechtigkeiten, Verbrechen und Angriffen auf eben diese AfD und ihre Mitglieder.
Die zu 90% zerstörte Wahlwerbung in Hamburg (oder war es Bremen? ich verliere bereits den Überblick), die Angriffe auf bekannte Parteimitglieder auf der Wahlbühne, im Zug und im Restaurant oder sogar im eigenen Zuhause, die blockierten und angegriffenen Gaststätten und Hotels in denen die AfD Tagungen und Wahlveranstaltungen organisiert hatte, der Angriff auf Mitarbeiter und Wahlhelfer oder sogar 95jährige Zuhörer, die nunmehr in einem Tötungsversuch mit einer Schusswaffe kulminierten (Betroffener ist dabei ein unparteiischer Angestellter einer Werbefirma und nicht etwa ein Mitglied oder Wähler der AfD, wie die meisten Überschriften derzeit vermuten lassen) u.v.m. sind Folge der ungebremsten, ja von Ministerpräsidenten, Parteien und Medien geförderten Kriminalisierung der AfD.
Wenn in Berlin ein Theaterstück unter dem Titel Fear dazu aufruft, konservativen und / oder katholischen Frauen eine Kugel in den Kopf zu jagen, und tags darauf bei zweien der Gezeigten handfeste und gefährliche Angriffe zu vermelden sind, Schüsse abgegeben werden und nicht, wie bei den Schüssen auf ein Heim vor Wochen, sofort ALLSEITS die furchtbare kriminelle Energie und die absolute Unmöglichkeit der Tat anerkannt wird, dann ist dies ein Signal dafür, dass die Eskalationsspirale nunmehr unaufhaltsam ist.
Wir hatten dies in der noch immer relativ jungen deutschen Demokratie bereits. Die Grabenkämpfe in der Weimarer Republik haben nicht wenige Leben gekostet und mit zu ihrem Ende beigetragen. Ich hätte mir, gerade bei der vielfachen Nennung ihres Namens und Schicksals gewünscht, dass unsere Politiker, zumindest aber die zuständigen Gremieninhaber diese Lektion immer vor Augen hätten.

Wenn jetzt nicht sofort drastisch umgelenkt wird, von den verantwortlichen Politikern nicht sofort angemessene Zeichen der Solidarität, Demokratie und Gewaltlosigkeit gesetzt werden, dann stehen wir bald wieder vor der Wahl, ob Stahlhelme oder Spartakisten unser Leben aufs Spiel setzen sollen.




Vielleicht etwas ab vom Thema, aber weil ich heute zufällig mehrfach über ihn stolperte, fiel mir einen Satz ein, den Kardinal Richelieu schrieb:
Autorität zwingt, aber die Vernunft überzeugt zum Gehorsam.
Machen wir uns nichts vor, unsere politische Kaste ist nicht weniger Herrscher, nicht weniger egozentrisch und eingebildet als die schlimmsten Könige und Kaiser der Vergangenheit. Ihr Ziel ist schon lange weder Frieden, Einigkeit noch Wohlstand für diejenigen, die sie wählen, sondern die Erfüllung ihrer individuellen Vorstellungen und Wünsche. Wir haben zu gehorchen, dies wird dieser Tage immer deutlicher. Dabei aber beherzigen sie nicht die Ratschläge der früheren, erfolgreichen Autokraten. Vielleicht ist dies die Chance, die uns bleibt.

Das hier noch Vernunft herrscht, wage ich zu bezweifeln. Als der Krieg in Afghanistan losging, wurde vielfach ein ziemlich deftiger Vergleich gebracht, den ich sprachlich etwas entschärfe:
Bomben für den Frieden ist wie Kopulation für die Jungfräulichkeit.
Menschen, die 95jährige niederschlagen und dabei schwer am Kopf verletzen und dabei "Refugee welcome" propagieren sind genau in diesem Logikloch. Sie nehmen Menschen die Würde, die Gesundheit und ihre Grundrechte - angeblich für andere.

Donnerstag, 14. Januar 2016

Die militärische Großmacht Türkei schlägt zu

Als ich die Schlagzeilen las, dachte ich ein wenig an Nordkorea. 500 Stellungen des IS will die türkische Armee als Rache für den Bombenanschlag vor der Hagia Sophia angegriffen haben und dabei über 200 Kämpfer des IS getötet.
Neben der erstaunlichen Tatsache, dass von den geschätzten 20 - 30 000 Kämpfern nach den Erfolgsmeldungen aus dem Irak, Russland der Türkei, Syrien und von Seiten der Rebellen eigentlich kaum noch jemand leben dürfte, klingt das in jeder Beziehung gewaltig.

Die Türkei hielt sich in den letzten Jahren erstaunlich zurück- es tauchten vielmehr immer wieder Hin- und Beweise auf, dass Geschäfte getätigt wurden. So wurde u.a. Erdogans Sohn abgelichtet, wie er mit einigen Anführern des IS sprach und sympathisierte (so nennt man es wohl, wenn man sich lachend und schulterklopfend bei einem gemütlichen Tee in kleiner Runde trifft, ohne einen diplomatischen Auftrag vorweisen zu können).
Als Zivilisten direkt vor der Grenze von IS Truppen angehalten und zurück gezwungen wurden griff die Türkei nicht ein.
Als eine Grenzstadt, vor allem von Kurden bewohnt, belagert wurde, musste zäh verhandelt werden, bis kurdische Verstärkungen durch die Türkei durften.
Als die Amerikaner Luftangriffe begannen, mussten sie erstmal zäh mit der Türkei verhandeln und einiges an Geld auf den Tisch legen.
Vor kurzem marschierte die Türkei in den Irak ein - auf kurdisch-assyrischen Boden. Den IS ignorierten sie.
Als eine kurdische Demonstration auf türkischem Boden angeblich durch IS Attentäter in ein Blutbad verwandelt wurde, unternahm die Türkei keinen Angriff oder Racheakt.
Und nun hat ein Selbstmordattentäter vorwiegend Touristen getötet - und die Türkei lässt offensichtlich eine Offensive los, wie es sie seit Korea oder der Ted-Offensive nicht mehr gegeben hat. In Rekordzeit wurden offensichtlich ganze Divisionen in Stellung gebracht, ein Plan ausgearbeitet und losgelegt.

Das meldet jedenfalls die türkische Regierung.
Also Erdogan. Derjenige, der behauptete, Christoph Kolumbus hätte in seinem Logbuch vermerkt, dass er eine Moschee in der Karibik vorfand, als er "Amerika entdeckte"...
Es bleibt spannend, was Assad, Russland und der Irak melden werden.

Was hat Paris (nicht), was hat Frankreich (nicht), was andere (nicht) haben?

Am 7.1. stürmte ein Mann unter dem wohlbekannten Ruf "Allah ist größer" (allahu akhbar) auf französische Polizisten los und versuchte sie mit einer Hieb- bzw. Stichwaffe zu ermorden. Der Versuch endete für ihn tödlich.
Mal abgesehen davon, dass fast zeitgleich in den USA ein IS-Anhänger das Feuer aus einer Handfeuerwaffe auf einen in die Fallen gelockten Polizisten eröffnete, der wiederum schwer verletzt das Feuer erwiederte und darum überlebte, stellt sich doch langsam die Frage, was Frankreich und Paris im speziellen haben oder eben nicht haben, dass sich die Anschläge dort so massiv häufen.
Seit 2012 kommt das Land nicht mehr zur Ruhe, seit dem Angriff auf Charlie Hebdo (dessen Jahrestag ganz zufällig auf den Eingangs erwähnten Angriff fiel) und einen jüdischen Supermarkt in Paris mehren sich die Attacken in Frankreich und auf die Hauptstadt. (Nicht nur, auch der Rest Europas war einem Terrorjahr ausgeliefert.)

Den Anfang machte Mohammed Merah 2012 mit seinen Angriffen auf Juden (oder besser: auf kleine jüdische Kinder und einen Rabbiner) sowie französische Soldaten mit arabischem Migrationshintergrund.
Im Mai des Folgejahres stach ein weiterer muslimischer Attentäter einen Soldaten an einer U-Bahnstation in Paris nieder.
Wieder ein Jahr später, Dezember in Joue-les-Tours. Der Ablauf ist der gleiche wie vor wenigen Tagen: ein Mann stürmt unter bekanntem Schlachtruf eine Polizeiwache, sticht auf drei Beamte ein und wird erschossen.
Zwei Attacken mit Autos werden als Taten von Geisteskranken ausgegeben - ich hege Zweifel an dieser Darstellung.
Dann seit Anfang 2015 ein Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo und der Supermarkt, im April die Ermordung von Aurélie Châtelain im Rahmen eines misslungenen Anschlages, St. Quentin Fallevier im Juni, Thalys-Anschlag im August und schließlich im November wieder Paris. Nur kurz zuvor war ein Attentäter festgenommen worden, der plante eine Marine-Wache anzugreifen und dafür ein großes Arsenal angesammelt hatte.

Und kaum beginnt das neue Jahr, kaum ist der erste Jahrestag da, kaum hat Charlie Hebdo erstmal einen christlichen Gott als Verantwortlichen für die Mordtaten aufs Cover gesetzt, da geht es wieder weiter.

Was hat Frankreich, was Paris, oder hat es nicht, was andere europäische Nationen und Städte haben? Ist es die hohe Zahl an potentiellen Tätern?
Wohl kaum. Die letzten Täter sind u.a. als Flüchtlinge getarnt, den deutschen Aufruf zur Immigration ausnutzend aus Syrien eingereist, wenn es auch in Frankreich lebende oder sogar dort geborene unter ihnen gab.

Ist die Sicherheit, Polizei und Geheimdienste, unfähig? Unwahrscheinlich. Ein nicht unerheblicher Teil der Täter war den Behörden als potentielle Gefährder bekannt, einige standen unter Beobachtung. Mehrere Anschläge, die ich nicht aufgeführt habe oder die mir einfach nicht bekannt sind wurden verhindert. Das wäre wohl nicht möglich, wenn Unfähigkeit vorherrschen würde.

Ist es eine übermäßige Toleranz? Möglich, wenn auch nicht wahrscheinlich. Das Burka-Verbot erregte die deutschen Anderen-Sei-Alles-Erlaubt-Toleranten ziemlich, und unter den letzten Tätergruppen kommt so mancher aus den Nachbarländern Belgien und Deutschland.

Könnte es am Engagement im Ausland liegen? Anders als Deutschland ist Frankreich in mehrere Konflikte mit großen Schritten hineingeeilt. Mali, Libyen und Syrien fallen mir sofort ein. Aber auch Deutschland ist in mehr als nur dem Afghanistankrieg involviert. Somalia ist uns ebensowenig fremd wie Mali, wo wir mit 144 Soldaten vertreten sind. Nachdem wir uns auch in der Türkei lange Zeit positioniert haben, sind wir nun auch beim Kampf in Syrien dabei.
Allerdings sind wir nicht mit derart großen Kräften dabei, wir halten uns vor Ort wie in den Medien eher bedeckt und unsere Presse reitet freundlicherweise auch nicht darauf rum - so dass der Friedensaktivist nicht zu sehr in seiner Weltansicht gestört wird.

Was also ist der Unterschied, der Frankreich solch eine Menge an Anschlägen und Opfern beschert?

Ich habe keine Antwort darauf.
Aber wenn aus unserem Land Schimpf und Schande über die Franzosen ausgebreitet wird, weil sie statt der etablierten Parteien nunmehr LePen und ihre FN wählen, dann wünschte ich mir von denjenigen darauf eine Antwort. Denn ich vermute, diese Frage hängt mit dem geänderten Wahlverhalten zusammen.

Samstag, 14. November 2015

Menschen in Paris und anderswo

Nachdem ich mich nun ein wenig ausgesprochen habe, würde ich gerne zurück zu den Menschen aus Paris.

Noch immer wissen viele nicht, was mit ihren Familienmitgliedern ist, und natürlich fürchten sie das Schlimmste. Es gibt eines ganze Reihe von Seiten auf Facebook, Twitter und den meisten sonstigen, gängigen social media auf welchen Verwandte und Freunde ausschau halten und um Nachrichten bitten.
Mich berührt das sehr, und ich hoffe, die Behörden haben bald ein einsehen, und setzen Kräfte ein, die Menschen zu beruhigen und zu informieren.

Für Twitteraccountbesitzer ein Beispiel #RechercheParis
https://twitter.com/hashtag/rechercheparis

Außerdem kommt Frankreich nicht zur Ruhe:
http://www.dailymail.co.uk/news/article-3318523/Five-dead-seven-injured-train-derails-France-ensd-canal.html

Und zu Recht gerade auf Twitter die Mahnung gelesen: In Beirut hat es erst kürzlich ebenfalls einen Terroranschlag mit vielen Toten gegeben. Der Libanon ist weit mehr erschüttert von Terror und Radikalen als wir, jedenfalls noch. Es sollte kein Problem sein, auch diese Menschen mit ins Gebet zu nehmen, ebenso wie die Opfer des Zugunglückes.

An der Stelle möchte ich auch nochmal an die kleine Darina und ihre Eltern und alle anderen Opfer des Anschlages auf das russische Flugzeug über dem Sinai erinnern.

Demente Gesellschaft - oder wie gute Absichten Europa beenden

Vorweg: ich habs satt. Die Heuchelei, die Augenverschließerei, die Lügerei, die Denunziation Andersdenkender und die Ignoranz von Leiden außerhalb des eigenen Fokus.
Ein paar Beispiele:

1. In Paris gab es schon wieder einen Anschlag. SCHON WIEDER. Nicht "erneut", nicht "seit Charlie Hebdo" und nicht "zum zweiten Mal". Es muss heissen: schon wieder. Wieso regt mich das auf und was meine ich?
Ich meine damit zum einen die "Vergesslichkeit", die ich als "gutmenschliche Demenz mit der Absicht des Vergessens dessen, was nicht sein darf" bezeichnen möchte. Seit den Anschlägen auf das WTC am 11.9.2001 hat Europa eine Welle von islamischem Terror gesehen. Und ich schreibe bewusst "islamisch" und nicht "islamistisch".
Für alle, die es nicht mehr wissen, hier eine kurze Liste der letzten Jahre(aus der ich den palestinensischen Terror ebenso wie den tschetchenischen ausklammere, obwohl auch dieser maßgeblich auf Lehren des Islam aufbaut):

11.03.2004 Madrid. In 10 gut abgestimmten Explosionen töteten die muslimischen Terroristen 191 Pendler und Zugnutzer, verletzten weitere 1800 Menschen. Da sich viele nicht darüber im Klaren sind: Verletzungen durch Sprengmittel bedeuten oft Behinderung. Körperteile werden abgerissen oder unbrauchbar gemacht, Trommelfelle reißen, Augen werden beschädigt, Flammen eingeatmet, welche die Lungen dauerhaft schädigen usw. Von den traumatischen Eindrücken, die allen Anschlägen zwar gemein sind, bei Bombenattentaten aber nochmal eine andere Dimension erhalten, mal zu schweigen.

2.11.2004 Amsterdam. Der Künstler Theo van Gogh wurde auf offener Strasse abgeschlachtet, nachdem er ein islamkritisches Video, welches die Behandlung der Frau zum Thema hatte, veröffentlichte.

7.7.2005 London. Vier Selbstmordattentäter sprengen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln in die Luft, töten 52 Menschen und verletzen 700 weitere.

31.07.2006 Zwei Kofferbomben in Zügen vom Kölner Hauptbahnhof detonieren nicht. Ein Konstruktionsfehler verhindert schlimmeres.

18.04.2007 Malatya, Türkei. Fünf Türken dringen in das Zirve Verlagshaus ein, ermorden einen türkischen Priester einer evangelikalen Bewegung, einen Konvertiten seiner Gemeinde und einen deutschen Missionar. Die Täter sollen Zettel mit entsprechenden Geständnissen bei sich gehabt haben. Ein Abteilungsleiter im Justizministerium der Türkei soll als Reaktion auf die Tat gesagt haben, dass Missionsarbeit leider nicht als Straftat angesehen würde.

29.06.2007 London. Zwei Autobomben wurden rechtzeitig entdeckt. Die Täter sollen am nächsten Tag in Glasgow zugeschlagen haben.

30.06.2007 Glasgow.  Zwei Attentäter versuchten mit einem mit Propangasflaschen gefüllten Fahrzeug in den Flughafeneingang zu rasen. Ein Sicherheitspoller stoppte sie am Eingang. Fünf Menschen wurden verletzt, einer der Attentäter starb später an seinen Verbrennungen.


4.09.2007 Die "Sauerland-Gruppe" wird vor dem von ihnen geplanten Anschlag verhaftet.
 
11.12.2010 Stockholm. Ein Selbstmordattentäter ließ zwei Sprengsätze explodieren. Der erste verletzte zwei Menschen leicht. Die Autobombe war mangelhaft konstruiert und darum in ihrem Sprengradius stärker eingegrenzt, als vermutlich geplant.
Der zweite Sprengsatz war eine Sprengweste - von dessen sechs Rohrbomben aber lediglich eine wirklich auslöste und den Träger tötete.

2.03.2011 Frankfurt. Ein 21jähriger bis zur Tat völlig unauffälliger Islamist, Arid Uka, dringt in einen Bus voller US Soldaten am Frankfurter Flughafen ein, erschießt zwei Soldaten und verwundet zwei weitere schwer, bevor seine Waffe eine Ladhemmung aufgrund unsachgemäßen Umganges hat. Er

11.-22.03.2012 Toulouse und Montauban. Der 23jährige Mohammed Merah ermordet sieben Menschen und verletzt fünf weitere. Er zielt auf muslimische Soldaten der französischen Armee und auf Juden. Als er einen Rabbiner und dessen zwei kleinen Söhne erschoss, filmte er sich. Besonders stolz war er bei diesem Angriff auf eine jüdische Schule auf den Mord an einem kleinen Mädchen, dass er an den Haaren festhielt und die Waffe wechselte, bevor er es in den Kopf schoss. Das Video stellte er mit ausdrücklichem stolz online und erhielt dafür manch ekelerregendes Lob. Der Täter liefert sich eine 30stündige Belagerung, an deren Ende er durch ein Fenster zu fliehen versucht und dabei erschossen wird. Seine Familie verklagt Frankreich wegen Mordes und Folter. Sein Grab muss von der Polizei bewacht werden, da es zur Pilgerstätte wurde und mehrmals wurden Wände mit Lobeshymnen auf den Mörder besprüht.

7.05.2012 Bonn. Zwei Beamte werden schwer verletzt, als ein Salafist, Teilnehmer einer Gegendemo, auf sie einsticht. Der Mann erkennt weder die deutsche Polizei noch das Gericht an, wie er bei seinen Verhandlungen aussagt.

10.12.2012 Bonn. Am Bonner Hauptbahnhof wird eine Bombe gefunden.

13.03.2013 Vier Salafisten werden wegen eines geplanten Attentats auf einen Politiker festgenommen. Ihnen wird auch die Bonner Bombe angelastet und weiterer Sprengstoff in ihrem Besitz gefunden.

22.05.2013 London. Zwei nigeriastämmige Konvertiten fuhren den außer Dienst befindlichen Soldaten Lee Rigby vor dessen Kaserne an. Der verletzt am Boden liegende wurden von ihnen vor den Augen dutzender Zeugen mit Messern und einem Hackbeil angegriffen und enthauptet. Die blutbesudelten Täter zerrten den Körper auf die Strassenmitte, unterhielten sich mit Zeugen und erwarteten die Polizei, welche sie angriffen und dabei verletzt wurden.

25.05.2013 Paris. Ein französischer Soldat auf Streifendienst wird an einer Metrostation mit einem Messer angegriffen. Der Angreifer, ein Konvertit, flieht, sobald die beiden Kameraden des Angegriffenen reagieren.

24.05.2014 Brüssel. Ein einzelner Attentäter eröffnet im Jüdischen Museum der Stadt das Feuer. Er tötet drei Menschen an Ort und Stelle, ein weiteres Opfer stirbt später im Krankenhaus. Der 29jährige Mehdi Nemouche wurde in Marseille verhaftet und als Anhänger des IS identifiziert.

20.12.2014 Joue les-Tours, Frankreich. Ein Mann sticht unter "Allahu Akhbar" rufen auf drei Beamte ein, nachdem er in die Wache gerannt kam. Diese erschießen den Angreifer, alle drei bleiben verletzt zurück. Der Mann hieß Bertrand Nzohabonayo und war Konvertit, dessen Facebook-Seite die Flagge des IS zeigt.

21.12.2014 Dijon, Frankreich. Ein Mann, dessen Namen nicht bekannt gegeben wurde, überfuhr unter dem o.g. Ruf 11 Menschen, alle überlebten, wurden aber verletzt. Er wurde vom Innenminister am gleichen Tag für "sehr instabil" erklärt.

22.12.2014 Nantes, Frankreich. Ein weiterer, namentlich nicht genannter Mann fuhr in eine Menschenmenge, verletzte 10 und tötet einen Menschen. Danach versuchte er mit einem Messer Selbstmord zu begehen. Mehrere Zeugen sagte aus, auch von ihm den Ruf gehört zu haben - der Innenminister erklärt den Täter für "unausgeglichen".

7.-9.1.2015 Paris. Eine Serie von insgesamt fünf Anschlägen, u.a. auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einem jüdischen Supermarkt kostet 17 Menschenleben und läßt weit über 20 Verletzte zurück. Die Täter werden am Tatort erschossen.


14.-15.02.2015 Kopenhagen. Omar Abdel Hamid El-Hussein verübt einen Anschlag auf eine Pressekonferenz von Medienleuten und Journalisten. Am Folgetag attackiert er eine Synagoge. Er tötet bei diesen Vorfällen jeweils einen Menschen, verletzt außerdem zwei Polizisten. Die zu seiner Verhaftung angerückten Beamten beschiesst er ebenfalls, worauf er erschossen wird.

19.04.2015 Villejuif & Paris, Frankreich. Aurélie Châtelain wird von einem Terroristen erschossen. Er brauchte ihr Fahrzeug um nach Paris zu fahren, wo er eine Kirche angreifen wollte, kurz vorher aber von Sicherheitskräften gestellt wurde.

26.06.2015 St. Quentin Fallevier, Frankreich. Ein Terrorist nordafrikanischer Herkunft, Yassine Sahli tötet seinen Chef, enthauptet ihn und fährt seinen Kurierwagen in einen Gastank eines örtlichen Energieanbieters. Die anschließende Explosion bleibt entgegen den Erwartungen des dem IS angehörenden Terroristen klein und verletzt lediglich zwei weitere Menschen. Er versucht noch mehrere Tanks zu öffnen um den Brand auszuweiten, wird aber überwältigt.

21.08.2015 Thalys auf dem Weg nach Paris. Ayoub El Khazzani, ein 25 Jahre alter Marokkaner versuchte mit einem Sturmgewehr, einer Pistole, einem Messer und einem Molotov-Cocktail ein Massaker im Zug anzurichten. Er wurde durch das beherzte einschreiten zweier Franzosen und dreier Amerikaner sowie eines Bedienungsfehlers des Gewehres daran gehindert. Er verletzte einen der Franzosen und zwei der Amerikaner, bevor er überwältigt wurde. Sein Anwalt behauptete in seinem Namen, er habe die Waffen lediglich "unter einem Busch gefunden" und wollte nur Geld rauben.

17.09.2015 Berlin. Ein irakstämmiger Mann versucht Polizisten mit einem Messer anzugreifen und wird dabei erschossen.

5.11.2015 Bayrische Autobahn. Bei einer zufälligen Kontrolle wird bei einem Mann aus Montenegro eine Waffensammlung von 8 Aks und mehreren Faustfeuerwaffen sowie große Mengen an Munition gefunden. Es wird ein Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag vermutet.

13.11.2015 Paris. Sieben Angriffe in der Stadt hinterlassen mindestens 128 Tote.

Die Liste ist nicht vollständig. bspw. ist der Fahrer aus Graz, der drei Menschen überfuhr und mit einem Messer bewaffnet unter dem mehrfach erwähnten Ruf versuchte weitere zu verletzen als geisteskranker Gewaltäter eingestuft worden. Die Angriffe in Russland, wie jener auf das Moskauer Theater, den Flughafen oder die Schule von Beslan werden oft auf einen "nationalen Konflikt" geschoben. Dem Stimme ich zwar nicht zu, aber ich versuchte die Liste möglichst nicht kontrovers werden zu lassen.
Sollte ich jedoch ein wichtiges Ereignis vergessen haben, bitte melden.

Und dies sind nur die europäischen Anschläge. Die weltweite Zahl lässt sich nicht ohne tagelange Arbeit wiedergeben - wöllte ich gründlich sein vermutlich wochenlang. So fragte mancher Nigerianer, warum die Auslöschung eines ganzen Dorfes fast am gleichen Tag wie der Anschlag auf Charlie Hebdo die europäische Medienwelt fast gar nicht berührte oder veranlasste zu berichten.
Wer jetzt also überrascht tut oder von einer "neuen Dimension" oder einem "nun eröffneten Krieg" schreibt, der heuchelt, dass es mich ekelt.

Das gleiche gilt für die "Einzeltäter","Einzeltat" und "Das hat mit dem Islam nichts zu tun" Schreiber und Redner. Diesen Menschen muss ich eine Mitschuld geben. Mitschuld nicht an den Morden - aber daran, dass wir das Problem nicht zu lösen versuchen. Ich würde vorbehaltlos schlucken, was da behauptet wird, wenn die Liste nicht so Elend lang wäre. Wenn die Liste sich nicht auch auf vorhergehende Jahrzehnte und Jahrhunderte verlängern ließe. Wenn es nicht weltweit das gleiche "Spiel" wäre. Oder wenn irgendeine andere Weltreligion eine ähnliche oder auch nur ansatzweise vergleichbare Zahl solcher Täter hervorbringen würde. Wie oft behaupten diese Menschen, das wäre überall so. Ist es nicht. Ja, alle Religionen haben ihre Konflikte, und viele Religionen erleben dunkle Phasen. Aber auch nur genau das. Phasen. Das Christentum wurde zuerst jahrhundertelang verfolgt - und hat nicht ansatzweise etwas aus dieser Zeit aufzuweisen, was dem gerade passierenden Albtraum oder der gewalterfüllten Entstehungsgeschichte des Islam gleicht. Wir hatten unseren Konfessionskrieg und unsere konfesionellen Auseinandersetzungen - vom Konflikt der Arianer mit der Urkirche über die Spaltung der West- und Ostkirche über die Verfolgung der Katharer u.a. Aber wir haben unsere Märtyrer nicht aus dem Töten "Ungläubiger" geboren, sondern aus der kampflosen Hingabe des eigenen Lebens. Unser Ringen nach der Definition eines jus ad bellum, eines Rechtes Krieg zu führen oder eines bellum justum, eines "Gerechten Krieges" ist weit über 2000 Jahre alt und somit älter als das Christentum selbst - während diese Frage im 7. Jh. wie heute scheinbar keine Rolle für den Islam spielt.
Für mich zählt jedes Individuum als solches - aber ich vermisse die muslimischen Individuen, die mit ihren Familien und Freunden, ihren Glaubensgeschwistern in ähnlichen zehn- und hunderttausenden gegen den Terror, das Morden und das Krieg führen im Namen des Islams auf die Strassen gehen, wie im Sommer 2014 gegen Israel. Die Beschwerden, sie nicht wegen des Terrors zu diskriminieren sind größer, als die Beschwerden über den Terror. Die Gelder die fließen um den IS, Al Quaida und Co zu unterstützen scheinen bedeutend größer zu sein, als beispielsweise Hilfsgelder zur Befreiung yezidischer Sexsklavinnen.
Als in Berlin Anfang des Jahres eine "muslimische Mahnwache" gegen den Terror von Paris stattfand, war die Zahl der Anwesenden der betreffenden Gruppe unsäglich peinlich klein. Und die Kosten für Bühne, Technik und Sicherheit bezahlte dann nicht die DITIB oder eine türkische oder islamische Gemeinde, sondern SPD und CDU - am Ende also deren Mitglieder und der Steuerzahler. Sensibilität, ehrliches Bedauern oder Sympathie - das sieht anders.
Und so war nach Charlie Hebdo eine pro-muslimische Solidaritätskundgebung auf dem Marsch - aber die Synagogen und Juden der Stadt erhielten keine derartige Sympathiekundgebung, obwohl sie ja die Opfer zu beklagen hatten. Der Spiegel betonte, wie die Imame zum Frieden aufriefen - um im gleichen Atemzug der Überschrift die Angst vor Generalverdacht eben jener Imame zu betonen. Sollte der Friedensaufruf nicht ohne derartige Hintergedanken und Randbemerkungen auskommen, wenn man sich in der Verantwortung sieht?
So könnte ich noch Stunden weiter machen - und werde das wohl beizeiten auch tun, aber ich hoffe, mein Punkt ist klar: der Islam hat etwas damit zu tun, es sind keine Einzelfälle und Muslime sind hier sehr wohl in der Pflicht zu reagieren - individuell oder in Gemeinschaft. (und ja, es gibt solche, die dies tun. Ihnen sollte der Dank und die Unterstützung der muslimischen Gemeinden gelten und unsere Anerkennung)



2. Die FAZ schrieb "Paris erlebt seinen 11. September." Was für ein Quatsch. Am 11. September kaperten mehrere Terroristen in den USA, einem Land mit enorm hohem Sicherheitsdenken, mehrere Flugzeuge und steuerten sie in das WTC und das Pentagon - in einem weiteren Flieger verhinderten die Passagiere derartiges, indem sie das Flugzeug zum Absturz brachten. Dabei starben Tausende. Zuvor hatte es solche Anschläge "nur" von innländischen Terroristen gegeben (Oklahoma Bombing).
Der Anschlag von Paris ist nicht der erste Anschlag seiner Art, er ist nicht der erste Anschlag der zeigt, dass die Sicherheitsgesetze und -vorkehrungen nicht helfen und er hat bei weitem nicht so viele Opfer auf einmal gefordert.
Derart aber sind die Behauptungen, die derzeit durch die Medien wandern. Da sind wieder die "Experten" die behaupten, die Terroristen seien desillusionierte Kinder, die keine Zukunft und keine Alternative sähen, oder die vom Tod ihrer Mitgläubigen durch die Hand des Westens so traumatisiert seien, dass sie sich zu solchen Taten zum Handeln gezwungen sähen. Dieser Quatsch wird von vielen geglaubt - ohne zu fragen, warum warum dann die Desillusionierten Europäer und Nichtmuslime oder die Opfer des islamischen Terrors sich nicht derart radikalisierten.
Warum gibt es hierzulande zwar viel Aufmerksamkeit für den "christlichen Terror der Kreuzzüge" gibt - aber als der italienische Präsident im Februar an einen zweijährigen jüdischen Jungen gedachte, der bei einem Terroranschlag auf die Große Synagoge von Rom 1982 ermordet wurde und dessen Täter von Griechenland nicht ausgeliefert sondern freigelassen wurde diese berührende Rede nicht mal eine Zeile im deutschen Nachrichtenwald fand, das kann man nicht mehr rational erklären.
Der Vergleich mag hinken - aber vielleicht wird verstanden, worauf ich hinaus will. Wie der Islam in die Levante kam - kein Thema. Hape Kerkeling erklärt uns im ZDF "der Islam kam nach Spanien und ein goldenes Zeitalter brach an" - das davor erstmal dieser unerwähnte und unprovozierte Angriffskrieg tausende und abertausende Opfer kostete und die Bevölkerung aufgezwungen bekam, was sie gar nicht wollte - Nebensache.
Christentum darf man kritisieren und im Namen der Kunst seine Symbole entweihen - beim Islam aber hat die Kunst zu schweigen.


3. Waffen. Ja, richtig, Waffen. Wer die Liste weiter oben einmal durchgeht wird erstaunt feststellen, dass wir einen Anschlag nach dem anderen mit Kriegswaffen erleben. Waffen, die in Europa für keinen Zivilisten legal zu erwerben sind. Nie. Sie unterliegen strengsten Regeln, ihre Produktion und ihr Verkauf werden sogar mitunter von der Politik scharf angegangen, kontrolliert und teilweise auch verboten. Das hindert Terroristen nicht, die Waffen zu bekommen. Anfang des Jahres wurde dann mitunter auch mal die Frage gestellt: wo bekommen die Terroristen die eigentlich her. Die Antwort: auf dem Schwarzmarkt - in wenigen Stunden.
Für jeden Kenner des Themas ist das keine Überraschung. Die Waffen aus Libyen landen Containerweise in Südfrankreich. Die Briten haben seit dem generellen Waffenverbot von 1997 eine regelrechte Importschwemme - zuletzt über kleine Privatflughäfen. Und die Deutschen sitzen auf der Transitstrecke für Waffen aus dem Kosovo, Ex-Jugoslawien und dessen Nachbarn. Nicht zu vergessen die Zeiten des Abzuges der Sowjetarmee. Was da noch schnell an Waffen vertickt wurde, so munkelt man, sei schwerlich zu erfassen.
Allein in Deutschland sollen bis zu 20 Millionen illegale Waffen herumgeistern - freilich eine viel zu kleine Schätzung, sind doch allein 20 Millionen Waffen zu Zeiten des verschärften Waffengesetzes in Folge der RAF illegal geworden, aber nur ca. 2 Millionen wurden abgegeben. Wer glaubt, die übrigen seien verschwunden oder es seien keine neuen dazu gekommen, der muss schon recht gutgläubig sein.

Die Waffengesetze in Europa, von streng wie in England bis relativ locker wie in der Schweiz beziehen sich lediglich auf Pistolen, Revolver und Gewehre die mit jedem Druck auf den Abzug einen einzelnen Schuss abgeben. Diese sind in fast allen Staaten nur mit vorheriger Überprüfung, einem oder mehreren Tests und Qualifizierungen zu bekommen. Bei uns bspw. für Jäger und Sportschützen und, ohne Munition, für Sammler. Bis dahin muss man viel Zeit und Geld investieren. Kriminelle und Terroristen haben es da einfacher. Zumal die besagten Gruppen zwar Waffen besitzen, aber nicht mit sich führen, also dabei haben dürfen (vom Jäger während der Jagd einmal abgesehen).
Die Terroristen wissen also, abgesehen von Polizisten (und selbst da oft nicht, s. England), müssen sie mit keiner bewaffneten Gegenwehr rechnen.
Nachdem wir aber nun so oft gesehen haben, nicht nur durch Islamisten sondern auch durch jemanden wie Breivik und Verrückte wie in Erfurt oder Winnende, wie dies abläuft, uns die Polizei und das Gesetz nicht schützen können, sollten wir da nicht vielleicht mal unsere Haltung überdenken und die Berichte bspw. aus Russland, Mexiko und den USA überprüfen, vergleichen und überdenken?
Ich denke schon - denn zwischen den ersten Schüssen in der Konzerthalle am 13. und dem Eintreffen der Polizei bzw. der Erstürmung des Gebäudes lagen weit mehr als 40 Minuten - eine Zeit, welche die Terroristen sich mit Exekutionen vertrieben. Da hätte ich lieber die Chance, mich zu wehren....

Politik und Gesellschaft sind nicht in der Lage oder Willens eine Lösung zu finden - vielleicht verhindert auch unsere Menschlichkeit, unsere Ethik, Moral oder christliches Bewusststein, eine solche. Vieleicht sollte man dann wenigstens über Wege nachdenken, das Problem wenigstens zu verkleinern.

Anschlagsserie in Paris

Diese Nacht kam es in Paris mal wieder zu islamistischen Anschlägen. Mindestens sechs Ort und bislang (Stand 8:20) allein an einem der Orte, eine Rockkonzert, mindestens 120 Tote. Vermutlich liegt die Zahl der Ermordeten bei etwa 200, die Zahl der Verletzten dürfte drastisch höher sein.
Momentan ergehen sich die Medien eher in Sensationsberichten als sachlicher Berichterstattung, aber einen lesbaren Überblick findet man auf der FAZ
http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/anschlaege-in-paris-frankreichs-11-september-13912093.html
Eine persönliche Bitte: schenkt den "Experten" dieser Stunde kein Gehör. Egal von welcher Seite. Es ist noch nicht bekannt, wer die Männer waren - alle Analysen über "Perspektivlosigkeit die zum Terrorismus führt" oder "Anhänger des IS" sind reine Spekulationen.

Jetzt ist allerdings nicht die Zeit der Kritik, daher möchte ich einfach alle Leser bitten, für die Opfer zu beten und ich möchte all den hilfsbereiten Parisern danken, die trotz der Gefahr über die sozialen Medien anbieten, Touristen oder Anwohnern der Anschlagsorte bei ihnen zu schlafen, sich auszuruhen oder etwas zu sich zu nehmen.

Donnerstag, 5. November 2015

Ruhet in Frieden





Das letzte Bild von Darina Gromova, 10 Monate alt. Zusammen mit ihren Eltern in Sinai gestorben. Vermutlich ermordet durch eine Bombe oder eine Flugabwehrrakete. Ihr kleiner Körper wurde fast 20 Meilen vor der Absturzstelle gefunden, herausgerissen aus dem Flugzeug.

Meine Tochter ist 8 Monate alt, mein zweites Kind noch gar nicht geboren. Als ich vor wenigen Wochen das Bild eines ertrunkenen Jungen an einem türkischen Strand in allen Zeitungen und Nachrichtensendungen sah, da war ich zornig auf die Eltern, die dieses Kind in solche Gefahr brachten. Gefahr die sie kannten, Gefahr die bereits viele Leben gefordert hatte und Gefahr die vermeidbar war. Ich wurde noch wütender, als mir eine Mitschuld gegeben werden sollte, weil die EU nichts gegen diese Art von Schleusertum unternimmt.

Jetzt sitze ich nur vor dem Bildschirm, kämpfe mit den Tränen, weil eine kleine, junge Familie vermutlich, eher wahrscheinlich umgebracht worden war, als sie sich ein paar schöne Tage machte. Nicht damit rechnete, angegriffen zu werden, weil ihnen alle versicherten, sowas passiere nicht.
Und Wut, weil ihr Tod den gleichen Menschen egal ist. Weil keine Bildwelle auf die Menschen prasselt und die Verantwortung für die Bekämpfung von Terroristen, von dem Gedankengut hinter solchen Anschlägen einfordert.

Ruhe in Frieden, kleine Darina. Ich bete, dass Gott dir die Welt zeigt, auf die du im Bild so staunend blickst. Gebe der Allmächtige, dass deine Eltern sich im ewigen Leben an deinem Lachen erfreuen können.