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Donnerstag, 9. Juni 2016

Sport, Terror und Zika

Sport gehört seit der Antike zur europäischen Kultur. In enger Verwandtschaft zur Wehrbereitschaft entstand ein reiches Angebot an athletischen und unterhaltsamen Sportarten, die teilweise bis heute gepflegt werden. Zwar läuft kein Athlet mehr mit der Aspis, dem griechischen, großen Rundschild und Speerwurf hat mit kriegerischem Einsatz nichts mehr zu tun, aber ob Ringen, Boxen oder Fechten, manchem Sport kann man noch ansehen, woher er kam.
Anders ist das natürlich bei (fast) allen Ballsportarten. Volleyball, Basketball, Tennis, Boccia oder Boule usw. sind nicht bekannt dafür, dass mit ihnen für Krieg und Kampf trainiert wurde, auch wenn mitunter von einem Ballspiel der Maya behauptet wird, es endete für den Unterlegenen tödlich.
Bei Eishockey sieht die Sache sehr kämpferisch aus, und Knochenbrüche oder ausgeschlagene Zähne sind nicht selten, beim Curling gewinnt man den Eindruck, es handele sich um ein Intensivtraining von Putzkräften.
Sogar die elektronischen Spielen haben mittlerweile eigene Liga-Kämpfe und versuchen sich mit moderner Technik dem Interessierten als Unterhaltungsprogramm anzubieten.
Wir können also mit Recht stolz und dankbar sein, für eine lange Geschichte höchst unterschiedlicher Sportarten. Es findet sich für jeden etwas. Vom Bodenturnen bis zu 24 Stundenrennen, von Martial Arts Kämpfen bis zu Schachturnieren.
Aber keine Sportart dominiert heute das Bewusststein so sehr, wie Fussball. Ein Milliardenmarkt, mit unzähligen Millionen von Anhängern der Teams und ganzen Nationen, die bei EM, WM oder irgendeinem anderen Ligaspiel in Hysterie verfallen.
Und nun steht die Fußball-EM in Frankreich bevor - mehr oder weniger zusammen mit den Olympischen Spielen in Rio. Die Werbemaschinen laufen auf Hochtouren. Kein Einkauf ohne mit Bechern, Plastikblumenkränzen und albernen Hüten in Nationalfarben belästigt zu werden. Die AntiFa macht bereits fleißig Werbung, wieder die an den Autos befestigten Fähnchen zu stehlen. Und kaum eine Firma, die nicht mit Fußballern oder gleich der Nationalmannschaft ihre Verpackungen bedruckt.
Mich nervt das ein wenig, und ich sehe schon sehnsüchtig dem Ende der EM entgegen, denn ich mag keinen Fußball. Ich finde ihn langweilig, zähflüssig, emotional viel zu hochgespielt und unpräzise. Meine Ballsportarten sind Volleyball und Basketball, wenn Fußball dann bitte (das richtige) Rugby oder Gaelic Football - aber damit stehe ich allein. Trotzdem gönne ich jedem Fan das Erlebnis und sehe darüber hinweg, dass viele der temporären Fans weder die Regeln beherrschen noch auf sonstige Nationalmannschaften einen Pfifferling geben.

Dieses Jahr sieht die Sache aber anders aus. Frankreich hat von vielen Seiten Warnungen erhalten, dass islamistische Terroristen Anschläge planen. Frankreich, seit Jahren von einer Terrorwelle geplagt, nimmt das ernst - was aus den heiteren Spielen eine einzige große Sicherheitsschleuse macht.
Und in Brasilien wütet das Zika-Virus. Eine Erkrankung, die bewirkt, dass die Köpfe der Neugeborenen von erkrankten Müttern nicht richtig wachsen und das Kind einen unglaublichen Schmerz durch den Druck ertragen muss und natürlich behindert bleibt.
Was beide Ereignisse gemein haben, ist die Gefahr und die Möglichkeit des ausufernden. Reisende, die das Virus aus Lateinamerika mit nach Europa bringen, also eine Seuche verbreiten und ein Sportereignis, welches Terroristen auf den Plan ruft, die eine ganze Gesellschaft, nicht nur die Fans bedrohen.
Während ein Einknicken, eine Absage im Falle der EM eine Kapitulation vor den Terroristen bedeuten würde und daher andere Reaktionen gefordert sind, ist die Verbreitung des Zika-Virus schlicht unverantwortlich. Statt die Olympischen Spiele abzusagen oder den Ticketverkauf zu limitieren, statt drastische Reisewarnungen und Quarantänevorschriften auszusprechen, wird so getan, als sei nichts. Mittlerweile gibt es bereits in England die ersten Fälle von zurückgekehrten Reisenden.
Die Folgen der Erkrankung können viele Jahre verborgen bleiben - bis ein Kind gezeugt wird.
Das ist wohl auch der Grund, warum der Abschreckungsfaktor bisher unerwartet niedrig ist. Handelte es sich um unheilbare Lepra oder permanenten Haarausfall, um eine tödliche Seuche oder eine Krankheit mit klingenden Namen wie "Schweinepest" oder "Maul- und Klauenseuche", die Leute würden es sich dreifach überlegen. So aber wird trotzdem geflogen.

Hier wird mit Leben gespielt. Für Unterhaltung.
Da geht es nicht um Prinzipien oder Werte, hier ist kein Kampf der Kulturen zu führen und es steht nicht der Untergang der Freiheit auf dem Spiel. Es geht einzig und allein um Leben.



Sonntag, 24. April 2016

Freiheiten die es bald nicht mehr gibt

Eine zivilisierte Gesellschaft leistet sich einiges, was letztlich auf ungeschriebenen und geschriebenen Gesetzen beruht. Freiluftkonzerte etwa, welche den Menschen kulturellen Hörgenuß anbieten sollen, können nur funktionieren, wenn sich niemand entschließt, in Hörweite seinen Ghettoblaster voll aufzudrehen oder eine große Grillparty im Hintergrund zu schmeißen, welche die Besucher des Konzertes mit Lärm, Geruch und visuellen Eindrücken daran hindern sich zu entspannen.

In rappelvollen S-Bahnen ist gegenseitige Rücksichtsnahme ebenfalls ein wichtiger Faktor. Alten oder Behinderten einen Sitzplatz einzuräumen, Müttern mit Kinderwagen beim betreten und verlassen der Bahn (oder des Bahnhofes) zu helfen, sich nicht gegenseitig mit Rauch und der eigenen Musik zu stören - es geht kaum ohne. Alles andere läuft auf Streit und letztendlich soziale Trennung hinaus. Wer es sich leisten kann, pfeifft dann früher oder später auf Konzerte und Bahnen und schafft sich seinen eigenen Raum.
Ähnlich ist es auch beim Sport. Der Breitensport ist abhängig von Menschen, die ihre Freizeit opfern, i.d.R. unentgeldlich, um als Veranstalter, Aufsichten, Schiedsrichter und Versorger das alltägliche Training aber auch die Turniere, Wettkämpfe und großen Ereignisse zu organisieren und abzuhalten.
Natürlich denkt man derzeit in Europa bei Breitensport ausschließlich an Fußball, bestenfalls noch an Handball ein Eishockey. Die Damenvolleyballmannschaften (eine der ästethischsten Sportarten und das meine ich keineswegs anzüglich) bspw. kämpfen gegen ein Mannschaftssterben, da ihnen die Sponsoren fehlen.  Und das ist dann schon die Profiliga...

Präsent werden andere Sportarten höchstens durch Großveranstaltungen, wie etwa die großen Fahrradrennen, bei denen die Tour de France die Profi - und Marathonläufe wie in Köln oder London sind für jedermann offen.
Derartige Langläufe sind aber im Sommer eine außergewöhnliche Belastung für den Körper (man erinnere sich an das sagenumwobene Ende des vermutlich erfundenen "ersten Marathonläufers") und man muss sich gut vorbereiten und während des Laufes sehr genau auf den Körper achten. Auch der Flüssigkeitshaushalt ist dabei von geradezu lebenswichtiger Bedeutung. Dehydrierung während eines solchen Laufes kann schwere Schäden verursachen.
Darum ist es üblich, wie auch bei anderen derartigen Sportarten, dass großzügig Flüssigkeit und bestimmte "Speisen" angeboten werden, die im Passieren aufgenommen und zu sich genommen werden können. Man kennt die Bilder. Plastikbecher mit Wasser oder anderen Getränken, kleine Melonenstücke u.ä. werden von Sportlern im vorbeihuschen an und in sich genommen, die Reste dann an den Strassenrand geworfen.
Das ist für die Sportler "kostenlos" bzw. in den Teilnehmergebühren mit drin (je nachdem).
Dieses Wochenende fand der Londoner Marathon statt. Und da gab es einen unschönen Zwischenfall.
Die kostenlos bereitstehenden Getränke wurden geplündert. Die berichtenden Nachrichten schenken sich mal wieder die Nennung der Tätermerkmale...
Nun ist Wasserklau wohl Mundraub - und hätten die Menschen gefragt, man hätte mit Sicherheit niemanden verdursten lassen. Aber was man im Video zu sehen bekommt, ist alles andere als "Bedürfnisstillung".

Wenn man nun also nichts mehr offen hinstellen kann, ohne Gefahr zu laufen, von einer ganzen Bande geplündert zu werden - immerhin ist das nicht irgendein Hinterhofevent, sondern die Laufstrecke einer der größten Veranstaltungen seiner Art - dann wird es über kurz oder lang weniger und weniger Menschen und Firmen geben, die sich beteiligen.

Der "restliche" Sport wird ohnehin regelrecht platt gemacht. Nicht nur mangelnde Förderung und Aufmerksamkeit, die auf die 22 Personenspiele fokusiert wird, sondern rücksichtslose Politik und Ausnutzung ohne jede Scham erdrücken das sportliche Leben.
Bonn ist ein gutes Beispiel. Fast jede Sporthalle, ob Schule oder Sportpark, wurde in Flüchtlingsheime umgewandelt. Die Menschen, die sich über die diskussionslose Absprache ihrer Freiheit, für die sie durch Steuern und Beiträge zahlten und zahlen,  nicht unbedingt freuten und versuchten verhalten zu protestieren, werden ignoriert oder man spricht ihnen die Menschlichkeit einfach ab.
So etwa in der Bürgerversammlung zu diesem Thema im Januar. Gekommen waren Betroffene, Interessierte, Besorgte. Ihnen wurde erklär, dass weitere Hallen "enteignet" würden, im Sinne, dass sie öffentliches Eigentum seien und die Nutzung kurzerhand ausgesetzt wird. Verträge und Gewohnheitsrechte etc. spielten dabei dann kaum eine Rolle.
Als die Bürger sich darüber zu regen begannen, wurde ihnen von der Integrationsbeauftragten erklärt:
„Zu uns kommen nicht Nummern, sondern Menschen, die wir möglichst anständig unterbringen und versorgen müssen. Lassen Sie uns besonnen bleiben.“
Das auch auf der anderen Seite Menschen sitzen, und diese doppelt und dreifach zahlen, schaffen und bereitstellen dürfen - aber für jede Kritik an der Situation, für die Aberkennung ihrer Rechte und Lebensgestaltung ihrerseits abgemahnt werden, dass ist der Beauftragten nicht zu vermitteln.
Und so las sich auch der letzte Absatz seinerzeit.
Die Betreuung und Versorgung der Menschen auch mit drei Mahlzeiten müsse stehen, der Wlan-Empfang für den Kontakt mit den Familien im Kriegsgebiet, der Sicherheitsdienst rund um die Uhr und die Reinigung der Sanitäranlagen. „Bisher klappt das in allen Bonner Unterkünften hervorragend.“ Wer genau in die drei nächsten Hallen einziehe, wollte eine Frau wissen. Die Stadt erfahre erst zwei Tage vor Anreise, wer komme, sagte Tilgen. „Es sind aber überwiegend alleinstehende Männer.“ Was ein Stöhnen im Publikum auslöste.
Die Bereitstellung von Wlan zum Kontakt mit Verwandten im Kriegsgebiet - daran ist so viel störender Unsinn festzustellen, dass es schmerzt solcherlei im ernst gesprochen und geschrieben zu sehen.
Und das mit den alleinstehenden Männern, ein durchgehendes Phänomen, wurde erst abgestritten und nunmehr schöngeredet. Und da diese Versammlung im Januar war, wurde auch direkt angemerkt, die hätten "anderes im Kopf" - nach dem Motto, Pauschalisierung ist nur in eine Richtung schlecht, und was andere denken und wissen darf immer positiv vorweg "gewusst" werden...

Wenn Sie also das nächste Mal lesen, dass deutsche Kinder und Jugendliche zu unsportlich sind - fragen Sie mal warum und nehmen nicht an, dass diese Menschen keinen Spaß an der Bewegung oder einem Sport welcher Art immer hätten.

Montag, 21. Dezember 2015

Witz des Monats - Volker Becks Ansicht über "Recht auf Leben"

Mitunter gibt es Momente, da klappt einem die Kinnlade runter.
Am 14.12. strahlte der Sender Phoenix ein Doppelinterview - angeblich eine Debatte, u.a. mit Volker Beck, Bundestagsabgeordneter und aktiv in Sachen "Homosexuellenrechte".
Bei der Debatte ging es eigentlich um Terror - aber natürlich wurde von Seiten Becks wieder nur die Rechte Seite als wirkliche und bekämpfenswerte Bedrohung gesehen.
Als es um das Thema Asyl ging, gab es folgenden Satz von ihm zu hören
"Wenn es um das Grundrecht auf Asyl oder Schutz nach der Genfer Flüchtlingskonvention geht kann es keine Obergrenze geben. Das wär wie wenn wir beim Recht auf Leben, beim Recht auf Freiheit, bei der Menschenwürde sagen - da gibt's Obergrenzen..."
 Also "Recht auf Leben" und "Recht auf Freiheit". Von Volker Beck. Der gleiche Politiker, der den Marsch für das Leben, welcher sich genau für jenes Recht auf Leben einsetzt, mit Schimpf und Schande überhäufte. Der Beck, der am 11.4.2008 zwar die Abtreibung und Nutzung zu Forschungszwecken verdammte, aber die Abtreibung per se als ein Recht der Frau beschrieb - und offensichtlich das "Recht auf Leben" erstmal nicht als "Leben" definiert.
Der gleiche Volker Beck, welcher sich 2012 für die Legalisierung religiös begründeter Beschneidung einsetzt (selbst wer mit der Entfernung der männlichen Vorhaut kein Problem hat sollte sich über die Probleme der weiblichen Genitalverstümmelung besonders in islamisch geprägten Kulturen bewusst sein).
Der Volker Beck, der sich in den 80er Jahren in einem Sammelband zum Thema "Entkriminalisierung" von Pädophilie vertrat.
Der Volker Beck, der Gift und Galle ergießt über jeden, der ein anderes Lebensbild, eine andere Moral oder Meinung vertritt als er.
Der Volker Beck, der mit Anzeigen um sich wirft - sei es gegen Polizisten die beim Tod eines Asylanten zwar eine Autopsie anordneten, aber vorläufig nicht von einem Mord ausgingen oder wegen Beleidigung gegen Mitglieder der NSU Arbeitskreises, dem Kölner Stadtrat Uckermann und und und.

Der Volker Beck setzt jetzt eine Begrenzung der Kapazitäten Deutschlands mit der Aufgabe des Rechtes auf Leben und Freiheit gleich.
Vielleicht sollte Herr Beck diese Rechte selbst erstmal anerkennen, bevor er anderen diktieren will, was sie darunter zu verstehen haben.

Donnerstag, 19. November 2015

Freiheit oder Sicherheit - oder keins von beidem

In einer Diskussion im Kommentarbereich von  schrieb Taras:
Darüber nun öffentlich zu debattieren, ob die Bürger sich mehr Sicherheit oder mehr Freiheit wünschen, ist albern. Es ist doch längst entschieden. Doch wer hat gewonnen? Aus meiner Sicht das Modell einer Gesellschaft, die beides - Freiheit und Sicherheit - mehr und mehr verlieren wird. Schleichend, nahezu unbemerkt. Stück für Stück.


Die Fragen, ob es Freiheit ohne Sicherheit geben kann, oder ob Sicherheit einen Mangel an Freiheit ausgleichen kann und inwieweit Sicherheitsmaßnahmen Freiheit einschränken (dürfen), bewegen moderne Staatstheorie bereits seit vielen Jahrzehnten. 
Diese Debatte ist leider in europäischen Köpfen nahezu absurd verdreht. So diskutieren wir dieses Thema derzeit, nach ganzen Serien blutiger Anschläge und hunderter verlorener Leben nicht - aber wenn es um Vorratsdatenspeicherung und Kameras auf öffentlichen Plätzen geht, dann werden Millionen zu vehementen Verfechtern persönlicher Freiheit.

Momentan geben Europäer, vor allem Deutsche, Stück für Stück Freiheit ab - und gleichzeitig auch Sicherheit. In allen Bereichen des Lebens.
So vertrauen die Menschen noch immer darauf, dass die Polizei im Notfall kommt und sie rettet - oder sie wenigstens beschützt. Besonders in NRW sollten die Menschen sich das schnellstmöglich abschminken.
Der dortige Innenminister Jäger, ich schrieb schon an anderer Stelle über seine in meinen Augen offenkundige Staats- und Menschenfeindlichkeit, ließ noch vor zwei Jahren verlauten, es werde keine Einschnitte bei der Polizei geben, es werden mehr Beamte eingestellt als pensioniert.
Und schon atmete die Bevölkerung auf. Der Minister verspricht und was versprochen wird.... 
Dabei war die Lage schon 2012 dramatisch. Allein in Bonn erreichten 5527 Notrufe keinen Polizisten - das bedeutet, das Telefon klingelte, aber es nahm nicht sofort und auch nicht nach längerem Klingeln ein Beamter ab. 
Man möchte sich nicht vorstellen, was in Menschen vorgeht, die sich einem Angriff, bspw. sexueller Gewalt ausgesetzt sehen, und denen so selbst die kleinste Chance auf Hilfe verweigert wird.

Seit 2012 hat sich nichts gebessert. Seitdem sind über 500.000 Notrufe nicht beantwortet worden. Und das sind nur die bekannten Zahlen, jede dritte Dienststelle habe keine Informationen geliefert. Wohl auch, weil derartige Daten gar nicht erst erfasst werden. So ist in Essen lediglich eine grobe Schätzung abgegeben worden - vermutlich nicht mit der Tendenz, die Sache schlimmer darzustellen als sie für die Verantwortlichen ist. Zuerst wurde die Lage auf einen defekt einer örtlichen Telefonanlage geschoben, dann auf das Telefonsystem als Ganzes. Im September kam heraus: es war u.a. Herr Jäger und ein Experiment, welches nicht öffentlich angekündigt wurde, aber Millionen Bundesbürger betraf. Sein Ziel war es, Beamte aus dem Innendienst auf die Strasse zu bringen, um so mehr Einsatzkräfte bei gleichbleibender Zahl an Polizisten zur Verfügung zu haben. Jeder gesunde Menschenverstand wird sich da schon fragen: sind die Innendienstler denn dazu überhaupt alle geeignet? Und die Antwort lautet: nein. Aber nicht mal daran scheiterte das Experiment, sondern an der Vernetzung mit jenen, die nun anstelle der Beamten einspringen sollten.
Trotzdem sind am Ende dramatisch weniger Polizisten in Bonn unterwegs. Die Notrufreaktionszeiten - also bis Beamte am Einsatzort eintreffen, sind unter aller Kanone. Persönlich kann von 40 Minuten bei einem Einbruchsversuch berichten - und das war 2009. Ein weiterer, diesmal im Laden meiner Frau, sah sogar eine 90 minütige Anfahrtszeit eines Kripo-Beamten - in dieser Zeit am frühen Morgen war der Laden lahmgelegt. Als Entschuldigung hieß es: Stau. Spuren wurden nicht gesichert, lediglich die Herkunft des genutzten Steines wurde hergestellt: überraschenderweise ein benachbarter Vorgarten...
Wer sich die "Einzelfälle" anhört, wie es ihnen als Opfer von Verbrechen ergangen ist, der zweifelt am Rechtsstaat und der öffentlichen Sicherheit. Täter, klar identifiziert als Messerstecher werden nicht festgenommen, weil sie in einem anderen Distrikt wohnen. Einbrecher können nicht vor Ort verhaftet werden, obwohl die Anwohner sie festhalten, weil sie eine halbe Stunde Anfahrt brauchen. 
Aber bei der Polizei hört es nicht auf. Der Mord an einem jungen Studenten, der sich sogar hilfesuchend an Polizisten vor Ort wandte die ihn scheinbar seinen Mördern überließen, wurde erst als Selbstmord vertuscht und anschließend verschleppt. Nach Eigeninitiative und Berichterstattung schoben sich die Staatsanwaltschaften den schwarzen Peter zu - und der oder die Mörder laufen noch immer frei herum.
Die Antwort der NRW Polizei ist die Kampagne "Riegel vor", die letztlich dem Bürger rät, sich einzubunkern und zu hoffen, dass dies die dreisten Einbrecher stoppt.
Ansonsten ist auch Polizeiarbeit nunmehr Bürgerdienst. Erst kürzlich wurde ein extrem gewaltätiger Räuber, welcher der Polizei zudem auch schon bekannt war, durch die "Fahndung" innerhalb der Bevölkerung zur Aufgabe gezwungen - soll heißen, sein Bild wurde in Facebook so oft geteilt, dass er glaubte, sofort erkannt zu werden. Das unbewaffnete Bürger dadurch in Gefahr gerieten von diesem Täter als Zeugen attackiert und eingeschüchtert zu werden, interessierte die Polizei, die nicht in der Lage war einen bekannten Kriminellen nach dokumentierter Straftat einzusammeln wenig. 

Ich könnte noch eine Weile so weiter schreiben - aber ich denke, dass Thema Sicherheit ist damit zumindest in Frage gestellt. Angesichts der Terrorwelle bei unseren Nachbarn der letzten Jahre hat auch noch niemand nachgehakt, warum wir bisher so wenige und meist gescheiterte Versuche gesehen haben - und das aus gutem Grund. Die gleichen Waffen, die in Paris im Januar, März, Oktober und November zum Einsatz kamen, hätten auch bei uns genutzt werden können. Die Bomben von Köln und Bonn haben nicht Dank guter Polizeiarbeit nicht gezündet und die Sauerlandgruppe wurde dank eines Versprechers eines nicht informierten Beamten beinahe noch gewarnt. Und die Beamten, welche vor einer Bonner Moschee niedergestochen wurden oder sich bei einer Verkehrskontrolle in Marxlohe plötzlich umringt sahen werden wohl nicht die Ansicht vom "eindeutigen Gewaltmonopol" teilen können - von Kreuzberger Stadtparks mal ganz zu schweigen.


Wie sieht es denn dann mit der Freiheit aus? Wer heute behauptet, in Deutschland gäbe es noch so etwas wie Meinungsfreiheit, der hat schlicht keine Nachrichten verfolgt. Veranstaltungen und Mitglieder der AfD werden systematisch angegriffen, Trauerkundgebungen politisch missbraucht und Andersdenkende ausgeschlossen, Christen und ihre Einrichtungen sind regelrecht Freiwild und jeder Protest wird diffamiert, nicht besprochen werden darf was "MultiKulti" in ein schlechtes Licht rücken würde auch wenn es um Menschenleben geht, was Kinder zu denken und zu fühlen haben wird ihnen an staatlichen Schulen beigebracht, Proteste dagegen werden wie allgemein ungewollte Proteste in schlechtes Licht gerückt, Entrechtet und ihre Teilnehmer Schimpf und Schande, im schlimmsten Fall der wortwörtlichen Hetzjagd preisgegeben und Berichterstattung ist voreingenommen und einseitig wie zu DDR Zeiten.

Klingt übertrieben? Dann mal noch mehr Beispiele: Das Bundesumweltministerium hat vor einiger Zeit eine Broschüre mit Namen von "Klimawandelskeptiker" herausgegeben - in der Mehrzahl Fachleute und Journalisten, die sich i.d.R. außerhalb des Mainstreames kritisch zum Klimawandel, den Forschungsergebnissen und Behauptungen zu diesem Thema gaben. Diesem Pranger widersetzten sich zwei der Journalisten und wurden nun vor Gericht abgewiesen. Sprich - das Umweltamt darf fachlich bewerten - und das bedeutet, wer eine andere Meinung hat, ist unfähig.

Während Pauschalisierung von Muslimen und "Flüchtlingen" (ist das nicht auch eine Pauschalisierung?) stigmatisiert und geradezu penetrant abgemahnt wird, unsere Minister scheinbar nichts anderes zu tun haben, als damit vor das Mikro oder ans Handy zu treten, ist Sippenhaft für Deutsche absolut ok. So musste bei der Olympiade die Freundin eines Ex(!)-NPD Funktionärs den Höhepunkt ihrer Sportlerkarriere abbrechen. Noch ein Jahr später arbeitete sich die Taz mit vielen Mutmaßungen und Interpretationen, wenig journalistischer Zurückhaltung aber vielen Unterstellungen und Gerüchten an der Sportlerin ab. Mit den gleichen Mitteln wird Prof. Jörg Baberowski unter Feuer genommen. Er stand bis vor kurzem völlig außer jedem Verdacht, Sympathien mit Rechtsradikalen zu haben oder deren Gedanken zu teilen - aber seine Kritik an der Darstellung der derzeitigen Migrationskrise hat dies geändert. Seitdem wird er sogar mit Flugblättern und Plakaten ermordet - zumindest sein Ruf.
Und das Theaterstück "Fear" geht sogar noch weiter. Da werden Menschen mit anderer Meinung als Autor und Regisseur zu Zombies erklärt und zum Abschuss frei gegeben. Die Botschaft ist klar und einfach - aber die "Süddeutsche" spielt lieber mit und schießt noch verbale Salven auf die Kritiker selbst. 
Der Autor Pirincci, der sich selbst mit einer unmöglichen Rede diskreditierte wurde gleich noch mit der großen moralischen Keule getroffen - erst wurde einer seiner Sätze verzerrt von den Medien wiedergegeben und dann alle seine Bücher, inklusive nicht-politischer Welterfolge von den Verlagen zurückgezogen, die Verträge aufgelöst oder gebrochen. 


Die Gedanken sind frei - nur nicht mehr in diesem Land. Die AntiFa hat einen neuen Schlachtruf in leichten Variationen. "Rassismus ist keine Meinung" oder "Nazigeplapper ist keine Meinung" usw.
Das sie dabei selbst festlegen, was Rassismus ist, wer Nazi ist und somit letztlich genau das tun, was sie angeblich bekämpfen, ist in ihre Köpfe nicht rein zu bekommen.

Wir sind also weder vor Terroristen, Kriminellen oder Geisteskranken sicher, noch ist es uns erlaubt zu sagen, wählen, schreiben was wir denken oder auch nur kritische Informationen zu erfragen.

Der einzige Punkt, an dem ich Taras widersprechen möchte: das passiert nicht still und heimlich noch unbemerkt. Es wird vielen gut verkauft, andere sind zu feige aufzubegehren (und ich zähle wohl jenseits dieses Blogs dazu) und jene die sich trauen werden ausgestoßen.



Montag, 16. November 2015

Muslime trauen sich - Update 18.11.

Da ich in den letzten Tagen und auch kommend ziemlich kritisch über den Islam und Muslime als Gruppe schreibe, ist es mir wichtig die Gegenbeispiele zu würdigen.

In den letzten Tagen haben sich mehrere Prominente aber auch völlig unbekannte Muslime öffentlich gegen den IS und mitunter auch gegen den Islamismus gewandt. Nicht nur in Lippenbekenntnissen, sondern in direkten Aufrufen an ihre Glaubensbrüder, sich öffentlich gegen den Terror, gegen Gewalt zu bekennen.
Ein Beispiel dafür ist Dr. Taj Hargey, der im englischen Daily Mirror, einer Art BILD Englands sich klar positioniert und die Muslime dafür kritisiert, sich nicht lautstark zu versammeln, gegen die Gewalt und den, in seinen Augen, Missbrauch des Islams aufzubegehren. Er betont, dass es zwar Demos gegen Salman Rushdies Buch gegeben habe, nicht aber in Antwort auf die Anschläge von London 2006. Er ist der Meinung, hätte es solche Proteste der muslimischen Gemeinde in England gegeben, so wäre der Terror heute weit weniger stark verbreitet. Er sagt, der Koran fordere die höchste Loyalität nicht gegenüber dem Islam, sondern Wahrheit und Gerechtigkeit.

Ich stimme ihm in theologischen Dingen nicht zu, aber ich bin weder Muslim noch Theologiegelehrter. Überzeugen könnte mich allerdings nur der Erfolg seiner Forderung. Nichts desto trotz sind es Muslime wie Hargey, die Europa braucht und die gefördert werden sollten.

Husain Haqqani ist ein anderes Beispiel, der sich zu den Anschlägen zu Wort meldete. Er ist der ehemalige pakistanische Botschafter und hat einen Text herausgegeben, in welchem er zwar einen Teil der Schuld für den Terror auf den Westen schiebt, der mit der Moderne den Orient überrollte und so einen anti-modernistischen Impuls auslöste, den wir heute als radikalen Islam erleben. Dabei ist für ihn klar, dass militärisch der Orient bzw. die Muslime keine Chance haben, aus den Konflikten der Vergangenheit aber mehrere terroristische Methoden entwickelten, diese Niederlage nicht eingestehen zu müssen und den Kampf aufrecht zu erhalten.
Seine Forderung ist, dass moderate Muslime mit starken Kampagnen und einer deutlichen Theologie den geistigen Kampf aufnehmen. Es dürfte ihm klar sein, dass die Antwort der Radikalen aus Gewalt bestehen dürfte, aber die Notwendigkeit den "mittelalterlichen Islam" hinter sich zu lassen und eine moderne Version aufzubauen steht für ihn außer Frage.

Wer weitere Beispiele für mutiges Aufstehen findet oder erwähnt sehen will, einfach in den Kommentaren einen Hinweis hinterlassen. Ich freue mich über jeden.

Die Gegner dieser Männer sind aber nicht nur Terroristen sondern auch solche, die offen in Europa den islamischen Staat fordern, debattieren und ihre verharmlosenden Helfer in Politik, zivilem Engagement (wie Pax Christi) und Medien.
So gesehen am Abend der Anschläge in England:


Auch Frau Kelek hat sich mal wieder gemeldet. Ich zitiere einen Absatz aus der NZZ
Muslime in aller Welt sind entsetzt darüber, was in ihrem Namen passiert. Aber sie tun nicht wirklich etwas, um ihren Glauben von der politischen Ideologie zu befreien. Man distanziert sich nicht von Versen im Koran, die zu Mord an Andersgläubigen aufrufen. Es gibt keine Theologie, die die Rolle des Propheten als Kriegsherr hinterfragt. Weil der Islam alles sein kann, ist er das, was in seinem Namen geschieht. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Anders gesagt: Der Islam ist, was er ist, und nicht das, was man über ihn sagt oder sich von ihm erträumt.


Off topic Nebenbemerkung: vorgestern habe ich als Meldung im Radio gehört, dass unsere Nationalmannschaft als Vorsichtsmaßnahme die Nacht des Anschlages im Stadion verbrachte. Es wäre ihnen nicht zuzumuten gewesen, in die nicht gesicherten und unbewachten Hotels gebracht zu werden.

Währenddessen sangen die franzözischen Fans stolz und trotzig in dichten Massen in den Gängen des Stadions während sie nach Explosionen evakuiert werden ihre Nationalhymne und stellten noch in der Nacht erste Blumen und Gedenken auf.

Montag, 11. März 2013

Diskutiert Deutschland?

Unsere Deutschlehrerin, geboren, aufgewachsen und ausgebildet in der DDR, bestand darauf, dass jeder von uns zwischen der 7. und 12. Klasse jedes Jahr an einer Diskussionsrunde aktiv teilnahm, entweder indem er / sie eine These äußerte und verteidigte oder indem man sie eben zu widerlegen versuchte. Ihr war dabei wichtig, dass wir mit Argumenten, nicht mit Emotionen oder Haltungen arbeiteten. Natürlich habe ich damals weder ihre Beweggründe verstanden noch den Sinn dieser Übung. Erst als ich ins Erwachsenenalter kam und im Studium schon etwas fortgeschritten war, die Methoden des Faches begann zu verinnerlichen, da merkte ich auf.
Heute bin ihr sehr dankbar. Nicht nur, dass sie Lehren aus den Zuständen in der DDR zog und freie Meinungsäußerung und Diskussionen zu schätzen vermittelte, auch die Art wie man miteinander umgeht, wenn man unterschiedlicher Ansichten oder Überzeugungen ist sind aus meiner heutigen Sicht riesige Leistungen eines Einzelnen.
Umso bedenklicher empfinde ich bestimmte Entwicklungen in unserem Land, ja in unserer Kultur. Ich empfinde eine zunehmende Diskriminierung, besser noch, eine Kriminalisierung von Andersdenkenden und Andersglaubenden. Dieses empfinden beruht auf Erfahrungen, Berichten und Meinungsäußerungen unserer Medien ebenso, wie auf aufgezeichnetem Verhalten.
Ein paar Beispiele:
1. Heute fand sich auf dem Blog Klosterneuburger Marginalien ein Link zur Berichterstattung des Blattes Münstersche Zeitung betreffend des in Münster abgelaufenen Protestmarsches "1000 Kreuze", eine Demonstration für das Lebensrecht abzutreibender bzw. abgetriebener Kinder. So wie ich diesen Protest verstehe, geht es dabei darum, darauf hinzuweisen, dass auch diese nie geborenen Kinder Menschen waren und ein Recht auf Leben haben. Das es dabei nicht um Abtreibungen aus Not geht, also um die Mutter aus einer lebensbedrohlichen Situation zu retten, verstehe zumindest ich so. Dabei ist festzuhalten, dass Frauen in Deutschland bis zu einem gewissen Monat das Recht haben, ihre Kinder abzutreiben und dies pro Jahr mehrere tausend Mal geschieht. Dagegen protestieren die Lebensrechtler bei ihrem Marsch.
Die Zeitung bezeichnet diese Menschen aber bereits in der Kurzerläuterung als "fundamentale Christen" oder auch "radikale Abtreibungsgegner", ohne zumindest im weiteren Text auf deren Argumente weiter einzugehen. Statt dessen werden die Verhältnisse umgedreht. Nun sind nicht mehr die Menschen mit den Kreuzen in der Hand die Protestierenden, sondern diejenigen, die versuchen diese Menschen durch Lärm, Beschimpfungen und schließlich Pyrotechnik einzuschüchtern. Ohne Polizeiabsperrungen würden diese Menschen ihren "Gegnern" die Demonstration verweigern, den Weg versperren. Aber auch so haben sie ihr Ziel erreicht, der Marsch wurde vor dem erreichen des Zieles abgebrochen, wie der Bericht kurz am Ende vermerkt. Mehr Augenmerk erhält ein Teilnehmer, der sich dem Stress durch das Aufsetzen von Lärmschutz zumindest audiell / akustisch zu entziehen versuchte. Diesem wird prompt mangelnde Dialogbereitschaft vorgeworfen. Wieder wird aus dem Opfer der Täter, denn wo fand ein Dialog statt? Ist ein Protestmarsch ein Ort des Dialoges oder erstmal nur ein Zeichen der Meinung, ein Bestandteil der Meinungsfreiheit? War der Polizeieinsatz dementsprechend eine staatliche Unterbindung eines Dialoges? Versteht der angebliche Journalist unter der Nutzung einer Trillerpfeife nahe dem Gehör einen Dialog?
Offensichtlich geht es hier nicht darum, ein Ereignis so neutral als möglich zu berichten, sondern eine Seite negativ darzustellen.

2. Als ein gewisser Anders B. Breivik vor nunmehr fast zwei Jahren zum Massenmörder wurde, fand man von seiner Hand bald ein 1500 Seiten dickes "Manifest". Spätestens ab diesem Zeitpunkt berichteten die Medien, es handele sich bei ihm um einen fundamentalen Christen, einen Kreuzzügler. Dies basiert darauf, dass er in seinem Wälzer seine imaginäre Terrorzelle nach dem Vorbilde der Templer gestaltet haben will und vorne dick ein Tatzenkreuz darauf prangt, das Symbol diverser Ritterorden. Allerdings erläutert er auch am selben Ort, dass er seit Jahren nicht mehr gebetet habe, schon ewig keine Kirche gesehen habe und eigentlich zu den Freimaurern gehöre. Damit wäre er alles andere als ein Christ, geschweige denn ein "fundamentaler".
Einige Zeitungen berichten dies trotzdem noch heute, wenn die Rede auf ihn kommt. Alternativ wird er zum Islamhasser gestempelt. Kurz darauf waren zumindest in den deutschen Medien Mittäter gefunden. So wurde dem Publizisten und Kritiker H.B. Broder von einem Journalisten der Frankfurter Rundschau vorgeworfen geistiger Anstifter des Attentates sei, da seine als "Antiislamismus" kritische Sicht auf den Islam diesen mit motiviert hätte. Als vermeintlichen Beweis wurde das Manifest des Massenmörders vorgelegt, in welchem dieser Broder mehrmals zitiert. Ähnliches fand sich in anderen Ländern mit den dortigen jeweiligen Islamkritikern.
Nicht nur, dass die Anschuldigung, vorgebrachte Kritik auf der Basis realer Ereignisse wie mittlerweile tausenden von Anschlägen, Frauenunterdrückung usw. sei verantwortlich für die Gewalttat eines einzelnen Amokläufers, ist so abstrakt, dass sie eher zynisch wirkt. Auch die Opferwahl Breiviks ( seine Anschläge galten alle der sozialistischen Regierungspartei bzw. deren Mitgliedern) sprechen eine andere Sprache. Ebenso wie die psychologischen Beurteilungen, die ihm alle die schwerwiegendsten Störungen attestieren. In seinem Manifest zitiert er zudem Voltaire und Marx, beide treffen die Vorwürfe nicht. Während diese Journalisten also den Menschen eine Mitschuld geben, die auf Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung im Namen des Islam als Problem hinweisen, kritiseren sie diese Hinweise als Verallgemeinerungen, die man, trotz der hohen und steigenden Opferzahlen, nicht auf "den Islam" zurückführen könne.
Jeder, der diese Leitlinie anders sieht wird schnellstmöglich öffentlich an den Pranger gestellt. Zwar nicht im altmodischen Sinne, es steht kein Gerüst auf dem Marktplatz, sondern viel breiter angelegt durch Artikel in den Massenmedien, Berichte im TV und durch Bücher, die noch dazu in den Medien angepriesen werden.
Man hatte also im konkreten Fall zum einen Broder, zum anderen das Christentum zu Mitschuldigen erklärt.

3. Sarrazin, nicht nur Herr sondern auch Frau. Es steht unzweifelhaft fest, dass dieser Mann wenig Mitgefühl und Einfühlungsvermögen besitzt. Seine Vorschläge vor vielen Jahren, Sozialhilfeempfänger müssten nicht heizen, heiss duschen oder könnten seinem Speiseplan folgend leicht auskommen waren z.T. regelrechte Einschnitte in die Freiheit und das Wohlergehen der Menschen. Bis dahin wurde er belächelt und zu Podiumsdiskussionen eingeladen, die vielleicht mal lauter wurden, aber immerhin durch Wortgefechte glänzten.
Nach seinem kritischen Buch zur Demographie, "Deutschland schafft sich ab", war das Fass allerdings voll. Die Kanzlerin erhob sich zur Kritikerin und nannte das Buch "nicht hilfreich", einige Zeitungen standen regelrecht Kopf und nicht wenige Stimmen in Politik und Öffentlichkeit, darunter der Bundespräsident welcher sich später durch einen Drohanruf bei einer Zeitung auszeichnete, forderten seine sofortige Entlassung aus dem gehobenen Staatsdienst, gleiches galt für Parteimitglieder der SPD, die ihn nicht in ihrer Partei haben wollten. Als eine mutige türkischstämmige Journalistin noch lange nach der Debatte mit ihm einen Besuch in Kruezberg machte wurde er verfolgt, beleidigt und schließlich aus einem Lokal geworfen. Die TaZ war sich nicht zu fein, ihn mit einer "alten Hure" zu vergleichen.
Seine Frau berichtete später, die ohnehin nicht besonders angenehme Situation an ihrer Arbeitsstelle wäre nach erscheinen besagten Buches noch schlimmer geworden. Sie wurde sozusagen in Sippenhaft genommen, und auch diese Klage wurde ihr daraufhin negativ ausgelegt, das Opfer wiederum zur (Mit)Täterin gemacht.

4. Zuletzt der Fall der südtiroler Band Frei.Wild. Der Sänger der Gruppe war bis 2001, also vor 12 Jahren, Mitglied der Gruppe "Kaiserjäger", welche dem rechten Milieu zugeschrieben werden muss. Aus diesem Grund und der Tatsache, dass die Band Frei.Wild ihre Heimat, deren Tradition und Gebräuche lobt sowie der Tatsache, dass es Rechte und Rechtsradikale gibt, die diese Musik ebenfalls mögen wurde der Vorwurf konstruiert, auch Frei.Wild sei rechtsextrem. Das die Band sich immer wieder in ihren Texten von der rechten Szene distanziert, sich in Plakaten bspw. über den Konzerteingängen gegen Extremismus jeder Art & Rassismus stellt wird dabei entweder ignoriert oder als "nicht ausreichend" bezeichnet. Daher wurde ihre Nominierung zur Preisverleihung "Echo" zurückgezogen, als die Band Kraftwerk und Mia öffentlich bekundeten, der Veranstaltung fern zu bleiben wenn die Gruppe Zugang erhielt. Das die Nominierung an Verkaufszahlen, also sozusagen im Willen der Bevölkerung liegt wurde dabei einfach ignoriert.
Mia jedenfalls trat 2008 mit dem Rapper Bushido auf, der damals u.a. mit Texten berühmt wurde, die frauenverachten waren und zur Gewalt gegen Homosexuelle und Minderheiten aufriefen oder sie zumindest positiv darstellten. Mittlerweile hat sich der Rapper zwar verbal distanziert, der verkauf der CDs und MP3s geht aber ungemindert weiter, es erfolgte keine Rücknahme der Veröffentlichung.
Dies eskalierte bei der Bambi Verleihung, aber nur der Sänger Heino protestierte auch durch Tat und gab seine Auszeichnung zurück. Von Mia hörte man kein Wort des Protestes.
Auch hier wird deutlich gemacht, dass es nicht um Taten oder Inhalte geht.

Die Liste ließe sich beliebig lange erweitern, etwa um Demonstranten und Aktionen, die offene Ausgrenzung von Menschen aufgrund ihrer Überzeugungen fordern oder durchsetzen. Seien es Drohungen gegen Gastwirte, wenn sie die "falschen Gäste" bedienen oder die justizielle Absegnung der Bezeichnung "Kinderf*****sekte" für die katholische Kirche.

Den anderen als Menschen zu sehen, seine Argumente und Meinung anzuhören und bei Nichtübereinstimmung ggf. eine sachliche Diskussion anzustreben scheint heute kaum noch möglich. Schnell wird man in einen Topf gesteckt und manchen dieser Töpfe wird unmenschlich Feuer gemacht.
Daher möchte ich zum Abschluss auf einen Künstler verweisen, der dies anders sieht und macht. Dafür hat er in meinen Augen größtes Lob verdient. Er begibt sich damit zwischen die Fronten. Von solchen Menschen bräuchte es in diesem Land mehr.

Mittwoch, 6. März 2013

Freiheit in Vietnam

Dr. Josef Bordat, der auch ein eigenes Blog betreibt, setzt sich derzeit mit einer Unterschriftensammlung zu seiner Petition an den Bundestag für die Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit in Vietnam ein. Hintergrund ist die Verhaftung und Veurteilung katholischer Blogger in dem kleinen Staat, der in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit eine immer positivere Wahrnehmung erfuhr.
Dieses Bestreben unterstütze ich von Herzen. Der Link ist im Text unterbgebracht, zur Sicherheit aber hier nochmal extra: https://www.openpetition.de/petition/online/verbesserung-der-menschenrechtssituation-in-vietnam