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Donnerstag, 21. Juli 2016

Mit dem Terror leben

Eine Phrase, oder besser, einige Varianten, dominieren die "Expertenmeinungen". Man dürfe sich dem Terror nicht unterwerfen.
Dem stimme ich restlos zu - aber scheinbar verstehe ich den Satz völlig anders.
Die Terroristen versuchten, unseren Alltag zu zerstören. Uns von unserer Lebensgestaltung abzubringen. Das dürften wir nicht zulassen. Wir sollten weitermachen, wie bisher, um es ihnen richtig zu zeigen.

Wer wirkliche Abneigung gegen Schimpfworte pflegt, überspringt bitte den folgenden Satz.
So eine gequirrlte, hirnlose, verkopfte, lebensfremd-gepamperte Scheisse zu verbreiten grenzt an fahrlässige Tötung.

So, mir gehts besser - ich habe das heute mehrfach laut vor mich hingeflucht. Meine nächste Beichte wird etwas länger...

Im ernst: die Absicht der Terroristen ist erstmal: zu töten und verletzen. So viele und so grausam und so medienwirksam wie möglich. Darauf folgt die Absicht, mit diesen Akten zum einen ihrem Auftrag zu wollen - den Kampf zu den Ungläubigen zu bringen, in das "Haus des Krieges", das "dar al-Harb".
Zum anderen aber auch zu signalisieren: wir haben die Macht. Wir können euch töten und wir werden euch töten. Wer nicht dem relativierenden, verfälschenden Unsinn in Radio und TV lauscht, nicht die Meinungsjournalisten in den Zeitungen liest sondern sich die Botschaften anhört, welche die Terroristen selbst versenden, der weiß, um was es ihnen geht. Ein klares Ziel. die Ausdehnung des Kalifats, die Bekehrung aller die sich bekehren lassen zum Islam, die Herrschaft der Scharia und der Tod aller, die sich nicht bekehren lassen.
Es ist völliger Schwachsinn zu behaupten, den Terroristen ginge es darum, dass Kevin Sorglos nicht mehr ins Bataclan nach Paris fährt oder der 14. Juli nicht mehr gefeiert würde. Natürlich will man diese Dinge auch loswerden, aber über die Herrschaft und nicht über den Terror. Der ist Teil asymetrischer Kriegsführung - in ihren Augen.

Bei uns wird betont, dass es keine absolute Sicherheit geben kann, man sich aber bemühe. Wie dies dann endet, zeigten uns prompt die Terroristen. Aus Angst, ein Stadion könnte, wie seinerzeit die Olympiade in München, live vor den Kameras zum Schauplatz eines Anschlages werden, wie im November in Paris geplant und in Deutschland vermutlich knapp verhindert, wurde ein riesiges Sicherheitsaufgebot aufgefahren.
In Nizza und den meisten anderen Städten wurde wenige Tage nach Ende der Veranstaltung dann der Nationalfeiertag begangen und die Sicherheitsvorkehrungen waren bestenfalls makulatur. Mit dem bekannten tödlichen Ausgang.
Die Polizei fordert mehr Beamte, die Innenminiserien schaffen Sonderheiten und Abteilungen. Und trotzdem kann es keine absolute Sicherheit geben. Die letzten Jahre haben das gezeigt. Wir verdrängen und vergessen um uns nicht klar zu machen, wie oft es schon geknallt hat.
Die Gewerkschaften betonen, dass man die Beamten nicht rund um die Uhr verheizen kann, die Innenrevisionen haben diverse Male bereits Radikale in den eigenen Reihen entlarvt.
Die Völkerwanderung hat nun doch manchen Terroristen ins Land gebracht, obwohl stets behauptet wurde, dem sei nicht.

In meinen Augen würde "wir ergeben uns nicht" bedeuten, wir lernen uns zu wehren. Wir fokussieren uns auf unsere Werte und Errungenschaften. Und fokussieren bedeutet, wir sehen es und wir verteidigen es. Sowohl gegen Angriffe als auch gegen Missbrauch. Bestes Beispiel wäre unser Asylwesen. Unsere Errungenschaft war hier das Menschenrecht, ausgeübt am Individuum. Jeder wurde als solches begrüßt, aufgenommen und überprüft. In einem stetigen Prozeß dieses Verfahren zu verbessern, menschenwürdiger zu machen. 2015 haben wir dies aufgegeben und ein Pauschalurteil verhängt. Turnhallenweise wurden echte Flüchtlinge mit Menschen zusammen gepfercht, die sich nur bessere Lebensumstände wünschen, viele davon am besten ohne Arbeit und auf Kosten anderer. Und zusammen mit "Flüchtlingen", denen der IS zwar zu Radikal war - aber nur, weil er auch sie aus irgendwelchen Kleinigkeiten aufs Korn nahm. Sonst teilen sie viele der Ansichten und leben sie auch aus. Mit Kinderschändern und Menschen die glauben, das man Mädchen nicht früh genug an einen Mann vermitteln kann.

Wehren, dass hieße für mich, die Bevölkerung vorzubereiten. Wie in Israel, wo der Terror zum Leben gehört und Beschützer nie viel weiter als einige dutzend Meter weg zu sein scheinen. Wo sich Menschen verteidigen dürfen und von klein auf beigebracht bekommen, wie man sich verhält. Bei einer Explosion, bei einem Alarm, bei einer Attacke. Ob Israel oder die USA, die Bürger haben das Recht sich zu wehren und üben dies auch aus. Jene, die es tun, stehen besser da, egal wie sehr an den Statistiken rumgefälscht und -interpretiert wird.
Ein bestimmter Teil unserer Politiker gerät in Panik und schwadroniert von Selbstjustiz, wenn die Bürger den letzten Strohhalm der Selbstverteidigung ergreifen und sich den "kleinen Waffenschein" geben lassen, um Schreckschusswaffen und Sprühgeräte mit sich führen zu dürfen, die einen Taschendieb abschrecken, aber gegen Terroristen und Bandenterror völlig nutzlos sind.

Mit dem Terror leben lernen, dass heisst Selbstverteidigung, Vorbereitung, Schutzmaßnahmen und Ausbildung. Wir werden wieder mehr Retter brauchen, die bei einem Anschlag den Verletzten helfen können. Wir werden Menschen brauchen, die ihre Ortskenntnis nutzen, um Fliehenden zu helfen.
Die Menschen müssen wieder lernen, ihre Umgebung im Auge zu behalten und Auffälligkeiten zu registrieren und ruhig melden zu können, ohne Panik auszulösen oder selbst zu erliegen.
Der Täter vom Frankfurter Flugplatz wurde von den unbewaffneten Soldaten überwältigt. Der Thalys-Terrorist wurde von urlaubenden amerikanischen GIs und einem mutigen Helfer zu Boden gebracht und entwaffnet. Der Täter von Nizza wurde von einem mutigen Mopedfahrer zum Anhalten gebracht. Der Kopenhagener Täter wurde von einem Sicherheitsmann in seinem tun behindert, als dieser die Menschen rettete und dafür sein Leben opferte.

In Texas waren es private, schwer bewaffnete Sicherheitsleute, die eine volle Wagenladung Islamisten stoppten.
Der Würzburger Täter traf durch einen für ihn unglücklichen Zufall auf ein SEK, die Täter von Paris mordeten bis nach Stunden die Polizei stürmte. Der entkommene Täter musste von einem Einsatzkommando Wochen später aus den Reihen seiner Sympathisanten abgeholt werden.

Den Bürgern zu vertrauen, wie man es mit den Völkerwanderern wagt, und ihnen die Verantwortung für ihr Leben zu lassen wäre ein Anfang. Das die Staaten versagt haben, das ist kaum noch zu leugnen. Nicht angenommene Notrufe, lange Anfahrtszeiten der Polizei, Kostenübertragung bei "Fehlalarmen" selbst anderer, Überalterung, Überarbeitung, Überlastung, Unfähigkeit, mangelnde Vorbereitung und Planung usw. usf .... diese Polizei kann nur noch aufnehmen, aber nicht mehr schützen, was ohnehin immer schon die schwierigste Aufgabe war.
Wir müssen unser Leben ändern. Denn es wird nicht aufhören. Egal wie oft die Presse mitteilt, der IS liege am Boden, er tut es nicht. Er ist in Nigeria, in Libyen, Yemen, Somalia, Irak und Syrien aktiv und sehr lebendig. Seine Attentäter verüben einen Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo, der jüdische Supermarkt, Thalys, die ermordete junge Tänzerin, der Novemberanschlag, das vor den Augen des Kindes abgeschlachtete Polizistenpaar, der Flughafenanschlag, Kopenhagen, Würzburg, der Angriff eines jungen Mädchens mit einem Messer auf einen Polizisten, Nizza usw. usf. Und das sind nur die letzten einer langen Reihe.
Muß das öffentliche Leben erliegen? Darf es das? Beide Male: Nein. Aber die Sorglosigkeit ist vorbei. Man kann seine Kinder nicht mehr Abends allein vom Konzert nach Hause laufen lassen (Godesberg als ein Beispiel von vielen). Jedem wildfremden die Tür aufzumachen empfiehlt sich nicht. Schon lange warnen sogar die Ersthelferkurse davor, allein auf dunkler Strasse anzuhalten. Vor allem als Frau.
Die wenigsten Menschen sind in der Lage extreme Situationen heute noch einzuschätzen. Im Bataclan legten sich die Opfer zum größten Teil auf den Boden, ergaben sich den Terroristen. Mit den bekannten Folgen.
Das ist keine Erpressung der Terroristen, es geht nicht um Geld, Freilassungen oder Politik. Sie wollen unser Leben. Alles aufgeben müssen wir nicht - aber ein wenig ändern müssten wir schon. Damit wenigstens mehr von uns und unseren Kindern eine Chance erhalten, die großartigen Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, freie Religionswahl, freie Partnerwahl und körperliche Selbstbestimmung zu erleben und nicht in Zuständen wach zu werden, wie sie in den meisten der ca. 55 islamischen Staaten herrschen.

Mittwoch, 20. Juli 2016

Künast und der Terror

So schnell nach Nizza hatte ich es nicht erwartet, aber richtig überrascht hat es mich nicht. Ein weiterer Anschlag. Mindestens fünf Menschen sind verletzt worden, vier davon schwer. Alles Mitglieder einer Touristenfamilie aus Hong Kong. Ich wünsche ihnen wenigstens körperlich völlige Genesung. Wie die anderen 14 Zugfahrer, werden auch sie einen Schock und ein Trauma haben, welches sie für lange Zeit, möglicherweise für immer begleiten wird. Solche Taten hinterlassen nicht nur körperliche Verletzungen. Die Angst, die Panik, das Entsetzen, gerade wenn noch die eigenen Kinder, die eigene Familie niedergestochen wird. Das Gefühl der Hilflosigkeit, die Konfrontation mit solcher Wut und völligem Mangel an Mitleid.
Wir Deutschen, wir Europäer leben als Normalbürger schon lange in einer absoluten Sicherheitszone. Zwar kann jeden von uns plötzlich ein Unfall ereilen, ein Herzinfarkt kann unser Leben beenden oder ein Krimineller kann es auf uns absehen. Aber die Mehrheit kommt durchs Leben ohne erfahren zu müssen, wie es ist, um sein Leben kämpfen zu müssen. Sowohl im übertragenen Sinne, denn es gibt, weisen Staatsmännern und Gott sei Dank, noch soziale Netze, die verhindern, dass Menschen auf der Strasse verhungern (erfrieren ist aufgrund nun überfüllter Aufnahmeeinrichtungen nicht mehr auf die Verweigerung von Hilfe zurück zu führen), als auch im eigentlichen.
Erstaunlich sind in dem Zusammenhang die Meldungen von unseren Schulen. Obwohl die Gewalt um sich greift, regelrechte Banden auf den Schulwegen lauern, sind unsere Kinder mehr und mehr durch "Deeskalations- und Anti-Gewalt-Lektionen" gelenkt und nicht mehr in der Lage, Widerstand zu leisten.
Da ist die Wortmeldung von Künast, ihres Zeichens eine der Kult- und Leitfiguren der Grünen, regelrecht bezeichnend.
Tragisch und wir hoffen für die Verletzten. Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden???? Fragen!
 Mit einem kurzen Satz (gut, Twitter bietet nicht viel Raum - aber auch kein Limit an Tweets) wird das Leid der Opfer des Terroranschlages auf "na mal sehen ob da was Schlimmes dabei war" Niveau gesenkt und ein obligatorisches "Hoffe es geht euch gut" daraus gemacht. Ihr Fokus liegt dort, wo er auch vorher lag. Nach derzeitigem Wissensstand gehört der junge Mann zu den vielen "Flüchtlingen". Der Gruppe also, deren Wohlergehen Künast im letzten Jahr am Herzen lag und derentwegen jeder Einwurf, jede Kritik, jedes Bedenken in die rechtsradikale und fremdenfeindliche Ecke gestellt wurde. Zusammen mit den meisten führenden Politikern lehnte auch Künast den Verweis auf eine verschlechterte Sicherheitslage ab und die Frage nach dem Wohl der Bürger wurde als populistisch abgetan, mit Verweisen auf Menschenrechte und das Wohl der Flüchtlinge überlagert.

Selbst als nach dem Anschlag in Paris im November letzten Jahres, eine gefühlte Ewigkeit her, klar wurde, dass ein großer Teil der Flüchtlinge falsche Angaben gemacht hatte (so wohl auch der Würzburger Täter, dessen unglaubhafte Angaben bzgl. des Alters erst im Licht der Kameras diskutiert werden), sich nicht an die Auflagen hielt und mindestens drei der Terroristen als solche im Flüchtlingsstrom nach Europa gekommen waren, etwas das ranghohe Sicherheitsbeamte vorher als "ohne Hinweis und darum unwahrscheinlich" bezeichnet hatten, wurde die Diskussion dieses Problemes abgelehnt.

Das Leid der realen Flüchtlinge und Hilfesuchenden unter den "Flüchtlingen" wird ebenfalls bis heute kleingeredet. Wie es den Christen und Atheisten, Homo- und Transsexuellen, wie es Frauen, Kindern und vor allem kleinen Mädchen in den Heimen ergeht, kommt immer wieder in einzelnen Artikeln und Berichten nach oben - eine Reaktion der Politik und der großen Fraktion der "kein Mensch ist illegal" Fraktion blieb aus.

Aus dieser bevorzugten Position heraus also aggierte der Täter von Würzburg. Wie auch in Nizza versucht nun die Medienwelt und die Politik mit der Phrase "das Motiv ist völlig unbekannt" erstmal den sich aus der Erfahrung aufdrängenden Verdacht auf einen islamistischen Anschlag beiseite zu stellen. Hintergrund hier ist wohl die doch nicht so große Ferne von Islamismus und Islam - oder die Angst, die eigenen Leute würden zu Mistgabeln und Fackeln greifen, um willkürlich Muslime zu lynchen...
Peinlich wurde die Haltung mit jeder fortschreitenden Stunde. Eine IS Flagge tauchte auf - der penetrante Hinweis auf das "selbst gemalt" kann von mir nur als ein weiterer Versuch angesehen werden, Zweifel zu sähen und das Motiv wie die Verbindung nicht zum IS laufen zu lassen.
Ein Bekennervideo wird auf einer IS Plattform gefunden und der Inhalt ist eindeutig.
Ebenso ein handschriftlicher Brief.
Auf dem Mitschnitt eines Notrufes ist eindeutig der Ruf "Allahu Akhbar" zu hören (bevor Frau Sorge vom Cicero wieder aktiv wird).
Der IS bekennt sich zum Anschlag. Das in den Medien erstmals seit vielen, vielen Jahren wieder "beansprucht" wurde, ist ebenfalls ein deutlicher Hinweis auf die verwandte Haltung von Künast und der Medienwelt. Gibt es Grund zu zweifeln? Gibt es noch andere islamistische Gruppen, die in Europa so erfolgreich Anschläge durchführen? Hat der IS nicht bewiesen, dass er es vermag? Haben seine Anhänger nicht genug Willen, Hinterlist und Argwohn demonstriert?

In seinen Zweifeln nach dem Motiv der Täter von Nizza und Würzburg beruft man sich auf Amokläufer und Einzeltäter. Zumindest letzteres haben wir in den letzten Jahren gesehen. Der Mörder vom Frankfurter Flughafen der unbewaffnete US Luftwaffensoldaten ermordete (2011), die Täter welche den Soldaten Lee Rigby (2013) mitten in London, nur wenige hundert Meter von seiner Kaserne den Kopf abschnitten vor den Augen entsetzter und ungläubiger Passanten, der Schütze von Kopenhagen (2015), Mohammed Merah (2012),  usw. usf.
Allerdings haben wir auch eine Reihe von Tätern, die sich dem IS verschrieben haben und dies entweder offen bekannten oder durch ihre Taten ausdrückten. Die diversen Anschläge, in denen "Einzeltäter" mit Fahrzeugen in Menschenmengen fuhren und anschließend die Zeugenaussagen bzgl. des Schlachtrufes ignoriert oder in Zweifel gezogen wurden um die Theorie der "Geisteskranken" zu verbreiten seien hier ebenso genannt, wie der Mörder des Polizistenpaares in Frankreich vor wenigen Wochen oder der Anschlag im Thalys.

Was mich ziemlich stuzig macht, ist, dass diese Leugnung eigentlich die Lage schlimmer darstellt. Wären es alles Einzeltäter, so könnte man keinen Kausalzusammenhang mit dem IS und seinem "Missbrauch des Islam" treffen - und der Verdacht müsste sich in der Tat ausweiten. Die Phrasen rund um einen "friedlichen Islam" müssten dann erst recht unter Vorbehalt analysiert und die Haltung jedes Einzelnen müsste in Frage gestellt und kontrolliert werden.
Dem begegnen die Politiker wie unser Innenminister mit dem Hinweis auf "Amoktaten" und den Versuchen, die Motive der Tat durch diffuse Definitionen verschwimmen zu lassen. Da wird dann auch die "politische Motivation" eingebracht. Das der Täter von Besatzung und Kriegsopfern sprach, wird hier als Kern dargestellt. Dass diese Kriege lange vorbei sind, die Truppen abgezogen und der Täter selbst betont, dass hier kein Akt des Freiheitskampfes stattfindet sondern ein perfider Mix aus religiösem Krieg und Rache, wie er bereits in den ahadit, den Lebens"weisheiten" rund um Mohammed gelehrt wird - Nebensache, wenn man nicht zugeben muss, was man nicht zugeben will.

Und auch andere Stimmen nun erneut mit ein in den Chor, man dürfe nicht vorschnell schließen - egal wie viele Beweise noch auftauchen.
Künast nun, um zurück zu kommen, steht stellvertretend für diese, in Ermangelung eines anderen Wortes für eine mittlerweile feste Gruppierung dieser Art, Kaste an Relativierern, Verleugnern und Beschuldigern.
Beschuldiger? Zu der besagten Denkweise gehört eine überkritische Selbstreflektion. Man entschuldigt den Täter und nimmt die Verantwortung des Individuums auf sich - oder besser, die eigene Gesellschaft. Gemobbt, Fremdenhass, Frustration durch Alltagsrassismus, mangelnde Integration, schlechte Lehrer, (natürlich nicht selbstverschuldetes) Versagen in der Schule / Ausbildung und natürlich keine Arbeit. Ganz zu schweigen von "racial profiling" und "Polizeigewalt". Nicht, dass es dergleichen nicht gäbe, aber als Vorwurf taucht es überwältigend öfter auf, als in der Realität. So ist die Tatsache, dass die Bundespolizei, welche bspw. illegale Einreisen verhindern soll, besonders häufig auch Menschen mit erkennbarer Herkunft von anderen Kontinten kontrolliert - vor allem aber eben von Kontinten deren Bewohner häufiger illegal im Land sind, keine Form von Rassismus sondern von Lebensrealtität. Wenn nach fünf Raubüberfällen durch Männer im Umkreis weniger km die Polizei vermehrt Männer anhält und kontrolliert würde auch niemand über Sexismus klagen.
Und so unterirdisch ist auch Künast Auslassung zu den Schüssen der Beamten. Nicht nur, dass ihr das Wohlbefinden der Einheimischen und Beamten offensichtlich am Allerwertesten vorbei geht - denn der Täter griff auf seiner Flucht noch eine weitere Frau an, bevor er sich auf die Beamten versuchte zu stürzen, sie wartete weder nähere Informationen ab (der Tweet wurde mitten in der Nacht veröffentlicht, während man noch auf Einzelheiten wartete), noch demonstrierte sie auch nur die geringste Ahnung von dem, worüber sie schrieb.
Ihre Sorge, ihre Kritik galt vor allem dem des Täters. Eines Mannes, der eine ganze Familie mit Axt und Messer niederschlug. Der in einer Bahn urplötzlich und ohne erkennbaren Grund zu morden versuchte - auf eine möglichst grausame und brutale Weise.
Sie unterstellt, dass die Polizei grundlos oder zumindest vermeidbar tötete - ohne daran zu denken, wie sehr es die Beamten mitnehmen dürfte, einen Menschen erschießen zu müssen.
Sie behauptet, man hätte so schießen können, dass der Mann verhaftet hätte werden können. Und demonstriert damit, dass sie (wie auch ich) nichts über die Situation vor Ort wußte und erst recht keine Ahnung vom Schusswaffengebrauch hat. Eine Frau, die sich engagiert, dass alle Schusswaffen verboten werden und sonst absolut nichts über diese Werkzeuge weiß.

Zwar herrschte Empörung über ihren ersten Tweet und der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei wurde in einem n-TV Interview erfreulich deutlich, ebenso wie andere Schreiber. 
Aber das war es dann auch. Mehr wird nicht passieren.  Im Gegenteil. Andere schließen sich an und Künast legt nach. Es gehe immerhin um den Rechtsstaat, in dem jeder Schuss untersucht würde. Das stimmt - und bedarf dazu keiner Aufforderung und keines Kommentars einer Bundestagsabgeordneten. Das geschieht in der gesamten westlichen Welt automatisch. Polizisten die jemanden im Dienst erschiessen werden bezahlt beurlaubt und die dafür zuständige Abteilung untersucht den Vorfall. Sollte es sich um einen Mord, einen Unfall, Fahrlässigkeit oder irgend etwas anderes als Notwendigkeit handeln, werden danach Schritte eingeleitet. Das führt dazu, dass viele Beamte die Schusswaffe gar nicht als Option wahrnehmen, denn "man steht immer mit einem Bein im Knast". Künast heuchelt da noch Verständnis und behauptet, sie sehe, wie schwer die Arbeit der Polizei ist, auch mit Blick auf den Schusswaffeneinsatz. Eine unglaubwürdige Äußerung angesichts ihrer Reaktion.
Noch einen drauf setzt Jakob Augstein, der gleich noch twittert, dass es sich wohl um eine Hinrichtung durch die Beamten gehandelt habe, die damit "Gerechtigkeit" herstellen wollten.


Das Ganze ist beispielhaft für den Zustand unserer Gesellschaft. Die Opfer werden bestenfalls am Rande bedacht, die Täter werden zu entschuldigten Opfern umdeklariert, diejenigen, die sich wehren oder gar andere verteidigen müssen sich hinterher einem sozialen Tribunal stellen.
Und die Islamisten stehen am Rand und fragen sich, was sie noch tun müssen, um von allen als Gefahr und Bedrohung wahrgenommen zu werden.

Sonntag, 5. Juni 2016

"Was würde Jesus tun?"

Die in der Überschrift gestellte Frage dient Christen dazu, ihr eigenes Handeln zur reflektieren, zu betrachten. Bin ich gnädig, mitleidig, spendabel, gottesfürchtig? Darüber hinaus gibt es noch viele Adjektive mehr, die wir aus dem lesen können, was die Bibel uns über Jesus berichtet. Aufopferungsvoll, eremitisch bzw. nomadisch, gelehrt, schweigsam und beredt usw.

Darum ist die Frage "was würde Jesus tun" lediglich ein Rat, ein (sehr guter) Vorschlag, wie man sich verhalten sollte. Weder leben wir in seinen Zeiten, noch seinen Verhältnissen, noch sollten Christen soweit gehen und sich mit Jesus vergleichen wollen - denn auch das liegt in der Frage verborgen. Was Jesus zu tun bereit und fähig war und ist, das gilt noch lange nicht für den einfachen Menschen. Jesus würde einem hilfesuchenden Kranken Heilung schenken (eine Behauptung, die ich aus den exakt so in der Bibel zu findenden Beispielen ableite) - wer kann das von uns?
Kranken Menschen zu helfen hingegen - das ist machbar und scheint angesichts des Beispieles angemessen. Allen Kranken? Wie sollte man? Wir sind einfache Menschen und nicht Jesus. Wir können nur "unseren Beitrag" leisten. Rollstuhlfahrern im Alltag beizustehen, für die Forschung zu spenden, Verwandte und Freunde zu trösten und ihnen beizustehen, Erste Hilfe zu leisten oder jemandem der kolabiert ein Glas Wasser zu bringen und den Notruf zu wählen statt weiter einzukaufen - solche Dinge kann man aus "was würde Jesus tun" nicht direkt aber eben mittelbar ableiten.

Auch haben wir ein Problem bei der Beantwortung der Frage. Wir behaupten etwas, wir maßen uns an zu wissen, was Jesus tun würde. Wenn wir kein konkretes Beispiel haben oder über Umstände sprechen, die so vor 2000 Jahren gar nicht möglich waren, so kommen wir sehr leicht in Bedrängnis.
Der Kölner Bischof hat dies vor kurzem getan und vor einem für eine ordentliche Summe Geldes gekauften und transportieren "Flüchtlingsboot" gestanden und behauptet, Jesus wäre an Bord eines solchen Seelenverkäufers, wenn er heute auf Erde wandelte.
Ich beschrieb meine Haltung dazu vor Kurzem.

Aber dies ist nur ein sehr prominentes Beispiel für solches Verhalten.
LePenseur hat, wie immer mit deutlichen Worten, ein viel profaneres Beispiel kommentiert.

"Jesus würde heute über Fußball reden"


In meiner Phantasie kann ich manchen treuen Christen bei dieser Äußerung erschreckt einatmen hören. Jesus nicht zuhören? Ist das nicht bereits Blasphemie?
In diesem Fall nicht - denn LePenseur antwortet auf eine Anmaßung, welche zudem noch völlig daneben ist. Es gibt nicht einen Hinweis, dass Jesus sich irgendwann über einen Sport oder irgendeine Unterhaltungsform geäußert hat. Der Priester projeziert also seine Ideen und Vorstellungen, seine Präferenzen in Jesus. Macht ihn regelrecht zum Maskottchen. Das sollte viel eher zur Schnappatmung führen.

Demut gehört zu den christlichen, besonders aber zu den katholischen Tugenden. Gerade wenn man darüber spekuliert, was unser Herr unternehmen würde, sollte man mitunter mal kleinere Brötchen backen und sich der eigenen Grenzen bewusst werden.

Dienstag, 31. Mai 2016

Von Gorillas und Dompteuren

In den USA kletterte ein kleiner, vierjähriger Junge in das Gehege der Gorillas. Ein Silberrücken, in der Lage selbst ausgewachsene Menschen wie Zweige zu zerbrechen, sieht ihn, schnappt ihn und zerrt ihn zehn Minuten hinter sich her, wirft ihn sogar in die Luft. Die Wärter müssen handeln - auch wenn manche das Verhalten als "Beschützen" interpretieren. Betäubung würde zu lange dauern und man kann nicht vorhersagen, wie der 17jährige Gorilla Harambe auf den Betäubungspfeil reagiert. Darum entscheiden sich die Wärter, dass Tier, welches sie jahrelang gehegt und gepflegt haben, mit dem sie Umgang wie mit Haustieren oder, wie der Pfleger der das Männchen großzog sagte, wie mit einem Familienmitglied hatten, zu erschießen.
Harambe vor dem Jungen
Sie retten damit wahrscheinlich den Jungen, der mit ein paar Kratzern und blauen Flecken davon kommt.
Gegen die Eltern wird ein "shitstorm" losgetreten. Die Forderung nach einer Anzeige gegen die vierfache Mutter reichen von "Mord" bis zur Vernachlässigung. Morddrohungen erreichen die Familie.
Die Mutter selbst äußert sich über Facebook und spricht von einem "Unfall", und das solche Dinge eben "passierten".

Die Reaktionen sind gemischt. Aber selbst die erleichtersten dürften der Mutter wie dem Zoo gegenüber kritisch stehen. Da wurde nicht aufgepasst. Die Mutter hatte ihr Kind nicht im Blick, das sich so einfach in ein Gehege zwängen konnte und der Zoo hat hier eine Lücke offen gelassen, die es nicht geben sollte.

Es gibt nicht eine Stimme, die der Mutter zujubelt und auch der Trost, den die Familie zugesprochen bekommt hält sich in engen Grenzen. Eher bleibt auf die Reaktion der Justiz zu warten.

Wie anders verhält es sich in Sachen Mittelmeer und Flüchtlingen. Jüngst rollen wieder die Bilder, welche uns mit Menschen, vorwiegend jungen Männern, vollgepackte Seelenverkäufer zeigen. Oder ertrunkene Kinder und Babies. Vor allem die letztgenannten brechen mir das Herz. Kleine, unschuldige Wesen, die gerade erst die Welt entdecken sind tot.
Und sie sind nicht tot wegen uns. Nicht die Europäer haben diese Kinder auf hohe See gebracht, in einem viel zu kleinen, nicht mehr seetauglichen Boot bei unpassendem Wetter und ohne ausreichende Versorgung. Nicht unsere Küstenwacht und Marine hat den Menschen Geld abgenommen, damit sie diese Todesfallen betreten.
Verantwortlich sind nicht wir, weil unsere Vorfahren aus dem waldreichen und ressourcenarmen Europa mehr machten als eine Sammlung von Stammesgebieten. Selbst der Kolonialismus kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden, ist er doch seit vielen Jahrzehnten Geschichte und Vergangenheit und die Hilfen, welche die ehemaligen Kolonien mittlerweile erhielten übersteigen die Gewinne durch Ausbeutung und Raub um ein vielfaches.

Verantwortlich sind die Eltern, welche sich entscheiden auf der Suche nach einem besseren Leben ein solches Risiko einzugehen - mit kleinen Kindern und Schwangeren oder allein, die Familie auf sich gestellt zurücklassend.
Dieses Kind hatte "Glück" und wurde gerettet. Dank sei Gott.
Verantwortlich sind die Schlepper, die mit riesigen Gewinnen und völlig ohne jegliche Skrupel Fahrten in die Seenot anbieten und durchführen.
Verantwortlich sind die vielen europäischen Menschen, die glauben, durch Willkommenskultur, Fluchthilfe, Teddybären und die Vertuschung von Fakten "das einzig Richtige" zu tun.

Natürlich gibt es Leute, die auf der "Flucht" sind. Die vor Krieg in ihrer Heimat oder vor Verfolgung aufgrund von Religion, Ethnie oder Ansichten sind. Das gab es schon immer. Und bis auf die Palästinenser gab es dafür stets Lösungen. Und die waren i.d.R. lokaler Natur - nicht globaler.

Ein Problem löst man nicht durch Ausweichen und Verschieben.

Von jenen, die dort über das Meer kommen, das bestätigen unzählige Auswertungen der Asylverfahren aus Italien, Frankreich, Belgien, Holland, Schweden und Deutschland, sind die Wenigsten wirklich auf der Flucht. Die Mehrheit will lediglich migrieren. Dafür gefährden sie ihr Leben - und das ihrer Kinder. Und das lässt mein gebrochenes Herz über den Bildern vor Wut schneller schlagen.
Und wenn ich dann eine Predigt höre, in der ein ignoranter aber selbstgerechter Bischof über einem von Schleppern eingesetzten und von ihm für viel, viel Geld gekauften und transportieren Boot stehend erklärt, "selbst Jesus wäre in diesem Boot gewesen", hätte also Schlepper bezahlt und mit angesehen, wie Eltern ihre Kinder in einer Nussschale aufs offene Meer fahren lassen, dann frage ich mich, welche Dompteure diesem Zirkus solche völlig unlogischen Kunststücke beigebracht haben.


Wo sind die Zeiten hin, als ein Michael Jackson, der sein kleines Kind für ein paar Jubelrufe mehr aus dem Hotelfenster hielt, wegen Kindesgefährdung angezeigt wurde?
Kommt wieder zu Verstand Leute. Helfen: JA! Aber mit Verstand und nicht mit dem Herzen allein.

Ein Rettungsboot kann leben retten - außer man versucht ALLE damit zu retten. Dann wird niemand überleben...



Montag, 25. April 2016

Neo-Nazi-Terrorzelle im letzten Moment vor Machtübernahme ausgehoben

So, wie die Überschrift lautet, lesen sich die Berichte. Alle Journalisten jubeln über den gelungenen Zugriff der GSG9. Es kann nicht groß genug sein.
"Razzia gegen Rechtsterroristen" - ARD
Großeinsatz in Freital: GSG9 nimmt fünf mutmaßliche Rechtsterroristen fest - Spiegel
Mit maximaler Schlagkraft gegen Rechtsextreme - FAZ

Wen hat das GSG 9, die Spezialeinheit gegen Terrorismus, denn da festgenommen und weshalb?
Fünf Verdächtige plus drei bereits Inhaftierte im Alter zwischen 18 und 49+, 7 Männer und eine Frau.

Es bestehe unter anderem der dringende Verdacht, dass die Beschuldigten im Juli 2015 die rechtsterroristische Vereinigung gegründet haben.
Aha. Ok. Noch kein Grund für einen Großeinsatz mit

(...)mehr als 200 Beamte des Bundeskriminalamts, der Bundespolizei und der sächsischen Polizei(...).
aber die Beamten werden schon wissen, was nötig ist.
Das die "Gruppierung" scheinbar noch nicht mal einen Namen hatte, erscheint mir allerdings immerhin berichtenswert. Denn "Gruppe Freital" kommt von der Staatsanwaltschaft.
Die ermittelnde Generalbundesanwaltschaft bezeichnet die Gruppe als "Gruppe Freital".  
Bei dem Aufgebot und angesichts der Erfahrungen solcher Einsätze wie bei der Auflösung der Bonn-Kölner Islamistenzelle nach dem Anschlagsversuch auf den Bonner Hauptbahnhof müssen das hochgerüstete, kampfbereite Fanatiker gewesen sein, unmittelbar davor mit automatischen Waffen und Sprengmitteln loszuschlagen...
Bei vier der Beschuldigten wurden bei den Durchsuchungen Feuerwerkskörper aus Tschechien gefunden. 
Ahja.

Damit soll die Gruppe nach Stand der bisherigen Ermittlungen in verschiedenen Konstellationen drei Sprengstoffanschläge verübt haben: zwei Angriffe auf verschiedene Flüchtlingsunterkünfte in Freital in den Nächten vom 19. auf den 20. September und vom 31. Oktober auf den 1. November 2015 sowie in der Nacht auf den 19. Oktober ein Angriff auf ein alternatives Wohnprojekt in Dresden. 
Ok, das rechtfertigt wirklich und ohne jede Ironie polizeiliche Ermittlungen und Anzeigen. Hier geht es aber um Terrorismus - also das, was es ja angeblich nur in Einzelfällen gibt, die nicht verallgemeinert werden dürfen.
In der ARD wurde nebenbei erwähnt, was es Bedarf, um unter diese Definition zu fallen.
Was die ARD unerwähnt lässt, ist die Tatsache, dass dieses Gesetz wegen der RAF gegründet wurde - und seitdem ignoriert wird. Denn was AntiFa und andere Linksradikale an Brandstiftung in den letzten Jahren vollbracht haben, und das stets in Gruppen organisiert, oft öffentlich bekennend - da würden 200 Mann längst nicht ausreichen.
Auch manche aus dem Strom der Völkerwanderung würde dann darunter fallen - denn wie wir mittlerweile wissen ist ein guter Teil der Brandstiftungen auf deren Konto zurück zu führen und oft mit Protest und Trotz verbunden, den eine Gruppe von "Untergebrachten" damit ausdrücken will.
Es wird aber nicht angewandt. Im letzteren Fall wird mancher auf die "politische Absicht" verweisen - diese ist aber lediglich das umgekehrte Spiegelbild dessen, was Fremdenfeinde und Rechtsextreme mit ihren Anschlägen ausdrücken.

Nur mal eine kleine Aufzählung:
Organisierte Angriffe auf Polizeiwachen in Hamburg und Leipzig. (inklusive Feuerwerkskörper und verletzter Polizistin)
Großflächige Zerstörung von öffentlichem Eigentum in Leipzig.
Brandanschläge auf Bundeswehrfahrzeuge in Leipzig.
Jedes Jahr dutzende Brandanschläge auf Kirchen in ganz Deutschland mit organisiertem Hintergrund.
Zerstörung von christlichen Bauwerken über Monate.
Brandanschläge auf S Bahnen in Berlin, Bremen, Hamburg usw.
Massenhafte Brandstiftung an Autos (wieder vornehmlich Berlin und Hamburg, aber in ganz Deutschland verbreitet). Im ersten Link spricht die SPD noch davon, dass sowas die "Vorstufe" zum Terrorismus sei.
Die Anschläge auf AfDler, Katholiken uvm. sind zu zahlreich. Vermutlich erinnert sich der ein oder andere an die Brandanschläge auf Lebensrechtler und konservative Katholiken aus den letzten Monaten.

Was regelmäßig an organiserter Gewalt von linker Seite bei Demonstrationen (oder Gegendemonstrationen) geboten wird, spottet jeder Beschreibung und wird durch "Deeskalationsteams" angeblich bekämpft.

Bevor nun jemand meint, ich wolle damit entschuldigen oder verharmlosen - wie gesagt, die Verhaftung und die Anzeige kann ich durchaus verstehen und halte sie an sich für richtig.
Die Art und Weise der Festnahme, die Vorwürfe, die Berichterstattung, all das ist derartig pervers aufgeblasen wenn man es in Relation zum Alltag dieser Republik sieht, wie ich es eigentlich nur von bestimmten Staaten der Vergangenheit kenne.
Man könnte meinen, es handele sich mindestens um einen zweiten NSU, vermutlich aber den Beginn einer neuen SA.

Auch der Vorgang der Festnahme selbst... Als die Bonner Terroristenzelle festgenommen wurde, hatte dies die Bonner und die Bundespolizei zu verantworten. Als die Sauerlandgruppe festgenommen wurde, gab das GSG 9 lediglich die Parodie einer Anti-Terror-Einheit.
Unsere belgischen Nachbarn haben unter den Wurfgeschossen der Anwohner den verbleibenden Attentäter von Paris in Molenbeek verhaftet - mit einer Einsatzgruppe von ca. 30 Mann und nachdem wegen der Terrorgefahr das Viertel zuvor wochenlang unter Ausnahmezustand gelegt wurde.

Angesichts des Aufgebotes, welches zur Festnahme der organisierten Kriminellen aus Berlin und Hamburg (Miri und al-Irgendwas Clan) benötigt wurden, erscheint es doch lächerlich, wenn bei Leuten, die offensichtlich keine wirkliche Struktur aufgebaut haben, keine Finanzierung zu stehen bekamen (so weit ich informiert bin) und bei denen vereinzelt als Waffen "Tschechenböller" gefunden wurden, plötzlich schwerbewaffnete, hochbezahlte und -trainierte "Elitebeamte" in der Bude stehen. Jedes SEK hätte das ebensogut übernehmen können und sollen. Wenn nicht besser.

Und solange Brandstiftung mit verletzten Polizisten, Angriffe auf Polizeiwachen und Beamte, die jährliche oder unregelmäßige Terrorisierung ganzer Wohnblocks (Stichwort "gegen Gentrifizierung") oder Stadteile (1. Mai) nicht ähnlich heftige Reaktionen heraufbeschwört, solange handelt es sich um Heuchelei und Bevorzugung nach Täter- bzw. Opfergruppe.
Die BRD verspielt ihren Anspruch, ein Rechtsstaat zu sein.



Sonntag, 24. April 2016

Freiheiten die es bald nicht mehr gibt

Eine zivilisierte Gesellschaft leistet sich einiges, was letztlich auf ungeschriebenen und geschriebenen Gesetzen beruht. Freiluftkonzerte etwa, welche den Menschen kulturellen Hörgenuß anbieten sollen, können nur funktionieren, wenn sich niemand entschließt, in Hörweite seinen Ghettoblaster voll aufzudrehen oder eine große Grillparty im Hintergrund zu schmeißen, welche die Besucher des Konzertes mit Lärm, Geruch und visuellen Eindrücken daran hindern sich zu entspannen.

In rappelvollen S-Bahnen ist gegenseitige Rücksichtsnahme ebenfalls ein wichtiger Faktor. Alten oder Behinderten einen Sitzplatz einzuräumen, Müttern mit Kinderwagen beim betreten und verlassen der Bahn (oder des Bahnhofes) zu helfen, sich nicht gegenseitig mit Rauch und der eigenen Musik zu stören - es geht kaum ohne. Alles andere läuft auf Streit und letztendlich soziale Trennung hinaus. Wer es sich leisten kann, pfeifft dann früher oder später auf Konzerte und Bahnen und schafft sich seinen eigenen Raum.
Ähnlich ist es auch beim Sport. Der Breitensport ist abhängig von Menschen, die ihre Freizeit opfern, i.d.R. unentgeldlich, um als Veranstalter, Aufsichten, Schiedsrichter und Versorger das alltägliche Training aber auch die Turniere, Wettkämpfe und großen Ereignisse zu organisieren und abzuhalten.
Natürlich denkt man derzeit in Europa bei Breitensport ausschließlich an Fußball, bestenfalls noch an Handball ein Eishockey. Die Damenvolleyballmannschaften (eine der ästethischsten Sportarten und das meine ich keineswegs anzüglich) bspw. kämpfen gegen ein Mannschaftssterben, da ihnen die Sponsoren fehlen.  Und das ist dann schon die Profiliga...

Präsent werden andere Sportarten höchstens durch Großveranstaltungen, wie etwa die großen Fahrradrennen, bei denen die Tour de France die Profi - und Marathonläufe wie in Köln oder London sind für jedermann offen.
Derartige Langläufe sind aber im Sommer eine außergewöhnliche Belastung für den Körper (man erinnere sich an das sagenumwobene Ende des vermutlich erfundenen "ersten Marathonläufers") und man muss sich gut vorbereiten und während des Laufes sehr genau auf den Körper achten. Auch der Flüssigkeitshaushalt ist dabei von geradezu lebenswichtiger Bedeutung. Dehydrierung während eines solchen Laufes kann schwere Schäden verursachen.
Darum ist es üblich, wie auch bei anderen derartigen Sportarten, dass großzügig Flüssigkeit und bestimmte "Speisen" angeboten werden, die im Passieren aufgenommen und zu sich genommen werden können. Man kennt die Bilder. Plastikbecher mit Wasser oder anderen Getränken, kleine Melonenstücke u.ä. werden von Sportlern im vorbeihuschen an und in sich genommen, die Reste dann an den Strassenrand geworfen.
Das ist für die Sportler "kostenlos" bzw. in den Teilnehmergebühren mit drin (je nachdem).
Dieses Wochenende fand der Londoner Marathon statt. Und da gab es einen unschönen Zwischenfall.
Die kostenlos bereitstehenden Getränke wurden geplündert. Die berichtenden Nachrichten schenken sich mal wieder die Nennung der Tätermerkmale...
Nun ist Wasserklau wohl Mundraub - und hätten die Menschen gefragt, man hätte mit Sicherheit niemanden verdursten lassen. Aber was man im Video zu sehen bekommt, ist alles andere als "Bedürfnisstillung".

Wenn man nun also nichts mehr offen hinstellen kann, ohne Gefahr zu laufen, von einer ganzen Bande geplündert zu werden - immerhin ist das nicht irgendein Hinterhofevent, sondern die Laufstrecke einer der größten Veranstaltungen seiner Art - dann wird es über kurz oder lang weniger und weniger Menschen und Firmen geben, die sich beteiligen.

Der "restliche" Sport wird ohnehin regelrecht platt gemacht. Nicht nur mangelnde Förderung und Aufmerksamkeit, die auf die 22 Personenspiele fokusiert wird, sondern rücksichtslose Politik und Ausnutzung ohne jede Scham erdrücken das sportliche Leben.
Bonn ist ein gutes Beispiel. Fast jede Sporthalle, ob Schule oder Sportpark, wurde in Flüchtlingsheime umgewandelt. Die Menschen, die sich über die diskussionslose Absprache ihrer Freiheit, für die sie durch Steuern und Beiträge zahlten und zahlen,  nicht unbedingt freuten und versuchten verhalten zu protestieren, werden ignoriert oder man spricht ihnen die Menschlichkeit einfach ab.
So etwa in der Bürgerversammlung zu diesem Thema im Januar. Gekommen waren Betroffene, Interessierte, Besorgte. Ihnen wurde erklär, dass weitere Hallen "enteignet" würden, im Sinne, dass sie öffentliches Eigentum seien und die Nutzung kurzerhand ausgesetzt wird. Verträge und Gewohnheitsrechte etc. spielten dabei dann kaum eine Rolle.
Als die Bürger sich darüber zu regen begannen, wurde ihnen von der Integrationsbeauftragten erklärt:
„Zu uns kommen nicht Nummern, sondern Menschen, die wir möglichst anständig unterbringen und versorgen müssen. Lassen Sie uns besonnen bleiben.“
Das auch auf der anderen Seite Menschen sitzen, und diese doppelt und dreifach zahlen, schaffen und bereitstellen dürfen - aber für jede Kritik an der Situation, für die Aberkennung ihrer Rechte und Lebensgestaltung ihrerseits abgemahnt werden, dass ist der Beauftragten nicht zu vermitteln.
Und so las sich auch der letzte Absatz seinerzeit.
Die Betreuung und Versorgung der Menschen auch mit drei Mahlzeiten müsse stehen, der Wlan-Empfang für den Kontakt mit den Familien im Kriegsgebiet, der Sicherheitsdienst rund um die Uhr und die Reinigung der Sanitäranlagen. „Bisher klappt das in allen Bonner Unterkünften hervorragend.“ Wer genau in die drei nächsten Hallen einziehe, wollte eine Frau wissen. Die Stadt erfahre erst zwei Tage vor Anreise, wer komme, sagte Tilgen. „Es sind aber überwiegend alleinstehende Männer.“ Was ein Stöhnen im Publikum auslöste.
Die Bereitstellung von Wlan zum Kontakt mit Verwandten im Kriegsgebiet - daran ist so viel störender Unsinn festzustellen, dass es schmerzt solcherlei im ernst gesprochen und geschrieben zu sehen.
Und das mit den alleinstehenden Männern, ein durchgehendes Phänomen, wurde erst abgestritten und nunmehr schöngeredet. Und da diese Versammlung im Januar war, wurde auch direkt angemerkt, die hätten "anderes im Kopf" - nach dem Motto, Pauschalisierung ist nur in eine Richtung schlecht, und was andere denken und wissen darf immer positiv vorweg "gewusst" werden...

Wenn Sie also das nächste Mal lesen, dass deutsche Kinder und Jugendliche zu unsportlich sind - fragen Sie mal warum und nehmen nicht an, dass diese Menschen keinen Spaß an der Bewegung oder einem Sport welcher Art immer hätten.

Montag, 14. März 2016

BILD-Flüchtlingskampagne, Nathalie Wörner und die Flüchtlinge im Libanon

Die Bildzeitung hat eine Kampagne gestartet, "Hört uns an", bei der sie 100 Prominente zeigt und teilweise zu Wort kommen lässt, die sich für Flüchtlinge, oder was sie dafür halten einsetzen und die Politik der Kanzlerin ganz oder in Teilen unterstützen.
So weit, so unspektakulär propagandistisch. Das Wort scheint übertrieben, aber letztlich ist es genau das. Hier wird Politik gemacht und so getan, als sei jeder Kritiker und Gegner identisch mit Radikalen - ein Verhalten welches bei anderen Themen Anzeigen wegen Volksverhetzung mit sich brächte.

Unter den Promis ist auch Nathalie Wörner. Die Schauspielerin sagt:
Ich war gerade mit der Kindernothilfe im Libanon, wo Flüchtlinge aus Syrien aufgenommen werden. Dieses Land mit seinen sechs Millionen Einwohnern hat bisher etwa zwei Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Keiner ist mit einem Brandsatz empfangen oder beschimpft worden. Mich packt die kalte Wut, wenn ich mir vorstelle, dass das in Deutschland anders ist.
Natürlich ist das die Wohlhabendenform von "ich engagiere mich, und darum weiß ich, wie der Hase läuft. Auch wenn ich selbst nur ausgewählte Orte und Personen zu Gesicht bekomme und jede Situation extra abgesichert wird."
Wie lange man benötigt, bis man auch nur eine Stadt, also den Aufbau, die Sehenswürdigkeiten, die Gepflogenheiten kennen zu lernen, ist von Ort zu Ort unterschiedlich, aber ein paar Tage oder zwei Wochen reichen nirgendwo auf der Welt aus.
Will man dann noch pauschale Aussagen über die Menschen dort treffen, was ja bekanntlich ohnehin nicht so einfach ist,  dann benötigt man noch weitere Zeit, viele Treffen und schließlich einen Einlaß hinter die Barrikaden, die eine Gesellschaft, Gruppe oder einzelne Person nunmal Fremden gegenüber aufbaut. Es ist reichlich arrogant zu behaupten, weil man ein paar Tage in einem Land verbracht hat, wüßte man, wie dort die Herzen schlagen.

Der Libanon, den sie hier so wunderbar freundlich, friedlich und willkommend zeichnet, ist also der Kontrast zu Deutschland. Ist das so?
Schon 2014 wurde aus dem Libanon genau das berichtet, was Frau Wörner behauptet dort nicht gebe: Brandstiftung. Die meisten der Flüchtlinge im Libanon leben in menschenunwürdigen Verhältnissen in Zeltstädten und Notunterkünften, denn dort ist man noch weit mehr überfordert als bei uns.
Und so kam es, dass bereits 2014 eine Zeltstadt der syrischen Flüchtlinge (anders als bei uns auch wirklich alles syrische Flüchtlinge) angegriffen wurde. Dort wurde nicht ein Schuss abgegeben und ein Brandsatz geworfen, bevor die Polizei anrückte. Automatische Waffen gaben Salven ab und dutzende Zelte wurden in Brand gesetzt, während die Flüchtlinge (ja, diese Menschen SIND Flüchtlinge) um ihr Leben rannten.
Das ist kein Einzelfall.
Auch kam es zu "Drive by shootings", es wurde also aus vorbeifahrenden Autos auf die Syrer geschossen.
Eine libanesische Analysten gehen davon aus, dass es sich um Racheakte für ermordete Libanesen handelte, die zumeist von den radikalen syrischen Milizen gefangen und ermordet wurden.
Auch die Ressentiments sind im Libanon da - nur viel platter und viel altbekannter. "Sie nehmen uns unsere Arbeit". Und natürlich ist da auch was dran.


Und im Libanon wie hierzulande geben die Bewohner die gleichen Antworten: es waren Radikale, Kriminelle, Problemmacher. Nicht wir. Auch wenn wir es nicht so toll finden, was da vor sich geht.

Anders als bei uns wird im Libanon aber eines deutlich gesehen, gespürt und gefürchtet: es handelt sich um einen Nachbarn Syriens mit direkter Grenze. Die Menschen, die zu ihnen fliehen, tun genau das: fliehen. Sie suchen kein besseres Leben oder ein bequemes Sozialsystem - sie wollen leben.
Und an der Grenze gab es immer wieder Kämpfe.
Diese Flüchtlinge sprechen aber oft eine den Bewohnern bekannte Sprache, ihre Kultur ist ebenfalls vertraut und eng verwandt. Bildungsniveau, Essgewohnheiten, Schriftsprache oder kurz: nahezu die gesamte Kultur hat einen besseren Ausgangspunkt zur Gemeinsamkeit.
Wenn Frau Wörner also Mist erzählt, dann vergleicht sie erstmal Birnen mit Äpfeln und dann faustdicke Lügen.
Jedenfalls sollte sie die Wut ebenso über jene Libanesen und sich selbst überkommen. Gemein ist allen drei - das Individuum verschwindet hinter einem Kollektiv, welches sie selbst definieren.

Sonntag, 13. März 2016

Petra Sorge, das absolute Sorgenkind des Cicero. Oder: Aufreger der Woche.

Der Cicero, falls es jemand nicht kennt, ist ein Debattenmagazin ziemlich hoher Qualität. Libertäre Ansichten treffen auf konservative und hin und wieder auch auf linke und sehr viele Töne irgendwo dazwischen. Es gibt im Team auch zwei Mitarbeiter für Polemik und Rabulistik, so jedenfalls mein Eindruck. Der Karrikaturist und die Redakteurin Petra Sorge.
Diese veröffentlicht in unschöner Regelmäßigkeit Artikel, unter denen meine Tischplatte leidet, weil ich zwanghaft meinen Kopf auf sie schlagen muss, wenn ich sie lese.
So auch jetzt wieder. Zur Debatte der Richtlinie um die Nennung der Täterherkunft im Pressekodex glaubte sie sich berufen, die Ereignis in und nach Köln einmal zu analysieren. Leider hat sie es mit Wahrheiten, Zusammenhängen, Fakten u.ä. einfach nicht so, und das ist für mich der Aufreger der Woche.
 Und auch ihr Studium, welches sie in Leipzig verbrachte, wirkt nicht gut angewandt.
Auch eine Medienkritik darf einmal mit einem Lob anfangen. Es stimmt hoffnungsfroh, dass die Branche sich monatelang leidenschaftlich über Ethik gestritten hat. Ethik, das ist nicht nur dieser fakultative Frontalunterricht ab der dritten Klasse, sondern das, was der Namensgeber dieser Zeitschrift – Cicero – mal als Moralphilosophie bezeichnet hat, als Lehre vom guten, richtigen Handeln.
Wo bitte steht geschrieben, dass Ethikunterricht als Frontalunterricht abzuhalten ist? Gruppen- und Freiarbeit sind keineswegs unüblich und die alternativen Schulformen von Waldorf und Montessori bieten sehr wohl auch Ethik als Inhalt an.  Wenn man schon den Oberlehrer heraushängen lässt und dabei die eigene Eignung durch Nutzung von Fachbegriffen vortäuschen will, dann sollten es auch die richtigen Worte sein.
Aber weiter zum eigentlichen Inhalt.
Die Branche hat sich also "monatelang leidenschaftlich über Ethik gestritten"? Davon habe ich wenig mitbekommen. Sicher, die Prüfung der entsprechenden Richtlinie fand statt - durch eine Kommission, nicht durch "die Branche" oder, damit impliziert, die Masse der Journalisten in Deutschland. Diese haben weiterhin das getan, was seit vielen Monaten üblich ist: jede Kritik, jeden Verdacht unsachlich und oft beleidigend von sich zu weisen. Auch Frau Sorge folgt weiter diesem Pfad, insbesondere mit diesem Artikel. Und überhaupt sei die Richtlinie so genau richtig. Leidenschaftlich, diese Diskussion, und ausführlich die Begründung, die Frau Sorge da wiedergibt und bespricht, nicht wahr?

Einer der Kritikpunkte, die zur Anklage der Verschleierung und der Lüge führten, war die Verzögerung und die mangelnden Informationen in den Massenmedien, die den Ereignissen an Silvester in Köln am Hauptbahnhof folgten.
Fast schon lächerlich, eher aber trotzig behauptet Frau Sorge, die Verzögerung habe es ja gar nicht gegeben. Als Beweis führt sie einen Artikel des Kölner Stadtanzeigers an. Nun, sie erzählt davon und verlinkt dabei auf einen ihrer älteren Beiträge, in denen ausgerechnet sie auffordert, bei den Fakten zu bleiben.
Dort immerhin findet sich besagter "Artikel". Das dieser herhalten soll als angemessene, zeitnahe Berichterstattung ist lächerlich, infam, bodenlos.

1. Der Artikel erschien als einzige bekannte Medienreaktion vor dem 4.1. Ihn als Stellvertreter einer zeitnahen Berichterstattung hinzustellen ist Rosinenwahl erster Güte. Oder einfach schäbig.
2. Inhaltlich ist er ein Beispiel der Herabspielung und Desinformation. Von 40 Tätern wird berichtet und das keine Festnahmen erfolgten. Ebenso wie Bürgermeisterin Reker wies die zu Wort gekommene Polizei, von Journalisten unhinterfragt, darauf hin, dass man von Intensivtätern ausginge und darunter keinerlei Flüchtlinge gewesen seien.
Mittlerweile ist das bekannt, was auch nach Schilderung und Aufnahmen der Beamten vor Ort bereits vorliegendes Wissen war: ca. 1000 Beteiligte am Angriff auf den Dom und hunderte beteiligte an den Übergriffen vor dem Bahnhof. Darunter auch diverse Flüchtlinge, die sich geradezu provozierend auf ihren Status beriefen. Auch, dass die "Nordafrikaner" die schon länger hier sind, als Asylsuchende registriert sind - also Flüchtlinge nach der neuerdings scheinbar gültigen Nomenklatur sind.
3. Der Vorfall fand Luftlinie 2-300 Meter vom Gebäude des WDR statt. Dieser war mit mehreren Teams vor Ort um den Jahreswechsel einzufangen. Vom WDR gab es aber kein Wort. Auch nach Publikwerdung erstmal nicht und veröffentlichtes Videomaterial des WDR ist bis heute Fehlanzeige. bereitet Sorge aber kein Kopfzerbrechen.
4. Die Platzierung, der Ton und die Länge des Artikels haben keinerlei Charakter eines bedeutenden Vorfalles. Es wird verkauft als ein kleiner, lokal begrenzter Einsatz, der völlig unter Kontrolle war, sobald er registriert wurde. Das Gegenteil ist der Fall.


Der vorherige Artikel Sorges spricht ihrer Behauptung, Journalisten und Medien hätten nicht einseitig sondern gründlich gearbeitet Hohn. Sie betont, es wären ja nicht alle 1000 Anwesenden Nordafrikaner an den Übergriffen beteiligt gewesen - ohne zu erwähnen, dass es hunderte sehr wohl waren, keiner von ihnen Einschritt, die meisten Anfeuerten und ausgelassen bereits bei den Übergriffen gegen den Dom und anderen Feierenden mitwirkten.
Sie betont mehrfach und penetrant, es hätte 90 Anzeigen gegeben - eine Behauptung, die sie nicht mit einer Silbe bereute oder revidierte. Mittlerweile sind es viele hunderte. 1075 um genau zu sein.
Im gleichen Atemzug spricht sie von fünf Festnahmen und erweckt den Eindruck, das wäre es auch gewesen - während jede Betroffenenschilderung völlig anderes eindringlich, ausführlich und glaubhaft darlegt. Diese Stelle finde ich besonders widerlich.
Selbst der Übergriff auf eine Beamtin musste ihr nahegelegt werden.

Der Streit um die Richtlinie im neuen Artikel jedenfalls ist nach Sorges Behauptung jedenfalls richtig beigelegt worden. Denn:
Und im Ergebnis zeigt sich: Fast alle Befürchtungen waren unbegründet. Vollkommen.
Vermutlich spielt sie darauf an, dass beim folgenden Karneval in der Stadt nichts dergleichen wiederholt wurde. Angesichts von tausenden Beamten, Sicherheitsleuten, bewaffneten Bürgern, Kameradichte wie zur Krönungszeremonie und und und aber ehrlich gesagt wenig überraschend. Andernorts lief es nicht so friedlich und schön... aber das nur am Rande.

Was die Sache selbst angeht: fast alle ihre Behauptungen sind widerlegt - und trotzdem beharrt sie mit einer Penetranz darauf, die einem ablehnende Bewunderung zusichern muss. Wie Atlantiker, die das Credo "Wir gehen nicht unter" selbst dann wiederholen, als ihnen die Wellen über dem Kopf zusammenschlagen.

Da wird der Presskodex gleich noch umgedeutet:
Dabei müssen und mussten Journalisten niemals etwas verschweigen. Die 12.1 gibt keine Anweisung zur Vertuschung.„In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“

Das ist so allgemein formuliert, dass Journalisten auch weiterhin nicht nur alle Möglichkeiten für gute, umfassende Berichterstattung haben, sondern auch, um Tatverdächtige genauer zu beschreiben.
 Das ist so allgemein formuliert, dass angesichts der Weisung, "nur dann zu erwähnen" nichts anderes bedeutet, als das hier ein Gebot besteht, es nicht zu tun und lediglich Ausnahmefälle definiert werden. Und was diese Außnahmen sind, das dürfen dann Journalisten wie Sorge entscheiden, die selbst dann einen Vorfall kleinreden, wenn Bilder und Zeugen eindeutig anderes aussagen - nur um eben nicht "Vorurteile zu befeuern".
Und wer sich nicht sicher ist, ob er eine Ausnahme vorliegen hat, und keine Zeit oder Möglichkeit hat, nachzufragen, der wird sich an die Regel halten. Prüfen Sie es nach, Sorge. Dafür bekommen Sie ja Geld!

Anschließend nennt sie Beispiele, in deren Fälle Herkunft und Nationalität genannt wurden. Was sie nicht nennt, sind die zahllosen Beispielen ähnlicher oder identischer Fälle, in denen sich die wenigen Berichtenden aus ihrer Zunft dagegen entscheiden.

Kurzum, mit Sorge hat sich Cicero eine waschechte Revisionistin, eine Leugnerin ins Haus geholt, die, würde sie in einem anderen Kontext schreiben, längst vor Gericht stehen. Den Vätern der Republik sei dank haben wir Redefreiheit (auf dem Papier) und so darf sie formulieren, was und wie sie es will - warum dies im Cicero sein muss, weiß ich allerdings nicht. Das ist keine fundierte Meinung, keine sachlich, argumentative Herangehensweise, das ist Schönrederei und dicke Lügen. In meinen Augen zumindest.

Anti-Flüchtlingsdemo in Berlin?

Tausende von Menschen, so die Nachrichten, haben in Berlin gegen die Flüchtlingspolitik demonstriert. Die Bilder der Medien zeigen verschiedene Fahnen, vom Freistaat Sachsen und der BRD bis hin zu den Fahnenideen des deutschen Widerstandes 1944 und dem Balkenkreuz mit Sprüchen der gleichen Ära darauf. Gerade die letzteren Fahnen, zusammen mit (fast oder ganz) kahlrasierten Schädeln dürften ein ziemlich deutliches Statement der Betreffenden abgeben.
Umso mehr erstaunt es dann manchen, doch sehr bürgerlich wirkende Menschen, ganz normale Familien und augenscheinlich durchschnittliche Bürger in der Demonstration wieder zu finden. Wer sich die Videos aufmerksam ansieht, bemerkt auch manchen Blick solcher Teilnehmer zu den Erstgenannten. Diese wirken m.E. irritiert, besorgt, teils abgestoßen, manchmal aber auch interessiert, gleichgültig usw.
Vermutlich haben sich diese Leute nie träumen lassen mal als "Rechte" zu gelten oder mit wirklichen Rechtsradikalen in einer Demo zu laufen. Vielleicht bereuen sie es auch oder sehen diese plötzlich anders. Man kann in die Köpfe der Menschen nicht hineinsehen.
Was aber diese Situation beinhaltet, ist eines: hätte unsere Politik und Medienwelt nicht grandios versagt und gemeinsam mit der AntiFa gnadenlos jeden kritischen oder verängstigten Menschen in einen Topf mit Rassisten und Fremdenfeinden geworfen, wäre solch eine Mischung heute noch genauso selten, wie vor sieben, acht oder neun Jahren.
Wenn sich Bürger genötigt sehen, Radikale zu dulden, weil diese nötige Handlungsenergie und Aufmerksamkeit bringen, dann ist der nächste Schritt nicht mehr weit - Schuld daran sind aber jene Verantwortliche, die sie in diese Ecke gedrängt haben und ihnen nicht zuhörten, als sie zivil einen würdigen Dialog führen, einen Protest vorbringen wollten.

Montag, 22. Februar 2016

Meinen Dank an die vietnam-stämmigen Mitbürger von "Danke Deutschland"

Vera Lengsfeld, Bürgerrechtsaktivistin, DDR-Widerständlerin (und als solche vom eigenen Ehemann für die Stasi bespitzelt), ehemalige Bundestagsabgeordnete, Mutter und noch vieles Verdienstvolles mehr, hat einen Artikel über die Initiative "Danke Deutschland" veröffentlicht, die am Samstag, den 20.2. ihr Neujahrsfest feierten. "Ihr" bedeutet, dass die Gründer und meisten Mitglieder ursprünglich aus Vietnam kommen, bzw. deren Familien von dort flohen. Als "boat people" suchten sie Schutz und Hilfe, erhielten dies oft nicht aber manchmal doch, etwa von der Organization "Cap Anamur", die auch heute recht aktiv ist, um im Mittelmeer zu helfen.

Einige der Geretteten und in Deutschland aufgenommen, wollten ihre Dankbarkeit ausdrücken und gründeten besagten Verein.
Wie Frau Lengsfeld zurecht feststellt: diesen Menschen gelang die Integration - ohne dass sie ihre Wurzeln ablegen oder vergessen. Und oben drauf sind sie dankbar - obwohl auch sie angefeindet wurden (im Osten rief man sie lange beleidigend "Fidschis") und mindestens eines der in den 90er Jahren brennenden Asylantenheime beherbergte auch Asiaten wie Vietnamesen, aber über diese Dinge hinweg erleben sie, wie sie im großen und ganzen akzeptiert, mindestens ebenso oft wie angefeindet auch herzlich begrüßt werden.
Sie stehen damit aber relativ allein. Nun ist es in einem freien und recht gleichen Europa auch nicht logisch, in einer Union, die den Austausch, die Freizügigkeit zwischen in Frieden und relativem Wohlstand lebenden Nationen zum Inhalt gesetzt hat, Dankbarkeit zu erwarten. Die Polen, die hierzulande als Spargelstecher, Krankenpflegerinnen, Handwerker unter Gesellenstatus usw. schuften, tun dies zwar für sich, aber letztlich zum Wohle aller Beteiligten. Der deutsche Staat, unsere Gesellschaft, ihre Familien und die polnische Gesellschaft - alle profitieren davon. Ein Dank wäre zwar schön - aber von beiden Seiten.
Wenn aber Personen zu uns kommen, die vor Verfolgung und Krieg flüchten, dann ist Helfen Pflicht und das ohne Dank zu erwarten. Dauert dieser Zustand über Jahre an, ändert sich daran wenig - aber es kommt die zwischenmenschliche Beziehung hinzu. Und hier wäre von demjenigen, dem geholfen wird, es eine schöne Geste, bei entsprechender Gelegenheit zu danken. Wie gesagt, keine Pflicht - lediglich menschlich.

Darum empfinde ich Dankbarkeit für den Dank unserer vietnamesischen Zuwanderer. Und damit auch Dank dafür, dass diese Menschen hier sind. Danke an allen, die ihnen halfen, manchmal auch gegen Widerstände.
So geht Integration, so baut man eine Gemeinschaft auf.

Allerdings wird das Werk durch Ignoranz geschädigt. Nicht nur irgendwelche wütenden Bürger, die protestieren, nicht durch Rechtsradikale, die Hakenkreuze an die Wände schmieren oder Pegida.
Obwohl es den Verein seit 2011 gibt und er ein tolles Beispiel allein durch eine private, kleine Gruppe Menschen aufgebaute Zusammenarbeit ist und letztlich Symbol für alles "multikulturelle" Lobhuddeln der letzten Monate und Jahre, erfährt er keine Würdigung durch unsere Politiker, die betreffenden Ämter, unsere Medien oder alle "wir-sind-bunt-darum-stehen-wir-über-dem-Gesetz" Gruppen.

Statt moralisch mit Worten wie "Pack" oder immer wieder Belehrungen wie "diese Flüchtlinge sind eine Chance für unseren Arbeitsmarkt" oder "warum alle Behauptungen Vorurteile sind" auf die Bürger einzuprügeln um ihnen endlich Toleranz ins Hirn zu rammen, wäre es doch sinnvoll, so einen Verein zu fördern und öffentlich zu machen. Es würde beiden, den Flüchtlingen und den "verstockten" Deutschen zeigen, wie es gehen KANN und SOLLTE.


Donnerstag, 18. Februar 2016

Übermäßige Toleranz

Heute einmal (fast) kommentarlos ein paar Beispiele der letzten Wochen:

Weil ein 10jähriges Mädchen sich über die Sprachprobleme einer aus Syrien stammenden Mitschülerin lustig machte sollte sie sich entschuldigen. So weit, so normal und richtig - auch aus Sicht des Vaters. Die Lehrerin entschied allerdings, dies sollte auf arabisch geschehen - Anpassung umgekehrt.
Stellungnahme der Rektorin:
„Es stimmt mich traurig, daß so etwas eine öffentliche Plattform findet.“
Mich stimmt diese Haltung traurig.


Ebenfalls in Österreich. Eine 14jährige wird von einer Gruppe an die gleiche Schule gehende und ihr bekannten jungen Afghanen bis zur Schultoilette verfolgt. Die Jungs dringen in die Kabine, in der sie sich verbarrikadiert, zerren sie raus und in die zu dem Zeitpunkt leere Kantine, reißen ihr die Kleidung vom Leib und vergewaltigen sie nacheinander.
Der Vorfall wurde vor aller Augen und Ohren ausgeführt. Sowohl die Verfolgungsjagd als auch das Eindringen in die Toilette wurde von anderen Schülern als auch Lehrern gesehen, die Schreie des Mädchens waren im gesamten Schulgelände zu hören, als sie vergewaltigt wurde. Niemand schritt ein. Der Rädelsführer ist mittlerweile nach England weitergezogen.
Der Fall fand bereits im letzten Mai statt, ist aber erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangt.

Nochmal Österreich: nach der einsetzenden Aufnahmeverweigerung an der deutschen Grenze verschlimmern sich die Zustände in manchen Regionen Österreichs dramatisch. "No Go Areas", vor allem für Frauen etablieren sich.

Ein Marokkaner wurde bereits zehn Mal abgeschoben, insgesamt kommen 51 Strafverfahren gegen den Mann zustande. Im Rahmen dieses Falles kommt heraus, dass besonders aus Marokko abgelehnte Asylbewerber und Abgeschobene immer wieder ins Land kommen, um es erneut zu versuchen. Polizei und Staatsanwaltschaft fühlen sich machtlos. Hier ist die Politik gefragt.

Ein Imam in Dänemark mischt sich in die Diskussion um die Handhabung von Kinderehen bzw. der Täter in solchen ein. Der Hintergrund sind Ehen minderjähriger Einwanderinnen mit erwachsenen Einwanderern oder Dänen mit Migrationshintergrund. Publik wurde dies durch mehrere Schwangerschaften solch minderjähriger. Die Mädchen kamen bereits verheiratet oder wurden in Dänemark durch Imame verheiratet.
Besagter Imam meldete sich nun zu Wort, man solle von einer juristischen oder moralischen Verurteilung der Kinderschänder absehen, immerhin handele es sich um einen anderen Kulturkreis in dem Ehe auch Sicherheit, nicht nur für das Mädchen sondern auch dessen Familie bedeuten könne.

Da fällt mir ohnehin nichts zu ein...

Eine Kundin beschwert sich über die Bedinung einer Frau mit Kopftuch in ihrer Stammapotheke und informiert den Besitzer, dass sie darüber ihre Bezugsquelle wechseln wird.
Was folgt ist ein persönlich beleidigender und angreifender Brief, der auf den Hintergrund des Kopftuches in seiner Aussage nicht eingeht, sehr wohl aber in sich widersprüchlich (Toleranz und aggressives Verhalten) ist.
Der Brief wird gehypt als mutige, heldenhafte und moralisch richtige Tat.

Und als nicht mehr zu überbietende Idiotie: vergewaltige Bundessprecherin der Linksjugend entschuldigt sich bei Vergewaltigern und schiebt die Schuld der Gesellschaft in die Schuhe.


Mittwoch, 17. Februar 2016

Menschenfreunde oder Menschenhalter

Kein Mensch ist illegal. Das ist einer der Sprüche, die uns auf Transparenten und Aufklebern dieser Tage eine angeblich besonders humane (nicht christliche, denn Christentum finden viele der Verkünder alles andere als gut) Sicht und Handlungsanleitung.
Mal abgesehen davon, dass diejenigen, die unter diesen Transparenten auftreten sich dann nicht zu schade sind, "ihr Viertel" gegen "Gentrifizierung" dadurch zu verteidigen, dass sie andere Menschen vertreiben wollen oder ihnen verwehren dort zu wohnen, wo und wie sie es wollen.
Bleibt nur die mittlerweile wochenlang laufende "Verteilung" der Einwanderer. Sie werden registriert und dort "gelagert" wo noch Platz und wenig Widerstand ist. Das ist eine Notwendigkeit, anders geht es gar nicht. Das wissen auch die plakativ Protestierenden, darum regt sich wohl wenig Widerstand gegen diese eher sachliche als menschliche Behandlung.
Doch es kommt noch dicker. "Kontingente" sollen eingeführt werden und diese zusammen mit einigen der bereits hier anwesenden Migranten sollen dann nach Quote "umverteilt" werden, wenn es nach Merkel geht.
Da gibt es nur ein kleines Problem. Die Menschen, über die wir hier reden, haben ganz gezielt Länder im Blick. Schweden, Deutschland, England. Vielleicht noch die Schweiz. Nur wenige wollen nach Spanien, Italien, Frankreich - und nahezu keiner will nach Griechenland, Polen, Lettland oder Ungarn. Jene, die dort festsitzen, kommen nicht weg und sind nicht begeistert über ihren Aufenthalt. Sie warten darauf, dass man sie dorthin kutschiert oder ihnen offiziell erlaubt, dorthin zu reisen - oder wenigstens nicht mehr in Auffanglagern festhält.

Wenn also Merkel und all ihre Sympathisanten und Anhänger darüber jubeln, wie gut und menschlich die Kanzlerin handelt, der solle sich mal vor Augen führen, dass die Menschen um die es geht nicht einfach von hier nach dort geschickt werden wollen. Wie menschlich ist das also?  Die letzte "Umsiedlung" von Millionen Menschen war 1945.
Und wenn wir dabei sind, wäre die Frage nach dem "warum wollen sie ausgerechnet in jene bestimmten Länder" angebracht...

Hoffen darf man ja.

Montag, 15. Februar 2016

Das wars für Merkels "Plan" - kaum ein Staat will ihre Fehler ausbaden. Genau wie die "Flüchtlinge"

Tja, da war nun eine Konferenz nach der anderen anberaumt, um Sicherheitsaspekte zu besprechen und die Flüchtlingskrise zu lösen oder zu finanzieren.
Und wer hätte es gedacht, Frankreich lehnt nun ab, mehr Flüchtlinge aufzunehmen und damit Deutschland und Schweden zu entlasten, nachdem Kanzlerin Merkel im letzten Jahr mit einladenden Worten und einer Politik der offenen Grenzen eine Völkerwanderung auslöste. Natürlich haben auch Linke, Grüne, SPD und CDU insgesamt ihren Anteil an der Misere, ist unsere Sozialpolitik des "wir geben allen was sie wollen" (Achtung, Übertreibung) doch letztlich auch jenen Politikern geschuldet, die mit so lustigen Ideen wie "bedingungsloses Grundeinkommen" und der Bezahlung medizinischer Behandlungen der Familien von Migranten durch unsere Krankenkassen auch im Ausland aufgetrumpft hatten.

Und nicht nur Frankreich stellt sich quer. Viel gescholten haben schon Polen, die Tschechische und Slowenische Republik sich vor Monaten genauso geäußert. Völlig entsetzt zeigt sich Berlin heute auch von der Ankündigung, nur knapp 9% der Gelder zur Bewältigung der Flüchtlingskrise aus Brüssel zu bekommen. Das Länder wie Griechenland, Italien und Spanien, denen auch von Berlin aus mehr und mehr Verantwortung und Aufgaben zugeschustert werden soll, nachdem sie ohnehin seit Jahren der Wanderung gegenüberstehen ficht nicht an.
Da sollte es nicht wundern, wenn die Visegrad-Staaten nicht nur "dagegen" sind, sondern nun auch anfangen, organisiert zu opponieren. Ich begreife dies als Chance für Europa, nochmal auf die Füße zu kommen, ohne einen riesigen Knall mit anschließendem Scherbenhaufen, welcher 1945 gleich kommen könnte.

Aber was genau hat die Kanzlerin zu bieten? Der Tagesspiegel analysiert ihre Taktik, gerade angesichts des neuen Widerstandes. Ohne Kritik...

Der Kanzlerin bleiben nur Argumente
Dann sind wir verloren, denn mehr als "wir schaffen das" und "ich habe keinen Plan (...) ich habe einen Plan, aber der hängt nicht allein von mir ab." haben wir bislang alle nicht zu hören bekommen. Achso, doch: schnellere Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber und Kontingentverteilung auf Europa der Flüchtlinge. Wow...
Einschub: Zauberlehrling. "Walle! walle, manche Strecke, das zum vollen, reichen Schwalle... Seh ich über jde Schwelle doch schon Wasserströme laufen."

Einerseits wird sie, wie es in ihrem Umfeld heißt, den Unwilligen klarzumachen versuchen, wohin deren Nein führen könnte – etwa zu dauerhaften nationalen Grenzkontrollen und damit de facto einem Ende der Freizügigkeit von Personen- und Warenverkehr in Europa, was die europäische Wirtschaft der Kommission zufolge rund sieben Milliarden Euro im Jahr kosten könnte
Sieben Mrd. Das ist ist viel Geld. Wie viel Geld werden wir dieses Jahr zusätzlich zu bereits bewilligten Milliarden für Flüchtlinge aufwenden? War da nicht was von 12 Milliarden Überschuss, die Postwendend zur Bewältigung der Krise aufgewendet werden? War da nicht etwas mit Nahles, die einerseits mehr Gelder will und andererseits die Zuschüsse beschränken?
Waren da nicht Berechnungen, die uns anzeigen, wie teuer ein einzelner illegaler Migrant nach BESTEN Prognosen den Staat, also uns kommt? Und da reden wir nur über Deutschland. Also wenigstens 20 Mrd. pro Jahr - und sie droht mit einem finanziellen Verlust von 7 Mrd. für ganz Europa? Wen soll das überzeugen?

Andererseits schart Merkel erneut eine „Koalition der Willigen“ um sich.uch der türkische Premier Ahmet Davutoglu wird wieder mit von der Partie sein. Merkels Plan dazu ist bekannt: Wenn die Türkei, wie im Aktionsplan mit der EU vereinbart, die Grenzsicherung intensiviert, also letztlich häufiger das Ablegen von Flüchtlingsbooten verhindert, soll ein Teil der dann im Land verbleibenden Flüchtlinge direkt und auf legalem Wege nach Europa geholt werden, die sogenannten Kontingente. Da in der zurückliegenden Woche auf Merkels Betreiben schon ein Nato- Einsatz zur EU-Grenzsicherung in der Ägäis auf den Weg gebracht wurde, könnte es nun schon um konkrete Zahlen gehen.
(...)
Im Dezember waren das neben Deutschland Finnland, Schweden, Portugal, Griechenland, Slowenien und die drei Beneluxländer

Halten wir fest: die Türkei, die uns drei Mrd. abverlangt, um ihren per Verträgen ohnehin zugesicherten Geboten der Menschenrechte nachzukommen und uns nun damit erpresst, ihren Aufgaben der Grenzsicherung nur noch in Richtung der im Irak und Syrien kämpfenden Kurden nachzukommen. Diese Türkei also ist nicht in der EU, aber scheint irgendwie doch ein Mitspracherecht zu haben - jedenfalls wenn es nach dem Tagesspiegel geht.
Schon im November letzten Jahres war dieses durchsichtige Spiel gespielt worden - damals versprach die Türkei Grenzsicherung gegen Kontingentabnahme - mit bekannten nachträglichen Forderungen.
Die Koalition besteht aus 9 Ländern. Von 28. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Staaten die Erpressung und Erdogans Politik mitbekommen haben - und dementsprechend von dieser Lösung nicht mehr zu überzeugen sein werden, denn sie ist keine. Außer für Merkel.

Wenn Satire und Journalismus nicht mehr zu unterscheiden sind...

wird es Zeit den Beruf des Journalisten zu hinterfragen.
So zumindest empfinde ich. Ein gutes Beispiel liefert eines der letzten noch manchmal seriösen Blätter unseres Zeitungswaldes.
Die FAZ berichtet über den Zusammenhang zwischen Flüchtlingen, deren Verhalten, der Sicht der Bevölkerung auf sie und dem Einlaß in Nachtclubs. Immerhin haben vor einigen Tagen Freiburger Nachtclubs für Negativschlagzeilen gesorg, als sie offen bekannten, dass sie keine Flüchtlinge mehr reinließen. Der Artikel machte für mich mit überraschend viel Platz für die Position, Meinung und Hintergründe der Club-Betreiber auf. Diese scheinen in Frankfurt dann doch selbst über Migrationshintergründe zu verfügen - was heute so eine Art Persilschein für kritische Äußerungen ist, deren nicht anerkannter kleiner Bruder der Satz "ich habe viele ausländische Freunde / mit Migrationshintergrund" ist. Es ist gut zu erfahren, dass es zum einen die wirklich existierenden Taten und Verhältnisse sind, auf der anderen Seite aber auch die Sorge der Opfer und deren darauffolgendes Ausbleiben, dass die Wirte bewegt, solche Maßnahmen zu ergreifen.
„Wenn man alle reinlassen würde oder wenn auch nur mehr als fünfzig Prozent dieser Gäste kämen, dann kämen weniger Deutsche“, glaubt Rami. „Die würden sich nicht mehr wohl fühlen, selbst wenn sich alle diese Migranten gut benehmen würden. Die Deutschen würden sagen, es seien zu viele Schwarzköpfe oder zu viele Kanaken im Club. Wenn Sie keine Selektion haben, können Sie den Laden zumachen.“
Nun würde ich "Rami" (ein falscher Name, aus Angst vor den Folgen seiner Worte...) nicht zustimmen, was "die Deutschen sagen würden" - denn beide Begriffe sind sehr selten geworden und die wirklichen Rassisten haben mittlerweile ganz andere Worte parat.
In der Sache aber sollte dies nicht schwer zu verstehen sein: erzwungenes Miteinander führt zu nichts. Menschen gehen i.d.R. nicht feiern, wenn sie Angst haben.

Gegen Ende des Artikels versucht die Autorin des Artikels, Katrin Hummel, dann, die vermeintlichen "Opfer" zu Wort kommen zu lassen.

Ein 28 Jahre alter Inder, der einen fünfjährigen Aufenthaltstitel hat, erzählt, er sei in den letzten Wochen in zwei Frankfurter Clubs abgewiesen worden, mit einer abwehrenden Geste der Hände, ganz ohne Worte. „Ich habe gesagt, dass ich ein Geschäft leite, ich führe die Geschäfte in einer Wiener Feinbäckerei, die meinem Bruder gehört, neun Leute arbeiten bei mir, aber es nutzte nichts.“
 Nicht nur, dass dieses vermeintliche Rassismusopfer keine Begründung erhielt - was nebenbei alles andere als selten vorkommt, wie schon Kaya Yanar mit seiner Türsteherparodie "Hakan" mehr als einmal satirisch darstellte. Er versuchte an der Tür offensichtlich auch einen auf dicke Hose zu machen - denn wie sonst soll ein Türsteher es verstehen, wenn dann plötzlich der eigene Status als "Firmenchef" hervorgeholt wird.

Der nächste Fall ist so bescheuert, dass es sogar den Leuten selbst auffällt.
Und eine vierköpfige Gruppe junger Männer im Alter zwischen 20 und 26 Jahren – ein Marokkaner, ein Kurde, ein Afghane und ein Iraner – fangen sofort alle gleichzeitig an zu erzählen: „Passt heute nicht“, „manchmal winken sie einen auch mit einer Kopfbewegung weg“, „Ausländer kommen hier nicht rein“, „deine Mädels kommen rein, aber du nicht“ - das alles hätten sie schon zu hören bekommen. Sie erzählen, dass sie die Gruppe „Ash-Comedy“ sind, eine Comedy-Gruppe, die auf Facebook 26.000 Fans hat und von der alle „voll integriert“ seien. Einer hat Mathe und Sport auf Lehramt studiert, der andere studiert BWL, einer macht gerade Abitur.
 Als eine hübsche junge Latina vorbeischlendert, quatschen sie sie alle gleichzeitig an, so dass sie stehenbleibt und sich in ein Gespräch verwickeln lässt. Der Mathe-und-Sport-Lehrer grinst fröhlich und sagt: „So sind wir. Machen jede Frau an und wundern uns dann, dass wir in keinen Club reinkommen.“
Das erinnert mich an einen Fall von Beleidigung, über den zu meiner Jugendzeit die BILD berichtete. Der Angeklagte, ein junger Mann mit Migrationshintergrund, damals noch einfach Türke genannt, stand während der Verhandlung auf und brüllte den Staatsanwalt an: "Ey, ich beleidige nie jemanden, du H****sohn." Der Fall war an der Stelle abgeschlossen.
Die Zeitung mag es noch so galant darstellen - wenn eine Gruppe aus vier jungen Männern auf eine Frau zukommt, den Wunsch an den Augen ablesbar, dann ist selbst Journalisten nach Silvester klar, dass dies beim Publikum nicht gut ankommt - selbst wenn es dann "nur ums angraben" geht.

Dem Clubbetreiber läßt der Artikel beinahe das letzte Wort - und es ist eine sehr weise Warnung.
Wenn das so weitergehe, glaubt Rami, würden die Deutschen „bald gar nicht mehr differenzieren“.

Calais und seine Flüchtlinge

Calais war schon oft ein Spiegel für die Geschehnisse seiner Zeit. So auch derzeit. Nahe Calais haben illegale Migranten, die sich durch den Eurotunnel einen Weg nach England in dessen Sicherheit und Sozialsysteme erhoffen, ein Lager errichtet, das sie "Jungle" nennen, mitunter auch "New Jungle". Die Berichte darüber haben im Sommer noch die Titelseiten belegt, ebenso wie die spektakulären Versuche auf LKWs zu klettern oder zu Fuß durch den engen Tunnel zu laufen. Daraus resultierten natürlich verstärkte Kontrollen und immer wieder mussten Hundertschaften der Polizei eingreifen.
Im Januar versuchten dann einige "Flüchtlinge" sich mit Gewalt Zugang zu einer Fähre zu verschaffen.

Karte der Region. Quelle: TheGuardian
Diejenigen, die scheiterten kehrten am Abend frustriert in ihre nach Ethnien unterteilten Ecken im Lager zurück - und mussten durch Teile Calais.
Dabei  machten sie sich dann Luft, demolierten Autos, versuchten in Häuser einzudringen, bedrohten die Bewohner.


(Wie immer, sollte jemand Sprachprobleme haben, bitte melden)
Dazu kommt, dass die Touristen ausbleiben. Die Regulären aufgrund der Situation, die englischen Einkäufer aufgrund der gesunkenen preislichen Vorteile beim Shopping in Frankreich. Darüber müssen nun Läden, ja sogar Einkaufsmärkte großer Ketten schließen. Der Tod der Region rückt näher.

Und es geht auch in und um den "Jungle" nicht friedlich zu. Die Ethnien liegen z.T. im Clinch miteinander, Gewalt, Brandstiftung, Diebstahl und Übergriffe aller Art sind verbreitet. Reporter wurden vor laufender Kamera mit vorgehaltenem Messer beraubt.
Im Laufe des Novembers wurden immer wieder Polizeibeamte verletzt, bis sie im Dezember anfingen, gezielte Razzien und Festnahmen durchzuführen.
All dies führt zu dem, was die Bewohnerin im Video ausdrückt. Sie sind verzweifelt, fühlen sich allein gelassen und ausgeliefert. Die Beamten sind frustriert, fühlen sich verheizt.
Darauf aufbauend, nicht als Entschuldigung, aber zur Erklärung kommen nun Berichte der freiwilligen Helfer und von Ärzte ohne Grenzen, die von Gewalt gegen Bewohner des Camps berichten, von z.T. Uniformierten Gruppen, die Migranten abholen würden, um sie außerhalb des Lagers schwer zu misshandeln. Sogar von Messerstichen ist die Rede.
Ich hege keinen Zweifel daran, dass es Gewalt dieser Art gibt - was die Menge und Schwere der Angriffe angeht aber sehr wohl. So berichten die Helfer von ca. 50 Verletzten - während die inneren Streitigkeiten angeblich keine Verletzten mehr produzieren würden...
Währenddessen haben die angeblich untätigen Polizisten sieben Männer festgenommen, die sie rassistisch motivierter Übergriffe verdächtigen. 
Diese Nachrichten sind natürlich für unsere Medienschaffenden und "Hilfsbereiten" gute Nachrichten, denn "ihre Opfer" werden darin zu "Opfern der Anderen". Da muss man sich dann nicht mit der Situation vor Ort auseinander setzen. Und kann die nun anstehende Räumung des Lagers kritisieren - ganz gleich wie illegal die ganze Sache von Anfang an war.

Und so ist Calais Europa im Kleinen. Illegal Eingereiste werden von Menschen, die es entweder gut meinen oder sich selbst gut fühlen wollen, hofiert, beschützt, geschult und gedrillt, während sie selbst ihre Ziele mit allen Mitteln durchzusetzen gedenken und dabei eine ganze Stadt terrorisieren und zugrunde richten. Für Rassisten und Fremdenhasser ein Grund oder eine Entschuldigung, für viele andere ein Schock und eine reale Bedrohung. Es folgen neben vehementen aber diffamierten oder ignorierten Protesten Übergriffe ohne jede Differenzierung. Der Staat steht daneben und sieht zu, die Individuen machtlos, der Staat willenlos. Als er endlich eingreift wenden sich besagte "Helfer" und die Medien sofort gegen ihn.

Es ist eine verzwickte Situation und nicht leicht zu lösen, wollen wir menschlich, christlich aggieren. Das gilt aber in beide Richtungen. Die Augen vor den Problemen, die jene Menschen bei der Durchsetzung ihres Willens verursachen, dem Leid das sie sich in erster Linie selbst aber eben auch anderen zufügen zu verschließen und mit dem Finger nur auf die Bewohner zu zeigen wird die Situation nur weiter und weiter eskalieren lassen.

Sonntag, 14. Februar 2016

Von der Leyen von der Leine

Sie ist wohl die unfähigste Ministerin auf dem Posten - und das will wirklich etwas bedeuten. Ein gewisser anderer Adliger hatte ja die Messlatte ziemlich hoch gelegt - sah dafür aber vor der Kamera meist besser aus.
Von der Leyen aber hat in ihren etwas über zwei Jahren einen derartigen Unsinn produziert und sich dabei wie der Lehnsherr im schlimmsten Klischees aufgeführt, dass sich meine grauen Haare angeekelt abwenden.
Ihre ersten Initiativen galten nicht etwa den Altlasten ihrer Vorgänger (sprich: Reformstau, die Probleme der Umstrukturierung von Wehrpflicht auf Profi-Armee, Materialermüdung und -knappheit, Fehlinvestitionen, Abzug aus Afghanistan,  u.v.m.) sondern der Profilierung des Arbeitsplatzes Bundeswehr als familien- und frauenfreundliches Unternehmen.
Denn wie wir alle wissen, ist es für Soldaten weit weniger wichtig gut ausgerüstet, ausgebildet und untergebracht zu sein, als zu wissen, dass die weiblichen Kameraden ordentlich gefördert werden und man seine Kinder theoretisch in den kaserneneigenen Kindergärten unterbringen könnte - wenn da nicht die Anspruchsregelungen wären, die mitunter sogar Kinder von Zivilistenpaaren vorziehen. Und nicht zu vergessen, wie praktisch doch der Heimarbeitsplatz ist, bei dem die Soldaten nicht mal mehr antreten müssen. Außer natürlich, man benötigt ihre Arbeit und vielleicht sogar mal einen Einsatz....
Und funktionierende Waffen in ausreichender Zahl sind mittlerweile so selten, dass die Ministerin sich natürlich verpflichtet sieht, diese dem Gleichheitsprinzip wegen sofort rauszuwerfen, wie man im Fall des G36 sieht.
Dafür war sie schnell dabei Waffen in ein Kriegsgebiet zu liefern (war da nicht eigentlich auch was mit Bundestagsmandaten?) - welche die hungernden Kurden mittlerweile wieder auf dem Schwarzmarkt verticken müssen, weil es ihnen an Geld, Nahrungsmitteln und einem Freund fehlt, der die Türkei daran hindert, sie von der anderen Seite auszuhungern, zu blockieren und zu bombardieren.
Aber auch hier zählt: von der Leyen war vor Ort, bevor es die Waffen waren. Aber was juckt den Kurden eine Waffenlieferung, wenn er tolle Photos mit Muttis Liebling haben kann.

Vielleicht merkt man mir den Frust an. Ich hatte seinerzeit gedacht, der Freiherr sei der schlimmste Blender auf dem Posten gewesen, aber diese Frau versucht nicht mal zu blenden. Das Wort vom ehemaligen Generalinspekteur H. Kujat hat eigentlich alles zusammengefasst.  Sie hat nicht die geringste Ahnung vom Militär. Noch ca. 100 Tage nach Amtsantritt (den sie sich selbst ausgesucht und gewünscht hat) hat sie selbst berichtet, wie unsicher sie noch immer bei den Dienstgraden sei - etwas, dass Rekruten innerhalb der ersten Tage drauf haben müssen und können...

Ich finde nichts an ihr, dass man in irgendeiner Form loben könnte. Wer jetzt vorschlagen will: sie hat den Wehretat erhöht und fordert mehr Stellen - der hat nicht richtig nachgefragt. Bis zu 130 Mrd. will von der Leyen für Modernisierungen aufbringen. In den nächsten 15 Jahren. Eine dauerhafte Erhöhung des Etats wäre ohnehin fällig, leistet sich Europas reichstes und größtes Land, die Industrienation schlechthin, in Relation mit den niedrigsten Mittelhaushalt für sein Militär (Niederlande und Österreich stehen noch schlechter da). Gut, diese Ausgangssituation ist nun nicht ihre Schuld. In den letzten zwei Jahren aber hat sie diese Situation nicht nur nicht gestört - sie hat etliche finanzielle und materielle Mehrbelastungen oben drauf gepackt, obwohl es bereits an allen Ecken der Truppe moderte. Wer sich den oben bereits einmal verlinkten Beitrag des Bundeswehr-Blogs "Augen geradeaus" ansieht, findet darin eine Liste von veränderten Materialzahlen. Hier geht es um Gerät, welches "mehr" als geplant benötigt wird. Einmal kurz in die Preislisten gesehen, was so ein Fennek, ein Leo 2 oder eine Panzerhaubitze 2000 so im Schnitt kosten in Anschaffung, Wartung und Betrieb, der kann schonmal ahnen, wohin das neue Geld ohnehin gehen muss - ohne das eine Verbesserung erzielt würde.
Soll dann wirklich etwas verbessert werden, dann muss dauerhaft mehr investiert werden. Mehr Soldaten, wie von der Leyen für ihre Freiwilligenarmee fordert ohne darüber zu reden, dass geeignete, willige Rekruten absolute Mangelware sind, kosten natürlich auch bedeutend mehr Geld.
 Im Vergleich und angesichts der Nato-Verträge müsste die Bundeswehr 2% des BruttoInlandProduktes erhalten, also etwa 55 bis 60 Mrd Euro pro Jahr. Sie kriegt aber lediglich rund 33 Mrd. Die kurzfristige Erhöhung des Etats welche von der Leyen da ankündigt deckt also nicht mal Ansatzweise das geforderte Niveau - die Formulierung "130 Mrd mehr", die sie und die Medien kolportieren erweckt jedoch einen gänzlich anderen Eindruck.


Was mich jetzt aber mal wieder wütend auf diese Frau macht, ist eine Reihe von gedankenlosen und vor allem auf Außenwirkung bedachte Aktionen.
So will sie die Marine in der Ägäis bei der Jagd auf Schleuserbanden einsetzen - eine Aufgabe, welche die Türkei an ihren Stränden und in ihren Städten besser und billiger erledigen könnte.
Und dabei ist gerade auch die Marine von Somalia bis Israel nicht unbedingt unbelastet.
In Syrien kommt mindestens die Luftwaffe zum Einsatz.
In Deutschland hat die Bundeswehr auch bei der Flüchtlingskrise geholfen. Mit Material, Arbeitskraft, Raum und mit Wohnplätzen, für die z.T. sogar Soldaten ihre Kasernen räumten. 77 Liegenschaften hat die Bundeswehr für fast 50 000 Flüchtlinge bereitgestellt. Tausende von Arbeitsstunden bei Registrierung und Gesundheitskontrolle bzw. -behandlung sammelten sich an. Zwei Truppenübungsplätze wurden z.T. blockiert. Das dies auf die Bundeswehr zusätzlichen Druck ausübt und in ihrer Arbeit behindert, dürfte jedem klar sein - findet aber nicht das notwendige Lob.


Ihr jetzt erfolgtes Angebot, die Bundeswehr als "kostengünstige Ausbildungsstelle für Flüchtlinge" zu benutzen, ist so gesehen wirklich die Krone. Nicht nur, weil dies wieder den Etat belastet, von den Soldaten und Kasernen mal ganz zu schweigen, sondern auch, weil es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit ist. Soldaten haben sich über Jahrzehnte zu tausenden für Ausbildungen gemeldet und sie nicht bekommen, weil die Stellen aus Kosten- und Nutzengründen begrenzt waren. Nicht jeder bekam einen kostenlosen LKW-Führerschein von der Bundeswehr, selbst wenn sie in entsprechenden Truppenteilen arbeiteten. Eine Ausbildung zum Koch hätte mit Sicherheit ebenso vielen Gefallen, wie Ausbilder per se liebend gerne als pädagogische Fachkräfte ins Zivilleben gegangen wären. Denn jede Qualifikation hilft. Aber das ging nicht - denn eine Armee ist nicht zur Bespaßung oder Lebensqualitätverbesserung ihrer Männer (und Frauen) da - und auch nicht für die anderer Menschen. Sie hat einen Auftrag (heute sogar mehrere), und darauf sollte all ihr Handeln ausgerichtet sein.
Das ficht von der Leyen nicht an. Sie hats ja. Zumindest hat sie die nötige Unterstützung von oben und der Nebenwelt und sie "hat den Job bald fertig", und dann kann es ihr erst Recht egal sein. Den schwarzen Peter hat dann ihr Nachfolger....