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Donnerstag, 9. Juni 2016

Sport, Terror und Zika

Sport gehört seit der Antike zur europäischen Kultur. In enger Verwandtschaft zur Wehrbereitschaft entstand ein reiches Angebot an athletischen und unterhaltsamen Sportarten, die teilweise bis heute gepflegt werden. Zwar läuft kein Athlet mehr mit der Aspis, dem griechischen, großen Rundschild und Speerwurf hat mit kriegerischem Einsatz nichts mehr zu tun, aber ob Ringen, Boxen oder Fechten, manchem Sport kann man noch ansehen, woher er kam.
Anders ist das natürlich bei (fast) allen Ballsportarten. Volleyball, Basketball, Tennis, Boccia oder Boule usw. sind nicht bekannt dafür, dass mit ihnen für Krieg und Kampf trainiert wurde, auch wenn mitunter von einem Ballspiel der Maya behauptet wird, es endete für den Unterlegenen tödlich.
Bei Eishockey sieht die Sache sehr kämpferisch aus, und Knochenbrüche oder ausgeschlagene Zähne sind nicht selten, beim Curling gewinnt man den Eindruck, es handele sich um ein Intensivtraining von Putzkräften.
Sogar die elektronischen Spielen haben mittlerweile eigene Liga-Kämpfe und versuchen sich mit moderner Technik dem Interessierten als Unterhaltungsprogramm anzubieten.
Wir können also mit Recht stolz und dankbar sein, für eine lange Geschichte höchst unterschiedlicher Sportarten. Es findet sich für jeden etwas. Vom Bodenturnen bis zu 24 Stundenrennen, von Martial Arts Kämpfen bis zu Schachturnieren.
Aber keine Sportart dominiert heute das Bewusststein so sehr, wie Fussball. Ein Milliardenmarkt, mit unzähligen Millionen von Anhängern der Teams und ganzen Nationen, die bei EM, WM oder irgendeinem anderen Ligaspiel in Hysterie verfallen.
Und nun steht die Fußball-EM in Frankreich bevor - mehr oder weniger zusammen mit den Olympischen Spielen in Rio. Die Werbemaschinen laufen auf Hochtouren. Kein Einkauf ohne mit Bechern, Plastikblumenkränzen und albernen Hüten in Nationalfarben belästigt zu werden. Die AntiFa macht bereits fleißig Werbung, wieder die an den Autos befestigten Fähnchen zu stehlen. Und kaum eine Firma, die nicht mit Fußballern oder gleich der Nationalmannschaft ihre Verpackungen bedruckt.
Mich nervt das ein wenig, und ich sehe schon sehnsüchtig dem Ende der EM entgegen, denn ich mag keinen Fußball. Ich finde ihn langweilig, zähflüssig, emotional viel zu hochgespielt und unpräzise. Meine Ballsportarten sind Volleyball und Basketball, wenn Fußball dann bitte (das richtige) Rugby oder Gaelic Football - aber damit stehe ich allein. Trotzdem gönne ich jedem Fan das Erlebnis und sehe darüber hinweg, dass viele der temporären Fans weder die Regeln beherrschen noch auf sonstige Nationalmannschaften einen Pfifferling geben.

Dieses Jahr sieht die Sache aber anders aus. Frankreich hat von vielen Seiten Warnungen erhalten, dass islamistische Terroristen Anschläge planen. Frankreich, seit Jahren von einer Terrorwelle geplagt, nimmt das ernst - was aus den heiteren Spielen eine einzige große Sicherheitsschleuse macht.
Und in Brasilien wütet das Zika-Virus. Eine Erkrankung, die bewirkt, dass die Köpfe der Neugeborenen von erkrankten Müttern nicht richtig wachsen und das Kind einen unglaublichen Schmerz durch den Druck ertragen muss und natürlich behindert bleibt.
Was beide Ereignisse gemein haben, ist die Gefahr und die Möglichkeit des ausufernden. Reisende, die das Virus aus Lateinamerika mit nach Europa bringen, also eine Seuche verbreiten und ein Sportereignis, welches Terroristen auf den Plan ruft, die eine ganze Gesellschaft, nicht nur die Fans bedrohen.
Während ein Einknicken, eine Absage im Falle der EM eine Kapitulation vor den Terroristen bedeuten würde und daher andere Reaktionen gefordert sind, ist die Verbreitung des Zika-Virus schlicht unverantwortlich. Statt die Olympischen Spiele abzusagen oder den Ticketverkauf zu limitieren, statt drastische Reisewarnungen und Quarantänevorschriften auszusprechen, wird so getan, als sei nichts. Mittlerweile gibt es bereits in England die ersten Fälle von zurückgekehrten Reisenden.
Die Folgen der Erkrankung können viele Jahre verborgen bleiben - bis ein Kind gezeugt wird.
Das ist wohl auch der Grund, warum der Abschreckungsfaktor bisher unerwartet niedrig ist. Handelte es sich um unheilbare Lepra oder permanenten Haarausfall, um eine tödliche Seuche oder eine Krankheit mit klingenden Namen wie "Schweinepest" oder "Maul- und Klauenseuche", die Leute würden es sich dreifach überlegen. So aber wird trotzdem geflogen.

Hier wird mit Leben gespielt. Für Unterhaltung.
Da geht es nicht um Prinzipien oder Werte, hier ist kein Kampf der Kulturen zu führen und es steht nicht der Untergang der Freiheit auf dem Spiel. Es geht einzig und allein um Leben.



Sonntag, 24. April 2016

Freiheiten die es bald nicht mehr gibt

Eine zivilisierte Gesellschaft leistet sich einiges, was letztlich auf ungeschriebenen und geschriebenen Gesetzen beruht. Freiluftkonzerte etwa, welche den Menschen kulturellen Hörgenuß anbieten sollen, können nur funktionieren, wenn sich niemand entschließt, in Hörweite seinen Ghettoblaster voll aufzudrehen oder eine große Grillparty im Hintergrund zu schmeißen, welche die Besucher des Konzertes mit Lärm, Geruch und visuellen Eindrücken daran hindern sich zu entspannen.

In rappelvollen S-Bahnen ist gegenseitige Rücksichtsnahme ebenfalls ein wichtiger Faktor. Alten oder Behinderten einen Sitzplatz einzuräumen, Müttern mit Kinderwagen beim betreten und verlassen der Bahn (oder des Bahnhofes) zu helfen, sich nicht gegenseitig mit Rauch und der eigenen Musik zu stören - es geht kaum ohne. Alles andere läuft auf Streit und letztendlich soziale Trennung hinaus. Wer es sich leisten kann, pfeifft dann früher oder später auf Konzerte und Bahnen und schafft sich seinen eigenen Raum.
Ähnlich ist es auch beim Sport. Der Breitensport ist abhängig von Menschen, die ihre Freizeit opfern, i.d.R. unentgeldlich, um als Veranstalter, Aufsichten, Schiedsrichter und Versorger das alltägliche Training aber auch die Turniere, Wettkämpfe und großen Ereignisse zu organisieren und abzuhalten.
Natürlich denkt man derzeit in Europa bei Breitensport ausschließlich an Fußball, bestenfalls noch an Handball ein Eishockey. Die Damenvolleyballmannschaften (eine der ästethischsten Sportarten und das meine ich keineswegs anzüglich) bspw. kämpfen gegen ein Mannschaftssterben, da ihnen die Sponsoren fehlen.  Und das ist dann schon die Profiliga...

Präsent werden andere Sportarten höchstens durch Großveranstaltungen, wie etwa die großen Fahrradrennen, bei denen die Tour de France die Profi - und Marathonläufe wie in Köln oder London sind für jedermann offen.
Derartige Langläufe sind aber im Sommer eine außergewöhnliche Belastung für den Körper (man erinnere sich an das sagenumwobene Ende des vermutlich erfundenen "ersten Marathonläufers") und man muss sich gut vorbereiten und während des Laufes sehr genau auf den Körper achten. Auch der Flüssigkeitshaushalt ist dabei von geradezu lebenswichtiger Bedeutung. Dehydrierung während eines solchen Laufes kann schwere Schäden verursachen.
Darum ist es üblich, wie auch bei anderen derartigen Sportarten, dass großzügig Flüssigkeit und bestimmte "Speisen" angeboten werden, die im Passieren aufgenommen und zu sich genommen werden können. Man kennt die Bilder. Plastikbecher mit Wasser oder anderen Getränken, kleine Melonenstücke u.ä. werden von Sportlern im vorbeihuschen an und in sich genommen, die Reste dann an den Strassenrand geworfen.
Das ist für die Sportler "kostenlos" bzw. in den Teilnehmergebühren mit drin (je nachdem).
Dieses Wochenende fand der Londoner Marathon statt. Und da gab es einen unschönen Zwischenfall.
Die kostenlos bereitstehenden Getränke wurden geplündert. Die berichtenden Nachrichten schenken sich mal wieder die Nennung der Tätermerkmale...
Nun ist Wasserklau wohl Mundraub - und hätten die Menschen gefragt, man hätte mit Sicherheit niemanden verdursten lassen. Aber was man im Video zu sehen bekommt, ist alles andere als "Bedürfnisstillung".

Wenn man nun also nichts mehr offen hinstellen kann, ohne Gefahr zu laufen, von einer ganzen Bande geplündert zu werden - immerhin ist das nicht irgendein Hinterhofevent, sondern die Laufstrecke einer der größten Veranstaltungen seiner Art - dann wird es über kurz oder lang weniger und weniger Menschen und Firmen geben, die sich beteiligen.

Der "restliche" Sport wird ohnehin regelrecht platt gemacht. Nicht nur mangelnde Förderung und Aufmerksamkeit, die auf die 22 Personenspiele fokusiert wird, sondern rücksichtslose Politik und Ausnutzung ohne jede Scham erdrücken das sportliche Leben.
Bonn ist ein gutes Beispiel. Fast jede Sporthalle, ob Schule oder Sportpark, wurde in Flüchtlingsheime umgewandelt. Die Menschen, die sich über die diskussionslose Absprache ihrer Freiheit, für die sie durch Steuern und Beiträge zahlten und zahlen,  nicht unbedingt freuten und versuchten verhalten zu protestieren, werden ignoriert oder man spricht ihnen die Menschlichkeit einfach ab.
So etwa in der Bürgerversammlung zu diesem Thema im Januar. Gekommen waren Betroffene, Interessierte, Besorgte. Ihnen wurde erklär, dass weitere Hallen "enteignet" würden, im Sinne, dass sie öffentliches Eigentum seien und die Nutzung kurzerhand ausgesetzt wird. Verträge und Gewohnheitsrechte etc. spielten dabei dann kaum eine Rolle.
Als die Bürger sich darüber zu regen begannen, wurde ihnen von der Integrationsbeauftragten erklärt:
„Zu uns kommen nicht Nummern, sondern Menschen, die wir möglichst anständig unterbringen und versorgen müssen. Lassen Sie uns besonnen bleiben.“
Das auch auf der anderen Seite Menschen sitzen, und diese doppelt und dreifach zahlen, schaffen und bereitstellen dürfen - aber für jede Kritik an der Situation, für die Aberkennung ihrer Rechte und Lebensgestaltung ihrerseits abgemahnt werden, dass ist der Beauftragten nicht zu vermitteln.
Und so las sich auch der letzte Absatz seinerzeit.
Die Betreuung und Versorgung der Menschen auch mit drei Mahlzeiten müsse stehen, der Wlan-Empfang für den Kontakt mit den Familien im Kriegsgebiet, der Sicherheitsdienst rund um die Uhr und die Reinigung der Sanitäranlagen. „Bisher klappt das in allen Bonner Unterkünften hervorragend.“ Wer genau in die drei nächsten Hallen einziehe, wollte eine Frau wissen. Die Stadt erfahre erst zwei Tage vor Anreise, wer komme, sagte Tilgen. „Es sind aber überwiegend alleinstehende Männer.“ Was ein Stöhnen im Publikum auslöste.
Die Bereitstellung von Wlan zum Kontakt mit Verwandten im Kriegsgebiet - daran ist so viel störender Unsinn festzustellen, dass es schmerzt solcherlei im ernst gesprochen und geschrieben zu sehen.
Und das mit den alleinstehenden Männern, ein durchgehendes Phänomen, wurde erst abgestritten und nunmehr schöngeredet. Und da diese Versammlung im Januar war, wurde auch direkt angemerkt, die hätten "anderes im Kopf" - nach dem Motto, Pauschalisierung ist nur in eine Richtung schlecht, und was andere denken und wissen darf immer positiv vorweg "gewusst" werden...

Wenn Sie also das nächste Mal lesen, dass deutsche Kinder und Jugendliche zu unsportlich sind - fragen Sie mal warum und nehmen nicht an, dass diese Menschen keinen Spaß an der Bewegung oder einem Sport welcher Art immer hätten.

Samstag, 13. Februar 2016

Spaß mit Schusswaffen - echt jetzt?

Viele Menschen glauben, was sie sehen. Und auch, wenn kaum jemand es zugeben will, sie glauben mindestens an einige Dinge, die ihnen Hollywoodstreifen oder besser Kinofilme zeigen. Dazu gehört vor allem der Umgang mit Schusswaffen. Dies kann man u.a. an Fragen erkennen, die im Zusammenhang mit Schusswaffengebrauch in der realen Welt aufkommen. Wird bspw. ein Verbrecher während seiner Tat von einem Polizisten erschossen, kommt nicht selten die Frage auf: wieso haben sie ihm nicht einfach ins Bein geschossen?
Wer sich gerne Actionfilme ansieht, der bekommt Dinge zu sehen, die weit über unglaubliche Mengen an Munition in der Waffe hinausgehen. Zielen wird kaum geschätzt, auch auf große Distanzen. Schnelle Schussabgaben, im vollen Laufen, rutschen oder springen wird geschossen und getroffen. Ob mit einer Hand oder zwei spielt ebensowenig eine Rolle, wie das Kaliber - wenigstens die Helden treffen immer und die Bösen nur wenn es zum Plot passt.
Diese und viele weitere Dinge fallen einem Menschen, der nie etwas mit Schusswaffen zu tun hatte natürlich nicht auf. Er sieht nur, wie spielend leicht alles geht und natürlich ereignen sich in Filmen Unfälle nur dann, wenn sie zum Plot gehören - also so gut wie nie.
Was man auf den großen Leinwänden und in den Unterhalungssammlungen der privaten Sammlungen nie sieht, sind Menschen die aus Spaß schießen - aber weder auf Menschen noch ohne festes Regelwerk.
Hier in Deutschland können sich darum unter "Sportschützen" nur sehr Wenige etwas vorstellen, das sie auch als Sport anerkennen - sogar unter den Sportschützen selbst herrscht mitunter ein gewisses Klima der Ablehnung.
Schusswaffen, so eine verbreitete Meinung sind zum Töten geschaffen und zu nichts anderem gut. Bei Jägern werden sie daher noch akzeptiert, aber "wer findet denn Spaß daran, mit einer Waffe auf irgendein künstliches Ziel zu schießen? Der übt dann doch bloß das Töten."
Nur gilt diese Logik dann auch für viele andere Sportarten? Speer und Bogen bspw. werden heutzutage nicht als Bedrohung wahrgenommen. Ihre Entwicklung diente aber Jagd und Kampf - und über Jahrtausende waren beide Waffen in genau diesem Einsatz. Heute ist der Speer neben dem Diskos und Ball eine rein sportliche Angelegenheit, die auch nur von wenigen Menschen als Bedrohung wahrgenommen wird. Dabei sind hier Unfälle nun auch nicht so selten, dass man ewig nach Opfer suchen müsste. Erst im September letzten Jahres kam es in Gütersloh zu eben einem solchen. Unfälle mit dem Diskos waren in der Vergangenheit regelrecht legendär und zogen in die Mythenwelt ein. Wer sich bspw. gefragt hat, woher der Krokus oder die Hyazinthe ihre Namen haben, der findet die Antwort in der griechischen Mythologie, in der Götter bei Wettbewerben ihre Sportgeräte unglücklich warfen und die jungen Männer töteten. Zugegeben, nach solchen Fällen sucht man heute dann doch länger. Den einzigen Fall, den ich auf die Schnelle fand stammt aus dem Jahr 1997.

Letztlich ist der Hintergrund aber der Gleiche. Wird jemand, der sich sportlich mit dem Bogen auseinander setzt gleich zum "Spinner"? Ich kenne Bogenschützen, die haben mehr als sechs verschiedene Bögen im Schrank. Mindestens einer hat mehr als 20. Werden diese zu Waffennarren? Der Bogen ist, laut Definition, eine Waffe.
Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die gleiche Erklärung mit unterschiedlichem Verständnis quittiert wird. Verständiges Kopfnicken auf die Erläuterung, dass es im Bogensport verschiedene Disziplinen gibt und in diesen Diszplinen unterschiedliche Bedingungen wie Distanzen aufgestellt sein können. Und das jedes Sportgerät einmal beschädigt werden kann, und dann schneller, gewohnter Ersatz dem Sportler hilft. Gerade bei Turnieren.

Kritische Blicke bei gleichlautenden Sätzen zu Schusswaffen. Wer erklärt, dass er eine Schusswaffe hat, um am Breitensport teil zu nehmen - also aus Spaß schießt, wie es die Mehrheit der Sportschützen nunmal unternimmt, der bekommt bereits seltsame Seitenblicke. Wer dann auch noch sagt, er hat mehrere Schusswaffen, der wird i.d.R. sofort mit einem Blick bedacht, der nur eines aussagt: oha, ein Verrückter.
Und wer glaubt, dies gelte nur für Menschen ohne jede Ahnung und Erfahrung in diesem Bereich, der irrt. Selbst Schützen, die Luftgewehr und Einzellader-Disziplinen* schießen, reagieren z.T. so.
Ein Dachverband, der neben den Disziplinen, bei denen die Schützen auf der festgelegten Distanz stehen und i.d.R. nie näher oder weiter weg schießen müssen auch sog. dynamische Disziplinen anbietet ist der BDS, der mittlerweile am schnellsten wachsende Dachverband. Dynamische Disziplinen sind bspw. das (oer besser der) IPSC, bei dem sich die Schützen zwischen aufgestellten Trennwänden bewegen, um Papp- und Stahlziele zu beschießen. Ihre Zeit zusammen mit ihrem Trefferergebnis wird am Ende durch eine Rechnung geschickt, bei dem das Beste dann zur Berechnung der Punkte aller anderen genutzt wird.
Klingt kompliziert, ist es auch. Aber es macht wahnsinnig viel Spaß und ist auf verschiedene Arten herausfordernd.
Hier mal ein Beispiel. (Zur Erläuterung, die Leute, die den Schützen hinterherlaufen sind eine Art Schiedrichter, denen es erstmal egal ist, ob der Schütze gut oder schlecht abschneidet, aber bei Sicherheitsverstößen sofort eingreifen. Außerdem geben sie mit Kommandos das Zeichen zur Vorbereitung, erst dann darf geladen werden, und zum Beginnen.)

Leider sehen selbst viele Schützen diesen Sport aus der oben geschilderten Perspektive. Das hierbei vieles völlig anders abläuft, als bspw. beim Verteidigungsschießen (welches man als Privatperson in Deutschland nicht kennen lernen kann) ist für Kritiker kein Grund, den sportlichen Aspekt anzuerkennen.

Hierzulande noch in den Kinderschuhen, in den USA sogar ein Publikumsmagnet sind sogenannte "Multipe-Gun-Contests", also Wettbewerbe, bei denen mit mehreren, verschiedenen Waffen geschossen werden muss. Meist sind dies Pistole, Schrotflinte und eine halbautomatische Langwaffe, wobei der Name dementsprechend auf die Zahl der Waffentypen bezogen wird (in meinem Beispiel also ein 3 gun contest". Das diese in Deutschland noch nicht so richtig tritt gefasst haben, liegt an besagter Einstellung als auch an den Auflagen an Schützen und Organisatoren.
Das folgende Video zeigt einen Unteroffizier des US Army Teams. Achtung, die Lautstärke wie die musikalische Untermalung kann für Manchen unangenehm sein.  Viel von dem dort gezeigten ist in Deutschland undenkbar oder schwer vorstellbar - die Sicherheitsregeln sind bei uns deutlich strenger bzw. bestimmte Elemente gelten als "zu militärisch".
Wie gesagt, bei uns noch sehr selten.
Wer glaubt, solche Sportarten seien nur was für Männer oder würden nur von diesen betrieben, der irrt. Im Gegenteil, einige hervorragende Schützen sind weiblich. Katelyn Francis war 13 Jahre bei diesem Turnier. (Unfairer Weise ist ihr Vater langjähriger Waffenausbilder, u.a. bei Spezialeinheiten gewesen und trainiert sie bis heute...)

Es sind genau diese Sportarten und ihre Ausübenden, die als Gegenbeweis zur These, dass (mehr) Waffen auch gleich mehr Gewalt, Kriminalität und Unfälle bedeuten. Bislang ist kein IPSC Schütze als Massenmörder aufgetaucht - obwohl doch das Training auf sehr schnelles, gezieltes Schießen angeblich genau das fördern würde. Auch unter den Mördern ist m.W. bislang kein solcher Sportschütze aufgetaucht - aber hier mag ich mich irren, immerhin werden nicht von jedem Mörder die Hobbies angegeben. Was aber mehr als eine Studie in Deutschland wie in den USA belegte: Sportschützen tauchen in den Kriminalstatisitiken insgesamt bedeutend seltener auf, als Otto Normalbürger.  Das soll nicht heißen, dass hier "bessere Menschen" am Werk sind - vielmehr gibt es verschiedene Gründe dafür. Nicht zuletzt die verschärften Auflagen, die auch bei Kleinigkeiten einen sofortigen Rauswurf aus dem Verband oder bei uns den Entzug der Glaubwürdigkeit und somit der Berechtigung zum Schusswaffenbesitz bedeuten.


Es müssen aber eben nicht immer moderne Waffen sein, die da eingesetzt werden, um Sport und Spaß auszuüben.. Auch Repliken von alten Waffen können für solche Events benutzt werden. Bei Dachverbänden wie dem DSB geschieht dies bspw. statisch unter Ordonnanzgewehr. Allerdings wiederum nur statisch, dass heisst, an der vorgegebenen Position auf besagte 100 m. Das ist sportlich ziemlich herausfordernd, aber weder für Publikum noch die Schützen selbst sehr unterhaltsam.
Wiederum in den USA darf man aber auch hieran Spaß haben. Im Gegensatz zum verbreiteten Glauben, nicht ohne Sicherheitsregeln und nicht wild um sich schießend, aber doch mit einer großen Menge an Freiheiten mehr. Das fängt beim Erwerb an. Diese Waffen, welche man i.d.R. nach jedem Schuss per Hand in die Lage versetzen muss, den nächsten Schuss abzugeben (im Video gleich gut zu erkennen, wie das zu verstehen ist) eignen sich nicht für Verbrechen und tauchen dabei dementsprechend selten auf - seltener als bspw. Küchenmesser. Trotzdem fallen auch sie unter die strengen Waffengesetze in Deutschland. Wer weiß, wie viel Mühe und Geld hinter der Beantragung der Erlaubnis, dem einrichten der ordnungsgemäßen Schränke und schließlich dem Kauf und der Erhaltung dieser Geräte steckt, der ahnt, dass nur sehr wenige Menschen solchen sportiven Spaß neben ihren üblichen Disziplinen ausüben. Ich bspw. würde sehr gerne solche alten Karabiner hin und wieder zum Spaß nutzen, habe aber weder Zeit noch Lust, auch hier regelmäßiges Training und Turniere zu besuchen. Damit bleibt mir der Weg versperrt. Obwohl mir mit viel Aufwand Staat bzw. Polizei attestieren, bislang ein absolut untadeliger Bürger ohne bedenkliche Tendenzen zu sein und mir bereits erlaubt hat, in anderen Disziplinen Schusswaffen zu erwerben.

Der Wettkampf beginnt bei Minute vier, davor wird erklärt und gefrotzelt.


Auch Western- und Vorderladerschießen ist unterhaltsame Sportarten mit alten, meist nachgebauten Waffen. Also mit Waffen, die umständlich und / oder oft von vorne geladen werden müssen.
Westernschießen (im BDS - Pflicht ist historisch angelehnte Kleidung, darum wohl die "Kilts")

Vorderladerschießen


Manch einer wird nicht verstehen oder abstreiten, dass so etwas unter Spaß läuft oder schlicht "aber brauchen tut man das nicht" denken. Das gleiche gilt allerdings für fast jedes Hobby aus der Sicht solcher, die andere Interessen oder Geschmäcker haben. Angefangen bei unterschiedlichen Musikrichtungen bis hin zu den verschiedensten Sportarten.
Ich kann mit Fußball absolut nichts anfangen und angesichts von regelmäßigen Fanausschreitungen, Massenprügeleien und Verletzungen der Spieler zu denen noch die Kosten für massive Polizeieinsätze drauf kommen, welche die gesamte Gesellschaft trägt, ob sie Anteil nimmt, oder nicht.
(Nebenbei: eine Zeit lang hielt ich dem Fußball den neu erwachten Nationalstolz und das Gemeinschaftsgefühl aus dem Sommermärchen zugute, bis ich die ersten Fahnen am Strassenrand, im Rinnstein oder in Mülltonnen sah - mal abgesehen von der "Bundesrepublik BILD"...)
Man kann dies nun für sich selbst austesten. Brauche ich klassische Musik, Volleyball, Handball, Tischtennis, Autorennen in zehn verschiedenen Formeln, sollten Zivilisten den Pilotenschein machen, Flugshows verboten werden? Wieso in den Urlaub fliegen? Reichen die althergebrachten Reisemöglichkeiten nicht aus? Fliegen wurde ja von Beginn an vom Militär genutzt und Strahlentriebwerke stammen sogar von den Nazis...
Ja, die Beispiele sind übertrieben. Der Punkt ist: wer (viele Menschen) töten will, findet einen Weg. Er fliegt in seinem Job als Copilot gegen einen Berg, nimmt sich ein Küchenmessern, fährt in eine Menschenmenge, lässt Gas ausströmen, bastelt sich aus Dünger u.a. eine Autobombe, wirft Säure, blockiert Fluchtwege und legt dann Feuer, bastelt sich selbst einen Flammenwerfer und geht in eine Grundschule und und und. Alles bereits passiert. Auch Unfälle passieren in Sport und Alltag am laufenden Band. Tödliche wie verstümmelnde oder glimpfliche.
Gerade das Beispiel der Flugshows ist da zu nennen. Seit Ramstein gab es kaum größere Aufmerksamkeit mehr dazu, aber wer sich die Mühe macht findet allein im letzten Jahr drei tödliche Unfälle während Flugshows in Westeuropa (England, Italien, Schweiz). In England starben 10 Unbeteiligte in einem Stau nahe des Showgeländes, als die Maschine auf eine Hauptstrasse knallte. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, die Zahl der Flugshows im Jahr 2015 insgesamt herauszusuchen, aber ich gehe mal davon aus, dass es wohl kaum zehntausende sein werden - aber selten finden diese Shows auch wieder nicht statt.
Flugzeugenthusiasten werden vermutlich entsetzt über den Vergleich und empört über die Diskussion sein, aber den effektiven Unterschied würde ich dann gerne erfahren. Bei den Shows werden nicht selten Maschinen aus dem militärischen Sektor gezeigt - konzipiert zum Töten. Der Nutzen der Ultraleichtflugzeuge dürfte minimal sein - nur wenige Menschen haben das Geld und die Zeit und die Möglichkeit einen Pilotenschein zu machen, eine Maschine zu kaufen und auf einem kleinen Flugplatz unterzusellen - und wenig beruflichen oder privaten Anlaß zu fliegen oben drauf. Der Hintergrund dürfte weniger Zeitersparnis und Alltagsbedarf sein, als vielmehr Spaß und Freude. Die ich niemandem nehmen möchte, sondern schlicht beide Hobbies und ihr Ansehen nebeneinander stellen.

Das hier ein Hobby gesondert behandelt wird, liegt einzig und allein an der Sichtweise auf die dazu genutzt Geräte. Schusswaffen sind Waffen. Setzt man sie gezielt ein, sind sie tödlich. Das gilt auch für Autos, Flugzeuge, Speere, Chemikalien. Das Schusswaffen dann aber öfter mit dieser Absicht eingesetzt werden als die viel einfacher verfügbaren und ebenso effektiven Automobile liegt wohl eher in psychologischen Gründen und m.E. vor allem an besagten Ansichten der Gesellschaft. Würde dieser Teufelskreis aufgebrochen und Schusswaffen als das Begriffen, was sie sind, als Werkzeuge mit verschiedensten Einsatzmöglichkeiten (eben von Waffe bis Unterhaltungsmöglichkeit), würde sich dies vielleicht ebenfalls ändern.
Zum Schluss noch ein Video der Deutschen Meisterschaft, wie ein Präzisionswettkampf aussieht, nachdem ich die statischen Disziplinen so oft angesprochen habe:




Falls jemand sich das mal vor Ort ansehen will, sei es aus Interesse am Sport oder einfach nur um sich selbst ein Bild von Sport und Menschen zu machen, dem empfehle ich einfach mal verschiedene Vereine verschiedener Verbände anzuschreiben.
Nur mal ein paar der größeren Verbände:
DSB 
BDMP
BDS
BDHS
BSSB
DSDEV 
DSU

Meist finden sich auf der Seite der Verbände Liste von Regionalverbänden und / oder die jeweiligen Vereine vor Ort. Ich empfehle sich in jedem Fall mehrere Vereine anzusehen. Jeder ist anders, geprägt durch die Leute und die Geschichte. Manche erfüllen Klischees, dass man schreien möchte, andere sind nur durch die Sicherheitsvorschriften von anderen Sportvereinen zu unterscheiden. Mal sind die Zuständigen nett und hilfsbereit, mal abweisend und verschlossen und oft irgendwas dazwischen.
Es würde mich freuen, wenn ich mit diesem Beitrag den ein oder anderen dazu gebracht habe, seine Position zu überdenken und sich wenigstens mal Leute und Sport anzusehen, bevor die Meinung festgelegt wird.


*Einzellader sind Waffen, die nur einen einzigen Schuss fassen können, und bei denen nach jeder Schussabgabe von Hand eine neue Patrone zugeführt werden muss. Die Schussfreuqenz ist hier dementsprechend langsam. Außerhalb dieser Disziplinen sind solche Waffen praktisch seit dem Ende des 19. Jh. am aussterben.
Luftgewehr und -pistole verschießt kleine Bleigeschosse mit Druckluckt oder (mitunter zu finden) mit Federkraft. Hier entstehen keine Gase, die das Geschoss mit hoher Geschwindigkeit antreiben.

Montag, 11. Januar 2016

Das Gerät mit der Macht ein Leben zu beenden

Es ist jetzt schon ein paar Wochen her, da sprach ich mit einem Bekannten über unsere jeweiligen Sportarten. Also solche, die wir selbst ausüben. Zumeist erzählte er, da ich aufgrund meiner Erkrankung kaum noch etwas ausüben kann, was ich früher so gerne unternahm. Ihm fiel meine Zurückhaltung auf, was für ihn spricht. Also hakte er nach, was noch mehr für ihn spricht.
Sein Gesicht sprach Bände, als ich ihm sagte, ich sei Sportschütze und Familienvater, mehr Freizeit hat man da nicht (was ein wenig übertrieben war, denn immerhin finde ich noch Zeit einen Blog zu betreiben und mich mit Freunden zu treffen). Die nachfolgenden Fragen und Aussagen seinerseits höre ich immer wieder.
"So richtig, mit 'nem echten Gewehr? Ist das erlaubt? Und das macht Spaß? Was genau macht man da eigentlich? Braucht aber doch keiner. Ist kein Sport. Ich bin ja dagegen, dass Zivilisten Schusswaffen tragen."
Mein Hinweis, dass unter jeder Uniform auch ein Zivilist steckt und unsere Gesellschaft eigentlich sehr ablehnend dem Militär gegenübersteht konnte ihn nicht überzeugen.
Er fühlte sich vielmehr genötigt, einen nachzusetzen und mich davon zu überzeugen, wider die Vernunft zu handeln.
"Wie fühlt es sich denn an, ein Tötungsinstrumtent mit der Macht Leben zu nehmen zum Spielen zu benutzen."
Das Wort "spielen" tauchte dort nicht aus sportlichen Gründen auf, soviel war durch den restlichen Satz ja unmissverständlich klar.
Vielleicht hätte ich mit mehr Geduld und Einfühlungsvermögen reagieren können, um die Sache weiter zu diskutieren, aber aus der Erfahrung heraus waren wir an einer Stelle, an der es nicht mehr um Diskussion sondern nur noch um Statements ging.
"Hm, kann ich Dir im Moment nicht sagen. Aber Du weißt es, wenn Du Dein Auto nach Hause gefahren hast." lautete also meine ein wenig angenervte Antwort.
Und man muss es ihm anrechnen, er überlegte kurz. War da was dran? Gelerntes gewann die Oberhand.
"Ach komm, Äpfel und Birnen. Passieren ja auch soooo viele Amokläufe mit Autos."
Es kommt nicht oft vor, dass an dieser Stelle des typischen Gespräches noch jemand versucht zu argumentieren. Normalerweise geht es in Wirklichkeit nur noch darum, das eigene Gefühl auszudrücken, die eigene Haltung; zementiert und mit einer wasserabweisenden Plane zugedeckt, zu dokumentieren bzw. die des Gegenüber herabzuwürdigen.
Also kam ich auf Geisterfahrer zu sprechen, die geistig verwirrten, die dementen, die suizidalen. Ich kam auf die erweiterten Suizide (also Menschen, die ihre Familie oder auch völlig Fremde mit in den Tod reißen) und auf Amokfahrten. Auf Autorennen und Drängler, auf flüchtende Kriminelle und Menschen die hinter dem Lenkrad einen Anfall erleiden.
So richtig hörte er nicht zu; etwas dass ich gewöhnt bin, auch aus anderen Kontexten. Aber er konnte nicht vermeiden, doch ein paar Schlagworte "abzubekommen". Er fragte nach Beispielen für Amokfahrten. Ich nannte ihm zwei: Apeldoorn und Graz. Er fragte nach den Opferzahlen - wir bemessen einen Bedeutungslevel nach Anzahl der Opfer - und ich nannte sie ihm. Er schwieg, ich schwieg.

Nach ca. einer Minute hatte den Brocken verdaut.
"Trotzdem, Schusswaffen sind ja nur fürs Töten gedacht. Fahrzeuge haben einen anderen Zweck, die Gesellschaft braucht sie und werden bei Deinen Beispielen zweckentfremdet." Er lehnte sich zurück und nickte nachdrücklich.
"Du hast mich nach meinem Sport gefragt und Dich dann über mein Sportgerät aufgeregt." lautete mein genervter, nicht mehr hilfreicher oder weiterführender Kommentar.
Wir kamen überein, das Thema zu wechseln.
Vor ein, zwei Tagen hat dieser Bekannte über unsere gemeinsame Freundin ausrichten lassen, er würde es sich gerne mal ansehen, wie das so abläuft. Der junge Mann wohnt in der Kölner Altstadt.
Honi soit...




(Nachtrag: ich habe nicht vor, ihn mitzunehmen. Ich habe die starke Vermutung, er möchte aus den falschen Gründen den Sport ausüben, und in diesem Fall sind die Vereine verantwortlich.)

Sonntag, 22. November 2015

EU-Waffenrechtsverschärfung als Antwort auf den Terrorismus und eine Petition dagegen

Die EU hat in Reaktion auf die Anschläge von Paris nur fünf Tage danach eine Reihe von Vorschlägen als Maßnahmen gegen solche Terrorakte und die vermeintlich leichte Verfügbarkeit dabei eingesetzter Waffen verabschiedet. Dabei wurde betont, dass der im Thalys im Oktober gescheiterte Terrorist eine AK benutzte, die er aus Einzelteilen zusammen gesetzt hatte. Diese soll er angeblich via Internethandel in Europa bestellt haben.
Davon ist der Öffentlichkeit bislang nichts bekannt, vielmehr ist in den Nachrichten und offiziellen Meldungen zu lesen, dass die Waffen in Belgien auf dem Schwarzmarkt besorgt wurden - wie die Mehrheit der bis dahin benutzten AKs und Raketenwerfer.
Dabei soll das Vorhaben innerhalb von wenigen Monaten in Gesetze der jeweiligen Mitgliedsstaaten umgesetzt sein - wobei die übliche Frist drastisch eingeschränkt wird. Es soll schnell gehen - nicht demokratisch.
Sie es drum. Die aktuellen Vorschläge laufen nicht darauf hinaus, die ohnehin in Europa verbotenen Kriegswaffen (vollautomatische Waffen fallen in (fast?) allen europäischen Staaten unter das Kriegswaffengesetz, d.h. sie sind bis auf im militärischen und polizeilichen Bereich völlig verboten, ohne jede Ausnahme) besser oder schneller aufspüren und verfolgen zu können. Nein, die Maßnahmen treffen ausnahmslos wiedermal die Waffenbesitzer, die sich nach Recht und Gesetz anmelden.
Zu den Maßnahmen zählen:
  1. Ein Verbot bestimmter halbautomatischer Schusswaffen.
  2. Strengere Regeln für den Umgang mit Signal- und Starterpistolen, von denen ein Gefahr durch Umbau ausgehe.
  3. Strengere Regeln für den Verkauf an Sammler, um den Weiterverkauf an Kriminelle zu unterbinden.
  4. Strengere Regeln für den Handel und Besitz von deaktivierten, also unbrauchbar gemachten Schusswaffen. Faktisch sollen solche aus der Kategorie A verboten werden.
  5. Verknüpfung bestehender nationaler Waffenregister und Austausch der Informationen über Waffenkäufer.
  6. Strengere Regeln im Internethandel um den Kauf von Schusswaffen, Waffenteilen und Magazinen im Internet zu verbieten.
  7. Gemeinsame Markierungsregeln, um die Rückverfolgung zu vereinfachen.
Zur Erläuterung: Halbautomatisch bedeutet, dass bei jedem betätigen des Abzuges ein Schuss abgegeben wird. Im Gegensatz zu vollautomatisch. Dort wird solange geschossen, wie der Abzug gedrückt bleibt.


Diese Planung bestand zu einem Teil bereits im April dieses Jahres, wurde nun aber wieder hervorgezaubert und eindeutig mit den Anschlägen verknüpft.
Auch wenn Sie, geneigter Leser, nichts mit Schusswaffen am Hut haben oder diese neuen Regeln plausibel finden, bitte ich Sie, mir ein paar Erwiderungen zu den Punkten zu erlauben.

zu 1. Die von den Terroristen benutzten Waffen, seien es die Anschläge auf Charlie Hebdo und den jüdischen Supermarkt, Kopenhagen, Thalys oder eben erneut Paris fanden unter Verwendung von völlig verbotenen und auf keinem Weg legal zu erhaltenen vollautomatischen Waffen statt.Nicht eine oder zwei, sondern dutzende solcher Waffen wurden verwendet oder in den folgenden Razzien aufgefunden. Inklusive Sprengmittel - die ebenfalls absolut verboten sind.
Die Annahme, man könnte also durch Verbote irgendeiner Art diese Anschläge verhindern ist aufgrund der Tatsache, dass es ja bereits entsprechende Verbote gibt einfach nur hirnrissig.
Außerdem bezieht sich das Verbot auf Waffen, die dabei keine relevante Rolle spielten. Halbautomaten finden sich heute vor allem im Sport, den Behörden und der Jagd. Das Verbot würde also lediglich den Sport (und Sammler) treffen und den Jägern das Leben noch schwerer machen.
Terroristen und Kriminelle, das beweisen sämtliche Statistiken, die nicht einfach alle Daten in einen Topf (Schusswaffen verursachen dies und jenes) werfen, sondern auch mal schauen, wie hoch der Anteil der legal erworbenen und besessenen Schusswaffen an Verbrechen und Terror ist, diese Statistiken also beweisen, dass Terroristen und Kriminelle sich schneller, einfacher und besser über den Schwarzmarkt versorgen - und dies auch umsetzen.
Die Rechtschaffenen werden entwaffnet und den bösen Jungs ein Vorteil verschafft. Wie schon in Paris müssen sie sich keine Sorgen um Gegenwehr machen.

zu 2. Wie wir ja wissen, finden die meisten Verbrechen mit umgebauten Signalpistolen und Starterrevolvern statt.... hier gilt das gleiche wie unter 1. Das ist reiner Aktionismus, der mit der Realität in keiner Weise in Verbindung steht.

zu 3. Sammler in Europa müssen sich, wie alle anderen Waffenbesitzer auch, registrieren, bzw. ihre Waffe. Deren Seriennummern werden mit den Namen der Sammler verknüpft. Sollte er sie privat weiterverkaufen muss er, m.W. in allen Ländern Europas, dies melden. Geschieht mit der Waffe ein Verbrechen und er hat sie verkauft ohne das zu melden steht die Polizei bei ihm auf der Matte. Ganz ohne neue Gesetze. Dann gibt es so oder so Ärger.

zu 4. Unbrauchbar gemacht Waffen sind genau das. Unbrauchbar. Wichtige Teile sind nicht mehr zu benutzen. So werden Löcher in den Lauf gebohrt und der Verschluss verschweisst oder verplombt. Da man an diese wichtigen Teile, mindestens aber an einen neuen Lauf nicht kommt, da der Handel damit in Europa ohnehin bereits Verboten oder unter strengsten Auflagen steht, ist die Sache eine reine Augenwischerei. Wenn es hier Lücken gibt, so sind die in einzelnen Landesgesetzen - da muss nicht die Gesamtheit verboten oder nahezu unmöglich gemacht werden. Auch ist mir bisher kein Fall bekannt, in welchem Terroristen solch eine Waffe benutzt hätten - wozu auch. Sie bekommen funktionierende und vollständige AK47 / 74 massenhaft ins Land geschmuggelt.

zu 5. Waffenregister zu verknüpfen ist der einzige sinnvolle Punkt in der Liste - der generelle Austausch von Informationen über Käufer hingegen ist nach meinem Denken eher etwas, dass einer richterlichen Anordnung Bedarf.

zu 6. Wie gesagt gibt es hier bereits relativ strikte Regeln. Sie funktionieren bisher gut und sind in den vergangenen Vorkomnissen ebenfalls nicht Teil des Problems gewesen.

zu 7. Bisher werden Seriennummern erfasst und beim Kauf zusammen mit dem Namen des Käufers vermerkt bzw. registriert. Wenn die nationalen Register sich verknüpfen, dann ist die Thematik bereits erledigt. Hier wird nur so getan, als habe man noch Nützliches beschlossen.


Bei der Aktion handelt es sich um pursten, reinsten Aktionismus einer Fraktion, die Sportschützen, Jägern und Sammlern das gleiche Schicksal angedeihen lassen will, wie zuvor bereits solchen, die Willens waren sich und ihr Umfeld zu verteidigen - das Verbot.
Ein großer Teil des modernen Schießsportes, vielleicht sogar die Mehrheit, setzt auf halbautomatische Schusswaffen. Seit Jahrzehnten. Diese Waffen tauchen extrem selten einmal bei Verbrechen auf. Sie haben aber auch gar nichts mit dem Terrorismus unserer Tage zu tun.
Daher meine Bitte: auch wenn Sie selbst kein Schütze sind aber verstehen, dass es Menschen gibt die damit einen Sport ausüben oder generell einem Hobby frönen und diese Menschen für etwas bestraft werden, dass sie gar nicht getan haben, dann unterzeichnen Sie bitte die Petition.
Sollten Sie selbst Luftgewehr oder Einzellader schießen, bitte ich Sie, zeigen Sie Solidarität. Auch wenn Sie es diesmal noch nicht trifft, sollten es Ihnen doch nicht gleichgültig sein, wenn solcher blinde Aktionismus andere trifft. Und bedenken Sie: beim nächsten Mal könnten Sie es sein.

>>>>>>>>>>Hier der Link zur Petition<<<<<<<<<<<<<.
Sie können auch Unterschreiben und ihre Unterschrift wird nicht öffentlich gezeigt.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Aufmerksamkeit und sollten Sie Verständnis haben auch dafür.
Aber natürlich ein riesiges Danke schön und vergelt es Gott an alle Unterzeichner.