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Freitag, 3. Juni 2016

Türken, Armenier, Deutsche, der Bundestag und die Kanzlerin

Heute war es endlich soweit. Der Völkermord an den Armeniern wurde offziell und ein für alle Mal als Genozid, als das organisiertes Morden an Armeniern und anderen, zumeist christlichen, Minderheiten mit dem Zweck ihrer Auslöschung  benannt. Durch unseren Bundestag, dem ich so viel Rückgrat gar nicht mehr zugetraut habe. Nunja, ein Bundestag, der betonte, es ginge bei der Resolution nicht um die Türkei, sondern die deutsche Verantwortung an den Vorgängen...
Armenier und deutsche Armenier im Bundestag
Aber immerhin, die Wahrnehmung liegt anders.

So weit, so für mich als Historiker befriedigend. Theoretisch hätte dieser etwa 100 Jahre zurückliegende Völkermord gar nichts mehr mit unserer Zeit zu tun und wäre eben ausschließlich für die historische Betrachtung und die Analyse von Menschenrechten im globalen Kontext interessant. Denn die Türkei hat sich seit den Zeiten des Osmanischen Reiches grundlegend verändert, von den Verantwortlichen lebt keiner mehr und selbst von den zehntausenden ausführenden Mördern dürfte keiner mehr auf Erden wandeln. Mir sind auch keine Fälle von Familien bekannt, die sich brüsten "mein Urgroßvater hat daran teilgenommen" - aber das könnte auch schlicht mangelndes Wissen meinerseits sein.

Es gab sogar kurz nach den Geschehnissen Prozesse gegen die verantwortlichen Paschas.
Die Erinnerung der überlebenden Opfer und die Folgen sind noch da und könnten nur durch einen gemeinsamen Bewältigungsprozeß gemildert werden. Viele Türken behaupten, man erkenne ja an, dass Unrecht geschehen sei, dies aber kein Völkermord gewesen war - meist mit dem nachgestellten Anlaß, dass die Osmanen sich lediglich selbst geschützt hätten, weil die Armenier sie verratten hätten.
Und hier brökelt die Theorie und weicht der Realität. Dort ist der Völkermord noch immer ein gestaltendes, ein wirkendes, ein spaltendes und sogar gewalttreibendes Element. Armenier (wie mehrere andere Minderheiten) haben noch immer in der Türkei einen schlecht stand, wie der Mord an Hrand Dink 2007 ausgesprochen deutlich demonstrierte  - und dem ausbleibenden Terrorismusprozeß bzw. der Verfolgung der Hintermänner.
Insbesondere aber die Leidenschaft vieler Türken (ja, längst nicht aller), die sie nicht nur leugnen lässt sondern sie in einen regelrechten Hass auf Armenier und alle "Sympathisanten", alle die jene Bezeichnung der Vorgänge in den Mund nehmen erhält den feindseeligen Geist am Leben und lauert im Hintergrund um die Lage zu verschlechtern.
Dies gilt natürlich umso mehr für die Politiker der Türkei, allen voran Erdogan, welcher sogar ein Zeichen der Versöhnung, aufgestellt durch einen Bürgermeister einer Grenzstadt nahe Armenien hatte einreißen lassen. Diese eskalieren derzeit mit politischen Mitteln. Der deutsche Botschafter in der Türkei wurde (schon wieder) einbestellt, der türkische in Deutschland zumindest kurzfristig zurückgerufen.

Aber auch die türkischen Auswanderer tragen dazu bei, wie wir aktuell erleben müssen.
Bundestagsmitglieder, Journalisten und Vertreter armenischer Verbände meldeten in den letzten Tagen, dass sie Drohungen und Massenanschreiben erhalten hätten. Letztere, aufgesetzt von hunderten von türkischen Vereinen und Verbänden, drohten damit, dass ein solcher Beschluss "das friedliche Zusammenleben" gefährde. 
Mitten hinein in die Debatten von Integration und Miteinander werden solche Mails und Briefe verschickt. Und die Stimmen der Republik reagieren in Nebensätzen verwundert und enttäuscht.
"Du bist Deutschland" und die vielen Talkshowstunden, in denen uns Kaddor und andere erklärten, wie der "neue Deutsche" aussehe liegen hinter uns - und nun bekommen wir ein klares Signal von einer der auffälligsten Einwanderungsgruppen. "Wir sind nicht Deutschland - wir sind die Türkei IN Deutschland".
Wenn eine Einwanderungsgruppe anfängt, die Außenpolitik im Sinne ihres Herkunftslandes zu gestalten, dann sollte man meinen, würde dies Anlaß zu Sorge und Kritik geben.
Hier wird offensiv gedroht, von eben jenen Vereinen und Verbänden die so oft herhielten als Beispiele gelungener Integration und Miteinander. Als Bereicherung.
Wir hatten dies in Frankreich bereits gesehen. Als dort beinahe die Bewertung verabschiedet wurde, übte die Türkei, übten die Türken und auch die in Frankreich lebenden Türken imensen Druck aus und schreckten auch vor Drohungen und Hackerangriffen wie Massenkundgebungen nicht zurück.
Dabei skandierte Parolen dürftenden wabernden Hass, die unreflektierte Zurückweisung verdeutlichen.
Es ist ein weiterer Stein in der pottenhässlichen Mauer, welche die Türkei und viele, wenn auch dankenswerter Weise längst nicht alle Türken umgibt.

Aber, wie gesagt, wir Deutschen mauern da kräftig mit. Nicht nur, dass unsere Kanzlerin um eines fragwürdigen Deals halber kuscht und sich nahezu jede mögliche diplomatische Frechheit gefallen lässt. Sie tut es auch noch demonstrativ in dieser Angelegenheit.
Weder die Kanzlerin noch ihr Stellvertreter noch Steinmeier waren heute im Haus bei diesem Ereignis zugegenen.
Die fast einstimmige Verabschiedung (eine Enthaltung, eine Gegenstimme) kommt wohl von dem, was Özdemir in seiner Rede betonte. Es geht um "deutsche Verantwortung". Er ließt sogar ein Zitat des damaligen Reichskanzlers vor, welches belegt, dass die Untätigkeit des deutschen Reiches der Überlegung geschuldet war, den Verbündeten nicht zu verschrecken, und dass man darob bereit war, Massaker und Unmenschlichkeiten zu akzeptieren.
Die Tatsache, dass sich unzählige Deutsche, auch offizielle, anders verhielten, dass dieses Zitat auf wiederholte und dringende Eingaben erfolgte, dass wir Beweise sicherten und Prozesse zuließen wie führten - all dies zählt an diesem Tag nichts.
Und der gut geölte Schuldkomplex scheint seine Wirkung zu tun. Anders kann ich mir dieses zwar im Grunde positive doch in seiner Einstimmigkeit verwirrende Ergebnis nicht erklären.

Sei es wie es sei. Mein Dank an alle Zustimmenden, ich teile die Freude der armenischen Gemeinden und Organisationen und den türkischen Verbänden und Vereinen wie Einzelpersonen die meinen, über eine ihnen unliebsame Bewertung eines 100 Jahre zurückliegenden Ereignisses nicht nur ignorant sein zu müssen sondern auch noch zu drohen: kehrt zurück. Euer Herz, euer Hirn und eure Hand sind offensichtlich nicht bereit hier anzukommen und die Werte zu teilen. Ihr seht etwas anders als die Gemeinschaft der Historiker (die sich bis auf wenige Ausnahmen einig ist), glaubt ihnen nicht, weil es eure Nationalisten anders darstellen. So weit so euer Recht. Aber den Frieden darüber aufzukündigen ist das allerletzte und ihr erklärt euch damit selbst zu Feinden. Wir werden euch nicht so behandeln, bis ihr handelt - aber ein Miteinander wird es so bestimmt nicht geben.
Es ist eure Wahl. Umkehr und Reue sind noch immer möglich.

Sonntag, 24. April 2016

Armenier-Gedenktag

Heute, am 24.4., begehen die Armenier ein trauriges, jährliches Ritual. Sie Gedenken der Opfer des Völkermordes im Osmanischen Reich, der Aghet.
An der Stelle mal eine Filmempfehlung: Aghet - Ein Völkermord. Eine Doku, in welcher Schauspieler Briefe, Dokumente, Eingaben, Tagebucheinträge von Augenzeugen und Opfern vorlesen, dabei Bilddokumente der Zeit und der Geschehnisse gezeigt werden. Beide stammen u.a. aus der Sammlung des Auswärtigen Amtes, welches diese Dokumente seit dem Völkermord selbst aufhebt und bereits in einem Band Auszüge veröffentlichte.
Wir Deutsche sind ja einiges gewöhnt, da unsere Vergangenheit nicht nur aufgearbeitet sondern auch umfassend präsentiert wird. Schulklassen, die durch die KZs geschleust werden um sich die Grausamkeiten schildern und auf Photos zeigen zu lassen. Dokumentationen, die uns die gestappelten Leichen abgemagerter Häftlinge zeigen, erschossene und erhängte und vergaste Opfer unserer Großeltern- und Elterngeneration. Wer sich eingehender damit beschäftigt sieht die Opfer der Fronten und des Bombenkrieges, die Opfer der Verbrecher unter den Siegern und die zahllosen Unglücklichen, die zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort waren und zwischen den Kämpfenden ums Leben kamen.
Wir kennen diese Bilder. Darunter sind unterträglich grausame. Bilder, welche gequälte Gesichter, schmerzvolle Morde oder unentschuldbare Experimente zeigen - oder die blanke Unmenschlichkeit, die nicht nachvollziehbare Leere an Mitgefühl, Mitleid oder schlicht Herz.
Darunter fallen Bilder wie die Exekutionen von Müttern mit ihren Kindern. Die beiden folgenden Links enthalten solche Bilder. Bild 1 und Bild 2
Darum sind viele der Bilder, welche den Völkermord an den Armeniern zeigen für uns keine großen Schockerreger. Aber letztlich zeigen sie die gleiche Grausamkeit, das gleiche dahinterstehende menschenverachtende, rassistische Gesicht, welches die Nazis zu unserem mahnenden Zeigefinger machen. So bspw. dieses Bild, auf dem die Mörder posieren, während sie die abgemagerten Armenier ertränken. Wer es verkraftet kann ganze online Archive mit Bildern ermordeter Armenier auffinden, oft zusammen mit ihren Peinigern.

Schlimm genug also. Dieses Verbrechen im Osmanischen Reich. Doch bis heute verweigert die Türkei eine Aufarbeitung. Erdogan ließ ein Versöhnungsdenkmal in einem türkischen Grenzdorf abreißen und als Frankreich vor zwei Jahren versuchte, die Leugnung dieses Genozids gesetzlich unter Strafe zu stellen, regte sich durch die Inlandstürken und die Türkei selbst derart viel Widerstand, dass dieses Vorhaben scheiterte.
Bei uns wurde, angesichts der laufenden Debatte um die Türkei, den Flüchtlingsdeal und unsere Pressefreiheit, ein weiterer Skandal laut.
Die Türkei regte sich über die auf der Seite der EU Kommission zu lesende Meldung über ein "Projekt Aghet" in Dresden auf. Dort hatte die Dresdner Sinfoniker ein Konzert am heutigen Tag geben wollen eben in Gedenken an die Mordopfer und dem Ringen um ihr Andenken. Dieser Terminverweis war Grund genug zur Beschwerde - die EU knickte ein und entfernte den Hinweis.
Weiterlesen bei Spiegel.

Meine Gedanken und Gebete sind bei den Armeniern, den Familien der Opfer und allen, die sich für Gerechtigkeit und Gedenken einsetzen. Jeder Völkermord ist ein Verbrechen - und Frieden und Versöhnung bedürfen der Aufarbeitung.
Ich hoffe, es wird eines Tages gelingen. Auch für die Opfer der folgenden Generation, wie Hrad Dink.

Freitag, 22. März 2013

Forsetzung I zu "Jetzt ist es raus..."

Fortsetzung des Kommentars: "Jetzt ist es raus".
Einleitend noch ein paar Worte zu den Methoden, welche Deschner anwendet, bevor ich mich zu denen seiner Sympathisanten und ihn verteidigenden Leserschaft, ich werde sie vereinfachend Anhänger nennen, wende.
In der auf diesen Text folgenden und letzten Fortsetzung werde ich dann einige Beispieltexte bearbeiten.



 Mangelnde Relation


Zwar bereits erwähnt, in seiner permanenten Anwendung aber einer Herausstellung würdig ist Deschners Art, keine Vergleichsmöglichkeiten zu entwickeln oder gar zu geben. Wann immer er auf Opfer und ihre Zahlen zu sprechen kommt, was sehr häufig der Fall ist, fehlt dem Leser jegliche Relation. Ein Beispiel sind die Opfer von Kriegen und Schlachten. Zwar im Grunde korrekt beschreibt er blutige Massaker durch Christen, mitunter auch im Namen der Religion oder mit dem Segen von Geistlichen oder sogar (nicht selten aber vermeintlich) der Kirche. Dabei löst er die Geschehnisse völlig aus dem historischen Rahmen und bewertet sie nach seinen und zumeist heutigen Maßstäben.
Was aber passierte in eroberten Städten? Gibt es Unterschiede zwischen dem Verhalten christlicher, islamischer, buddhistischer, hinduistischer, schamanischer oder atheistischer Heere und ihrer Anführer? Dies wäre die Gegenprobe zur Behauptung, etwas sei "charakteristisch" oder "begründet in ...".
Aufgrund dieser mangelnden Relationsmöglichkeit wundert es dann nicht, dass gerne die Behauptung vorgebracht wird, das Christentum habe mehr Opfer gefordert alle Kriege zusammen. Mitunter wird auf detaillierte Gegendarstellungen geäußert, die meisten Kriege seien zudem religiös oder christlich bedingt. Dies funktioniert ausschließlich, wenn man keinen Blick in die Weltgeschichte, logischerweise vor allem in den nichtchristlichen Raum wirft und auf der anderen Seite alle großen menschengemachten Katastrophen wie etwa die Weltkriege ebenfalls dem Christentum anlastet. Hier trägt die Geschichtsforschung, aber wieder auch unsere Medienlandschaft eine Mitschuld an diesem weit verbreiteten Eindruck. Mittlerweile über Jahrhunderte lag der Schwerpunkt unserer Forschung ausschließlich auf Europa, Entwicklungen in anderen Hochkulturen fanden nur bei Berührungspunkten statt. Die Geschichte Chinas oder des Aztekenreiches ist hierzulande ebenso selten behandelt wie die der Sassaniden oder der Zulus. Sie treten im Bewusstsein oft erst auf, wenn es zu Kontakten mit Europäern kommt. Die Frage an den Kundigen über Opfer der Kriege muss gestattet sein, wieviel er denn etwa über die chinesischen Einigungskriege und die Zahl ihrer Opfer weiß.
Ohne eine Vergleichsmöglichkeit, ohne Angaben zu den Verhältnissen bleiben Bewertungen dem eigenen Eindruck, nicht seriöser Forschung überlassen.


Verdrehungen 

Schon fast zur Gewohnheit wird der Verweis auf die vielen Zitate, wörtliche Wiedergaben von Geschriebenem und Gesagtem, welche Deschner als Beweise seiner Behauptungen anführt. Allzu oft sind diese Zitate aber verdreht oder, dies kennen wir ja bereits, aus dem Zusammenhang gerissen. Ein Fall, wo beides zusammetrifft möchte ich als Beispiel hier anführen, auch wenn es nicht direkt aus der Reihe "Kriminalgeschichte" stammt sondern aus einem Interview darüber, welches als PDF auf Deschners Seite zu finden ist. Dort antwortet Deschner auf die Frage, wie er denn die katholische Kirche für den zweiten Weltkrieg verantwortlich machen wolle:
Und zu Beginn des Zweiten Weltkrieges drohte Pius XII. den <<Millionen Katholiken in den deutschen Heeren>>: <<Sie haben geschworen, Sie müssen gehorsam sein.>> Er hämmerte ihnen ein, dass der <<Führer>>  das legale Oberhaupt der Deutschen sei und jeder sündige, der ihm den Gehorsam verweigere.
Zu finden auf Seite 13 & 14 des PDF Dokuments bzw. auf den mit 15 und 16 bezifferten angezeigten Schriftseiten.
Deschner zitiert hier aus einem Interview , welches der damalige Papst Dr. Edoardo Senatro für Osservatore Romano gab. Dieser hatte ihn gefragt, ob man nicht gegen die Vernichtung der Juden protestieren müsse. Darauf antwortete der Papst:
Lieber Freund, vergessen Sie nicht, daß in den deutschen Heeren Millionen Katholiken sind. Soll ich sie in Gewissenskonflikte bringen? Sie haben geschworen. Sie müssen gehorsam sein.
Aus dieser Antwort kann man verschiedenes interpretieren. In positiver Auslegung etwa den Unwillen, einen Bürgerkrieg auszulösen, in negativer Sicht die Befürchtung, die Deutschen würden sich im Zweifel eher für Hitler als für die Kirche entscheiden. Der Spiegel berichtete vor ziemlich genau 50 Jahren, der Papst hätte dabei an die Erfahrungen aus dem Kulturkampf Bismarcks gedacht.
Somit hat Deschner hier zwar korrekt zitiert, durch die Auslassung der Frage, eines Teiles der Antwort und des Kontextes (in diesem Fall die seit 1932 bestehende Auseinandersetzung zwischen Hitler und dem Vatikan sowie der großen Zahl katholischer Geistlicher in KZs) das Zitat entfremdet, einem anderen Sinn untergeordnet. So wird aus der Zurückhaltung um keinen Konflikt zu schüren eine Forderung nach Anerkennung.
Nebenbei erwähnt, die Methode der Auslassung zieht sich auch hier wieder durch Deschners Argumentation. Er führt dieses Zitat u.a. als Belege der Unterstützung Hitlers, des Holocaust und des Krieges durch den Vatikan auf. Das dem nicht so wahr belegen bspw. die unmittelbar nach Kriegsausbruch verfasste Enzyklika Summi Ponticiatus bis hin zur Schilderung von Ereignissen in Rom. Aufschlussreiche Literatur zu diesem Thema empfehle ich bald in einem eigenen Eintrag.

Fortschreitende Forschung 

Etwa 27 Jahre hat es gedauert von der Publikation des ersten Bandes der "Kriminalgeschichte des Christentums" bis zur Veröffentlichung des letzten Bandes in diesem Jahr. Rechnet man hinzu, dass vieles von dem, was er in seiner Reihe veröffentlicht bereits vorher in anderen seiner Bücher verwendet wurde könnte man durchaus noch wenigstens ein Jahrzehnt drauf legen. Fast 40 Jahre sind heute im Bereich der Forschung ein beachtenswerter Zeitraum, in welchem sich viel verändern kann.
Diverse lexikalische Reihen werden über Jahre und Jahrzehnte erstellt. Ein hervorragendes Beispiel sind die Reihen des sogenannten Pauly. Im 19. Jh. wurde dieses Lexikon erstmal innerhalb von ca. 30 Jahren erstellt. Daran arbeiteten 48 Fachpersonen, und während dieser Arbeit wurde es aufgrund der immer weiter fortschreitenden Forschung nötig, wenigstens einen Teil der Publikation noch einmal zu überarbeiten und neu herauszugeben. Dabei war die Erkenntnis ausschlaggebend, dass man die Darstellung immer weiter ausdehnen musste. Man konnte vieles nicht erläutern ohne andere Details zu beleuchten, die eigentlich gar nicht vorgesehen waren. Je mehr von der Geschichte erklärt werden sollte, desto mehr musste man dazu vorstellen.
Diese Ausuferung wurde dann symptomatisch. Der Nachfolger, 1890 begonnen brauchte statt der veranschlagten 10 Jahre am Ende 78, die Zahl der Mitarbeiter ist mit 1100 Autoren riesig.  Und noch immer sind aus Sicht heutiger Historiker bestimmte Bereich darin zu kurz gekommen (neben der Tatsache, dass viele Artikel veraltet sind und einige sogar ideologisch verbrämt), so ist die Spätantike zwar behandelt, aber keineswegs gründlich untersucht worden.
Um jetzt nicht weiter zu langweilen, auch an der aktuellen Reihe (DNP) arbeitete ein Vielzahl an Personen, obwohl längst nicht so umfangreich wie sein Vorgänger sind auch hier rein lexikalisch 13 Bände erschienen, dazu eine Vielzahl Sonderbände zu Themen und Fächern.
Bezeichnend an all diesen Arbeiten sind ihr (thematischer) Umfang, die hohe Zahl an Mitarbeitern verschiedener Richtungen und die stete Neubearbeitung. Es kommt nicht selten vor, dass ein Autor die in seinen Artikeln gemachten Aussagen durch neue Quellen (oder anderen Versionen bekannter Texte) oder allgemein Informationen etc. ändern muss.
Deschners Methoden haben sich hingegen in den letzten Jahrzehnten eher versteift als auf Kritik und nachgewiesen Fehler einzugehen. Auch wenn ich möglicherweise den Eindruck erwecke, diese Beiträge sind alles andere als die ersten öffentlichen Kritiken an ihm und seinem Werk. Dazu werde ich in der folgenden Fortsetzung einige Beispiele liefern.



Graf Zahl


Natürlich ist die "Kriminalgeschichte" geprägt von Zahlen. Jahreszahlen, Opferzahlen, Täterzahlen, Mengen an Quellen und Literatur, auch wenn Deschner völlig zurecht darauf verweist, dass jeder einzelne Ermordete im Namen der Religion, mit Segen der Kirche oder durch die Hand eines gläubigen Christen einer zuviel ist und ein himmelschreiendes Unrecht darstellt. Das hindert aber den Autoren und seine Leserschaft nicht daran, die Zahlen ins Zentrum der Betrachtung zu rücken. Dabei ist es nicht immer leicht, aus den erhaltenen Angaben ein realistisches Bild zu erhalten. Berühmtestes Beispiel ist die Schlacht an den Thermophylen, bei der laut Herodot einige tausend Hellenen einem persischen Heer von nahezu fünf Millionen gegenüber gestanden haben sollen. Die moderne Öffentlichkeit kennt oft sogar nur noch die angeblich 300 Spartaner.
Bereits der Militärhistoriker Hans Delbrück, welcher Ende des 19. und Anfang des 20 Jh. arbeitete, hat diese Zahlen detailliert und gut nachvollziehbar als Legende entlarvt. Seiner Ansicht nach handelte es sich um ein Heer von maximal ca. 50 000 Mann. Andere gehen von bis zu ca. 250 - 300 000 Mann aus, in jedem Fall aber nur ein Bruchteil der in den Quellen gefundenen Angaben.
So ähnlich verhält es sich auch mit Bevölkerungsschätzungen, wie aktuelle Beispiele zeigen. Die Erhebung von 2011 um die Einwohner Deutschlands zu erfassen stellte fest, dass die angenommen Zahlen zu hoch angesetzt waren. Es waren 1,3 Millionen Menschen weniger da als vorher angenommen. Dafür überraschte man uns im Januar mit der Meldung, dass 500 000 Türken mehr in Deutschland leben, als bisher angenommen. Zwar kam diese Zahl durch eine Änderung in den Normen der Statistik zustande, an der Änderung der Zahlen ändert dies jedoch nichts. So sind Zahlen etwa über die Opfer christlicher Verfolgung der amerikanischen Ureinwohner (der durch Deschner noch immer beibehaltene Begriff "Indianer" spricht nicht unbedingt von Wertschätzung) höchst skeptisch zu betrachten. Die Demographie der amerikanischen Bevölkerung beruht im wesentlichen auf Schätzungen, die größten Verluste unter ihnen sind durch unbewusst eingeschleppte Krankheiten entstanden. Gänge Methode, auch bei Deschner, ist es, die Verluste der geschätzten Bevölkerung einzuteilen in durch Krankheit verursacht und Folge der Kolonisierung / christlichen Verfolgung. Das dies inkonsequent und subjektiv gedacht ist, zeigt beispielhaft die Geschichte der Mi'kmaq. Diese hatten gegen den Willen der mit ihnen handelnden Europäer acht Jahre lang Krieg mit ihrem benachbarten Volk geführt. Im Anschluss an ihren Sieg wurden sie von Seuchen heimgesucht, am Ende der ersten Seuchenwellen lebten nur noch weit weniger als die Hälfte von ihnen. Das alles, ohne das ein Christ die Hand erhoben hätte.
Auf der Gegenseite steht bspw. die Geschichte der Azteken, deren Reich durch die Gewalt der Conquistadores einstürzte. Hier sind die Verluste der Bevölkerung durch Krankheiten prozentual gesehen nicht so hoch wie bei den vorher geschilderten Ereignissen, aber noch immer weit über die Hälfte der Gesamtbevölkerung starben daran. Aber auch hier ist es zu kurz gegriffen, sämtliche Verluste einfach den Spaniern bzw. den Christen anzulasten. Die Blumenkriege der Azteken zeitigten Folgen, an denen Europäer keine bewusste Beteiligung hatten. Es ist schwer hier ein auch nur annähernd klares Ergebnis zu erhalten. Noch komplexer wird es, wenn man die Ergebnisse etwa von Felix Hinz und seiner 2005 erschienen Arbeit über Identitätsneubildungen in der Region einbindet.

Konkrete Zahlen auf der Basis von Schätzungen, die nicht annähernd alle Faktoren berücksichtigen und einseitige Schuldzuweisungen als Basis nutzen sind also nichts als bloße Polemik. Sie dienen der Anklage, halten aber keiner seriösen Forschung stand. Der berechtigten Klage über die Verluste an Menschen durch die Hand von Christen ist damit nicht gedient, die Aufarbeitung nicht gefördert. Eher ist es Grundlage zu neuem Zwist, möglicherweise sogar Schlimmeren.

Verehrung

Deschner erfährt unter vielen seiner Leser eine geradezu stilisierende Verehrung. Ich persönlich nehme an, dies hat mit dem Thema und seiner persönlichen Haltung dazu zu tun. "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" lautet wohl das passende Sprichwort dazu, um die Ausgangsbasis zu schaffen. Ein übriges hat Deschner selbst, oft unter Beihilfe verschiedenester Personen des Medienbetriebes, dazu beigetragen. Er stilisiert sich und seine Werke als "bis heute unwiderlegt", und das nicht erst seit seiner "Kriminalgeschichte".
Bereits im Vorwort zur zweiten und dritten Auflage seines Buches "Abermals krähte der Hahn" welches ursprünglich 1962 erschien schrieb er über sich bzw. sein Werk:

Da bisher an meiner Darstellung nichts widerlegt worden ist, ist
auch nichts zu ändern.
Andere Autoren haben dies in den letzten Jahren und Jahrzehnten als dreiste Lüge entlarvt, was jedoch weder in Rezensionen seines Werkes noch bei denjenigen verfing, die sich für ihn begeistern konnten.
Für seine Kriminalgeschichte baute er dies sogar noch aus. Das gesammelte Feedback auf seiner Seite klingt anerkennend, lobend wenn nicht gar jubelnd. Hinter manchem dieser Zitaten steckt eigentlich eine kritische Beurteilung. Deren Verfassern wird dann das Geschriebene aufgrund der Anerkennung der Wirkung Deschners und des Umfanges seiner Arbeit, selektiv zitiert, als Zustimmung ausgelegt. Das diese Anerkennung noch keine Beurteilung des Inhaltes ist bleibt außen vor.
Natürlich ist dies ad hoc kaum zu widerlegen, entbehren die angeführten Zitate einer, heute ja durchaus üblichen, Verlinkung auf die entsprechenden Texte im Internet oder die in wissenschaftlichen Kreisen eigentlich üblichen Quellenangaben (bspw. "Tolles Buch." Max Muster, Rezension "Demagogischer Unsinn als Fakten verkauft", Eifler Käfigbodenzeitung, 31.12.2099).
So bleibt es dem Leser bspw. bei der Diakonie Bayern nachzufragen, ob sie wirklich Deschners Werk kritiklos gut und wissenschaftlich fundiert finden.
Im Internet findet sich andererseits auch einige gute Beispiele für die Verehrung Deschners und die mangelnde Kritikbereitschaft. In einem davon, mittlerweile acht Jahre alt, breitet ein anonym bleibender Schreiber nicht nur exakt das Thema der Verehrung breit aus, sondern schildert auch einen der Fehler Deschners. Dieser hatte in dem Werk, welches das oben zitierte Wort der nicht erfolgten Widerlegung zierte, die Behauptung gefunden, dass 9 Millionen Hexen durch den Heiligen Stuhl umgekommen seien. Er widerlegt knapp aber stringent diese Behauptung und damit das Vorwort.
In der anschließenden Diskussion wird dies aber nicht anerkannt, vielmehr werden einfach weitere Anschuldigungen erhoben, die Unfehlbarkeit Deschners auf das "Gesamtwerk" bezogen etc. Die Diskussion entgleist schnell ins emotionale, wobei Christen und insbesondere Katholiken jede Kompetenz abgesprochen wird und selbst die unhaltbarsten Legenden wieder nach oben geholt werden, um dies zu untermauern.



Diffamierung


Zum Mittel der eigenen Legendenbildung bedienen sich sowohl Deschner als auch seine Anhänger wie oben gezeigt gerne des Mittels der Verleumdung und Verallgemeinerung, während sie genau dies beklagen.  Bestes Beispiel hierfür ist der Umgang mit der Tagung in Schwerte, die zur fachlichen Diskussion über seine Reihe einberufen worden war. Die dortigen Sprecher werden in Diskussion und Rezensionen reduziert auf ihren Glauben und ihre Konfession, bestenfalls, wie in der Besprechung durch Hermann Josef Schmid, wird nach der Betonung ihrer (vermeintlichen) theologischen Heimat noch ihr Titel genannt, nicht ohne die ein oder andere süffisante Bemerkung dazu zu reichen.
Andererseits signalisieren Tagungsort, Tagungsdauer und illustrer Teilnehmerkreis - 20 Professoren, überwiegend katholische Theologen (vornehmlich Professoren der Kirchengeschichte oder Alten Kirchengeschichte und Patrologie), ein Privatdozent, ein Arzt und Karlheinz Deschners Lektor und Freund Hermann Gieselbusch - ebenso wie die Vorlage der Referate durch den bekanntesten katholischen Wissenschaftsverlag, daß es sich bei dem dreitägigen Deschner-Symposium in der Katholischen Akademie um eine für katholisches Forschungs- und Argumentationsniveau repräsentative Veranstaltung und bei dem hinsichtlich seines Argumentationsniveaus nun zu überprüfenden Sammelband um ein in mancherlei Hinsicht aufschlußreiches Dokument handelt, dessen Thesen nicht nur in den zahlreichen, vielfältigen und auflagestarken katholischen Presseorganen, sondern dank des immensen Einflusses der Katholischen Kirche in den Entscheidungsgremien der öffentlich-rechtlichen Medien künftig eine nicht geringe Rolle spielen dürften. So verdient das Argumentationsniveau dieses Bandes Beachtung auch seitens derer, die nicht vorweg zur katholischen Klientel zählen, sondern sich der Lektüre aus Sachinteresse oder aus weltanschauungskritischen Gründen zuwenden.
Sehen wir einmal, welche "illustren" Teilnehmer wirklich dabei waren. Allen voran zu nennen ist m.E. Prof. em. M. Radnoti-Alföldi. Sie ist weder Theologin noch Kirchengeschichtlerin (in irgendeiner Epoche). Ihr Hauptwerk gehört in den Bereich der "Antiken Numismatik", einer sogenannten Hilfswissenschaft der Alten Geschichte. Ich denke nicht zu übertreiben, wenn ich sie als eine der wichtigsten Persönlichkeiten in diesem Bereich tituliere. In jedem Falle aber hatte sie einen Lehrstuhl der Alten Geschichte inne bis sie 1992 emeritiert wurde, reiht sich also ein in die Gruppe der Professoren. Im Jahr der Schwerte-Tagung, 1992, erhielt sie das Bundesverdienstkreuz.
Ebenso für mich von Bedeutung, es liegt wohl an meiner eigenen Fachrichtung, ist der mittlerweile verstorbene Prof. Richard Klein. Er gehörte ebenfalls zu den Althistorikern, erarbeite Bibliographien von Marcus Aurelius und Iulianus Apostata und gab schließlich die in Historikerkreisen renomierte Fachzeitschrift "Gymnasium" mit heraus.
Dann der leider ebenfalls verstorbene Professor für Strafrecht & Kriminologie, dazu später Rektor und Präsident der Universität Augsburg,Wilfried Bottke. Auch er Professor, auch er kein Theologe.
Prof. em. Günter Stemberger als (katholischen) Theologen oder Kirchentheologen zu bezeichnen würde seine Karriere und wissenschaftliche Reputation stark verkürzen. Zwar hat er auch Theologie studiert, seine Arbeit und Anerkennung liegt allerdings im Bereich der Judaistik. Also ein Fachmann der Religion aber eben auch der Kultur und Geschichte der Juden.
Und die Ausnahmen zur Regel scheint Prof. Wolfgang Speyer zu machen. Dieser hat zwar in der Tat auch Theologie studiert, zu diesem Zeitpunkt hatte er jedoch bereits ein Studium der klassischen Philologie, der Alten Geschichte sowie der Philosophie abgeschlossen und arbeitete als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich der, na wo sonst, Alten Geschichte. Geforscht hat er vor allem in Sachen frühes Christentum und gilt in diesem Bereich ebenso wie Prof. Klein als Koryphäe.

Will man diesen Autoren also eine Parteilichkeit anhand ihrer Berufswahl anhängen, so ist dies in meinen Augen Verleumdung im Versuch, die Bedeutung ihrer Forschung zu schmälern oder ganz zu negieren.
Aber auch das von Schmid scheinbar als Stigma benutzte Studium der Theologie lässt keine Unfähigkeit zur Differenzierung voraussetzen. Sieht man sich die Veröffentlichungen der Theologen die an der Tagung teilnahmen an, so finde ich keine Negierung oder Relativierung der Verbrechen die durch oder im Namen  der Kirche und der Glaubensgemeinschaft verübt wurden. Auch diese Menschen daher wegen ihres Berufes und ihrer Ausbildung als befangen zu erklären dient nur einem Zweck. Schmid geht jedoch weiter. Er bringt die Sprache in I.4. auf den Antimodernisteneid und behauptet:
Der Inhalt des noch bis ins Jahr 1967 obligatorischen und von katholischen Klerikern (bis etwa zum Geburtsjahrgang 1942) abgelegten Eids ist in unserem Zusammenhang vor allem deshalb bemerkenswert, weil er von nahezu allen am Schwerter Deschner-Symposion beteiligten katholischen Theologen abgelegt wurde und nicht nur im Blick auf die Entwicklung ihrer geistigen Unabhängigkeit von nicht geringer Bedeutung gewesen sein dürfte
 Schmid unterstellt also, dass alle Theologen, die zu Zeiten der Wirksamkeit des Eides aufgewachsen sind und studiert hatten keine geistige Unabhängigkeit, also keinen kritischen, selbstständigen Geist und Verstand entwickeln konnten. Das ist nicht nur eine ungeheure Herabwürdigung jeder einzelnen Person die in dieser Zeit katholische Theologie studierte, sondern macht aus dem Studium durch diesen Eid in anderen Worten eine Indoktrination, vergleichbar höchstens noch mit den Kaderschulen des Dritten Reiches und der Sowjetunion. Und unter diesem Blickwinkel müsste in der Konsequenz der bspw. in den genannten Staaten Studierte danach völlig unfähig sein, Kritik an dem jeweiligen System zu üben. Die Vielzahl an system- oder diktatorenkritischen Publikationen aber eben solcher Autoren ist ein Indiz für die Unwahrheit dieser Unterstellung, ebenso wie die hohe Zahl an Studenten der katholischen Theologie, deren Arbeiten oder Lebenswerke Kritik enthalten oder Distanz zur Kirche entwickeln.
Im Text geht es weiter mit der völligen Absprache von angeblich notwendiger Unparteilichkeit und Kompetenz. Zum Thema der Unparteilichkeit muss Deschner selbst das Wort erteilt werden:
„Ich schreibe aus Feindschaft. Denn die Geschichte derer, die ich beschreibe, hat mich zu ihrem Feind gemacht“, begründet Deschner sein Schreiben.
  

Qualifikation, Theologiestudium und Konfessionsabstammung


Das nächste Paradoxon an dieser Argumentation, so man sie so nennen will, ist die mangelnde Qualifikation durch ein verderbendes oder falsches Studium, wie es bspw. in Punkt eins der Betrachtungen ausgeführt wird. Blickt man nämlich auf den hier ja eigentlich besprochenen Autor, so entdeckt man: auch dieser Mann hat "nur" ein Theologiestudium. Seine Qualifikation zur historischen Arbeit ist somit aus fachlicher Sicht gering. Das Handwerkzeug der Historiker hat er nicht kennen oder nutzen gelernt, außern in den Auszügen, in denen es im Studium der Theologie angesprochen wird.
Dieser Makel ist wohl auch den Anhängern Deschners bewusst, steht doch im Wikipedia-Artikel über den Autoren:
"Er hörte unter anderem Vorlesungen über Literaturwissenschaft, Rechtswissenschaften, Philosophie, Theologie und Geschichte."  (Stand Februar/März 2013)
Ich bitte bspw. oben genannte Professoren bei selbigem, von der "communitiy" geschrieben Lexikon nachzuschlagen und zu erfassen, wie viele andere Akademiker die Liste der Bereiche, aus denen sie jemals Vorlesungen gehört haben aufgeführt haben. 
Ich für meinen Teil habe im Laufe meiner Studienzeit Vorlesungen und Seminare aus mindestens 8 anderen Fachbereichen außer denen meines Studiums gehört. Dies qualifiziert mich jedoch in keinem dieser Bereiche zu irgendetwas. Um genau zu sein, wenigstens drei davon gehörten zu den Naturwissenschaften, ein Bereich in dem ich mich nicht ohne gewisse Verlegenheit als völligen Versager bezeichnen muss.

Bezeichnend auch die permanente Betonung der Konfession oder der Nähe zu dieser Konfession. Es scheint dort Allgemeinwissen zu sein, dass ein Mensch katholischen Glaubens oder mit Sympathien zu dieser Konfession nicht in der Lage sei, historische Ereignisse und Zusammenhänge nicht erkennen kann oder sie reflexhaft versucht zu verschleiern. Er muss sich demzufolge zwangsläufig gegen Deschner stellen und damit gegen den scheinbar Einzigen, der in der Lage war, die Wahrheit zu ergründen und zu verkünden, obwohl er doch aus katholischem Umfeld stammte.
Diese Sicht erscheint mir zynisch, ist sie nichts anderes als die Behauptung, Deschner sei ein Übermensch über den sonst von Natur aus verderbten Katholiken. Eine Vorverurteilung die Deschner andersherum als ein Elend beschreibt.
Und noch ein Hinweis muss an dieser Stelle sein. Unter Deschners Quellen und Literaturverweisen finden sich in herausragendem Verhältnis solche, die von Katholiken verfasst wurden. Dies widerspricht der Haltung, Katholiken würden verheimlichen und entstellen zumindest grundlegend.

Schlussendlich wenden wir die Methode Schmids einmal als Gegenprobe bei seiner eigenen Person an. In seinem Text wird er vorgestellt:

Hermann Josef Schmid, Dr. phil., geb. 1939 in Köln; 1964-66 Bundesvorsitzender der Humanistischen Studenten-Union (HSU); 1968 Promotion in Philosophie an der Universität Freiburg; seit 1969 an der Pädagogischen Hochschule Ruhr; 1976 Habilitation; seit 1980 Professor für Philosophie an der Universität Dortmund; Arbeit an der Revision entwicklungsblinder und weltanschaulich verseuchter Nietzsche-Interpretation; Hauptwerk: Nietzsche absconditus oder Spurenlesen bei Nietzsche. Beiratsmitglied des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA) e. V.

Mir persönlich sticht dabei ein Wort ins Auge: verseucht. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, verehrter Leser, aber bei mir löst solche Wortwahl unwillkürlich Assoziationen aus. Wenn die Sprache anfängt, bei Biologie bzw. Medizin Vergleiche zu Krankenheiten zu ziehen wenn es um Menschen und ihr Werk geht kann ich nur annehmen, dass tiefste Verachtung die Ausgangsbasis ist.
Dazu kommt das Betätigungsfeld. Nicht nur, dass Nietzsche scheinbar den Kern wenn nicht sogar den Lebensinhalt des Prof. Schmid darstellt, er ist zudem eine der Führungspersönlichkeiten des Bundes der Konfessionslosen und Atheisten. Deren Veröffentlichungen sind gekennzeichnet von vehementen Angriffen auf christliche, vor allem aber katholische Institutionen und Personen sowie Glaubensinhalte, dies bereits seit Jahrzehnten. Diese Grundeinstellung behindert natürlich eine unvoreingenomme Bewertung der Vortragenden und Inhalte der Schwerter Tagung.

Bis auf den ersten Absatz bitte ich dies nicht ernst zu nehmen, es dient nur, stark verkürzt, zur Spiegelung.

Im Fazit erscheint mir hier, dass eine Ideologie, die zudem aus Abneigung, Feindschaft und offenem Hass geboren ist, hier eine Person und sein Werk aufwerten, während es das Objekt und die Menschen die es betrachtet bereits im Vorfeld verurteilt hat. Und genau dies wird dann wiederum den Christen, dem Christentum und seinen Institutionen vorgeworfen.



Der Text wurde nicht korrektur gelesen, Fehler (von denen es vermutlich reichlich gibt) ruhig melden, ich korrigiere sie dankbar.
Die letzte Fortsetzung folgt in einigem zeitlichen Abstand, da ich hierbei direkt auf einige Textstellen eingehen werde, bis auf die theologische Fakultät aber keines der Institute in meiner Reichweite die Reihe vorliegen hat.

Mittwoch, 6. März 2013

Experten und Geschichte

Geschichte ist komplex, mitunter nahezu rätselhaft. Die Frage nach der Motivation der Menschen ist ebenso schwer zu beantworten, wie Texte aus lange vergangenen Jahrhunderten mitunter zu übersetzen oder auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen sind. Einen Überblick über alle Quellen zu einem Ereignis oder Thema zu haben ist manchmal fast schon unmöglich.
Und trotzdem gibt es keinen Bereich des Wissens, bei dem Menschen mit einer geradezu arroganten Selbstverständlichkeit der Meinung sind, so viel zu Wissen und zu verstehen, dass sie ihr vermeintliches Wissen verbreiten oder Fachleuten zu widersprechen, die sich manchmal ein Leben lang mit den Themen auseinandergesetzt haben. Nicht selten nennen sie sich selbst dann gerne Experte, Historiker oder ähnliches. Manche tun dies so lange, bis andere darauf anspringen und sie ebenfalls Experten nennen.
Für mich liegt in diesem Interview mit Günter Seufert, auf das ich durch einen Hinweis des Blogs "Menschenrechtsfundamentalist" aufmerksam wurde, genau solch ein Fall vor.
Günter Seufert, als Experte für die Türkei bezeichnet, äußert darin folgenden Absatz:

Der Antisemitismus, der sich im Islam findet, kommt aus Europa. Die Judenfeindlichkeit im Islam war nie so ausgeprägt wie die europäisch-christliche. Grundsätzlich wurden Juden im Islam besser behandelt als im christlichen Europa. Vor dem Ersten Weltkrieg gab es weder Judenpogrome, Verfolgungen oder gar einen Holocaust in der islamischen Welt. Der Antisemitismus in der Gestalt eines Rassismus, mit dem Versuch, diesen wissenschaftlich zu grundieren, ist ein Export aus Europa in die islamische Welt. Dieses gedankliche Modell aus Europa wurde dann in eine religiös begründete Distanz zu den Juden integriert. Bedenkt man dann noch, dass in den muslimischen Ländern die religiöse Identität eine größere Rolle spielt als bei uns und zieht man die nach dem Sechs-Tage Krieg erfolgte Radikalisierung in Betracht, ist die Existenz des Antisemitismus in der islamischen Welt zumindest ein Stück weit erklärt.

An diesem Absatz ist so viel falsch, dass die Veröffentlichung schon fast als Volksverdummung zu bezeichnen ist.
Schon der Satz:  "Der Antisemitismus, der sich im Islam findet, kommt aus Europa." bezeugt, dass der Urheber entweder niemals den Koran und die aHadith gelesen hat, geschweige denn eine Geschichte der islamischen Geschichte oder eine Geschichte der Juden im Orient. Selbst die Aufregung um die kürzlich veröffentlichten Äußerungen des heutigen ägyptischen Präsidenten Muris muss an ihm völlig unbeachtet vorbeigezogen sein.
Am deutlichsten ist die Grundlage islamischen Antisemitismus und antichristlichen Haltung in Sure 5 vertreten. Dort, zwischen den Versen 50 und bis 63 bekommt man etwa die klare und unmissverständliche Forderung zu lesen: Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. (Sure5, Vers 51).
Die Stelle bezüglich der Schweine und Affen findet sich im oben verlinkten Artikel über Mursis Äußerungen behandelt.
Viel deutlicher wird Sure 9. Dort findet sich folgende Anordnung: Kämpfet wider diejenigen aus dem Volk der Schrift, die nicht an Allah und an den Jüngsten Tag glauben und die nicht als unerlaubt erachten, was Allah und Sein Gesandter als unerlaubt erklärt haben, und die nicht dem wahren Bekenntnis folgen, bis sie aus freien Stücken den Tribut entrichten und ihre Unterwerfung anerkennen.(Sure 9, Vers 29)
Falls Zweifel herrschen, als Völker der Schrift werden Juden und Christen bezeichnet, welche zudem immerhin die Chance bekommen, "Tribut zu entrichten", im Gegensatz zu bspw. Buddhisten und Hindus.
Es finden sich noch eine Reihe weiterer, ähnlich eindeutiger bis noch deutlichere Aufforderungen im Koran. Zwar gibt es auch Aufforderungen zur Toleranz und Verurteilungen von Gewalt, diese stehen jedoch im deutlichen Kontrast zu den historischen Darstellungen des Lebens Mohammeds, des islamischen Religionsgründers.  Womit wir zu den ahadit kommen.
Dies sind geschilderte Ereignisse oder Wortmeldungen aus dem Leben Mohammeds, die in den Jahrhunderten nach dessen Tod gesammelt und verifiziert wurden und so als Beispiele für ein "gefälliges" Leben dienen. Darunter finden sich die Vernichtung eines jüdischen Stammes, der
Banu Quraiza in Sahih Bukhari Volume 4, Book 52, Number 280 die sich heute noch in Kampfliedern und bei Demonstrationen in gesungener Form häufig als Drohung wiederholt findet.
Und nicht zu vergessen, die Endzeitvision, die im arabischsprachigen Fernsehn recht häufig rezitiert wird. Darin heisst es: "Allah's Apostle said, "You (i.e. Muslims) will fight wi the Jews till some of them will hide behind stones. The stones will (betray them) saying, 'O 'Abdullah (i.e. slave of Allah)! There is a Jew hiding behind me; so kill him.' " Sahih Bukhari Volume 4, Book 52, Number 176 & 177

Dies sind die Grundlagen des islamischen Antisemitismus. Gleichzeitig widerlegen sie die Behauptung, "Vor dem Ersten Weltkrieg gab es weder Judenpogrome, Verfolgungen oder gar einen Holocaust in der islamischen Welt." Sie finden sich von den Zeiten über die Jahrhunderte immer und immer wieder umgesetzt. Das die einzelnen Vorkomnisse nicht bei uns bekannt sind, liegt eher an der eurozentrischen Haltung unserer Medien und Schulbildung als an ihrer Nichtexistenz. Diverse Pogrome begleiten die islamische ebenso wie die christliche Welt durch die Jahrhunderte. Allein die organisierte Dimension des Holocaust ist ihnen fremd. Erinnert sei nur an das Jahr 1033 in Fès und 1066 in Granada. Danach geht es Reihe um Reihe weiter. 1676 werden im Jemen die Juden der Region in die Wüste getrieben. Wer dort nicht umkommt wird versklavt, Kinder werden zwangsislamisiert. Damaskus 1840, 1874 in Beirut, 1890 in Kairo und noch sehr viele Male dazwischen und danach.

Häufig liest man, dass es Juden in der islamischen Welt besser erging, als in der christlichen. Angesichts einer Sondersteuer, Beschränkungen in Karriere und Berufswahl, Kleidungsvorschriften, Ghettoisierung und der Gefahr von Pogromen frage ich mich häufig, woran dies festgemacht wird. An den Juden Spaniens wird dann oft beispielhaft von einem Reich der Toleranz berichtet. Die Fachwelt ist sich darüber nicht einig, wie ein relativ guter Artikel selbst bei wikipedia berichtet.

Fazit: die im Kölner Stadtanzeiger vom interviewten "Experten" entbehren jeglichen Wissens, sind eine glatte Lüge und Unterstellung. Einzig, dass die islamische Welt selbst keinen Holocaust kannte ist wahr. Die bürokratisch-industrielle Vernichtung eines ganzen Volkes, von Millionen von Menschen war der islamischen Welt fremd. Der Holocaust ist aber ebenfalls nicht "vor dem ersten Weltkrieg" geschehen, und zu diesem Zeitpunkt hatte die Türkei, für die der Mann ja ein Experte sein soll, bereits einen Völkermord an den Armeniern hinter sich, der an verübter Unmenschlich- und Grausamkeit nicht nachsteht. Und dazu steht die Türkei bis heute nicht.


Dienstag, 5. März 2013

Über dieses Blog

Der erste Teil meiner Rezension zur "Kriminalgeschichte des Christentums", die ich anlässlich der kürzlichen Fertigstellung derselbigen schrieb, bescherte diesem Blog einige Besucher. Um genau zu sein, sehr viele Besucher, die ich hiermit herzlich Grüßen möchte.
Bei einer Empfehlung durch das Blog des Herrn Alipius kamen dann Fragen auf, die ich bei der Erstellung des Meinigen gar nicht bedacht hatte. Darum hoffe ich, man sieht mir diesen selbstbezogenen Beitrag an. Er soll nicht meine Eitelkeit befriedigen sondern offene Fragen beantworten und vielleicht auch nützliche Informationen bieten.

Zunächst soll das Motto des Blogs "Dieu le roi" sein, wie es im gezeigten Bild des Aufnähers eingestickt ist. Das Motto hatte ich zum einen mit Blick auf die derzeit in Deutschland herrschende Stimmung gegenüber Katholiken gewählt. Der Hintergrund der Abbildung und des Mottos ist dabei der Schlüssel. Der Aufnäher zeigt Symbol und Motto, welches die Gegenrevolutionäre der Vendée 1792 / 1793 bis 1796 trugen. Bis heute ist dieser Aufstand nicht besonders gut aufgearbeitet, zwei extreme Positionen stehen sich bei Historikern gegenüber und außerhalb Frankreichs ist nahezu keine Fachliteratur geschweige denn populärwissenschaftliche Literatur zu erhalten zu erhalten. In schulischen Geschichtsstunden wird der Aufstand übergangen oder mit dem Verweis, dass bäuerliche Kräfte gegen die französische Revolution vorgingen und niedergeschlagen wurden abgefertigt.
Dabei handelt es sich um den ersten größeren Genozid der Neuzeit.
Dabei wird der Aspekt der Religion bzw. des Atheismus m.E. oft viel zu wenig beachtet. So war die gewählte Farbe der Aufständischen nicht, wie es von Monarchisten zu erwarten gewesen, das Weiss der Bourbonen, sondern das Rot des Symbols, das sie zu ihrem machten. Das sacre-couer, das heilige Herz Jesu. Auch im Motto findet sich diese Betonung der Religion wieder. Oft wird das Motto mit "Dieu Et Roi" wiedergegben oder als Hinweis auf "en nom Dieu: vive le roi" verstanden, was aber offensichtlich eine bewusste Fehlinterpretation ist, um die monarchistische Seite stärker zu betonen, denn auf den Fundstücken, wie oben abgebildeter Aufnäher, findet sich das Motto "Dieu Le Roi", Gott, König oder Gott der König. Wie viel deutlicher sollten diese Menschen noch ihren Glauben betonen können?
Und blicken wir auf die andere Seite, die der Revolutionäre, so findet sich nicht nur manches Schmähwort über die Gläubigkeit der Gegner in den Briefen und Berichten, sondern auch ein gezieltes Vorgehen gegen Gotteshäuser. Heute noch kann man deutlich sehen, dass fast alle Ortschaften in der Vendee ihre Kirchen und Kapellen nach der Revolution neu aufbauen mussten.
In meinen Augen entwickelten sich die Massnahmen nach der Niederschlagung des Aufstandes selbst zu einem massenhaften Morden nicht zuletzt aus dem Hass auf die Religion und den Glauben der Menschen. Neben dem wie üblich parteilichen Wikpedia-Artikel finden sich im Netz noch Artikel des Spiegels und der Welt.
Zum anderen beinhaltet das Motto meine Grundhaltung. Die oberste Autorität ist für mich Gott. Ihm gilt meine Loyalität. Ich weiß nicht, ob ich mich mutig opfern könnte, wie so viele Märtyrer oder eben die Vendée sogar für diese Haltung kämpfen und leiden. 

Zum Namen des Blogs möchte ich auf den Schreiber J.R.R. Tolkien verweisen. Leider kennen die Meisten nur die Verfilmungen von Peter Jackson, die zumindest in der Extended Edition wirklich gute und unterhalsame Filme sind, aber viel vom Werk des Autors auslassen oder verfälschen. Wie so oft bei Literaturverfilmungen.
Daher wissen die wenigsten, dass Tolkien ein Gläubiger und praktizierender Katholik war. Sein Glaube findet sich in vielen Momenten des Herrn der Ringe ebenso wieder, wie in der Entstehungsgeschichte seiner Fantasy-Welt. Wer es bisher unterlassen hat, dem rate ich zur Lektüre seines Silmarillion.
Theodred ist, für jene die mit Tolkien nichts anfangen können, in der Geschichte der Sohn des Königs der Rohirrimi, eines Reitervolkes. Sein Vater wird durch die schlechten Einflüsterungen seines Ratgebers zu einem senilen, handlungsunfähigen Mann. Theodred, voller Liebe und Loyalität zu seinem Vater, sah dies, konnte aber nichts dagegen unternehmen, außer weiter seine Pflichten zu erfüllen. Sein Schicksal erfüllte sich, als er im Kampf gegen das eindringende Böse vom Berater seines Vaters verraten in einen Hinterhalt geriet und dabei fiel. Sein Tod aber machte den Weg frei für seinen Cousin Éomer, der als einziger den Mut hatte, öffentlich gegen den Berater zu sprechen und zu den Verbündeten der Rohirrim zu stehen. Im Film, anders als im Buch ist Éomer nicht verbannt, riskiert aber seine eigene Hinrichtung, indem er die eigentlichen Helden nicht wie befohlen verhaftet.
Dafür würdigt der Film Theodred auf eine mich sehr berührende Weise, die ich auch eines Tolkien als würdig empfinde. Szene wie Schauspieler lassen mich Trauer und Liebe mitfühlen. Miranda Otto, die Schauspielerin, welche  Éowyn spielt, macht hier völlig vergessen, dass es ein Film ist. Man nenne mich ein Weichei, aber oft rührt mich die Szene zu tränen.




Auch hat man hier die linguistischen Fähigkeiten Tolkiens gewürdigt. Für die Sprache der Rohirrim verwendete er Altenglisch. Wer das vollständige Lied samt Übersetzung ins Englische sehen will folge bitte diesem Link.