Dienstag, 17. November 2015
Aus der Kategorie Wunschdenken für Blinde und Menschenverachter
Die Zeit hat einen Artikel unter dem Titel
Der "misshandelte" mittlere Osten hat u.a. die Barbaeskenstaaten hervorgebracht - eine Reihe von kleinen Stadtstaaten und Nationen die eigentlich dem Osmanischen Reich angehörten, aber durch Raubfahrten und Sklavenjagden die Mittelmeerküste Europas und die Seefahrt in Angst und Schrecken versetzten. Es dauerte über 100 Jahre und dutzende Interventionen, bis diese Gefahr gebannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren zehntausende, wenn nicht hunderttausende ihr Opfer geworden.
Griechenland konnte sich erst im 19. Jh. vom Osmanischen Reich befreien.
Die "gebeutelten" und "verachteten" Staaten des Orients hatten so zu leiden, dass sie mehrfach den neuen Staat Israel angriffen und die teilweise extremen Verluste einfach so hinnahmen. Der arme Irak war so kolonialisiert, dass er entgegen dem Willen seiner "Herren" seinen kleinen Nachbarn angriff.
Das sind nur ein paar Beispiele.
Der einzige, der hier Öl gießt, ist der Autor. Er sucht die Schuldigen an der falschen Stelle und malt rotzfrech ein schwarz-weiß Bild der Geschichte, in dem Europa und die USA die Bösen und der Orient das Opfer ist. Eine Haltung, die der Bewegung der Romantiker entspringt und leider schon so lange viel zu viel Beachtung bekommt.
Mal eben so werden die Milliarden an Aufwendungen zum Bau von Gebäuden wie Krankenhäusern, Brunnen, Banken und die Bemühungen um den Aufbau eines funktionierenden und demokratischen Staatswesens (und nebenbei noch des Gedankens der Gleichberechtigung) geleugnet.
Wie viele US Soldaten ihr Leben gelassen haben, wenn Taliban oder Al Quaida mal wieder Schulen oder Polizeikasernern, Kirchen und Moscheen oder Regierungsanlagen angriff, dürfte für einen Journalisten leicht zu erfassen sein.
Wie dreist, nein, wie verdreht im Kopf muss man sein, um dann zu behaupten "niemand habe irgendwas versucht um die Lage der Menschen zu verbessern". Wir haben, und jetzt geben auf. Wegen Menschen wie ihnen. Und jede Frau in Afghanistan, die sich in ein öffentliches Amt hat wählen lassen, jeder Dolmetscher der versuchte zur Verständigung beizutragen und jeder Lehrer und jede Lehrerin die auch Mädchen unterrichtete werden jetzt gejagd. Weil versuchte wurde, etwas zu verbessern und zu verändern.
Und an der Stelle muss ich es schreiben: so ein arroganter Wichtigtuer und so ein bösartiges Arschloch behauptet, durch "Willkommenskultur" könne man die Anschläge verhindern. Als wären die Täter nicht extra dafür hergekommen oder angeworben worden. Als würden Migranten in Europa als Sklaven misshandelt. Als würde man nur nett mit solchen Menschen reden müssen, um ihre Einstellung zu ändern. Als wären Hintergründe wie Religion und Machtgier nicht existent.
ZEIT: gib solchen Typen doch nicht auch noch Platz solchen bösartigen Humbug zu verbreiten.
veröffentlicht. Selten habe ich so einen Unsinn gelesen, der einfach mal alle Geschehnisse und Motive zugunsten einer "alle Menschen sind im inneren lieb" Haltung ausblendet.
Franzosen, Europäer
und Amerikaner sind dieses Jahr in ihrem Kampf gegen den Terrorismus
keinen Schritt weitergekommen. Im Gegenteil. Das fängt schon bei
den Sicherheitsbehörden und den Geheimdiensten an. Wie, um Himmels
Willen, kann es nach Charlie Hebdo passieren, dass ein so komplexer,
logistisch ausgefeilter, simultan an mehreren Orten verübter
Anschlag mit Sprengstoffgürteln, Schnellfeuergewehren und Granaten
nicht vorher aufgeflogen ist?
Das wird dann später beantwortet mit:
Denn das
ist das einzige, was wir noch nicht ausprobiert haben: die Araber und
Perser so zu behandeln, als seien sie Menschen wie Du und ich, wie
Nachbarn.
Und schließlich wird noch die Frage nach dem "warum" beantwortet:
In den letzten 100, 50, 20, zehn und zwei Jahren haben
Europäer und Amerikaner den Mittleren Osten misshandelt, ausgebeutet
und verachtet. Nie stand die Frage im Zentrum, was können wir tun,
damit es den Menschen dort unten besser geht. Immer ging es zu
allererst um die Frage, wie man Öl rausholt und Terrorismus nicht
rauskommen lässt.
Das ist dreist. Frankreich kann sich rühmen, seine Muslime eben genau so zu behandeln, wie den Rest der Bevölkerung, Schon weil der Anteil der Muslime an der Bevölkerung 2011 bei 7,5% lag. Zwar haben sie ein Burka-Verbot erlassen - aber der Religion nicht alles zu erlauben ist typisch französisch. Charlie Hebdo widmete die Mehrheit seiner frechen und beleidigenden Zeichnungen darum auch nicht dem Islam sondern der katholischen Kirche, welche mehrfach vor Gericht unterlag (und nicht ein einziges Mal einen Anschlag verübte....).
Die letzten Jahre haben Millionen Christen und Gegner der Ehegleichstellung für Homosexuelle auf den Strassen gesehen - einige wurden sogar wegen tragen des Symbols (eine stilisierte Familie) verhaftet. Geschah irgendetwas Vergleichbares?
Die letzten Jahre haben Millionen Christen und Gegner der Ehegleichstellung für Homosexuelle auf den Strassen gesehen - einige wurden sogar wegen tragen des Symbols (eine stilisierte Familie) verhaftet. Geschah irgendetwas Vergleichbares?
Der "misshandelte" mittlere Osten hat u.a. die Barbaeskenstaaten hervorgebracht - eine Reihe von kleinen Stadtstaaten und Nationen die eigentlich dem Osmanischen Reich angehörten, aber durch Raubfahrten und Sklavenjagden die Mittelmeerküste Europas und die Seefahrt in Angst und Schrecken versetzten. Es dauerte über 100 Jahre und dutzende Interventionen, bis diese Gefahr gebannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren zehntausende, wenn nicht hunderttausende ihr Opfer geworden.
Griechenland konnte sich erst im 19. Jh. vom Osmanischen Reich befreien.
Die "gebeutelten" und "verachteten" Staaten des Orients hatten so zu leiden, dass sie mehrfach den neuen Staat Israel angriffen und die teilweise extremen Verluste einfach so hinnahmen. Der arme Irak war so kolonialisiert, dass er entgegen dem Willen seiner "Herren" seinen kleinen Nachbarn angriff.
Das sind nur ein paar Beispiele.
Der einzige, der hier Öl gießt, ist der Autor. Er sucht die Schuldigen an der falschen Stelle und malt rotzfrech ein schwarz-weiß Bild der Geschichte, in dem Europa und die USA die Bösen und der Orient das Opfer ist. Eine Haltung, die der Bewegung der Romantiker entspringt und leider schon so lange viel zu viel Beachtung bekommt.
Mal eben so werden die Milliarden an Aufwendungen zum Bau von Gebäuden wie Krankenhäusern, Brunnen, Banken und die Bemühungen um den Aufbau eines funktionierenden und demokratischen Staatswesens (und nebenbei noch des Gedankens der Gleichberechtigung) geleugnet.
Wie viele US Soldaten ihr Leben gelassen haben, wenn Taliban oder Al Quaida mal wieder Schulen oder Polizeikasernern, Kirchen und Moscheen oder Regierungsanlagen angriff, dürfte für einen Journalisten leicht zu erfassen sein.
Wie dreist, nein, wie verdreht im Kopf muss man sein, um dann zu behaupten "niemand habe irgendwas versucht um die Lage der Menschen zu verbessern". Wir haben, und jetzt geben auf. Wegen Menschen wie ihnen. Und jede Frau in Afghanistan, die sich in ein öffentliches Amt hat wählen lassen, jeder Dolmetscher der versuchte zur Verständigung beizutragen und jeder Lehrer und jede Lehrerin die auch Mädchen unterrichtete werden jetzt gejagd. Weil versuchte wurde, etwas zu verbessern und zu verändern.
Und an der Stelle muss ich es schreiben: so ein arroganter Wichtigtuer und so ein bösartiges Arschloch behauptet, durch "Willkommenskultur" könne man die Anschläge verhindern. Als wären die Täter nicht extra dafür hergekommen oder angeworben worden. Als würden Migranten in Europa als Sklaven misshandelt. Als würde man nur nett mit solchen Menschen reden müssen, um ihre Einstellung zu ändern. Als wären Hintergründe wie Religion und Machtgier nicht existent.
ZEIT: gib solchen Typen doch nicht auch noch Platz solchen bösartigen Humbug zu verbreiten.
Opfer und Täter
In Paris lagen 129 Menschen tot auf den Strassen und in einem Konzertsaal. 99 Menschen kämpften seit der Nacht mit dem Tod, m.W. haben wenigstens zwei davon diesen Kampf bis jetzt verloren.
Über 300 Menschen wurden verletzt, viele davon schwer.
Tausende erlebten Panik und werden mit diesem Trauma noch Jahre beschäftigt sein.
Zehntausende Familien haben die Nacht in Sorge um ihre Angehörigen verbracht und für hunderte wurde die Sorge zur schmerzvollen Gewissheit.
Herr Maas, Mitglieder der Antonio Stiftung:
DAS SIND DIE OPFER!
Echte Opfer, Menschen ohne Leben, ohne Gesundheit, ohne geliebte Menschen und ohne Ruhe oder Frieden in den nächsten Jahren. Ohne Aussicht, in dieser Lage ehrliche Hilfe zu bekommen. Ohne Interesse für sie, sobald ein paar Wochen rum sind.
Beide, Maas wie die Stiftung instrumentalisieren gerade die wahren Flüchtlinge unter den Asylsuchenden und lenken vom existierenden Leid und Elend des Anschlages ab. Hetzen gegen Menschen, die sich besorgt zeigen weil diese in ihren Augen MÖGLICHERWEISE ebenfalls zu Gewalt greifen könnten.
Wenn es euch wirklich um Menschen ginge, dann würdet ihr mit diesem Mist wenigstens warten, bis die Toten bestattet und die kritischen Patienten stabil sind. Mindestens.
Zwei der Täter sind identifiziert als "Flüchtlinge", als Menschen die mit dem Strom aus Afrika und dem Orient nach Europa kamen. Das ist ein Fakt. Ein Fakt der Reaktion erfordert. Statt dessen über Pauschalisierung zu diskutieren und zu behaupten "Flüchtlinge sind Opfer, keine Täter" ist verlogen und heuchlerisch.
Sie hätten auch sagen können: "Pariser sind Täter, keine Opfer." Nur wäre das sogar jedem Idealisten zu deutlich gelogen.
Heike Maas twitterte gestern:
#Flüchtlinge sind Opfer und keine Täter. Niemand sollte den Terror instrumentalisieren, um jetzt bei uns Stimmung gegen sie zu machen.
Über 300 Menschen wurden verletzt, viele davon schwer.
Tausende erlebten Panik und werden mit diesem Trauma noch Jahre beschäftigt sein.
Zehntausende Familien haben die Nacht in Sorge um ihre Angehörigen verbracht und für hunderte wurde die Sorge zur schmerzvollen Gewissheit.
Herr Maas, Mitglieder der Antonio Stiftung:
DAS SIND DIE OPFER!
Echte Opfer, Menschen ohne Leben, ohne Gesundheit, ohne geliebte Menschen und ohne Ruhe oder Frieden in den nächsten Jahren. Ohne Aussicht, in dieser Lage ehrliche Hilfe zu bekommen. Ohne Interesse für sie, sobald ein paar Wochen rum sind.
Beide, Maas wie die Stiftung instrumentalisieren gerade die wahren Flüchtlinge unter den Asylsuchenden und lenken vom existierenden Leid und Elend des Anschlages ab. Hetzen gegen Menschen, die sich besorgt zeigen weil diese in ihren Augen MÖGLICHERWEISE ebenfalls zu Gewalt greifen könnten.
Wenn es euch wirklich um Menschen ginge, dann würdet ihr mit diesem Mist wenigstens warten, bis die Toten bestattet und die kritischen Patienten stabil sind. Mindestens.
Zwei der Täter sind identifiziert als "Flüchtlinge", als Menschen die mit dem Strom aus Afrika und dem Orient nach Europa kamen. Das ist ein Fakt. Ein Fakt der Reaktion erfordert. Statt dessen über Pauschalisierung zu diskutieren und zu behaupten "Flüchtlinge sind Opfer, keine Täter" ist verlogen und heuchlerisch.
Sie hätten auch sagen können: "Pariser sind Täter, keine Opfer." Nur wäre das sogar jedem Idealisten zu deutlich gelogen.
Heike Maas twitterte gestern:
Montag, 16. November 2015
Muslime trauen sich - Update 18.11.
Da ich in den letzten Tagen und auch kommend ziemlich kritisch über den Islam und Muslime als Gruppe schreibe, ist es mir wichtig die Gegenbeispiele zu würdigen.
In den letzten Tagen haben sich mehrere Prominente aber auch völlig unbekannte Muslime öffentlich gegen den IS und mitunter auch gegen den Islamismus gewandt. Nicht nur in Lippenbekenntnissen, sondern in direkten Aufrufen an ihre Glaubensbrüder, sich öffentlich gegen den Terror, gegen Gewalt zu bekennen.
Ein Beispiel dafür ist Dr. Taj Hargey, der im englischen Daily Mirror, einer Art BILD Englands sich klar positioniert und die Muslime dafür kritisiert, sich nicht lautstark zu versammeln, gegen die Gewalt und den, in seinen Augen, Missbrauch des Islams aufzubegehren. Er betont, dass es zwar Demos gegen Salman Rushdies Buch gegeben habe, nicht aber in Antwort auf die Anschläge von London 2006. Er ist der Meinung, hätte es solche Proteste der muslimischen Gemeinde in England gegeben, so wäre der Terror heute weit weniger stark verbreitet. Er sagt, der Koran fordere die höchste Loyalität nicht gegenüber dem Islam, sondern Wahrheit und Gerechtigkeit.
Ich stimme ihm in theologischen Dingen nicht zu, aber ich bin weder Muslim noch Theologiegelehrter. Überzeugen könnte mich allerdings nur der Erfolg seiner Forderung. Nichts desto trotz sind es Muslime wie Hargey, die Europa braucht und die gefördert werden sollten.
Husain Haqqani ist ein anderes Beispiel, der sich zu den Anschlägen zu Wort meldete. Er ist der ehemalige pakistanische Botschafter und hat einen Text herausgegeben, in welchem er zwar einen Teil der Schuld für den Terror auf den Westen schiebt, der mit der Moderne den Orient überrollte und so einen anti-modernistischen Impuls auslöste, den wir heute als radikalen Islam erleben. Dabei ist für ihn klar, dass militärisch der Orient bzw. die Muslime keine Chance haben, aus den Konflikten der Vergangenheit aber mehrere terroristische Methoden entwickelten, diese Niederlage nicht eingestehen zu müssen und den Kampf aufrecht zu erhalten.
Seine Forderung ist, dass moderate Muslime mit starken Kampagnen und einer deutlichen Theologie den geistigen Kampf aufnehmen. Es dürfte ihm klar sein, dass die Antwort der Radikalen aus Gewalt bestehen dürfte, aber die Notwendigkeit den "mittelalterlichen Islam" hinter sich zu lassen und eine moderne Version aufzubauen steht für ihn außer Frage.
Wer weitere Beispiele für mutiges Aufstehen findet oder erwähnt sehen will, einfach in den Kommentaren einen Hinweis hinterlassen. Ich freue mich über jeden.
Die Gegner dieser Männer sind aber nicht nur Terroristen sondern auch solche, die offen in Europa den islamischen Staat fordern, debattieren und ihre verharmlosenden Helfer in Politik, zivilem Engagement (wie Pax Christi) und Medien.
So gesehen am Abend der Anschläge in England:
Auch Frau Kelek hat sich mal wieder gemeldet. Ich zitiere einen Absatz aus der NZZ
Off topic Nebenbemerkung: vorgestern habe ich als Meldung im Radio gehört, dass unsere Nationalmannschaft als Vorsichtsmaßnahme die Nacht des Anschlages im Stadion verbrachte. Es wäre ihnen nicht zuzumuten gewesen, in die nicht gesicherten und unbewachten Hotels gebracht zu werden.
Währenddessen sangen die franzözischen Fans stolz und trotzig in dichten Massen in den Gängen des Stadions während sie nach Explosionen evakuiert werden ihre Nationalhymne und stellten noch in der Nacht erste Blumen und Gedenken auf.
In den letzten Tagen haben sich mehrere Prominente aber auch völlig unbekannte Muslime öffentlich gegen den IS und mitunter auch gegen den Islamismus gewandt. Nicht nur in Lippenbekenntnissen, sondern in direkten Aufrufen an ihre Glaubensbrüder, sich öffentlich gegen den Terror, gegen Gewalt zu bekennen.
Ein Beispiel dafür ist Dr. Taj Hargey, der im englischen Daily Mirror, einer Art BILD Englands sich klar positioniert und die Muslime dafür kritisiert, sich nicht lautstark zu versammeln, gegen die Gewalt und den, in seinen Augen, Missbrauch des Islams aufzubegehren. Er betont, dass es zwar Demos gegen Salman Rushdies Buch gegeben habe, nicht aber in Antwort auf die Anschläge von London 2006. Er ist der Meinung, hätte es solche Proteste der muslimischen Gemeinde in England gegeben, so wäre der Terror heute weit weniger stark verbreitet. Er sagt, der Koran fordere die höchste Loyalität nicht gegenüber dem Islam, sondern Wahrheit und Gerechtigkeit.
Ich stimme ihm in theologischen Dingen nicht zu, aber ich bin weder Muslim noch Theologiegelehrter. Überzeugen könnte mich allerdings nur der Erfolg seiner Forderung. Nichts desto trotz sind es Muslime wie Hargey, die Europa braucht und die gefördert werden sollten.
Husain Haqqani ist ein anderes Beispiel, der sich zu den Anschlägen zu Wort meldete. Er ist der ehemalige pakistanische Botschafter und hat einen Text herausgegeben, in welchem er zwar einen Teil der Schuld für den Terror auf den Westen schiebt, der mit der Moderne den Orient überrollte und so einen anti-modernistischen Impuls auslöste, den wir heute als radikalen Islam erleben. Dabei ist für ihn klar, dass militärisch der Orient bzw. die Muslime keine Chance haben, aus den Konflikten der Vergangenheit aber mehrere terroristische Methoden entwickelten, diese Niederlage nicht eingestehen zu müssen und den Kampf aufrecht zu erhalten.
Seine Forderung ist, dass moderate Muslime mit starken Kampagnen und einer deutlichen Theologie den geistigen Kampf aufnehmen. Es dürfte ihm klar sein, dass die Antwort der Radikalen aus Gewalt bestehen dürfte, aber die Notwendigkeit den "mittelalterlichen Islam" hinter sich zu lassen und eine moderne Version aufzubauen steht für ihn außer Frage.
Wer weitere Beispiele für mutiges Aufstehen findet oder erwähnt sehen will, einfach in den Kommentaren einen Hinweis hinterlassen. Ich freue mich über jeden.
Die Gegner dieser Männer sind aber nicht nur Terroristen sondern auch solche, die offen in Europa den islamischen Staat fordern, debattieren und ihre verharmlosenden Helfer in Politik, zivilem Engagement (wie Pax Christi) und Medien.
So gesehen am Abend der Anschläge in England:
Auch Frau Kelek hat sich mal wieder gemeldet. Ich zitiere einen Absatz aus der NZZ
Muslime in aller Welt sind entsetzt darüber, was in ihrem Namen
passiert. Aber sie tun nicht wirklich etwas, um ihren Glauben von der
politischen Ideologie zu befreien. Man distanziert sich nicht von Versen
im Koran, die zu Mord an Andersgläubigen aufrufen.
Es gibt keine Theologie, die die Rolle des Propheten als Kriegsherr
hinterfragt. Weil der Islam alles sein kann, ist er das, was in seinem
Namen geschieht. An ihren Taten sollt ihr sie erkennen. Anders gesagt:
Der Islam ist, was er ist, und nicht das, was man über ihn sagt oder
sich von ihm erträumt.
Off topic Nebenbemerkung: vorgestern habe ich als Meldung im Radio gehört, dass unsere Nationalmannschaft als Vorsichtsmaßnahme die Nacht des Anschlages im Stadion verbrachte. Es wäre ihnen nicht zuzumuten gewesen, in die nicht gesicherten und unbewachten Hotels gebracht zu werden.
Währenddessen sangen die franzözischen Fans stolz und trotzig in dichten Massen in den Gängen des Stadions während sie nach Explosionen evakuiert werden ihre Nationalhymne und stellten noch in der Nacht erste Blumen und Gedenken auf.
Samstag, 14. November 2015
Menschen in Paris und anderswo
Nachdem ich mich nun ein wenig ausgesprochen habe, würde ich gerne zurück zu den Menschen aus Paris.
Noch immer wissen viele nicht, was mit ihren Familienmitgliedern ist, und natürlich fürchten sie das Schlimmste. Es gibt eines ganze Reihe von Seiten auf Facebook, Twitter und den meisten sonstigen, gängigen social media auf welchen Verwandte und Freunde ausschau halten und um Nachrichten bitten.
Mich berührt das sehr, und ich hoffe, die Behörden haben bald ein einsehen, und setzen Kräfte ein, die Menschen zu beruhigen und zu informieren.
Für Twitteraccountbesitzer ein Beispiel #RechercheParis
https://twitter.com/hashtag/rechercheparis
Außerdem kommt Frankreich nicht zur Ruhe:
http://www.dailymail.co.uk/news/article-3318523/Five-dead-seven-injured-train-derails-France-ensd-canal.html
Und zu Recht gerade auf Twitter die Mahnung gelesen: In Beirut hat es erst kürzlich ebenfalls einen Terroranschlag mit vielen Toten gegeben. Der Libanon ist weit mehr erschüttert von Terror und Radikalen als wir, jedenfalls noch. Es sollte kein Problem sein, auch diese Menschen mit ins Gebet zu nehmen, ebenso wie die Opfer des Zugunglückes.
An der Stelle möchte ich auch nochmal an die kleine Darina und ihre Eltern und alle anderen Opfer des Anschlages auf das russische Flugzeug über dem Sinai erinnern.
Noch immer wissen viele nicht, was mit ihren Familienmitgliedern ist, und natürlich fürchten sie das Schlimmste. Es gibt eines ganze Reihe von Seiten auf Facebook, Twitter und den meisten sonstigen, gängigen social media auf welchen Verwandte und Freunde ausschau halten und um Nachrichten bitten.
Mich berührt das sehr, und ich hoffe, die Behörden haben bald ein einsehen, und setzen Kräfte ein, die Menschen zu beruhigen und zu informieren.
Für Twitteraccountbesitzer ein Beispiel #RechercheParis
https://twitter.com/hashtag/rechercheparis
Außerdem kommt Frankreich nicht zur Ruhe:
http://www.dailymail.co.uk/news/article-3318523/Five-dead-seven-injured-train-derails-France-ensd-canal.html
Und zu Recht gerade auf Twitter die Mahnung gelesen: In Beirut hat es erst kürzlich ebenfalls einen Terroranschlag mit vielen Toten gegeben. Der Libanon ist weit mehr erschüttert von Terror und Radikalen als wir, jedenfalls noch. Es sollte kein Problem sein, auch diese Menschen mit ins Gebet zu nehmen, ebenso wie die Opfer des Zugunglückes.
An der Stelle möchte ich auch nochmal an die kleine Darina und ihre Eltern und alle anderen Opfer des Anschlages auf das russische Flugzeug über dem Sinai erinnern.
Demente Gesellschaft - oder wie gute Absichten Europa beenden
Vorweg: ich habs satt. Die Heuchelei, die Augenverschließerei, die Lügerei, die Denunziation Andersdenkender und die Ignoranz von Leiden außerhalb des eigenen Fokus.
Ein paar Beispiele:
1. In Paris gab es schon wieder einen Anschlag. SCHON WIEDER. Nicht "erneut", nicht "seit Charlie Hebdo" und nicht "zum zweiten Mal". Es muss heissen: schon wieder. Wieso regt mich das auf und was meine ich?
Ich meine damit zum einen die "Vergesslichkeit", die ich als "gutmenschliche Demenz mit der Absicht des Vergessens dessen, was nicht sein darf" bezeichnen möchte. Seit den Anschlägen auf das WTC am 11.9.2001 hat Europa eine Welle von islamischem Terror gesehen. Und ich schreibe bewusst "islamisch" und nicht "islamistisch".
Für alle, die es nicht mehr wissen, hier eine kurze Liste der letzten Jahre(aus der ich den palestinensischen Terror ebenso wie den tschetchenischen ausklammere, obwohl auch dieser maßgeblich auf Lehren des Islam aufbaut):
11.03.2004 Madrid. In 10 gut abgestimmten Explosionen töteten die muslimischen Terroristen 191 Pendler und Zugnutzer, verletzten weitere 1800 Menschen. Da sich viele nicht darüber im Klaren sind: Verletzungen durch Sprengmittel bedeuten oft Behinderung. Körperteile werden abgerissen oder unbrauchbar gemacht, Trommelfelle reißen, Augen werden beschädigt, Flammen eingeatmet, welche die Lungen dauerhaft schädigen usw. Von den traumatischen Eindrücken, die allen Anschlägen zwar gemein sind, bei Bombenattentaten aber nochmal eine andere Dimension erhalten, mal zu schweigen.
2.11.2004 Amsterdam. Der Künstler Theo van Gogh wurde auf offener Strasse abgeschlachtet, nachdem er ein islamkritisches Video, welches die Behandlung der Frau zum Thema hatte, veröffentlichte.
7.7.2005 London. Vier Selbstmordattentäter sprengen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln in die Luft, töten 52 Menschen und verletzen 700 weitere.
31.07.2006 Zwei Kofferbomben in Zügen vom Kölner Hauptbahnhof detonieren nicht. Ein Konstruktionsfehler verhindert schlimmeres.
18.04.2007 Malatya, Türkei. Fünf Türken dringen in das Zirve Verlagshaus ein, ermorden einen türkischen Priester einer evangelikalen Bewegung, einen Konvertiten seiner Gemeinde und einen deutschen Missionar. Die Täter sollen Zettel mit entsprechenden Geständnissen bei sich gehabt haben. Ein Abteilungsleiter im Justizministerium der Türkei soll als Reaktion auf die Tat gesagt haben, dass Missionsarbeit leider nicht als Straftat angesehen würde.
29.06.2007 London. Zwei Autobomben wurden rechtzeitig entdeckt. Die Täter sollen am nächsten Tag in Glasgow zugeschlagen haben.
30.06.2007 Glasgow. Zwei Attentäter versuchten mit einem mit Propangasflaschen gefüllten Fahrzeug in den Flughafeneingang zu rasen. Ein Sicherheitspoller stoppte sie am Eingang. Fünf Menschen wurden verletzt, einer der Attentäter starb später an seinen Verbrennungen.
4.09.2007 Die "Sauerland-Gruppe" wird vor dem von ihnen geplanten Anschlag verhaftet.
11.12.2010 Stockholm. Ein Selbstmordattentäter ließ zwei Sprengsätze explodieren. Der erste verletzte zwei Menschen leicht. Die Autobombe war mangelhaft konstruiert und darum in ihrem Sprengradius stärker eingegrenzt, als vermutlich geplant.
Der zweite Sprengsatz war eine Sprengweste - von dessen sechs Rohrbomben aber lediglich eine wirklich auslöste und den Träger tötete.
2.03.2011 Frankfurt. Ein 21jähriger bis zur Tat völlig unauffälliger Islamist, Arid Uka, dringt in einen Bus voller US Soldaten am Frankfurter Flughafen ein, erschießt zwei Soldaten und verwundet zwei weitere schwer, bevor seine Waffe eine Ladhemmung aufgrund unsachgemäßen Umganges hat. Er
11.-22.03.2012 Toulouse und Montauban. Der 23jährige Mohammed Merah ermordet sieben Menschen und verletzt fünf weitere. Er zielt auf muslimische Soldaten der französischen Armee und auf Juden. Als er einen Rabbiner und dessen zwei kleinen Söhne erschoss, filmte er sich. Besonders stolz war er bei diesem Angriff auf eine jüdische Schule auf den Mord an einem kleinen Mädchen, dass er an den Haaren festhielt und die Waffe wechselte, bevor er es in den Kopf schoss. Das Video stellte er mit ausdrücklichem stolz online und erhielt dafür manch ekelerregendes Lob. Der Täter liefert sich eine 30stündige Belagerung, an deren Ende er durch ein Fenster zu fliehen versucht und dabei erschossen wird. Seine Familie verklagt Frankreich wegen Mordes und Folter. Sein Grab muss von der Polizei bewacht werden, da es zur Pilgerstätte wurde und mehrmals wurden Wände mit Lobeshymnen auf den Mörder besprüht.
7.05.2012 Bonn. Zwei Beamte werden schwer verletzt, als ein Salafist, Teilnehmer einer Gegendemo, auf sie einsticht. Der Mann erkennt weder die deutsche Polizei noch das Gericht an, wie er bei seinen Verhandlungen aussagt.
10.12.2012 Bonn. Am Bonner Hauptbahnhof wird eine Bombe gefunden.
13.03.2013 Vier Salafisten werden wegen eines geplanten Attentats auf einen Politiker festgenommen. Ihnen wird auch die Bonner Bombe angelastet und weiterer Sprengstoff in ihrem Besitz gefunden.
22.05.2013 London. Zwei nigeriastämmige Konvertiten fuhren den außer Dienst befindlichen Soldaten Lee Rigby vor dessen Kaserne an. Der verletzt am Boden liegende wurden von ihnen vor den Augen dutzender Zeugen mit Messern und einem Hackbeil angegriffen und enthauptet. Die blutbesudelten Täter zerrten den Körper auf die Strassenmitte, unterhielten sich mit Zeugen und erwarteten die Polizei, welche sie angriffen und dabei verletzt wurden.
25.05.2013 Paris. Ein französischer Soldat auf Streifendienst wird an einer Metrostation mit einem Messer angegriffen. Der Angreifer, ein Konvertit, flieht, sobald die beiden Kameraden des Angegriffenen reagieren.
24.05.2014 Brüssel. Ein einzelner Attentäter eröffnet im Jüdischen Museum der Stadt das Feuer. Er tötet drei Menschen an Ort und Stelle, ein weiteres Opfer stirbt später im Krankenhaus. Der 29jährige Mehdi Nemouche wurde in Marseille verhaftet und als Anhänger des IS identifiziert.
20.12.2014 Joue les-Tours, Frankreich. Ein Mann sticht unter "Allahu Akhbar" rufen auf drei Beamte ein, nachdem er in die Wache gerannt kam. Diese erschießen den Angreifer, alle drei bleiben verletzt zurück. Der Mann hieß Bertrand Nzohabonayo und war Konvertit, dessen Facebook-Seite die Flagge des IS zeigt.
21.12.2014 Dijon, Frankreich. Ein Mann, dessen Namen nicht bekannt gegeben wurde, überfuhr unter dem o.g. Ruf 11 Menschen, alle überlebten, wurden aber verletzt. Er wurde vom Innenminister am gleichen Tag für "sehr instabil" erklärt.
22.12.2014 Nantes, Frankreich. Ein weiterer, namentlich nicht genannter Mann fuhr in eine Menschenmenge, verletzte 10 und tötet einen Menschen. Danach versuchte er mit einem Messer Selbstmord zu begehen. Mehrere Zeugen sagte aus, auch von ihm den Ruf gehört zu haben - der Innenminister erklärt den Täter für "unausgeglichen".
7.-9.1.2015 Paris. Eine Serie von insgesamt fünf Anschlägen, u.a. auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einem jüdischen Supermarkt kostet 17 Menschenleben und läßt weit über 20 Verletzte zurück. Die Täter werden am Tatort erschossen.
14.-15.02.2015 Kopenhagen. Omar Abdel Hamid El-Hussein verübt einen Anschlag auf eine Pressekonferenz von Medienleuten und Journalisten. Am Folgetag attackiert er eine Synagoge. Er tötet bei diesen Vorfällen jeweils einen Menschen, verletzt außerdem zwei Polizisten. Die zu seiner Verhaftung angerückten Beamten beschiesst er ebenfalls, worauf er erschossen wird.
Und dies sind nur die europäischen Anschläge. Die weltweite Zahl lässt sich nicht ohne tagelange Arbeit wiedergeben - wöllte ich gründlich sein vermutlich wochenlang. So fragte mancher Nigerianer, warum die Auslöschung eines ganzen Dorfes fast am gleichen Tag wie der Anschlag auf Charlie Hebdo die europäische Medienwelt fast gar nicht berührte oder veranlasste zu berichten.
Wer jetzt also überrascht tut oder von einer "neuen Dimension" oder einem "nun eröffneten Krieg" schreibt, der heuchelt, dass es mich ekelt.
Das gleiche gilt für die "Einzeltäter","Einzeltat" und "Das hat mit dem Islam nichts zu tun" Schreiber und Redner. Diesen Menschen muss ich eine Mitschuld geben. Mitschuld nicht an den Morden - aber daran, dass wir das Problem nicht zu lösen versuchen. Ich würde vorbehaltlos schlucken, was da behauptet wird, wenn die Liste nicht so Elend lang wäre. Wenn die Liste sich nicht auch auf vorhergehende Jahrzehnte und Jahrhunderte verlängern ließe. Wenn es nicht weltweit das gleiche "Spiel" wäre. Oder wenn irgendeine andere Weltreligion eine ähnliche oder auch nur ansatzweise vergleichbare Zahl solcher Täter hervorbringen würde. Wie oft behaupten diese Menschen, das wäre überall so. Ist es nicht. Ja, alle Religionen haben ihre Konflikte, und viele Religionen erleben dunkle Phasen. Aber auch nur genau das. Phasen. Das Christentum wurde zuerst jahrhundertelang verfolgt - und hat nicht ansatzweise etwas aus dieser Zeit aufzuweisen, was dem gerade passierenden Albtraum oder der gewalterfüllten Entstehungsgeschichte des Islam gleicht. Wir hatten unseren Konfessionskrieg und unsere konfesionellen Auseinandersetzungen - vom Konflikt der Arianer mit der Urkirche über die Spaltung der West- und Ostkirche über die Verfolgung der Katharer u.a. Aber wir haben unsere Märtyrer nicht aus dem Töten "Ungläubiger" geboren, sondern aus der kampflosen Hingabe des eigenen Lebens. Unser Ringen nach der Definition eines jus ad bellum, eines Rechtes Krieg zu führen oder eines bellum justum, eines "Gerechten Krieges" ist weit über 2000 Jahre alt und somit älter als das Christentum selbst - während diese Frage im 7. Jh. wie heute scheinbar keine Rolle für den Islam spielt.
Für mich zählt jedes Individuum als solches - aber ich vermisse die muslimischen Individuen, die mit ihren Familien und Freunden, ihren Glaubensgeschwistern in ähnlichen zehn- und hunderttausenden gegen den Terror, das Morden und das Krieg führen im Namen des Islams auf die Strassen gehen, wie im Sommer 2014 gegen Israel. Die Beschwerden, sie nicht wegen des Terrors zu diskriminieren sind größer, als die Beschwerden über den Terror. Die Gelder die fließen um den IS, Al Quaida und Co zu unterstützen scheinen bedeutend größer zu sein, als beispielsweise Hilfsgelder zur Befreiung yezidischer Sexsklavinnen.
Als in Berlin Anfang des Jahres eine "muslimische Mahnwache" gegen den Terror von Paris stattfand, war die Zahl der Anwesenden der betreffenden Gruppe unsäglich peinlich klein. Und die Kosten für Bühne, Technik und Sicherheit bezahlte dann nicht die DITIB oder eine türkische oder islamische Gemeinde, sondern SPD und CDU - am Ende also deren Mitglieder und der Steuerzahler. Sensibilität, ehrliches Bedauern oder Sympathie - das sieht anders.
Und so war nach Charlie Hebdo eine pro-muslimische Solidaritätskundgebung auf dem Marsch - aber die Synagogen und Juden der Stadt erhielten keine derartige Sympathiekundgebung, obwohl sie ja die Opfer zu beklagen hatten. Der Spiegel betonte, wie die Imame zum Frieden aufriefen - um im gleichen Atemzug der Überschrift die Angst vor Generalverdacht eben jener Imame zu betonen. Sollte der Friedensaufruf nicht ohne derartige Hintergedanken und Randbemerkungen auskommen, wenn man sich in der Verantwortung sieht?
So könnte ich noch Stunden weiter machen - und werde das wohl beizeiten auch tun, aber ich hoffe, mein Punkt ist klar: der Islam hat etwas damit zu tun, es sind keine Einzelfälle und Muslime sind hier sehr wohl in der Pflicht zu reagieren - individuell oder in Gemeinschaft. (und ja, es gibt solche, die dies tun. Ihnen sollte der Dank und die Unterstützung der muslimischen Gemeinden gelten und unsere Anerkennung)
2. Die FAZ schrieb "Paris erlebt seinen 11. September." Was für ein Quatsch. Am 11. September kaperten mehrere Terroristen in den USA, einem Land mit enorm hohem Sicherheitsdenken, mehrere Flugzeuge und steuerten sie in das WTC und das Pentagon - in einem weiteren Flieger verhinderten die Passagiere derartiges, indem sie das Flugzeug zum Absturz brachten. Dabei starben Tausende. Zuvor hatte es solche Anschläge "nur" von innländischen Terroristen gegeben (Oklahoma Bombing).
Der Anschlag von Paris ist nicht der erste Anschlag seiner Art, er ist nicht der erste Anschlag der zeigt, dass die Sicherheitsgesetze und -vorkehrungen nicht helfen und er hat bei weitem nicht so viele Opfer auf einmal gefordert.
Derart aber sind die Behauptungen, die derzeit durch die Medien wandern. Da sind wieder die "Experten" die behaupten, die Terroristen seien desillusionierte Kinder, die keine Zukunft und keine Alternative sähen, oder die vom Tod ihrer Mitgläubigen durch die Hand des Westens so traumatisiert seien, dass sie sich zu solchen Taten zum Handeln gezwungen sähen. Dieser Quatsch wird von vielen geglaubt - ohne zu fragen, warum warum dann die Desillusionierten Europäer und Nichtmuslime oder die Opfer des islamischen Terrors sich nicht derart radikalisierten.
Warum gibt es hierzulande zwar viel Aufmerksamkeit für den "christlichen Terror der Kreuzzüge" gibt - aber als der italienische Präsident im Februar an einen zweijährigen jüdischen Jungen gedachte, der bei einem Terroranschlag auf die Große Synagoge von Rom 1982 ermordet wurde und dessen Täter von Griechenland nicht ausgeliefert sondern freigelassen wurde diese berührende Rede nicht mal eine Zeile im deutschen Nachrichtenwald fand, das kann man nicht mehr rational erklären.
Der Vergleich mag hinken - aber vielleicht wird verstanden, worauf ich hinaus will. Wie der Islam in die Levante kam - kein Thema. Hape Kerkeling erklärt uns im ZDF "der Islam kam nach Spanien und ein goldenes Zeitalter brach an" - das davor erstmal dieser unerwähnte und unprovozierte Angriffskrieg tausende und abertausende Opfer kostete und die Bevölkerung aufgezwungen bekam, was sie gar nicht wollte - Nebensache.
Christentum darf man kritisieren und im Namen der Kunst seine Symbole entweihen - beim Islam aber hat die Kunst zu schweigen.
3. Waffen. Ja, richtig, Waffen. Wer die Liste weiter oben einmal durchgeht wird erstaunt feststellen, dass wir einen Anschlag nach dem anderen mit Kriegswaffen erleben. Waffen, die in Europa für keinen Zivilisten legal zu erwerben sind. Nie. Sie unterliegen strengsten Regeln, ihre Produktion und ihr Verkauf werden sogar mitunter von der Politik scharf angegangen, kontrolliert und teilweise auch verboten. Das hindert Terroristen nicht, die Waffen zu bekommen. Anfang des Jahres wurde dann mitunter auch mal die Frage gestellt: wo bekommen die Terroristen die eigentlich her. Die Antwort: auf dem Schwarzmarkt - in wenigen Stunden.
Für jeden Kenner des Themas ist das keine Überraschung. Die Waffen aus Libyen landen Containerweise in Südfrankreich. Die Briten haben seit dem generellen Waffenverbot von 1997 eine regelrechte Importschwemme - zuletzt über kleine Privatflughäfen. Und die Deutschen sitzen auf der Transitstrecke für Waffen aus dem Kosovo, Ex-Jugoslawien und dessen Nachbarn. Nicht zu vergessen die Zeiten des Abzuges der Sowjetarmee. Was da noch schnell an Waffen vertickt wurde, so munkelt man, sei schwerlich zu erfassen.
Allein in Deutschland sollen bis zu 20 Millionen illegale Waffen herumgeistern - freilich eine viel zu kleine Schätzung, sind doch allein 20 Millionen Waffen zu Zeiten des verschärften Waffengesetzes in Folge der RAF illegal geworden, aber nur ca. 2 Millionen wurden abgegeben. Wer glaubt, die übrigen seien verschwunden oder es seien keine neuen dazu gekommen, der muss schon recht gutgläubig sein.
Die Waffengesetze in Europa, von streng wie in England bis relativ locker wie in der Schweiz beziehen sich lediglich auf Pistolen, Revolver und Gewehre die mit jedem Druck auf den Abzug einen einzelnen Schuss abgeben. Diese sind in fast allen Staaten nur mit vorheriger Überprüfung, einem oder mehreren Tests und Qualifizierungen zu bekommen. Bei uns bspw. für Jäger und Sportschützen und, ohne Munition, für Sammler. Bis dahin muss man viel Zeit und Geld investieren. Kriminelle und Terroristen haben es da einfacher. Zumal die besagten Gruppen zwar Waffen besitzen, aber nicht mit sich führen, also dabei haben dürfen (vom Jäger während der Jagd einmal abgesehen).
Die Terroristen wissen also, abgesehen von Polizisten (und selbst da oft nicht, s. England), müssen sie mit keiner bewaffneten Gegenwehr rechnen.
Nachdem wir aber nun so oft gesehen haben, nicht nur durch Islamisten sondern auch durch jemanden wie Breivik und Verrückte wie in Erfurt oder Winnende, wie dies abläuft, uns die Polizei und das Gesetz nicht schützen können, sollten wir da nicht vielleicht mal unsere Haltung überdenken und die Berichte bspw. aus Russland, Mexiko und den USA überprüfen, vergleichen und überdenken?
Ich denke schon - denn zwischen den ersten Schüssen in der Konzerthalle am 13. und dem Eintreffen der Polizei bzw. der Erstürmung des Gebäudes lagen weit mehr als 40 Minuten - eine Zeit, welche die Terroristen sich mit Exekutionen vertrieben. Da hätte ich lieber die Chance, mich zu wehren....
Politik und Gesellschaft sind nicht in der Lage oder Willens eine Lösung zu finden - vielleicht verhindert auch unsere Menschlichkeit, unsere Ethik, Moral oder christliches Bewusststein, eine solche. Vieleicht sollte man dann wenigstens über Wege nachdenken, das Problem wenigstens zu verkleinern.
Ein paar Beispiele:
1. In Paris gab es schon wieder einen Anschlag. SCHON WIEDER. Nicht "erneut", nicht "seit Charlie Hebdo" und nicht "zum zweiten Mal". Es muss heissen: schon wieder. Wieso regt mich das auf und was meine ich?
Ich meine damit zum einen die "Vergesslichkeit", die ich als "gutmenschliche Demenz mit der Absicht des Vergessens dessen, was nicht sein darf" bezeichnen möchte. Seit den Anschlägen auf das WTC am 11.9.2001 hat Europa eine Welle von islamischem Terror gesehen. Und ich schreibe bewusst "islamisch" und nicht "islamistisch".
Für alle, die es nicht mehr wissen, hier eine kurze Liste der letzten Jahre(aus der ich den palestinensischen Terror ebenso wie den tschetchenischen ausklammere, obwohl auch dieser maßgeblich auf Lehren des Islam aufbaut):
11.03.2004 Madrid. In 10 gut abgestimmten Explosionen töteten die muslimischen Terroristen 191 Pendler und Zugnutzer, verletzten weitere 1800 Menschen. Da sich viele nicht darüber im Klaren sind: Verletzungen durch Sprengmittel bedeuten oft Behinderung. Körperteile werden abgerissen oder unbrauchbar gemacht, Trommelfelle reißen, Augen werden beschädigt, Flammen eingeatmet, welche die Lungen dauerhaft schädigen usw. Von den traumatischen Eindrücken, die allen Anschlägen zwar gemein sind, bei Bombenattentaten aber nochmal eine andere Dimension erhalten, mal zu schweigen.
2.11.2004 Amsterdam. Der Künstler Theo van Gogh wurde auf offener Strasse abgeschlachtet, nachdem er ein islamkritisches Video, welches die Behandlung der Frau zum Thema hatte, veröffentlichte.
7.7.2005 London. Vier Selbstmordattentäter sprengen sich in öffentlichen Verkehrsmitteln in die Luft, töten 52 Menschen und verletzen 700 weitere.
31.07.2006 Zwei Kofferbomben in Zügen vom Kölner Hauptbahnhof detonieren nicht. Ein Konstruktionsfehler verhindert schlimmeres.
18.04.2007 Malatya, Türkei. Fünf Türken dringen in das Zirve Verlagshaus ein, ermorden einen türkischen Priester einer evangelikalen Bewegung, einen Konvertiten seiner Gemeinde und einen deutschen Missionar. Die Täter sollen Zettel mit entsprechenden Geständnissen bei sich gehabt haben. Ein Abteilungsleiter im Justizministerium der Türkei soll als Reaktion auf die Tat gesagt haben, dass Missionsarbeit leider nicht als Straftat angesehen würde.
29.06.2007 London. Zwei Autobomben wurden rechtzeitig entdeckt. Die Täter sollen am nächsten Tag in Glasgow zugeschlagen haben.
30.06.2007 Glasgow. Zwei Attentäter versuchten mit einem mit Propangasflaschen gefüllten Fahrzeug in den Flughafeneingang zu rasen. Ein Sicherheitspoller stoppte sie am Eingang. Fünf Menschen wurden verletzt, einer der Attentäter starb später an seinen Verbrennungen.
4.09.2007 Die "Sauerland-Gruppe" wird vor dem von ihnen geplanten Anschlag verhaftet.
11.12.2010 Stockholm. Ein Selbstmordattentäter ließ zwei Sprengsätze explodieren. Der erste verletzte zwei Menschen leicht. Die Autobombe war mangelhaft konstruiert und darum in ihrem Sprengradius stärker eingegrenzt, als vermutlich geplant.
Der zweite Sprengsatz war eine Sprengweste - von dessen sechs Rohrbomben aber lediglich eine wirklich auslöste und den Träger tötete.
2.03.2011 Frankfurt. Ein 21jähriger bis zur Tat völlig unauffälliger Islamist, Arid Uka, dringt in einen Bus voller US Soldaten am Frankfurter Flughafen ein, erschießt zwei Soldaten und verwundet zwei weitere schwer, bevor seine Waffe eine Ladhemmung aufgrund unsachgemäßen Umganges hat. Er
11.-22.03.2012 Toulouse und Montauban. Der 23jährige Mohammed Merah ermordet sieben Menschen und verletzt fünf weitere. Er zielt auf muslimische Soldaten der französischen Armee und auf Juden. Als er einen Rabbiner und dessen zwei kleinen Söhne erschoss, filmte er sich. Besonders stolz war er bei diesem Angriff auf eine jüdische Schule auf den Mord an einem kleinen Mädchen, dass er an den Haaren festhielt und die Waffe wechselte, bevor er es in den Kopf schoss. Das Video stellte er mit ausdrücklichem stolz online und erhielt dafür manch ekelerregendes Lob. Der Täter liefert sich eine 30stündige Belagerung, an deren Ende er durch ein Fenster zu fliehen versucht und dabei erschossen wird. Seine Familie verklagt Frankreich wegen Mordes und Folter. Sein Grab muss von der Polizei bewacht werden, da es zur Pilgerstätte wurde und mehrmals wurden Wände mit Lobeshymnen auf den Mörder besprüht.
7.05.2012 Bonn. Zwei Beamte werden schwer verletzt, als ein Salafist, Teilnehmer einer Gegendemo, auf sie einsticht. Der Mann erkennt weder die deutsche Polizei noch das Gericht an, wie er bei seinen Verhandlungen aussagt.
10.12.2012 Bonn. Am Bonner Hauptbahnhof wird eine Bombe gefunden.
13.03.2013 Vier Salafisten werden wegen eines geplanten Attentats auf einen Politiker festgenommen. Ihnen wird auch die Bonner Bombe angelastet und weiterer Sprengstoff in ihrem Besitz gefunden.
22.05.2013 London. Zwei nigeriastämmige Konvertiten fuhren den außer Dienst befindlichen Soldaten Lee Rigby vor dessen Kaserne an. Der verletzt am Boden liegende wurden von ihnen vor den Augen dutzender Zeugen mit Messern und einem Hackbeil angegriffen und enthauptet. Die blutbesudelten Täter zerrten den Körper auf die Strassenmitte, unterhielten sich mit Zeugen und erwarteten die Polizei, welche sie angriffen und dabei verletzt wurden.
25.05.2013 Paris. Ein französischer Soldat auf Streifendienst wird an einer Metrostation mit einem Messer angegriffen. Der Angreifer, ein Konvertit, flieht, sobald die beiden Kameraden des Angegriffenen reagieren.
24.05.2014 Brüssel. Ein einzelner Attentäter eröffnet im Jüdischen Museum der Stadt das Feuer. Er tötet drei Menschen an Ort und Stelle, ein weiteres Opfer stirbt später im Krankenhaus. Der 29jährige Mehdi Nemouche wurde in Marseille verhaftet und als Anhänger des IS identifiziert.
20.12.2014 Joue les-Tours, Frankreich. Ein Mann sticht unter "Allahu Akhbar" rufen auf drei Beamte ein, nachdem er in die Wache gerannt kam. Diese erschießen den Angreifer, alle drei bleiben verletzt zurück. Der Mann hieß Bertrand Nzohabonayo und war Konvertit, dessen Facebook-Seite die Flagge des IS zeigt.
21.12.2014 Dijon, Frankreich. Ein Mann, dessen Namen nicht bekannt gegeben wurde, überfuhr unter dem o.g. Ruf 11 Menschen, alle überlebten, wurden aber verletzt. Er wurde vom Innenminister am gleichen Tag für "sehr instabil" erklärt.
22.12.2014 Nantes, Frankreich. Ein weiterer, namentlich nicht genannter Mann fuhr in eine Menschenmenge, verletzte 10 und tötet einen Menschen. Danach versuchte er mit einem Messer Selbstmord zu begehen. Mehrere Zeugen sagte aus, auch von ihm den Ruf gehört zu haben - der Innenminister erklärt den Täter für "unausgeglichen".
7.-9.1.2015 Paris. Eine Serie von insgesamt fünf Anschlägen, u.a. auf die Redaktion der Satirezeitschrift Charlie Hebdo und einem jüdischen Supermarkt kostet 17 Menschenleben und läßt weit über 20 Verletzte zurück. Die Täter werden am Tatort erschossen.
14.-15.02.2015 Kopenhagen. Omar Abdel Hamid El-Hussein verübt einen Anschlag auf eine Pressekonferenz von Medienleuten und Journalisten. Am Folgetag attackiert er eine Synagoge. Er tötet bei diesen Vorfällen jeweils einen Menschen, verletzt außerdem zwei Polizisten. Die zu seiner Verhaftung angerückten Beamten beschiesst er ebenfalls, worauf er erschossen wird.
19.04.2015 Villejuif & Paris, Frankreich. Aurélie Châtelain wird von einem Terroristen erschossen. Er brauchte ihr Fahrzeug um nach Paris zu fahren, wo er eine Kirche angreifen wollte, kurz vorher aber von Sicherheitskräften gestellt wurde.
26.06.2015 St. Quentin Fallevier, Frankreich. Ein Terrorist nordafrikanischer Herkunft, Yassine Sahli tötet seinen Chef, enthauptet ihn und fährt seinen Kurierwagen in einen Gastank eines örtlichen Energieanbieters. Die anschließende Explosion bleibt entgegen den Erwartungen des dem IS angehörenden Terroristen klein und verletzt lediglich zwei weitere Menschen. Er versucht noch mehrere Tanks zu öffnen um den Brand auszuweiten, wird aber überwältigt.
21.08.2015 Thalys auf dem Weg nach Paris. Ayoub El Khazzani, ein 25 Jahre alter Marokkaner versuchte mit einem Sturmgewehr, einer Pistole, einem Messer und einem Molotov-Cocktail ein Massaker im Zug anzurichten. Er wurde durch das beherzte einschreiten zweier Franzosen und dreier Amerikaner sowie eines Bedienungsfehlers des Gewehres daran gehindert. Er verletzte einen der Franzosen und zwei der Amerikaner, bevor er überwältigt wurde. Sein Anwalt behauptete in seinem Namen, er habe die Waffen lediglich "unter einem Busch gefunden" und wollte nur Geld rauben.
17.09.2015 Berlin. Ein irakstämmiger Mann versucht Polizisten mit einem Messer anzugreifen und wird dabei erschossen.
5.11.2015 Bayrische Autobahn. Bei einer zufälligen Kontrolle wird bei einem Mann aus Montenegro eine Waffensammlung von 8 Aks und mehreren Faustfeuerwaffen sowie große Mengen an Munition gefunden. Es wird ein Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag vermutet.
13.11.2015 Paris. Sieben Angriffe in der Stadt hinterlassen mindestens 128 Tote.
Die Liste ist nicht vollständig. bspw. ist der Fahrer aus Graz, der drei Menschen überfuhr und mit einem Messer bewaffnet unter dem mehrfach erwähnten Ruf versuchte weitere zu verletzen als geisteskranker Gewaltäter eingestuft worden. Die Angriffe in Russland, wie jener auf das Moskauer Theater, den Flughafen oder die Schule von Beslan werden oft auf einen "nationalen Konflikt" geschoben. Dem Stimme ich zwar nicht zu, aber ich versuchte die Liste möglichst nicht kontrovers werden zu lassen.
Sollte ich jedoch ein wichtiges Ereignis vergessen haben, bitte melden.
Wer jetzt also überrascht tut oder von einer "neuen Dimension" oder einem "nun eröffneten Krieg" schreibt, der heuchelt, dass es mich ekelt.
Das gleiche gilt für die "Einzeltäter","Einzeltat" und "Das hat mit dem Islam nichts zu tun" Schreiber und Redner. Diesen Menschen muss ich eine Mitschuld geben. Mitschuld nicht an den Morden - aber daran, dass wir das Problem nicht zu lösen versuchen. Ich würde vorbehaltlos schlucken, was da behauptet wird, wenn die Liste nicht so Elend lang wäre. Wenn die Liste sich nicht auch auf vorhergehende Jahrzehnte und Jahrhunderte verlängern ließe. Wenn es nicht weltweit das gleiche "Spiel" wäre. Oder wenn irgendeine andere Weltreligion eine ähnliche oder auch nur ansatzweise vergleichbare Zahl solcher Täter hervorbringen würde. Wie oft behaupten diese Menschen, das wäre überall so. Ist es nicht. Ja, alle Religionen haben ihre Konflikte, und viele Religionen erleben dunkle Phasen. Aber auch nur genau das. Phasen. Das Christentum wurde zuerst jahrhundertelang verfolgt - und hat nicht ansatzweise etwas aus dieser Zeit aufzuweisen, was dem gerade passierenden Albtraum oder der gewalterfüllten Entstehungsgeschichte des Islam gleicht. Wir hatten unseren Konfessionskrieg und unsere konfesionellen Auseinandersetzungen - vom Konflikt der Arianer mit der Urkirche über die Spaltung der West- und Ostkirche über die Verfolgung der Katharer u.a. Aber wir haben unsere Märtyrer nicht aus dem Töten "Ungläubiger" geboren, sondern aus der kampflosen Hingabe des eigenen Lebens. Unser Ringen nach der Definition eines jus ad bellum, eines Rechtes Krieg zu führen oder eines bellum justum, eines "Gerechten Krieges" ist weit über 2000 Jahre alt und somit älter als das Christentum selbst - während diese Frage im 7. Jh. wie heute scheinbar keine Rolle für den Islam spielt.
Für mich zählt jedes Individuum als solches - aber ich vermisse die muslimischen Individuen, die mit ihren Familien und Freunden, ihren Glaubensgeschwistern in ähnlichen zehn- und hunderttausenden gegen den Terror, das Morden und das Krieg führen im Namen des Islams auf die Strassen gehen, wie im Sommer 2014 gegen Israel. Die Beschwerden, sie nicht wegen des Terrors zu diskriminieren sind größer, als die Beschwerden über den Terror. Die Gelder die fließen um den IS, Al Quaida und Co zu unterstützen scheinen bedeutend größer zu sein, als beispielsweise Hilfsgelder zur Befreiung yezidischer Sexsklavinnen.
Als in Berlin Anfang des Jahres eine "muslimische Mahnwache" gegen den Terror von Paris stattfand, war die Zahl der Anwesenden der betreffenden Gruppe unsäglich peinlich klein. Und die Kosten für Bühne, Technik und Sicherheit bezahlte dann nicht die DITIB oder eine türkische oder islamische Gemeinde, sondern SPD und CDU - am Ende also deren Mitglieder und der Steuerzahler. Sensibilität, ehrliches Bedauern oder Sympathie - das sieht anders.
Und so war nach Charlie Hebdo eine pro-muslimische Solidaritätskundgebung auf dem Marsch - aber die Synagogen und Juden der Stadt erhielten keine derartige Sympathiekundgebung, obwohl sie ja die Opfer zu beklagen hatten. Der Spiegel betonte, wie die Imame zum Frieden aufriefen - um im gleichen Atemzug der Überschrift die Angst vor Generalverdacht eben jener Imame zu betonen. Sollte der Friedensaufruf nicht ohne derartige Hintergedanken und Randbemerkungen auskommen, wenn man sich in der Verantwortung sieht?
So könnte ich noch Stunden weiter machen - und werde das wohl beizeiten auch tun, aber ich hoffe, mein Punkt ist klar: der Islam hat etwas damit zu tun, es sind keine Einzelfälle und Muslime sind hier sehr wohl in der Pflicht zu reagieren - individuell oder in Gemeinschaft. (und ja, es gibt solche, die dies tun. Ihnen sollte der Dank und die Unterstützung der muslimischen Gemeinden gelten und unsere Anerkennung)
2. Die FAZ schrieb "Paris erlebt seinen 11. September." Was für ein Quatsch. Am 11. September kaperten mehrere Terroristen in den USA, einem Land mit enorm hohem Sicherheitsdenken, mehrere Flugzeuge und steuerten sie in das WTC und das Pentagon - in einem weiteren Flieger verhinderten die Passagiere derartiges, indem sie das Flugzeug zum Absturz brachten. Dabei starben Tausende. Zuvor hatte es solche Anschläge "nur" von innländischen Terroristen gegeben (Oklahoma Bombing).
Der Anschlag von Paris ist nicht der erste Anschlag seiner Art, er ist nicht der erste Anschlag der zeigt, dass die Sicherheitsgesetze und -vorkehrungen nicht helfen und er hat bei weitem nicht so viele Opfer auf einmal gefordert.
Derart aber sind die Behauptungen, die derzeit durch die Medien wandern. Da sind wieder die "Experten" die behaupten, die Terroristen seien desillusionierte Kinder, die keine Zukunft und keine Alternative sähen, oder die vom Tod ihrer Mitgläubigen durch die Hand des Westens so traumatisiert seien, dass sie sich zu solchen Taten zum Handeln gezwungen sähen. Dieser Quatsch wird von vielen geglaubt - ohne zu fragen, warum warum dann die Desillusionierten Europäer und Nichtmuslime oder die Opfer des islamischen Terrors sich nicht derart radikalisierten.
Warum gibt es hierzulande zwar viel Aufmerksamkeit für den "christlichen Terror der Kreuzzüge" gibt - aber als der italienische Präsident im Februar an einen zweijährigen jüdischen Jungen gedachte, der bei einem Terroranschlag auf die Große Synagoge von Rom 1982 ermordet wurde und dessen Täter von Griechenland nicht ausgeliefert sondern freigelassen wurde diese berührende Rede nicht mal eine Zeile im deutschen Nachrichtenwald fand, das kann man nicht mehr rational erklären.
Der Vergleich mag hinken - aber vielleicht wird verstanden, worauf ich hinaus will. Wie der Islam in die Levante kam - kein Thema. Hape Kerkeling erklärt uns im ZDF "der Islam kam nach Spanien und ein goldenes Zeitalter brach an" - das davor erstmal dieser unerwähnte und unprovozierte Angriffskrieg tausende und abertausende Opfer kostete und die Bevölkerung aufgezwungen bekam, was sie gar nicht wollte - Nebensache.
Christentum darf man kritisieren und im Namen der Kunst seine Symbole entweihen - beim Islam aber hat die Kunst zu schweigen.
3. Waffen. Ja, richtig, Waffen. Wer die Liste weiter oben einmal durchgeht wird erstaunt feststellen, dass wir einen Anschlag nach dem anderen mit Kriegswaffen erleben. Waffen, die in Europa für keinen Zivilisten legal zu erwerben sind. Nie. Sie unterliegen strengsten Regeln, ihre Produktion und ihr Verkauf werden sogar mitunter von der Politik scharf angegangen, kontrolliert und teilweise auch verboten. Das hindert Terroristen nicht, die Waffen zu bekommen. Anfang des Jahres wurde dann mitunter auch mal die Frage gestellt: wo bekommen die Terroristen die eigentlich her. Die Antwort: auf dem Schwarzmarkt - in wenigen Stunden.
Für jeden Kenner des Themas ist das keine Überraschung. Die Waffen aus Libyen landen Containerweise in Südfrankreich. Die Briten haben seit dem generellen Waffenverbot von 1997 eine regelrechte Importschwemme - zuletzt über kleine Privatflughäfen. Und die Deutschen sitzen auf der Transitstrecke für Waffen aus dem Kosovo, Ex-Jugoslawien und dessen Nachbarn. Nicht zu vergessen die Zeiten des Abzuges der Sowjetarmee. Was da noch schnell an Waffen vertickt wurde, so munkelt man, sei schwerlich zu erfassen.
Allein in Deutschland sollen bis zu 20 Millionen illegale Waffen herumgeistern - freilich eine viel zu kleine Schätzung, sind doch allein 20 Millionen Waffen zu Zeiten des verschärften Waffengesetzes in Folge der RAF illegal geworden, aber nur ca. 2 Millionen wurden abgegeben. Wer glaubt, die übrigen seien verschwunden oder es seien keine neuen dazu gekommen, der muss schon recht gutgläubig sein.
Die Waffengesetze in Europa, von streng wie in England bis relativ locker wie in der Schweiz beziehen sich lediglich auf Pistolen, Revolver und Gewehre die mit jedem Druck auf den Abzug einen einzelnen Schuss abgeben. Diese sind in fast allen Staaten nur mit vorheriger Überprüfung, einem oder mehreren Tests und Qualifizierungen zu bekommen. Bei uns bspw. für Jäger und Sportschützen und, ohne Munition, für Sammler. Bis dahin muss man viel Zeit und Geld investieren. Kriminelle und Terroristen haben es da einfacher. Zumal die besagten Gruppen zwar Waffen besitzen, aber nicht mit sich führen, also dabei haben dürfen (vom Jäger während der Jagd einmal abgesehen).
Die Terroristen wissen also, abgesehen von Polizisten (und selbst da oft nicht, s. England), müssen sie mit keiner bewaffneten Gegenwehr rechnen.
Nachdem wir aber nun so oft gesehen haben, nicht nur durch Islamisten sondern auch durch jemanden wie Breivik und Verrückte wie in Erfurt oder Winnende, wie dies abläuft, uns die Polizei und das Gesetz nicht schützen können, sollten wir da nicht vielleicht mal unsere Haltung überdenken und die Berichte bspw. aus Russland, Mexiko und den USA überprüfen, vergleichen und überdenken?
Ich denke schon - denn zwischen den ersten Schüssen in der Konzerthalle am 13. und dem Eintreffen der Polizei bzw. der Erstürmung des Gebäudes lagen weit mehr als 40 Minuten - eine Zeit, welche die Terroristen sich mit Exekutionen vertrieben. Da hätte ich lieber die Chance, mich zu wehren....
Politik und Gesellschaft sind nicht in der Lage oder Willens eine Lösung zu finden - vielleicht verhindert auch unsere Menschlichkeit, unsere Ethik, Moral oder christliches Bewusststein, eine solche. Vieleicht sollte man dann wenigstens über Wege nachdenken, das Problem wenigstens zu verkleinern.
Anschlagsserie in Paris
Diese Nacht kam es in Paris mal wieder zu islamistischen Anschlägen. Mindestens sechs Ort und bislang (Stand 8:20) allein an einem der Orte, eine Rockkonzert, mindestens 120 Tote. Vermutlich liegt die Zahl der Ermordeten bei etwa 200, die Zahl der Verletzten dürfte drastisch höher sein.
Momentan ergehen sich die Medien eher in Sensationsberichten als sachlicher Berichterstattung, aber einen lesbaren Überblick findet man auf der FAZ
http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/anschlaege-in-paris-frankreichs-11-september-13912093.html
Eine persönliche Bitte: schenkt den "Experten" dieser Stunde kein Gehör. Egal von welcher Seite. Es ist noch nicht bekannt, wer die Männer waren - alle Analysen über "Perspektivlosigkeit die zum Terrorismus führt" oder "Anhänger des IS" sind reine Spekulationen.
Jetzt ist allerdings nicht die Zeit der Kritik, daher möchte ich einfach alle Leser bitten, für die Opfer zu beten und ich möchte all den hilfsbereiten Parisern danken, die trotz der Gefahr über die sozialen Medien anbieten, Touristen oder Anwohnern der Anschlagsorte bei ihnen zu schlafen, sich auszuruhen oder etwas zu sich zu nehmen.
Momentan ergehen sich die Medien eher in Sensationsberichten als sachlicher Berichterstattung, aber einen lesbaren Überblick findet man auf der FAZ
http://www.faz.net/aktuell/politik/terror-in-paris/anschlaege-in-paris-frankreichs-11-september-13912093.html
Eine persönliche Bitte: schenkt den "Experten" dieser Stunde kein Gehör. Egal von welcher Seite. Es ist noch nicht bekannt, wer die Männer waren - alle Analysen über "Perspektivlosigkeit die zum Terrorismus führt" oder "Anhänger des IS" sind reine Spekulationen.
Jetzt ist allerdings nicht die Zeit der Kritik, daher möchte ich einfach alle Leser bitten, für die Opfer zu beten und ich möchte all den hilfsbereiten Parisern danken, die trotz der Gefahr über die sozialen Medien anbieten, Touristen oder Anwohnern der Anschlagsorte bei ihnen zu schlafen, sich auszuruhen oder etwas zu sich zu nehmen.
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