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Mittwoch, 10. August 2016

Deutsch-Iraner war an der Waffe trainiert , Ansbach und Würzburger Terroristen hatten IS Kontakt - Überraschung...

Wenn es noch einen Anstoß bedurfte unserer regionalen wie bundesweiten Presse kein Geld mehr für ihren Informationsservice zu geben, dann haben wir ihn nun vorliegen. Tagelang bzw. wochenlang wurde uns nach den Anschlägen und Massenmorden vorgebetet, was wir zu denken bzw. nicht zu denken haben.
Jeder Gedanke, die Anschläge oder Meldungen von Gewalttaten und Explosionen könnten durch Islamisten begangen sein wurde als "Vorurteil" und als "vorschnell" abgeurteilt.
Als die Identitäten der Täter bekannt wurden, durfte ihre Abstammung bzw. Herkunft auf keinen Fall zu irgendeiner gedanklichen Verbindung mit Terror, dem Islam oder unserer aktuellen Politik dienen.
Jeder, der anderes verlautete "spielte Rechtspopulisten in die Hände" oder war selbst ein Rassist, Populist oder Nazi. Mindestens aber Fremdenfeind.
Die Bekenntnisse des IS zu dreien der Anschlägen wurde lächerlich gemacht und während man betonte, dass man nicht glauben könne, dass dies Terroristen waren wurde auf ihre angebliche oder reale psychische und religiöse Schwäche hingewiesen. Diese Stimmen wurden zwar leiser, verschwanden aber nicht, als man Flaggen des IS, Bekennerschreiben und schließlich sogar Bekennervideos auf einer Plattform des IS fand.
Einen Tag nach der Tat aber war der Täter von München bereits ein Rechtsradikaler mit der Betonung auf "deutsch" in "deutsch-Iraner".
Am 25.7. benutzte Roman Grafe den Münchner Amoklauf um Legalwaffenbesitzer unter dem Titel "Des Massenmörders bester Freund" für einen Amoklauf mit einer illegalen Schusswaffe verantwortlich zu machen und allerhand Halb- und Unwahrheiten in die FAZ zu bringen.

Ich verlinke diese Dinge nicht. Sie können unter den betreffenden Schlagwörtern als Artikel leicht gegoogelt werden. Blätter wie Zeit, TaZ und Süddeutsche sind regelrecht voll von Berichten darüber, wieso es sich nicht um Anschläge und Terroristen gehandelt habe, sondern um bedauernswerte Geisteskranke und Benachteiligte die keinen Ausweg mehr gesehen hätten.

Am Ende steht es nun fest. Die Täter von Würzburg und Ansbach ebenso wie der Massenmörder von Nizza und die Priestermörder aus der Normandie wurden vom IS als "ihre Schahid", also Märtyrer, bezeichnet und mittlerweile konnten Kontakte bzw. Mitgliedschaft in Terrorzellen nachgewiesen werden. Im Fall des Ansbachers ist herausgekommen, dass er die Bombe nicht als Selbstmörder zünden sollte, sondern weitere Attacken begehen sollte. Er hätte die Explosion filmen sollen, das Material wäre dann ausgeschlachtet worden. Der Plan ging hinten und vorne nicht auf, weil eine gute Security und die verfrühte Detonation es verhinderten.
Scheinbar sind die Ermittler aber nur kurze Zeit nach den Anschlägen auf einige Beweise und Informationen gestoßen, welche für die Einordnung bedeutend sind und längst die Titelseiten dominieren sollten. Nicht nur, dass sowohl der Würzburger als auch der Täter von Nizza Helfer im jeweiligen Land hatten, sie wurden mittels einer offenbar bestens funktionierenden und ziemlich offen arbeitenden Logistik aus Saudi-Arabien unterstützt und angeleitet.
Wie oft in den letzten Monaten sogenannte Experten erklärten, die Anschläge von Paris und Brüssel seien Verzweiflungstaten des im sterben liegenden IS gewesen, weiß ich nicht zu schätzen. Die Radikalen würden mittlerweile aufgrund der guten Abwehrarbeit unserer Polizei nun auf "einsame Wölfe" setzen, die keinen Kontakt und keine Planung bräuchten. Fakt ist offensichtlich das Gegenteil. Ziemlich offen, in Videochats, in Chaträumen von Videospielen, auf Twitter und Co. kommunizieren die Terroristen miteinander. Problemlos sind in den letzten Jahren offensichtlich mehr als drei dutzend Terroristen ins zentrale Europa gekommen - und das sind jene, die aktiv wurden und nach denen, so sie noch leben, gefahndet wird.
Und das vor den Augen der gleichen Regierungen und Behörden, die eine Denunziationsagentur erschaffen, geleitet von einer ehemaligen IM der Stasi, um "Hassrede" aus dem Netz zur Anzeige bringen - natürlich nur einseitig. Bislang ist kein einziger der teilweise heftigen Ausfälle bspw. gegen die katholische Kirche, das Christentum oder den deutschen Staat zur Anzeige gebracht worden, und wenn Einwanderer über Juden oder Hindus oder Kurden schreiben, scheint dies auch niemanden zu stören. Eine ganze Witzeseite auf die ich kürzlich stieß besteht nur aus beleidigenden, herabwürdigenden und entmenschlichenden Kurdenwitzen. Die Namen und Pseudonyme der Einsteller deuten dabei auf einen Ausdruck der aktuellen Lage in der Türkei.

Ehrlichkeit und Vollständigkeit in der Berichterstattung
Bislang hat es nicht eine einzige Nachrichtenagentur geschafft, eine komplette Auflistung aller Anschläge, Attentate und Morde  von Islamisten in Europa seit 2001 zu veröffentlichen. Immer fehlen die meisten gescheiterten Versuche und fast immer fehlen alle, wirklich immer die meisten Anschläge, bei denen es wenige Tote zu beklagen gab - so etwa die Ermordung einer jungen Tänzerin bei der Vorbereitung eines Anschlages auf eine katholische Kirche in Frankreich kurz nach Charlie Hebdo. Die gesamte Reihe von Anschlägen mit Fahrzeugen, die in Menschenmengen raste wurde bislang geschlossen als "nicht terrorbezogen" ausgelassen. Trotz der plausiblen Einordnung in die Kategorie, die wir nun in Nizza erlebten.

Das der Terror als solcher in den jüngsten Ereignissen so lange abgestritten wurde nach einer mittlerweile selbst nach politisch korrekter Reinigung unglaublich langen Liste geglückter Anschläge in den vergangenen Jahren, dass man die Bekenntnisse des IS sogar versuchte lächerlich zu machen, obwohl sie bislang keine bekannte Geschichte von "fremden Federn" vorweisen kann ich nur in einer  Richtung verstehen. Es gibt keine neutrale Berichterstattung im Sinne der Information über Ereignisse mehr.  Eine solche Form von lenkender, manipulierender Presse muss es sich gefallen lassen, mit den Medien der DDR und des Nazi-Reiches verglichen zu werden. Denn das ist sie. Ereignisse, die in das gewünschte Bild passen werden unkritisch und ungeprüft aufgegriffen und aufgeblasen (bspw. die zahllosen Geldfunde durch Flüchtlinge, die vermeintlichen Fluthelfer, für die bereits in Sicherheit gebrachtes Hab und Gut wieder in überschwemmte Häuser geschleppt wurde, damit die Bilder inszeniert werden konnten, der NPD Politiker, welcher von Busfahrern gerettet wurde, während diese Flüchtlinge transportierten und sich dann mit hämischer Schadenfreude konfrontiert sah, über die Schlagzeile "NPDler durch Flüchtlinge gerettet").

Diejenigen, die noch immer von "vorschnellen Urteilen" oder "Vorurteilen" sprechen, wenn es zu Anschlägen kommt, haben offensichtlich ihren Verstand verloren. Ein Vorurteil ist eine Meinung, die man sich im Vorfeld durch Stereotypen und eigene, meist negative Haltung bildet. Wer aber nach den Anschlägen der letzten Wochen, Monate und Jahre nun bei weiteren Anschlägen, Explosionen und brutalen Morden zuerst auf einen islamischen Terrorangriff schließt, der tut dies aus der Erfahrung, aus der Routine der jüngeren Vergangenheit. Schlimmstenfalls könnte man von einem pawlowschen Reflex sprechen. Der Hund wurde beim läuten der Glocke gefüttert. Am Ende erwartet er sein Futter, wenn die Glocke läutet. Wenn uns eine Explosion in einem Flughafen gemeldet wird, besteht die Möglichkeit eines Gaslecks oder einer Kerosinexplosion. Wie oft kam dies in Relation zu islamischen Anschlägen in den letzten Jahren vor?
IRA, ETA, RAF und Co. haben sich in den letzten Jahren sehr ruhig gezeigt. Rechtsradikale haben, vom NSU einmal abgesehen, keine spektakulären Anschläge in den letzten Jahren verübt. Wegen dem NSU ist er aber eine Möglichkeit - auf dem zweiten Platz, dicht zusammengequetscht mit Linksradikalen, die ebenfalls manche Bombe gelegt und manchen Mordversuch verübt haben. Der einzige "aktive Konkurrent" auf dem Feld der offen zur Schau gestellten Gewalt ist die organisierte Kriminalität. Autobomben, drive by shootings, Hetzjagden mit Schusswaffen, spektakuläre Morde und Bomben in Restaurant und Pubs hatten wir einige - aber nicht eine in der Größenordnung des Anschlages in Brüssel oder dem Massaker von Paris. Und auch der Amokfahrer in Nizza passt nicht in das Profil der Mafia, wenn er wahllos und ohne Möglichkeit der Selektion durch eine Menge rast, umkehrt und noch mehr Opfer verfolgt.
Die ersten Berichte aus München gaben Augenzeugenaussagen weiter, nach denen mehrere Männer mit Langwaffen morden würden - auch dies passt eher zum modus operandi der Terroristen und wäre die Wiederholung von Paris gewesen. Darum waren so viele Menschen, auch ich, zuerst überzeugt, einen weiteren Anschlag in unmittelbarer Folge auf jenen von Würzburg zu erleben. Am Ende ist es ein Amoklauf eines gemobbten Schülers in psychiatrischer Behandlung und mit Migrationshintergrund. Und hier spricht es gerade FÜR die Deutschen, dass wir nicht sofort eine Verbindung zu dem Mord vor wenigen Monaten herstellen, als ein junger Iraner eine zufällig ausgewählte junge Frau in Berlin vor eine einfahrende U-Bahn stößt. Denn so typisch scheint dieses Verhalten dieser Gruppe von Menschen nicht zu sein. Wiederholen sich solche Taten von Iranern in einem überschaubaren Zeitrahmen, so wird sich dies ändern. Nicht als "Vorurteil" und nicht aus Fremdenhass. Das ist die Logik, die dem "nicht vorschnell urteilen" eines großen Teils unserer Bevölkerung gegenübersteht.
Und natürlich gibt es Fremdenhasser, Rassisten und eine ganze Reihe völlig überreizter und verängstigter Menschen, die sich nicht beschützt fühlen, die nach München und ohne Blick auf den Berliner Mord gegen Einwanderer aus dem Iran im speziellen, aus dem Orient im weiteren oder gegen alle im weitesten Sinne Stellung beziehen und diese in Verbindung bringen.
Diese sind aber das andere Extrem, während die "hat nichts mit XY zu tun", "nicht verallgemeinern" und "Vorurteile und Fremdenhass stehen hinter jeder Mutmaßung in diese Richtung" auf der anderen Seite des Spektrums liegen. Die Mitte muss auf beide Seiten achten, um irgendwann Probleme zu lösen und nicht ständig neue zu schaffen.


Aber zu den Details aus München:
Der Attentäter von München, dem die Presse zuspricht ein Rassist und Rechtsradikaler gewesen zu sein, weil er sich als stolzen Arier bezeichnet und mit 300 Schuss im Rucksack nach der Erzählung unserer Presse noch viel mehr hätte töten können (soll sagen, ALLE seine getöteten Opfer wären gezielt ausgewählt), hat seine Tat über ein Jahr lang vorbereitet. So setzte er eine falsche Facebookseite auf, mit der er vermeintliche Opfer an den Ort des Verbrechens lockte. Er besorgte sich über das Darknet eine Waffe und ausreichend Munition.

Die Waffe - ein Wunschmärchen
Besondere mediale Aufmerksamkeit bekommt die Bewaffnung des Müncher Amokläufers, darum muss ich hier etwas genauer darauf eingehen. Dies erscheint vielleicht unnütz oder langweilig, ist aber nötig zum besseren Verständnis.

Die Waffe war eine Glock, welche auch zahllose Behörden und Sicherheitsdienste als preiswerte und zuverlässige Dienstwaffe nutzen. Unter Sportschützen in Deutschland wird sie bspw. etwas stiefmütterlich behandelt, während sie "costumized", also mit viel Zubehör und durch Handwerker gefertigter Individualisierung in den USA viele Fans hat. Anders als Roman Grafe in seinem Beitrag in der FAZ schreibt, ist sie für die betreffenden Sportschützen in Deutschland nicht die erste Wahl, obwohl sie im Preis und erwerbbaren Zubehör unschlagbar ist. Auch in Sachen Bedienung und Präzision gibt es durchaus bessere Modelle - die aber teurer sind. Marken wie SIG Sauer, CZ und Tanfoglio liegen hier vorne. Diese aus Deutschland auf dem Schwarzmarkt zu bekommen dürfte schwer bis nahezu unmöglich sein, denn der bald durch die EU Gesetzesänderung beendete, überwachte und regulierte Privathandel unter Sportschützen ist hier rege. Man bekommt selbst abgenutzte und schadhafte Modelle oft nur wenig unter dem Neupreis, welcher bei allen genannten Marken relativ hoch ist und beim doppelten der Kosten für eine Glock beginnt. Sportschützen sind beim privaten Handel dabei sehr penibel, denn wenn die Waffe nicht ordnungsgemäß an einen Berechtigten (i.d.R. einen anderen Sportschützen) abgegeben wird, so bemerkt dies die Polizei i.d.R. zeitnah. Der Handel läuft nämlich auch über deren Tisch. Eintragung und Austragung in die Besitzkarte kann nur die Behörde vornehmen. Die Suggestion, ein deutscher Sportschütze wäre hier der Täter und sowas wäre ein typisches und öfter auftretendes Problem lenkt die Aufmerksamkeit dorthin, wo die Journalisten ohnehin eine Agenda verfolgen. Es gibt nur eine winzige handvoll Journalisten, die dem Schießsport und den Schützenvereinen Verständnis entgegen bringen. Die Mehrheit möchte ein völliges Verbot umgesetzt sehen und sieht weder die Freiheit der Schützen noch den Sport als Gegenargument ein.
Und so wird natürlich auch der Verweis auf die letzten größeren Amokläufe mit Schusswaffen gelegt. Erfurt (2002) und Winnende (2009). Es wundert nicht, wie schnell die Medien von einer "Besessenheit" des Mörders für seine Vorgänger berichtete und über Literatur dazu. Genauer ging es um "Amok im Kopf", ein 2009 erschienenes Buch, welches sich vor allem mit "school shootings" auseinander setzt und eine relativ spekulative, weil ohne Zugriff auf die Täter und deren medizinische Unterlagen selbst erfolgende post-mortem Analyse, die zum Schluss kommt, dass die Morde hätten verhindert werden können, wenn man die Geisteskranken der Schuldigen anhand ihrer Signale früher erkannt hätte.
Die These zu diskutieren reizt mich, aber im moment ist wichtig daran, dass der Schütze von München hier keine Anleitung fand. Die darin aufgezeigten Morde sind völlig anders abgelaufen, als seine Tat. Seine Planung ist im zeitlichen Aufwand zwar durchaus vergleichbar, nicht aber in der Interaktion mit seinen Opfern in Form einer gestellten Falle.
Der Wunsch, eine Querverbindung zu den deutschen Massenmördern ziehen zu können, weg von islamischen Terroristen, ist scheinbar größer, als die Fakten (u.a. die Tatsache, dass Winnende keinen bedeutenden Einzug in das besagte Buch mehr hatte, weil es im gleichen Jahr erschien, und der Autor sich seinem Berufsethos verpflichtet fühlte zu recherchieren - es ist also keine "Anleitung", wie mitunter behauptet).

Die Fähigkeiten im Umgang mit der Waffe
So ist auch wenig überraschend, was die Presse gemeinsam mit der Politik zu keinem Zeitpunkt thematisierte. Vielleicht auch aus jenem besagten eindeutig mangelndem Sachverstand, wie ich hinzufügen muss. Der Umstand, dass der junge Mann extrem gut mit der Waffe umgehen konnte.
Als ich seinerzeit mit 19 Jahren das erste Mal an scharfe Waffen gelassen wurde, die nicht auf dem Jahrmarkt auf 1 m Entfernung Keramiksternchen platzen lassen konnten  (wenn man genau traf), war ich nervös und aufgeregt. Zahllose Male hatten wir die Waffe zerlegt und zusammengesetzt. Theorie gebüffelt. Trockenübungen vollzogen. Und dann lag ich da und hatte ein Gewehr in den Händen. Wie bei fast allen Rekruten war das Ergebnis eher mäßig. Die ersten Schüsse sogar sehr schlecht. Mehrfach verfehlte ich. Mit der Pistole wurde es noch schlimmer. Zwar war dieDistanz mit 20 bzw. 25 m relativ groß, aber das Ziel bewegte sich nicht und abgesehen von wartenden Kameraden hatte ich keinen Druck. Und trotzdem ging der größte Teil meiner Schüsse zuerst vorbei.
Dies wurde erst durch Training besser.
Viele Jahre später wurde ich zum Sportschützen, und nach dieser langen Pause wiederholte sich das Erlebte. Wenn ich traf, war es meist nicht exakt dort, wohin ich gezielt hatte, und zwei Schüsse oder gar mehr dicht nebeneinander auf die Scheibe zu bekommen (ein sogenanntes Trefferbild) war eine Herausforderung. Von fünf oder zehn in schneller Folge konnte ich nicht mal träumen. Das hat gedauert und noch heute ist es an manchen Tagen schlechter als an anderen. Dann bekam ich eine andere Waffe - und brauchte erstmal wieder einige Zeit, bis ich mit ihr so umgehen konnte, wie mit ihrer Vorgängerin.
Diese Einsicht gebe ich, um die Herausforderung des Schießens zu vermitteln. Ich gehe davon aus, dass nur ein kleiner Teil meiner Leser eigene Erfahrung an der Waffe hat.
Umso erstaunlicher war es, als die Daten über den Täter bekannt wurden. Ein 19jähriger, mit einer illegal besorgten Pistole aus leichtem Verbundstoff (die Glock ist, wie viele Dienstwaffen eine "Plastikwaffe", die hauptsächlich aus Polymeren bestehen und damit sehr leicht ist, was die Kontrolle der Waffe bei mehreren Schüssen schwieriger macht) und trotz schneller Schussfolge und vermutlich hohem Adrenalinspiegel sehr viele Treffer auf sich schnell bewegende und z.T. relativ kleine Ziele, die Opfer, verzeichnete. Zu einem großen Teil auch noch tödlich oder lebensgefährlich.
Nun kam heraus, dass sein Vater mit seinem Sohn während einem Urlaub im Iran im letzten Jahr Schießübungen unternahm. Ob dies die einzige Gelegenheit des Trainings war, wage ich zu bezweifeln, aber es bleibt abzuwarten, was die Ermittlungen noch ans Licht bringen.
Damit ist auch klar, dass weiterhin Beziehungen zum Iran bestehen. Denn Verfolgte dürfen bei einer Rückkehr in den Iran eher die Inhaftierung fürchten (wie bspw. derzeit eine Iranerin mit britischer Staatsbürgerschaft) als sich gemütlich zu einem Waffentraining zu begeben und meiden darum i.d.R. einen Familienurlaub in der alten Heimat.

Ist das nicht einer Beachtung in der Diskussion über Hintergründe wert - zumindest einer Zurückhaltung in Sachen "deutscher Rechtsradikaler"? Scheinbar ebensowenig, wie die Tatsache, dass sein Mitwisser ein Afghane war...

Auch in Ansbach, Nizza, Würzburg und London
Wie oben bereits angesprochen: auch bei den Tätern der besagten Anschläge kommt nach anfänglicher Leugnung oder erstaunlichen weil sonst selten gehörten Forderungen nach Geduld für die Ermittlungen heraus, dass es islamische Terroristen waren, die Taten nicht mit Geisteskrankheit in Zusammenhang stehen und durchaus gelenkt und koordiniert waren.
Also genau das, was die gescholtenen Kritker vermuteten. Lediglich München und der Mord eines Syrers an einer jungen Polin ragen mit anderen Motiven heraus - was die eigentliche Diskussion und Beweiskette aber nicht beendet.
Die Terroristen haben sich erfinderisch gezeigt und alles mögliche für ihre Mordtaten benutzt. Neben Sprengstoffen und Schusswaffen wie in Paris, Brüssel, Kopenhagen, Orlando und Ansbach (Kriegswaffen, inklusive RPGs), Messern und Macheten wie in der Normandie, Paris, London, auch Fahrzeuge in Nizza, geplant in Deutschland und meiner Meinung nach und Gastanks Saint Quentin Fallavier (und Sydney Police Station im letzten Monat).
Gehen wir weiter zurück, finden wir ähnliches Vorgehen auch bei einem Anschlag auf Glasgow Airport, Graz usw. Auch Flugzeuge (9/11) und Gift (Anschlag in Spanien) kamen schon zum Einsatz.

Wie sich unsere Politiker da auf europäische Sportschützen stürzen können und dies nicht allgemein als billiger Aktionismus auf Kosten gesetzestreuer Bürger verstanden wird, ist peinlich für alle Beteiligten.
Fast ebenso peinlich wie die Entschuldigungsversuche. Mancher Experte erklärte uns bspw. dass der Täter von Nizza kein gläubiger Muslim gewesen sei und darum als Fanatiker ausscheide. Neben der Tatsache, dass im Laufe der Zeit ein Doppelleben aufgedeckt wurde, welches einen doch recht gläubigen Menschen hinter der Fasade des Kleinganoven offenbarte haben diese Experten eines nicht verstanden. Der Islam ist mitunter recht rigoros in den Dingen, die Menschen nach dem Tode in die Hölle verbannen. Es gibt keine Beichte und Sühne wie im Katholizismus und keine Garantie durch Gott wie im Christentum allgemein. So ist es nicht verwunderlich, wenn gerade Menschen mit krimineller Vergangenheit oder  "den westlichen Verlockungen Erlegene" sich als besonders fanatisch erweisen und schnell radikalisieren. Denn den Schahid, den islamischen Märtyern wird der Einzug ins Paradies garantiert. Ob dies exakt so in der islamischen Theologie zu begründen ist, sei dahingestellt, aber es wird den Terroristen von ihren geistigen Führern vermittelt. Nicht erst seit dem IS. Auch PLO und ihre Nachfolger, Hamas und Fatah haben so argumentiert. Ebenso die Muslimbruderschaft und Al Quaida. Ob Boko Haram und Dschandschawid, al Schabaab und Abu Saayaf so ihre Anhänger motivieren ist mir nicht bekannt, aber es spricht vieles dafür.
Sich also hinzustellen und zu behaupten: dieser Mann hat früher Handtaschen geklaut und Drogen konsumiert und kann darum kein islamischer Terrorist sein, weil er nicht gläubig war, erscheint weltfremd. Denn gerade diese können sich dadurch in ihren Augen die vielleicht einzige Chance erbomben.
Immer wieder wird auch argumentiert, dass die Radikalen meist keine Ahnung vom Islam haben. Kommt diese Behauptung von Nichtmuslimen finde ich sie arrogant und überheblich. Ich behaupte, die Meisten, die solche Dinge sagen, haben weder das sahih muslim noch das sahih bucchari gelesen und nur ein kleiner Teil den Koran. Ihre Auseinandersetzung mit dem Islam beläuft sich in er Regel auf die Lektüre von Interview, Stellungsnahmen und Gesprächen.
Davon aber an anderer Stelle mehr.

Was wir nun brauchen ist eine Rückkehr der neutralen Berichterstattung. Nur so kann sich die Bevölkerung ein eigenes Bild erstellen. Wer darauf beharrt, dass die Wahrheit in einem neuen 1938 endet, der hat entweder ein sehr deutliches und unterdrücktes Bild der Wirklichkeit oder absolut kein Vertrauen in die Deutschen - und nur nicht in diese, somit ein rassistisches Motiv.
Ich vertraue darauf, dass neutrale Berichterstattung die Meinung negativ beeinflußen würde - daraus aber Politiker und Organisationen gezwungen würden endlich einen wirklich ehrlichen und offenen Diskurs anzugehen, der am Ende produktiv sein würde. Weder würden alle Probleme verschwinden oder der Terrorismus ganz beendet, aber man würde beides reduzieren, statt es zu verstärken, wie es momentan der Fall ist.


Vielen Dank an die Leser, die bis hierhin durchgehalten haben.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Mit dem Terror leben

Eine Phrase, oder besser, einige Varianten, dominieren die "Expertenmeinungen". Man dürfe sich dem Terror nicht unterwerfen.
Dem stimme ich restlos zu - aber scheinbar verstehe ich den Satz völlig anders.
Die Terroristen versuchten, unseren Alltag zu zerstören. Uns von unserer Lebensgestaltung abzubringen. Das dürften wir nicht zulassen. Wir sollten weitermachen, wie bisher, um es ihnen richtig zu zeigen.

Wer wirkliche Abneigung gegen Schimpfworte pflegt, überspringt bitte den folgenden Satz.
So eine gequirrlte, hirnlose, verkopfte, lebensfremd-gepamperte Scheisse zu verbreiten grenzt an fahrlässige Tötung.

So, mir gehts besser - ich habe das heute mehrfach laut vor mich hingeflucht. Meine nächste Beichte wird etwas länger...

Im ernst: die Absicht der Terroristen ist erstmal: zu töten und verletzen. So viele und so grausam und so medienwirksam wie möglich. Darauf folgt die Absicht, mit diesen Akten zum einen ihrem Auftrag zu wollen - den Kampf zu den Ungläubigen zu bringen, in das "Haus des Krieges", das "dar al-Harb".
Zum anderen aber auch zu signalisieren: wir haben die Macht. Wir können euch töten und wir werden euch töten. Wer nicht dem relativierenden, verfälschenden Unsinn in Radio und TV lauscht, nicht die Meinungsjournalisten in den Zeitungen liest sondern sich die Botschaften anhört, welche die Terroristen selbst versenden, der weiß, um was es ihnen geht. Ein klares Ziel. die Ausdehnung des Kalifats, die Bekehrung aller die sich bekehren lassen zum Islam, die Herrschaft der Scharia und der Tod aller, die sich nicht bekehren lassen.
Es ist völliger Schwachsinn zu behaupten, den Terroristen ginge es darum, dass Kevin Sorglos nicht mehr ins Bataclan nach Paris fährt oder der 14. Juli nicht mehr gefeiert würde. Natürlich will man diese Dinge auch loswerden, aber über die Herrschaft und nicht über den Terror. Der ist Teil asymetrischer Kriegsführung - in ihren Augen.

Bei uns wird betont, dass es keine absolute Sicherheit geben kann, man sich aber bemühe. Wie dies dann endet, zeigten uns prompt die Terroristen. Aus Angst, ein Stadion könnte, wie seinerzeit die Olympiade in München, live vor den Kameras zum Schauplatz eines Anschlages werden, wie im November in Paris geplant und in Deutschland vermutlich knapp verhindert, wurde ein riesiges Sicherheitsaufgebot aufgefahren.
In Nizza und den meisten anderen Städten wurde wenige Tage nach Ende der Veranstaltung dann der Nationalfeiertag begangen und die Sicherheitsvorkehrungen waren bestenfalls makulatur. Mit dem bekannten tödlichen Ausgang.
Die Polizei fordert mehr Beamte, die Innenminiserien schaffen Sonderheiten und Abteilungen. Und trotzdem kann es keine absolute Sicherheit geben. Die letzten Jahre haben das gezeigt. Wir verdrängen und vergessen um uns nicht klar zu machen, wie oft es schon geknallt hat.
Die Gewerkschaften betonen, dass man die Beamten nicht rund um die Uhr verheizen kann, die Innenrevisionen haben diverse Male bereits Radikale in den eigenen Reihen entlarvt.
Die Völkerwanderung hat nun doch manchen Terroristen ins Land gebracht, obwohl stets behauptet wurde, dem sei nicht.

In meinen Augen würde "wir ergeben uns nicht" bedeuten, wir lernen uns zu wehren. Wir fokussieren uns auf unsere Werte und Errungenschaften. Und fokussieren bedeutet, wir sehen es und wir verteidigen es. Sowohl gegen Angriffe als auch gegen Missbrauch. Bestes Beispiel wäre unser Asylwesen. Unsere Errungenschaft war hier das Menschenrecht, ausgeübt am Individuum. Jeder wurde als solches begrüßt, aufgenommen und überprüft. In einem stetigen Prozeß dieses Verfahren zu verbessern, menschenwürdiger zu machen. 2015 haben wir dies aufgegeben und ein Pauschalurteil verhängt. Turnhallenweise wurden echte Flüchtlinge mit Menschen zusammen gepfercht, die sich nur bessere Lebensumstände wünschen, viele davon am besten ohne Arbeit und auf Kosten anderer. Und zusammen mit "Flüchtlingen", denen der IS zwar zu Radikal war - aber nur, weil er auch sie aus irgendwelchen Kleinigkeiten aufs Korn nahm. Sonst teilen sie viele der Ansichten und leben sie auch aus. Mit Kinderschändern und Menschen die glauben, das man Mädchen nicht früh genug an einen Mann vermitteln kann.

Wehren, dass hieße für mich, die Bevölkerung vorzubereiten. Wie in Israel, wo der Terror zum Leben gehört und Beschützer nie viel weiter als einige dutzend Meter weg zu sein scheinen. Wo sich Menschen verteidigen dürfen und von klein auf beigebracht bekommen, wie man sich verhält. Bei einer Explosion, bei einem Alarm, bei einer Attacke. Ob Israel oder die USA, die Bürger haben das Recht sich zu wehren und üben dies auch aus. Jene, die es tun, stehen besser da, egal wie sehr an den Statistiken rumgefälscht und -interpretiert wird.
Ein bestimmter Teil unserer Politiker gerät in Panik und schwadroniert von Selbstjustiz, wenn die Bürger den letzten Strohhalm der Selbstverteidigung ergreifen und sich den "kleinen Waffenschein" geben lassen, um Schreckschusswaffen und Sprühgeräte mit sich führen zu dürfen, die einen Taschendieb abschrecken, aber gegen Terroristen und Bandenterror völlig nutzlos sind.

Mit dem Terror leben lernen, dass heisst Selbstverteidigung, Vorbereitung, Schutzmaßnahmen und Ausbildung. Wir werden wieder mehr Retter brauchen, die bei einem Anschlag den Verletzten helfen können. Wir werden Menschen brauchen, die ihre Ortskenntnis nutzen, um Fliehenden zu helfen.
Die Menschen müssen wieder lernen, ihre Umgebung im Auge zu behalten und Auffälligkeiten zu registrieren und ruhig melden zu können, ohne Panik auszulösen oder selbst zu erliegen.
Der Täter vom Frankfurter Flugplatz wurde von den unbewaffneten Soldaten überwältigt. Der Thalys-Terrorist wurde von urlaubenden amerikanischen GIs und einem mutigen Helfer zu Boden gebracht und entwaffnet. Der Täter von Nizza wurde von einem mutigen Mopedfahrer zum Anhalten gebracht. Der Kopenhagener Täter wurde von einem Sicherheitsmann in seinem tun behindert, als dieser die Menschen rettete und dafür sein Leben opferte.

In Texas waren es private, schwer bewaffnete Sicherheitsleute, die eine volle Wagenladung Islamisten stoppten.
Der Würzburger Täter traf durch einen für ihn unglücklichen Zufall auf ein SEK, die Täter von Paris mordeten bis nach Stunden die Polizei stürmte. Der entkommene Täter musste von einem Einsatzkommando Wochen später aus den Reihen seiner Sympathisanten abgeholt werden.

Den Bürgern zu vertrauen, wie man es mit den Völkerwanderern wagt, und ihnen die Verantwortung für ihr Leben zu lassen wäre ein Anfang. Das die Staaten versagt haben, das ist kaum noch zu leugnen. Nicht angenommene Notrufe, lange Anfahrtszeiten der Polizei, Kostenübertragung bei "Fehlalarmen" selbst anderer, Überalterung, Überarbeitung, Überlastung, Unfähigkeit, mangelnde Vorbereitung und Planung usw. usf .... diese Polizei kann nur noch aufnehmen, aber nicht mehr schützen, was ohnehin immer schon die schwierigste Aufgabe war.
Wir müssen unser Leben ändern. Denn es wird nicht aufhören. Egal wie oft die Presse mitteilt, der IS liege am Boden, er tut es nicht. Er ist in Nigeria, in Libyen, Yemen, Somalia, Irak und Syrien aktiv und sehr lebendig. Seine Attentäter verüben einen Anschlag nach dem nächsten. Charlie Hebdo, der jüdische Supermarkt, Thalys, die ermordete junge Tänzerin, der Novemberanschlag, das vor den Augen des Kindes abgeschlachtete Polizistenpaar, der Flughafenanschlag, Kopenhagen, Würzburg, der Angriff eines jungen Mädchens mit einem Messer auf einen Polizisten, Nizza usw. usf. Und das sind nur die letzten einer langen Reihe.
Muß das öffentliche Leben erliegen? Darf es das? Beide Male: Nein. Aber die Sorglosigkeit ist vorbei. Man kann seine Kinder nicht mehr Abends allein vom Konzert nach Hause laufen lassen (Godesberg als ein Beispiel von vielen). Jedem wildfremden die Tür aufzumachen empfiehlt sich nicht. Schon lange warnen sogar die Ersthelferkurse davor, allein auf dunkler Strasse anzuhalten. Vor allem als Frau.
Die wenigsten Menschen sind in der Lage extreme Situationen heute noch einzuschätzen. Im Bataclan legten sich die Opfer zum größten Teil auf den Boden, ergaben sich den Terroristen. Mit den bekannten Folgen.
Das ist keine Erpressung der Terroristen, es geht nicht um Geld, Freilassungen oder Politik. Sie wollen unser Leben. Alles aufgeben müssen wir nicht - aber ein wenig ändern müssten wir schon. Damit wenigstens mehr von uns und unseren Kindern eine Chance erhalten, die großartigen Errungenschaften wie Meinungsfreiheit, freie Religionswahl, freie Partnerwahl und körperliche Selbstbestimmung zu erleben und nicht in Zuständen wach zu werden, wie sie in den meisten der ca. 55 islamischen Staaten herrschen.

Donnerstag, 23. Juni 2016

Motive des Täters von Orlando

Quelle: bearing arms
Was wurde nicht behauptet und entschuldigt, nachdem die ersten Einzelheiten über den Täter vom Massaker im Schwulenclub von Orlando bekannt wurden. Er sei dort über Wochen gesehen worden und äußerte sich im privaten Umfeld immer wieder abfällig über Homosexuelle. Er musste darum ein verkappter sein, der im Selbsthass ausrastete. Schuld ist also die Gesellschaft.
Geisteskrank sei er gewesen, und nicht zurechnungsfähig.
Die evangelikale Gesellschaft der USA habe ihn durch ihre Homophobie bestärkt.
Die Strukturen hinter dem Anschlag seien von der katholischen Kirche zu verantworten (Kommentator hier in meinem Blog).

Auch die Polizei von Orlando wirkte bei diesem Possespiel mit, bei dem der Präsident zuerst mal gar nicht von Terrorismus sprechen wollte, "bis man genaueres wisse", und vor Verallgemeinerung und Panikmache warnte (s. Satire).
Das gleiche Spiel haben Präsident und Polizei bereits beim Anschlag in Kalifornien gegeben. Währenddessen war diese Haltung beim Massaker in Colorado Springs nicht mehr zu finden.
Im Gegenteil. Kurz nach den Anschlägen von Paris im November stellte sich Obama in eben dieser Stadt vor die Kameras und behauptete im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen vor einer Planned Parenthood-Einrichtung, solche Verbrechen könne es nur in den USA geben.

Die Polizei gab bekannt, der Täter sei zwar Muslim gewesen, aber nicht auf der FBI-Liste der Radikalen bzw. Terrorverdächtigen. Nur um dann bekannt geben zu müssen, dass Omar Mateen bis 2014 eben doch auf dieser Liste stand und obwohl er wiederholt radikale Ansichten von sich gegeben hatte und wiederholt in der Öffentlichkeit davon sprach "als Märtyrer zu sterben" als "nicht gefährlich" eingestuft wurde.
Und nun hat die Polizei eine Mitschrift der Anrufe veröffentlicht, die der Täter kurz vor oder während seines Massakers tätigte. Sein erster Anruf bei der Polizei kurz vor Beginn der Tat bestand lediglich aus religiösen Floskeln und dem Bekenntnis zum IS und seinem Anführer.

Würden die Analytiker nicht alles in einer bestimmten Weise auslegen wollen, stünde ihr Urteil nicht bereits vorher fest, so würden die durch Erfahrung und wissenschaftlichen Prinzipien erarbeiten Ermittlungsschritte greifen. Ein Mensch, der einen Anschlag plant und sich über Wochen immer wieder an dem Anschlagsort aufgehalten hat wird dann normalerweise nicht als "verkappter Interessierter" oder "gesellschaftlich Gezwungener" gewertet, sondern als jemand, der seinen Plan mit der ausführlichen Inspektion des späteren Tatorts einläutet. Ortskenntnis ist stets von Vorteil. Nicht nur für Touristen auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit und Einheimische, um Schleichwege zur Zeitersparnis nutzen zu können, sondern auch für Attentäter, Soldaten und Polizisten. Das gilt für Strassenbilder wie für Gebäude.
Das der Anschlag von Orlando so effektiv war, obwohl nur ein einzelner Schütze über viele Stunden an einem einzigen Standort aktiv war, liegt weder an der gewählten Waffe (von der die Medien massenhaft Unwissenheit demonstrieren oder bewusst Lügen und die populärste aber eben nicht involvierte Waffe zur Tatwaffe erklären) noch an den Fähigkeiten des Schützen. Ich erinnere an Breiviks Anschlag im Jahr 2011. Auch dieser wählte einen Ort, dessen Gegebenheiten er vorher auskundschaftete. So verhinderte er Fluchtmöglichkeiten und fand seine Opfer wie auf dem Präsentierteller.
Omar Mateen hat nichts anderes unternommen. Er wusste, wohin die Gäste einzig fliehen konnten, wo er seine ersten Schüsse abgeben musste um den Blutzoll am schnellsten in die Höhe zu treiben. Er wusste, wohin er sich zurückziehen konnte um nicht von Scharfschützen oder anderen Polizisten erwischt zu werden. Er scheint sogar über die Reaktionszeit der Polizei informiert gewesen zu sein und hatte eine Strategie deren Zugriff zu verzögern.
Anders, als die üblichen "shootings" in den USA, in denen die Täter zwar die Tat an sich planen, aber i.d.R. den Details glücklicherweise wenig Beachtung schenken, handelt es sich hier um ein funktionierendes und leider sehr effizientes Vorgehen.
Das dies nicht beachtet sondern lieber über "gesellschaftliche Normen" und "Homophobie in der westlichen Gesellschaft" oder eben "warum der Islam nichts damit zu tun hat" diskutiert wird, ist verrückt und gefährlich. Sich selbst zu belügen um ein Weltbild, ein Feindbild und das Bild eines "underdogs" aufrecht zu erhalten läuft darauf hinaus, das Problem nicht zu lösen sondern zu verschlimmern.

Und natürlich gibt es trotzdem, entgegen dem Geständnis und der Erfahrung auch die Möglichkeit, dass der Mann sich immer wieder in diesem Club aufhielt, weil er selbst bi- oder homosexuell war, wie ein angeblicher Liebhaber derzeit behauptet. Niemand, aber absolut niemand würde darüber Homosexuelle verallgemeinern oder in die Verantwortung nehmen.
Weil Mateen Muslim war und sich zum IS bekannte, auf diesem selbst offenbarten Motiv des Täters also, haben mehrere "right wingers" in den USA, allen voran Trump, moniert, man hätte auf sie hören sollen was ihre Pläne zum Kampf gegen den islamischen Terror angeht. Dies wird ihnen angekreidet. Von Hetze, Pauschalisierung und Schlimmerem ist die Rede.

Andersherum aggiert aber die LGBT-Bewegung jetzt genau so. Dutzende von Gruppen und Organisationen haben nunmehr der NRA, der "National Rifle Association" den Kampf erklärt.
Egal, was nun der Grund war, dass der Mörder zur Waffe griff, ob die Lehren des Islam oder seine Sexualität, es wird ein Verein verantwortlich gemacht, der absolut nichts mit diesem Schicksal zu tun hatte.

Hier eine Pauschalisierung von mir: nicht einer dieser Menschen nutzt sein Hirn zum nachdenken darüber, was an jenem Abend passiert wäre, wenn ein bewaffneter Sicherheitsmann oder sog. "concealed carrier", also mit Erlaubnis eine Schusswaffe verdeckt mit sich Führende im club gewesen wären. Omar wäre gestoppt worden.
Dutzende von Beispielen aus den USA, Europa, dem Orient, Asien und Afrika belegen: Waffenverbote haben Massenmörder und Serienkiller noch nie daran gehindert zu morden...

Hier haben sich Feindbilder eines innergesellschaftlichen Kampfes mit political correctness vermengt und versperren die Sicht auf Probleme und die Wege zu Lösungen.

Donnerstag, 14. Januar 2016

Die militärische Großmacht Türkei schlägt zu

Als ich die Schlagzeilen las, dachte ich ein wenig an Nordkorea. 500 Stellungen des IS will die türkische Armee als Rache für den Bombenanschlag vor der Hagia Sophia angegriffen haben und dabei über 200 Kämpfer des IS getötet.
Neben der erstaunlichen Tatsache, dass von den geschätzten 20 - 30 000 Kämpfern nach den Erfolgsmeldungen aus dem Irak, Russland der Türkei, Syrien und von Seiten der Rebellen eigentlich kaum noch jemand leben dürfte, klingt das in jeder Beziehung gewaltig.

Die Türkei hielt sich in den letzten Jahren erstaunlich zurück- es tauchten vielmehr immer wieder Hin- und Beweise auf, dass Geschäfte getätigt wurden. So wurde u.a. Erdogans Sohn abgelichtet, wie er mit einigen Anführern des IS sprach und sympathisierte (so nennt man es wohl, wenn man sich lachend und schulterklopfend bei einem gemütlichen Tee in kleiner Runde trifft, ohne einen diplomatischen Auftrag vorweisen zu können).
Als Zivilisten direkt vor der Grenze von IS Truppen angehalten und zurück gezwungen wurden griff die Türkei nicht ein.
Als eine Grenzstadt, vor allem von Kurden bewohnt, belagert wurde, musste zäh verhandelt werden, bis kurdische Verstärkungen durch die Türkei durften.
Als die Amerikaner Luftangriffe begannen, mussten sie erstmal zäh mit der Türkei verhandeln und einiges an Geld auf den Tisch legen.
Vor kurzem marschierte die Türkei in den Irak ein - auf kurdisch-assyrischen Boden. Den IS ignorierten sie.
Als eine kurdische Demonstration auf türkischem Boden angeblich durch IS Attentäter in ein Blutbad verwandelt wurde, unternahm die Türkei keinen Angriff oder Racheakt.
Und nun hat ein Selbstmordattentäter vorwiegend Touristen getötet - und die Türkei lässt offensichtlich eine Offensive los, wie es sie seit Korea oder der Ted-Offensive nicht mehr gegeben hat. In Rekordzeit wurden offensichtlich ganze Divisionen in Stellung gebracht, ein Plan ausgearbeitet und losgelegt.

Das meldet jedenfalls die türkische Regierung.
Also Erdogan. Derjenige, der behauptete, Christoph Kolumbus hätte in seinem Logbuch vermerkt, dass er eine Moschee in der Karibik vorfand, als er "Amerika entdeckte"...
Es bleibt spannend, was Assad, Russland und der Irak melden werden.

Montag, 7. Dezember 2015

Obamas Ansprache an die Nation über Terrorismus

Gestern hielt Obama seine dritte Ansprache aus dem "Oval Office", seinem Büro. Diese Ansprachen werden, im Gegensatz zu den regelmäßigen Ansprachen vom Presseraum oder dem Außenbereich des Weißen Hauses, im Falle von besondere Ereignissen oder Bedrohungen gehalten.
Nun hat Obama also aufgrund des Anschlages vom Mittwoch in Californien es für nötig erachtet, eine solche Rede zu halten.
Ich fand sie unerträglich. Verlogen, selbstgerecht und mit einer deutlichen eigenen Agenda, die Fakten einfach ignorierte.

Daher möchte ich sie hier Stück für Stück auseinander nehmen.
Zu Beginn der Rede betont der Präsident in einer außergewöhnlichen Ausführlichkeit, dass unter den Opfern des Anschlages Mitglieder aller Hautfarben seien, ebenso wie Migranten und US Geborene. Warum er dies so umfassend formuliert, dürfte klar sein. Einigkeit erzeugen, jeden Ansprechen. Aber natürlich auch, angesichts seiner Politik gegenüber den illegalen Einwanderern und dieser derzeit in den USA heiß diskutierten Thematik, um hier unterschwellig das "Einwanderer wie du und ich" zu betonen.
Umso erstaunlicher ist es, dass er nicht davon spricht, wen dieser Anschlag auch betrifft. Das getroffene Center kümmert sich um Entwicklungsgestörte, also um Menschen die bspw. unter Autismus leiden. Der Begriff "disabled", also "behindert" fehlt. Da es auch um die Schießerei rund um eine Abtreibungsklinik geht und Obama sich für das Recht auf Abtreibung auch von behinderten Kindern einsetzt (wenn auch nicht ausdrücklich sondern nur im Rahmen des "Selbstbestimmungsrechtes der Frau") könnte man hier Kalkulation vermuten. Dabei haben die vom Center betreuten Menschen Ansprechpartner, wichtige Helfer und Vertraute, vielleicht sogar Freunde verloren, tagelang mussten sie ohne die Hilfe des Centers auskommen, da dieses u.a. aus Sicherheitsgründen geschlossen blieben.

Was dann aber bereits kommt, verkauft den Bürger für dumm. "How to keep our country safe" - "wie halten wir unser Land sicher". Unter Barak Obama gab es eine Reihe von erfolgreichen wie erfolglosen Terroranschlägen in den USA.
Hier mal die bekannt gewordenen und eindeutig anerkannten erfolgreichen Anschläge 

Fort Hood (2009, 13 Tote, 31 Verletzte)


Waltham (2011, am 10 Jahrestag schneiden muslimische Terroristen 3 jüdischen Amerikanern die Kehle durch)
Buena Vista (2013, 2 Tote, Kopten die enthauptet wurden)
Boston (2013 4 Tote, 265 Verletzte)
West Orange (2014, 1 Toter)
Moore (2014 1 Tote, enthaupet, 1 Verletzte)
Chattanooga (2015, 5 Tote, 2 Verletzte)
San Bernardino (2015, 14 Tote, 17 Verletzte)


Seit dem 11.9. gab es rund 30 anerkannte Anschläge und Anschlagsversuche in den USA, kritische Stimmen sprechen von bis zu 50. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Ehrenmorden, Familiendramen, Geisteskrankheit usw. mitunter. Fakt bleibt: es sind viele. Und jeder Ermordete, jeder Verletzte und jeder traumatisierte Mensch kann bezeugen, dass es keine absolute Sicherheit gab, kein "sicheres USA".
Von der Frage aber geht Obama direkt in die Offensive. Er betont, dass der Angriff durch einen Mitarbeiter der Organisation und seine Frau ausgeführt wurden, und bislang kein Hinweis auf einen Befehl oder eine Planung von außen gefunden wurden oder teil einer inländischen Planung gewesen wären.
Sie hätten sich zwar radikalisiert, folgten dabei einer "pervertierten Auslegung des Islam welche nach Krieg gegen Amerika und den Westen ruft". Sie hätten "Angriffswaffen und Munition und Rohrbomben gehortet".
Dieser Absatz seiner Rede unterschlägt wieder Informationen. So die Tatsache, dass vor "Lone Wolfs", vor selbstständig aggierenden Terroristen seit Jahren gewarnt wird, in Europa wie den USA. Diese Form des Terrorismus bleibt Terrorismus und wird in nicht-islamischen Zusammenhängen auch nicht als solches in Frage gestellt.
Anschließend stellt er zwar fest, dass es sich doch um einen Terroranschlag handelte, nur um dann darauf zu verweisen, wie "erfolgreich" man nach 9/11 die "Grenzen gesichert" hätte und zahllose Pläne vereitelte. Nicht nur in den USA sondern auch "Übersee", also in Europa, dem Orient und Asien. Und dann kommt der Moment, man achte auf sein Gesicht, das ein kleines Lächeln umspielt, als bei den Erfolgen des Militärs in der Zerstörung "sicherer Häfen" und "Nestern" der Terroristen auch die Erschießung von Osama bin Laden aufzählt - etwas, dass er sich selbst gerne auf die Fahne schreibt.
Von hier leitet er über auf seine eigentliche Agenda - und wem hier nicht die Galle hochkommt, den kann ich nicht verstehen. Mit dem Tod bin Ladens verbindet er den Tod mehrer weiterer AlQuaida Führer und behauptet, aufgrund der aufgezählten Erfolge, vor allem der eigenen Grenzsicherung seien die Terroristen (er vermeidet Islamist als Begriff) dazu übergangen das zu tun, "was in unserem Land viel zu normal ist". Erst jetzt kommen einige der Vorfälle, die ich oben aufzählte. Vorfälle, die dem von Mittwoch ähnelten - als "mass shootings" von Obama in seiner Rede mal eben als etwas verortet wurden, dass auch ohne Islamisten in den USA üblich wäre.
Mal eben vergisst er die Bomben von Boston und verallgemeinert im gleichen Satz, in welchem er die "Terroristen" differenziert.
Kurz wird noch dem Internet die Schuld an innländischer Radikalisierung zugeschoben - denn Imame und Prediger können es ja nicht sein, bevor man sich dann wieder selbst feiert. Seit seinem ersten Arbeitstag habe er gezielte "Neutralisierungen" angeordnet. Und er stellt sich neben die Opfer. Er erkenne sich und seine Familie in den Opfern wieder, habe selbst solche Weihnachtsfeiern besucht und sieht in den Gesichtern der Toten von Paris seine Töchter.
Hier mag ihm glauben, wer will, ich nicht. Ich habe Angst um meine Familie, male mir ständig vom alltäglichen Unfall bis zum Terrorangriff aus, was ihnen passieren könnte - und glaube trotzdem nicht eine Sekunde, dass ich den Horror nachempfinden kann, den eine junge Frau empfindet, die verzweifelt versucht aus einer Menge von Zuhörern zu fliehen, während man auf sie schießt - und schon gar nicht den von Menschen, die versuchen sich zu verstecken, auf Rettung hoffen und am Ende hingerichtet werden. Wer sowas nicht selbst erlebt hat, der sollte nicht behaupten, er könne genau nachempfinden, wie es ihnen geht.

Und nach diesem "schaut her" Gerede präsentiert er sich als Wunderheiler. Auf die selbstgestellte Frage, wie man den Terror überwinden, los werden könnte antwortet er:
"Nun, hier ist, was ich Sie wissen lassen will. Die Bedrohung durch Terrorismus ist real. Aber wir werden es überstehen. Wir werden ISIL (>>gemeint ist der IS, der vormals die Bezeichnung Islamic State in Levante trug<<Anm. Theodred) zerstören und jede andere Organisation die droht uns zu verletzen." Die Lösung sei es," stark und schlau zu sein, robust und unerbittlich".
Dann kommt sein Plan ("and here is how"). Der im Grunde derselbe ist, wie bisher.  Luftangriffe sowie Training und Ausrüstung von Syrern und Irakern im Kampf gegen den IS. Kein Wort verliert Obama darüber, dass vor einem Monat eine Anhörung stattfand, in der herauskam, dass die wenigen Syrer (54), die bislang trainiert und ausgerüstet wurden in ihrem vor allen gegen Assad gerichteten Kampf in einen Hinterhalt gerieten, sich ergaben und die Ausrüstung an den IS fiel. Nunmehr kämpfen, so der betreffende General, nur mehr vier oder fünf der trainierten Syrer. Das Programm hat hunderte Millionen verschlungen.
Es folgt die lächerliche Behauptung, man würde seit den Attacken erfolgreich mit Franzosen u.a. zusammenarbeiten, um die Pläne des IS zu zerschlagen - lächerlich angesichts der vergangenen Ereignisse. Die Türkei sei der Partner, der die Grenze zu Syrien versiegele - etwas das nachweislich nicht der Fall war und ist. Im Gegenteil, der Waffen- und Ölschmuggel floriert, Rekruten der Terroristen passieren ungehindert die Grenze, nur auf politisches Drängen vereinzelt aufgehalten. Und nur Milliarden Gelder aus Europa, nicht von den USA, sowie weitere EU Aufnahmeverhandlungen trotz massiver Menschenrechtsverletzungen, bewegen die Türkei die Flüchtlinge nicht weiter durchzuwinken., zwischen denen sich IS Mitglieder verbergen können.

Er betont, dass Länder mit muslimischer Mehrheit und muslimische Gemeinden in den USA zusammenarbeiten würden.
Der vierte Punkt sei es, einen Waffenstillstand in Syrien zu erarbeiten, den Krieg zu beenden. Das dürfte den Rebellen gar nicht gefallen.
Nach diesem hoch effektiven und absolut neuen Plan den IS zu besiegen (und keinem Wort über AlQuaida, AlNusra, Islamiya und die vielen, vielen anderen, von Syrien nicht anbhängigen Terrororganisationen) erklärt Obama, was "der Kongreß tun sollte" um die "Herausforderung hier zu Hause" anzunehmen. Und natürlich heißt das Wundermittel: gun control. Waffengesetze.
So solle niemand auf den "No Fly" Listen eine Waffe kaufen dürfen - nur das die No-Fly Listen seit vielen Jahren unter Beschuss stehen, weil zehntausende Menschen darauf stehen, die völlig verdachtsfrei sind. So tauchten bereits Namen von zweijährigen Mädchen auf, ebenso wie 90jährige Rentner im Rollstuhl.
Weder die Boston Bomber, der Attentäter von Fort Hood oder die aktuellen St. Bernardino Mörder haben dabei auf legale Waffen gesetzt.
Es folgt die absolut gleiche Begründung, wie hier in Europa. Man müsse es den Terroristen schwerer machen, zu töten. Nochmal: die Waffen der Täter wie auch die Bomben sind in den USA ebenso verboten wie die der Terroristen hier in Europa. Die Gesetze haben es offensichtlich kein Stück schwerer gemacht. Sich dabei rotzfrech hinzustellen und zu behaupten, mehr Menschen Dinge zu verbieten, die nicht im Zusammenhang stehen oder dessen vorhergehende Verbote bereits nicht halfen würde dann diejenigen stoppen, die Geheimdienste und Polizei nicht identifizieren konnte ist pure Idiotie oder der Versuch, das Volk zu belügen.
Letzteres ist der Fall. Denn dann kommt als Lösung erst, die Erschwerung von Einreise und Aufenthalt ohne Visum (was die Ehefrau von Farook besaß....) und schlußendlich schiebt er den schwarzen Peter an den Kongreß (sie ahnen es, momentan durch die Republikaner dominiert), denen er vorwirft, sie hätten militärische Maßnahme nicht abgesegnet, obwohl er selbst die Nation im Krieg mit dem IS sähe.
Hier verschweigt er, dass er mehrfach öffentlich versprach "no US boots on syrian ground", also keine Bodentruppen in Syrien einzusetzen und erst vor wenigen Tagen das Budget des Militärs für das kommende Jahr freigab, welches er ca. 1 Monat zurückhielt. Geld und Zeit, die das Militär braucht, um jenen "Krieg" zu planen und zu führen.
Er selbst habe ja bereits vor einem Jahr tausende von Luftschlägen befohlen - warum diese Strategie bislang absolut nichts bewirkte und der IS weiter vorrückte, dazu sagt er nichts, die Bringschuld liege nun beim Kongreß. Lediglich die vormalige Irak-Strategie, die kritisiert er. Als Gegensatz zu seinem Vorgehen, welches einen "stabilieren Frieden" etablieren soll.


Es folgt der bekannte Sermon der Entschuldigungsphrasen, warum der IS nicht für den Islam steht und wie toll die muslimische Community integriert sei, gegen alles an Terror und Morden stehe. Darum sei der Kampf aller Amerikaner gegen Diskriminierung zu richten. Er betont, das muslimische Amerikaner in den Streitkräften mit ihrem Leben für den Staat einstehen.
Von den geschätzt rund 3,3 Millionen Muslimen mit amerikanischer Bürgerschaft dienen 3500 in den Streitkräften.


Kurzum: eine Rede der eigenen Agende, der ausgelassenen Information, der Lüge und der Selbstbeweihräucherung. Vielleicht spricht aus mir der frustrierte und enttäuschte ehemalige Obama-Begeisterte, der 2008 wirklich hoffte, dass da ein Mann mit Visionen und Plänen antritt, die Probleme zu beheben - und zu erleben wie ein überheblicher Nichtskönner die Krisen dieser Welt verschlimmerte und rein gar nichts löste.
Aber vielleicht ist es auch einfach nur die Reaktion auf das, was Obama da auf den Bildschirm bringen ließ.



Dienstag, 24. November 2015

Apologeten - wenn Ideologen und Idealisten bewerten

Wäre es nicht die Realität, es wäre urkomisch. Die Phrasen, die dieser Tage von sogenannten Experten und wirklichen Fachleuten gedroschen werden. Das ZDF etwa lässt seine Kindernachrichten erklären, dass der Kolonialismus Frankreichs schuld sei an der Radikalisierung und den Anschlägen. N 24 schreibt gleich die Gesamtschuld unserer Gesellschaft zu.
Warum kommen so viele junge Dschihadisten aus Belgien? Perspektivlosigkeit und Alltags-Rassismus treiben junge Männer in die Arme der Extremisten. Doch es gibt noch einen weiteren, belgischen Grund.
Im vorherigen Bericht wird noch durch den belgischen Innenminister erklärt, dass Belgien soviele radikale Muslime produziere, weil der Konflikt zwischen Flamen und Wallonen zu viele Sicherheitskräfte beschäftige und damit binde.

Wer jetzt glaubt, das sei schon unfassbarer Unsinn, der hat das Beste noch vor sich.
Die ZEIT berichtet, dass eine "Willkommenskultur" die beste Waffe gegen Extremismus sei," und schreibt vom IS nur noch als "sogenannter IS", entsprechend der Forderung einer muslimischer Funktionäre und Politiker in Deutschland.
Pax Christi hingegen will verhandeln und sieht in der mangelnden Kommunikationsbereitschaft mit dem IS das Problem - auch wenn sie nicht so recht verstehen, warum der keine politischen Forderungen stellt.
Der Präsident des deutschen Reiseverbandes rät unterdessen, "Vorurteile abzubauen" und den Terror dadurch sozusagen klein halten, dass man als Tourist der in die islamischen Länder reist den Menschen Arbeit gibt - auch wenn man dadurch dann eben sozusagen für die bereits existierenden Terroristen wie in Tunesien zur Zielscheibe wird.
Und während ein konservativer Journalist, der ein Smiley an der falschen Stelle setzt seinen Job wegen Verhöhnung der Opfer und Verallgemeinerung der Flüchtlinge verliert argumentiert der BUND (ja, der Naturschutzverein), dass man nun die Klimaschutzvereinbarungen verschärfen und überhaupt durchsetzen solle - so könne man Frieden schaffen.

Und natürlich erklingt auch das Lied vom "der IS hat nichts mit dem Islam zu tun", eine Coverversion des "Islamismus hat nichts mit dem Islam zu tun". Dieses Thema wurde schon öfter besprochen, darum nur an der Stelle: Herr Mazyek - Sie sind ein Apologet und ein Opferbeschuldiger aller erster Güte. Treten Sie zurück, dann hat Ihr Verband die Chance einen fähigen Menschen zu wählen, der nicht nur die Schuld auf andere schiebt, sondern Missstände angeht.
Sätze wie
Es sei schmerzhaft, dass Deutschland auch ein Exporteur von Terroristen sei. Dies zeuge von einem gesamtgesellschaftlichen Versagen, zumal diese Menschen auf deutsche Schulen gegangen seien und zum Teil aus nicht muslimischen Elternhäusern stamme, betonte Mazyek.
sollten jedes Mitglied des Verbandes vor Scham im Boden versinken lassen. Erst erklärt dieser Kerl, dass der Islam missbraucht und missverstanden würde, als Sündenbock hinhalte etc. und dann beschuldigt er Deutschland und dessen Schulsystem, an der Radikalisierung von Menschen schuld zu sein, die lediglich eines in ihrem Wahn verbindet: der Islam. Aber Hauptsache, "wir sinds nicht".
Da lobe ich mir solche Muslime, die nicht auf andere, sondern auch sich selbst zeigen, und bereit sind die Probleme anzugehen. Die nicht betonen, dass es eine Minderheit sei, die den IS gut findet oder gar unterstützt - denn es sind mindestens 60 Millionen Muslime weltweit. Und das ist nicht nichts. Das ist bedrohlich - und da sprechen wir noch nicht über die Aktiven bei der IS, Al Nusra, Taliban, Islamija, Boko Haram und wie sie alle heissen. Diese töten. Jeden Tag. 99,9% von ihnen kommen weder von deutschen noch von französischen Schulen. Und auch sie verbindet lediglich eines.

(Auf Herrn Mazyeks Unsinn und seine Anschuldigungen gab es eine gute Replik von Thilo Thielke. Der hat sich die angebliche "pseudo-religiöse" oder "quasi-religiöse" Begründung mal angesehen)


Aber zurück zur Entschuldigungsphilosophie. Am verbreitetsten ist die Meinung: die Armut und die Diskriminierung in den Vororten, im Alltag treibt die jungen Menschen zum Terror.
Ralf Ostner stellt in einem absolut lesenswerten, nein -notwendigen Beitrag die Fragen:
Warum machen das Millionen ausgegrenzte Jugendliche in den Ban Lieus und vergleichbaren Ghettos der Welt eben nicht? Warum greifen sie nicht zum Terrorismus und Islamismus? Warum bleibt diese Reaktion auf eine Minderheit beschränkt, die jedoch volle Medienaufmerksamkeit erheischt?
Die oben zitierten Entschuldigungen und Pseudo-Begründungen sind es, die mich sofort nach der Qualifikation der Betreffenden fragen lassen. Denn sie haben offensichtlich nicht eine Sekunde darauf verschwendet, sich die Liste der Attentäter der letzten 20 Jahre anzusehen. Das sind eben nicht nur entrechtete Minderheiten ohne Arbeit und Perspektive. Sogar ein sehr großer Teil davon waren Studenten oder Menschen mit einem abgeschlossenen Studium. Ingenieure, Ärzte, Dolmetscher mit Sprachstudium usw. usf. Die absolute Mehrheit tauchte völlig unauffällig in den Gesellschaften unter, und zwar nicht nur den Parallelgesellschaften. Flugscheine zu machen ist für unterdrückte Armutspopulationen nicht nur schwer umsetzbar sondern schlicht unmöglich.
Viele Konvertiten, die ihr Lebtag garantiert nicht einen Tag Alltagsrassismus durchleben mussten gehören, worauf Herr Mazyek ja so genüßlich verwies, zu den Tätern. Aus aller Welt. Die wenigsten davon aus Elendsfamilien, die zusehen mussten, wie Brot auf den Tisch kommt.
 Also stellt euch endlich der Realität.
Und hört mit Ausflüchten aus. "Jede Religion hat ihre dunklen Seiten" und "auch unter Christen gibt es Radikale" und "die christliche Geschichte ist voll von sowas, also leise treten".
Das ist nur eines: entschuldigender Blödsinn ohne das kleinste Anzeichen von Intelligenz, Recherche oder Mitgefühl für andere als Muslime.
Jede Religion hat ihre dunklen Seiten? Sicher - denn jede Religion wird durch Menschen gelebt. Aber die wenigsten Religionen geben Vernichtungsbefehle aus, die klar und deutlich und dazu im imperativ geschrieben sind.
Auch unter Christen gibt es Radikale? Oh ja. Jahrhundertelang ließen diese sich im extremsten Pazifismus abschlachten - erst im Römischen Reich und anschließend bspw. im "goldenen Andalusien", dem muslimisch eroberten Spanien, wo es eine zeitlang so viele offen bekennende Christen gab, dass die wachsende Zahl der Märtyrer (im Christentum, anders als im Islam, jene die für ihren Glauben sterben ohne dabei zu versuchen jemanden zu töten oder zu verletzen) die Kirche zu Besonnenheitsaufrufen zwang. Menschen wie Breivik oder die IRA als Kämpfer für den Glauben zu verkaufen - das gelingt nur solange, wie man sich deren Statements und Ziele vorenthält.
Die Kreuzritter werden dann gerne als Beispiel christlicher Geschichte und Extreme angeführt - nur um zu vergessen, dass die brutalen Schlächter der ersten Welle des ersten Kreuzzuges von verschiedenen Städten im Rheinland ausgewiesen wurden und ihre Opfer eigentlich garantierten Schutz genossen - sogar Bischöfe sich in den Weg der Mörder stellten. Und ohne ein Wort darüber zu verlieren, warum die Levante eigentlich nicht mehr christlich dominiert war, oder wie damals generell und von allen Seiten Krieg geführt wurde usw. usf.
Aber selbst wenn das alles stimmen würde: seit fast 20 Jahren sterben Tag für Tag Menschen unter den islamischen Schlachtrufen und werden die islamischen Schriften bemüht dies zu begründen. Und Jahr für Jahr wird es schlimmer und rückt mehr nach Europa.
Wenn nicht bald die ideologischen und rassistischen Denkschranken fallen um Kritik, Auf- und Überarbeitung zu ermöglichen, dann wird es auf die eine oder andere Weise zu spät sein. Noch können wir die modernen, die aufgeschlossenen und toleranten Muslime unterstützen und hoffen, dass ihre Interpretation dominieren kann. Wenn diese sich aber nicht mehr trauen, wie es in so vielen islamischen Ländern bereits der Fall ist, oder sofort gehetzt werden, dann endet diese Chance. Was folgt ist entweder ein langer, blutiger Konflikt oder eine religiöse Verfolgungswelle durch Europäer, die von Phrasen und Anschlägen genug haben. Beides sind Horrorvisionen.
Darum hört auf zu verteufeln was euch nicht gefällt oder eure Denkschemata stört.
Hört auf mit irgendwelchen aus sozialistischen und sozialpädagogischen Reflexen geschusterten Entschuldigungen alles schönreden zu wollen.
Hört auf die vermeintlichen wie realen dunklen Kapitel der europäischen Geschichte als Vergleich und Entschuldigung für aktuell laufende Massaker zu verwenden.
 Ihr zeigt Verständnis - aber nur in eine Richtung. Und das ist die falsche. Ihr wollt Frieden? Dann fangt in euren eigenen Ländern, in der eigenen Bevölkerung an. Wir nähern uns einem sozialen Unfrieden, wie wir ihn seit vielen, vielen Jahrzehnten nicht mehr hatten. Lasst das Land nicht so zerbrechen. Zeigt nicht auf den Hass anderer, bekämpft erstmal den eigenen.
Wer brüllend bei Trauerkundgebungen gegen Missbrauch vorgeht demonstriert seine Menschenfeindlichkeit, nicht seine Courage. Hört auf damit.
Fürchtet nicht, was passieren könnte, während ein Terroranschlag nach dem anderen Familien zerreißt. Beklagt nicht im Licht brennender Kirchen ungekärte Brände in Heimen.
Hört zu. Argumentiert. Achtet die Grundrechte nicht nur von Flüchtlingen, sondern auch von Mitbürgern anderer Meinung.

Und ich weiß, ich schreibe umsonst. Spartakisten und Stahlhelme haben keine Spur in den Köpfen unserer Generation hinterlassen. Leider.



Dienstag, 17. November 2015

Aus der Kategorie Wunschdenken für Blinde und Menschenverachter

Die Zeit hat einen Artikel unter dem Titel
Willkommenskultur ist der größte Feind des islamistischen Terrors
veröffentlicht. Selten habe ich so einen Unsinn gelesen, der einfach mal alle Geschehnisse und Motive zugunsten einer "alle Menschen sind im inneren lieb" Haltung ausblendet.

Franzosen, Europäer und Amerikaner sind dieses Jahr in ihrem Kampf gegen den Terrorismus keinen Schritt weitergekommen. Im Gegenteil. Das fängt schon bei den Sicherheitsbehörden und den Geheimdiensten an. Wie, um Himmels Willen, kann es nach Charlie Hebdo passieren, dass ein so komplexer, logistisch ausgefeilter, simultan an mehreren Orten verübter Anschlag mit Sprengstoffgürteln, Schnellfeuergewehren und Granaten nicht vorher aufgeflogen ist?  

Das wird dann später beantwortet mit:  
Denn das ist das einzige, was wir noch nicht ausprobiert haben: die Araber und Perser so zu behandeln, als seien sie Menschen wie Du und ich, wie Nachbarn. 

Und schließlich wird noch die Frage nach dem "warum" beantwortet:

In den letzten 100, 50, 20, zehn und zwei Jahren haben Europäer und Amerikaner den Mittleren Osten misshandelt, ausgebeutet und verachtet. Nie stand die Frage im Zentrum, was können wir tun, damit es den Menschen dort unten besser geht. Immer ging es zu allererst um die Frage, wie man Öl rausholt und Terrorismus nicht rauskommen lässt. 

Das ist dreist. Frankreich kann sich rühmen, seine Muslime eben genau so zu behandeln, wie den Rest der Bevölkerung, Schon weil der Anteil der Muslime an der Bevölkerung 2011 bei 7,5% lag. Zwar haben sie ein Burka-Verbot erlassen - aber der Religion nicht alles zu erlauben ist typisch französisch. Charlie Hebdo widmete die Mehrheit seiner frechen und beleidigenden Zeichnungen darum auch nicht dem Islam sondern der katholischen Kirche, welche mehrfach vor Gericht unterlag (und nicht ein einziges Mal einen Anschlag verübte....).
Die letzten Jahre haben Millionen Christen und Gegner der Ehegleichstellung für Homosexuelle auf den Strassen gesehen - einige wurden sogar wegen tragen des Symbols (eine stilisierte Familie) verhaftet. Geschah irgendetwas Vergleichbares?

Der "misshandelte" mittlere Osten hat u.a. die Barbaeskenstaaten hervorgebracht - eine Reihe von kleinen Stadtstaaten und Nationen die eigentlich dem Osmanischen Reich angehörten, aber durch Raubfahrten und Sklavenjagden die Mittelmeerküste Europas und die Seefahrt in Angst und Schrecken versetzten. Es dauerte über 100 Jahre und dutzende Interventionen, bis diese Gefahr gebannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt waren zehntausende, wenn nicht hunderttausende ihr Opfer geworden.
Griechenland konnte sich erst im 19. Jh. vom Osmanischen Reich befreien.
Die "gebeutelten" und "verachteten" Staaten des Orients hatten so zu leiden, dass sie mehrfach den neuen Staat Israel angriffen und die teilweise extremen Verluste einfach so hinnahmen. Der arme Irak war so kolonialisiert, dass er entgegen dem Willen seiner "Herren" seinen kleinen Nachbarn angriff.
Das sind nur ein paar Beispiele.

Der einzige, der hier Öl gießt, ist der Autor. Er sucht die Schuldigen an der falschen Stelle und malt rotzfrech ein schwarz-weiß Bild der Geschichte, in dem Europa und die USA die Bösen und der Orient das Opfer ist. Eine Haltung, die der Bewegung der Romantiker entspringt und leider schon so lange viel zu viel Beachtung bekommt.
Mal eben so werden die Milliarden an Aufwendungen zum Bau von Gebäuden wie Krankenhäusern, Brunnen, Banken und die Bemühungen um den Aufbau eines funktionierenden und demokratischen Staatswesens (und nebenbei noch des Gedankens der Gleichberechtigung) geleugnet. 
Wie viele US Soldaten ihr Leben gelassen haben, wenn Taliban oder Al Quaida mal wieder Schulen oder Polizeikasernern, Kirchen und Moscheen oder Regierungsanlagen angriff, dürfte für einen Journalisten leicht zu erfassen sein.
Wie dreist, nein, wie verdreht im Kopf muss man sein, um dann zu behaupten "niemand habe irgendwas versucht um die Lage der Menschen zu verbessern". Wir haben, und jetzt geben auf. Wegen Menschen wie ihnen. Und jede Frau in Afghanistan, die sich in ein öffentliches Amt hat wählen lassen, jeder Dolmetscher der versuchte zur Verständigung beizutragen und jeder Lehrer und jede Lehrerin die auch Mädchen unterrichtete werden jetzt gejagd. Weil versuchte wurde, etwas zu verbessern und zu verändern.

Und an der Stelle muss ich es schreiben: so ein arroganter Wichtigtuer und so ein bösartiges Arschloch behauptet, durch "Willkommenskultur" könne man die Anschläge verhindern. Als wären die Täter nicht extra dafür hergekommen oder angeworben worden. Als würden Migranten in Europa als Sklaven misshandelt. Als würde man nur nett mit solchen Menschen reden müssen, um ihre Einstellung zu ändern. Als wären Hintergründe wie Religion und Machtgier nicht existent.

ZEIT: gib solchen Typen doch nicht auch noch Platz solchen bösartigen Humbug zu verbreiten.