Mittwoch, 8. Juni 2016

"Degeneriert und inzestiös"

Unser Finanzminister ist kein netter Mensch, und auch kein guter. Das liegt nicht nur am Amt und schon gar nicht an seiner durch einen feigen Anschlag eines "geistig Verwirrten" verursachten Behinderung. Das liegt einzig und allein an ihm selbst.
Unvergesslich ist sein bösartiges Lächeln, kurz bevor er seinen Sprecher zu Beginn einer Pressekonferenz vor versammelter Medienwelt runterputzte und wegen einer Nichtigkeit demütigte, so dass dieser kurz danach auch den Posten aufgab. Dadurch kam aber immerhin heraus, dass Schäuble das Ministerium insgesamt auf diese Weise führt. Das Arbeitsklima muss grausig sein.
Eiskalt, berechnend, intelligent, mitleidlos und zynisch - so wird er von seinem Umfeld und Autoren beschrieben.
Ausgerechnet dieser Mann nutzt nun ein Vokabular, welches normalerweise wegen seiner Nähe zur Nazi-Demagogie vermieden wird - um die Ziele der Kanzlerin und der Pro-Flüchtlingsbewegung "näher zu bringen".
„Die Abschottung ist doch das, was uns kaputt machen würde, was uns in Inzucht degenerieren ließe“
sagt er mit Blick auf die langsam in ganz Europa fahrt aufnehmende Gesetzeswelle zur erschwerten Immigration. Womit eigentlich die (fort)laufende Völkerwanderung gemeint ist, die gerade die westliche Welt in Atem hält - oder halten sollte.
Als wären die 740 Millionen (!) Einwohner Europas alle miteinander verwandt und würden nur im nächsten Umfeld heiraten.
Natürlich wird er den Satz eher metaphorisch gemeint haben, also dass Europa durch mangelnde Einwanderung zu sehr auf der Stelle tritt, sich nicht weiterentwickelt. Das war zwar in den letzten 2000 Jahren nur dann ein Problem, wenn Völkerwanderungswellen wie die Germanen oder Hunnen Druck auf die Völker ausübten und die Menschen im Anschluss viel zu sehr damit beschäftigt waren zu überleben als die Zivilisation voran zu bringen und Kultur auszuleben, aber woher sollte ein Finanzminister dies wissen? 

In Deutschland trügen Muslime zu Offenheit und Vielfalt bei: „Schauen Sie sich doch mal die dritte Generation der Türken an, gerade auch die Frauen. Das ist doch ein enormes innovatorisches Potenzial.“
 Das ist, und ich bitte die Wortwahl zu entschuldigen, der heuchlerischste Scheissdreck den ein Minister momentan erzählen kann - und der ausbleibende, faktenbasierte Protest schreit Bände über den Zustand unserer Gesellschaft.
Schon 2010 wurde festgestellt, dass die aktuellen türkischen jugendlichen Mädchen doppelt bis vier Mal (!) so häufig Selbstmord verüben, wie ihre autochthonen oder aus anderen Kulturen eingewanderten Altersgenossinnen. So toll geht es dieser Generation Mädchen und junger Frauen, dass 6 bis 8000 Mädchen in Deutschland von der Verstümmelung ihrer Genitalien bedroht sind.
Und wo wir bei "bedroht" sind: bevor die "Flüchtlingskrise" über uns hereinbrach waren zwischen 3 und 9000 meist türkische, aber auch arabische (inklusive palästinensische) und "nordafrikanische" Mädchen pro Jahr von einer Zwangsehe bedroht - kurz im Urlaub bei der Familie vorbeigesehen und zurück kam man als Ehefrau eines Menschen, den man noch nie zuvor gesehen hatte. Aus den Heimen und Auffanglagern hört man Schreckliches was dieses Verbrechen angeht, die Zahlen dürften drastisch gestiegen sein.
Und jüngst urteilte ein Gericht, eine Kinderehe eines "Flüchtlings" aus dem Irak zwischen Cousin und Cousine (was dabei nicht selten ist) sei rechtens.
Von Ehrenmorden (die eben NICHT identisch mit Familientragödien sind) ganz zu schweigen.
Ja, junge türkische und muslimische Frauen haben Potential - genau wie alle Frauen dieser Welt. Aber in der muslimischen Kultur, auch der dritten Generation türkischer Einwanderer, sind sie keine Hoffnungsträger der Innovation sondern der Vermehrung.
Womit wir bei "Offenheit und Vielfalt" wären. Länge Mäntel und Kopftücher oder gar schwarze Ganzkörperverhüllung ist weder das eine noch das andere. Sein Haar unter Tuch zu verbergen, weil es nach islamischer Überlieferung sittsam sei und (wie es die Salafisten und Wahabiten offen aussprechen) stets die Frau ist, die den wehrlosen Mann verführt, ist nicht offen. Ein paar Blumenmuster auf einen Burkini zu drucken während man die Geschlechter in den Schwimmbädern wieder trennt ist keine Vielfalt.

Die Bedrohungslage hat sich in den letzten 15 Jahren dramatisch verschlechtert, die Zahl der Ermordeten, Verstümmelten und ihr Lebtag gezeichneten geht mittlerweile auch in Europa in die Tausende. Stadteile werden selbst für Polizisten zu gefährlich und in Frankreich wird man in dutzenden wenn nicht hunderten der durchsuchten Moscheen fündig was Hetze und Propaganda angeht, alles andere als selten auch Waffen.
Das ist kein Ergebnis von Einwanderung, das ist ein Ergebnis zwanghafter Augenwischerei, wie sie Schäuble betreibt. Es gibt Muslime und Einwanderer die eine Bereicherung sind, die unserer Kultur neue Elemente hinzufügen können, die es für alle besser und schöner werden lassen. Dabei darf man aber die Realität und die Relationen nicht verleugnen und aus den Augen verlieren.
So wie es bislang lief wurde es dramatisch schnell schlechter - und wir legen seit letztem Jahr eine Schippe drauf.
Wer jetzt nicht offen und ehrlich die Probleme anspricht und scharf angeht, der riskiert die Offenheit, die Menschlichkeit, die wir der Geschichte abgetrotzt haben. Umso mehr, wenn man dafür Worte benutzt, die normalerweise zu "Nazi"-Rufen geführt hätten.



Nebenthema: auch Schäuble generiert sich als großer Kenner der Geschichte und Kultur - und zeigt dabei mindestens ebensowenig Wissen wie unsere frühere Justizministerin.
Man habe erst nach 1990 angefangen, sich ernsthaft mit der Tatsache zu beschäftigen, dass es außerhalb der westlichen Welt noch etwas anderes gibt. „Hart gesagt, hat uns der Mittlere Osten Afrika vom Hals gehalten.“
Ich vermute stark, er verwechselt hier den "Mittleren Osten" mit Nordafrika. Denn in den letzten Jahrzehnten waren es Marokko, Libyen, Tunesien und Algerien, die eine Art Wall gebildet haben. Nicht zuletzt der dort zu findende Rassismus gegenüber Schwarzen (sichtbar bspw. während der Jagden auf "Gastarbeiter" aus Afrika in Libyen während des Umsturzes) trug dazu bei. Nun aber ist der Druck aufgrund vervielfachter Bevölkerung in manchen Ländern derart groß, die Lage in den nordafrikanischen Staaten derart konfus, dass dieser Wall nicht mehr hält und die Devisen von illegal Reisenden gerne angenommen werden.
Der Mittlere Osten, also Israel, Syrien, Libanon usw. haben damit eher wenig zu tun. Gerade Israel ächzt moment selbst unter einer Einwanderungswelle vor allem aus Äthopien u.a. Die Spannungen in der Bevölkerung werden heftiger - als wären sie nicht bereits schlimm genug gewesen.

Wie man es auch dreht und wendet - Europa war sich seit Jahrhunderten bewusst, dass es da "mehr" gibt. Denn zuerst erwehrte man sich über Jahrhunderte der Angriffe der Osmanen und der Plünderungszüge der Barbarbeskenstaaten mit Millionen von Opfern, um die sich heute kein Mensch unserer "Nie wieder" Kultur bemüht. Danach zog der dämonische "Imperialismus" mit seinem kleinen Bruder, dem Kolonialismus ein, und man zog in die Welt, um dort alles besser werden zu lassen. Diese Überzeugung scheint heute ja ein heimliches Comeback zu feiern...
Wie viele Briten, Franzosen, Belgier, Holländer und deutsche in der ferne, besonders in Afrika und dem Orient, gefallen sind, ist unklar. Aber neben brutalen Verbrechen wie jenem an den Herero (welches ja Dank der Armenienresolution des Bundestages wieder Konjunktur als Vorwurf hat) gab es auch eine ganze Reihe von Schlichtungen, Friedensschließungen, medizinischen Verbesserungen usw. usf. Obwohl in Afrika an den meisten Orten (auch an jenen des Kolonialismus) afrikanische Kultur weiterlebt, die Nomaden umherziehen, die Stämme in Grals leben, usw. wird der europäische Einfluß nicht als "Bereicherung" und "Diversität" verstanden und ausgegeben, sondern als eine Art Erbsünde der Moderne.

Viele Kriege und Kämpfe wurden durch die Europäer in Afrika geführt aber eben auch verhindert. So zu tun, als seien die heutigen Zustände durch Europäer entstanden oder zu verhindern gewesen ist erneut Augenwischerei. Wir können den Nigerianern in ihre Familienpolitik ebensowenig eingreifen, wie den Türken, denen Erdogan gerade die Verhütung versagen will um möglichst fruchtbare Menschen zu regieren.

Seit dem Ende der Kolonialzeit versucht eine spanische Enklave in Nordafrika, sich illegale Einwanderer fern zu halten und die europäischen Staaten zahlen und helfen. Vielleicht nicht immer angemessen oder so stark wie es nötig wäre. Aber was in den letzten 50 Jahren an Hilfen und Programmen für Afrika gefahren wurde, sprengt den Rahmen eines kleinen Buches.
Es wäre unser Finanzminister also gut beraten, bei seinen Leisten zu bleiben und an sich selbst zu arbeiten.

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