Der Zauberlehrling Goethes glaubt, mit den ihm zur Verfügung stehenden Fähigkeiten seine Arbeit schneller und besser erledigen zu können und beschwört Mächte. Die machen zu Beginn ihre Arbeit, schnell aber machen sie die Lage schlimmer und schlimmer. Egal was der Lehrling versucht, er wird der Lage nicht mehr Herr, macht sie nur noch schlimmer.
Die EU kann man in diesem Licht sehen. Geschaffen mit guten und hehren Zielen auf der Basis einer wahrhaft noblen Idee. Die Vereinigung der Völker Europas. Das dabei riesige, sich selbst verwaltende und Unsummen verschlingende Strukturen geschaffen wurden, ein Verwaltungs- und Bestimmungswahn einsetzte war zwar ein Wasserschwall, der die Bevölkerung in Unmut versetzte und in den letzten Jahren auch ein paar halbherzige Versuche zur Abstellung dieser Probleme beschwor, aber mehr eben nicht.
Spätestens mit dem Debakel in Griechenland (welches zwar noch immer andauert, aber irgendwie keine Aufmerksamkeit mehr findet), deutlich spürbaren Terror in Europa und der Flüchtlingskrise aber, mit dem damit verbundenen politischen Rechtsruck verschiedener Länder und den daraus erfolgenden Beleidigungen und offenen Drohungen aus Brüssel wird aus Unmut Wut und Verzweiflung. Ja, sogar Panik.
Die politischen Führer, Cameron, Hollande, Merkel, Juncker usw. reagieren ähnlich wie der Schüler des Zauberers. Scheinbar ohne nachzudenken wird gesprochen und gehandelt. Die eigene Bevölkerung wird ebenso beschimpft (auch wenn mancher dies nicht wahrhaben will oder kritische Stimmen gleich pauschal aburteilt), wie jenen Regierungen der neuen politischen Bewegung sofort antidemokratisches Verhalten vorgeworfen wird.
Bestes Beispiel ist unser Verhalten gegenüber Polen. Während unsere Medien fast unisono berichten (oder eben auch nicht), Meldungen und Wortwahl sich oft verblüffend gleichen, ÖR-Sender sogar Wahlkampfdebatten sich in ihrer Zusammensetzung von Politikern (oder besser, ihren Chefs und Ministerpräsidentinnen) bestimmen lassen, Publizisten wie Broder von Politikern wie Roth aus Talkshows ausgeladen werden und Publikationen in Opposition zu ihrer Politik von "nicht hilfreich" bis "Hetze" öffentlich bewerten, während ein nicht unerheblicher Teil unseres öffentlichen Lebens immer deutlicher kontrolliert und moralisch bewertet wird, protestieren unsere "gewählten" Vertreter gegen das neue polnische Mediengesetz, weil dies der Regierung zu viel Einfluß auf die (öffentlich-rechtlichen) Medien in ihrem Land in die Hand gäbe.
In England, nicht in Großbritannien, wie der Begriff "Brexit" impliziert, ist diese Haltung nun belohnt worden. Die Menschen haben Angst. Wirtschaftlich aber auch rein existenziell. Das Land hat eine Reihe von Skandalen hinter sich, in denen Migranten aber auch die "Machthaber" eine bedeutende Rolle spielten und Vertuschung die Sache noch weiter verschlimmerte. Als Beispiele seien die Vergewaltigungs- und Missbrauchskandale durch muslimische Männerbanden und Medienschaffende der BBC genannt. Beide wurden gedeckt. Die einen von Lokalpolitikern und Polizei im Namen "höherer Werte", die anderen durch Beteiligung und Beziehung zu ranghohen Persönlichkeiten der Politik und Medienwelt.
Die Debatte kurz vor dem Ausstieg hat diesen Eindruck des Landeszustandes wohl verfestigt. So urteilte ein Mann mit pakistanischem Migrationshintergrund nach einer "townhall" Debatte (ein Format, bei dem sich ein Politiker einer Gruppe von Menschen verschiedenster politischer Haltungen stellt) mit Cameron, dass seine bisherige offene Haltung verkehrt gewesen sei, und nun, zur Erhaltung der Werte und der Kultur, die Grenzen erstmal eine Weile dicht gemacht werden müssten - wegen der ausweichenden und teilweise missachtenden Antwort Camerons auf seine Frage.
Nochmal: ein Unterstützer Camerons wurde durch eine eigentlich zuspielende Frage bzw. deren mangelhafter Beantwortung zum Gegner.
Wen wundert da die heutige Lage und das Wahlergebnis wirklich?
Die Frage lautet nun, fließt das Wasser weiter? Deutschland hatte nach dem Atomausstieg nach Fukushima gehofft, das eigene Handeln werde Vorbild für den Rest der Welt werden. Mit gegenteiligem Erfolg. Frankreich und andere Länder investieren wieder mehr in Atomkraft, uralte Meiler die schon längst hätten vom Netz gehen sollen bleiben wegen des gestiegenen Bedarfs, der besseren Einkünfte am Netz.
Der Ausstieg Britanniens hingegen (den Schotten und Nordiren nicht mitverantworten) könnte genau der Zauberspruch gewesen sein, der die Dämme ansticht und damit zum brechen verurteilt.
England war eine der Zahlernationen in der EU. Wirtschaftlich gut positioniert trug sie zur finanziellen Stabilität bei. Angesichts der Lage in Irland, Portugal, Spanien, Italien und natürlich vor allem Griechenland ein wichtiges Gegengewicht.
Die nun entstehende Lücke werden Länder wie die Niederlande, Belgien, Schweden, Dänemark und natürlich Deutschland ausfüllen müssen. Das dürfte den Kritikern in diesen Ländern neuen Zulauf bescheren und nebenbei die Struktur der EU selbst belasten.
Auch hat die Bevölkerung anderer Länder nun ein Beispiel bekommen, was Demokratie bedeutet: die Stimme des Volkes anzuhören. Zu fragen: was wollt Ihr, deren Vertreter wir sind?
Ich bin jedenfalls gespannt, ob weitere Länder folgen in der Abstimmung über den Verbleib in der EU.
Falls ja, wage ich zu orakeln. Mehr Austritte werden erfolgen und das leider völlig verkorkste Gebilde EU fällt erst sehr langsam und dann sehr plötzlich zusammen. So schlimm und gefährlich dies sein kann - ein Neuanfang könnte auch die Chance beinhalten, es besser zu machen. Erst einmal die Nationen zu vereinen, bevor man sich in gegenseitige Verpflichtungen und einen unüberschaubaren, durch und durch bürokratischen Dschungel begibt.
Ich glaube jedoch nicht, dass solch ein Neuanfang mit den momentan Regierenden möglich wäre. Cameron hat scheinbar den gleichen Gedanken.
Freitag, 24. Juni 2016
Suizid durch Polizei
Ein Begriff, den anglophile bereits kennen lautet "suzicide by cop", Selbstmord durch einen Polizisten. Gemeint ist damit ein Verhalten einer Person, welche einen Polizisten zwingt, auf ihn zu schießen. Meist geht es dabei um Waffen, Sprengstoff oder die Gefährdung anderer - oft lediglich nach Anschein und ohne die Chance die genaue Lage zu klären. Den Polizisten ist in diesen Fällen i.d.R. kein Vorwurf zu machen.
Genau dies passierte nun in Viernheim. Ein junger Mann verschafft sich für das Auge bewaffnet zutritt in einen Kinosaal und gibt mehrere Schüsse in die Luft ab. Die Menschen geraten in Panik, die durch den Alarm herbeigerufene Polizei erschiesst den Mann. Es stellt sich später heraus, dass seine Waffen lediglich Schreckschusswaffen waren, also täuschend echt aussehende Geräte, die aber lediglich Schussgeräusche, ggf. noch Lichtblitze sowie Pfeffergase abgeben. Lediglich ab dem Kaliber 9 mm P.A.K. kann eine solche Waffe, wenn sie aufgesetzt wird oder sehr, sehr nah gehalten wird ernste Verletzungen verursachen - Schock oder Schädelfrakturen können dabei auch tödlich sein.
Zudem trug der junge Mann eine funktionsunfähige und ungefährliche Nachbildung einer Stabhandgranate bei sich.
Rein sachlich waren die Besucher also in keiner größeren Gefahr, als bei einem ähnlichem Übergriff mit einem Messer. Aber es sah erstmal danach aus.
Die Absicht des jungen Mannes scheint es gewesen zu sein, erschossen zu werden. Die stürmende Polizei konnte nicht wissen und auch nicht in der Situation klären, ob der Mann wirklich bewaffnet war oder eben nur Anscheinswaffen führte. Sie musste von einer Gefahr für die Geiseln und für sich selbst ausgehen.
Die Katastrophe wäre lediglich vermeidbar gewesen, wenn man dem Mann vor Beginn seines Verbrechens, der Freiheitsberaubung mit Waffengewalt, geholfen hätte bei dem, was auch immer ihn plagte. Einweisung in eine Klinik, klärende Gespräche, medizinische Behandlung oder schlicht ein paar Unterweisungen wie man mit den Rückschlägen des Lebens zurecht kommt.
Anders als von der FAZ im zweiten Artikel behauptet, ist die Geiselnahme ohne Schädigung und Erpressung nicht tyisch für "ähnliche Amokläufe in Schulen in den USA". Im Gegenteil. Die "shootings" oder Amokläufe, wie wir sie auch in Erfurt und Winnende erleben mussten, geschehen eben ohne Forderung. Die Ermordung bestimmter Menschen oder Mitgliedern von Gruppen ist dann das Ziel. Die eigene Tötung durch Polizeikräfte wird dabei i.d.R. nicht in Kauf genommen. Die Täter töten sich meist selbst (Columbine High School, Umpqua College, Virginia Tech usw. usf.
Die Täter richten sich dabei meist selbst nach der "Vollendung" ihrer Ziele oder nachdem sie keine Chance auf ein entkommen mehr haben, sei es durch die Einkesselung oder eine Verwundung.
Die Einkesselung führt aber i.d.R. nicht zum "in Kauf nehmen, von Polizisten erschossen zu werden" sondern entweder zur Aufgabe oder zum Kampf mit dem Versuch, am Leben zu bleiben. Anders als bspw. im Film "Falling Down" mit Michael Douglas oder eben jetzt in Viernheim richten die Täter von Amokläufen keine ungefährlichen Nachbildungen auf Polizisten und zwingen sie so zu schießen.
Entweder versuchen sie, die Polizisten selbst zu erschießen oder ihr Leben durch den Kampf so lange als möglich zu verlängern.
Für manchen Leser mag das kleinlich wirken. Tatsache aber ist, dass unsachliche Verknüpfungen und Falschbehauptungen Zusammenhänge vorgetäuscht werden, die es nicht gibt. Die Meinungen der Menschen lassen sich so durchaus in gewünschte Bahnen bewegen.
Der Täter von Viernheim ist kein Amokläufer. Er schädigte keine Geisel bewusst - auch wenn die Menschen (Geiseln wie Beamte) ein Trauma und einen Schock davon tragen werden, was dem Täter wohl egal war. Ebenso wie das Risiko für die Unschuldigen beim Zugriff verletzt zu werden.
Mit seinen Waffen aber verletzte er niemand. Konnte es auch nicht ohne weiteres. Trotzdem wollte er schwer bewaffnet wirken. Mit der Handgranate vielleicht sogar als Terrorist.
Welches andere Ziel kann also vorgelegen haben, als sich töten zu lassen. Dies zu vergleichen mit den Amokläufern der jüngsten Vergangenheit, deren Tätern es um den Tod anderer ging, ist mehr als fragwürdig.
Es springen noch immer viele Leute vor Autos, von Brücken oder vor Züge, um ihr Leben zu beenden, und riskieren dabei mindestens ebenso Leben und Gesundheit unbeteiligter. Nur, weil der junge Mann die Polizei zu seinem Mittel machte und dabei Nachbildungen von Schusswaffen trug wird eine Verbindun gezogen, die es nicht gibt.
Genau dies passierte nun in Viernheim. Ein junger Mann verschafft sich für das Auge bewaffnet zutritt in einen Kinosaal und gibt mehrere Schüsse in die Luft ab. Die Menschen geraten in Panik, die durch den Alarm herbeigerufene Polizei erschiesst den Mann. Es stellt sich später heraus, dass seine Waffen lediglich Schreckschusswaffen waren, also täuschend echt aussehende Geräte, die aber lediglich Schussgeräusche, ggf. noch Lichtblitze sowie Pfeffergase abgeben. Lediglich ab dem Kaliber 9 mm P.A.K. kann eine solche Waffe, wenn sie aufgesetzt wird oder sehr, sehr nah gehalten wird ernste Verletzungen verursachen - Schock oder Schädelfrakturen können dabei auch tödlich sein.
Zudem trug der junge Mann eine funktionsunfähige und ungefährliche Nachbildung einer Stabhandgranate bei sich.
Rein sachlich waren die Besucher also in keiner größeren Gefahr, als bei einem ähnlichem Übergriff mit einem Messer. Aber es sah erstmal danach aus.
Die Absicht des jungen Mannes scheint es gewesen zu sein, erschossen zu werden. Die stürmende Polizei konnte nicht wissen und auch nicht in der Situation klären, ob der Mann wirklich bewaffnet war oder eben nur Anscheinswaffen führte. Sie musste von einer Gefahr für die Geiseln und für sich selbst ausgehen.
Die Katastrophe wäre lediglich vermeidbar gewesen, wenn man dem Mann vor Beginn seines Verbrechens, der Freiheitsberaubung mit Waffengewalt, geholfen hätte bei dem, was auch immer ihn plagte. Einweisung in eine Klinik, klärende Gespräche, medizinische Behandlung oder schlicht ein paar Unterweisungen wie man mit den Rückschlägen des Lebens zurecht kommt.
Anders als von der FAZ im zweiten Artikel behauptet, ist die Geiselnahme ohne Schädigung und Erpressung nicht tyisch für "ähnliche Amokläufe in Schulen in den USA". Im Gegenteil. Die "shootings" oder Amokläufe, wie wir sie auch in Erfurt und Winnende erleben mussten, geschehen eben ohne Forderung. Die Ermordung bestimmter Menschen oder Mitgliedern von Gruppen ist dann das Ziel. Die eigene Tötung durch Polizeikräfte wird dabei i.d.R. nicht in Kauf genommen. Die Täter töten sich meist selbst (Columbine High School, Umpqua College, Virginia Tech usw. usf.
Die Täter richten sich dabei meist selbst nach der "Vollendung" ihrer Ziele oder nachdem sie keine Chance auf ein entkommen mehr haben, sei es durch die Einkesselung oder eine Verwundung.
Die Einkesselung führt aber i.d.R. nicht zum "in Kauf nehmen, von Polizisten erschossen zu werden" sondern entweder zur Aufgabe oder zum Kampf mit dem Versuch, am Leben zu bleiben. Anders als bspw. im Film "Falling Down" mit Michael Douglas oder eben jetzt in Viernheim richten die Täter von Amokläufen keine ungefährlichen Nachbildungen auf Polizisten und zwingen sie so zu schießen.
Entweder versuchen sie, die Polizisten selbst zu erschießen oder ihr Leben durch den Kampf so lange als möglich zu verlängern.
Für manchen Leser mag das kleinlich wirken. Tatsache aber ist, dass unsachliche Verknüpfungen und Falschbehauptungen Zusammenhänge vorgetäuscht werden, die es nicht gibt. Die Meinungen der Menschen lassen sich so durchaus in gewünschte Bahnen bewegen.
Der Täter von Viernheim ist kein Amokläufer. Er schädigte keine Geisel bewusst - auch wenn die Menschen (Geiseln wie Beamte) ein Trauma und einen Schock davon tragen werden, was dem Täter wohl egal war. Ebenso wie das Risiko für die Unschuldigen beim Zugriff verletzt zu werden.
Mit seinen Waffen aber verletzte er niemand. Konnte es auch nicht ohne weiteres. Trotzdem wollte er schwer bewaffnet wirken. Mit der Handgranate vielleicht sogar als Terrorist.
Welches andere Ziel kann also vorgelegen haben, als sich töten zu lassen. Dies zu vergleichen mit den Amokläufern der jüngsten Vergangenheit, deren Tätern es um den Tod anderer ging, ist mehr als fragwürdig.
Es springen noch immer viele Leute vor Autos, von Brücken oder vor Züge, um ihr Leben zu beenden, und riskieren dabei mindestens ebenso Leben und Gesundheit unbeteiligter. Nur, weil der junge Mann die Polizei zu seinem Mittel machte und dabei Nachbildungen von Schusswaffen trug wird eine Verbindun gezogen, die es nicht gibt.
Donnerstag, 23. Juni 2016
Motive des Täters von Orlando
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| Quelle: bearing arms |
Geisteskrank sei er gewesen, und nicht zurechnungsfähig.
Die evangelikale Gesellschaft der USA habe ihn durch ihre Homophobie bestärkt.
Die Strukturen hinter dem Anschlag seien von der katholischen Kirche zu verantworten (Kommentator hier in meinem Blog).
Auch die Polizei von Orlando wirkte bei diesem Possespiel mit, bei dem der Präsident zuerst mal gar nicht von Terrorismus sprechen wollte, "bis man genaueres wisse", und vor Verallgemeinerung und Panikmache warnte (s. Satire).
Das gleiche Spiel haben Präsident und Polizei bereits beim Anschlag in Kalifornien gegeben. Währenddessen war diese Haltung beim Massaker in Colorado Springs nicht mehr zu finden.
Im Gegenteil. Kurz nach den Anschlägen von Paris im November stellte sich Obama in eben dieser Stadt vor die Kameras und behauptete im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen vor einer Planned Parenthood-Einrichtung, solche Verbrechen könne es nur in den USA geben.
Die Polizei gab bekannt, der Täter sei zwar Muslim gewesen, aber nicht auf der FBI-Liste der Radikalen bzw. Terrorverdächtigen. Nur um dann bekannt geben zu müssen, dass Omar Mateen bis 2014 eben doch auf dieser Liste stand und obwohl er wiederholt radikale Ansichten von sich gegeben hatte und wiederholt in der Öffentlichkeit davon sprach "als Märtyrer zu sterben" als "nicht gefährlich" eingestuft wurde.
Und nun hat die Polizei eine Mitschrift der Anrufe veröffentlicht, die der Täter kurz vor oder während seines Massakers tätigte. Sein erster Anruf bei der Polizei kurz vor Beginn der Tat bestand lediglich aus religiösen Floskeln und dem Bekenntnis zum IS und seinem Anführer.
Würden die Analytiker nicht alles in einer bestimmten Weise auslegen wollen, stünde ihr Urteil nicht bereits vorher fest, so würden die durch Erfahrung und wissenschaftlichen Prinzipien erarbeiten Ermittlungsschritte greifen. Ein Mensch, der einen Anschlag plant und sich über Wochen immer wieder an dem Anschlagsort aufgehalten hat wird dann normalerweise nicht als "verkappter Interessierter" oder "gesellschaftlich Gezwungener" gewertet, sondern als jemand, der seinen Plan mit der ausführlichen Inspektion des späteren Tatorts einläutet. Ortskenntnis ist stets von Vorteil. Nicht nur für Touristen auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit und Einheimische, um Schleichwege zur Zeitersparnis nutzen zu können, sondern auch für Attentäter, Soldaten und Polizisten. Das gilt für Strassenbilder wie für Gebäude.
Das der Anschlag von Orlando so effektiv war, obwohl nur ein einzelner Schütze über viele Stunden an einem einzigen Standort aktiv war, liegt weder an der gewählten Waffe (von der die Medien massenhaft Unwissenheit demonstrieren oder bewusst Lügen und die populärste aber eben nicht involvierte Waffe zur Tatwaffe erklären) noch an den Fähigkeiten des Schützen. Ich erinnere an Breiviks Anschlag im Jahr 2011. Auch dieser wählte einen Ort, dessen Gegebenheiten er vorher auskundschaftete. So verhinderte er Fluchtmöglichkeiten und fand seine Opfer wie auf dem Präsentierteller.
Omar Mateen hat nichts anderes unternommen. Er wusste, wohin die Gäste einzig fliehen konnten, wo er seine ersten Schüsse abgeben musste um den Blutzoll am schnellsten in die Höhe zu treiben. Er wusste, wohin er sich zurückziehen konnte um nicht von Scharfschützen oder anderen Polizisten erwischt zu werden. Er scheint sogar über die Reaktionszeit der Polizei informiert gewesen zu sein und hatte eine Strategie deren Zugriff zu verzögern.
Anders, als die üblichen "shootings" in den USA, in denen die Täter zwar die Tat an sich planen, aber i.d.R. den Details glücklicherweise wenig Beachtung schenken, handelt es sich hier um ein funktionierendes und leider sehr effizientes Vorgehen.
Das dies nicht beachtet sondern lieber über "gesellschaftliche Normen" und "Homophobie in der westlichen Gesellschaft" oder eben "warum der Islam nichts damit zu tun hat" diskutiert wird, ist verrückt und gefährlich. Sich selbst zu belügen um ein Weltbild, ein Feindbild und das Bild eines "underdogs" aufrecht zu erhalten läuft darauf hinaus, das Problem nicht zu lösen sondern zu verschlimmern.
Und natürlich gibt es trotzdem, entgegen dem Geständnis und der Erfahrung auch die Möglichkeit, dass der Mann sich immer wieder in diesem Club aufhielt, weil er selbst bi- oder homosexuell war, wie ein angeblicher Liebhaber derzeit behauptet. Niemand, aber absolut niemand würde darüber Homosexuelle verallgemeinern oder in die Verantwortung nehmen.
Weil Mateen Muslim war und sich zum IS bekannte, auf diesem selbst offenbarten Motiv des Täters also, haben mehrere "right wingers" in den USA, allen voran Trump, moniert, man hätte auf sie hören sollen was ihre Pläne zum Kampf gegen den islamischen Terror angeht. Dies wird ihnen angekreidet. Von Hetze, Pauschalisierung und Schlimmerem ist die Rede.
Andersherum aggiert aber die LGBT-Bewegung jetzt genau so. Dutzende von Gruppen und Organisationen haben nunmehr der NRA, der "National Rifle Association" den Kampf erklärt.
Egal, was nun der Grund war, dass der Mörder zur Waffe griff, ob die Lehren des Islam oder seine Sexualität, es wird ein Verein verantwortlich gemacht, der absolut nichts mit diesem Schicksal zu tun hatte.
Hier eine Pauschalisierung von mir: nicht einer dieser Menschen nutzt sein Hirn zum nachdenken darüber, was an jenem Abend passiert wäre, wenn ein bewaffneter Sicherheitsmann oder sog. "concealed carrier", also mit Erlaubnis eine Schusswaffe verdeckt mit sich Führende im club gewesen wären. Omar wäre gestoppt worden.
Dutzende von Beispielen aus den USA, Europa, dem Orient, Asien und Afrika belegen: Waffenverbote haben Massenmörder und Serienkiller noch nie daran gehindert zu morden...
Hier haben sich Feindbilder eines innergesellschaftlichen Kampfes mit political correctness vermengt und versperren die Sicht auf Probleme und die Wege zu Lösungen.
Dienstag, 21. Juni 2016
Politik und Gewalt
Es ist erst wenige Tage her, da wurde die englische Abgeordnete des House of Commons Jo Cox von einem Rechtsradikalen mit einer selbstgebauten Pistole erschossen der anschließend noch auf sie einstach.
Der Schock über diesen Mord an einer jungen Mutter wegen ihrer Politik und politischen Aktivitäten sitzt tief und der Vergleich zum Anschlag auf die heutige Kölner Bürgermeisterin Reker drängt sich auf.
An diesem Wochenende kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein 20jähriger Brite versuchte auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump die Waffe eines Polizisten zu ziehen um den Politiker zu erschießen. Er hatte am Tag zuvor gelernt, wie man eine Waffe handhabt. Zwar ist dieser Mordversuch sehr dilettantisch und von Anfang an zum scheitern verurteilt, aber er gehört in die aktuelle Reihe von Gewalt in der Politik. Es ist auch nicht der erste Versuch, mit Gewalt an Trump heranzukommen.
Hier in Deutschland sieht es nicht viel anders aus. Ich will an dieser Stelle auch nicht meine Meinung kundgeben, wer hier Verantwortlich oder welche Seite eher aktiv ist.
Es geht schlicht um eine bemerkenswerte Tatsache. Wir sind weg von Ohrfeigen, faulen Eiern und Buhrufen. Torten und nackte Brüste erscheinen mittlerweile ebenfalls fast schon überholt und können bestenfalls auf führende Linke oder in Kombination noch journalistisches Interesse erwecken.
Die blanke Gewalt mit dem Ziel zu verletzen oder zu töten zieht ein. Sprengsätze an Parteibüros, Kopfsteine die gezielt auf Personen geworfen oder geschlagen werden, Messerangriffe, Schüsse.
In den USA, in England, in Frankreich und in Deutschland.
Was sagt das über unsere "freie Gesellschaft", unsere viel zitierten "Werte", die Sicherheit und Demokratie, für die wir uns so gerne auf die Schultern klopfen?
Was sagt das über die Richtung, in der wir uns bewegen?
Der Schock über diesen Mord an einer jungen Mutter wegen ihrer Politik und politischen Aktivitäten sitzt tief und der Vergleich zum Anschlag auf die heutige Kölner Bürgermeisterin Reker drängt sich auf.
An diesem Wochenende kam es zu einem weiteren Zwischenfall. Ein 20jähriger Brite versuchte auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump die Waffe eines Polizisten zu ziehen um den Politiker zu erschießen. Er hatte am Tag zuvor gelernt, wie man eine Waffe handhabt. Zwar ist dieser Mordversuch sehr dilettantisch und von Anfang an zum scheitern verurteilt, aber er gehört in die aktuelle Reihe von Gewalt in der Politik. Es ist auch nicht der erste Versuch, mit Gewalt an Trump heranzukommen.
Hier in Deutschland sieht es nicht viel anders aus. Ich will an dieser Stelle auch nicht meine Meinung kundgeben, wer hier Verantwortlich oder welche Seite eher aktiv ist.
Es geht schlicht um eine bemerkenswerte Tatsache. Wir sind weg von Ohrfeigen, faulen Eiern und Buhrufen. Torten und nackte Brüste erscheinen mittlerweile ebenfalls fast schon überholt und können bestenfalls auf führende Linke oder in Kombination noch journalistisches Interesse erwecken.
Die blanke Gewalt mit dem Ziel zu verletzen oder zu töten zieht ein. Sprengsätze an Parteibüros, Kopfsteine die gezielt auf Personen geworfen oder geschlagen werden, Messerangriffe, Schüsse.
In den USA, in England, in Frankreich und in Deutschland.
Was sagt das über unsere "freie Gesellschaft", unsere viel zitierten "Werte", die Sicherheit und Demokratie, für die wir uns so gerne auf die Schultern klopfen?
Was sagt das über die Richtung, in der wir uns bewegen?
Montag, 20. Juni 2016
Die andere Seite - Vergewaltiger und Anstifter
Gestern postete ich ein Video von Iren, die, volltrunken und im Fußballfieber, einer jungen Französin ein Ständchen, teilweise auf Knien, brachten. Dies war und ist das vollkomene Gegenbeispiel zu dem Gruppenvergewaltigungen, die wir vor allem durch eine bestimmte Gruppe Einwanderer erleben müssen.
Über diese Fakten dürfen aber auch nicht die Opfer vergessen oder geringer geachtet werden, die Tätern zum Opfer fallen, die nicht in dieses Bild passen. Heute erfolgte der Schuldspruch für einen Vergewaltiger und Anstifter zur Gruppenvergewaltigung, der dem feministischen Bild des "westlichen Mannes" entspricht. Diese Bestie und falsche Schlange verdient eine lange Haftstrafe, wobei scheinbar 15 bis 25 Jahre das Maximum sind.
Vanderbilt University in Tennesse, als er mit Mannschaftskollegen 2013 eine junge Frau vermutlich mit einer Droge bewusstlos machte, sie demütigte und vergewaltigte und anschließend seinen Kameraden für das gleiche Verbrechen überließ.
So weit, so grausam und widerlich genug. Die ganze Geschichte aber wirft ein weiteres Licht auf den Charakter des Mannes. Die junge Frau und er hatten zu besagtem Zeitpunkt schon mehrere Verabredungen gehabt, als er ihr etwas in das Getränk gegeben haben muss.
Am Morgen nach der Tat, als sie erwachte und ihren Körper in einem üblen Zustand vorfand, erzählte er ihr, sie sei scheinbar krank geworden, woraufhin er sie zu sich brachte, wo sie eine üble Schweinerei angerichtet hätte. So half sie ihm nicht nur beim Aufräumen der Überbleibsel der Tat an ihr, sondern hatte nach eigener Aussage auch noch einvernehmlichen Sex mit ihm. Sie fühlte sich schuldig und beschämt wegen dem, was angeblich geschehen sei.
Es kam aber relativ schnell ans Licht, was wirklich geschehen war. Selbst bei seiner Verhaftung leugnete er jedoch die Tat. Als man ihm sagte, man habe Beweise beschuldigte er seine Kameraden einer Vergewaltigung und gab unterlassene Hilfeleistung zu, behauptete aber "lediglich" nicht eingegriffen zu haben.
Ein Video beweist das Gegenteil, ebenso wie die Aussagen der Mittäter. Er hat den Plan ausgeheckt, das Mädchen betäubt, in sein Zimmer gebracht und den "ersten Schritt" getan. Er beruhigte die Nerven seiner Mittäter, vernichtete Beweismittel. Er belog die junge Frau anschließend und nutzte sie weiter aus.
Auch wenn die junge Frau sich an nichts von der Tat erinnert, so wurde sie geschändet, gedemütigt, ihr Körper missbraucht und misshandelt, ihre Person wie Dreck behandelt.
Solche Taten sind weit seltener, als Feministinnen dieser Tage uns glauben machen wollen, aber sie passieren und sind in ihrer Seltenheit kein Stück weniger schockierend und schlimm.
Den Tätern wünsche ich eines Tages Einsicht in die schwere ihrer Tat und bis dahin eine lange Haftstrafe zur Buße, Umkehr und Schutz anderer.
Dem Opfer wünsche ich, dass sie trotzdem ein normales Leben führen kann und zukünftig auf bessere Menschen trifft.
Über diese Fakten dürfen aber auch nicht die Opfer vergessen oder geringer geachtet werden, die Tätern zum Opfer fallen, die nicht in dieses Bild passen. Heute erfolgte der Schuldspruch für einen Vergewaltiger und Anstifter zur Gruppenvergewaltigung, der dem feministischen Bild des "westlichen Mannes" entspricht. Diese Bestie und falsche Schlange verdient eine lange Haftstrafe, wobei scheinbar 15 bis 25 Jahre das Maximum sind.
Vanderbilt University in Tennesse, als er mit Mannschaftskollegen 2013 eine junge Frau vermutlich mit einer Droge bewusstlos machte, sie demütigte und vergewaltigte und anschließend seinen Kameraden für das gleiche Verbrechen überließ.
So weit, so grausam und widerlich genug. Die ganze Geschichte aber wirft ein weiteres Licht auf den Charakter des Mannes. Die junge Frau und er hatten zu besagtem Zeitpunkt schon mehrere Verabredungen gehabt, als er ihr etwas in das Getränk gegeben haben muss.
Am Morgen nach der Tat, als sie erwachte und ihren Körper in einem üblen Zustand vorfand, erzählte er ihr, sie sei scheinbar krank geworden, woraufhin er sie zu sich brachte, wo sie eine üble Schweinerei angerichtet hätte. So half sie ihm nicht nur beim Aufräumen der Überbleibsel der Tat an ihr, sondern hatte nach eigener Aussage auch noch einvernehmlichen Sex mit ihm. Sie fühlte sich schuldig und beschämt wegen dem, was angeblich geschehen sei.
Es kam aber relativ schnell ans Licht, was wirklich geschehen war. Selbst bei seiner Verhaftung leugnete er jedoch die Tat. Als man ihm sagte, man habe Beweise beschuldigte er seine Kameraden einer Vergewaltigung und gab unterlassene Hilfeleistung zu, behauptete aber "lediglich" nicht eingegriffen zu haben.
Ein Video beweist das Gegenteil, ebenso wie die Aussagen der Mittäter. Er hat den Plan ausgeheckt, das Mädchen betäubt, in sein Zimmer gebracht und den "ersten Schritt" getan. Er beruhigte die Nerven seiner Mittäter, vernichtete Beweismittel. Er belog die junge Frau anschließend und nutzte sie weiter aus.
Auch wenn die junge Frau sich an nichts von der Tat erinnert, so wurde sie geschändet, gedemütigt, ihr Körper missbraucht und misshandelt, ihre Person wie Dreck behandelt.
Solche Taten sind weit seltener, als Feministinnen dieser Tage uns glauben machen wollen, aber sie passieren und sind in ihrer Seltenheit kein Stück weniger schockierend und schlimm.
Den Tätern wünsche ich eines Tages Einsicht in die schwere ihrer Tat und bis dahin eine lange Haftstrafe zur Buße, Umkehr und Schutz anderer.
Dem Opfer wünsche ich, dass sie trotzdem ein normales Leben führen kann und zukünftig auf bessere Menschen trifft.
Sonntag, 19. Juni 2016
Europäische "Rape culture" oder "die sexistische Gesellschaft Europas"
Erinnern Sie sich? Als in Köln eine Menge junger Menschen, von denen die Polizei nun bestätigt hat, dass über 70% der festgestellten Personen weniger als ein Jahr vor dem Tatzeitpunkt ins Land gekommen sind, vor dem Kölner Hauptbahnhof erst den Dom beschoß und anschließend, belästigte, begrapschte, vergewaltigte und bestahl, da war die Zahl der Apologisten groß. "Alkohol" und der Hinweis, wir selbst hätten eine viel schlimmere, mindestens aber genauso schlimme "rape culture" in unseren Breiten waren die Entschuldigungen. Statt dem Vorfall und dem Schicksal der vornehmlich jungen Frauen, Familien und Paare entsetzte die aktuellen Feministinnen, die bereits über einen blöden Spruch über ein Dirndl und die darin steckende Oberweite zum #Aufschrei greifen, viel mehr, dass man die Gruppe der Täter als solche benannte und nach kulturellen Hintergründen der Tat fragte - auch wenn die schiere Menge und die Wiederholung des Vorfalls in islamischen Ländern und in bestimmten deutschen Städten dies geradezu aufzwang.
Ich hatte schon seinerzeit die Frage gestellt, warum während einer WM Femen-Aktivistinnen sich mehr oder weniger nackt zwischen besoffene Fans legen konnten und nichts passierte - wenn es doch so schlimm um die europäische, männliche Moral bestellt sei.
Dieser Tage nun lieferten irische Fußballfans ein Beispiel der besonderen Art - und es wurde vielfach aufgenommen und online gestellt. Betrunkene Iren in großer Gruppe, denen eine schöne Französin über die Füße läuft. Sehenswert.
Ich hatte schon seinerzeit die Frage gestellt, warum während einer WM Femen-Aktivistinnen sich mehr oder weniger nackt zwischen besoffene Fans legen konnten und nichts passierte - wenn es doch so schlimm um die europäische, männliche Moral bestellt sei.
Dieser Tage nun lieferten irische Fußballfans ein Beispiel der besonderen Art - und es wurde vielfach aufgenommen und online gestellt. Betrunkene Iren in großer Gruppe, denen eine schöne Französin über die Füße läuft. Sehenswert.
Dienstag, 14. Juni 2016
Terror und seine Folgen
Was erreichen die Terroristen eigentlich?
Ganz unmittelbar Leid, Tod, Angst, Traumata, Trauer, Verlust.
Und mittelbar? Viel mehr als sie sich erhoffen können. Denn unsere Gesellschaft, angefangen bei Medien und Politik, aber auch die Individuen und Vereine reagieren. Sie reagieren in dem sie eine mögliche Reaktion als Horrorszenario in den Raum stellen und unbedingt verhindern wollen.
Das wären Horden von Nichtmuslimen, die mit Fakeln und Heugabeln bzw. mit vollautomatischen Waffen und Fallbeilen die Bartholomäusnacht neu interpretieren und dabei jeden der nach Muslim aussieht abschlachten. Eine neue "Verfolgungswelle", in der Muslime "die neuen Juden" würden.
In Paris wurden in den letzten Jahren immer und immer wieder Menschen von Terroristen umgebracht oder es wurde versucht. Von Einzeltaten wie dem Mord an einer jungen alleinerziehenden Mutter und Tänzerin oder den tödlichen Schüssen auf eine Hilfspolizistin bis hin zu unglaublichen Massakern wie an der Redaktion von Charlie Hebdo oder im Bataclan und auf den Strassen von Paris im November 2015. Erst nach dem letztgenannten wurde der Staat aktiv, verhängte den Ausnahmezustand und hat Woche für Woche, Monat für Monat sensible Stellen überwacht, Moscheen durchsucht und eine strengere Waffengesetzgebung durch die EU vorangetrieben.
Wurde man in zahllosen Moscheen fündig was Propagandamaterial anging und ziemlich häufig auch deutlich gefährlicheres Material, so ist der letzte Schritt purer Aktionismus. Keine der genutzten Waffen der letzten Jahre war legal erworben oder gehalten worden. Die Kanäle über die Waffen und Munition bezogen wurden sind teilweise bekannt und alle gehören dem Terrorismus oder der organisierten Kriminalität an - beide interessieren sich für Gesetze einen Dreck. Fast alle der genutzten Waffen sind bereits für den Bürger verboten. Automatische Waffen sind vollkommen verboten, Sprengstoffe ebenso. Die Täter nutzten genau dies.
Warum dieser Schritt trotzdem gefordert wird, ist besagte Reaktion der Gesellschaft. Sie braucht jemanden, der schuldig ist und Maßnahmen, an die sie glauben kann. Da Waffen benutzt wurden, liegt der Schluss also nah - auch wenn er im Licht betrachtet völlig unlogisch ist.
Aber die Gesellschaft geht noch viel härter vor.
Der Sänger der vom Anschlag im November betroffenen Band Eagles of Death Metal sagte aus, er habe jubelnde und sich freuende Muslime auf den Strassen während seiner Flucht gesehen. Dafür bzw. für diese Aussage wurde er nun als Rassist gebrandmarkt und von zwei Festivals ausgeladen - seine Auftritte, die der Anschlag nicht beenden konnte, beendet die "tolerante" Gesellschaft.
Ungeachtet der Tatsache, dass in Frankreich größere Sympathiekundgebungen für Terroristen wie Mohammed Merah bis zu den Mördern von Charlie Hebdo nicht nur bekannt sondern auch dokumentiert und teilweise in den Medien vermeldet wurden - es also keineswegs so abstrus erscheint, was Hughes berichtet.
Auch jetzt, nach Orlando, geht das Spiel wieder los. Ein weiterer Terroranschlag, der Selbstbeschuldigung, Selbsteinschränkung und den Niedergang informativer Berichterstattung zur Folge hat.
Ein sich zum IS bekennender Islamist greift eine Schwulendisko an und tötet dabei ca. 50 Menschen. Seine Frau hilft ihm bei den Vorbereitungen, seine Ex-Frau behauptet in Interviews, er sei geistig verstört gewesen.
Fast zeitgleich ermordet in Frankreich ein weiterer bekennender IS-Anhänger einen Polizisten, dessen Frau und hält deren Kind, welches die Tat mit ansehen muss über Stunden als Geisel.
Die Reaktionen sind erbärmlich, kindisch, kleingeistig. Ein Kommentator schrieb hier unter einem Beitrag über die Klagen zur Toilettenbenutzung durch Transgender-Menschen, das die Kirche für die Morde in Orlando verantwortlich sei.
Die FAZ würgt Falschinformationen hervor, die noch aus dem Kontext gestellt werden, um eine gewünschte Zielsetzung zu erfüllen.
Auch der Rest, bspw. die Auswertung der langen Dauer bis zur Erstürmung und dem Zusammenhang mit der Opferzahl ignoriert, was im Bataclan passierte.
Sätze wie:
Schlechte Recherche kommt noch dazu:
Insofern ist Orlando eben keine Kopie, sondern schon in dreifacher Hinsicht neu: Opfergruppe, Anschlagsort und Waffe. Genau das Gegenteil des behaupteten.
Panik vor Waffen, das ist hier die Hauptreaktion. Dies zeigt sich auch in der aktuellen Bundeswehrdiskussion. Waffen auf Besuchertagen? Geht gar nicht.
Statt sich zu bemühen ein genaues, ehrliches und neutrales Bild der Geschehnisse zu geben, werden wir lieber mit Reaktionen der Promis konfrontiert. Das Lady Gaga sich diesmal genötigt sieht, eine Trauerkundgebung zu veranstalten liegt einzig und allein an der Opfergruppe. Das ist ihr Recht - hinterlässt aber einen schalen Geschmack den die Medien ignorieren, die Gesellschaft sogar bejubelt.
Das Obama sich dahingehend äußerte, dass es keine Beweise für eine Steuerung durch Terroristen gäbe und darum die Vermutung und Benennung als Terroranschlag abwies - eine Haltung die er bereits beim Anschlag in Kalifornien zeigte, nicht aber bei jenem weißen Mann, der vor einer Abtreibungsklinik in Colorado Springs mordete und sich darin verschanzte. Dort war auch ohne Beweise sofort klar wer und warum und womit. Das der angebliche Rassist von Charleston einen schwarzen Freund hat und sich zuvor nicht derart äußerte und Obama trotzdem eine Rassismuskampagne startete... Auch hierzu schweigt oder nickt Medienwelt, Politik und Gesellschaft.
Die Reaktionen der Parteien bzw. der Politiker erfahren in den deutschen Medien Beachtung und besonders Trumps absehbar harte Antwort wird als Ausnutzung und Missbrauch der Mordopfer dargestellt. Das eine Reaktion erfolgen muss, dass Amerika eine Reaktion zu Recht erwartet und diese dann eben der eigenen politischen Agenda entspricht - unwichtige Nebensache. Immerhin bekommt auch Clinton nicht nur Zustimmung.
In Europa rumort es kaum. Wir sind beschäftigt. Prügelnde Hooligans während der EM sind viel schlimmer und berichtenswerter. Folgenreicher sowieso.
Würde ich eine Liste der Anschläge und Opfer des islamischen Terrors der letzten 16 Jahre versuchen, ich bräuchte Jahre. Nicht nur wegen der großen Zahl und der vielen Opfer, sondern auch wegen der mangelhaften Berichterstattung, die mitunter vorschnell zurechnet - aber viel öfter Ausreden und Entschuldigungen sucht und findet. Geisteskrankheit ist dabei eine der beliebtesten Versionen. Obwohl in Westeuropa mindestens vier Männer unter dem bekannten islamischen Schlachtruf in Menschenmengen fuhren, wenigstens zwei davon in Weihnachtsmärkte, wurde jeder Zusammenhang abgelehnt und bei fast allen auf Geisteskrankheit befunden.
Während also die Reaktionen auf die jüngsten Terroranschläge ALLES abdecken, außer dem Kern, der Frage nach dem Terror im Islam und diesen ENDLICH, nach hunderten von Talkshows und Podiumsdiskussionen nun endlich auch mal wirklich IM DETAIL zu führen, sich an Suren und hadith zu verbeißen, zu analysieren und zu verlesen, was der IS denn da findet, dass er "missbrauchen" kann, statt dessen also lieber die narzistische Selbstbeschäftigung. Als ginge es um die Diskussion über einen neue Umgehungsstrasse, den Bau eines neuen Bahnhofes oder Mehrausgaben für die Kommunen.
Statt in uns zu gehen, uns selbst zu definieren, unsere Grundwerte zu erklären und die Möglichkeiten unserer Wehrhaftigkeit zu überdenken, statt in die Welt zu blicken und mit den Opfern zu sprechen, statt ALLES zu tun, damit diese Grausamkeiten nicht wieder und wieder geschehen machen wir uns Sorgen, was Überreaktion und Hass bewirken KÖNNTEN. Dabei ignorieren wir die Realität, die wirklichen Vorgänge, die Opfer, die bewirkte Angst. Es werden jene beschimpft, die etwas ändern wollen, OHNE Mistgabeln und Fackeln und dem Ruf nach Hinrichtungen.
Die Folge dieser Reaktion ist Gewalt. So oder so. Die Terroristen werden nicht aufhören, ihre Anhänger werden sich weiter mehren, die Zahl ihrer Opfer ebenso. Die Kritiker werden weniger, denn es werden mehr und mehr ein Gefühl des Verrates, des allein-gelassen-werden verspüren und darüber sich nur noch mit ausgewählten Gleichdenkenden unterhalten, planen, handeln.
Wer glaubt, der Rassismus und Antisemitimus der Vergangenheit sei einfach da gewesen und hätte durch Auslassungen und Überbetonung von Positivem, durch Lügen und Beschimpfungen, durch Haftstrafen, Zensur und Meinungspolizei verhindert werden können, der irrt.
Es gibt einen zivilisierten Weg - aber auch dieser kommt nicht ohne die Anerkennung der Realität aus.
Es ist Zeit, liebe Grünen, Linke, AntiFas. Liebe selbsterklärten Menschenrechtler, liebe beschimpfte Gutmenschen. Ihr Idealisten und Helfenden. Wollt ihr verhindern, das die Gewalt, der Hass weiter eskaliert - dann nehmt die Scheuklappen ab, hört auf zu beschönigen und zu verschweigen und redet mit jenen anderer Meinung. Hört zu, widersprecht, diskutiert - aber akzeptiert Fakten. Und findet gemeinsam einen gangbaren, menschlichen Weg.
Sonst sind die Flammen der Fakeln irgendwann die kleinsten Feuer, die wir fürchten müssten.
Ganz unmittelbar Leid, Tod, Angst, Traumata, Trauer, Verlust.
Und mittelbar? Viel mehr als sie sich erhoffen können. Denn unsere Gesellschaft, angefangen bei Medien und Politik, aber auch die Individuen und Vereine reagieren. Sie reagieren in dem sie eine mögliche Reaktion als Horrorszenario in den Raum stellen und unbedingt verhindern wollen.
Das wären Horden von Nichtmuslimen, die mit Fakeln und Heugabeln bzw. mit vollautomatischen Waffen und Fallbeilen die Bartholomäusnacht neu interpretieren und dabei jeden der nach Muslim aussieht abschlachten. Eine neue "Verfolgungswelle", in der Muslime "die neuen Juden" würden.
In Paris wurden in den letzten Jahren immer und immer wieder Menschen von Terroristen umgebracht oder es wurde versucht. Von Einzeltaten wie dem Mord an einer jungen alleinerziehenden Mutter und Tänzerin oder den tödlichen Schüssen auf eine Hilfspolizistin bis hin zu unglaublichen Massakern wie an der Redaktion von Charlie Hebdo oder im Bataclan und auf den Strassen von Paris im November 2015. Erst nach dem letztgenannten wurde der Staat aktiv, verhängte den Ausnahmezustand und hat Woche für Woche, Monat für Monat sensible Stellen überwacht, Moscheen durchsucht und eine strengere Waffengesetzgebung durch die EU vorangetrieben.
Wurde man in zahllosen Moscheen fündig was Propagandamaterial anging und ziemlich häufig auch deutlich gefährlicheres Material, so ist der letzte Schritt purer Aktionismus. Keine der genutzten Waffen der letzten Jahre war legal erworben oder gehalten worden. Die Kanäle über die Waffen und Munition bezogen wurden sind teilweise bekannt und alle gehören dem Terrorismus oder der organisierten Kriminalität an - beide interessieren sich für Gesetze einen Dreck. Fast alle der genutzten Waffen sind bereits für den Bürger verboten. Automatische Waffen sind vollkommen verboten, Sprengstoffe ebenso. Die Täter nutzten genau dies.
Warum dieser Schritt trotzdem gefordert wird, ist besagte Reaktion der Gesellschaft. Sie braucht jemanden, der schuldig ist und Maßnahmen, an die sie glauben kann. Da Waffen benutzt wurden, liegt der Schluss also nah - auch wenn er im Licht betrachtet völlig unlogisch ist.
Aber die Gesellschaft geht noch viel härter vor.
Der Sänger der vom Anschlag im November betroffenen Band Eagles of Death Metal sagte aus, er habe jubelnde und sich freuende Muslime auf den Strassen während seiner Flucht gesehen. Dafür bzw. für diese Aussage wurde er nun als Rassist gebrandmarkt und von zwei Festivals ausgeladen - seine Auftritte, die der Anschlag nicht beenden konnte, beendet die "tolerante" Gesellschaft.
Ungeachtet der Tatsache, dass in Frankreich größere Sympathiekundgebungen für Terroristen wie Mohammed Merah bis zu den Mördern von Charlie Hebdo nicht nur bekannt sondern auch dokumentiert und teilweise in den Medien vermeldet wurden - es also keineswegs so abstrus erscheint, was Hughes berichtet.
Auch jetzt, nach Orlando, geht das Spiel wieder los. Ein weiterer Terroranschlag, der Selbstbeschuldigung, Selbsteinschränkung und den Niedergang informativer Berichterstattung zur Folge hat.
Ein sich zum IS bekennender Islamist greift eine Schwulendisko an und tötet dabei ca. 50 Menschen. Seine Frau hilft ihm bei den Vorbereitungen, seine Ex-Frau behauptet in Interviews, er sei geistig verstört gewesen.
Fast zeitgleich ermordet in Frankreich ein weiterer bekennender IS-Anhänger einen Polizisten, dessen Frau und hält deren Kind, welches die Tat mit ansehen muss über Stunden als Geisel.
Die Reaktionen sind erbärmlich, kindisch, kleingeistig. Ein Kommentator schrieb hier unter einem Beitrag über die Klagen zur Toilettenbenutzung durch Transgender-Menschen, das die Kirche für die Morde in Orlando verantwortlich sei.
Die FAZ würgt Falschinformationen hervor, die noch aus dem Kontext gestellt werden, um eine gewünschte Zielsetzung zu erfüllen.
Das Massaker von Orlando fällt mit seinen 49 Todesopfern und 53 Verletzten nicht nur in diese Kategorie, es führt die Liste der mit Schusswaffen verübten Massaker in Amerika an. Weltweit sei es laut Lankford das dritt-tödlichste „mass shooting“ gewesen. Davor kommen nur das Massaker 2011 in Norwegen, bei dem der rechtsextreme Anders Breivik 69 zumeist junge Menschen in einem Sommercamp tötete, und die Tat eines Polizisten, der 1982 in Südkorea 56 Menschen erschoss.Nicht nur, dass der Anschlag von Paris im November 2015 unerwähnt bleibt (auch hier wurden fast alle Opfer durch Schusswaffen getötet) - es werden Terroranschläge und "mass shootings" mal eben durcheinander geworfen und die Tatsache, dass die verlustreichsten Anschläge weltweit wie auch in den USA mit Flugzeugen und (meist selbst gebauten) Bomben durchgeführt wurden. 2001 komplett auszublenden, während man über islamistische Terroranschläge schreibt.
Auch der Rest, bspw. die Auswertung der langen Dauer bis zur Erstürmung und dem Zusammenhang mit der Opferzahl ignoriert, was im Bataclan passierte.
Sätze wie:
Ein Nachtclub, in dem laut Zeugenberichten etwa 350 Leute auf engem Raum dicht aneinander zu lauter Musik tanzen, ist für einen Schützen mit dem Ziel, so viel Schaden wie möglich anzurichten, ein gefundenes Fressen.Werfen die Frage auf - warum passiert dies also nicht ständig, angesichts der "mass shootings" in den USA, über die sich die FAZ auslässt? Schulen, Universitäten, Parkplätze, Strassen - das sind die häufigsten Ziele. Warum also nicht Diskotheken, Technofeten, Festivals, Warteschlangen in Verngügungsparks? Kurz vor dem Jahrestag des Anschlages in einer Kirche in Charleston.
Schlechte Recherche kommt noch dazu:
Auch bereiteten sich Attentäter zu dem, was sie vorhaben, immer gezielter vor, zeigen die Recherchen Lankfords. Demnach kopieren die Täter oft Strategien, die bereits von anderen verwendet wurden. „Mateen hatte Waffen benutzt, die denen anderer Massaker ähneln“, sagt Lankford. Er gehe davon aus, dass sich der Täter von Orlando einiges bei den beiden Schützen des islamistisch motivierten Massakers im kalifornischen San Bernardino abgeschaut hat. In beiden Fällen wurde eine AR-15 verwendet, ein halbautomatisches Sturmgewehr, entwickelt für das amerikanische Militär. Es ist legal im Handel zu erwerben.Der technische Fehler, ein Sturmgewehr kann par definitionem nicht "halbautomatisch" sein, sondern höchstens wählbare Schussmodi aufweisen, ist ja noch bekannt. Aber das der letzte islamistische Anschlag in den USA, erst wenige Monate zurückliegend und im recht strengen Kalifornien passiert, mit umgerüsteten und eben nicht legal erworbenen Waffen ablief, wie auch sonst die meisten "mass shootings" eben nicht mit legalen Waffen unternommen werden - nicht gewusst aber das falsche Gegenteil behauptet.
Insofern ist Orlando eben keine Kopie, sondern schon in dreifacher Hinsicht neu: Opfergruppe, Anschlagsort und Waffe. Genau das Gegenteil des behaupteten.
Panik vor Waffen, das ist hier die Hauptreaktion. Dies zeigt sich auch in der aktuellen Bundeswehrdiskussion. Waffen auf Besuchertagen? Geht gar nicht.
Statt sich zu bemühen ein genaues, ehrliches und neutrales Bild der Geschehnisse zu geben, werden wir lieber mit Reaktionen der Promis konfrontiert. Das Lady Gaga sich diesmal genötigt sieht, eine Trauerkundgebung zu veranstalten liegt einzig und allein an der Opfergruppe. Das ist ihr Recht - hinterlässt aber einen schalen Geschmack den die Medien ignorieren, die Gesellschaft sogar bejubelt.
Das Obama sich dahingehend äußerte, dass es keine Beweise für eine Steuerung durch Terroristen gäbe und darum die Vermutung und Benennung als Terroranschlag abwies - eine Haltung die er bereits beim Anschlag in Kalifornien zeigte, nicht aber bei jenem weißen Mann, der vor einer Abtreibungsklinik in Colorado Springs mordete und sich darin verschanzte. Dort war auch ohne Beweise sofort klar wer und warum und womit. Das der angebliche Rassist von Charleston einen schwarzen Freund hat und sich zuvor nicht derart äußerte und Obama trotzdem eine Rassismuskampagne startete... Auch hierzu schweigt oder nickt Medienwelt, Politik und Gesellschaft.
Die Reaktionen der Parteien bzw. der Politiker erfahren in den deutschen Medien Beachtung und besonders Trumps absehbar harte Antwort wird als Ausnutzung und Missbrauch der Mordopfer dargestellt. Das eine Reaktion erfolgen muss, dass Amerika eine Reaktion zu Recht erwartet und diese dann eben der eigenen politischen Agenda entspricht - unwichtige Nebensache. Immerhin bekommt auch Clinton nicht nur Zustimmung.
In Europa rumort es kaum. Wir sind beschäftigt. Prügelnde Hooligans während der EM sind viel schlimmer und berichtenswerter. Folgenreicher sowieso.
Würde ich eine Liste der Anschläge und Opfer des islamischen Terrors der letzten 16 Jahre versuchen, ich bräuchte Jahre. Nicht nur wegen der großen Zahl und der vielen Opfer, sondern auch wegen der mangelhaften Berichterstattung, die mitunter vorschnell zurechnet - aber viel öfter Ausreden und Entschuldigungen sucht und findet. Geisteskrankheit ist dabei eine der beliebtesten Versionen. Obwohl in Westeuropa mindestens vier Männer unter dem bekannten islamischen Schlachtruf in Menschenmengen fuhren, wenigstens zwei davon in Weihnachtsmärkte, wurde jeder Zusammenhang abgelehnt und bei fast allen auf Geisteskrankheit befunden.
Während also die Reaktionen auf die jüngsten Terroranschläge ALLES abdecken, außer dem Kern, der Frage nach dem Terror im Islam und diesen ENDLICH, nach hunderten von Talkshows und Podiumsdiskussionen nun endlich auch mal wirklich IM DETAIL zu führen, sich an Suren und hadith zu verbeißen, zu analysieren und zu verlesen, was der IS denn da findet, dass er "missbrauchen" kann, statt dessen also lieber die narzistische Selbstbeschäftigung. Als ginge es um die Diskussion über einen neue Umgehungsstrasse, den Bau eines neuen Bahnhofes oder Mehrausgaben für die Kommunen.
Statt in uns zu gehen, uns selbst zu definieren, unsere Grundwerte zu erklären und die Möglichkeiten unserer Wehrhaftigkeit zu überdenken, statt in die Welt zu blicken und mit den Opfern zu sprechen, statt ALLES zu tun, damit diese Grausamkeiten nicht wieder und wieder geschehen machen wir uns Sorgen, was Überreaktion und Hass bewirken KÖNNTEN. Dabei ignorieren wir die Realität, die wirklichen Vorgänge, die Opfer, die bewirkte Angst. Es werden jene beschimpft, die etwas ändern wollen, OHNE Mistgabeln und Fackeln und dem Ruf nach Hinrichtungen.
Die Folge dieser Reaktion ist Gewalt. So oder so. Die Terroristen werden nicht aufhören, ihre Anhänger werden sich weiter mehren, die Zahl ihrer Opfer ebenso. Die Kritiker werden weniger, denn es werden mehr und mehr ein Gefühl des Verrates, des allein-gelassen-werden verspüren und darüber sich nur noch mit ausgewählten Gleichdenkenden unterhalten, planen, handeln.
Wer glaubt, der Rassismus und Antisemitimus der Vergangenheit sei einfach da gewesen und hätte durch Auslassungen und Überbetonung von Positivem, durch Lügen und Beschimpfungen, durch Haftstrafen, Zensur und Meinungspolizei verhindert werden können, der irrt.
Es gibt einen zivilisierten Weg - aber auch dieser kommt nicht ohne die Anerkennung der Realität aus.
Es ist Zeit, liebe Grünen, Linke, AntiFas. Liebe selbsterklärten Menschenrechtler, liebe beschimpfte Gutmenschen. Ihr Idealisten und Helfenden. Wollt ihr verhindern, das die Gewalt, der Hass weiter eskaliert - dann nehmt die Scheuklappen ab, hört auf zu beschönigen und zu verschweigen und redet mit jenen anderer Meinung. Hört zu, widersprecht, diskutiert - aber akzeptiert Fakten. Und findet gemeinsam einen gangbaren, menschlichen Weg.
Sonst sind die Flammen der Fakeln irgendwann die kleinsten Feuer, die wir fürchten müssten.
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