Montag, 9. Mai 2016

Ungewöhnliche J.R.R. Tolkien Ehrung

Es gibt viele Gründe J.R.R. Tolkien zu bewundern und für seinen Einsatz dankbar zu sein. Als Literat, als Sprachforscher, als Katholik. Sein Werk umfasst nicht nur den Herrn der Ringe und den Hobbit, sondern eine Vielzahl weiterer Werke in dieser Fantasy-Welt. Eine regelmäßige Radiosendung über den Glauben, tiefe Gespräche mit C.S. Lewis, die dessen Werke maßgeblich mit beeinflußten u.v.m.
Ein paar Youtuber, die in einer Serie berühmte (lebende oder verstorbene) Persönlichkeiten nach Publikumswunsch gegeneinander in Sprechgesängen antreten lassen, haben sich nun diese Größe der Literatur vorgenommen und gegen den noch aktiven Goerge R.R. Martin aufgestellt, der mit seiner Reihe "Die Legende von Eis und Feuer", als erfolgreiche Serie verfilmt unter dem Namen "Game of Thrones" derzeit viel Geld und Ruhm einfährt. Die Serie besteht zwar nahezu ausschließlich aus "Sex & Crime" und castet für die Umsetzung im TV extra Porno-Stars, aber findet trotzdem oder vielleicht gerade deshalb so viel Anerkennung. Ich habe es nie über das erste Buch hinaus geschafft und schon dies war mir zu einseitig.

Normalerweise ist auch Rap nicht meine Musikrichtigung. Wenige Titel die mir gefallen, meist sind die Inhalte kaum zu ertragen und die Künstler wie Vortragsweisen zu simpel oder verkorkst.
Dies ist aber eine Ausnahme. Filmisch sehr kreativ und ansehnlich untermalt, mit verschiedenen Anspielungen die sich in den Texten natürlich deutlich markanter fortsetzen. Zwar gibt das Bild selbstverständlich nichts wieder über den Charakter von Tolkien, der uns ohnehin schwer fassbar ist, und mitunter wird dieser "Rap Battle" wie solch eine "musikalische" Auseinandersetzung genannt wird beleidigend oder geht unter die Gürtellinie, nichts desto trotz ein unterhaltsam gemachtes Video in welchem der Sieger ziemlich eindeutig erkennbar ist - wie könnte es auch anders sein.

Vielleicht gefällt es ja auch jemandem unter meinen Lesern.

Kommentare:

  1. Jüngst las ich irgendwo: Tolkien und Martin zu vergleichen ist möglich. Sie aber gleichzusetzen ist in etwa so, als täte man selbiges mit Beowulf und Teen Wolf.

    Das Video werte ich mal als Punktsieg für Gondor.

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  2. Man kann alles vergleichen, das stimmt genauso, wie Tolkien Literatur ist, während Martin Unterhaltung (die erst in Serienformat in der Flimmerkiste durchstartet).
    Der Sieg von Tolkien selbst in diesem Video ist, wie ich finde, eindeutig. Interessanterweise sehen das die meisten "reaction"-youtuber anders. In deren Videos sprechen sie Martin den Sieg zu, weil sie die Serie authentischer finden. Nur jene, die von Tolkien mehr wissen, als dass seine Bücher hinter den Kinofilmen stehen sehen das anders, und selbst diese bemerken die Referenzen in Bild und Text nicht immer...
    Tolkien hat so viel zu bieten, schade das dies so selten geschätzt wird.

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  3. Wobei der meistgemochte Beitrag „Tolkien slaughtered him“ lautet. Ich denke, die populäre Meinung gleicht unserer. Insgesamt war es für mich ein ausgeglichenes Match, bis zur letzten Tolkien-Strophe; das war – man verzeihe mir die platte Wortwahl – „episch“. Der letzte Vers „every time I battle it’s Return of the King“ ist schon ziemlich entwaffnend und kommt wirklich gut.

    Ich sitze bei den beiden etwas zwischen den Stühlen und nehme grundsätzlich eine neutrale Haltung ein. Als „Schöpfer“ besitzt bei mir Tolkien aber einen höheren Rang, schließlich bauen sie alle – von Martin bis Pratchett – ihre Burg auf dem Berg, den er mit Kieselsteinen aufgebaut hat. Dennoch anerkenne ich auch Martins Stärken. Der Mann war Drehbuchautor, das merkt man insbesondere bei den Dialogen – und ist vermutlich der Grund, warum eine TV-Serie damit besonders gut funktioniert.

    Auf der anderen Seite ist Martin für mich eines der großen Symbole unseres heutigen Zeitgeistes, und sein Werk für mich persönlich spannend, da neben Tolkien wohl Machiavelli Plagiatsvorwürfe erheben könnte. Dein Beitrag hat mich jedenfalls dazu inspiriert, meine eher philosophische Meinung dazu - nächsten Monat - mal auf meinem Diarium zum Thema zu machen.

    Ach ja, und was "authentischer" angeht - ist dasselbe Argument wie "bei Tolkien gibt es keine wichtigen weiblichen Charaktere". Ein Scheinargument, das grundsätzlich mal nichts über die Qualität aussagt. Ganz abgesehen davon, ob der Typus starker Frauencharakter, der vor dem 19. Jahrhundert nur beim Archetyp der "femme fatale" auftritt, wirklich authentisch in einer gewaltverherrlichenden Welt ist.

    Was jahrhundertelang üblich war im Epos, ist heute eben ein ganz großes Manko für den Zeitgeist.

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    1. Bis auf die Anerkennung Martins stimme ich Dir in jedem Punkt zu ("to towering" und "battle of the king" ....großartig...). Aber vielleicht kannst Du mich da ja mit Deinem Beitrag überzeugen. Ich bin gespannt.

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