Samstag, 13. Februar 2016

Dresden und sein Gedenken - ein Trauerspiel Deutschlands

Es dürfte nur wenige Menschen in Deutschland geben, die täglich Zeitung lesen oder sich politisch interessieren, und nicht wissen, was am 13.2.1945 mit Dresden passierte. Damals luden britische Bomber ihre tödliche Fracht über der bis dahin verschonten und darum für zehntausende von Flüchtlingen zum Ziel gewordenen aus. Allerdings nicht "nur" einfache Bomben. Auf eine Welle von normalen Bomben, die Schäden an den Fassaden und Dächern verursachten und sie so anfälliger für Flammen machten folgten 650 000 Brandbomben - nahezu eine für jeden Einwohner, die ein Maximum an Opfern und Schäden erreichen sollten. So verwandelte das britische Kommando unter ihrem Chef Harris Dresden in eine Hölle auf Erden, in der die Flammen sich gegenseitig die Luft nahmen und dabei solch ein Sog entstand, dass fliehende Kinder und nach manchem Bericht sogar Erwachsene wie von Geisterhand hineingezogen wurden und elendig verbrannten.

Noch während die Stadt brannte und die Menschen noch flüchteten erreichte am folgenden Tag eine US Bomberflotte die Stadt und lud weitere Bombenlast ab. Und noch einmal am Tag darauf.
Zahllose Augenzeugen berichteten darüber, dass die Fliehenden von Jagdflugzeugen im Tiefflug beschossen worden wären. Eine Prüfung ergab aber weder Unterlagen zu eingesetzten Jagdflugzeugen (es gab faktisch keine Luftabwehr über Dresden) noch fand man bei einer Sondierung in der betreffenden Region außerhalb Dresdens entsprechende Geschosse im Boden, womit der Fall offiziell als Falschbehauptung beendet gilt.
Die Überlebenden kehrten zurück und begannen die Toten einzusammeln und ihre Überreste zu krematieren, indem sie riesige Scheiterhaufen errichteten. Dies war aufgrund der Seuchengefahr notwendig. Geregelte Bestattungen lagen völliger außer der Fähigkeit der Bevölkerung in ihrer zerstörten Stadt. So aber konnten auch keine Daten erfasst werden. Wie viele Opfer es nun genau gab, ist eine bis heute strittige Frage, die von zehntausend bis zu hunderttausend geschätzt wird. Verschiedene Kommissionen kamen auf Ergebnisse von ca. 22 000 bis 35 000 Toten - auch hier unter Widerspruch mit den Zeugenaussagen.
Was nun stimmt in diesen beiden strittigen Fragen, ich weiß es nicht. Und ehrlich gesagt, ist es mir, abgesehen von den tausenden Einzelschicksalen, auch egal ob es nun 22 oder 35 000 Tote waren - denn es ist ein Grund zur Trauer und eine Schande für die Alliierten. Wir wissen heute, dass die Angriffe auf Zivilisten absolut nichts gebracht haben außer Leid, Zerstörung, Fatalismus und Tod.

Daran wäre heute in Dresden zu Gedenken - und daran, dass hier neben den Dresdnern auch Menschen auf der Flucht umgebracht wurden. Hier begegnet Geschichte mal wieder den aktuellen Ereignissen.
Seit vielen Jahren sind es aber Geschichtsrevisionisten, Rechtsradikale und Linksradikale, die in Dresden die Wahrnehmung der Geschichte bestimmen. Die einen trauern nicht, benutzen aber die Trauer um die Opfer zur Verbreitung ihrer politschen Botschaft. Höchst unerfolgreich, wie man hinzufügen muss. Ähnlich wie die "Aufmärsche" von einer handvoll sturer Verweigerer der Realität zum Geburtstag von Hess oder dem Geburtstag Hitlers.
Die andere Seite aber bejubeln den Massenmord, wie die beiden linken "politisch Aktiven", Linkenpolitikerin und Bezirksabgeordnete Anne Helm und  Femen-Mitglied Mercedes Reichstein, welche 2014 in Fementradition mit nacktem Oberkörper posierten und dabei eine in linksextremen Kreisen sehr beliebte Aufschrift trugen: "Thanks Bomber Harris" und  "AntiFa Aktion". In späteren Interviews behauptete Helm erst, sie sei nicht dabei gewesen, um es dann zuzugeben - aber sich völlig missverstanden zu geben.
Mercedes Reichstein wiederholte die Aktion in Leipzig mit der Beschriftung "Bomber Harris, do it again noPegida" und nachgefragt bestätigte sie, ihre Aktion Ziele auf die Teilnehmer ab.
Der Jubel über einen Massenmord und der Aufruf zur Wiederholung wird weder verfolgt noch als Volksverhetzung bezeichnet noch sonstwie geahndet.

Unter dem Druck dieser beiden Richtungen wird es dieses Jahr, dem 71. Jahrestag, kein öffentliches Gedenken geben. Statt die Trauer zu organiseren und vehement das Gedanken an die Opfer und eben nur daran durchzusetzen, alle politische Instrumentalisierung und Menschenverachtung zu verbannen, kneift das offizielle Dresden, welches gleichzeitig nicht müde wird, zu Gegendemonstrationen gegen die Pegida-Zusammenkünfte aufzurufen und damit immer wieder Leute einzuladen, die andere Menschen mit Gegenständen bewerfen, ihre Grundrechte absprechen, Autos anzünden und ja, auch den Massenmord vom 13.2.45 bejubeln.

Schande Dresden, ist nicht nur eine historische, eine in der Vergangenheit erreichte Sache. Wenn ihr es nicht schafft, um unschuldig verbrannte Kinder vom Februar 45 zu trauern - wie wollt ihr noch über Differenzierung, Menschenrechte und Würde reden?
Wie will die Linke Rechte für Flüchtlinge einfordern, wenn sie das Gedanken an abgeschlachtete Fliehende mit Füßen tritt?

1 Kommentar:

  1. Ein notwendiger Beitrag, Theodred. Mehr kann ich dazu nicht sagen.

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